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Naturgewalt Geroldsauer Wasserfall

Es regnete unaufhörlich. Also war es genau die richtige Zeit, um den Geroldsauer Wasserfall aus der Nähe zu betrachten. Ich erwartete ein gewaltiges Naturerlebnis und wurde nicht enttäuscht. Valentina begleitete mich auf dem schmalen, nassen Pfad. Der Hund sollte nämlich auch einen Eindruck von diesem Ort gewinnen. Bereits in dem kleinen Urwäldchen angekommen, füllten sich meine Lungen mit der reinlichen Luft. Es roch nach Regen und nassen Bäumen. Das Wasser überrauschte meine Gedanken. Glücklicherweise.

Geroldsauer Wasserfälle: Valentina und Madlen Romanowna
Das sind wir: Nasse Pfoten, aber glücklich ohne Ende.

Als ich das letzte Mal hier war, im August, rauschte der Grobbach noch leise und sanft in Richtung Innenstadt. Auch damals war es schön. Der Wasserstand war niedrig – der Geräuschpegel entsprechend auch. Eines Nachts ging ich sogar auf eine kleine Wanderung mit dem Ziel, nackt im Wasserfall zu baden. Mein fehlender Mut ließ mich aber nicht viel weiter kommen, als 100 Meter Strom aufwärts. Es war dunkel und gruselig. Ich badete dennoch schnell im Grobbach und machte mich sofort aus dem Staub. Die Idee, nachts im Wasserfall zu baden, lässt mich aber nach wie vor nicht los und ich bin offen für eine kleine Tour, sofern mich mindestens eine Person begleitet. Ich nehme diesmal auch einen Bikini mit, versprochen.

Geroldsauer Wasserfall nach ewigem Regen

Doch das diesmalige Erlebnis nach den ewigen Regenfällen war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher am Geroldsauer Wasserfall erlebt habe. Bereits auf dem Weg dorthin, sahen wir etliche Katarakte und Bächlein, die von allen Seiten in den Grobbach herunterstürzten. Einen größeren Wassersturz passierten wir auch. Das machte den Bach mächtig – wenn nicht sogar unheimlich. Fast keine Sau war dort, was natürlich wegen des Wetters verständlich ist, andererseits ein grober Verlust an alle, die sich von den Wetterbedingungen haben abhalten lassen.

Und das Beste: Dort blühte Rhododendron. Als hätte er nur auf uns gewartet, bevor er zu seinem alljährlichen Verblühen überging. Meine Handykamera kann diese Farbpallette nicht ansatzweise übermitteln, aber ich garantiere dir: es war unvergesslich schön. Die Rhododendron-Büsche wachsen hier dank Walter Rieger – Baden-Badens Gartenbaudirektor aus den 50er und 60er Jahren. Er soll sie damals dort angebaut haben und so das Naturgebiet nachhaltig geprägt haben. Neben Rhododendron wächst hier auch eine Vielfalt an Bäumen, Gräsern und zu bestimmten Zeiten auch Pilzen. Doch das wohl wertvollste Gewächs ist ein seltener Farn: Der Entferntfiedrige Dornfarn (Dryopteris remota). Er wurde erstmals im Jahr 1834 entdeckt.

Baden-Baden: Naturdenkmal in Geroldsau

Am Wasserfall angekommen, sahen wir das, wonach ich mich gesehnt hatte: Eine gewaltige Wassermenge, die beinahe eskalierend aus ihrer Anhöhe stürzte. Der Hund und ich starrten wie gebannt in das herabfallende Wasser hinein und spürten die mikroskopischen Wasserspritzer in Gesicht und Schnauze. Ohne den Blick vom Wasserfall zu lösen, setzte ich mich auf einen nassen Stein und genoss die Natur um mich herum. Seltene Glücksgefühle überkamen mich und ich vergaß jeden beschissenen Tag, den ich in den letzten Monaten habe über mich ergehen lassen.

Der Geroldsauer Wasserfall befindet sich im Nordschwarzwald. Seine Fallhöhe beträgt sechs Meter. Zu finden ist er, wie der Name bereits verrät, in Geroldsau, einem Stadtteil von Baden-Baden. Jedoch wurde mir mal erklärt, dass sich die Geroldsauer ganz und gar nicht Baden-Baden zugehörig fühlen.

Dank seines einzigartigen geologischen Werts hat der Geroldsauer Wasserfall den Status eines Naturdenkmals erreicht und ist damit ein absolutes Muss für alle Besucher der Stadt. Die Behörden für Naturschutz ordnen ihn aufgrund seiner Seltenheit als äußerst schutzwürdig ein.

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So viel Porto steckt im „hessischen Porto“

Als das „hessische Porto“ bezeichnete ich ein kleines Städtchen am Neckar, als ich einen Artikel über Kurzurlaube in der Region schrieb. Auf den verwendeten Bildern erinnerte mich die Stadt mit ihren Promenadenhäuschen entfernt an meine fantastische Zeit in Porto – und so war der Titel geboren. Die Bilder des Städtchens gefielen mir so gut , dass ich am Tag darauf hinfuhr. Ich hatte nicht all zu viel versprochen: Fluss, Stadtbild vom anderen Ufer des Flusses sowie auch die bergigen kleinen Gassen versetzten mich sofort zurück nach Portugal. Dass ich mich in Deutschland befand, war allerdings deutlich spürbar.

Hirschhorn (Neckar): Ansicht aus der Höhe
Mein Ausblick auf dem Weg zum Schloss.

Hirschhorn (Neckar) – das „hessische Porto“

Während ich das kleine Örtchen Hirschhorn (Neckar) erkundete, fiel mir sofort die geleckte Sauberkeit auf. Jedes Blümchen hatte dort seinen Platz. Vom Kopfsteinpflaster hätte man wahrscheinlich essen können, so sauber war es. Die süßen Fachwerke und Ziegelhäuschen erinnerten zwar entfernt an die zarten Tafelhäuschen in Porto, gaben mir aber ein eindeutiges Hessen-Feeling. 

Beeindruckend fand ich die Natur. Vor allem hoch oben auf dem Schloss – dort lässt es sich über die ganze Region blicken. Fluss, Berge, Frühlingsgrün – es war wirklich traumhaft. Mein Aufenthalt auf dem Schloss war sehr schön, so auch mein Besuch in der kleinen Klosterkapelle. Ich wechselte die Flussseite und setzte mich ins Gras. Von hier hatte ich einen traumhaften Blick auf das „hessische Porto“. Dann malte ich es. Das war das erste Mal, dass ich mich für das Motiv Landschaft entschieden habe. Das sollte auf jeden Fall noch mal ordentlich geübt werden. Aber ich hatte Spaß – und das ist genau das, was zählt.  

Ich steh zur Zeit drauf, mit Tinte zu malen. Das mit der Landschaft üben wir aber noch mal ordentlich.

Hirschhorn am besten mit Heidelberg kombinieren

Was Hirschhorn von Porto unterscheidet, sind natürlich Stille und fatale Langeweile. Ein Tagesausflug lässt sich noch aushalten, ein Kurzurlaub wäre mir etwas zu viel des Guten. Die kleine Landstadt ist der perfekte Ort für alle, die ihre Ruhe suchen. Dort gibt es nämlich nicht all zu viel zu tun, außer spazieren, wandern, auf den Neckar starren und wahrscheinlich essen gehen. Aus den kleinen Restaurants der Ortsmitte roch es nämlich fantastisch. Ich jedoch hatte an diesem Tag nicht so Bock zu essen und hatte nur ein Wasser und einen Kaffee vom Mannheimer Bahnhof. Dafür, und für die Fahrt insgesamt, gingen vier Euro drauf. Bloß kein Beispiel an mir nehmen, man sollte in den Regionen immer Kohle liegen lassen, um die lokalen Unternehmen zu unterstützen.

Wie oft habe ich bereut, mein Fahrrad nicht mitgenommen zu haben? Ja. Mit dem Fahrrad könnte man wunderbar über Neckargemünd nach Heidelberg tuckern. Und in Heidelberg könnte man sich einen traumhaften Tag machen, indem man alles macht, was ich dort damals so gerne gemacht habe.

Hirschhorn: Kurzer Waldtrip durch das „Porto Hessens“

Später gab es noch eine kurze Action durch den Wald. Ich fand den historischen jüdischen Friedhof, der äußerst liebevoll gepflegt war – wie eigentlich alles in Hirschhorn – und genoss das zarte Grün der Bäume, das nur wenige Tage zuvor zum Vorschein kam. All zu lange war ich nicht im Wald, meine Schuhe brachten mich nämlich fast um.

Madlen Romanowna Trefzer in Hirschheim (Neckar)
Ich, wie ich Spaß in Hirschheim habe.

Es war ein fantastischer Tag, den ich mit mir selbst verbrachte. Es herrschte schönstes Wetter und Hirschhorn war mir eine Freude. Alle Menschen, die mir dort begegneten, strahlten mich an, lächelten, nickten und waren einfach genau so süß, wie ihr kleines Landstädtchen am Neckar.

Von Frankfurt fuhr ich 2,5 Stunden mit der Bahn. Mit dem Auto soll es etwas schneller gehen, aber ich wollte unterwegs natürlich wieder Leute in der Bahn malen.

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Verborgenes Paradies in FFM: Schwanheimer Düne

Im Westen von Frankfurt verbirgt sich auf knapp 60 Hektar ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet, das zu den bemerkenswertesten Standorten der Region zählt. Es handelt sich hierbei um die Schwanheimer Düne, eine der seltensten Binnendünen Europas.

Die Düne, die 1984 vom Land Hessen zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ist Heimat für seltene Pflanzen und Tiere. Besucher können hier unmittelbar die faszinierende Natur der Dünen erfahren, ohne sie zu stören. Dies wird durch einen hölzernen Bohlenweg ermöglicht, der mitten durch die einzigartige Landschaft verläuft. Darüber hinaus sind weitere Teile des Gebiets über sandige Wanderwege zugänglich.

Schwanheimer Füne im Frühling: Ein einzigartiges Naturschutzgebiet in Frankfurt am Main
So wie’s aussieht, traf der diesjährige Frühling hier schon ein: Erste Sonnenstrahlen küssen die Dünen.

Die Entstehung der Schwanheimer Düne in Frankfurt

Die Schwanheimer Düne entstand vor etwa 10.000 Jahren. Winde trugen feinen Sand aus dem Flussbett des Mains hierher und formten dieses beeindruckende Landschaft. Doch auch der Mensch spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des seltenen Naturschutzgebiets: Vor Jahrtausenden rodeten Siedler den bewaldeten Bereich und schufen Raum für die heutige Vegetation. Außerdem bauten sie die Streuopstwiesen an.

Die Düne in Schwanheim ist ein Biotop für eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. So wächst dort Silbergras, typisch für Binnendünen, sowie Bauernsenf und Sand-Grasnelken. Die alten Kiefern verleihen der Gegend ihren einzigartigen Duft, der mich an subtropische Küsten erinnert. Jeder Besuch in den Schwanheimer Dünen ist einzigartig. Sowohl im Herbst als auch im Winter und Frühjahr ist die Natur und Atmosphäre hier sichtlich verändert. (Ich freue mich bereits auf dem Sommer, denn zu dieser Jahreszeit habe ich die Düne noch nicht erlebt).

Frankfurter Naturschtzgebiet
Der hölzerne Bolenweg führt durch den beeindruckenden Teil der Schwanheimer Düne, wo die alten Kiefern wachsen.

Diese Tiere leben in der Schwanheimer Düne

Unter den seltenen Tierarten befindet sich der Gelbe Pirol, ein Singvogel aus dem Norden und Westen Eurasiens. Auch Steinkäuze, Neuntöter und Grauspechte kann man während eines Spaziergangs durch dieses Areal beobachten.

Persönlich konnte ich bisher Eichelnäher, Greifvögel und Eidechsen beobachten. Menschen und Hunde sind aber auch hin und wieder zu sehen (höhö).

Die Schwanheimer Düne in Frankfurt-Schwanheim. Ein Naturerlebnis der Extraklasse
Zum Vergleich: So sieht die Schwanheimer Düne im Herbst aus.

Eine kleine Wanderung am Frankfurter Naturschutzgebiet

Das Schutzgebiet erstreckt sich über den hölzernen Bohlen weg hinaus bis hin zu Streuobstwiesen zwischen dem sandigen Bereich und dem Kelsterbacher Weg. Hier grenzen sie an das Territorium alter Eichen. Geht man den hölzernen Bolenweg bis zum Schluss, entdeckt man auch die vollständig eingezäunte Schmitt’sche Grube. Dran bleiben – vielleicht gelingt es mir, eines Tages einen legalen Weg zu finden, mir das Gewässer aus der Nähe anzusehen.

Für Wanderfans bietet die Schwanheimer Düne attraktive Routen durch das Frankfurter Naturschutzgebiet. Eine beliebte Strecke startet an der Bushaltestelle „Alter Friedhof Schwanheim“ und führt über die Streuobstwiesen zu den Dünen bis hin zum Mainufer, von dem man mit der Fähre entweder nach FFM-Höchst tuckern kann, oder einfach am Fluss entlang spazieren kann. Hier findest du 5 weitere Orte in Frankfurt, die du unbedingt erlebt haben solltest.


Transparenzhinweis:

Diesen Artikel habe ich anhand eigener Informationen, die du hier vollständig einlesen kannst, durch die KI gejagt und nochmals nachredigiert. Der Ursprungstext ist natürlich um einiges lebendiger, aber zwei Mal das gleiche mit der gleichen Energy zu schreiben ist, glaube ich, Irrsinn.

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Kunst & Architektur Reisen

Zwei Nächte in München: Das habe ich getrieben

Meine Zeit in München war im Großen und Ganzen schön. Dort angekommen stürmte ich sofort in die Alte Pinakothek. Auch wenn meine Begleitung versuchte, das renommierte Kunsthaus schlecht zu reden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Pinakothek eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt ist. Sie beherbergt eine umfangreiche Sammlung europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Auch zeichnet sich das Museum durch seine beeindruckende Architektur aus. Die Alte Pinakothek ist nicht nur ein Ort der Kunstgeschichte, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Münchens, das ich niemals NIEMALS verpassen würde.

Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen (1500-1505). Dieses Gemälde kenne ich seit über 20 Jahren, erstmals gesehen habe ich es in der Sonderausstellung der Alten Pinakothek.

Sonderausstellung in der Alten Pinakothek München

In der Alten Pinakothek erwischte ich auch den vorletzten Tag der Sonderausstellung „Venezia 500“. Sie bezog sich insbesondere auf die Malerei während der Renaissance. Dabei wurden 15 Werke aus der Münchner Sammlung sowie etwa 70 Leihgaben aus internationalen Kunsthäusern gezeigt. Es war eine wirklich sagenhafte Ausstellung. Da ich unersättlich und verwöhnt bin, hätte ich mir mehr Bellini gewünscht – ganz egal ob Jacopo, Gentile oder Giovanni Bellini.

Im Museumsshop der Alten Pinakothek angekommen lauteten meine Worte: „Ich kauf’ hier safe nichts. Gar kein Bock, heute den ganzen Abend lang da so ne scheiß Tüte mitzuschleppen.“ Etwa 25 Sekunden später stand ich da – das Riesenbuch von Hans Baldung mit seiner frivolen Madonna auf dem Titel fest umschlossen.

Spaß in München: So schön war’s

Wenig später traf ich mich mit einer Kollegin und einem Kollegen aus der Münchner Redaktion. Ein Vibe die zwei. Habe es sehr genossen, sie wiederzusehen. Beide sind extrem lustig, gut gelaunt und intelligent. Ihre Geschichten und seine dazu passenden Witze sind eine fatale Kombination. In dem Restaurant, in dem wir saßen, lachte ich natürlich am lautesten und hatte wahrscheinlich auch den größten Spaß.

Viel zu früh ging ich ins Bett und machte mich am nächsten Tag auf den Weg in die Münchner Residenz. Die pompösen Zimmer des Schlosses und das großzügig verteilte Gold darin haben ihren Eindruck hinterlassen. Es gab ziemlich viel zu sehen. Schimmernd und funkelnd wurde es ebenfalls. Erfahre hier, ob sich der beinahe-wuchere Ticketpreis für die Residenz in München lohnt.

München: Rotes Zimmer in der Residenz
An Üppigkeit ist die Münchner Residenz wohl kaum zu überbieten. Eine schöne Erfahrung, die mich eine Menge Geld gekostet hat.

Die Münchener Nächte sind anders wild

Dann wurde der Abend richtig spicy. Ich traf mich mit der gleichen Kollegin wie am Vorabend und einer weiteren Granate aus der Redaktion in München. Eigentlich wollten wir einfach nur eine Stunde unterwegs sein. Zwei Bars und mehrere Lachanfälle später landeten wir – eine im Dirndl, eine im Engelskostüm, eine im Feenkostüm – bei einer der beiden Granaten daheim. Das nächste, woran ich mich erinnere, ist die Münchner Redaktion am nächsten Morgen. Dann fuhr ich wieder schweren Herzens und Kopfes nach Frankfurt.

Was mir bei dieser Reise in die bayerische Landeshauptstadt auffiel, waren die Menschen. Sie sind schön, weitaus besser angezogen als in den anderen Städten, in denen ich bisher gelebt habe; sie sind sexy, sie flirten ständig und sie können sich benehmen. Einfach angenehm. Darüber hinaus ist München extrem sauber und ist für mich allumfassend die schönste Stadt Deutschlands. Frankfurt liebe ich aber natürlich auch. Keine Frage.

Bei einem vormaligen Besuch in München legte ich noch einen großen, nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch der Sommer über die Straßen der Stadt. Ich werde diese Nächte niemals vergessen. 

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Kunst & Architektur

Lohnt sich die Münchner Residenz?

Die Münchner Residenz: Einst war sie der Sitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Haus Wittelsbach – von 1508 bis 1918. Heute ist die Residenz im Münchener Bezirk Altstadt-Lehel ein einzigartiges Baudenkmal. Immerhin ist sie das größte Stadtschloss Deutschlands, das jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt anzieht. So auch mich.

Das asoziale an der ganzen Sache war der Preis. Als Pressevertreterin zahle ich nicht, wenn ich über städtische oder kulturelle Einrichtungen schreibe. Da aber mein Presseausweis zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu mir war, wurde ich zur Kasse gebeten. Der nicht-so-ganz-charmante Kassier zockte mir 20 Euro ab. 20 verschissene Euro. Nun stellt sich die Frage: Lohnt sich die Münchner Residenz für 20 verschissene Euro? Let’s go.

Die Münchner Residenz, ein Juwel inmitten der bayerischen Hauptstadt München, zählt zu den größten Stadtpalästen Europas und ist ein unverzichtbares Ziel für Kultur- und Geschichtsinteressierte aus aller Welt. Dieser prachtvolle Palast, der einst die Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige war, öffnet heute seine Pforten für Besucher, die in die faszinierende Welt der bayerischen Geschichte und Kultur eintauchen möchten.
Wenn ich mich recht entsinne, war das das Arbeitszimmer des Königs. Nagel mich aber nicht darauf fest.

Münchener Residenz: Auch sie war mal klein

Über vier Jahrhunderte hinweg haben renommierte Architekten das Erscheinungsbild der Residenz geprägt. Am Werk waren Friedrich Sustris, Joseph Effner, François de Cuvilliés d. Ä. und Leo von Klenze. Der Wandel vom schlichten Wehrbau zur monumentalen Vierflügelanlage spiegelt dabei verschiedenste Baustile wider. Von der Renaissance über Barock und Rokoko bis hin zum Klassizismus ist jeder Stil vertreten.

Die eindrucksvolle Anlage besteht aus vier Hauptbauten: dem Festsaalbau an der Hofgartenstraße, dem Apothekenbau am Marstallplatz, dem Königsbau am Max-Joseph-Platz und dem Maximiliansbau an der Residenzstraße. Auch das Cuvilliés-Theater, die Allerheiligen-Hofkirche sowie der Hofgarten und der Marstall gehören zum Ensemble.

40.000 Quardarmeter Grundfläche

Zu den Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurde die Münchner Residenz stark beschädigt. Doch dank der Arbeit des Architekten Otto Meitinger konnte sie wieder in ihrer ganzen Pracht aufgebaut werden.

Heute beeindruckt die Münchner Residenz nicht nur durch ihre Größe von mehr als 40.000 Quadratmetern Grundfläche. Sie beherbergt auch eines der bedeutendsten Schlossmuseen Europas mit über 150 Schauräumen. Ihre Besucher können sich auf eine Zeitreise durch verschiedene Epochen begeben und dabei zahlreiche Kunstschätze bewundern.

Die Residenz München, gelegen im Herzen der Stadt, nahe dem Odeonsplatz, erstreckt sich über ein beeindruckendes Areal und fasziniert mit ihrer architektonischen Vielfalt, die von der Renaissance über den Barock und das Rokoko bis hin zum Klassizismus reicht. Besucher können durch eine Vielzahl von Räumen wandeln, darunter prunkvolle Festsäle, intime Appartements und beeindruckende Hofgärten, die alle ihre eigene Geschichte erzählen und einen Einblick in das Leben der bayerischen Monarchie bieten.
Schöne Deckenmalereien im Schlafzimmer der Herzogin. Da würde ich auch gerne mal drin… schlafen.

Die Geschichte der Münchner Residenz

Die Münchner Residenz ist mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk. Sie ist auch ein historischer Ort, der bereits vor Jahrtausenden von Menschen genutzt wurde. Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2014 stießen die Forscher direkt auf ein fast unversehrtes Grab aus der spätbronzezeitlichen Epoche. Der genaue Fundort war unterhalb des Apothekenhofes.

Die Residenz begann ihre Geschichte im 14. Jahrhundert als Neuveste (eine gotische Wasserburg). Damals war sie von der Stadt aus nur über eine befestigte Brücke erreichbar. Mit der Zeit verlor die Burg ihren Verteidigungscharakter und wurde zum herzoglichen Wohnsitz. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte und erweiterte sich die Neuveste. Ein Großteil dieser Veränderungen fand im 16. und 17. Jahrhundert statt. Unter Herzog Wilhelm IV. löste die Neuveste den Alten Hof als herzoglichen Wohnsitz ab und wurde zur neuzeitlichen Residenz.

Ein Leben im Überfluss – wie sich das wohl anfühlt? Man beachte die überaus aufwendigen Parkettarbeiten.

Münchner Residenz: Mehr als 150 Schauräume

Im 19. Jahrhundert fanden weitere bedeutende bauliche Veränderungen statt. Insbesondere König Ludwig I. veranlasste größere Ausbauarbeiten. Leo von Klenze errichtete Flügel des Königsbaus und des Festsaalbaus sowie der Allerheiligen-Hofkirche im klassizistischen Stil. Stehen wir vor der Residenz, blickt auf uns ein schöner Stil-Mix herab, der im ersten Moment relativ schwer zuzuordnen ist.

Heute zeigt das Residenzmuseum mehr als 150 Schauräume, darunter prunkvolle Säle, repräsentative Wohnräume und wertvolle Kunstschätze. Eines der Highlights ist das Antiquarium, der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen, der im Erdgeschoss des Gebäudes platziert ist. In den 20-Euro-Ticketpreis mit einbegriffen sind auch die Porzellansammlungen, Miniaturgemälde, die Schatzkammer und das Cuvilliés-Theater.

Antiquarium in der Münchener Residenz
Das Antiquarium in der Münchener Residenz – einfach unvergesslich.

Die Münchner Residenz bietet also einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit. Von den Anfängen als mittelalterliche Burg bis hin zu ihrer Entwicklung zu einem der größten Stadtpaläste. Mein Gefühl sagt mir, dass sich der Eintritt für 20 Tacken lohnt. Ich konnte bei Weitem nicht alle Teile des Schlosses bestaunen. Erfahre hier, was ich sonst noch in München getrieben habe.

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Kunst & Architektur

Für diese Kirche lohnt sich ein Trip nach Hessen

Die Erlöserkirche in Bad Homburg vor der Höhe – als ich sie betrat, blieb mein Herz stehen. Mein Plan war es nicht, in der hessischen Kurstadt dermaßen überwältigt zu werden. Ich wollte in Bad Homburg doch nur etwas herumlungern. Aber die Erlöserkirche ergriff mich und ließ mich staunen wie ein Kind. Farbwahl, Mosaikarbeiten, Decken- und Glasmalereien. All das hat mich zutiefst berührt.

Außenansicht der Bad Homburger Erlöserkirche
Das ist die Außenansicht der Erlöserkirche. So weit, so klar. Wart‘ ab, was innen auf dich wartet.

Evangelische Erlöserkirche in Bad Homburg

Die Bad Homburger Erlöserkirche stellt ein beeindruckendes Musterbeispiel der wilhelminischen Neuromanik dar, geprägt durch Jugendstilelemente. In ihrer Architektur verbindet sie die Vision eines christlichen Kaiserreichs. Wobei sie im Innenraum Elemente der sizilianischen Romanik und außen Merkmale der deutschen Hochromanik aufweist. So heißt es zumindest bei Wikipedia. Als ich die vier Türme von weitem Sah, dachte ich: Frühgotik. Dann kam ich näher und verstand, dass da etwas nicht stimmen kann. Die Kirche ist nämlich anders als andere frühgotische Bauwerke, die ich kenne.

„Franz Schwechten hat die Kirchen 1903-1908 nach Plänen von Max Spitta erbaut.“ Als ich dieses Schild an der Außenfassade las, wurde mir klar, dass dieses üppige Stück „moderner“ Architektur etwas besonderes ist. (Alles was nach dem 18. JH gebaut wurde, ist für mich „modern“.) Der erste Blick nach innen enttäuschte nicht. Mich umgab sogleich eine mystische Atmosphäre, die durch die Innenarchitektur gestützt wurde.

Hier habe ich die Evangelische Erlöserkirche gerade betreten
Gold in die Fresse: Mein Lieblingseffekt in Gotteshäusern. Alles güldene, was du hier siehst, besteht aus kleinen Mosaiksteinchen.

Außenarchitektur: Das macht die Kirche so besonders

Die Erlöserkirche präsentiert sich als eine Basilika mit vier Türmen und kreuzförmigem Grundriss, ausgestattet mit Emporen. Ihre Blendarkadenfriese und Lisenen sowie der hohe, doppeltürige Portalbogen mit Tympanon zeugen von ihrem repräsentativen Charakter. What? Ok, noch mal auf deutsch: „Blendarkadenfriese“ bezieht sich auf eine Reihe von Blendbögen, die als dekoratives Element in der Fassade eingebaut sind, aber keine strukturelle Funktion haben.

„Lisenen“ sind vertikale Streifen oder leistenförmige Vorlagen an der Wand, die der Struktur ein gerahmtes, strukturiertes Aussehen verleihen. Der „hohe, doppeltürige Portalbogen mit Tympanon“ ist ein weiteres markantes Element: Es handelt sich um einen großen, bogenförmigen Eingang, der aus zwei Türen besteht. Dieser wird von einem Tympanon überdacht; einem dekorativen Flächenstück, oft mit Skulpturen oder Reliefs verziert. Diese Elemente zusammen demonstrieren den prachtvollen und eindrucksvollen Charakter des Bauwerks.

Ich war schon hier starr vor Freude. Dieser Detailreichtum ist einfach anders wild.

Innenarchitektur der Evangelischen Erlöserkirche

Das äußere Erscheinungsbild des sakralen Bauwerks ähnelt den Kathedralen im Rheinland, besonders dem Dom in Speyer, einem bedeutenden Beispiel mittelalterlicher Architektur. Im Innenraum jedoch zeigt sich durch die Gestaltung und die reichhaltigen Goldgrundmosaiken ein starker Einfluss der Kirchenarchitektur Siziliens. „Goldgrundmosaike“ sind Kunstwerke aus kleinen, oft golden schimmernden Steinchen, die zusammen komplexe Bilder oder Muster bilden. Diese Mosaike sind typisch für byzantinische Kirchen und prägen den Innenraum mit ihrer Pracht.

Die Ikonografie, also die bildliche Darstellung in der Kirche, führt die Tradition der sogenannten Kaiserdome des Heiligen Römischen Reiches fort. Diese Dombauten waren Ausdruck der Macht und des Glaubens des Kaiserreichs.

Innenarchitektur: Jesus, Mosaike und Co.

Die Struktur des Gebäudes als Zentralbau spiegelt die neuesten Trends und Diskussionen im evangelischen Kirchenbau des späten 19. Jahrhunderts wider. Die Innenausstattung kombiniert Elemente der byzantinischen Baukunst. Diese sind durch durch opulente Mosaike und großflächige Dekorationen gekennzeichnet. Auch gibt es Elemente des Jugendstils.

Das Bildprogramm der Kirche dreht sich zentral um die Figur Christi. Diese Front in Pantokrator-Mosaik der Apsiswölbung. Das Erlöserthema wird natürlich auch durch den Nachdem der Kirche zum Ausdruck gebracht. Ein „Pantokrator-Mosaik“ ist ein typisches Bildmotiv in christlichen Kirchen, das Christus als allmächtigen Herrscher darstellt. Oft findet man solche Darstellungen in einer Kuppel oder Apsis. Dieses zentrale Thema wird auch im Motiv des Lebensrades aufgegriffen, das in der Kuppel der Kirche zu finden ist und den zyklischen Charakter des Lebens und der Erlösung symbolisiert.

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Bad Homburg: Hier habe ich herumgelungert

In Bad Homburg vor der Höhe hatte ich jede Menge Spaß. Ich trudelte dort spätnachmittags ein und ging planlos durch die Straßen. Das ist die Taktik, die ich immer anwende, wenn ich eine neue Stadt besuche. Enttäuscht hat sie mich noch nie. Nach der 20-minütigen Fahrt aus Frankfurt fand ich in Windeseile einen angemessenen Parkplatz. Dann machte ich mich auf zu den spitzen Dächern, die ich bereits aus der Ferne sah.

Diese Kirche besuchte ich in Bad Homburg

Nach einem kleinen Fußmarsch durch den Schnee strandete ich in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien – dort endete gerade eine „wilde Party“. Während die Menschen aus dem Gotteshaus strömten, konnte ich mich reinschleichen, um die Innenarchitektur zu begutachten. Erbaut wurde diese Kirche 1892-1895 von Ludwig Becker, einem Dombaumeister aus Mainz. Die Architektur wurde eindeutig von der Früh- und Hochgotischen Bauweise inspiriert.

Die Marienirche hat einen Grundriss mit einem einschiffigen Innenraum. Dieser Raum ist in zwei Teile geteilt: einen langen Hauptraum und einen besonderen Bereich mit kurzen Seiten. Im hinteren Teil gibt es einen fünfeckigen Abschnitt. Auch die Vorderseite der Kirche ist ein wahrer Augenfang. Die Wand des langen Hauptraums hat eine gigantische  Maßwerk-Rose – also, ein rundes Fenster in Form einer Blume.

Marienkirche in Bad Homburg – Außenansicht, Froschperspektive
So sieht die Bad Homburger Marienkirche von außen aus.

Wer hätte das gedacht? Noch eine Kirche

Weiter ging es zu einer anderen Kirche, die sich in unmittelbarer Nähe von der Marienkirche befindet. Die Evangelische Erlöserkirche, erbaut 1903-1908 von Franz Schwechten nach Plänen von Max Spitta, haute mich um. Selten berührt „moderne“ Architektur mein Herz – doch diese Kirche hat mich ergriffen. Vor allem, als ich sie betrat.

Runde Kuppel mit Jesusbildnis in der Evangelischen Erlöserkirche
Ist sie nicht absolut atemberaubend? Ich ging mit offenem Munde durch das Kirchenschiff der Erlöserkirche und erregte mit meiner Benommenheit die Aufmerksamkeit eines Kaffeekränzchens aus 5 Damen. Die Kränzchenanführerin erklärte den anderen gerade, warum diese Kirche nichts mit byzantinischer Architektur zu tun hatte, doch untermauerte ihre Argumente nicht mit Fakten. Sehr sympathisch.

Die dunkle Atmosphäre in der Erlöserkirche in Bad Homburg hatte etwas tief spirituelles. Winzige Mosaiksteinen aus Türkis oder mit Goldpigmenten zierten den gesamten Innenraum der Kirche. Hinzu kamen ornamentale Deckenmalereien, eine runde Kuppel und auch Glasfenster, wie ich sie nur in der Nürnberger St. Lorenz Kirche erlebt hatte. Ich habe noch nie etwas ähnliches gesehen. Schon gar nicht in Deutschland. Schon gar nicht aus diesem Jahrhundert. Mich überkam eine Euphorie und ich beschloss, Bad Homburg zu DER Kurstadt in Deutschland zu benennen. Doch es sollte anders kommen.

Schloss und Schlosspark Bad Homburg – und dann die Innenstadt

Nachdem ich nicht ins Bad Homburger Schloss reinkam, weil geschlossen, aber dennoch schlau genug war, von der anderen Seite in den Schlossgarten zu gelangen, stand ich da und betrachtete diese wunderbare, verschneite Natur. Unterhalb des Schlosses befindet sich nämlich ein Park mit See und Enten.

Ich entschied mich, eine Runde durch die Stadt zu drehen. Gleich fiel mit die Gepflegtheit der Häuser auf. Sie sahen aus, als seien sie alle frisch renoviert und frisch gestrichen worden. Inmitten dieser ordentlicher, kleiner, farblich aufeinander abgestimmter Häuschen fanden sich auch hessische Fachwerke, die das Stadtbild Bad Homburgs märchenhaft gestalteten. Hie und da sah ich auch das eine oder andere Türmchen – vermutlich Wassertürmchen (aber ohne Gewehr). Dann betrat ich die Innenstadt und wurde sogleich ernüchtert. Nur mal zum Vergleich: Baden-Baden hat mich noch nie ernüchtert und bleibt (für mich) daher die schönste Kurstadt Deutschlands.

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Romantische Altstadt in Hanau-Steinheim

In der Hanau-Steinheim Altstadt landete ich direkt nach meinem Ausflug in die Alte Fasanerie. Die aufregende Architektur der beiden prominenten Türme (Alte Pfarrkirche und Schloss Steinheim) bemerkte ich bereits von der Autobahn aus. Im Ort angekommen, ging ich durch die Gassen, während es um mich herum schon zu Dämmern anfing. Diese wunderbaren Sehenswürdigkeiten habe ich dort entdeckt:

Altstadt in Hanau-Steinheim: Alte Pfarrkirche

Das erste Gebäude, das ich sah, war die Alte Pfarrkirche Sankt Johann Baptist. Man erwähnte die mittelalterliche Kirche erstmals im Jahr 1329 in einer Urkunde, zunächst als Kapelle. 1449 wurde das Gebäude unter Dietrich Schenk von Erbach, Kurfürst-Erzbischof von Mainz, zur Pfarrkirche erhoben. Die gotische Saalkirche hat viele Veränderungen durchgemacht. Zwischen 1504 und 1509 wurde auch noch ein Chor mit einem speziellen Abschluss und einem besonderen Gewölbe hinzugefügt.

Der Turm der Kirche sieht im Vergleich zur zierlichen gotischen Architektur sehr stark und historisch aus. Er hat zwar keinen Helm, aber er ist mit vier kleinen Türmchen an den Ecken verziert. Dadurch erinnerte er mich etwas an eine mittelalterliche Burg. Im Jahr 1876 bis 1879 wurde die Kirche gründlich renoviert. Pierre Cuypers leitete die Renovierung, wodurch sich das Aussehen der Kirche stark veränderte. Zum Beispiel wurde das Gewölbe im Kirchenschiff durch eine Holzdecke ersetzt. Später, im Jahr 1950, wurde die Kirche erneut renoviert.

Alte Pfarrkirche in der Altstadt in Hanau-Steinheim
Ebendiese vier Türmchen da oben sah ich bereits von der Autobahn aus. Eine wirklich außergewöhnliche Architektur.

Die Pressmauer von Steinheim

Die Altstadt in Hanau-Steinheim überraschte mich erneut, als ich vor einer großen, alten Mauer stand. 1320 errichtete man diese Pressmauer. Die dicke Mauer war einst die Wehranlage von Steinheim. Möglicherweise entstand der Name „Pressmauer“, weil die Häuser wegen der Enge an die Stadtmauer gedrängt wurden.

Pressmauer mit Blick auf Schloss Steinheim
Ein Abschnitt der Pessmauer und die mittelalterliche Burg. Rechts im Bild (hinter der Laterne) ist der neuere Anbau zu sehen.

Schloss Steinheim in der Hanauer Altstadt

Vom einen Ende der Pressmauer aus sieht man am anderen Ende das Steinheimer Schloss. Man erwähnte das Steinheimer Schlossburg erstmals im Jahr 1222. Damals waren die Herren von Eppstein in ihre Besitzer. Früher nannten sie sich „von Hainhausen“ und besaßen außerdem auch einiges an Land in der Umgebung. Landvogt Ulrich I. von Hanau eroberte die Burg um 1300 in einem „Streit“ zwischen König Albrecht I. und dem Mainzer Erzbischof Gerhard II. von Eppstein und zerstörte sie teilweise. Nur wenige Jahre später wurde sie wieder aufgebaut.

Wahrscheinlich hatten die Eppsteiner finanzielle Probleme und mussten die Burg zur Hälfte an die Grafen von Katzenelnbogen (kein Scheiß, die heißen wirklich so) und die Herren von Hanau verpfänden. Nachdem die Burg einige Male den Besitzer gewechselt hatte, baute man sie später zu einer Art Schloss aus. Im Jahr 1572 fügte man dem Hauptgebäude einen Treppenturm hinzu, der mit dem Wappen von Daniel Brendel von Homburg verziert war. Die Architektur des Schlossartigen Gebäudes passt nicht im Geringsten mit der mittelalterlichen Burg zusammen. Aber das kommt bei europäischen Schlössern oft vor. Vor allem wenn neue Herrscher einzogen und den Flair ihrer Epoche einbringen wollten. Zumeist taten sie das mithilfe von Bauwerken.

Mittelalterlicher Turm des Schlosses Steinheim in der Hanauer Altstadt
Hier nochmal die Burg in ihrer Vollen Pracht. Wie bei der Alten Pfarrkirche auch, sehen wir hier diese mehreckigen kleinen Türmchen oberhalb des Bauwerks – entzückend.

Heutige Nutzung des Schlosses in der Altstadt in Hanau-Steinheim

Im Hauptgebäude des Schlosses gibt es heutzutage Wohnräume und das Museum Schloss Steinheim. Dieses zeigt vor allem die Geschichte von Steinheim und auch die Geschichte der Region, besonders die Zeit bevor es die Stadt Hanau überhaupt gab. Leider kam ich eine Minute nach Feierabend. Man kann auch den Turm des Schlosses besichtigen, wenn man an einer Führung teilnimmt.

Des Weiteren sah ich den Marstall, spazierte durch die süßen Gässlein mit den traditionellen Fachwerkhäusern und genoss die friedliche Atmosphäre des Samstagabends. Es war wirklich schön und ich komme garantiert wieder, um diesen Ort jemandem zu zeigen.


Quellen:

  • Wikipedia / St. Johann Baptist (Steinheim)
  • Beschilderung an der Pressmauer mit historischem Hinweis
  • Wikipedia / Schloss Steinheim
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Alte Fasanerie – meine Highlights im Wildpark

Der Wildpark Alte Fasanerie ist ein Wildgehege, das sich bei von Klein-Auheim befindet, einem Stadtteil von Hanau. Das Gehege erstreckt sich über eine Fläche von 107 Hektar und beheimatet eine vielfältige Gruppe von etwa 40 Tierarten aus Mittel- und Nordeuropa. Die Ursprünge dieses Geheges reichen bis ins Jahr 1705 zurück, als Erzbischof Lothar Franz von Schönborn die Fasanerie gründete. Heute ist das ein schönes Ausflugsziel mit Erlebnis-Faktor. Von Frankfurt fuhr ich 26 Minuten.

Hier sieht man, wie ich ein Pony durch die Alte Fasanerie führe
Ein süßer Moment vorweg: Ich durfte mir für 4 Euro ein Pony ausleihen und es eine kleine Runde um das Gehege führen. Es war ziemlich stur und uneinsichtig – aber ich habe es geliebt. Warum es einen Maulkorb trägt? Nun, entweder weil es a) ein bissiges Pony ist, oder b) weil es während des Rundgangs unter keinen umständen etwas vom Boden fressen darf. *

Alte Fasanerie: Ein fantastischer Tag in Hanau

Ich schrieb bereits einige Male über das tierische Treiben in der Alten Fasanerie. Heute beschloss ich jedoch, mir das ganze aus der Nähe anzusehen und fuhr nach Hanau. Mich erwartete ein riesiger Park mit süßen Tierchen und extrem wenig Besuchern, obwohl es Samstag war. Ich gehe davon aus, dass die winterlichen Außentemperaturen viele eingeschüchtert hatten. Doch ich wollte unbedingt wieder die kalte Luft an meinem Gesicht brennen spüren und verbrachte in dem Wildpark mehrere Stunden. 

Der Eintritt kostet 8 Euro. Für 2 weitere Euro gibt es an der Kasse Futter, womit man die Mufflons, Hirsche und Wildschweine füttern kann. Los geht’s: Das erste was ich sah, waren freilaufende Pfauen. Schöne Tiere… Sie fraßen anderen Besuchern den getrockneten Mais aus der Hand, der in dem Futter – das eigentlich für die anderen Tiere bestimmt war – mit drin war. Ich traute mich nicht, weil ich nicht genau wusste, ob das den prachtvollen Vögeln nicht schadet. 

Wildpark in Hanau: Von Auerochsen bis Wildkatzen

Nachdem ich von den Mufflons vollständig ignoriert wurde, ging ich weiter zu den Auerochsen. Ich erkannte sie sofort von Weitem, weil ich letztens über ihren Nachwuchs berichtet hatte. Die kleinen Kälber waren absolut niedlich. In der Zwischenzeit muss noch ein drittes Kälblein hinzugekommen sein. Es war kleiner, als die beiden anderen und seine Fellstruktur war glatter und welliger. Ich schätze, es war zu diesem Zeitpunkt nur wenige Tage alt.

Auerochsen in der Alten Fasanerie – dem Wildpark in Hanau. Neulich hatten die Tiere Nachwuchs – ich durfte die kleinen Kälber begutachten.
Das kleine Kälblein hat einfach das Heu vom Rücken des Auerochsen gefressen. Das Jungtier war so tollpatschig und verspielt – ich wollte dort gar nicht mehr weg…

Als nächstes ging ich zu den Wildkatzen. Da ich auch über sie berichtet hatte, war ich ganz aufgeregt, sie zu sehen. Ich sah nur eine – sitzend auf einem Baum – und war sehr erstaunt darüber, wie winzig sie war. Das Bild des Wildkaters, das ich in meinem Bericht verwendete, ließ mich mutmaßen, dass es sich hierbei um Tiere handelt, die so groß sind, wie Labradore. Doch die vom Aussterben bedrohten Wildkatzen sind kaum größer als Hauskatzen.

Die Alte Fasanerie klärt darüber auf, dass die Reviere der Wildkatzen gefährdet sind. Der Bau von Straßen zerschneidet ihre Lebensräume – wie den vieler anderer Tiere auch. Laut Wildpark ist der einzige Weg, das Überleben der Katzen zu sichern, neue Waldgebiete zu schaffen. 

In einem Gehege: Wildkatze sitzt auf einem Baum

Ein Hirsch frisst mir aus der Hand

Nachdem ich mich von den Samtpfoten verabschiedet hatte, ging ich weiter zu den Hirschen. Ein Exemplar fraß mir das Futter direkt aus der Hand. Der Hirsch war so vergnügt mit den Leckereien, dass er meinen kleinen Finger auch fast für eines hielt. Es war ein wirklich schönes Erlebnis, dieses große, wilde Tier so nah zu sehen und seine vorsichtigen Bisse durch den Handschuh zu spüren. Richtig „wild“ auf das Futter waren auch die Wildschweine. Sie kamen mit der ganzen Familie angerannt, um davon zu kosten. 

Hirsch frisst mir aus der Hand
Lecker… Dieser Hirsch hat mit viel Genuss an den Leckerlis geknuspert. Definitiv ein Highlight in der Alten Fasanerie, das ich nicht vergessen werde.

Alte Fasanerie: Wölfe aus der Tundra

Nachdem ich mir einen Kräutertee geholt habe, ging ich zu den Tundrawölfen – auch über diese anmutigen Tiere habe ich bereits berichtet. Bisher habe ich noch nie einem Wolf in die Augen geblickt. In der Alten Fasanerie war meine Premiere. Es fühlte sich sehr ungewöhnlich an. Mir war klar, dass eine Begegnung in der freien Wildbahn durchaus  tödlich enden könnte. Gleichzeitig bewunderte ich ihren wilden, gefährlichen und ungezügelten Blick. 

Der Tundrawolf in der Alten Fasanerie
Schönes Raubtier… Ich denke, der Tundrawolf war mein größtes Highlight in dem Wildpark.

Der Tundrawolf ist in Finnland und Russland verbreitet. Jungtiere werden vom gesamten Rudel großgezogen. Nach ein bis drei Jahren verlassen die Jungtiere ihr Rudel. Sie siedeln sich in der Nähe an, oder wandern fort. Die weißen Wölfe erbeuten Rehe, Rothirsche und Wildschweine. In manchen Regionen sollen sie sogar Jagd auf Hirsche machen. In der Alten Fasanerie leben zwei Exemplare: sie sind Geschwister. Erstaunlich fand ich es, wie schnell und leise sie sich durch ihr Quartier bewegten. Kaum machte es den Anschein, als läge das Tier schlummernd auf dem Waldboden, schon sprang es geräuschlos auf und lief ans andere Ende des großen Geheges. Absolut sehenswert!

Ich konnte trotz aller Anstrengungen nicht den gesamten Park und bei weitem nicht alle Tierarten erkunden. Die Alte Fasanerie beherbergt zusätzlich zu den bereits erwähnten Tieren auch Heckrinder, Wisente, Europäische Wölfe und Luchse. Neben Wildtieren sind auch verschiedene Haustierrassen wie Rhönschafe, Thüringer Waldziegen, Bentheimer Landschweine und Skudden zu bewundern. In kleineren Gehegen findet man Wildkatzen, Waschbären, Füchse, Dachse, Frettchen und Steinmarder. Die Vogelvolieren beherbergen Gold-, Silber- und Jagdfasan, Uhus, Schnee-Eulen, Krähen, Kolkraben sowie verschiedene Taubenarten. Ich freue mich schon riesig auf meinen nächsten Ausflug in den Hanauer Wildpark.


b)… es ist b).

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Greffern? Wtf ist Greffern?

Greffern: Die Nähe zu Baden-Baden und Rastatt macht diesen Ort besonders attraktiv, aber lässt ihn auch gleichzeitig etwas verblassen. Denn Natur, Wald und Gewässer gibt es in dieser Region en masse. Greffern hat jedoch etwas Einzigartiges an sich, das es nur dort zu finden gibt – nämlich künstliche Gewässer und Wanderwege in beträchtlicher Anzahl.

Kleines Boot treibt auf dem Baggersee in Greffern
Die stille Idylle im Winter: An diesem Ort hört dich niemand schreien – Spaß, da sind schon viele Gassi-Gänger unterwegs.

Das ist die Geschichte von Greffern

Greffern, seit 1974 ein Ortsteil von Rheinmünster, ist ein kleines Dorf in Baden-Württemberg. Im Jahr 2018 zählte es 2051 Einwohner und ist damit der größte Ortsteil in der Gemeinde. Das Dorf liegt rechtsrheinisch am Rhein und grenzt unmittelbar an Frankreich. Südwestlich erstreckt sich der Altrheinarm Kirchhöfel, während westlich der Grefferner Altrhein zu finden ist. Auf der anderen Seite des Rheins liegen Dalhunden und Drusenheim.

Greffern im Sommer: Ein kleiner Steg am Wasser und der sich andeutende Sonnenuntergang in der Ferne
Der Traum im Sommer: Dank der vielen Gewässer ist auch die Flora und die Fauna entsprechend vielfältig – auf diesem kleinen Steg traf meine Mutter mal auf eine Wasserschlange. Sie kommt bis heute nicht auf diese Begegnung klar.

Die Geschichte von Greffern ist eng mit dem Rhein verbunden. Vor der Rheinbegradigung musste das Dorf mehrmals verlegt werden, aufgrund der ständig wechselnden Flussverläufe. Im Jahr 2005 wurde der Polder Söllingen/Greffern fertiggestellt, um die unbesiedelten Rheinauen zwischen Freistett und Hügelsheim gezielt zu überfluten und somit zum Hochwasserschutz beizutragen. Das bedeutet, dass während wir hier in Hessen halber ertrinken – zumindest die Schafe – die Bewohner von Greffern friedlich durch die Wälder wandern können, ohne dabei auf Hochwasser zu stoßen.

Sommerliche Pflanzen an einem klaren See
Auch diese Aufnahme machte ich im Sommer – zu dieser Jahreszeit gibt es natürlich viel mehr Action an den Gewässern. Endeckt habe ich dort schon sämtliche Enten, Schwäne, Fische, Insekten, ein Ree, einen verwöhnten Chihuahua und weitere.

Mit der Fähre nach Frankreich

Die Geschichte von Greffern reicht bis in die römische Zeit zurück. In der Nähe der Schule wurde ein römisches Fundstück, vermutlich ein Altarstein, öffentlich aufgestellt und zeugt von dieser langen Geschichte. Obwohl ich mit Valentina dort hin und wieder Gassi gehe, habe ich diesen Stein noch nie gesehen. Egal, nächstes Mal achte ich besser drauf. Erfahre hier, wo der Hund in Frankfurt am liebsten Gassi geht.

Von Greffern aus gibt es eine Fähre, die den Rhein nach Drusenheim in Frankreich überquert. Dies verbindet die beiden Gemeinden auf charmante Weise und ermöglicht eine grenzüberschreitende Erkundung. Natürlich ist auch der Spaßfaktor nicht gerade gering, wenn man innerhalb von 5-10 Minuten Bootsfahrt in einem anderen Land steht.

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