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Kunst & Architektur

Wild as f*ck: Hip-Hop-Ausstellung in der Schirn

Es war voll, es war laut, es war Frankfurt an einem Mittwoch. Die Ausstellung „The Culture“ in der Schirn Kunsthalle eröffnete mit einer wilden Hip-Hop-Party. DJs traten auf, unzählige Leute tanzten zur Musik und ich war mitten drin. Und das Wichtigste: Ich sah jede Menge Kunst von schwarzen Künstlerinnen und Künstlern. Ihre Werke sind nicht nur unfassbar kreativ, sondern drücken ihre Kultur in einer kraftvollen künstlerischen Sprache aus.

Party in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Ausstellungseröffnung
So voll habe ich die Schirn noch nie erlebt – auch wenn sie praktisch immer voll ist.

Kultur HipHop: „The Culture“ in der Schirn-Kunsthalle

Die Ausstellung „The Culture“ in der Schirn widmet sich der bedeutenden Rolle des Hip-Hop in der zeitgenössischen Kunst und Kultur. Sie zeigt Exponate wie etwa Kunstwerke und Mode, die die Verbindung von Hip-Hop zur Pop-Kultur und seine soziale Relevanz verdeutlichen. Besuchen kannst du die Ausstellung noch bis zum 26. Mai 2024.

The Culture: Hiphop-Ausstellung in der Schirn
Mein absolutes Lieblingswerk – hierbei handelt es sich um einen Tintenstrahldruck von Deana Lawson: „Nation“ aus dem Jahr 2018. Die mit Bedacht platzierten Metallelemente in der Bildszene deuten auf die Geschichte der Metallverarbeitung in der afrikanischen Diaspora. Ich liebe es einfach.

Die Geburtsstunde des HipHop

Die Hip-Hop-Kultur, inklusive Rappen, DJing, Breakdance und Graffiti, hat weltweit Bekanntheit und Erfolg erlangt. Ursprünglich eine kleine Subkultur aus der Bronx in New York, erobert Hip-Hop im Sturm die Welt.

Im August 1973, inmitten des finanziellen und sozialen Untergangs der Bronx, führte DJ Kool Herc, ein Sohn jamaikanischer Einwanderer, in einer Blockparty eine innovative Technik vor. Er verlängerte Instrumentalabschnitte von Funk- und Soulsongs durch manuelles Loopen und Samplen mit zwei Plattenspielern und einem Mischpult. Um es kurz zu machen: Der HipHop wurde geboren. Schnell entwickelte sich eine kraftvolle Bewegung, die die gesellschaftlichen Strukturen kritisierte und neue Perspektiven zur Darstellung diasporischer Erfahrungen bot.

Auch Jean-Michael Basquiat dabei

Die Sonderausstellung in der Schirn präsentiert über 100 Werke international bekannter Künstlerinnen und Künstler der letzten 20 Jahre. Die Kunsthalle wirbt mit Namen wie Lauren Halsey, Julie Mehretu und Virgil Abloh. Ich jedoch kannte von ihnen nur den großartigen Jean-Michel Basquiat.

Die Kuratoren der Schirn sehen HipHop als einen neuen Kanon. Er soll die westliche kunsthistorische Tradition herausfordern und alternative Ideale von künstlerischer Qualität und Exzellenz vertreten. Die Ausstellung setzt sich mit der visuellen Kultur des HipHop auseinander und zeigt dessen Einfluss auf Malerei, Mode, Architektur und Technologie.

Besondersders ergriffen haben mich zwei Gemälde von Monica Ikegwu. Darauf war eine junge Frau in roter Jacke abgebildet. Die Technik und die Umsetzung erinnerte mich an Idowu Oluwaseun, dessen künstlerisches Schaffen ich wenige Tage zuvor auf der art Karlsruhe sah. Zwar würde er thematisch nicht in die Hip-Hop-Ausstellung passen, trägt mit seiner Kunst jedoch ebenfalls zur Repräsentation schwarzer Kultur bei.

THE CULTURE. Hip-Hop und zeitgenössische Kunst im 21. Jahrhundert, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Emily Piwowar / NÓI Crew
Monica Ikegwu – Open/Closed, 2021, Öl auf Leinwand, je 121,9 × 91,4 cm | THE CULTURE. Hip-Hop und zeitgenössische Kunst im 21. Jahrhundert, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Emily Piwowar / NÓI Crew

Quellen:

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