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Kunst & Architektur

Die radikale Veränderung in Kandinskys Malstil

Wassily Kandinsky ist bekannt für seine farbenfrohe und ausdrucksstarke Malerei. Doch sein außerordentliches Werk „Roter Fleck II“ (1921) zeigt eine entscheidende Wendung in seiner künstlerischen Karriere.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, verließ Kandinsky Deutschland und kehrte in sein Heimatland Russland zurück. In dieser Zeit ruhte seine Kunst. Er widmete sich eher politischen und kulturellen Aufgaben.

Porträt von Wassiky Kandinsky. Der Künstler sitzt am Tisch und schaut in die Kamera
Wassily Kandinsky in seinem Studierzimmer. Copyright: IMAGO / Bridgeman Images

„Roter Fleck II“ von Wassily Kandinsky

Das Werk „Roter Fleck II“, das im Münchner Lenbachhaus hängt, steht symbolisch für den bedeutenden Wandel in Kandinskys Ausdrucksweise. Sein typischer lebendiger Farbauftrag wurde durch eine glattere Art der Farbgebung ersetzt. Seine Bilder wirken nun kühler und rationaler. Die geometrischen Formen wie Dreiecke, Kreise und Linien dominieren seine Werke. Das ist ein klarer Einfluss des russischen Konstruktivismus, einer Strömung in der Kunst, die Wert auf geometrische Strukturen legt.

Künstler des Konstruktivismus wie Ljubow Popowa, Wladimir Tatlin und Malewitsch haben sicherlich zu diesem Wandel beigetragen. Dennoch unterscheidet sich Kandinskys Arbeit von ihrer rein konstruktivistischen Ansatzweise. Denn obwohl er geometrische Formen nutzt, sind sie in seinen Werken nicht streng logisch angeordnet.

Ein besonderes Element ist dabei der Kreis – diese Form wird zu einem zentralen Aspekt während seiner Zeit am Bauhaus. Für Kandinsky repräsentiert der Kreis die perfekte Form für sein neues künstlerisches Schaffen. „Neues“, da sein Herz in der frühen Schaffensphase dem Expressionismus gehörte.

Wassily Kandinsky: Roter Felck II im Lenbachhaus München
1921: Roter Fleck II / Öl auf Leinwand

Konstruktivismus: Kandinskys streben nach reinen Formen

Mit seinen geometrischen Formen setzte er seine Suche nach immer reineren Formen fort. Diese sollten keine Erinnerungen oder ablenkende Assoziationen hervorrufen. Im Gegensatz zu anderen abstrakten Künstlern blieb Kandinsky jedoch stets bei der Darstellung von ‚Figuren‘, seien sie nun gegenständlich oder abstrakt.

Insgesamt betrachtet steht „Roter Fleck II“ als Zeichen eines neuen Kapitels in Kandinskys Werk. Es zeigt den Beginn seiner Auseinandersetzung mit dem Konstruktivismus und dem Streben nach reinen Formen. Erfahre hier von der größten Sammlung der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, die Kandinsky mitbegründete.


Nicht ausdrücklich gekennzeichnete Bilder in diesem Artikel © avecMadlen

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