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Kunst & Architektur

Impressionen: Nürnberger St. Lorenz Kirche

Für drei Tage und zwei Nächte hatte ich das Vergnügen, im schönen Nürnberg zu sein. Ich sah mir die Operette „Die Fledermaus“ im Staatstheater an, besuchte natürlich das bedeutsame Germanische Nationalmuseum und sah mir die St. Lorenz Kirche genauer an. Viel Zeit hatte ich nicht, aber ich konnte folgende Eindrücke sammeln:

Was für ein Anblick... Ich habe die St. Lorenz Kirche in Nürnberg bei gutem Wetter erwischt
Die St. Lorenz Kirche in Nürnberg ist eine gotische Kirche. Sie ist dem Heiligen Lorenz gewidmet.

Das Rosettenfenster, das du nur auf dem Bild der Außenfassade siehst, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert. Dies konnte erfolgen, weil Originalteile des Fensters im Depot des Germanischen Nationalmuseums gefunden wurden. In diesem Museum habe ich übrigens einige Lucas Cranachs gesichtet.

Bau der St. Lorenz Kirche in Nürnberg braucht über 200 Jahre

Der Bau der dreischiffigen Basilika begann um 1250. Der spätgotische Hallenchor wurde 1477 vollendet. Als ich vor diesem gigantischen Bauwerk stand, wurde mir klar, wie unbedeutend und klein ich bin.

Innenräume der St. Lorenz Kirche in Nürnberg
Seit der Reformation ist die Lorenzkirche neben der Sebalduskirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs, die beide zum Dekanat Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehören. 

Kirchenfenster in der St. Lorenz Kirche zu Nürnberg

Im Chor und im Langhaus der Kirche gibt es wichtige spätgotische Bleiglasfenster. Die Fenster im Hallenchor wurden im Jahr 1476/77 von Michael Wolgemut gestaltet. Teilweise basieren sie auf den Entwürfen von Hans Pleydenwurff, der im Jahr 1472 verstorben war. Wolgemut hatte zu dieser Zeit die Werkstatt von Pleydenwurff übernommen. Einer der Lehrlinge, die dort später von 1486 bis 1490 arbeiteten, war – halt dich fest – Albrecht Dürer:

Kirchenfenster in Nürnberg
Schmidtmayer-Fenster (von Albrecht Dürer und Hans Süß von Kulmbach)
Kirchenfenster, Malereien
Wenn jemand eine Ahnung davon hat, wessen Fenster das ist, gerne in die Kommentare schreiben.

Als ich durch diese wunderbare Kirche ging, hatte ich eine heftige Reizüberflutung. Mein Auge musste sich erstmal an die leuchtenden Farben der Kirchenfenster gewöhnen. Gleichzeitig sind die Gedanken von der Höhe der Kirchendecke überwältigt. Ich musste meinen Kopf ganz weit nach hinten fallen lassen, um die Schönheit der Gewölbe zu erblicken. Dabei versuchte ich natürlich meinen Mund zuzuhalten, denn ich kam aus dem Staunen gar nicht raus.

Kirchenfenster in der Nürnberger St. Lorenz Kirche
Hier sieht man den Annenaltar (1510, von Hans Süß von Kulmbach). Dahinter befinden sich die
Haller-Fenster (links) und die Knorr-Fenster (links).

Einzigartige Feinarbeit: Ein 20 Meter hohes Tabernakel

Das Sakramentshaus St. Lorenz, entstanden zwischen 1493 und 1496, ist ein rund 20 Meter hohes und zirka 3,40 Meter breites Tabernakel. Hier werden die geweihten Hostien aufbewahrt. Oberhalb des eigentlichen Sakramentsschränkchens sind verschiedene Szenen des Leidens Christi dargestellt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden Dach und Gewölbe stark beschädigt. Der Bau wurde jedoch wiederhergestellt. Die sehr bedeutende spätgotische Ausstattung blieb durch Auslagerung weitgehend erhalten.
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Reisen

Du hast einen Tag in Frankfurt – tu DAS

In Frankfurt lebe ich seit einigen Monaten und muss sagen, dass mich diese Stadt mit ihrer Vielseitigkeit überrascht hat. Dennoch habe ich klare Favoriten, die mir jedes Mal aufs neue den Atem rauben, auch wenn sie ziemlich banal sind. So kann ich mich beispielsweise nicht an die Skyline gewöhnen – schon gar nicht bei Nacht und sage immer wieder gerne: „Das schönste an Frankfurt ist Frankfurt bei Nacht“.

Ein Tag in Frankfurt: Skyline und Altstadt sind ein MUSS

1.) Schau dir die Skyline an. Tu es einfach. Von nah und weit, von unten und oben. Es ist ein Erlebnis, das dich prägt – und das sage ich als jemand, der zuvor kein Fabel für moderne Architektur hatte. Nun – spätestens, seit ich in Frankfurt lebe, lasse ich mich immer wieder von der gläsernen Schönheit faszinieren und kann mein Auge kaum von ihr abwenden. Hier habe ich mal die 9 besten Aussichtspunkte auf die Frankfurter Skyline zusammengestellt.

2.) Die Frankfurter Altstadt ist einfach wunderbar und wird niemals alt, egal wie oft ich hingehe. Hühnermarkt, Römerberg – egal. Einfach mal hingehen und bei Gelegenheit auch im Kaiserdom St. Bartholomäus vorbei schneien. Es ist ein tolles Erlebnis mit vielen traditionellen und auch antiken Geschäften und Buchläden. Wenn du mit dem Besuch der Altstadt in Frankfurt soweit durch bist, kannst du weiter zum…

Skyline in Frankfurt aus einer Anhöhe mitten in der Stadt.
Ich will ja nicht angeben (doch), aber das ist der wunderbare Ausblick aus meinem Büro in Frankfurt.

Kunst erleben in Frankfurt am Main

3.) …Städel auf dem Museumsufer. Auch wenn die Sonderausstellungen manchmal nach der verschachtelten Konzepten zusammengestellt sind – hierbei spreche ich ausdrücklich nicht von der Guido Reni Ausstellung, diese war nämlich das Highlight schlechthin – lohnt es sich immer die Dauerausstellung im Städel Museum zu besichtigen. Einfach mal hingehen und staunen.

4.) Und wenn du schon dabei bist, das Museumsufer in Frankfurt zu erkunden, dann statte dem Ikonenmuseum einen Besuch ab. Du brauchst maximal eine Stunde für die Ausstellung; der Eindruck bleibt jedoch für immer. Der Eintritt kostet 6 Euro. Erfahre hier, welche Ausstellung das Frankfurter Ikonenmuseum derzeit zeigt.

Russische Ikone hängt im Frankfurter Ikonenmuseum
Diese russische Ikone hängt im Frankfurter Ikonenmuseum.

Frankfurter Naturphänomen Düne – und mehr

5.) Zu guter Letzt: Die Schwanheimer Düne, die ein Naturerlebnis mit Faszinationsfaktor darstellt. Dieses Phänomen der Natur lockt mich immer wieder an und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Das Besondere an der Düne ist ihre Flora und Fauna. Sie hat sich über Jahrhunderte zu dem entwickelt, was sie heute ist und steht unter Naturschutz. Hier findest du alle Infos, die ich zur Schwanheimer Düne gefunden habe.

Die Schwanheimer Düne in Frankfurt-Schwanheim. Ein Naturerlebnis der Extraklasse
Das ist die Schwanheimer Düne im Spätsommer. An diesem fantastischen Tag habe ich sie entdeckt und sie sofort ins Herz geschlossen.

Natürlich gibt es in Frankfurt 1.000 weitere Dinge, die man besuchen könnte und sollte. Eine davon sind die Eiermann-Türme in Frankfurt-Niederrad (wenn du schon in Richtung Schwanheim fährst, dann geh dort unbedingt vorbei). Wenn ich einen einzigen Tag in Frankfurt hätte, würde ich genau diese Orte erleben wollen.

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Kunst & Architektur Reisen

Deshalb ist Berlin die geilste Stadt Deutschlands

Ich weiß, ich weiß – schwieriges Thema. Mit meiner Argumentation habe ich allerdings sogar mal einen Hamburger davon überzeugt, dass Berlin der geilste Scheiß der Bundesrepublik ist. 

Wenn eine Person für die Kunst lebt, dann wird sie in Berlin vor lauter Emotionen und Eindrücken ertrinken. Die Stadt zählt insgesamt 175 Museen, in denen man mit Kunst, Geschichte, Kultur und Wissen in Kontakt kommt. Eine Perle der alten Meister ragt dabei besonders heraus: Die Gemäldegalerie (bitte mit Engelsgesang im Hintergrund lesen).

Gemäldegalerie Berlin: Ein rundes Gemälde von Sandro Botticelli. Darauf abgebildet ist die Madonna mit Kind und mehreren singenden Engeln
Sandro Botticelli in der Gemäldegalerie: Madonna mit dem Kind und singenden Engeln, oder auch Madonna mit Lilien und acht Engeln – um 1477.

Gemäldegalerie: Unfassbare Mengen Kunst in Berlin

Die Gemäldegalerie hat mich für andere Kunstsammlungen verdorben. Wenn ich auch gestehen muss, dass die Alte Pinakothek in München oder auch die Stuttgarter Staatsgalerie überaus konkurrenzfähig sind.

Neben der fantastischen, überragenden und Aufsehen erregenden Gemäldegalerie – die das Zuhause von etlichen Rembrandts und einigen eindrücklichen Bellinis, Caravaggios Amor, Cranachs Jungbrunnen, Tizians Venus und weiteren 1.000 Werken ist – hat Berlin etliche renommierte Kunsthäuser, die nur darauf warten, dass du dich in ihnen verlierst:

Das sind ein paar der Museen, die ich bereits ausfindig gemacht habe und sagen muss: Ich liebe diese Stadt mit jeder Faser meiner Seele. Es hat mich immer wieder erstaunt, wie casual und unscheinbar diese Millionengemälde da vor sich her hängen, als wäre dies keine Besonderheit – da einen halben Meter weiter ein weiterer Künstler von Welt hängt. Und wo die Kunst in den Museen aufhört, fängt die Kunst im Alltag an. 

Das ist der Berliner Goldhot aus der Bronzezeit. Ein Artefakt, aus dünnem Goldblech, das zu einer Gruppe dreier weiterer Goldhüte gehört, die jedoch bei weitem nicht so gut erhalten sind, wie das vorliegende Exemplar.

Berliner Straßen: Glas, Gold, gigantische Säulen

Berlin ist unverschämt… Hunderttausende eilen täglich an atemberaubenden Wandmalereien und Fresken in abgeranzten Treppenhäusern vorbei, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Diese Art von Kontrasten habe ich bisher nur in Russland erlebt. Und wo die Kunst im Alltag aufhört, fängt die Architektur im Alltag an. Unendlich hohe Decken, gigantische Säulen, Skulpturen, Gold, Glas, Marmor, Brutalismus – während zwei Meter weiter prachtvolle Bauten aus dem 16. Jahrhundert stehen. Solange du in Berlin bist, kommst du aus dem Staunen nicht mehr raus. 

Ich wette, du findest 1.000 andere Gründe, warum Berlin die geilste Stadt in Deutschland ist – und ebensoviele, warum sie es nicht ist. Schreib mir gerne deine Sicht der Dinge, ich freue mich auf deine Mitteilung. 

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Reisen

Du hast 2 Tage in Heidelberg – das kannst du machen

Ich erinnere mich gerne an meine Zeit in Heidelberg zurück. Es ist auch gar nicht so lange her, dass ich dort gelebt und gearbeitet habe. Heidelberg ist eine weltoffene kleine Stadt mit einer sagenhaften Universität und einer süßen Altstadt. Der Besuch lohnt sich allemal – die Hotelpreise, ganz anders als die Mietpreise, sind angemessen und der Aufenthalt wird garantiert unvergesslich. 

Ich erinnere mich gerne an die Menschen dort zurück: Sie sind gastfreundlich und zurückhaltend – von den anderen Eigenschaften der Heidelberger sollte sich jeder sein eigenes Bild machen. 

Heidelberg: Spazieren durch Natur und Altstadt

Besonders liebte ich es immer, nachts am Neckar entlang zu spazieren, oder eine Runde durch den herbstlichen Wald oberhalb von Schlierbach zu drehen. Das Naturspektakel ist dort unbeschreiblich schön und eignet sich gut für eine wilde Fahrt mit dem Mountainbike. Apropos Fahrrad: Lese hier meine „Beinahe-Lovestory“, die sich nachts auf dem Weg von Heidelberg nach Mannheim ereignete.

Dass die Heidelberger Altstadt ein kleines Märchen ist, ist an dieser Stelle womöglich eine überflüssige Information, da sie, wenn ich mich nicht irre, so ziemlich die erste Anlaufstelle aller Reisenden ist. Dennoch lohnt sich die Altstadt immer.

Heidelberger Buchläden und Shops der Extraklasse

Besonders aufregend kann es dabei sein, sich auch in die kleineren, verwinkelten Altstadt-Gässchen zu begeben. Dort kann man viel Einzigartiges entdecken. So fand ich eines Tages beim ziellosen Spazieren ein kleines Geschäft der Extraklasse, namens „Letter & Co.“, das Füllfederhalter verkaufte. Es gab sie aus Glas, in verschiedenen Federstärken und Farben – manche wurden in nahegelegenen Manufakturen hergestellt und manche waren einfach unbezahlbar. Tinte, edles Papier, Federn, Siegel und Wachs – dort findet man alles, was das Herz des alten Dichters begehrt.

Wer nicht so auf Handschriftliches abfährt, kann kleine Boutiquen und Second Hands entdecken – Heidelberg hat einige davon. Auch antike Buchläden sind recht gut auffindbar und haben ein reiches Angebot, das alle Gattungen umfasst. Nicht ganz so antik, aber um so aufregender für Philosophen und Kunsthistoriker könnte der Buchladen „Artes Liberales“ am Kronmarkt sein. Der nette, extravagante Herr dort verkauft erlesene Klassik, Fachliteratur, schwere Philo-Bretter und wurde 2015 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis der Staatsministerin für Kultur und Medien ausgezeichnet. 

Die kleinen Geschäfte in Heidelberg sind oftmals authentisch. Die Stadt wird mit Sicherheit den Wunsch wecken, ein kleines Stück von ihr mitzunehmen, daher lohnt sich das Stöbern um so mehr.

Den Neckar entdecken

Wer Heidelberg im Sommer besucht, sollte gleich nach seiner Ankunft eine Runde Tretboot auf dem Neckar fahren. Den einen oder anderen Verleih gibt es direkt am Ufer. Nach Feierabend liebte ich es, mit meinen Kolleginnen dort Boot fahren zu gehen. Es macht die Gedanken frei und kann für viele Lacher sorgen.

Das sind meine ehemaligen Kolleginnen und ich, wie wir mit dem kleinen Bötchen über den Neckar fahren. Fotografiert von einer Kollegin, die in dem Boot hinter uns saß. Wir hatten viel Spaß an diesem Tag!

Wer so viel Glück hat, wie wir damals, lacht sich auch mal eine kleine abendliche Rundfahrt mit der Yacht an und entdeckt den Neckar aus ganz neuen Winkeln. Einfach mal frech sein und beim Bootsverleih fragen, ob das unter Umständen möglich wäre.

Kunst und Architektur in Heidelberg

Wenn du kunstinteressiert bist, könnte sich das Kurpfälzische Museum lohnen. Das kann besonders dann der Fall sein, wenn dort gerade eine starke Sonderausstellung ist. In Erinnerung geblieben ist mir die Ausstellung „Frauenkörper“ (24. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022). „Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre“ (5. März bis 11. Juni 2023) fand ich auch nicht übel. 

Ein emotionales Erlebnis wird garantiert die Jesuitenkirche sein. Sie hat eine überragende Architektur – so auch die Peterskirche  in der Nähe der Unibibliothek. Hierbei spielt dein Glaube, oder gar dein Nicht-Glaube keine große Rolle. Lass diese Pracht einfach auf dich wirken und dreh am besten eine Runde um die Kirchen – du könntest viele versteckte Details finden.

Lohnt sich das Schloss? Natürlich lohnt sich das Schloss! Hier findest du meine Fotostory vom Heidelberger Schloss, aus der Zeit, als ich noch für die Medien in Heidelberg gearbeitet habe. Am besten erreichst du die Schlossruine zu Fuß, denn von der Altstadt läuft man lediglich 10 Minuten. Senioren und Rollstuhlfahrer haben die Möglichkeit, die Bergbahn zu nutzen. Auf der Scheffelterrasse des Schlosses kann man dann romantisch seinen Tee schlürfen und den Sonnenuntergang antreffen. 

So essen Heidelberger

Kommen wir zum Essen. Heidelberg achtet auf seine Veganer und Vegetarier – Auswahl gibt es genug. Ich war verhältnismäßig nicht in vielen Restaurants, aber die, in die ich immer wieder gerne ging waren folgende: „Mahmoud’s“ (libanesisch / Falafel & Schawarma) – gibt es einmal in der Altstadt und einmal in Bergheim. Die Filiale in der Altstadt ist meine liebste. Aber Vorsicht vor der Mittagszeit dort – Studenten könnten das kleine Lokal füllen wie Sardinen die Krosse Krabbe in dieser einen Spongebob-Folge. 

Des Weiteren gibt es „Sakura“ (japanisch / Sushi), „Soban“ (koreanisch / Ramen) und „Nomad“ (slow food aus aller Welt). Atmosphärisch ist die Roofbar „Schilling“ (Sushi und Cocktails) – hier wirst du die wahrscheinlich beste Aussicht auf Heidelberg haben und die Besonderheit dieser Stadt spüren, aber vor allem sehen. Das Essen und die Cocktails haben mich persönlich dort noch nie so richtig beeindruckt, aber der Ausblick ist Weltklasse und erklärt sowohl die hohen Preise, als auch die Tatsache, dass man sich nach zwei Stunden schon aus dem Staub machen muss, weil die nächste Reservierung im Anmarsch ist.

Fazit: Heidelberg ist geil. Wer auf eine entspannte Stadt-Tour Lust hat, ist hier genau richtig. Und zwar zu jeder Jahreszeit. Hier gibt es genug Natur, viele Sehenswürdigkeiten und auch Unternehmungen für jedes Alter. Zum Studieren ist die Stadt sagenhaft – vorausgesetzt man kriegt genug Geld zusammen, um sich hier über Wasser zu halten. Aber auch das ist möglich, zeigt die Erfahrung.

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Reisen

Stadtwald Frankfurt: Ein grüner Riese mit Charakter

Die pulsierende Finanzmetropole Frankfurt mag auf den ersten Blick vor allem für ihre Wolkenkratzer und dunkle Ecken bekannt sein. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt ein verstecktes Juwel mitten in der Stadt – den Stadtwald. Dieser grüne Rückzugsort bietet eine Pause von dem hektischen Treiben des Lebens. Auch eine Fülle von natürlicher Schönheit erwartet dich dort.

Der Stadtwald Frankfurt, als die Blätter noch grün waren. Hier machten wir uns auf den Weg in ein kleines Abenteuer. Valentina, die kleine Chihuahua-Lady und ich auf einem Waldweg im Frankfurter Stadtwald. der Hund ist nur zu sehen, wenn man ihn wirklich sucht. Inmitten der grünen, frühherbstlichen Kulisse ist das kleine Wesen kaum zu sehen.
Hier starteten Valentina und ich unseren morgendlichen Spaziergang durch den Frankfurter Stadtwald. Na, wie schnell hast du den Hund entdeckt?

Mit kommt dieser eine verwunschene Herbsttag in den Sinn, an dem ich mit Valentina durch den Frankfurter Wald spazierte. Wir gingen auf große Entdeckungstour und starteten in Schwanheim. Es war mitten im Oktober, weshalb unser Weg mit bunten Blättern geschmückt war. Alleine wäre ich an diesem Tag mit Sicherheit nicht aus dem Haus gegangen, da aber diese kleine Chihuahua-Lady sportlich und voller Leben ist, ging ich ihren Wünschen nach und zwang mich dazu, weder Wind noch Wetter zu scheuen.

Im Frankfurter Stadtwald mit einem Chihuahua

Im Wald wartete auf uns ein pilziger Herbstduft und das goldene Licht der Sonne. Es sind eben diese Momente, für die ich unendlich dankbar bin, wenigstens hin und wieder mal auf diesen winzigen Hund aufpassen zu dürfen. Mit diesem Gedanken löste ich meinen verliebten Blick von Valentina und richtete ihn auf ein kleines Spektakel, das die Natur für uns vorbereitet hatte. Ich sah, wie der sanfte Wind die gelben Blätter von den Kronen der Laubbäume abholte und sie in einer Reihe durch die Lüfte wirbelte. Während die Sonne auf die Blätter schien, kreisten sie sich um die eigene Achse und sahen aus wie ein funkelnder Lametta-Regen.

Valentina, der Chihuahua posiert im Frankfurter Stadtwald vor einem Holzstapel. Die Atmosphäre ist herbstlich, es sind auch zwei Pilze zu sehen.
Hier blieben wir im Waldvor einem Holzstapel stehen. Ganz offensichtlich teilt der Hund meine Begeisterung für Waldpilze eher wenig bis gar nicht.

Der Wind spielte weiter. Er drehte mit den Blättern eine luftige Schleife und trieb sie weit über die höchsten Äste des Stadtwaldes. Es war wie ein Konzert und ich war wie eine versteinerte Zuschauerin, die auf diesen Auftritt der Natur nicht vorbereitet war. Meine Glücksgefühle überschlugen sich und ich richtete meinen Blick wieder auf Valentina. Offenbar bemerkte auch sie dieses Naturspektakel, doch war davon bei Weitem nicht so beeindruck wie ich. Viel lieber schnüffelte sie in der modrigen Erde, als wolle sie dort ihre niedliche Nase vergraben.

Wir setzen uns auf eine Holzbank und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Wie sich einige Zeit später herausstellte, waren es die letzten in diesem Jahr.

Stadtwald Frankfurt: Die Schönheit der Natur

Der Frankfurter Stadtwald erstreckt sich über 5.000 Hektar und bietet eine Vielzahl von Aktivitäten für Naturliebhaber und beherbergt darüber hinaus auch eine reiche Tierwelt. Mit etwas Glück kannst auch Du Nager, Rehe oder seltene Vogelarten beobachten.

Valentina und ich sahen während diesem und anderen Spaziergängen kleine Mäuse, Schmetterlinge, jede Menge Eichhörnchen. Zwei graziöse Spechte entdeckten wir auch und sahen ihnen fasziniert dabei zu, wie sie – wahrscheinlich – um die Wette flogen.

Stadtwald Frankfurt: Aktivitäten im Walde

Für aktive Besucher gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich im Frankfurter Stadtwald zu betätigen. Ein beliebter Ort ist der Opel-Zoo. Zwar ist er etwas außerhalb der Stadt, aber er beherbergt eine breite Palette von Tieren aus aller Welt – darunter die einzigen Elefanten Hessens. Ein weiteres Highlight, das ich auf meinen Spaziergängen entdeckt habe, ist der Kobelt-Zoo. Dort finden Besucher eine 17.000 Quadratmeter große Anlage, die das zu Hause für etwa 300 Tiere – darunter Affen, Ponys, Eichhörnchen und andere – ist. Und wenn das nicht genug ist, kannst du diese 5 besonderen Orte in Frankfurt besuchen.

Für Wanderer, Jogger und sogar Reiter gibt es im Frankfurter Stadtwald gut markierte Wege, die durch dichte Wälder und malerische Wiesen führen. Der Wald ist natürlich auch ein Paradies für Radfahrer: Seine Waldwege sind breit – und Erdlöcher habe ich bislang noch nicht entdeckt. Fährt man mit dem Fahrrad etwas aus Schwanheim und dem dort liegenden Wald hinaus, so kommt man zu den geilsten Türmen Frankfurts. Der Besuch der Eiermann-Bauwerke lohnt sich allemal!

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