Kategorien
Reisen

Lohnt sich der Nachtmarkt in Brinchang?

Ja.

Es sind die letzten Tage Malaysia und ich fuhr von Taiping ins Cameron Highland. Dort suchte ich mir während der Fahrt ein Hotel aus. Großer Fehler: ich hab diesmal ChatGPT gefragt, in welchem Dorf ich am besten rumlümmeln soll. Er nannte mir den Ort Brinchang. Großer fucking Fehler, dies nicht 3 Mal gegenrecherchiert zu haben. Aber egal. Wenigstens hab ich hier bislang noch keine Europäer gesehen. Nichts gegen Europäer, ich liebe sie. Aber wenn ich nach Asien gehe, will ich Asiaten sehen. Ist das verwerflich? Wahrscheinlich schon. Ist mir das egal? Höchstwahrscheinlich ja.

In Brinchang ist es ein bisschen unchillig. Auch das Hotel macht mich traurig, obwohl es eines der teuersten ist, in denen ich in Malaysia blieb. Viel Asphalt und viele Autos. Nicht gerade DIE Teeplantagen-Idylle, die ich mir ChatGPT fälschlicherweise ausgemalt hatte, aber wenn man beide Augen zudrückt, passabel. Ich kam ohnehin erst abends an und ging, oder genauer humpelte,  ein bisschen durch den Ort, aß die geilste Erdbeertorte meines Lebens und trank Erdbeertee. Dann ging ich zum Nachtmarkt.

Nachtmarkt in Brinchang, Cameron Highlands

Auf dem Nachtmarkt herrschte eine Energie, die ich noch nie erlebt habe. Der Duft heimischer Erdbeeren (rot und weiß) schwebte durch die Lüfte. Jeder Stand war besonders. Ich musste mich ganz doll darauf konzentrieren, um nicht gleich in den ersten Sekunden ein Vermögen liegen zu lassen. Gemüsestände mit heimischen Bergkartoffeln, Ursorten Mais – roh, gedünstet und gegrillt, irgendwelche asiatischen Wurzelarten, die ich zuvor nur in Sochi gesehen hatte, etwas weiter hinten der Kleidermarkt mit Shirts und süßen Nachthemdchen mit Erdbeerprint.

Grüner dünner Spargel, irgendwelche Gräser, dunkler Blütenhonig, Erdbeershakes, jede Menge Streetfood: Malaysische Burger, Würstchen im Schlafrock, halale Fleischbällchen (Fleisch ist nicht so mein Fall, aber ich habe sie probiert.), virale Teigkügelchen mit Oktopus drin (köstlich). Weiter vorne wieder indische Düfte, Reis, frittierte Hühnerpfoten, chinesische Nudeln mit Ente, Schwein, Huhn, Fisch – was immer das multikulturelle Herz begehrt.

Gemüsestand auf dem Night Market in Brinchang, Cameron Highlands Malaysia: Lohnt sich diese Sehenswürdigkeit für deine Malaysia-Reise?

Asien: Deshalb liebe ich es hier so sehr

Es war wahnsinnig lecker. Und spannend. Es war zwar schon dunkel, aber die Atmosphäre war sehr familär. Viele Kinder, Familien, Paare – genau das sorgt dafür, dass ich mich besonders sicher fühle. Diese südostasiatischen Länder in denen ich war, sind alle sehr familiär geprägt. Und das ist einfach etwas, wo man gar nicht anders kann, als sich wohlzufühlen. Da, wo Kinder Lachen und Frauen plaudernd durch die Gegend spazieren, ist es einfach viel angenehmer, als etwa in einer Frankfurter Innenstadt, wo herumlungernde einsame Männer auf die Jagd gehen, um die nächste Person zu belästigen. Das ist mitunter einer der Faktoren, weshalb es mich immer wieder nach Asien zieht: das traditionelle Familienbild. Just my unpopular opinion.

Bleiben wir aber mal beim Nachtmarkt in Brinchang. Alles, was ich probiert habe, war köstlich. Die Menschenmengen waren sehr dicht, aber rücksichtsvoll und freundlich. Es war so schön. Es hat mich total aufgeladen. Das Essen, die Musik, das Bummeln, die gute Laune, die lächelnden malaysischen Frauen mit ihren perfekt gebügelten Kopftüchern, ihren hübschen Gesichtern und ihren sanften Gemütern. Daher finde ich, dass der Nachtmarkt ein absolutes must-see ist. Erfahre, welche schicksalhafte Begegnung ich kurz darauf hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die mobile Version verlassen