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Kategorie:Reisen
Reisen bedeutet Freiheit, Abenteuer und das Entdecken neuer Welten. Ob du auf der Suche nach exklusiven Tipps, neuen Orten oder einfach nur nach Inspiration für deine nächste Reise bist – bei avecMadlen findest du alles, was du für deinen Traumurlaub brauchst. Am liebsten teile ich hier meine persönlichen Reiseerlebnisse. Von heißen Insidern aus meiner geliebten Stadt Baden-Baden bis hin zu verrückten Entdeckungen am anderen Ende der Welt findest du alles, was dein Herz begehrt.
Egal, ob du mehr über Reiseziele erfahren willst oder Anstöße und Ideen für deinen nächsten Trip oder Ausflug holen willst: Lehn dich entspannt zurück und stöbere durch die bunte Welt von avecMadlen. Ich zeige dir, wie du aus jeder kleinen und großen Reise das Beste herausholst.
Wenn ich daran denke, wie die Vietnamesen zu mir waren, kommen mir die Tränen. Noch nie in meinem gesamten Leben wurde ich so herzlich in einem Land empfangen, wie in Vietnam. Die Menschen winken mir zu, geben mir die Hand, geben mir Fünf, grüßen vom Weiten oder im Vorbeifahren, machen Komplimente und teilen ihr Essen mit mir, sind neugierig. Und das den lieben langen Tag.
Sie wollen wissen, woher ich komme, und wenn ich es Ihnen verrate, fängt die ältere Generation an, ihre Sprachkenntnisse auszupacken, traditionelle Lieder zu singen, oder mir zu sagen, was sie mit meinem Volk gemein haben. Eine schöne Abwechslung.
An einem der Tage war ich allerdings ein bisschen überreizt und wollte für mich sein. Erstaunlich fand ich, dass alle Menschen, die mir an jenem Tag begegneten, das wohl gespürt haben und mir meinen Freiraum ließen. Sie staunten leise darüber, dass sie mir begegneten.
Haiphong: Ich rauche Thuoc Lao und finde neue Freunde
Heute ging ich durch Haiphong, am Fluss entlang. Ein Fischer teilte mit mir seine frittierten Sesambällchen und versuchte mir zu erklären, wie sein heutiger Fang war.
Auf die fast gleichen Bällchen, nur mit krümeliger Zuckerglasur und eine Runde Thuoc Lao luden mich vier Jungs vor einer Autowerkstatt ein. Ich teilte dafür meine Mandarinen vom Markt mit ihnen. Sie brachten mir bei zu rauchen, wir unterhielten uns mithilfe von Google Übersetzer und ich zog nach einiger Zeit von dannen. Nun sind wir alle Facebook-Freunde.
lol 🙂
Der Effekt der alleinreisenden Frau
Ich vermute, dass die Leute so auf mich reagieren, weil ich runde Augen und super weiße Haut habe – und Osteuropäerinnen hier nicht all zu oft rumlaufen. Schon gar nicht alleine. Aber der Respekt, die Gastfreundschaft, Neugierde und Aufgeschlossenheit der Einheimischen – so etwas habe ich noch nie erlebt. Obwohl auch die Portugiesen – wahnsinnig freundlich und sichtlich erfreut über meine Anwesenheit – immer versuchten, mit mir trotz Sprachbarriere zu kommunizieren.
Die Vietnamesen geben mir ein Gefühl, dass ich in ihrem Land willkommen bin; dass sie sich über mich freuen und dass sie mich mutmaßlich für etwas besonderes halten. Danke, dass ihr dieses Gefühl in mir freigeschaltet habt. Ich kannte es bisher nämlich gar nicht. Zumindest nicht in dem Ausmaß.
Die Straßen von Haiphong sind nicht ansatzweise so voll, wie die von Hanoi. Ich bin wieder zu Fuß unterwegs. Wie üblich sind aber die Gehsteige meistens von Cafés, Autos, Mopeds, Motorrädern oder Verkaufswaren jeglicher Art blockiert. Heute werde ich wieder nur Einheimischen begegnen und ihre Regeln und Geheimnisse des Lebens lernen.
Mein Traum wird wahr: ich lande in Vietnam. Eigentlich dachte ich, ich lande in Haiphong, doch irgendwie war es am Ende doch Hanoi. Frag nicht wie. Entweder ich hab mir all den Weg lang hart eingebildet, ich würde nach Haiphong fliegen, obwohl das gar nicht der Fall war, oder es kam zu spontanen Änderungen. Völlig verballert war und bin ich so oder so. Das würde jedenfalls erklären, warum die junge Frau am Frankfurter Flughafen mich mehrere Male skeptisch nach meinem Reiseziel fragte.
Als ich dann allmählich im vietnamesischen Airport herausfand, in welcher Stadt ich mich befand, dacht ich mir kurz: „Wtf geht bei mir schon wieder?“ und kurz darauf: „Scheiß auf mein Luxushotel in Haiphong, ich bleibe hier und schau mir die Hauptstadt an.“ Hatte ich ja sowieso vor. Das Schicksal entschied, dass es jetzt sein würde und Schlafen wollte ich nach dem Langstreckenflug sowieso nicht. Wofür auch?
Guten Morgen aus Hanoi: An diesem brutalistischen Meisterwerk konnte ich nicht einfach vorbei gehen.
In Hanoi besuche ich das Museum
Ich buchte mir für rund 15 Euro ein kleines Zimmer nahe der Innenstadt, ließ meinen Koffer darin und zog gleich los. Mein erstes Ziel war das Hanoi Museum. Verblüfft war ich, als ich erfuhr, dass der Eintritt für alle umsonst ist. Dort sah ich Malereien und Skulpturen von Gegenwartskünstler. Es war expressiv und gefiel mir sehr gut. So etwas habe ich davor noch nicht gesehen. Vor allem gaben die Werke des Künstlers Hoàng Hồng (ich finde online leider keinerlei Infos zu ihm) den Ton an.
Einige prachtvolle Kleider, die den Flair Vietnams verkörpern, wurden in dem Museum ebenfalls ausgestellt. Jedoch kann ich diese zeitlich nicht einordnen und fragte mich, ob das historische Gewänder sind, oder aber moderne Interpretationen, die die Tradition spiegeln.
Es gibt Ärger
Als nächstes wollte ich losziehen um mir die Cafés und Shops, die direkt an den Gleisen liegen, anzusehen. Daraus jedoch wurde vorerst nichts. Ich verlief mich und hatte schwachen Akku. Zudem machte meine Mutter Theater am Telefon und befahl mir sofort schlafen zu gehen, da sie der Meinung war, mein Zustand nach dem Jetlag sei lebensgefährlich.
Dann machte sie noch mehr Theater, als sie erfuhr, dass ich Eistee mit Eis getrunken hatte. Sie hatte nämlich gelesen, dass das vietnamesische Leitungswasser nicht unbedingt von allen Mägen gut aufgenommen werde. Ich aber konnte der Versuchung nicht widerstehen. Als ich an den Gehwegen entlang der Straßen diese vielen kleinen Cafés aus winzigen Plastikstühlchen, Tischchen, Schirm und Getränkestand sah, wollte ich dort unbedingt Gast sein. Ich sah, wie gemütlich die Einheimischen dort verweilten und das leuchtend gelbe, kalte Getränk schlürften. Also ging ich das vermeintliche Risiko ein und kann nun sagen: Mir ist während der ganzen Zeit in Vietnam nichts passiert, obschon ich mir jeden Tag Eiswürfel en masse reingeschallert habe.
Den Eistee machen Vietnamesen aus einem starken Grüntee, den sie mit Wasser verdünnen. Das servieren sie dann auf Eis. So etwas Einfaches und gleichzeitig Geniales… Ich war hin und weg und zog mir gleich zwei Gläser rein. Die Temperatur lag bei schwülen 28 Grad. Wir hatten November, wohlbemerkt. Hanoi war an diesem Tag ein wenig versmogt. Daher schien die Sonne etwas schleimig auf die Erde herab und verbrannte meine Haut in weniger als einer halben Stunde.
Hier entdeckte ich zwischen den vielen kleinen Häuschen einen lokalen Markt.
Wild, wilder, Straßenverkehr in Vietnam
Als ich meine rote Haut sah, verstand ich, warum vor allem die Vietnamesinnen lange Kleidung trugen, obwohl es so warm war. Auch die allermeisten Moped- und Motorradfahrerinnen schützten sich vor der intensiven Sonne. Lange Röcke, lange Ärmel oder gar Handschuhe, Masken, Kapuzen, darunter Schirmmützen, darüber Helme – und ab die Post. Zigtausende Mopedfahrer. Hupen: Bürgerpflicht. Hier liest du einen sehr spannenden Artikel von welt.de, der die Situation auf den Straßen Hanois gut wiedergibt.
Ich fand es erstaunlich, wie die Menschen in Vietnam im totalen Verkehrschaos elegant und völlig stressfrei einen spontanen U-Turn einlegen konnten, wie sie auf jeder Spur in jede Himmelsrichtung fuhren, wie sie rote Ampeln ignorierten und dabei nie den Überblick verloren. Da verstand ich, dass Vietnamesen die Welt anders sehen als Europäer. Auch, wie langsam und bewusst die wenigen Fußgänger, die ich dort wahrgenommen hatte, dicht befahrene Straßen überquerten. Fast meditativ, als seien sie eins mit dem Verkehr und als könne ihnen nichts passieren, wenn sie sich nur langsam genug bewegten. Ich habe es dann auch selbst ausprobiert. Funktioniert 10 von 10.
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Madeira, die „Insel des ewigen Frühlings“, begeistert mit majestätischen Bergen, Levadas und grünen Küstenpfaden. Zwischen all den Abenteuerorten offenbart sich eine sanfte, fast meditative Seite: ein Refugium für Achtsamkeit und Erholung. Dank des ganzjährig milden Klimas finden Reisende auf der portugiesischen Inselgruppe ideale Bedingungen, um innezuhalten und die Natur zu spüren. Wer das Besondere sucht, entdeckt auf Madeira und deren kleine Schwesterinsel Porto Santo einzigartige Formen der Entspannung.
Madeira: Waldbaden im UNESCO-Naturpark
Ein Großteil Madeiras ist als Naturpark geschützt und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Lorbeerwälder, moosbewachsene Steinen und sanft plätschernden Bächlein finden wir hier an jeder Ecke. Die Natur hier bietet den idealen Rahmen fürs Waldbaden – eine Praxis, die Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt.
Atemübungen, Meditationen unter mächtigen Baumstämmen oder stille Pausen auf sonnengefluteten Lichtungen lassen uns die heilsame Kraft der Insel intensiv spüren. Der Duft der Pflanzenvielfalt, das Lichtspiel und die Ruhe der Natur entfalten eine heilsame Wirkung.
Die Lage Madeiras im Atlantischen Ozean macht die Insel zu einem einzigartigen Ort für Yoga, Meditation und Klangreisen. Umgeben von der Weite des Meeres, der klaren Luft und sattem Grün entsteht eine Atmosphäre, die Körper und Geist zur Ruhe kommen lässt. Das Rauschen der Wellen wirkt wie eine reinigende Kraft, die Spannungen löst und neue Energie schenkt. Ob auf einer Klippe hoch über dem Atlantik, an einem schwarzen Sandstrand oder auf einer einsamen Waldlichtung – fast überall auf Madeira lässt sich die Yogamatte ausrollen und bewusst durchatmen. Entsprechende geführte Kurse sind vor Ort ebenfalls schnell gefunden.
Auch für Regeneration und Gesundheit gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Neben klassischen Massage- und Wellnessangeboten, die nach einem aktiven Tag wohltuend wirken, finden zunehmend moderne Methoden ihren Platz: Lichttherapien, Kältekammern oder Sauerstoffanwendungen. Ergänzt wird das durch traditionelle Verfahren, ganzheitliche Retreats wie die Thalassotherapie, bei der die Wirkung des Meeres für Stressabbau oder zur Linderung von Beschwerden wie Rheuma oder Arthritis genutzt wird. Einige Hotels bieten ein breites Spektrum dieser Behandlungen an, sodass man gar nicht lange suchen muss.
Heilsamer Sand auf Porto Santo
Ein Geheimtipp für Wellnessreisende liegt nur wenige Kilometer entfernt, auf der Nachbarinsel Porto Santo. Während Madeira mit Bergen und Wäldern begeistert, ist Porto Santo für seinen goldgelben Sandstrand bekannt. Der feine, goldene Sand der Insel ist reich an Mineralien und bekannt für seine therapeutischen Eigenschaften und lädt zu einem wohltuenden Sandbad ein.
Die autonome Region Madeira, die zu Portugal gehört und knapp vier Flugstunden von Deutschland entfernt ist, liegt vor der Westküste Afrikas im Atlantischen Ozean. Beeindruckende Flora und Fauna, ganzjährig milde Temperaturen, malerische Fischerdörfer, Wandermöglichkeiten auf bis zu 1.800 Höhenmeter sowie außergewöhnliche Ausblicke auf Steilküsten, Felsformationen und Wasserfälle machen die Blumeninsel Madeira zum idealen ganzjährigen Outdoor-Ziel. Aber auch Kulturverliebte und Strandurlauber kommen etwa in der historischen Hauptstadt Funchal oder an den inseltypischen schwarzen Sandstränden auf ihre Kosten.
Bild- und Textquelle: Pressemitteilung der Global Communication Experts GmbH (Madeira Promotion Bureau)
Da stand ich nun. Mitten auf der Straße. Mein Fahrer war längst über alle Berge, und die Berge, die ich sehen wollte waren nicht ansatzweise in Sicht. Was also tun? Ich folgte der Adresse zum Elefantenberg, die ich bisweilen herausrecherchiert hatte und begab mich auf einen schmalen Pfad, der mich zum ersehnten Ziel führen sollte.
Es war eine unvergessliche Naturszene. Ich wanderte quer über ein gigantisches Feld, sah eine weiße Entenfamilie dort grasen, sah, wie die trockene Erde in tiefe Risse zerteilt war. Sah das grünste Gras, das ich wahrscheinlich je gesehen hatte und kam am anderen Ufer des Flusses an, an dem ich zuvor schon stand.
Da war er nun: der Elefantenberg
Dann kapierte ich endlich, wo der Elefantenberg war. Er türmte sich direkt vor mir auf. Seine Schönheit machte mich ganz benommen. Ich ging über den Feldweg, der von kleinen Blümchen und hohen Halmen gesäumt war, direkt auf ihn zu. Die Sonne leuchtete schon neon-rot am Horizont. Kam ich näher, so verschwand sie hinter dem Berg. Machte ich ein paar Schritte zurück, so tauchte die Feuerkugel über mir wieder auf. Ich beschloss weiterzugehen. Von Weitem sah ich bereits, dass ich diesen Berg heute wohl eher nicht besteigen würde, da meine Lebensmüdigkeit sich in Grenzen hält, aber ich wollte wenigstens noch etwas näher ran.
Wenig später blieb ich stehen. Irgend etwas in mir wollte nicht weitergehen. Ein paar hundert Meter von mir entfernt sah ich eine mutmaßliche Fabrik. Sie grenzte mehr oder minder an meinem Elefantenberg und ich müsste das Fabrikgelände betreten, um zum eigentlichen Ziel zu gelangen. Das jedoch fühlte sich für mich zu verrückt an, zumal auf dem Fabrikgelände Objekte herumlagen, die ich von Weitem als riesige Gaskartuschen identifiziert hatte. Und vor Fabriken, Kraftwerken und vielen weiteren zeitgenössischen Industriebauten fürchte ich mich auf eine ganz merkwürdige Art und Weise, wie ihr bereits wisst, da ihr meine persönlichen Quellen der Inspiration gelesen habt.
Auch der Rückweg war ereignisreich
Ich ging zurück, setzte mich auf eine aus der Erde ragende Wurzel und sah der Sonne bei ihrem Untergang zu. Hinter mir fuhr ein leises Frachtschiff vor sich hin – der Abend war perfekt. Dann, als die Dämmerung sich bereits andeutete, begab ich mich auf den Rückweg. Wahrscheinlich nahm ich die Straße, über die ich bereits zuvor mit dem Fahrer fuhr, so genau weiß ich es aber nicht. Am Straßenrand verkaufte eine Frau Gurken aus Eigenanbau und zeigte darauf, als ich an ihr vorüberging. Ich kaufte. Sie waren köstlich. Sie waren so gut, ich war empört darüber, nicht mehr gekauft zu haben.
Dann ging ich wieder eine dicht befahrene Straße entlang. In einem meiner anderen Artikel hab ich euch bereits davon erzählt, dass Vietnam – zumindest die Teile Hanois und Haiphongs die ich kennengelernt habe – nicht wirklich auf Fußgänger zugeschnitten sind. Man bewegt sich dort auf Rollern, Mopeds und Motorrädern fort. Für die gegebenen Verhältnisse sind das die wahrscheinlich sichersten Fahrzeuge. Zumindest, wenn man mit ihnen aufgewachsen ist und sich wie die Einheimischen in einer unübersichtlichen Verkehrssituation orientieren muss.
Gefährliche Gegend: Ich fahre mit einer Unbekannten
Lange ging ich nicht. Vorbei am riesigen Gelände meiner mutmaßlichen Fabrik, vorbei an Wohnhäusern am Straßenrand entlang. Auf der anderen Straßenseite hielt ein Mädchen. Sie schaute zu mir und deutete auf den Rücksitz ihres Rollers. Ich lehnte dankend, mit Hand am Herz und kleiner Kopfverbeugung ab. Sie fuhr davon. Wenig später fuhr sie mir schon von der anderen Straßenseite entgegen und hielt an. Sie zeigte mir ihr Handy auf dem mithilfe von einer Übersetzer-App geschrieben stand: „Komm mit mir. Du bist in Gefahr. Diese Gegend ist nicht sicher.“ Was aber genau gefährlich war, verstand ich nicht. Der zügellose Verkehr? Die Kriminalitätsrate dieser Gegend? Die Dämmerung? Ich werde es wohl nie erfahren. Wir fuhren los. Ich ohne Helm, sie mit einer Hand am Handy – es war ne schöne Fahrt.
Die nächtliche Wärme umarmte meine unbedeckte Haut an den Beinen, der warme Wind blies, zusammen mit den Abgasen anderer Mopeds und Busse, sanft in mein Gesicht. Wilder Verkehr, leuchtende Reklamen – wusch, wusch, wusch – eine nach der anderen. Das Mädchen sprach in ihr Handy und zeigte es mir erneut. Sie fragte, wo ich hin will. „Eat“, sagte ich, sie nickte. Sie schlug mir sogar vor, mich bis in mein Hotel zu fahren, aber ich überredete sie, es nicht zu tun. Es wäre viel zu weit gewesen und ich wollte vorher noch etwas Schönes in diesem neu entdeckten Stadtteil Haiphongs futtern.
Abenteuer endet: ich suche mir etwas zu Essen
Einige Zeit später setzte mich an einem belebten Kreisel ab und ich drückte ihr 200K in die Hand. Mit großen Augen sah sie mich an: „No.“ Und ich: „Yes“. Dann faltete ich meine Hände vor der Brust und legte anschließend beide Hände aufs Herz. „Cảm ơn“ (danke), sagte ich, worauf sie mit einem akzeptierenden Lächeln ihren Kopf schüttelte und winkend wieder davonfuhr.
„Was stelle ich jetzt an?“, war der erste Gedanke, der mir in meiner neu gewonnenen Einsamkeit kam. Viel war es dann aber doch nicht. Ich ging Suppe essen, dann vietnamesischen Eistee trinken und dann ließ ich mir ein Taxi zurück ins Hotel bestellen. Als ich hinten drin saß, reichten meine Mundwinkel mir fast bis zu den Ohren. Wieder zog die Leuchtreklame mit einem wusch-wusch-wusch an mir vorbei, wieder fuhren die anderen Verkehrsteilnehmer viel zu dicht an das Taxi heran. Hupen, Brummen, Menschen am Straßenrand, die rituell Papier und Falschgeld verbrennen und dabei meditativ in die Flammen und den an ihnen vorbeiziehenden Verkehr hineinblicken. Ich liebe dich, Vietnam!
Der Elefantenberg in Haiphong zog mich magnetisch an. Also ging ich los. Mein Navi berechnete mir einen Fußmarsch von etwa drei Stunden. Die Sonne schien warm auf die vietnamesische Erde hernieder und ich verließ langsam die staubige Straße, die mich von meinem Hotel fast überall hin führte. Dann ging ich durch ein Dorf, das am helllichten Tage zu schlafen schien. Schmale Häuschen, meditierende Obstverkäufer, ein buddhistischer Friedhof. In der Ferne ein Feuerwerk. Was gefeiert wurde, weiß ich nicht. Hochzeit? Geburtstag? Ich malte es mir aus.
Vietnam: Ich lande in einem Sumpfgebiet
Als ich weiterging, landete ich mitten in einem Sumpfgebiet. Ob das wirklich ein Sumpf war, wage ich natürlich zu hinterfragen, aber für mich sah es ganz danach aus, als würden die vielen ledrigen Blätter und Pflanzen auf einer Wasseroberfläche ruhen. Es war ein schöner Anblick und ich blieb stehen, um ihn länger auszukosten. Mitten im Grün ein kleines Schild aus Holz. Doch da der Fotoübersetzer mir wieder Mal Unsinn lieferte, werde ich wohl kaum erfahren, was da drauf steht.
Nur wenige Schritte weiter lag ein Fluss. Er erinnerte mich so wahnsinnig an das Heimatdorf meines Vaters. Es waren die gleichen naturbelassenen Gehwege – von tausend Füßen zerstampft. Es waren die gleichen Fischer am Ufer, nur eben nicht die gleichen. Frachtschiffe, Steine, Stille. Sonne, Staub und Schmetterlinge. Was anders war, waren all die Bäume und Pflanzen rings rum. Ich weiß nicht, wie ich sie beschreiben soll, wer aber einen Blick drauf würfe, würde sie mit Sicherheit als „asiatisch“ bezeichnen. Vorausgesetzt er ist ebenso botanisch unterbelichtet, wie ich es bin.
Haiphong: Muss das Abenteuer enden?
Ich ging und ging. Der Fluss glitzerte mir entgegen, während die Bewohner der Häuser entlang des Ufers mir zuwinkten – manche sogar mit Palmenblättern aus ihren Gärten. Hin und wieder riefen sie etwas in meine Richtung, was ich jedoch nicht verstand. Dann endete die Idylle.
Mein Navi wollte mich über eine Autobahnbrücke führen. Und wer Vietnam auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass viele Orte sowieso nicht für Fußgänger geeignet sind. Diese dicht befahrene Brücke war aber in Sachen Lebensgefahr sogar für mich zu viel, obschon ich mich sehr gerne auf adrenalinerfüllte Erfahrungen einlasse.
Doch so ein hohes Level an Verrücktheit konnte ich in dieser Lebenssituation nicht aufbringen. Kurz schoss mir durch den Kopf, dass mein Abenteuer hier sein Ende nehmen könnte. Doch ich wollte es wissen. Deshalb versuchte ich den gefährlichen Weg nach dem Gefühl meines inneren Kompass zu umgehen. Ich ging und ging – meine Füße schmerzten. Immerhin hatte ich einen bösen Glassplitter in der linken Fußsohle. Dann kam ich in einem Arbeitergebiet an, wie es schien.
Sackgasse: Wo bin ich denn hier wieder gelandet?
Dort sah ich junge Frauen in kleinen Häuschen, die hektisch, aber eingeübt etwas auf ihren Nähmaschinen nähten. Ich fragte mich, ob es das war, was ich dachte, was es war. Aber für einen Sweatshop kam mir das ganze viel zu privat vor. Ich weiß nicht, was ich da gesehen habe. Als ich weiterging, kam ich an einem Tor an. Personenkontrolle. Ich blickte auf mein Handynavi – auf den uniformierten Wärter – auf mein Handynavi – auf die Leute, die die Kontrolle passieren und wieder auf den uniformierten Wärter.
Dann zeigte ich in die Richtung, in die ich wollte und blickte ihn fragend an. Er lehnte ab und zeigte auf seine Hose. Sie war lang. Ok. Meine war kurz. Ich werde wohl nie erfahren, ob er mich wegen meiner kurzen Hose nicht rein ließ, ob er mich als dumme Hose bezeichnete, oder ob er mich lediglich darauf aufmerksam machte, dass ich versuche, mir Zugang auf das Gelände einer Hosenfabrik zu verschaffen.
Was nun?
Umkehren. Jetzt schon war ich müde und hungrig, obwohl ich noch gute 1h 40 Fußmarsch vor mir hatte. Es schien, als wäre der einzige Weg auf die andere Seite des Flusses die dicht befahrene Autobahnbrücke. Einige planlose Schritte weiter stand ich mal wieder mitten in der Pampa. Langsam sah ich ein, dass ich ein Taxi brauchte. Wo um alles in der Welt sollte ich jetzt nur eines herkriegen?
Ich suchte ein Restaurant, um meine Gedanken zu ordnen. Ich fand keins. Nur Karaoke-Bars, in denen gerade aus ganzem Herzen vietnamesische Lieder gesungen wurden. Ruhige Wohngebiete, grasende Kühe und Ziegen – kein Mensch weit und breit. Ich atmete tief durch. Dann fand ich einen Kiosk und holte mir Wasser und einen kleinen Snack. Die Besitzerin war, wie praktisch alle Menschen in Vietnam, herzlich nett und holte ihre Kinder, um mich ihnen zu zeigen. Die Kinder blickten mich mit großen Augen an und sagten mir, ich sei „beautiful“.
Allein in Haiphong: Ein schwarzer Wagen hält vor mir
Ich schlenderte weiter planlos durch die Straßen, bis mir ein schwarzer Wagen in Hochglanz den Weg kreuzte und staubaufwirbelnd abbremste. Der etwa 45-jährige Fahrer mit einem gepflegten, schmalen Schnauzbart stieg aus und forderte mich wohl dazu auf, hinten einzusteigen. Ich fragte: „Taxi?“ Er nickte. Ich hakte skeptisch nach: „Ja?“ Er nickte. So, wie ich bislang nur Asiaten habe nicken sehen. Mit meinem ach-was-solls-Gedanken stieg ich ein und zeigte ihm meine Zieladresse. Zu meinem Glück, oder vielmehr Staunen, holte er den Taxometer raus. Er hatte nicht gelogen.
All zu lange fuhren wir nicht. Der Weg war schön – ein sehr ländlicher Teil von Haiphong. Als wir mitten auf einer abgelegenen, jedoch befahrenen Straße anhielten, stellte ich fest, dass Trip Advisor mich erneut hintergangen hatte. Zwar existierte dieser Ort grob gesehen, die Bilder dazu, sowie auch die angegebene Adresse passten aber nicht. Schhhh…weinerei. Ich bezahlte und ging zu Fuß weiter. So ging’s weiter.
Der Tag am Strand von Baler war pure Träumerei. Ich lief, wohin das Auge reichte – bis es eben nicht mehr weiterging, weil ein Fluss meinen Weg kreuzte. Auf meinem Rückweg luden mich ein paar Fischerjungs zu einem köstlichen Mittagessen ein. Sie machten mir kleine Krebse und zwei verschiedene Fischarten. Dazu gab es eine leichte, hausgemachte Fischsuppe. Ich wiederum teilte meine Gemüsechips mit ihnen, die Gefallen fanden. Ihre Gastfreundschaft ging ins Herz.
Philippinen, Insel Luzon: Dieser Strand in Baler kam mir beinahe unendlich vor.
Brücke in Baler: Mein Weg zurück zur Unterkunft
Auf dem Rückweg lief ich über die Brücke, die abrupt endete. Begehen konnte man sie lediglich über zwei steile wackelige Bambusleitern an beiden Enden. Als ich zum ersten Mal mit diesen konfrontiert wurde, traute ich mir gar nicht zu, sie meistern zu können. Bereits beim vierten Mal hatte ich aber meine perfekte Technik, sie zu besteigen, voll und ganz entwickelt. Das ging sogar mit Flip Flops und einem schweren Rucksack.
Das, was die Brücke ausmacht, hab ich blöderweise nur auf Video festgehalten. Aber wofür gibt es denn eigentlich die gute alte Screenshot-Funktion? Man beachte die atemberaubende Aussicht.
Ich mutmaße mal, dass diese Brücke ursprünglich für den Verkehr gedacht war. Sie war sehr robust, aus Beton und groß genug, um Autos, Mopeds und Tricycles zweispurig zu dienen. Ihre beiden Enden könnten entweder einfach nie fertiggebaut worden sein, oder aber sie wurden von Taifunen weggerissen.
Philippinen: Menschen leben ohne fließendes Wasser
Auch unter dieser Brücke befand sich ein Fluss, der direkt ins Meer floss. Außerdem war da noch eine öffentliche Wasserquelle. Entweder wuschen die Dorfbewohner da sich selbst, ihre Kleider oder holten Wasser für Zuhause. Als ich dort kleine zierliche Mädchen sah, die Wasserkanister nach Hause schleppten, verstand ich, dass es in Baler durchaus Haushalte gibt, die kein fließendes Wasser haben.
Lief man nämlich am anderen Ufer des Flusses, lebten dort zwischen den Palmen die Menschen etwa in Zelten. Dort habe ich überwiegend Männer gesehen, daher denke ich, dass es Saisonarbeiter oder Fischer gewesen sein könnten. Das würde nämlich Sinn machen, weil am gleichen Ufer auch die ganzen Fischerboote angebunden waren. Und eines Morgens hörte ich sogar, wie sie allesamt mit ihren dröhnenden Motoren ausfuhren. Später fand ich bei den Einheimischen heraus, dass die Thunfischsaison begonnen hatte.
Baler: Die Begegnung, die mich als Mensch veränderte
Unter jener Brücke sah ich auch eine junge Frau, vielleicht etwas jünger als ich. Sie trug einen blauen Badeanzug und shampoonierte ihr Haar. Sie saß an dieser kleinen Wasserquelle. Unter ihren nackten Füßen war Erde – und sie hockte mittendrin. Ihr Blick hatte etwas von Hinnehmen und Aushalten. Er ging unter die Haut. Mir kommen sogar beim Korrekturlesen die Tränen. Im gleichen Moment fiel mir ein, wie ich noch vor sieben Tagen darunter zu leiden dachte, hier in Baden-Baden keine Badewanne in meiner Wohnung zu haben. Ich schämte mich leise.
Und obwohl in meiner Unterkunft kein gefiltertes Wasser aus dem Hahn lief, duschte ich an jenem Abend mit Dankbarkeit. Trübes Wasser hin oder her.
Sturm, Regen, heulender Wind: In Portugal neigte sich der November seinem Ende zu. Um den meterhohen Wellen des Atlantischen Ozeans näher zu sein, begab ich mich auf den gigantischen Wellenbrecher in Póvoa de Varzim. Ich war so gerne dort, dass ich auch meine Bekanntschaft, die ich später kennenlernen würde, dort hin brachte.
Am Ende des Wellenbrechers stand ich schon beinahe mitten im Ozean. Die Wellen türmten sich vor mir auf und zerschlugen auf dem mit Algen bedeckten Beton in hunderttausende Tropfen, die ich auf meinem Gesicht spüren konnte. Der Blick in die Ferne brachte nur noch mehr aufkommende Wellen, während die Luft nach Salz und der kalten frische des Atlantischen Ozeans roch.
Hier sah ich, wie die Tiefseefischer auf See hinausfuhren. Ich hätte einiges dafür gegeben, um dort an Bord gewesen zu sein.
Während ich in Portugal war, vergaß ich Frankfurt
In meinen Ohren machte sich das laute Rasseln der mächtigen Wassermengen breit. Im Hintergrund hörte ich eine Fischverkäuferin am Strand, die die Möwen mit ihrer Krücke abwehrte. Wahrscheinlich rief sie den Vögeln, die es auf ihre Fische abgesehen hatten, die eine oder andere Drohung zu. Da sich die Szene auf portugiesisch abspielte, kann ich die Bedeutung ihrer Zurufe nur erahnen.
Mal schlug der Regen mehr in mein Gesicht, mal weniger – doch das Salz der Atlantik konnte er nicht von mir spülen. Mit dem Blick in die hundert Blautöne des Ozeans spürte ich, wie ich alles vergaß, was auf mich in Frankfurt wartete. Ich würde mich erst wieder daran erinnern, wenn ich in Frankfurt landen würde.
Diesen kleinen Leuchtturm sah man nachts bis nach A Ver-o-Mar.
Póvoa de Varzim: Dieses Restaurant hat mich überwältigt
Am Abend war es an der Zeit, mich verwöhnen zu lassen. Ich entschied mich für das Restaurant Marinheiro in Póvoa de Varzim und trudelte dort am Abend ein. Mich erwartete dort der charmante Oberkellner, eine tolle Location und guter, schwerer Rotwein aus Portugal, wie ich ihn gerne habe. Als kleine Vorspeise wurden Riesengarnelen serviert. Ich schmeckte heraus, dass die Biester noch um die Mittagszeit im Ozean herumlungerten.
Der Tisch war großzügig gedeckt und die Spezialitäten des Hauses waren traditionell und einzigartig im Geschmack.
Die Hauptspeise ließ danach auch nicht lange auf sich warten. Ich entschied mich für die Rotbrasse, die mir glasiertem Kohl und anderem Gemüse serviert wurde. Filetiert wurde der Fisch sehr elegant am Tisch. Der Service war aufmerksam und freundlich, während die Rotbrasse zart und leicht war. Als Dessert bestellte ich Pão-de-ló de Ovar – ein Biskuit-Küchlein, das entfernt an ein Soufflé erinnert, das ich mache, da wahrscheinlich die gleiche Eiermenge drin ist. Ich werde dieses Restaurant nie vergessen.
Zurück zum Hotel ging ich zu Fuß, denn es hatte endlich aufgehört zu regnen. Auf dem Weg lernte ich einen Straßenkater kennen, der sich zunächst an mich ran kuschelte, dann aber mit voller Wucht in meine Hand biss. Ich nehme ihm das nicht übel.
Ein Meer aus Farben flutete meine Sinne auf dem Markt in Manila. Unmengen neuer Gerüche und erstaunter Blicke. Ich ging vorsichtig durch die Reihen und schaute mir die getürmten Jackfruit, Drachenfrüchte, Bananen und Co. an. Kaufen konnte ich nicht viel, da mein Rucksack schon fast eine Tonne wog. Immerhin würde mein Bus nach Baler erst um Mitternacht kommen und bis dahin müsste ich den ganzen Tag das Ding quer durch die Hauptstadt schleppen.
Ich spazierte zwischen den Fleischtheken. Ein regelrechtes Erlebnis war das für mich, jedoch kein besonders angenehmes. Doch ich war entschlossen, Eindrücke zu sammeln. Hier beachtete mich kaum jemand und ich filmte ungestört. Die Marktverkäufer waren viel zu beschäftigt damit, Schweineköpfe zu zerhacken, mit der Kundschaft zu verhandeln und die ganze pampige Soße mit Wasserschläuchen von den Gehwegen abzuspritzen. Dieses Geräusch, wenn das Metzgermesser den Schweineschädel spaltet, hallt mir immer noch in den Ohren nach. Wie es mit einem peitschenden Ton erst an Geschwindigkeit gewinnt und schließlich auf das tote Tier prallt, sodass der Schädelknochen knackt. Ich gruselte mich und bekam überall kalte Gänsehaut, wie damals, als ich an meinem aller ersten Tatort war.
Ich ging weiter. Haushaltswaren, Gewürze, lange Bohnen, getrocknete Gräser, Pflanzen und Gurkenarten, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Planlos bog ich hier und da ab und landete wieder beim Obst. Es wäre eine Schande gewesen, wenn ich hier nicht doch etwas gekauft hätte. Also kaufte ich etwas Jackfruit bei einem Mann, der die gigantische Frucht vor meinen Augen zerteilte und ein Stück davon in eine kleine Tüte steckte, die er mir dann reichte. „How much?“, fragte ich. Er musterte mich von Kopf bis Fuß. Dann tuschelte er mit seinem jüngeren Kollegen vom Obststand gegenüber. Beide lachten mir recht dreckig ins Gesicht. „100 Pesos“. Von mir aus. Ich verließ die Markthalle.
Ab auf die Straße
Draußen: reges Treiben. Drei hübsche Philippiner kamen mir entgegen und schauten mich so an, wie ich üblicherweise Statuen aus der Renaissance anschaue. „Hi Mam'“ sagte einer. „Mother“, sagte der zweite. Ich schmunzelte. Tricycles und Motorräder rauschten an mir vorbei – ich stolz mit der Tüte Jackfruit in der Hand. Gleich würde ich nach Kaffee Ausschau halten. Meinen ersten Kaffee auf den Philippinen.
Ab durch die dicht befahrene Straße. Auf beiden Seiten: Blechhütten. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Noch nicht einmal vermutet hätte ich, dass solche Orte existieren. Aber hier leben Menschen. Männer, Frauen, Kinder, Alte. Das Blech der Fassaden glänzte in der Sonne. Vor den Fenstern hing Kleidung zum Trocknen, der Verkehr floss unaufhörlich, während die mageren Straßenhunde sich mit ihm arrangierten.
Ich bin in einem dieser Momente gefangen, in denen ich so wahnsinnig gerne Fotos machen würde, um es mit euch zu teilen, aber ich bremse mich, weil ich vermute, dass das Abfotografieren der Lebensbedingungen auf die Bewohner respektlos wirken könnte. Ich ringe innerlich mit mir selbst, da ich niemanden verletzen möchte. Schließlich mache ich ein einsekündiges Video. Diese Blechhütten waren der bisher heftigste Indikator für Armut, den ich auf den Philippinen erlebt habe. Doch schon sehr bald würde ich noch intensivere Erlebnisse sammeln.
Ich schließe eine Freundschaft in Manila
Mitten in diesem Blechhüttenviertel sah ich einen kleinen Laden. Zigaretten, Chips, Kaffee… Sogar ein Platz zum Hinsetzen. Ich fragte den Besitzer, ob er mir Kaffee aufgießen könne. Er freute sich über mich, platzierte mich herzlich, richtete den Ventilator auf mich und schlug mir vor, mein Handy zu laden. Ich war sehr dankbar für diesen Mann. Ralph ist sein Name.
„Du bist meine erste ausländische Kundin“, berichtete er in verhandlungssicherem Englisch. Sein kleines Geschäft führte er erst seit wenigen Monaten. Gut lief es, er habe bereits viele Freundschaften mit den Anwohnern geschlossen. Diese kamen auch fortwährend vorbei, um bei ihm einzelne Zigaretten, Cola und Bier zu kaufen. Viele der Männer sahen aus wie Badass-Gangster: Bandana, silberne Ringe, Narben im Gesicht, dünner Bart, Killerblick mit einem gleichzeitigen Funken kindlichen Interesses, als sie mein schneeweißes Gesicht hinter dem Tresen bemerkten.
Philippinen: Einheimische mit besonderer Mentalität
Bauarbeiter, Jungs, Großväter – alle kamen vorbei, während Ralph mir über seine Frau und die beiden Kinder erzählte. Sein Sohn 15, seine Tochter 8. Sein Hauptbusiness: Software-Ingenieur, wahrscheinlich irgendwo in einem der Hochhausbüros Manilas. Normalerweise kümmerte sich die Frau um den kleinen Laden. Doch heute musste sie zu einem Elterngespräch in die Schule, weshalb er einsprang. Ich stellte mir vor, was für ein liebevoller Vater er sein musste. Seine Besonnenheit, Güte und Offenheit leben bis heute in meiner Erinnerung. Ich ahnte noch nicht, dass das die schönste Begegnung meiner ganzen Zeit auf den Philippinen werden würde. Zum Glück sind wir Facebook-Freunde geblieben.
„Wenn hier die Taifune wüten, verlieren viele Menschen ihr Zuhause. Armut ist hier Teil unseres Lebens“, erzählte er mir. Nach den schwerwiegenden Naturkatastrophen zieht er mit seinem Sohn los und verteilt Reis und Essenspakete an die Menschen, die alles verloren haben. Grundsätzlich herrscht auf den Philippinen ein starker Zusammenhalt. Besonders kommt dieser bei Katastrophen zum Vorschein. Er ist Teil der Mentalität. Das spürt man sogar als jemand, der nicht ihre Sprache spricht. Es ist nicht greifbar, aber es ist da. „Ich spreche immer mit meinem Sohn und zeige ihm, wie wichtig es ist, Menschen in Not zu helfen.“ Ich schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen und Mund an und saugte seine Weisheit auf. „Manchmal frage ich ihn, wie er sich bei der Essensverteilung fühlt und er sagt mir, dass er es liebt, den Armen zu helfen. Ich bin sehr stolz auf ihn.“ Das war ich auch. Auf beide – Vater und Sohn.
Ihm vertraute ich und verriet, dass ich alleine reiste. Er schüttelte den Kopf, aber entmutigte mich nicht. Viel mehr erkannte er meinen Mut an und zeigte seinen Respekt davor. Dann gab er mir eine philippinische Süßigkeit zum Probieren. Es war köstliches Gebäck mit Nüssen, einer gelartigen Füllung und Puderzucker obendrauf. Ich bestellte einen zweiten Kaffee.
So waren die traditionellen Leckereien verpackt. Hübsch, nicht wahr? Weiß jemand, ob man die auch hier bei uns in Deutschland kaufen kann?
Die Tüte Jackfruit und ich ziehen weiter
So gerne ich auch hier war, Manila würde sich nicht von selbst erkunden lassen. Ralph – ich wette, er ist höchstens 5 Jahre älter als ich – bat darum, ihm zu versprechen, dass ich in Baler auf mich aufpassen würde. „God bless you“, sagte er mir mit ernstem langen Blick und weigerte sich, von mir Geld anzunehmen. Wir verabschiedeten uns wie alte Freunde und machten dieses Foto zusammen, auf dem mein Gesicht nach dem Langstreckenflug, der zu dem Zeitpunkt nur wenige Stunden zurücklag, maximal geschwollen ist:
Die Tüte Jackfruit hat mit mir zusammen die halbe Stadt gesehen. Sie war sogar bei der Begegnung mit den Straßenkindern dabei, über die ich euch bereits erzählt habe. Kurz bevor mein Bus kam, habe ich den Inhalt vernascht. Dieser war zwar schon etwas gequetscht, aber immer noch saftig und schier unvergesslich. Ich pulte die essbaren Stücke mit schmutzigen Fingern aus dem faserigen Fruchtfleisch, das ihr wirklich nur dann essen solltet, wenn ein Zahnstocher o.ä. in greifbarer Nähe ist. Der klebrige Saft rannte mir bis zu den Ellenbogen und ich reagierte ein bisschen allergisch auf die Frucht. War mir aber egal. Es war ein hoher Moment des Genusses.
Klebrig und zufrieden am Busbahnhof. Schon bald würde es nach Baler gehen.
Brumm – ich rausche in unbekannter Richtung die giftgrünen Feldwege entlang. Ab und zu muss ich den abgemagerten Hunden ausweichen, die unverhofft meine Wege queren. Ich fahre und höre kaum etwas außer dem Motor und das schwache Stimmchen meines Navis, das mir bereits seit 40 Minuten versucht weiß zu machen, dass ich auf der falschen Route bin.
Der Himmel färbt sich grau und ich sehe die ersten güldenen Blitze am Horizont aufleuchten. Kurz muss ich mich schon fragen, ob ich nicht lebensmüde bin, doch werde gleich wieder von den grünen Weiten abgelenkt. Es regnet bereits seit heute Morgen, was mich in einer gewissen Anspannung hält. Auf den Philippinen hat die Regenzeit begonnen. Und diese ist bekannt für ihre Taifune, die kaum etwas stehen lassen, wenn sie über das Land ziehen. Jeden Tag und jede Nacht hoffe ich insgeheim, die Naturgewalt miterleben zu dürfen. Andererseits hab ich großen Respekt davor, wenn nicht zu sagen: große Angst. Ok, erwischt: ich hab die Hosen randvoll.
Baler – wie im Film
Ich fahre weiter. Der Nebel hat sich um die Gebirgskette vor mir gelegt. Alles, was ich wahrnehme, kommt mir vor wie im Film. Der wohl beste und arthousigste, den ich je gesehen habe. Mit seinen Höhen, Tiefen, Wendepunkten, einer erhöhten Farblichkeit, einem chaotischen Drehbuch, über das ich keinerlei Kontrolle habe.
Aus den kleinen Betonhütten mit Gittern statt gläserner Fenster strecken sich kleine winkende Hände in meine Richtung. Die Kinder freuen sich, mich zu sehen. Manche rennen raus auf die Straße und hüpfen und rufen mir etwas in ihrer Muttersprache zu. Ich hupe – und sie freuen sich noch mehr. Hüpfen durch die Pfützen und kreisen sich mit ausgestreckten Armen und dem Gesicht gen Himmel, als würden sie versuchen, die von dort herabfallenden Tropfen aufzufangen.
Ich hab ihn lange gesucht…
Die Suche nach einem fahrbaren Untersatz dauerte ewig. Eines Freitags war es aber soweit: Der Mann an der Hotelrezeption füllte die nötigen Papiere aus und übergab mir auf Verlangen den Helm. „Können Sie überhaupt fahren?“, fragte er mich halb ernst. „Klar“, log ich ohne mit der Wimper zu zucken. Die beobachtete Proberunde mündete fast im Meer. Zum Glück lasse ich mich von Missgeschicken nicht beeindrucken. Deshalb fuhr ich schnell davon und winkte nett, als wäre nichts gewesen.
Philippinen: Mein erster Tag auf dem Roller
Freiheit. Die feuchte Luft schmettert mir ins Gesicht, während meine Hände die noch unbekannte Maschine lenken. Wie schnell ich fahre, weiß ich nicht, da meine Geschwindigkeitstafel vermutlich schon lange vor meiner Zeit den Geist aufgegeben hatte. Ich fahre und lache und drücke auf die Tube und schau mir die üppige Natur von Baler im Schnelldurchlauf an. Keine Ahnung, wohin. Hauptsache staunen.
Ein reines Glücksgefühl war das, zum aller ersten Mal durch kaum bewohnte Gegenden zu düsen und dabei zu wissen, dass ich genau da ankomme, wo Gott mich haben will. Vor mir sah ich die unendlichen Berglandschaften von Aurora, während das einzige, was mich vom Meer trennte, Kokospalmen und der mal sandige mal steinerne Strand war. So fühlte sich Glück also an. Zum einen wurde das dadurch intensiviert, dass ich nach tagelanger Suche endlich mein Moped fand, das nicht allzu überteuert war. Zum anderen, weil ich, nachdem ich die ersten 20 Minuten erhöhten Unfallrisikos überstanden hatte, tatsächlich fahren konnte. So schwer ist es aber auch gar nicht. Die Straßen in Baler sind neu gemacht und es fährt sich auf ihnen gar besser, als auf unseren. Wenn in der Provinz Aurora etwas funktioniert, dann offensichtlich Straßenbau.
Ja, diese Rückspiegel-Ästhetik zieht durch meine gesamte Bildergalerie. Find sie einfach zu gut 🙂
Natürlich spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Roller zu holen
Ich vermisse den Roller. Ich denke mir jedes Mal: Jetzt mit dem Ding mit einem Zigarettchen zwischen den Zähnen durch das nächtliche Baden-Baden düsen. Das wär’s doch. Es wäre aber niemals so, wie auf den Philippinen. Dort fühlte ich die Freiheit förmlich tanzen, als ich der Sonne entgegen durch befahrbare und nicht befahrbare Straßen sauste. Es war zu cool. Der linke zerbrochene Spiegel zeigte mir immer ein Stück von der Straße hinter mir und etwas Palmen, Berge sowie den strahlend blauen Himmel.
Fünf fantastische Tage verbrachte ich mit meinem Roller. Zu filmen hatte ich gar kein Bock. Naja, wäre auch ein bisschen lebensgefährlich gewesen. Nächstes Mal dann mit GoPro, versprochen.
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Heute betat ich unverhofft die prunkvollen Räume des Schlosses Favorite in Rastatt. Hinter den kunstvollen Fassaden verbirgt sich das Vermächtnis einer Frau, die sich nicht mit der Rolle der stillen Fürstin und gehorsamen Ehefrau begnügte. Franziska Sibylla Augusta (1675–1733) ließ in Baden einige architektonische Meisterwerke bauen und konnte sich somit als Herrscherin, die im süßen Überschuss lebte, verewigen.
Sibylla Augusta: Kindheit und Intrigen
Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1681 wuchs Franziska Sibylla Augusta gemeinsam mit ihrer Schwester Anna Maria Franziska unter der Obhut der Gräfin Polixena von Werschowitz auf, deren Porträt heute in einem der Flure des Schlosses Favorite hängt. Als Tochter des Hauses Sachsen-Lauenburg wurde sie standesgemäß in höfischer Konversation, Malerei und Musik unterrichtet.
Franziska Augusta Sibylla und Ihre Schwester Anna Maria Franziska. In solch einer friedvollen Aufmachung soll man die beiden nur selten erlebt haben. Unklar, wann das Porträt entstand. Vor allem ist auch der Künstler unbekannt.
Sowohl das Verhältnis zur drei Jahre älteren Schwester als auch zur Gräfin war angespannt, da die Werschowitz die Ältere bevorzugt haben soll (Spekulation). Zudem soll bittere Konkurrenz zwischen den beiden Schwestern geherrscht haben. 1689 starb auch der Vater. In höfischen Kreisen wurde gemutmaßt, er sei vergiftet worden. Verdächtigt wurde Gräfin Polixena von Werschowitz, die angeblich auf das Vermögen aus war (ebenfalls Spekulation).
Fünf Tage vor seinem Tod hatte der Vater die Töchter jedoch testamentarisch unter den Schutz des Kaisers gestellt sodass die Gräfin leer ausging.
Ehe mit Türkenlouis
Später heiratete unsere Protagonistin Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, besser bekannt als „Türkenlouis“. Mit gerade einmal 15 Jahren trat sie als seine Gemahlin auf die politische und kulturelle Bühne des badischen Hofes. Er war bei der Eheschließung 34 Jahre alt.
Als Ludwig Wilhelm 1707 im Krieg tödlich verwundet wurde, übernahm Franziska Sibylla Augusta die Regentschaft – die gemeinsamen Kinder waren noch zu jung dafür. Mit kluger Heiratspolitik, einem wachsamen Blick auf die Finanzen und durchgreifenden Verwaltungsreformen erwarb sie sich bald hohes Ansehen und das Vertrauen der Bevölkerung.
Sybilla Augusta als Bauherrin
Ihre Baupolitik schaffte Arbeitsplätze, doch dem Volk ging es erbärmlich. Ihr Versuch, die allgemeine Armut zu lindern, war da. Vor allem entfaltete ihre Bautätigkeit aber ihr künstlerisches Geschick.
Was mir bei unserer Schlossführung gleich ins Auge sprang, war natürlich der üppige Empfangsbereich. Unter anderem wachen in den Ecken des Raumes vier weibliche Figuren mit Füllhörnern über das Geschehen. Diese verweisen auf die katholische Prägung Badens, zu der auch Rastatt zählte: Der Segen der Fruchtbarkeit, so die Botschaft, bewahrte die Region vor Hungersnöten. Ein bisschen widersprüchlich kam mir das schon vor. Einerseits herrschte Armut, andererseits soll es während der Regentschaft von Sybilla Augusta keine außerordentlichen Hungersnöte gegeben haben. Aber dem gehen wir an anderer Stelle genauer auf den Grund.
Rastatter Schloss: Hier erfährst du, wie Franziska Sibylla Augusta und Ludwig Wilhelm von Baden-Baden gelebt haben
Als Bauherrin des Schlosses Favorite ließ sie einen privaten Rückzugsort errichten, der auch Ausdruck ihrer Sammelleidenschaft war – insbesondere ihrer Vorliebe für Porzellan. Hierzu gibt es eine gesonderte Führung durch andere Teile des Schlosses, die vor mir bisher jedoch verborgen blieben. Demnächst will ich euch die Porzellansammlung aber zeigen. Immerhin wurde für sie (und ganz nebenbei auch für die beiden Söhne) das Schloss Favorite überhaupt erst erbaut.
Zwischen 1710 und 1730 entstand der Bau unter der Leitung des Architekten Johann Michael Ludwig Rohrer. Die Arbeiten zogen sich über zwei Jahrzehnte hin – immer wieder verzögerten sie sich durch französische Truppenbewegungen in der Region.
Geile Fakten und Legenden rund ums Schloss Favorite
Es gilt als das einzige fast unveränderte Porzellanschloss Deutschlands.
Die Bauarbeiten begannen nur 3 Jahre nach dem Tod von Türkenlouis.
Das „Florentiner Kabinett“ im Schloss ist einzigartig in Europa und besteht aus 758 Paneelen aus Marmor, Granit und Halbedelsteinen. Unser Schlossführer nannte sie etwas verallgemeinert, aber umso verständlicher, „Steinbilder“. Sehr eindrücklich und sehenswert.
Der barocke Lustgarten rund um das Schloss wurde später in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet, der den Charakter der Gesamtanlage bis heute prägt.
Das Schloss wurde mehrfach für Film- und Fernsehproduktionen genutzt, darunter als Hauptschauplatz des ARD-Märchenfilms „Der Froschkönig“ im Jahr 2008.
Und mein persönlicher Favorit (haha verstehste, wegen Schloss Favorite xD) ist die Legende zur Kieselstein-Fassade: Die Markgräfin Sibylla Augusta soll während des Baus des Schlosses arme Kinder gebeten haben, in Bächen und im Flussbett der Murg Kieselsteine zu sammeln. Für jedes Körbchen bezahlte sie mit einigen Kreuzern1 und einem Stück Brot. Diese Geste wird als Umsetzung des biblischen Mottos „Steine zu Brot“ interpretiert. Die gesammelten Kieselsteine wurden anschließend als Verzierung an der Fassade des Schlosses angebracht und machen es absolut einzigartig.
Hier sehen wir das Florentiner Kabinett. Man beachte bitte die Bodenarbeiten, die sind absolut einzigartig.
An dieser Stelle möchte ich zum Ende kommen und meine Eindrücke im Schlossinneren mit euch teilen. Besonders überragend fand ich den bereits erwähnten Empfangsbereich: Wände mit einem leuchtend roten, künstlich hergestellten Marmor, der etwa dreimal so kostbar sein soll, wie echter Marmor. Damals mischte man nämlich feinstes Edelstein-Pulver aus Granat, Lapislazuli und anderen in eine Betonmasse, um Farbintensität und Glanz zu erzeugen. Des Weiteren viel Gold und barocke Schnörkeleien, Skulpturen, handbemalte Platten, Reliefs und, und, und… Wirklich sehenswert. Führung gibt’s für 10 €, Ermäßigte 5€.
Eines meiner weiteren Lieblingsprunkstücke des Schlosses ist das Spiegelkabinett. Es diente weniger dem persönlichen Blick als dem gesellschaftlichen Statement – ein Symbol von Macht, Glanz und unerschütterlichem Selbstverständnis.
Ungewöhnlich an unserer Sybilla Augusta ist also nicht nur ihr architektonisches Erbe, sondern auch ihre Position: In einer Zeit, in der Machtfragen fast ausschließlich Männersache waren, gelang es ihr, als Frau Einfluss zu nehmen – und Markgräfin zu werden. Lieben wir! Oder?
NEU
Auf meinem TikTok-Account kannst du dir das Schloss Favorite sowie alle anderen Highlights aus der Region im Videoformat ansehen.
Fußnote
Der Kreuzer war eine kleine Münze im Heiligen Römischen Reich und später in vielen deutschen Staaten. Sie diente als Zahlungsmittel für alltägliche Dinge und hatte nur einen geringen Wert – vergleichbar mit ein paar Cent heute. ↩︎
Bebilderung
Das Porträt der beiden Schwestern unterliegt urheberrechtlich der Stadt Rastatt. Das linke Bild des Florentiner Kabinetts: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl Alle restlichen Bilder: avecMadlen.com