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Single am Valentinstag? Das ist dein Notfall-Plan

Single am Valentinstag und etwas verzweifelt? Ich auch. Wir wissen beide: Der Valentinstag wird oft mit romantischen Gesten und verliebten Paaren in Verbindung gebracht. Doch dieser Tag bietet auch Singles wie dir und mir die perfekte Gelegenheit, unser Single-Dasein noch mehr wertzuschätzen. Das sind meine Vorschläge für dieses Jahr:

Single am Valentinstag? Bleib daheim

Schritt Nummer eins (unumgänglich): Kauf dir einen üppigen Strauß Blumen. Verbringe dann einen semi-langweiligen Wellness-Tag zu Hause: Verwandle dein Zuhause in deine persönliche Spa-Oase. Gönn dir eine ausgiebige Pflegeroutine, wirf einen Blick auf mein Masken-Einmaleins und nimm ein entspannendes Bad – vorausgesetzt, du hast eine Wanne. Selbstfürsorge ist an solchen Tagen das A und O, um dich von dir selbst verwöhnt zu fühlen.

Bei tüll & trüffel gibt es weitere Beauty-Inspirationen für dich!

Wage ein kulinarisches Experiment: Nutze den Valentinstag, um ein neues Rezept auszuprobieren, das du schon immer mal kochen oder backen wolltest. Ob es sich um ein komplexes Gericht handelt oder um etwas einfaches, ist egal. Hauptsache es ist neu und erfordert etwas Konzentration. Denn Spaß am Kochen kann sich oftmals richtig gut anfühlen – und vor allem ablenkend sein. Mach einen Rotwein auf, wenn du drauf stehst. Aber sauf dir bloß nicht die Hucke voll – das macht alles nur noch schlimmer. Wenn du gerade, wie ich, Alkohol-Detox machst, dann kauf dir einen hochwertigen alkoholfreien Prosecco. Stößchen!

Kochen am Valentinstag: die perfekte Ablenkung
Foto von Jason Jarrach auf Unsplash

Valentins-Abfuck? Sofort das Haus verlassen

Stürze dich in ein Outdoor-Abenteuer (hier findest du Anregungen und Reiseziele): Nutze die Gelegenheit, die Natur zu erkunden. Eine Wanderung, ein Spaziergang im Park oder ein Tag am Wasser können Wunder für deine Stimmung und dein allgemeines Wohlbefinden bewirken. Auch bei schlechtem Wetter, wohlgemerkt. Die frische Luft und die Schönheit der Natur bieten eine perfekte Kulisse, um den Valentinstag als Single zu genießen.

Zieh dir Kunst und Kultur rein: Besuche ein Museum, eine Kunstgalerie oder ein Theater in deiner Nähe. Kulturelle Aktivitäten können bereichernd sein und bieten eine wunderbare Möglichkeit, den Tag alleine zu verbringen, während du dich von der Kunst inspirieren lässt und schöne optische Eindrücke sammelst.

Geh in ein kostspieliges Restaurant: Wer frühzeitig einen Tisch reserviert, ist klar im Vorteil. Wenn du Schwierigkeiten hast, alleine zu gehen, nimm deine Mutter, deine Freundin oder eine Single-Kollegin mit.

Zugegeben: Diese Szenerie nachzuspielen, wird schwer, wenn du dich gerade in Deutschland befindest. Aber du weißt bestimmt, worauf ich hinaus will. Foto von Holger Woizick auf Unsplash

Mach was für Körper und Geist

Starte einen Lese-Marathon: Hast du Bücher, die du schon lange lesen wolltest, aber nie die Zeit dafür gefunden hast? Der Valentinstag könnte der perfekte Tag sein, um dich mit einem guten Buch zurückzuziehen und in andere Welten einzutauchen. Oder lese dich einfach durch avecmadlen.com.

Geh ins Gym: Setz dir eine sportliche Herausforderung für den Tag. Ob es ein neues Workout ist, ein Yoga-Kurs, eine Runde Joggen oder nein neuer TikTok-Tanz ist – die Bewegung wird Endorphine freisetzen und dir ein positives Gefühl geben.

Tipp: Auch für Zuhause gibt es auf YouTube jede menge Workouts. Such dir einfach das spannendste aus und leg los! Foto von Dane Wetton auf Unsplash.

Single-Freunde und kreative Hobbies

Kruschel dein kreatives Hobby aus der Kiste: Nutze den Tag, um deinen liebsten Hobbys nachzugehen, oder um ein neues auszuprobieren. Ob Malen, Schreiben, Musik oder Handwerk – kreative Aktivitäten können therapeutisch wirken und große Freude bereiten.

Rufe einen anderen Single an und beklage dich über deine Einsamkeit. Manchmal hilft auch das. Wenn du keine Lust hast, dich zu beklagen, dann ruf deine Freunde auch einfach mal so an – sie freuen sich sicherlich. Oder schreib mir auf Instagram, ich freu mich auch immer, wenn ich nützlich sein kann.

Der Valentinstag muss nicht ausschließlich Paaren vorbehalten sein. Als Single hast du die Freiheit, den Tag auf eine Weise zu gestalten, die allein dir Freude bereitet und dein Wohlbefinden fördert. Denke daran, dass Selbstliebe die wichtigste Form der Liebe ist, die es zu feiern gilt. Wichtiger Hinweis: Ohne Kerzen und Rosenblüten, die überall in deinem Zuhause verteilt sind, brauchst du gar nicht erst feiern. Besorge sie dir im Vorfeld.

Hier geht’s zu Ideen an Weihnachten – für alle, die alleine feiern.

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Kunst & Architektur Reisen

Auf den Spuren der Markgrafen: Altes Schloss von Baden-Baden

Aus der Baden-Badener Innenstadt ist es nur ein Katzensprung zum Battert mit dem Alten Schloß (auch Schlossruine Hohenbaden genannt). Das erste Residenzschloss der badischen Markgrafenlag seit Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als 200 Jahre im Dornröschenschlaf. Es wurde durch die Bemühungen von Friedrich Weinbrenner und seinem Neffen Johann Ludwig Weinbrenner wieder zum Leben erweckt. Das Architekten-Duo entdeckte die Ruine neu und machte sie durch den Bau neuer Wege und die Sicherung der Bausubstanz für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Alte Schloss, das Ende des 16. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört wurde, bekam durch die Weinbrenners auch eine brandneue (höhö verstehste?) Stabilität. Sie stützten es ab, verfugten es neu und versahen es mit Treppen, Brücken, Aussichtsplattformen und Schlossgaststätten. Seitdem ist das Schloss zugänglich und zieht Romantiker, Künstler, Spaziergänger und Wanderer aus aller Welt an.

Altes Schloss in Baden-Baden

Mittelalter in Baden-Baden: Aus Burg wird Schlossanlage

Vermutlich strebte Hermann II (gest. 1130), der erste badische Markgraf, den Bau einer verteidigungsfähigen Burg an. Zuverlässige Quellen, die das belegen können, gibt es jedoch nicht. Nach ihm und den Markgrafen Hermann III. bis Hermann VI. ist auch der nördliche Teil mit dem viereckigen Bergfried (1) in der ersten Bauphase im 12. Jahrhundert als Hermannsbau (3) bezeichnet. Er bildet den höchstgelegenen Teil der Schlossanlage und wird auch Oberburg genannt. Im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert wurde die Oberburg durch Markgraf Rudolf I. und seine Nachfolger ausgebaut und verstärkt.

Altes Schloss Baden-Baden Grundriss mit Bezifferung.
Volià der Grundriss. Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)

Rudolf I. hat im Jahre 1257 erstmals eine Urkunde mit „in castro Baden“ signiert. In dieser Bauphase bekam die Burg einen Festungscharakter durch vorgeschobene Zwinger im Süden und Osten. Wenn ich mich nicht komplett irre, ist das genau der Teil des Alten Schlosses, der die letzten Jahre über restauriert wurde und somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. Bei meinem letzten Besuch jedoch konnte ich endlich einen Blick in den Kerker werfen. Es war dunkel und gruselig. Ich machte schnell Bilder, dann wurde es Zeit, um mein Leben zu rennen.

Bauphasen des Alten Schlosses im 14. Jahrhundert

Im 14. Jahrhundert brachte Markgraf Bernhard I., neben Gebietserweiterungen für Baden, auch Verbesserungen für das Alte Schloss mit sich: Der sogenannte Bernhardsbau (5), ein mächtiger Palast mit einem Rittersaal, entstand um das Jahr 1400.

Bernhards Sohn Jakob I., führte die Tradition fort und erweiterte die Burg von 1437 bis 1453 um den Jakobsbau (6). Damit beendete er auch dises Tradition, denn dieser vierstöckige Wohnbau war die letzte Erweiterung des Alten Schlosses. Dies Objekt wurde als Überbauung der Kapelle im Ostbereich zwischen Oberburg und Bernhardsbau platziert. Parallel zur letzten Ausbautätigkeit am Schloss Hohenbaden beginnt Jakob I. 1430 mit dem Bau des Neuen Schlosses. 1479 wird dieses von Markgraf Christoph I. bezogen. Zum Neuen Schloss gibt es hier bald auch einen Beitrag. Nur Geduld.

Tore des Schlosses: Romanische und gotische Spuren

An keiner Stelle des Alten Schlosses lassen sich die romanischen und gotischen Bauphasen so gut nachvollziehen wie an den Haupttoren: Wenn ich das richtig verstehe, datiert der Autor des vorliegenden Buches einen Torbogen auf um 1300 und einen Spitzbogen auf 1400. Dort seien frühgotische Abschlüsse der Erweiterungsbauten zu erkennen, während die beiden am Burgweg (9) folgenden romanischen Tore (12./13. Jahrhundert) mit ihren Rundbögen auf die ersten Bauphasen des Schlosses hinweisen. Kapiert? Ich auch nicht. Zu viele Tore und zu viele Himmelsrichtungen.

Grüße aus dem Schloss Hohenbaden

Eines aber kann ich über das Alte Schloss sagen: Es ist eine geile Nummer und immer einen Besuch wert. Ich liebe es, jedes Mal aufs Neue durch den Wald zum Schloss zu laufen und kurz vor dem Ziel noch mal Halt in der kleinen Kapelle zu machen. Das bereitet mir einfach Glücksmomente. Und dir bestimmt auch.


Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)

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Kunst & Architektur

Galerist im Gespräch: Kunst als Ware?

Ich bin hier gerade auf der art karlsruhe 2026 und komme ins Gespräch mit Galeristen. Ein interessantes Gespräch kam mit Kurt Mühlfeld-Hemprich aus der Frankfurter Galerie mühlfeld+stroher zustande.

avecMadlen: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Künstler Sie vertreten oder fördern?

Kurt Mühlfeld-Hemprich: Nach dem Programm der Galerie. Wenn ein Künstler reinpasst, wähle ich ihn aus. Mein Programm ist Figuration, ich richte es nach dem Publikum aus, daher ist es wichtig, dass der Künstler in mein Programm passt. Das ist ein Ausschlusskriterium.

avecMadlen: Woran erkennen Sie bei einem Künstler Entwicklungspotenzial?

Kurt Mühlfeld-Hemprich: Wenn ich das, was er produziert noch nie zuvor gesehen habe. Wenn er einen eigenständigen Stil hat und bei niemandem abschaut.

avecMadlen: Inwieweit spielt bei der Auswahl der Künstler ihr eigenes ästhetisches Empfinden?

Kurt Mühlfeld-Hemprich: Es spielt schon eine Rolle. Es muss aber auch eine Vertrauensbasis zwischen mir und dem Künstler sein. Wir sind immerhin ein Wirtschaftsunternehmen.

avecMadlen: Welche Arten von Positionen halten Sie aktuell für besonders förderungswürdig?

Kurt Mühlfeld-Hemprich: Keine. Wenn man Kunst fördern muss [hat das sowieso keinen Sinn]1. Der Markt entscheidet. Wenn man etwas fördern muss, kann es auf dem Markt nicht bestehen. Ich bin auch kein Freund von Förderprogrammen.

Fazit

Nach der Beendigung des Gesprächs, bin ich sehr angetan, denn ich habe gerade jemanden kennengelernt, der eine ganz andere Auffassung von Kunst hat, als ich: nüchtern und wirtschaftlich. Ich frage mich, ob Kunst nur Ware ist für ihn. Jedenfalls schwingt ein leichter Touch mit. Doch wenn wir ehrlich sind: War Kunst nicht schon immer irgendwie auch Ware? Klar, verstanden sich die großen Künstler der Renaissance plötzlich als Schöpfer, weniger als Handwerker. Dennoch ging es auch um Verkauf, Arbeitsplätze, Markt…

Was ich wirklich kraftvoll finde, ist seine Haltung zur Kunstförderung. Ist da nicht was Wahres dran?


  1. Phrase nur sinngemäß rekonstruiert, war so erstaunt über seine Haltung, dass ich vergaß mitzuschreiben. ↩︎

Website der Galerie: galerie-muehlfeld-stohrer.de

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