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Diese Promis standen schon vor meiner Kamera

Im Beruf einer Journalistin kommt es oftmals vor, dass plötzlich Promis vor der Kamera stehen. Die ersten Male waren ganz aufregend, dann wurde das irgendwann zur Gewohnheit. Mein größter Traum ist es, Anna Netrebko vor der Kamera zu haben. Mal sehen, wann er in Erfüllung geht. Bis dahin hatte ich mit folgenden Promis und Bekanntheiten das Vergnügen:

Christian Sievers: Kein anderer, als ZDF-Moderator Christian Sievers inspirierte mich dazu, Journalistin zu werden. Nachdem ich sein Buch „Grauzonen“ las, wusste ich, dass ich diesen Beruf geil finde und machen will. Ich verfolgte meinen Traum und muss rückblickend sagen, dass das ein ganz guter Weg war. Während des Radio-Regenbogen-Awards 2023 war es endlich soweit: Christian Sievers betrat den Roten Teppich und ich wurde in Starre versetzt. Der Held meiner Jugend stand vor mir und ich machte Bilder von ihm, die ich später als Screensaver benutzen würde. Angesprochen habe ich ihn natürlich nicht – viel zu nervös.

Christian Sievers steht auf dem Roten Teppich umgeben von anderen Journalisten und Event-Gästen
Christian Sievers alter… Zwar schoss auch ich ein paar Bilder von ihm, aber die meiste Zeit bewunderte ich ihn einfach nur von der Reporter-Tribüne.

Alice Weidel: Die AfD-Politikerin ist sehr, sehr, SEHR selbstbewusst. Während der Pressekonferenz bei der Hessenwahl 2023 pöbelte sie einen Journalisten an. Dann sah sie ihn von oben nach unten an und fragte: „Na, mach‘ ich Sie nervös?“ Daraufhin lachte sie provokant und spielte im nächsten Moment mit einer anderen Kamera, die auf sie gerichtet war. Bei meinen Fragen mache sich Alice Weidel nicht mal die Mühe, zuzuhören – geschweige denn zu antworten. Dennoch fand ich ihren Auftritt interessant zu beobachten. Sie verhielt sich wie ein Superstar und fühlte sich sehr wohl während des gigantischen Medienrummels um ihre Person.

Alice Weidel stand vor meiner Kamera bei der Hessen-Wahl 2023
Es war ein sehr eigenartiges Gefühl, Alice Weidel vor der Kamera zu haben. Ich sah sie sehr lange an und verstand einerseits den Hype um sie – andererseits verstand ich auch, dass sie ein Mensch ist genau wie ich. Mit ihren Fehlern, mit ihren Träumen, mit ihren Schwächen und ihren Ideologien und Vorstellungen.

Männer, die uns aus dem TV geläufig sind

Steinmeier und Kretschmann: Diese beiden alten Säcke sah ich während der Eröffnung der Bundesgartenschau in Mannheim. Hier geht es zu der Fotostory, die ich an diesem Tag erstellt habe. Das BKA-Aufgebot war absolut übertrieben. Mehr Beamte als Journalisten. Die regulären BUGA23-Gäste verhielten sich allerdings auch völlig geisteskrank, diesen beiden Politikern gegenüber. Zitternde Münder, überwältigte Worte, wie etwa „Herr Kretschmann, ich bin ihr größter Fan“ und laufende Handykameras, soweit das Auge reicht. Warum, verstehe ich bis heute nicht ganz.

Steinmeier hatte ich schon Mal vor der Kamera, als ich über die Eröffnung der Bundesgartenschau schrieb.
Frank-Walter Steinmeier ist nicht nur ein steinalter Sack, sondern auch Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. War ich aufgeregt, ihn zu sehen? I guess…
Politik hautnah: Kretschmann und ich bei der BUGA23

Harald Glööckler: Ich durfte den exzentrischen Modedesigner bei seiner Geburtstagsfeier in Berlin, der geilsten Stadt der Bundesrepublik, fotografieren. Später würde er mir exklusive Details zu seiner Ehe mit Dieter liefern. Ich mag Herrn Glööckler – er ist sehr aufgeschlossen, bodenständig und respektvoll. Etwas, was ich von keinem einzigen Polit-Promi behaupten kann, den ich bislang kennengelernt habe.

Harald Glööckler stand schon Mal vor meiner Kamera
Bei Gott: Es ist nicht das beste Foto von mir… Aber ist das nicht iconic, dass wir zu seinem Geburtstag einfach im Partnerlook gekommen sind?

Diese Musiker standen schon mal vor meiner Kamera…

Leony und Zoe Wees: Zu dem Zeitpunkt, als ich sie fotografierte, wusste ich gar nicht, wer die beiden sind. Später würde ich feststellen, dass ich die Songs dieser jungen, erfolgreichen Frauen kenne und sogar auch sehr mag.

Die Söhne Mannheims: Leider ohne Xavier Naidoo – mit ist völlig egal, was Xavier von sich gibt. Er hat die Stimme eines Engels und ist für mich der beste Vokalist dieses Landes. An diesem Abend habe ich ihn sehr vermisst. Dennoch habe ich das Konzert der Söhne in Mannheim sehr genossen. Sie traten als Jazz Department auf. Wie hart mir bei dem Konzert einer abging, erfährst du in diesem Artikel.

Diese Comedians habe ich schon fotografiert

Bülent Ceylan: Den Komiker hatte ich mehrere Male vor der Kamera. Jedes Mal war er sehr charmant, freundlich und voller Energie. Von Nahem sieht er super gepflegt aus und irgendwann will ich, dass er seine Skincare-Routine mit mir teilt. Auch wenn er seine Witze angeblich gar nicht selbst schreiben soll ­­– die Tatsache, dass er der geborene Entertainer ist, kann ihm keiner nehmen.

Christine Preyon: Bekannt als „Birte Schneider“ aus der heute Show. Ich war damals Fan und durfte den Weltfrauentag damit verbringen, Christine Preyon aus dem Publikum anzuhimmeln. Ich traute mich sogar später auf die Bühne zu kommen, um sie nach einem Autogramm zu fragen. Wir kamen ins Gespräch und sie merkte ganz offensichtlich, wie hart ich am Fangirlen war. Absolute Screensaver-Kandidatin.

Dieses Urgestein stand auch schon mal vor meiner Kamera

Claudia Roth: Die Grünen-Ikone sah ich bei der Frankfurter Buchmesse. Viel hat sie nicht gesagt, jedoch äußerte sie etwas, was mir wieder ein wenig Hoffnung in die Menschlichkeit zurückgab: Sie verurteilte den politischen und gesellschaftlichen Boykott der russischen Kultur

Olaf Thon: Der Schalke04-Legende begegnete ich relativ am Anfang meiner journalistischen Karriere. Damals spielte er im Zeichen der Freundschaft als Gastspieler in einem kleinen Sportverein. Das fand in irgendeinem winzigen Kaff in der Nähe von Rastatt statt. 

Wie konnte ich ihn nur vergessen…

Das Beste kommt zum Schluss: Auch der superschöne Elyas M’Barek stand mal vor meiner Kamera. Es war mein erster Tag bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Ich war bei der Einarbeitung in der Berliner Zentralredaktion. Hin und wieder kommen Promis dort rein und erzählen ein bisschen von sich. Als ich M’Barek zum ersten Mal sah, war ich schockverliebt. Ich habe zwar immer noch so gut wie keine Filme mit ihm gesehen, aber von diesem Mann konnte ich meine Augen kaum abwenden. Er hat so einen sexy Glow und ein Charisma, das einfach mitreißt. Ich nahm es mir zum Ziel, den Schönling anzulabern und fragte irgendwas über seine neue Hafermilch, die er uns präsentierte, was er jedoch abrupt verneinte. Völlig egal, ich hatte einen Wortwechsel mit dem wahrscheinlich schönsten Promi, den ich je vor meiner Kamera hatte. Zumindest bis jetzt.

Elyas M’Barek… Du meine Fresse war der Typ sexy.

Das ist der kleine Haufen Promis, der mit auf Anhieb einfällt. Natürlich hatte ich noch ganz viele andere gestalten vor der Kamera – wie etwa Nancy Faeser, Boris Rhein und die ganzen Hessen-Personen. Auf dieser Gala fotografierte ich Sally von „Sally’s Welt“, Nico Schwanz, sowie auch Renata und Valentin Lusin.

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Kunst & Architektur

Dondorf-Druckerei historisch bedeutsam? Das spricht dagegen

Nach meiner Reportage zur Dondorf-Druckerei muss ich herausfinden, ob das in Frankfurt stehende Gebäude historisch bedeutsam ist. Nachdem ich mir das ehemalige Fabrikgelände von innen und außen angesehen habe, muss ich sagen: Einen ästhetischen und funktionellen Wert hat das Bauwerk durchaus. Es muss nur etwas aufgefrischt werden.

Update vom 14. Dezember, 9:00 Uhr: Die Dondorf-Druckerei wird derzeit von der Polizei geräumt. Es seien auch Hubschrauber im Einsatz.

Das "Atelier" in der Druckerei Donbach in Frankfurt. Ein großer Raum mit Malereien und Graffiti an den Wänden
Dondorf-Druckerei heute: Ich kann dieses Bild nicht genug zeigen. Ich verliebte mich sofort in das helle Atelier mit den bunten Wandmalereien.

Wann die Dondorf-Druckerei erbaut wurde

1873 erbaute B. Dondorf ein Fabrikgebäude in Frankfurt-Bockenheim. Das Grundstück hat 6.000 Quadratmetern Fläche und der hohe Schornstein zeugt noch heute von der damaligen Dampfmaschinentechnik. Genutzt wurde das Gebäude zur Produktion der gleichnamigen Spielkarten. 

1929 wurde die Druckerei nach Plänen des Architekten Johann Wilhelm Lehr für 300.000 Mark umgebaut. Ich denke mal, dass das ziemlich viel ist und schließe daraus, dass der Umbau umfangreich ausfiel.

Der gute alte Schornstein der Dondorf-Druckerei. Der historischste Teil des gesamten Fabrikgeländes – aber dazu komme ich gleich.

Druckerei Dondorf geprägt von tragischem Familienschicksal

Was die historische Relevanz erhöht, ist auf jeden Fall die Geschichte eines seht tragischen Schicksals. Ehemals gehörte die Druckerei der jüdischen Familie Dondorf, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurde.

„Eine der vier Töchter dieser Familie, Helene Dondorf, wurde 1941 in das Ghetto Łódź verschleppt und starb dort drei Monate später. Die anderen drei konnten ins Ausland fliehen und überlebten den Krieg. Zuvor verkauften Dondorf die Druckerei, in der später das nationalsozialistische Frankfurter Volksblatt gedruckt wurde“, schrieb ich zuvor bei t-online.

Druckereigebäude größtenteils zerstört

Jetzt kommt der springende Punkt: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Dondorf-Druckerei zerstört. Dabei wurde das repräsentative Verwaltungsgebäude dem Erdboden gleichgemacht. Das Backsteingebäude brannte aus, blieb jedoch in Teilen erhalten. Unversehrt und somit auch authentisch blieb nur der Schornstein.

Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau der Druckerei. Seit 1961 wurden die Gebäude durch die benachbarte Goethe-Uni Frankfurt genutzt. Laut der Benny Fischer, Presseperson der Aktivistengruppe, die die Druckerei derzeit besetzt hat, wurden die Räumlichkeiten der Druckerei Dondorf als Archiv der Universität genutzt.

Protest gegen Abriss: Dondorf-Druckerei in Frankfurt wieder besetzt I hessenschau
So fing es am Samstag, den 9.12.2023 an – bis zu diesem Moment (14.12.2023 00:36 Uhr) befinden sich die Aktivisten in den Räumlichkeiten der Dondorf-Druckerei.

Abriss oder nicht Abriss? Das ist hier die Frage

Nun wollen Uni und Stadt die Druckerei abreißen und wieder neu bauen. Die neue Fassade soll dabei der bestehenden ähneln. 

Ich tendiere stark dazu, zu sagen, dass die Druckerei erhalten werden sollte. Auch wenn sie in meinen Augen wegen dem Nachkriegswiederaufbau kein authentisches Bauwerk des späten 19. Jahrhunderts ist und demnach auch kein historisches Gebäude ist. Doch sie repräsentiert ein Zeitalter der Industrialisierung und erinnert an die Geschichte der Familie Dondorf, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Das Gebäude sollte in meinen Augen nicht abgerissen werden. Trotz fehlender Barrierefreiheit und trotz hoher Energiekosten bleibe ich bei dieser Einschätzung. Hier kannst du über meinen Tag in der Dondorf-Druckerei nachlesen.

Diesen gruseligen Raum zeigte mir Benny Fischer bei unserem Rundgang durch die Dondorf-Druckerei. Es war finster und der Gestank des Verbrannten kroch ziemlich tief in meine Nase. Benny machte die Uni verantwortlich dafür, das es zu so etwas kommen musste. In der Obhut der Aktivisten wäre das Dondorf-Gebäude vor solchen Grausamkeiten verschont geblieben, so Benny.

Das Gymnasium in die den Hauptsitz der Alten Börse konnte die Stadt Frankfurt doch finanzieren, obwohl einige der Meinung waren, das sei eine Schnapsidee. Warum denn nicht auch die Erhaltung dieser armen Fabrik? Immerhin ist sie die letzte ihrer Art in ganz Frankfurt am Main.

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