Bis vor wenigen Sekunden war ich der felsenfesten Überzeugung, ich hätte euch schon längst davon erzählt, wie ich eines Nachts mein Auto irgendwo parkte und gleich wieder vergaß, wo genau. Was sich zunächst nach einer Mini-Krise anfühlte, entpuppte sich als glücklicher Zufall: Auf der Suche nach meinem Wagen entdeckte ich damals die Rumänisch-Orthodoxe Stourdza-Kapelle. Ihre goldene Kuppel strahlte im Mondlicht und ich erinnerte mich daran, wie ich immer wieder am Alten Schloss stand, über die Dächer der Stadt blickte und mich fragte, zu welchem Gebäude diese Kuppel wohl gehören mag. Das Rätsel war gelöst. Ich ging um die Kapelle herum, bestaunte sie, wollte rein.
Fand aber schnell heraus, dass ihre Pforten nur äußerst selten geöffnet werden. Also blieb mir zunächst nichts anderes übrig, als sie von außen zu bewundern. Dies tat ich mehrere Male. Der Platz und die Bäume, die die Stourdza-Kapelle umgeben, schaffen eine solch friedvolle Atmosphäre und laden zum Verweilen ein.



Ein Traum wird wahr: Ich sehe die Stourdza-Kapelle von innen!
Doch nun, etwa zwei Jahre später, war es endlich so weit: Der Tag des offenen Denkmals war über Baden-Baden hereingebrochen – und endlich durfte ich die Kapelle von innen sehen.
Und was soll ich sagen? Sie war überwältigend.


Diese Kuppel. Die Ikonen. Die kunstvoll gearbeiteten großformatigen Marmorfiguren und der güldene Lüster. Alles wirkte so prachtvoll und entrückt, dass ich für einen Moment das Gefühl hatte, einen Ort betreten zu haben, der nicht ganz von dieser Welt ist. Wie ihr hier nachlesen könnt, hat Baden-Baden einige wunderschöne Kirchen. Keine ist wie die andere. Und die Stourdza-Kapelle ist eine, die die Vielfalt unserer Stadt aufs Schönste repräsentiert.
