Welle für Welle für Welle zieht er dich in seinen schier endlosen Bann. Der Atlantische Ozean hat eine fatale Magie an sich, die dich zu manchem Zeitpunkt dazu einladen könnte, mit ihr in der Tiefe zu verschmelzen. Die zerstörerisch anmutigen Wellen zerschlagen sich auf Gesteinen zu weißem Schaum. Manchmal wünsche ich mir, ich wäre eins mit ihnen. Mein Auge will sich nicht von ihnen lösen. Wie sie sich auftürmen und beim Überschlag ihre Farbe ändern. Manchmal will ich in jenem Moment in einer Welle sein. Es reizt mich daher, mindestens ein Mal das Surfen auszuprobieren. Segeln ist bereits eines meiner Suchtmittel, aber ich mutmaße mal, dass das Surfen noch weiter ins Innere des Ozeans hineingeht.
Manchmal stelle ich mir vor, wie es wohl in der Tiefe wäre. Manchmal stelle ich mir vor, während eines Sturms in einem kleinen Boot zu sitzen und der Naturgewalt allein ausgesetzt zu sein.


Diese Anziehung erlebte ich bereits in Portugal. Auch früher schon. Jahrzehnte zuvor, zu Hause am Schwarzen Meer. Da sind die Wellen aber nicht so hoch – zumindest dann nicht, wenn es nicht stürmt. Ihre zerstörerische Macht ist wahrscheinlich das, was ich so fesselnd finde. Mein Blick versinkt ja regelrecht darin. Wellen sind eine dieser Erscheinungen, denen ich ewig zusehen, ewig zuhören könnte.
Die Gewalt des Meeres, oder des Ozeans, fordert mich dazu auf, sie voller Demut zu betrachten. Zu jedem Zeitpunkt muss uns klar sein, dass das Wasser dem Menschen weit überlegen ist. Und man geht besser mit der Natur, als gegen sie. So bleibt man vielleicht eher vor dem frohen Tode bewahrt. Warum sind Segelboote oder -schiffe das sicherste Transportmittel auf hoher See? Weil sie mit dem Wind und den Wellen gehen – der Sonne entgegen.
Die beiden Bilder und der Text entstanden auf der Kanarischen Insel Teneriffa.