Kategorien
Reisen

Die Horrorhotels von Malaysia – gebucht mit CHECK24

Heute geht’s um die Horrorhotels, in denen ich während meiner Reise durch Malaysia geschlafen habe. In den meisten davon war ich wirklich nur zum Schlafen da. Gerade weil sich der Aufenthalt in ihnen schier unerträglich angefühlt hatte. Gebucht habe ich sie alle mit…

Heute geht’s um die Horrorhotels, in denen ich während meiner Reise durch Malaysia geschlafen habe. In den meisten davon war ich wirklich nur zum Schlafen da. Gerade weil sich der Aufenthalt in ihnen schier unerträglich angefühlt hatte. Gebucht habe ich sie alle über das super gute Vergleichsportal CHECK24. Nach den ersten beiden Bleiben merkte ich: irgendetwas ist mit den Bewertungen faul. Sie schienen mir von Portalen übernommen worden zu sein, die nicht von deutschen Reisenden stammen können. Die Kommentare wirkten maschinell erstellt oder zumindest maschinell übersetzt. Arbeiten wir uns mal nicht-chronologisch von den besten Hotels zu den absoluten Horror-Absteigen vor.

Für alle, die hier zum ersten Mal gelandet sind: ich bin eine alleinreisende Frau. Diesmal war mein Budget auch ganz und gar nicht low.

Bestes Hotel, in dem ich war: Nipah Bay Villa auf Pulau Pangkor

Platz 1: Nipah Bay Villa auf der Insel Pulau Pangkor. Es war der Traum. Mit Google Maps sehr schwer zu finden. Solltet ihr mal dort sein, fragt einfach die Einheimischen, die kennen jede Ecke dieser Insel. Der Innengarten dieses Hotels gleicht einem Paradiesgärtlein. Dicht bepflanzt, alles stand in Blüte, freche Affen spazieren durch die Gegend. Die Atmosphäre war familiär, ruhig und sicher. Nachts sitzt ein Wächter neben der Rezeption und passt darauf auf, dass keine ungeladenen Gäste reinkommen. Außer den Affen halt. Die Zimmer sind schön. Als ich dort in meiner ersten Nacht ankam, hab ich geräuschlos geschrien vor Begeisterung. Kurz darauf dachte ich: geil, Madlen das alles aus eigener Kraft. Es sind etwa zwei bis vier Zimmer pro Holzhäuschen. Sehr charmant. Das Meer ist zudem fußläufig innerhalb von drei Minuten erreichbar.

Das Beste an der Nipah Bay Villa war jedoch nicht das schöne Ambiente. Es war die Art, wie die dort arbeitenden Menschen mit mir umgingen. Ich baute meinen Unfall nämlich, während ich dort hauste. Als ich dann nach der Notaufnahme wieder kam, empfing mich das Mädchen hinter der Theke mit einer schon fast familiären Sorge. Das war sehr unerwartet und genau das, was ich in jenem Moment am meisten vermisst hatte. Sie sah mich an und sagte: du kriegst jetzt ein anderes Zimmer. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Das Zimmer, in dem ich zwei Tage zuvor lebte, war über eine Treppe erreichbar. Sie gab mir eins im Erdgeschoss und ich blieb noch weitere drei Tage. Diesmal buchte ich vor Ort. Ich zahlte sehr viel weniger, als über das Buchungsportal, versteht sich.

Platz 2 geht an ein Hotel in Ipoh

Platz 2: D Eastern Hotel in Ipoh. Nach einer Horrornacht in der wohl schlimmsten Absteige meines Lebens (Platz 8 in dieser Liste, Spoiler-Alarm) war dieses Hotel der pure Luxus. Hölzerne Decken und Böden, saubere Bettwäsche, ein bequemes Bett. Dusche nicht so sauber, aber grundsätzlich völlig ok. Klimaanlage, schicke Spiegel und Sessel. Fazit: Käme ich wieder nach Ipoh, würde ich dieses Hotel wahrscheinlich wieder wählen.

3. Paltz: Hochhaushotel in den Cameron Highlands

Platz 3: Hotel Double Stars in Pahang, Cameron Highlands. Netterweise wurde ich an der Rezeption darüber aufgeklärt, dass mein Zimmer keine Fenster hat. Gegen einen Aufpreis von 40 Ringgit pro Nacht (Barbezahlung ohne Beleg) würde ich eins mit Fenstern bekommen. Da griff ich zu, wenn auch mit Augenverdrehen. Das Zimmer war einigermaßen sauber, sah aber nicht wie auf den Bildern aus. Das eine Handtuch roch nach Pipi. Im Zimmer lief durchgehend ein Airconditioner, der sich nicht regulieren ließ. Dies führte dazu, dass es extrem kalt war. Ich musste mir eine Wärmeflasche basteln. In den Cameron Highlands ist es nachts recht kühl, weshalb mir das Öffnen der Fenster nicht viel gebracht hätte. Außer Lärm. WLAN extrem schlecht, fiel fortwährend aus. Malaysisches E-Netz war hier auch schwach. Ich hatte so gut wie kein Internet, dafür aber malaysisches Trash-TV, was qualitativ sehr viel höher ist, als das, was uns in Deutschland geboten wird.

Die Bettdecke war ohne Bezug. Sie roch so, als wäre es schon sehr lange her, dass sie gewaschen wurde. Ich hatte mit Frühstück gebucht. Da dieses von 7.30 – 8.30 Uhr stattfindet, kam ich nicht dazu, es zu probieren. Es soll aber regional sein. Also scharf. Alkoholverbot, sonst drohte Strafe. Ratet mal, wer am Abend nach dem Night Market mit vier Bier angetanzt kam. Der Wasserboiler braucht mindestens 10 Minuten Laufzeit, bis einigermaßen warmes Wasser kommt. Den Preis empfinde ich für nicht gerechtfertigt. So auch die Bewertungen beim super guten Vergleichsportal CHECK24 nicht. Und da frage ich mich wiederum: wofür Bewertungen, wenn sie mutmaßlich nicht echt zu sein scheinen? Fazit: dieses Hotel würde ich nicht mehr buchen. Aber CHECK24 gehört trotzdem zu meinem festen Reiserepertoire, da ich sonst kein Portal kenne, dass derart viel Auswahl in Südostasien hat, flexible Zahlungsmöglichkeiten und eine (meistens jedenfalls) exakte Wegbeschreibung zu den Hotels.

Eins der wenigen Hotels in Taiping

Platz 4: SSL Traders Hotel in Taiping. Es war wohl das teuerste Hotel, in dem ich in Malaysia war. Die Lobby sah vielversprechend aus. Doch natürlich war es wieder ein Zimmer ohne Fenster. Nicht so richtig sauber und sah auch, wie fast alle Häuser in denen ich war, nicht wie auf den Bildern aus. Vorteile: Grab-Taxis waren binnen 3 Minuten da. Im Hotelgebäude gibt es ein arabisches Restaurant und einen Eiscreme-Laden. Beide gut. Zu Fuß erreicht man den Markt, Supermarkt, Kiosk und Co.. Ich hatte euch bereits erzählt, dass Taiping alles andere als touristisch ist.

Es geht auf jeden Fall noch schlimmer: Kuala Lumpur

Platz 5: Smile Hotel Chow Kit PWTC in Kuala Lumpur. Hier gabs nichts zu smilen. Das war das letzte Hotel, in dem ich auf meiner Malaysiareise unterkommen würde. Ich wähle es, wieder, anhand der Bewertungen. Die schienen mir diesmal irgendwie echt zu sein und der Preis war zu dem auch nicht gerade niedrig für Kuala Lumpur. Die „Hotelgäste“ schrieben darüber, wie sauber es sei und wie freundlich und zuvorkommend das Personal sei. Plot twist: Es war nicht sauber. Auf dem Bett waren Flecken und verschiedenste Haare zu sehen. Grau, schwarz, kurz, lang. Wimpern, Brusthaare, Kopfhaare alles war dabei, vielleicht sogar Arschhaare, wer weiß. Das Bad extrem dreckig. Auch hier (natürlich) keine Fenster. Jetzt gerade steht mir noch eine Nacht darin bevor. Morgen früh fliege ich ab.

Später am Abend entdeckte ich noch eine kleine Kakerlake, die schnell unter meinem Bett verschwand, als ich das Licht einschaltete. Wahrscheinlich lief sie zu ihrer großen Kakerlakenfamilie, die unterhalb des Bettes hauste. Erwacht bin ich ungewollt um 8 Uhr Morgens von der dröhnenden Mukke meiner Zimmernachbarn. Die haben sich, dem Geräuschpegel nach zu urteilen, zu acht in dem benachbarten Zimmer versammelt und dort eine wilde Party gefeiert. Schön für sie. Klang ja nach Spaß, aber ich wollte nicht so gerne Teil davon sein. Fazit: Never ever. Diese Hellhörigkeit habe ich übrigens in allen Hotels, außer in dem auf Platz 2 wahrgenommen.

Hippo House Taiping ein Hotel, in dem ich niemals schlief

Platz 6: Bevor ich das teurere Hotel in Taiping buchte, buchte ich das Hippo House. Es sah recht anständig aus, viel Auswahl gab es dort sowieso nicht. Vom Busbahnhof wollte mich kein Grab da hin fahren, da der Weg wohl viel zu kurz war. Ich musste mit meiner frischen Knieverletzung laufen. Dann fing es natürlich zu regnen an. Die bei CHECK24 angegebene Adresse war falsch. Ich kontaktierte die Nummer des Hotels. Die Frau war derart unfreundlich, dass ich schon gar kein Bock hatte, sie auch noch persönlich kennenzulernen. Sie diskutierte mit mir, wurde teilweise sogar ziemlich aggressiv. Dafür hatte sie sich jedoch die falsche Person ausgesucht, wie sie schon bald selbst feststellen musste.

Irgendwann fand ich die Adresse. Die Tür war verschlossen. Ich dachte mir: Fügung. Buchte mir das SSL Traders Hotel (Platz 4) und fuhr davon. Später schrieb mir die unfreundliche Dame, wo ich bleiben würde. Ich informierte sie darüber, dass ich mich umentschieden habe. Sie sagte: „Gut. Das Geld für die zwei Nächte wird aber nicht zurückerstattet.“ Ich weiß ja nicht, ob sie es behalten durfte, ich hatte meins, dank des superguten Vergleichsportals CHECK24, jedenfalls binnen Stunden wieder auf dem Konto. Was ich während des Reklamationsprozesses jedoch feststellte: CHECK24 hat neue Regelungen, die ich nicht so gut finde. Sie können nämlich weder per WhatsApp zurückrufen, noch ausländische Nummern anrufen. Und ich hatte eine malaysische SIM-Karte drin. Als ich auf den Philippinen war und es zu Problemen mit meiner Bleibe kam, über die ich übrigens bis heute nicht schreiben kann, riefen die mich sofort zurück.

Horrorhotel: Der Kuala-Lumpur-Schock

Platz 7: Hotel O Shalimar in Kuala Lumpur. Sozusagen die erste Konfrontation mit echtem Horror, kurz nach meiner Ankunft in Malaysia. Die Bilder entsprachen nicht dem tatsächlichen Zustand des Hotels. Mein Zimmer war einfach heruntergekommen. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich denke, die Bilder werden in diesem Fall für sich sprechen. Was ich dort für wilde Scheisse erlebt habe, hab ich euch bereits in meinem „Fiebertraum Kuala Lumpur“ erzählt.

Was ich noch anfügen kann, ist der wahnsinnige Lautstärkenpegel. Es ist wohl die Gegend in Kuala Lumpur, wo nachts die illegalen Motorradrennen stattfinden. Was an sich eigentlich interessant ist. Aber nicht zwingend das Richtige, wenn man Todes gejetlagt zu schlafen versucht. Direkt vor dem Hotel ist zudem ein Minarett. Das Gebet beginnt, wenn die Motorradrennen aufhören. Dieses Hotel war mit Abstand der lauteste Ort, an dem ich jemals in meinem Leben gewesen bin. Vorteil: Das war eines der wenigen Hotels mit Fenstern.

Das schlimmste Hotel ever

Platz 8: Spot On / O City Hostel in Ipoh. Fick mein Leben… Die Zimmer sind keine richtigen Zimmer, sondern durch Trennwände abgeteilte Schlafkabinen. Zwischen Wand und Decke gab es einen so großen Spalt, dass man dem Nachbarn problemlos ins Zimmer gucken könnte, wenn man sich aufs Bett stellen würde. Schuhe im Schlafbereich verboten, weshalb alle Schuhe vor der Tür geparkt wurden. Leute, ich schwöre bei Gott, dort stand nicht ein einziger Frauenschuh. Das bedeutete: Ich allein und etwa 40 Männer mit null Privatsphäre, Gemeinschaftsduschen und der bestehenden Angst, jemand könnte mich problemlos beim Schlafen oder umziehen beobachten.

Schlafen konnte ich ohnehin nicht, weil ALLE geschnarcht haben. Es war so schlimm… Wenn ich jetzt so zurückdenke, kann ich nicht genau nachvollziehen, weshalb ich diese Nacht da durchgezogen habe. Naja, immerhin hab ich jetzt auch etwas, worüber ich schreiben kann.

Liebe Frauen, bucht dieses Hotel in Gottes Namen NICHT! Als die ganzen Männer gegen Morgen ausgeschnarcht hatten, schlief ich ein. Das war dann meine dritte Nacht ohne Schlaf. Geweckt wurde ich davon, wie jemand versuchte, in meine Kabine zu gelangen. Er klopfte und riss an meiner Tür. Ich denke, er bekam mit, dass ich eine Frau bin, obwohl ich maximal leise war, damit es eben niemand mitbekam; nahm sogar meine Schuhe mit ins Zimmer. Aber ich denke mal, dass, wenn man will, man eine Frau auch am Atem erkennt. Vielleicht hörten die auch, wie ich mir die Haare gekämmt hatte. Jedenfalls war das eine ganz schlimme Erfahrung.

Die Bilder sahen auch hier während des Buchungsprozesses anders aus. Jetzt, wo ich sie mir ansehe, stelle ich schon fest, dass das keine durchgezogenen Wände sind. Da ich das aber davor gar nicht kannte, konnte ich mir auch gar nicht vorstellen, dass es sowas überhaupt gibt. Ich erzähle euch bei Gelegenheit Mal von meinem Zimmernachbarn aus den USA. Ich habe nämlich unschwer Telefonate mithören können, die den Aufenthalt im Spot On O City Hostel Ipoh, sagen wir, abrundeten.

Jedes Hotel hatte überragende Bewertungen „Fabelhaft“, „Hervorragend“, „Außergewöhnlich“. Wer soll das so gut bewertet haben, CHECK24? Wen wollt ihr hier eigentlich verarschen? Schreibt mal. Aber verklagt mich nicht. Alle anderen: Stay safe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die mobile Version verlassen