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Die Neue Fledermaus: Ein Salon der Avantgarde

Schon beim Betreten der Neuen Fledermaus fällt der Blick auf die königlichen Stühle und Sessel. An einer Wand hängt eine menschengroße Installation aus Zeitung und Pappmaché; darüber ein Projektor, daneben eine kleine Lampe an der Decke. Darunter der alte, massive Holztisch, an dem Rahsan Dogan aus ihrem Buch vorliest.

Es ist der spannungssteigernde Kontrast zwischen dem hellen Raum, in dem der Abend anbricht und Ondine Dietz in ihren schwarzen Gewändern. Hier wirkt sie anders als in unserer gewohnten Umgebung. Aber nicht minder Diva. Sie hat dieses Leuchten in den Augen, das ich von meinem Vater kenne, wenn er gerade über das Schwarze Meer segelt. Ondine ist der Puls und der Takt des Hauses: Aufmerksam, redegewandt, unterhaltend. Ich fühle mich wie in ein Portal gefallen, das mich in die Tiefe des menschlichen kreativen Geistes zieht. Jedes verwinkelte Zimmer, das weiter in das alte Haus führt, führt auch tiefer in Ondines Welt hinein. Irgendwie eine Art Wohnzimmer, mehr aber ein geheimer Salon.

Draußen bleiben Passanten vor einem Schaufenster mit geheimnisvollen Objekten stehen, das ich erst tief in der Nacht, nach dem Verlassen der Neuen Fledermaus, betrachtete. Als ich ging, hatte ich das Gefühl, einen neuen Einblick in Ondines Wesen gewonnen zu haben. Einen Überblick darüber, wie tief das eigentlich geht. Wofür sie lebt  wofür sie steht. Das hat sie mir bei unserem Interview in ihrer Küche erzählt…

Ondine Dietz in der Neuen Fledermaus in Karlsruhe
Das ist sie, die Frau der Stunde: Ondine Dietz in der Neuen Fledermaus. Foto-Credit: Christian Ulrich

Die Neue Fledermaus in Karlsruhe: Interview mit Ondine Dietz

avecMadlen: Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast: „Ich mache das jetzt wirklich“? 

Ondine Dietz: Ich saß in deinem Stuhl. Sie deutet darauf. Und ich hatte eine Vision: einen Bogen zu spannen – von der historischen Karlsruher Avantgarde, über die leider viel zu wenig bekannt ist, bis hin zur heutigen, die durch ihre vielen Off Spaces so etwas wie eine geheime Kunstszene birgt.
„Die Neue Fledermaus“ – im Ohr klang der Name des berühmten Wiener Avantgarde Cabarets – sollte ein Ort der Recherche mittels Kunst werden; aber unbedingt auch ein produktives Museum der Avantgarde, das sich permanent selbst reflektiert. Es wurde eine Bühne, auf der jeden Abend die Show: „Kunst, Stadt, Mensch und Zeit“ aufgeführt wird.

SOLO-DARITÄT0721 - Folge 5: Ondine Dietz

Die Geschichte des Hauses und der Vision

Der Projektraum „Die Neue Fledermaus“ hat sich seit seinem Entstehen 2015 zur Aufgabe gemacht, Künstler*innen aus Karlsruhe und anderen Regionen sowie international tätigen Künstler*innen aller Disziplinen eine Plattform zu bieten; sie einzuladen, ein Stück (Karlsruher) Stadtgeschichte und somit auch Kulturgeschichte zu beschreiten. Vergangenheit und Zukunft, Mythos und Innovation/Intervention werden in den Veranstaltungen der „Neuen Fledermaus“ komplex und publikumsnah realisiert, in ihrer Komplexität analysiert und in ihren Verbindungen zueinander erfasst.

„Die Neue Fledermaus“ ist ein Ort der Begegnung, der Entdeckung, als Plattform eine Schnittmenge zwischen Realität und Fiktion, Kunsterschaffung und Urbanität. Sie lädt Künstler*innen und Publikum zum Mitgestalten von Kunst-Zeit und Kunst-Räumen in der Stadt und zum Dialog mittels stetig wachsender und ineinader greifenden Produktionen ein.

Vermutlich waren die Räumlichkeiten der Neuen Fledermaus ursprünglich ein Möbelgeschäft, das aber bleibt unklar. Was fest steht ist, dass dann eine Kneipe „Zur Fledermaus“ betrieben wurde.

Ondine Dietz: Das Kulturbüro vermittelte damals wie heute städtisch geförderte Ateliers an Künstler. Erst bekamen wir eine Absage. Dann bekamen wie es doch, über ein Aneinanderketten von glücklichen Umständen. Sie deutet auf ein Schild mit der Aufschrift: „Hier entsteht die Neue Fledermaus.“ Dieses legten wir in das Schaufenster. Dann fingen wir an.

Jean-Michel Dejasmin war von Anfang an eine Art von Performer seiner Rolle als Concierge des Hauses, verliebt in Geschichte und ihren Mysterien, wie wir beide es immer gewesen sind – zumindest ich. Wie bastelten an einem Mythos der Urbanität, an der urbanen Präsenz der Kunst , an einem realen Projekt einer sozialen Skulptur, im wahrsten Beuys’schen1 Sinn. Es sollte die Pforte zu einer nostalgischen Begehung sein, es sollte Kunst zeigen, Kunst schaffen und gleichzeitig auch dieses phänomenale Konglomerat2, die Städte in ihrer Geschichte sind, zeigen. Die Menschen sollten sich in den „heiligen Hallen“ selbst erschaffen.

Die nächtliche Fassade der Neuen Fledermaus. Fotocredit: Maria Männig

Einen Kunstraum schaffen

avecMadlen: Was kostet dich die Neue Fledermaus emotional? 
 
Ondine Dietz: Sie ist ein sehr liebes Kind von mir, oder ich ihre „Hohepriesterin“ eines Kunst-ist-absolut-Kults. Und ich würde fast meine Seele an den Teufel verkaufen, damit sie weiter existiert. 
 
avecMadlen: Welche Eigenschaft braucht man, um einen unabhängigen Kunstraum über Jahre am Leben zu halten? 
 
Ondine Dietz: Stoizismus3, eine sehr dicke Haut und Resilienz. Fanatismus braucht man.  
 
avecMadlen: Warum interessieren dich Mythos, Stadtgeschichte und Fiktion?

Ondine Dietz: Ich komme aus Temeswar. Jean-Michel Dejasmin, der alles was Bühnenbild -Ambiente, aber auch Technik in der Fledermaus betreut, aus Marseille. Karlsruhe war unsere erste Stadt außerhalb der jeweiligen „Heimat“. Beide kamen unabhängig voneinander, aber beide der Liebe folgend her… Hier in Karlsruhe waren wir Outsider. Wir hatten ein großes Liebesverhältnis zu unseren Städten, dessen core-Gefühl wir irgendwie auch auf Karlsruhe übertrugen. Über die Neue Fledermaus haben wir die Mysterien einer neuen Stadt erkundet.

Dieses Haus ist eine Reminiszenz4 dieser Zeit der liebevollen Aneignung. Mythen sind konzentrierte und erhabene Wahrheiten, die man für die Menschen der Zukunft schafft, damit sie über diese Brücke zu uns finden und uns von unserer Einsamkeit und unserem Beschränktsein erlösen…

Ein Salon der Avantgarde im Wandel. Foto Credit: Cristian Ulrich

Karlsruher Kultur zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Fiktion

avecMadlen: Welche Disziplinen finden Raum in diesem Haus? 
 
Ondine Dietz: Musik, Literatur, Kunst. Es ist ein Ort der bildenden Kunst, aber auch ein Ort interdisziplinärer Künste. Zu 70 Prozent besteht das Programm aus Lesungen. Für Künstler ist das meistens ein immenser Aufwand. Ohne Anspruch auf Honorar.

avecMadlen: Welche kulturelle Stärke wird in Karlsruhe unterschätzt? 

Ondine Dietz: Karlsruhe ist eine offene, kulturelle Stadt und hat seit 20 bis 30 Jahren eine richtige Identität als Stadt der Artist Run Spaces, nota bene: Der Artist Run Spaces professioneller Künstler, die Künstlerinnen-orientierten Kunst betreiben, die Arbeit internationaler Künstlerinnen-Netzwerken zeigen und jenseits der Kunstmarkts , Kunst generieren, auch als sozialen Beitrag. 
 
avecMadlen: Welche Entwicklung macht dir aktuell Sorgen? 

Ondine Dietz: Die Karlsruher Kunstszene ist boomend eplodiert, dies Dank eines Giesskannen-Prinzips der Projektförderung seitens des Kulturbüros entstanden ist. Jetzt ist die Projektförderung stark reduziert worden. 

avecMadlen: Was fehlt unserer Gesellschaft heute am meisten? 

Ondine Dietz: Die Überwindung der Skepsis und der Trägheit, die aktive Solidarität. Altruismus5.

Meine, mittlerweile, liebste Frage zur Politik in der Kunst

avecMadlen: Muss Kunst wirklich immer politisch sein? 
 
Ondine Dietz: Kunst ist absolut und ist Freiheit. Aber eine Kunst, die nicht für das Wohl der Menschen einsteht, hat keinen Tiefgang. Das Politische liegt dabei nicht in der Rhetorik des Politischen, sondern in einer solidarischen Haltung gegenüber den Menschen. 

Bettermakers - Ondine Dietz über Rembrandt
hahaha ich liebe sie einfach. In einem Moment haut sie Terminologie raus, die weit zu hoch für mich ist, im nächsten nimmt sie sich selbst und die Welt nicht all zu ernst. Dieser lebendige Geist…

avecMadlen: Welche Begegnung in diesem Raum wirst du nie vergessen? 

Ondine Dietz: Was ich gewiss nicht vergessen werde: Den Autor Alban Nicolai Herbst (bürgerlich Alexander Michael von Ribbentrop). Er hat eine komplexe Familiengeschichte. Genauer: Er ist Großneffe von Joachim von Ribbentrop, dem Außenminister des NS-Regimes von 1938 bis 1945. Er ist ein fantastischer Autor, ein faszinierenden Mensch, ein Demokrat und Humanist und litt lange unter dieser Bürde der Herkunft.
 
Ich komme aus einer jüdischen Familie,  und sogar die Nichtjuden meiner Familie hatten durch das NS-Regime alles verloren: Identität, sowas wie Normalität  Ribbentrop war ein sehr oft genannter Name, meist wehklagend, in meiner Kindheit. Ein hässliches Tattoo auf der Seelenhaut. Ich kannte Albans Herkunft  ursprünglich nicht. Das war eine Art geschichtliche Serendipidy 6zum Guten hin, zur Heilung, zum „Exorzismus“ der Traumaheilung…  Aber auch ein gewaltiger Schock.  
 
Doch jede einzelne Künstlerin hat Spuren hier hinterlassen, die wir sakrosankt7 verehren und dokumentieren. 

avecMadlen: Was soll von deinem Projekt in den Archiven bleiben? 
 
Ondine Dietz: Dass wir ein Museum der Karlsruher historischen Künstleravantgarde aus dem Projekt entstehen lassen können. Für die Ewigkeit. Die Vergangenheit und die Gegenwart archivieren. Das ist uns wichtig. Letztlich ist das das Herzensprojekt. 
 
avecMadlen: Wenn ich dich heute Abend nicht als Gründerin interviewen würde, sondern als Mensch: Worüber würdest du eigentlich am liebsten sprechen? 
 
Ondine lacht. „Du weißt, worüber.“  


Mehr zur Neuen Fledermaus und der Karlsruher Avantgarde gibt es hier von Maria Männig.


  1. „im Beuys’schen Sinn“ oder „im Beuysschen Sinn“ bezieht sich auf den deutschen Künstler Joseph Beuys und dessen Konzept der „Sozialen Plastik“ (auch „Soziale Skulptur“). ↩︎
  2. Konglomerat: Gemisch [aus sehr Verschiedenartigem]; Zusammenballung ↩︎
  3. Stoizismus: von der Stoa ausgehende Philosophie und Geisteshaltung, die besonders durch Gelassenheit, Freiheit von Neigungen und Affekten, durch Rationalismus und Determinismus gekennzeichnet ist ↩︎
  4. Reminiszenz: Erinnerung von einer gewissen Bedeutsamkeit ↩︎
  5. Altruismus: Selbstloses, uneigennütziges Handeln zum Wohle anderer, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. ↩︎
  6. Serendipität oder Serendipity: Eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue Entdeckung erweist. Serendipität betont eine über einen Zufallsfund hinausgehende Schlussfolgerung oder Findigkeit in Form einer Bereitschaft, den Zufall zu erkennen und ihn dann zu nutzen. ↩︎
  7. sakrosankt: unantastbar. Der Duden führt hierfür als Beispiel sakrosankte Rechte und /oder Prinzipien auf. ↩︎
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Buchempfehlung: „Das Geheimnis der hohen Eich“ von Rahsan Dogan

Wie wirkt sich eine Diktatur auf das Leben und die Entscheidungen einzelner Menschen aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Lesung von Buchautorin Rahsan Dogan in der Neuen Fledermaus in Karlsruhe. Mit der musikalischen Begleitung von Dunja Hofheinz stellt sie ihren Roman „Das Geheimnis der hohen Eich“ vor, der den Bogen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Gegenwart spannt. Unsere Buchautorin ist gleichzeitig Rechtsanwältin für Scheidungen und Erbrecht während die Musikerin Standesbeamtin ist. Die beiden Frauen, dessen Berufswahl kaum gegensätzlicher sein könnte, verbindet die Kunst und Kultur.

Die Neue Fledermaus Karlsruhe, Veranstaltung. Lesung, Kulturveranstaltung am Wochenende

Lesung in der Neuen Fledermaus

Für mich ist das der erste Besuch in dem ungewöhnlichen Kulturraum „Die Neue Fledermaus“ in Karlsruhe. Durch die Fenster fällt sommerliches Tageslicht. Vor Beginn wird noch gelacht und gestaunt: Ein Paar aus dem Publikum erzählt, wie es einst unbeabsichtigt in Handschellen geheiratet habe, nachdem sich der Trauzeuge einen Scherz erlaubt hatte. Wenige Minuten später weicht die heitere Stimmung einer fast greifbaren Konzentration.

In dem Roman steht der Ort die Hohe Eich bei Karlsruhe im Fokus. Die erzählende Protagonistin ist Juristin, wie auch die Autorin. Sie findet einen künstlich angelegten Erdwall im Wald, im Bereich der Hohen Eich. Die Neugierde packt sie und sie gelangt in die kleine Hütte, die seit dem Zweiten Weltkrieg kaum von einer anderen Person betreten wurde. Der Fund, den sie dort macht, verschlägt ihr die Sprache: Ein Jutesack mit Reichsadler, ein Hakenkreuz.

Rahsan Dogan: Stil, Spannung, Sprache

Rahsan Dogan benutzt eine klare, bildliche Sprache. Die Spannung baut sie Schritt für Schritt auf. Während sie aus ihrem Buch vorliest, habe ich das Gefühl, mitten in der Szene zu stehen. Fast alle meine Sinne werden angesprochen. Ich kann mir genau vorstellen, wie diese gottverlassene Hütte von innen aussieht, wie es darin riecht. Dogan liest konzentriert, zugleich lebhaft. Im Publikum herrscht absolute Stille.

In der Hütte findet die Erzählerin einen Blechkasten. Der Inhalt: amtliche Papiere, ein Stoffbeutel, Kennkarten eines Mannes und einer Frau. Er hatte ein Rangabzeichen der Waffen-SS. Die dritte Kennkarte war ohne Bild. Dafür mit einem großen „J“ gekennzeichnet. In dem kleinen Beutel ein Ring mit zwei Herzen. Des weiteren findet die Erzählerin ein Tagebucht, das sie in die Kriegsjahre zurückversetzt. Es gehörte Rudolf Heinrichs, dem SS-Mann. Das darin festgehaltene Gedankengut war allerdings nicht SS-typisch.

Er beschreibt heimliche Treffen mit und die Liebe zu einer Jüdin. Laut Einträgen hieß sie Frieda und lebte im Wald. Wohl, um sich vor den Nazis versteckt zu halten. Heinrichs beschrieb sie als die perfekte Frau, „mit einem Makel“.

Lesung musikalisch unterrahmt

Das Programm wird durch musikalische Zwischenspiele abgerundet, die Dunja Hofheinz zurückhaltend einsetzt. Sie spielt und singt etwa Ozzy Osburnes „Changes“, sehr gefühlvoll und fast tragisch. Die Musik verbindet die Zeitebenen des Romans miteinander, und gibt der Lesung eine sehr individuelle und emotionale Note. Die Gäste der Neuen Fledermaus werden nachdenklich.

Es wird spürbar, wie der NS im Verlauf des Regimes immer weiter in die Intimsphäre der Menschen eingreift. Damit verändert sich auch das Denken und Handeln der Menschen. Letztlich finden Bücherverbrennungen statt, die von den Nazis gezielt vorbereitet wurden. Während Rudolf Heinrichs dem SS-Regime anfangs noch misstrauisch gegenüber war, schien er im weiteren Verlauf die Bücherverbrennung zu befürworten, wenn auch etwas zwiespältig. Zudem suchte er sich eine neue Liebschaft, mit der er sich öffentlich blicken lassen konnte. Sie ist eine Denunziantin, die voll und ganz hinter dem Führer zu stehen scheint. Ein Tagebucheintrag aus dem Jahr 1943 beschreibt, wie er die neue Frau in seinem Leben Frieda gegenüber erwähnt. Daraufhin will Frieda nicht mehr leben. Damit enden die Einblicke in den Roman von Rahsan Dogan.

Fazit: Rahsan Dogans Roman „Das Geheimnis der hohen Eich“

Ein historisch gut recherchierter Roman, der auch mit etwas Fiktion spielt, die wiederum gar nicht so abwegig zu sein scheint, da sie vielmehr die Legenden, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, befeuert. Dogan legt hohen Wert darauf, einen exakten Bezug zu der Region zu haben, über die sie schreibt, kann Stimmungen besonders markant wiedergeben und die Spannung bis ins unermessliche steigern. Daher ist ihr Roman „Das Geheimnis der hohen Eich“ eine klare Buchempfehlung, die sich nicht nur für Menschen aus der Region eignet, sondern alle, die außergewöhnliche Liebesgeschichten, Krimis und Kriegsromane lieben.

Das Buch kann überall bestellt werden und kostet 16 Euro. ISBN: 978-3-95505-547-9.

Gerne – ich habe den Text nur geglättet, Wiederholungen reduziert und die Reihenfolge etwas logischer gemacht, ohne Inhalte hinzuzufügen.

Rahsan Dogan als Autorin aus und für Karlsruhe

Ein brandneues Buch von Preisträgerin Rahsan Dogan: Der Fall Augustenberg. Viel verrät sich nicht über die Handlung, nur grob, dass es um eine Suche nach Kunst und Epochen geht. Während der Literaturtage wird Dogan daraus öffentlich lesen.

So beginnen bei ihr die Ideen:  „Ich sehe Orte und denke mir: Da könnte etwas passiert sein.“ Sie lässt sich von ihrer Stadt und dessen Historie inspirieren. Geboren ist sie in Karlsruhe und war schon immer neugierig auf ihre Umgebung. Je nach Stadtteil habe sich die Stadt sehr unterschiedlich entwickelt, was ein besonderes Spannungsfeld schafft. „Meine Geschichten müssen hier spielen. So authentisch wie möglich, damit sich der Leser besonders unwohl fühlt, wenn er die Tatorte in meinen Romanen auch noch gut kennt. Für die Menschen wirkt das realistischer.“

Geschichten, die man schreibt – egal in welchem Genre –, brauchen einen nachvollziehbaren Lokalbezug, findet Dogan. Ganz fiktive Orte liest sie selbst nicht so gerne. „Dafür bin ich zu realistisch. Eine erfundene Insel ist mir daher viel zu abstrakt.“

Und was das Schreiben über den zweiten Weltkrieg angeht: „Ich frage mich immer: Worüber reden die Menschen noch heute? Aus welcher Vergangenheit?“ Dabei habe sie festgestellt: „Der Krieg beschäftigt viele bis heute.“


Weitere Infos gibt es hier.

Eckdaten zur Autorin findet ihr hier.

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Save the Date: Theaterstück „Das Gewohnheitstier“

Heute hab ich euch wieder eine Kulturveranstaltung der besonderen Art herausgesucht: „Das Gewohnheitstier“ ein Theaterstück von Jacob Glötzl. Es wird nur zwei Aufführungen geben: am Freitag, 19. Juni und Sonntag, 21. Juni 2026. Ort: P8², Schauenburgstraße 5, 76135 Karlsruhe.

Theaterstück "Das Gewohnheitstier" in Karlsruhe. Alle Infos hier
„Das Gewohnheitstier“ wird in Karlsruhe aufgeführt. Quelle: Jacob Glötzl

Theaterstück „Das Gewohnheitstier“: Handlung

„Meine Gewohnheit flüstert mir ins Ort, wie ein Parasit nistet sie sich ein, wandert in mein Hirn, manipuliert mich und beeinflusst mein Verhalten. Sie wächst, bis ich mich wie eine Marionette fühle und keine Kontrolle mehr habe.“ So lautet der kleine Vorgeschmack auf das, was uns erwartet.

Das Stück beginnt mit dem Einzug der neuen Mitbewohnerin Sam. Ihr Auftreten verändert die bestehenden Strukturen der WG und bringt die eingespielten Routinen aus dem Gleichgewicht. Die Bewohner reagieren darauf mit Verunsicherung und ziehen sich zunehmend in ihre individuellen Verhaltensmuster zurück. Der Umgang miteinander verschiebt sich. Angst vor Veränderung prägt den Alltag. Im Verlauf steigert sich diese Dynamik. Wird es zu einer Eskalation kommen? Finden wir es raus.

Impressionen von den Proben. Quelle: Jacob Glötzl

Hintergründe zum Kulturprojekt

Ein Theaterprojekt, initiiert, inszeniert und organisiert von Jacob Glötzl (19 Jahre) gemeinsam entwickelt mit jungen Erwachsenen zum Thema „Gewohnheiten und Muster“.

Weitere Infos unter: www.werkraum-karlsruhe.org

  • Eintritt: 12.-/8.-
  • Abendkasse: 14.-/10.-
  • Kartenvorverkauf findet im Werkraum Karlsruhe statt

Titelbild: Jacob Glötzl

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