Aus der Baden-Badener Innenstadt ist es nur ein Katzensprung zum Battert mit dem Alten Schloß (auch Schlossruine Hohenbaden genannt). Das erste Residenzschloss der badischen Markgrafenlag seit Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als 200 Jahre im Dornröschenschlaf. Es wurde durch die Bemühungen von Friedrich Weinbrenner und seinem Neffen Johann Ludwig Weinbrenner wieder zum Leben erweckt. Das Architekten-Duo entdeckte die Ruine neu und machte sie durch den Bau neuer Wege und die Sicherung der Bausubstanz für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Alte Schloss, das Ende des 16. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört wurde, bekam durch die Weinbrenners auch eine brandneue (höhö verstehste?) Stabilität. Sie stützten es ab, verfugten es neu und versahen es mit Treppen, Brücken, Aussichtsplattformen und Schlossgaststätten. Seitdem ist das Schloss zugänglich und zieht Romantiker, Künstler, Spaziergänger und Wanderer aus aller Welt an.
Mittelalter in Baden-Baden: Aus Burg wird Schlossanlage
Vermutlich strebte Hermann II (gest. 1130), der erste badische Markgraf, den Bau einer verteidigungsfähigen Burg an. Zuverlässige Quellen, die das belegen können, gibt es jedoch nicht. Nach ihm und den Markgrafen Hermann III. bis Hermann VI. ist auch der nördliche Teil mit dem viereckigen Bergfried (1) in der ersten Bauphase im 12. Jahrhundert als Hermannsbau (3) bezeichnet. Er bildet den höchstgelegenen Teil der Schlossanlage und wird auch Oberburg genannt. Im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert wurde die Oberburg durch Markgraf Rudolf I. und seine Nachfolger ausgebaut und verstärkt.
Volià der Grundriss. Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Rudolf I. hat im Jahre 1257 erstmals eine Urkunde mit „in castro Baden“ signiert. In dieser Bauphase bekam die Burg einen Festungscharakter durch vorgeschobene Zwinger im Süden und Osten. Wenn ich mich nicht komplett irre, ist das genau der Teil des Alten Schlosses, der die letzten Jahre über restauriert wurde und somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. Bei meinem letzten Besuch jedoch konnte ich endlich einen Blick in den Kerker werfen. Es war dunkel und gruselig. Ich machte schnell Bilder, dann wurde es Zeit, um mein Leben zu rennen.
Grusel-Wusel im Verließ……uuuund nichts wie raus
Bauphasen des Alten Schlosses im 14. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert brachte Markgraf Bernhard I., neben Gebietserweiterungen für Baden, auch Verbesserungen für das Alte Schloss mit sich: Der sogenannte Bernhardsbau (5), ein mächtiger Palast mit einem Rittersaal, entstand um das Jahr 1400.
Bernhards Sohn Jakob I., führte die Tradition fort und erweiterte die Burg von 1437 bis 1453 um den Jakobsbau (6). Damit beendete er auch dises Tradition, denn dieser vierstöckige Wohnbau war die letzte Erweiterung des Alten Schlosses. Dies Objekt wurde als Überbauung der Kapelle im Ostbereich zwischen Oberburg und Bernhardsbau platziert. Parallel zur letzten Ausbautätigkeit am Schloss Hohenbaden beginnt Jakob I. 1430 mit dem Bau des Neuen Schlosses. 1479 wird dieses von Markgraf Christoph I. bezogen. Zum Neuen Schloss gibt es hier bald auch einen Beitrag. Nur Geduld.
Tore des Schlosses: Romanische und gotische Spuren
An keiner Stelle des Alten Schlosses lassen sich die romanischen und gotischen Bauphasen so gut nachvollziehen wie an den Haupttoren: Wenn ich das richtig verstehe, datiert der Autor des vorliegenden Buches einen Torbogen auf um 1300 und einen Spitzbogen auf 1400. Dort seien frühgotische Abschlüsse der Erweiterungsbauten zu erkennen, während die beiden am Burgweg (9) folgenden romanischen Tore (12./13. Jahrhundert) mit ihren Rundbögen auf die ersten Bauphasen des Schlosses hinweisen. Kapiert? Ich auch nicht. Zu viele Tore und zu viele Himmelsrichtungen.
Grüße aus dem Schloss Hohenbaden
Eines aber kann ich über das Alte Schloss sagen: Es ist eine geile Nummer und immer einen Besuch wert. Ich liebe es, jedes Mal aufs Neue durch den Wald zum Schloss zu laufen und kurz vor dem Ziel noch mal Halt in der kleinen Kapelle zu machen. Das bereitet mir einfach Glücksmomente. Und dir bestimmt auch.
Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Umgezogen bin ich oft. Ich liebe es einfach, neue Städte im Detail zu erkunden, um sie dann wieder zu verlassen – wissentlich, was sie bewegt. Das Gefühl, dann eines Morgens in einer neuen Stadt aufzuwachen, rauszugehen und die ersten Vibes aufzufangen, die sie mir bereithält, ist für mich unbezahlbar. Manche fragen mich, wovor ich wegrenne – aber die haben das Leben nicht verstanden.
Das sind die Städte, in denen ich gelebt habe – chronologisch geordnet und sogar von 1 (lame) bis 10 (premium) bewertet:
Sochi (10 von 10) – die Stadt am Meer
Sochi ist das Paradies auf Erden. Von hier komme ich. Unten das Schwarze Meer und oben die verschneiten Berge – ein verrückteres Naturerlebnis habe ich sonst nirgends gesehen. Die Stadt hat 343.334 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010) und gehört zu den beliebtesten Kurorten Russlands. Ich komme gerne hierher zurück, zumal einige meiner nächsten Verwandten hier leben. Am meisten gefällt mir ihre Hektik, Pracht, das Klima (Subtropen) und das Essen.
Der Hafen von Sochi: Angeblich soll mein Uropa väterlicherseits daran mitgebaut haben. Copyright: IMAGO / Pond5 Images
Lörrach, ew… (3 von 10)
Kulturschock, nachdem Mama uns 2002 von Russland nach Lörrach brachte. Hier lebte ich bis zu meinem 20. Lebensjahr. Diese Zeit verdränge ich ganz gerne. Das einzige, was mich davor bewahrt hat, in dieser hässlichen Kleinstadt mit 48.158 Einwohnern ( Stand 2008) einzugehen, war wohl die Nähe zu Basel. Dort schien das Leben immer so farbenfroh und lebenswert. Basel besuche ich heute noch gerne – zumindest plane ich seit geraumer Zeit schon einen kleinen Besuch dort.
Man gönnt sich ja sonst nichts: Baden-Baden (9 von 10)
Vornehme Schönheit trifft auf gediegenen Rentnerflair. Genau das Richtige, was ich in dieser Zeit gebraucht hatte. Heute komme ich regelmäßig nach Baden-Baden und wundere mich immer wieder aufs Neue, wie hier so Vieles unverändert stillstehen kann. Seinen eigenen Charme hat das schon, aber wenn alles um dich herum stillsteht, drohst auch du irgendwann stillzustehen. Glaube ich. Doch manchmal tut das der Seele auch ganz wohl. Der um Baden-Baden liegende Schwarzwald ist absolut atemberaubend. Eine seltene Naturkulisse in Deutschland, die ich erst zu schätzen lernte, nachdem ich aus Baden-Baden bereits die Fliege gemacht hatte. Die baden-württembergische Kurstadt hat 55.123 Einwohner (Stand 2019) und ist die Partnerstadt von Sochi. Zufall? Ich glaube kaum. Lese hier über die Geroldsauer Wasserfälle – eins meiner Lieblings-Ausflugsziele.
Hier oben stehe ich immer wieder gerne und blicke auf das Friedrichsbad, die Baden-Badener Stiftskirche und den Rest der Stadt hernieder.
Wilde Zeit in Rastatt (8 von 10)
Rastatt als Stadt ist nicht gerade besonders. Aber ich hatte hier eine gute, wilde Zeit gelebt. Ich arbeitete extrem hart und ließ es auch ordentlich krachen. Dabei hatte ich einen sehr merkwürdigen Freundeskreis. Hier entschied ich mich dazu, Journalistin zu werden und habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut. Naja, paar Mal vielleicht. Höchstens vier Mal im Jahr. Rastatt hat 47.523 Einwohner (Stand 2008) und beherbergt ganz schön viele verrückte Gestalten – durchaus liebenswert.
Das Rastatter Barockschloss. Copyright: IMAGO / Pond5 Images
Hier floss das bayerische Weißbier: Lindau (6 von 10)
Die bayerische Inselstadt ist eine 10 von 10 ABER karrieretechnisch ging hier kaum etwas. Ich habe mich in Lindau vor Langeweile fast todgesoffen, kein Spaß. Ich fühlte mich extrem einsam, doch eben deshalb habe ich ein Stück weit zu mir selbst gefunden. Am meisten liebte ich die Natur: Den Bodensee, die Wanderrouten, die Sonnenuntergänge – es war ein absoluter Traum. Außerdem waren die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Lindau einfach premium. Werde nie die Birnen, Kräuter oder Äpfel vergessen. Einfach anders wild. Lindau zählt 24.673 Einwohner (Stand 2008).
Jap, das ist die Insel Lindau, Ausblick auf den Hafen am Bodensee. Copyright: IMAGO / Alexander Rochau
Karlsruhe (4 von 10) – eine Stadt für sich
Karlsruhe ist eklig, alter. Meine Karlsruher-Phase dauerte glücklicherweise nicht all zu lange und war geprägt von lauter Scheiß: Einem Lockdown nach dem anderen, meinem unerträglichen Studium der Technischen Redaktion mit Fokus auf Kommunikation- und Medienmanagement, meinem psychisch labilen Mitbewohner und Ekelwetter. Hass Karlsruhe, ehrlich. Ist wie Lörrach, nur in groß, mit 313.092 Einwohnern (Stand 2019).
Was maßen sich eigentlich die Heidelberger an? (7 von 10)
Heidelberg ist super schön. Die Natur, die Altstadt, die Sauberkeit, das Mitbestimmungsrecht der Bürger, der sorgsame Umgang der Bürger mit der Stadt und natürlich die wunderbare Uni. Weniger gefallen hat mir die Überheblichkeit der Heidelberger. Ich bin weitaus nicht die einzige, die der Meinung ist, dass die etwas zu viel von ihrer Stadt halten. Heidelberger fühlen sich so geil, dass sie die Stadt allen ernstes als europäische Kulturhauptstadt beworben haben. Alle, die nicht aus Heidelberg kommen, fragen mich „womit denn?“, wenn ich diese Tatsache droppe, die Heidelberger hingegen rallen gar nicht, warum das so abstrus ist und sagen oftmals sowas wie „Hä? Warum denn nicht? Wir haben doch ein Schloss“. Lol. Dennoch liebenswert und lustig. Einwohnerzahl: 160.355 (Stand 2019). Erfahre hier, was es sich in Heidelberg unbedingt zu sehen lohnt.
Jahaa, ihr habt ein nettes Schloss, liebe Heidelberger. Aber chillt mal, es gibt in Deutschland auch noch geilere Städte.
Mannheim – eine Stadt, die im Herzen bleibt (7 von 10)
Eine gemäßigt wilde Zeit verbrachte ich im weitaus weniger überheblichen Mannheim. Hier erlebte ich viele Abenteuer und war dankbar für jeden einzelnen Tag. Gearbeitet habe ich weiterhin in Heidelberg und pendelte im Sommer von Stadt zu Stadt mit dem Fahrrad. Lese hier, was ich eines Nachts Lustiges auf dem Weg nach Hause erlebt habe. Mannheim ist echter, einfacher und vielfältiger als Heidelberg. Mit 309.370 Einwohnern (Stand 2019) auch knapp doppelt so groß. Ich hatte wirklich Spaß dabei, die Stadt zu erkunden, wenn sie auch richtig hässliche und eklige Ecken hat. Aber auch schöne. Wirklich.
Mannheim von oben aus der Seilbahn der Bundesgartenschau 2023Auch das ist Mannheim – direkt am Wasserturm.Meine geliebten Brutaisten. Stehen schon seit Jahren zum Abriss bereit. Leider.Die Friedrich-List-Schule – eins meiner Lieblingsgebäude in MA. Architekt: Richard Perrey
Frankfurt am Main: Big crush? (7 von 10)
Nun lebe ich seit etwa einem Jahr in Frankfurt. Anfangs war es schwierig, mich mit der Stadt anzufreunden. Gründe dafür sind: Kriminalität, Dreck, Drogen, der Gestank von Kerosin und die riesigen Menschenmassen in der Innenstadt. Dann konnte ich mich jedoch einfinden und liebte eine Zeit lang mein Leben in der Mainmetropole. Die Stadt kann schon vielseitig, geil, laut, aufgeschlossen, kulturell, historisch, wild und kontrovers sein. Immerhin zählt sie 753.056 (Stand 2019) Einwohner.
Die leuchtende Frankfurter Skyline bei Nacht – ich liebe dich, FFM.Manchmal jedenfalls.
Nun muss ich sagen: ne. Nicht ganz mein Fall. Entweder, ich fand es vorübergehend so geil, weil ich das Leben in den wirklich schönen Städten bereits verdrängt hatte, oder ich atmete zu viel Crack am Bahnhof ein. (Spaß.) Frankfurt lässt mich wieder relativ kalt. Vielleicht treffe ich die falschen Menschen. Vielleicht wächst mir das Widerwärtige dieser Stadt langsam über den Kopf. Ich weiß es nicht. Diese 5 Dinge liebe ich aber an Frankfurt.
Eingenistet am westlichen Rand des Schwarzwaldes liegt die Stadt Baden-Baden. Sie ist ein Zentrum der Entspannung und Kultur. Mit einer Einwohnerzahl von etwa 57.000 Menschen bietet der kleinste Stadtkreis Baden-Württembergs eine außergewöhnliche Mischung aus historischem Charme und modernem Luxus.
Die Geschichte der Kurstadt reicht weit zurück. Schon die Römer kannten und schätzten die heißen Thermalquellen der Region. Diese natürlichen Ressourcen nutzten sie zur Errichtung eines Militärkurbads, das zum zentralen Treffpunkt für Erholungssuchende wurde. Die Thermalquellen sind bis heute ein Herzstück der Stadt und ziehen jährlich zahlreiche Besucher an.
Die Kuppel des Friedrichbads in der Innenstadt.
Riesiger Stadtbrand im Mittelalter
Im Mittelalter war die Bäderstadt eine bedeutende Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und diente als Namensgeberin für das spätere Großherzogtum Baden. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1689 verlor sie diesen Status jedoch an Rastatt, auch eine der Städte in der ich schon lebte, blieb aber weiterhin von regionaler Bedeutung.
Das 19. Jahrhundert markierte eine neue Ära für Baden-Baden, als die Stadt zu einem Treffpunkt für Adlige und vermögende Bürger aus ganz Europa avancierte. Angezogen durch das Casino und die exklusiven Kurmöglichkeiten entwickelte sich der Ort zur „Sommerhauptstadt Europas“. Prachtvolle Gebäude wie das Kurhaus und das Friedrichsbad zeugen noch heute von dieser glanzvollen Zeit.
Hello, hello! Das ist meine Lieblings-Fotokulisse: Die Aussichtsterrasse am Neuen Schloss.
Stadtteile und markante Lagen
Im Laufe ihrer Geschichte hat sich die städtische Gliederung der Kurstadt immer wieder gewandelt. Heute besteht sie aus elf Stadtteilen, darunter Balg, Ebersteinburg und Lichtental, sowie mehreren kleineren Wohnplätzen wie Gaisbach oder Gallenbach. Wie in jeder anderen Stadt, haben diese Stadtteile ganze eigene Charaktere mit ihren Besonderheiten und Mentalitäten. Diese Vielfalt in der Gemeindestruktur trägt zur charmanten Atmosphäre bei, die sowohl Einheimische als auch Besucher schätzen.
Die geografische Lage im Tal der Oos bietet nicht nur malerische Aussichten sondern auch ideale Bedingungen für den Weinbau in der Vorbergzone. Der höchste Punkt des Stadtgebietes befindet sich auf der Badener Höhe mit 1.002 Metern – perfekt für Naturfreunde und Wanderer.
Das Neue SchlossBlick auf die StiftskircheEngelsstatueNeues SchlossStiftskirche vom Alten Dampfbad gesehenGeroldsauer Wasserfall
Kulturstandort mitten im Schwarzwald
Baden-Baden dient auch als wichtiger Kultur- und Medienstandort mit wichtigen Veranstaltungen wie etwa den halbjährlichen Festspielen, internationalen Galopprennen, dem Oldtimertreff, SWR3 New Pop Festival und natürlich etlichen weiteren Veranstaltungen. Man denke nur an die philharmonischen Nächte und Konzerte. Die Stadt ist darüber hinaus auch Sitz mehrerer bedeutender Medienhäuser, wie etwa, man ahnt es, SWR3, BNN, arte und einiger anderer.
Zu den bemerkenswertesten Ereignissen zählt sicherlich die Aufnahme in die Liste der elf bedeutenden europäischen Kurstädten des UNESCO-Weltkulturerbes im Juli 2021. Dies unterstreicht einmal mehr den international anerkannten Wert dieser außergewöhnlichen Bäderstadt.
Komm nach Baden-Baden, es wird dir gefallen!
Badischer Hof, Villa Solms sowie zahlreiche Kirchen und Kurgebäude gehören zu den geschützten Denkmalobjekten innerhalb des Welterbebereichs, dessen Schutz durch nationale sowie internationale Richtlinien gewährleistet wird.
Ob du nun entspannte Tage in den historischen Thermen verbringen willst, den Schwarzwald entdecken willst, oder kulturelle und sportliche Aktivitäten suchst – Baden-Baden bietet eine nahezu unerschöpfliche Vielfalt an Möglichkeiten, um Körper und Geist zu beleben.
Daten zur Geschichte: Beginnen wir mit „Aquae“
Um 80 n.Chr. Die Römer errichten feste Bauten im heutigen Stadtbezirk von Baden-Baden. Um 200 Erste Blüte der Stadtgemeinde „Aquae“, später Hauptort des Verwaltungsbezirks „Civitas Aurelia Aquensis“. 259/260 Alemannen beenden die römische Herrschaft.
Von der Spätantike zur ersten markgräflichen Residenz
Um 500 Fränkische Eroberungen Um 700 Anlage einer Königspfalz in der Stadt 987 Erste Stadtkirche beurkundet 1046 Bis zur Kirchenreform im 19. Jahrhundert bildet der Oosbach die Grenze der Diözesen Speyer und Straßburg. 1112 Hermann II., der Erbauer von Schloss Hohenbaden (Altes Schloss), begründet als „marchio de Baduon“ die Zähringerherrschaft und damit die Markgrafschaft Baden. 1245 Markgräfin Irmengard stiftet das Kloster Lichtenthal. Um 1250 Markgraf Rudolf I. baut das Schloss Hohenbaden aus.
Das fantastische Alte Schloss (auch bekannt als Schloss Hohenbaden)
Baden-Baden: Kuren, Kriege, Klöster
1349 Die Thermalquellen werden zur Abwehr der Pest geöffnet. 1393-1431 Markgraf Bernhard I. von Baden baut das Schloss Hohenbaden noch weiter aus. Um 1420 Gründung des Klosters Fremersberg Um 1431 Ausbau von Schloss Hohenbaden und des Neuen Schlosses durch Markgraf Jakob I. 1453 Die Pfarrkirche wird in eine Stiftskirche (Kollegiatstift) umgewandelt und zur Grablege der Markgrafen. 1473 Kaiser Friedrich III. kommt zur Badekur und zum Fürstentag nach Baden; Anzeichen für eine zweite Blüte der Stadt. 1479 Markgraf Christoph I. verlegt seine Residenz ins Neue Schloss
Seit Jahren verwahrlost leider das Neue Schloss vor sich hin. Es ist nun im Privatbesitz.
1535 Teilung Badens in die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach Ab 1556 Reformation in der Kurpfalz und der Markgrafschaft 1574 Ausbau des Neuen Schlosses durch Baumeister Caspar Weinhart und den Maler Tobias Stimmer 1580 Im Zuge der Gegenreformation kommen Jesuiten und andere Orden an den Oberrhein; es folgen Klosterneugründungen: Kapuzinerkloster (1631) und Frauenkloster vom Heiligen Grab (1687) 1689 Im Orléansschen Krieg wird Baden-Baden fast vollständig niedergebrannt und zerstört.
Aufstieg Baden-Badens zwischen den Fronten
1706 Markgraf Ludwig Wilhelm verlegt die Residenz nach Rastatt; Baden-Baden ist nach dem Stadtbrand nahezu bedeutungslos; Rastatt und Karlsruhe werden Residenzstädte. 1748 Erste Urkunde über konzessioniertes Glücksspiel 1797-99 Der Kongress zu Rastatt „entdeckt“ die Stadt als Kurort; Beginn einer dritten Blütezeit 1806 Baden wird Großherzogtum 1807 Johann Friedrich Cotta lässt durch Friedrich Weinbrenner das ehemalige Kapuzinerkloster zum ersten Luxushotel in Europa umbauen: „Hotel Badischer Hof“ (derweil auf unbestimmte Zeit geschlossen – vor der Schließung war illegales Baden im Außenpool unter Umständen möglich).
Roulette und Romantik: Ein Weltbad entsteht
1815 Die Stadttore werden niedergelegt: zuerst das Ooser Tor; 1821/22 folgen Gernsbacher- und Beuerner Tor; 1834 das Obertor. 1818 Badische Verfassung 1824 Weinbrenner prägt mit seinem klassizistischen Baustil das Stadtbild von Baden-Baden: Neues Konversationshaus (Kurhaus) 1831/32 Durch die Auffüllung des Stadtgrabens entsteht die Grundlage für die heutige Sophienstraße. 1838 Der Bau einer Staatseisenbahn Mannheim-Basel wird beschlossen; Jean Jacques Bénazet ist Pächter der Spielbank; Höhepunkt der dritten Blütezeit 1846 Beim Bau des neuen Dampfbads werden die römischen Kaiser- und Soldatenbäder freigelegt. 10.5.1849 Einmarsch der Bundestruppen unter Prinz Wilhelm von Preußen in Baden-Baden 27.7.1849 Kapitulation der Republikaner in der Garnison Rastatt 1854 Gründung des Kurorchesters
1858 Erste Internationale Rennen in Iffezheim 1862 Liberale Reformen; Judenemanzipation; Eröffnung des Neuen Theaters 1863 Gründung eines Kunstvereins auf Anregung Großherzog Friedrichs I.; Dostojewskij weilt zum ersten Mal in der Kurstadt; die Künstlerinnen Pauline Viardot-Garcia und Clara Schumann lassen sich hier nieder 1864 Johannes Brahms‘ erster Aufenthalt in der Stadt 1865 Besuch von Victor Hugo und Richard Wagner 1867 Der Norddeutsche Bund ordnet die Schließung aller Spielbanken im Bundesgebiet ab 1870 an; Baden-Baden erhält eine Fristverlängerung bis 1872. 1869 Baubeginn des Friedrichsbads 1871 Nach Ende des Deutsch-Französischen Kriegs kommt es in Versailles zur Kaiserproklamation durch Großherzog Friedrich I. 1872 Aufhebung der Spielbank
Ihr kennt ja diese Schilder entlang der Lichtentaler Allee, die den Flair der damaligen Zeit widergeben. Diese Darstellung ist aus dem Jahr 1885.
1875 Nietzsche hält sich hier zur Kur auf 1880 Tonkünstlerfest; Bau der Russischen Kirche 1881 Gründung des ersten Tennisclubs Deutschlands in Baden-Baden 1887 Letzter Kuraufenthalt Kaiser Wilhelms I. in Baden-Baden 1898 Die Israelitische Gemeinde baut eine Synagoge. 1909 Max Laeuger entwirft und gestaltet die Gönneranlage. 1913 Eröffnung der Merkurbahn
Die Stadt während der zwei Weltkriege
3.10.1918 Prinz Max von Baden wird deutscher Reichskanzler 10.11.1918 Großherzog Friedrich II. dankt ab 1931 Der Stadtname „Baden-Baden“ löst erst jetzt offiziell den Namen „Baden“ ab. 1933 Machtergreifung der Nationalsozialisten; Wiedereinführung der Spielbank. 30.1.1934 Auflösung des Landtags 9./10.11.1938 Reichskristallnacht: die Synagoge wird niedergebrannt 22./23.10.1940 Deportation der jüdischen Bürger nach Gurs 1943 Schließung der Spielbank
Nachkriegszeit in der Kurstadt
1945 Nach Kriegsende wird die Stadt zum Sitz der französischen Militärverwaltung in Deutschland 1946 Gründung des Südwestfunks in Baden-Baden 1950 Wiedereröffnung der Spielbank und erste Nachkriegssaison des Kurorts 9.12.1951 In einer Volksabstimmung wird über die Zusammenfassung von Baden und Württemberg zum Südweststaat Baden-Württemberg abgestimmt
1962 Das Augustabad wird abgebrochen und dafür das neue Kurmittelhaus (später Caracalla-Therme) errichtet; Neuordnung des Bäderviertels 1989 Eröffnung des Michaelstunnels 1994 Öffentlich finanzierte Bäder- und Kurverwaltung wird privatisiert; „Baden-Baden Marketing GmbH“ koordiniert die neuen Einzelgesellschaften 1995 Das Inventar des Neuen Schlosses wird versteigert, der Verkauf des Schlosses ist vorgesehen.
Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Es regnete unaufhörlich. Also war es genau die richtige Zeit, um den Geroldsauer Wasserfall aus der Nähe zu betrachten. Ich erwartete ein gewaltiges Naturerlebnis und wurde nicht enttäuscht. Valentina begleitete mich auf dem schmalen, nassen Pfad. Der Hund sollte nämlich auch einen Eindruck von diesem Ort gewinnen. Bereits in dem kleinen Urwäldchen angekommen, füllten sich meine Lungen mit der reinlichen Luft. Es roch nach Regen und nassen Bäumen. Das Wasser überrauschte meine Gedanken. Glücklicherweise.
Das sind wir: Nasse Pfoten, aber glücklich ohne Ende.
Als ich das letzte Mal hier war, im August, rauschte der Grobbach noch leise und sanft in Richtung Innenstadt. Auch damals war es schön. Der Wasserstand war niedrig – der Geräuschpegel entsprechend auch. Eines Nachts ging ich sogar auf eine kleine Wanderung mit dem Ziel, nackt im Wasserfall zu baden. Mein fehlender Mut ließ mich aber nicht viel weiter kommen, als 100 Meter Strom aufwärts. Es war dunkel und gruselig. Ich badete dennoch schnell im Grobbach und machte mich sofort aus dem Staub. Die Idee, nachts im Wasserfall zu baden, lässt mich aber nach wie vor nicht los und ich bin offen für eine kleine Tour, sofern mich mindestens eine Person begleitet. Ich nehme diesmal auch einen Bikini mit, versprochen.
Geroldsauer Wasserfall nach ewigem Regen
Doch das diesmalige Erlebnis nach den ewigen Regenfällen war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher am Geroldsauer Wasserfall erlebt habe. Bereits auf dem Weg dorthin, sahen wir etliche Katarakte und Bächlein, die von allen Seiten in den Grobbach herunterstürzten. Einen größeren Wassersturz passierten wir auch. Das machte den Bach mächtig – wenn nicht sogar unheimlich. Fast keine Sau war dort, was natürlich wegen des Wetters verständlich ist, andererseits ein grober Verlust an alle, die sich von den Wetterbedingungen haben abhalten lassen.
Und das Beste: Dort blühte Rhododendron. Als hätte er nur auf uns gewartet, bevor er zu seinem alljährlichen Verblühen überging. Meine Handykamera kann diese Farbpallette nicht ansatzweise übermitteln, aber ich garantiere dir: es war unvergesslich schön. Die Rhododendron-Büsche wachsen hier dank Walter Rieger – Baden-Badens Gartenbaudirektor aus den 50er und 60er Jahren. Er soll sie damals dort angebaut haben und so das Naturgebiet nachhaltig geprägt haben. Neben Rhododendron wächst hier auch eine Vielfalt an Bäumen, Gräsern und zu bestimmten Zeiten auch Pilzen. Doch das wohl wertvollste Gewächs ist ein seltener Farn: Der Entferntfiedrige Dornfarn (Dryopteris remota). Er wurde erstmals im Jahr 1834 entdeckt.
Geroldsauer WasserfallKleiner Katarakt umgeben von Entferntfiedrigem DornfarnRhododendron vor Ort
Baden-Baden: Naturdenkmal in Geroldsau
Am Wasserfall angekommen, sahen wir das, wonach ich mich gesehnt hatte: Eine gewaltige Wassermenge, die beinahe eskalierend aus ihrer Anhöhe stürzte. Der Hund und ich starrten wie gebannt in das herabfallende Wasser hinein und spürten die mikroskopischen Wasserspritzer in Gesicht und Schnauze. Ohne den Blick vom Wasserfall zu lösen, setzte ich mich auf einen nassen Stein und genoss die Natur um mich herum. Seltene Glücksgefühle überkamen mich und ich vergaß jeden beschissenen Tag, den ich in den letzten Monaten habe über mich ergehen lassen.
Aussicht vom Holzsteg über dem WasserfallAuf dem PfadValentina im BlütenmeerUnfassbar, diese Wassermengen. Üblicherweise sind sie etwa drei Mal weniger. Schätze ich mal.
Der Geroldsauer Wasserfall befindet sich im Nordschwarzwald. Seine Fallhöhe beträgt sechs Meter. Zu finden ist er, wie der Name bereits verrät, in Geroldsau, einem Stadtteil von Baden-Baden. Jedoch wurde mir mal erklärt, dass sich die Geroldsauer ganz und gar nicht Baden-Baden zugehörig fühlen.
Dank seines einzigartigen geologischen Werts hat der Geroldsauer Wasserfall den Status eines Naturdenkmals erreicht und ist damit ein absolutes Muss für alle Besucher der Stadt. Die Behörden für Naturschutz ordnen ihn aufgrund seiner Seltenheit als äußerst schutzwürdig ein.
Als das „hessische Porto“ bezeichnete ich ein kleines Städtchen am Neckar, als ich einen Artikel über Kurzurlaube in der Region schrieb. Auf den verwendeten Bildern erinnerte mich die Stadt mit ihren Promenadenhäuschen entfernt an meine fantastische Zeit in Porto – und so war der Titel geboren. Die Bilder des Städtchens gefielen mir so gut , dass ich am Tag darauf hinfuhr. Ich hatte nicht all zu viel versprochen: Fluss, Stadtbild vom anderen Ufer des Flusses sowie auch die bergigen kleinen Gassen versetzten mich sofort zurück nach Portugal. Dass ich mich in Deutschland befand, war allerdings deutlich spürbar.
Mein Ausblick auf dem Weg zum Schloss.
Hirschhorn (Neckar) – das „hessische Porto“
Während ich das kleine Örtchen Hirschhorn (Neckar) erkundete, fiel mir sofort die geleckte Sauberkeit auf. Jedes Blümchen hatte dort seinen Platz. Vom Kopfsteinpflaster hätte man wahrscheinlich essen können, so sauber war es. Die süßen Fachwerke und Ziegelhäuschen erinnerten zwar entfernt an die zarten Tafelhäuschen in Porto, gaben mir aber ein eindeutiges Hessen-Feeling.
Beeindruckend fand ich die Natur. Vor allem hoch oben auf dem Schloss – dort lässt es sich über die ganze Region blicken. Fluss, Berge, Frühlingsgrün – es war wirklich traumhaft. Mein Aufenthalt auf dem Schloss war sehr schön, so auch mein Besuch in der kleinen Klosterkapelle. Ich wechselte die Flussseite und setzte mich ins Gras. Von hier hatte ich einen traumhaften Blick auf das „hessische Porto“. Dann malte ich es. Das war das erste Mal, dass ich mich für das Motiv Landschaft entschieden habe. Das sollte auf jeden Fall noch mal ordentlich geübt werden. Aber ich hatte Spaß – und das ist genau das, was zählt.
Ich steh zur Zeit drauf, mit Tinte zu malen. Das mit der Landschaft üben wir aber noch mal ordentlich.
Hirschhorn am besten mit Heidelberg kombinieren
Was Hirschhorn von Porto unterscheidet, sind natürlich Stille und fatale Langeweile. Ein Tagesausflug lässt sich noch aushalten, ein Kurzurlaub wäre mir etwas zu viel des Guten. Die kleine Landstadt ist der perfekte Ort für alle, die ihre Ruhe suchen. Dort gibt es nämlich nicht all zu viel zu tun, außer spazieren, wandern, auf den Neckar starren und wahrscheinlich essen gehen. Aus den kleinen Restaurants der Ortsmitte roch es nämlich fantastisch. Ich jedoch hatte an diesem Tag nicht so Bock zu essen und hatte nur ein Wasser und einen Kaffee vom Mannheimer Bahnhof. Dafür, und für die Fahrt insgesamt, gingen vier Euro drauf. Bloß kein Beispiel an mir nehmen, man sollte in den Regionen immer Kohle liegen lassen, um die lokalen Unternehmen zu unterstützen.
Ab durch die kleine LandstadtStadtmauer, I guess?Über der SchleuseAusblick von der SchlossterrasseGebäudeteile des SchlossesAusblick vom anderen Ufer
Hirschhorn: Kurzer Waldtrip durch das „Porto Hessens“
Später gab es noch eine kurze Action durch den Wald. Ich fand den historischen jüdischen Friedhof, der äußerst liebevoll gepflegt war – wie eigentlich alles in Hirschhorn – und genoss das zarte Grün der Bäume, das nur wenige Tage zuvor zum Vorschein kam. All zu lange war ich nicht im Wald, meine Schuhe brachten mich nämlich fast um.
Ich, wie ich Spaß in Hirschheim habe.
Es war ein fantastischer Tag, den ich mit mir selbst verbrachte. Es herrschte schönstes Wetter und Hirschhorn war mir eine Freude. Alle Menschen, die mir dort begegneten, strahlten mich an, lächelten, nickten und waren einfach genau so süß, wie ihr kleines Landstädtchen am Neckar.
Von Frankfurt fuhr ich 2,5 Stunden mit der Bahn. Mit dem Auto soll es etwas schneller gehen, aber ich wollte unterwegs natürlich wieder Leute in der Bahn malen.
Im Westen von Frankfurt verbirgt sich auf knapp 60 Hektar ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet, das zu den bemerkenswertesten Standorten der Region zählt. Es handelt sich hierbei um die Schwanheimer Düne, eine der seltensten Binnendünen Europas.
Die Düne, die 1984 vom Land Hessen zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ist Heimat für seltene Pflanzen und Tiere. Besucher können hier unmittelbar die faszinierende Natur der Dünen erfahren, ohne sie zu stören. Dies wird durch einen hölzernen Bohlenweg ermöglicht, der mitten durch die einzigartige Landschaft verläuft. Darüber hinaus sind weitere Teile des Gebiets über sandige Wanderwege zugänglich.
So wie’s aussieht, traf der diesjährige Frühling hier schon ein: Erste Sonnenstrahlen küssen die Dünen.
Die Entstehung der Schwanheimer Düne in Frankfurt
Die Schwanheimer Düne entstand vor etwa 10.000 Jahren. Winde trugen feinen Sand aus dem Flussbett des Mains hierher und formten dieses beeindruckende Landschaft. Doch auch der Mensch spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des seltenen Naturschutzgebiets: Vor Jahrtausenden rodeten Siedler den bewaldeten Bereich und schufen Raum für die heutige Vegetation. Außerdem bauten sie die Streuopstwiesen an.
Die Düne in Schwanheim ist ein Biotop für eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. So wächst dort Silbergras, typisch für Binnendünen, sowie Bauernsenf und Sand-Grasnelken. Die alten Kiefern verleihen der Gegend ihren einzigartigen Duft, der mich an subtropische Küsten erinnert. Jeder Besuch in den Schwanheimer Dünen ist einzigartig. Sowohl im Herbst als auch im Winter und Frühjahr ist die Natur und Atmosphäre hier sichtlich verändert. (Ich freue mich bereits auf dem Sommer, denn zu dieser Jahreszeit habe ich die Düne noch nicht erlebt).
Der hölzerne Bolenweg führt durch den beeindruckenden Teil der Schwanheimer Düne, wo die alten Kiefern wachsen.
Diese Tiere leben in der Schwanheimer Düne
Unter den seltenen Tierarten befindet sich der Gelbe Pirol, ein Singvogel aus dem Norden und Westen Eurasiens. Auch Steinkäuze, Neuntöter und Grauspechte kann man während eines Spaziergangs durch dieses Areal beobachten.
Persönlich konnte ich bisher Eichelnäher, Greifvögel und Eidechsen beobachten. Menschen und Hunde sind aber auch hin und wieder zu sehen (höhö).
Zum Vergleich: So sieht die Schwanheimer Düne im Herbst aus.
Eine kleine Wanderung am Frankfurter Naturschutzgebiet
Das Schutzgebiet erstreckt sich über den hölzernen Bohlen weg hinaus bis hin zu Streuobstwiesen zwischen dem sandigen Bereich und dem Kelsterbacher Weg. Hier grenzen sie an das Territorium alter Eichen. Geht man den hölzernen Bolenweg bis zum Schluss, entdeckt man auch die vollständig eingezäunte Schmitt’sche Grube. Dran bleiben – vielleicht gelingt es mir, eines Tages einen legalen Weg zu finden, mir das Gewässer aus der Nähe anzusehen.
Für Wanderfans bietet die Schwanheimer Düne attraktive Routen durch das Frankfurter Naturschutzgebiet. Eine beliebte Strecke startet an der Bushaltestelle „Alter Friedhof Schwanheim“ und führt über die Streuobstwiesen zu den Dünen bis hin zum Mainufer, von dem man mit der Fähre entweder nach FFM-Höchst tuckern kann, oder einfach am Fluss entlang spazieren kann. Hier findest du 5 weitere Orte in Frankfurt, die du unbedingt erlebt haben solltest.
Transparenzhinweis:
Diesen Artikel habe ich anhand eigener Informationen, die du hier vollständig einlesen kannst, durch die KI gejagt und nochmals nachredigiert. Der Ursprungstext ist natürlich um einiges lebendiger, aber zwei Mal das gleiche mit der gleichen Energy zu schreiben ist, glaube ich, Irrsinn.
Vor über einem halben Jahr zog ich nach Frankfurt am Main wegen meines Jobs. Ich brauchte erstmal Anlauf, aber ich habe in dieser Zeit die Stadt zu würdigen und zu lieben gelernt. Woanders will ich an diesem Punkt meines Lebens nicht sein. Die Mainmetropole hat mich aufgenommen und wir viben miteinander wie zwei verliebte Teenager. Diese Dinge liebe ich besonders an der Stadt:
Das macht mich an Frankfurt emotional
An Frankfurt liebe ich am meisten die Skyline. Klingt banal, ich weiß. Aber ich kann mich nicht an die Schönheit der gläsernen Hausfassaden gewöhnen. Immer wenn ich in meiner Redaktion arbeite und nach draußen blicke, überkommt mich ein Gefühl der Euphorie. Denn ich sehe von dort das Bankenviertel mit all seinen Wolkenkratzern und architektonischen Meisterwerken. Bei Nacht ist Frankfurt noch viel intensiver. Es raubt mir den Atem, auf die nächtliche Stadt zu blicken.
Die Kontroversen: Das, was mich anfangs noch so abgeschreckt hat, weiß ich mittlerweile zu schätzen. In Frankfurt siehst du sowohl den Glanz als auch die Schattenseiten des Lebens. Du erlebst täglich das Schöne und auch das Hässliche – das abgejunkte und nach Pisse stinkende und gleichzeitig das sanfte und unschuldige. Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber ich fühle mich gewissermaßen am Leben, wenn mir beide Extreme vor Augen gehalten werden. Sich da mittendrin aufzuhalten fühlt sich manchmal surreal und verrückt an – gleichzeitig aber auch so echt, wie kaum etwas anderes.
Guten Morgen, Frankfurt! So wunderschön ist es hier manchmal.
Das macht die Stadt so lebenswert für mich
Die Menschen: Bevor ich in die Mainmetropole zog, hatte ich Angst vor den Menschenmassen, die dir hier beispielsweise an der Zeil oder Konsti täglich begegnen könnten. Mittlerweile komme ich gut damit zurecht und liebe das Gefühl der Anonymität. Ich liebe es, dass es hier keine Sau bockt, wer ich bin und was ich mache. Ich liebe es aber auch, dass viele Menschen – vor allem junge Menschen – hier so unerwartet süß und zugänglich sind.
Stadtskandale habe ich schon immer geliebt. Genau genommen, über diese zu schreiben. In Frankfurt geht das natürlich etwas wilder zu, als beispielsweise in einem verkorksten Heidelberg. Stadtskandale aufzudecken, ist natürlich noch viel geiler, als nur von ihnen zu berichten. Das Letzte, was mir so gut gefiel, waren die Händler in der Kleinmarkthalle, die sich vom anstehenden Umbau hintergangen fühlen. Von diesem Termin habe ich lange nicht so viel erhofft, wie ich letztelendes bekommen habe. Besonders spannend waren auch die andauernden Recherchearbeiten und das ewige Warten auf ein Statement der Stadt.
Ja, auch das ist Frankfurt: Die Schwanheimer Düne genau genommen.
Auch die Natur in und um Mainhattan ist buchstäblich wild: Der Frankfurter Stadtwald ist wunderschön, die Schwanheimer Düne, der Taunuswald – hier gibt es genug zu sehen. Und wenn dir das nicht reicht, dann solltest du unbedingt diese Orte in Frankfurt besuchen.
Meine Zeit in München war im Großen und Ganzen schön. Dort angekommen stürmte ich sofort in die Alte Pinakothek. Auch wenn meine Begleitung versuchte, das renommierte Kunsthaus schlecht zu reden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Pinakothek eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt ist. Sie beherbergt eine umfangreiche Sammlung europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Auch zeichnet sich das Museum durch seine beeindruckende Architektur aus. Die Alte Pinakothek ist nicht nur ein Ort der Kunstgeschichte, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Münchens, das ich niemals NIEMALS verpassen würde.
Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen (1500-1505). Dieses Gemälde kenne ich seit über 20 Jahren, erstmals gesehen habe ich es in der Sonderausstellung der Alten Pinakothek.
Sonderausstellung in der Alten Pinakothek München
In der Alten Pinakothek erwischte ich auch den vorletzten Tag der Sonderausstellung „Venezia 500“. Sie bezog sich insbesondere auf die Malerei während der Renaissance. Dabei wurden 15 Werke aus der Münchner Sammlung sowie etwa 70 Leihgaben aus internationalen Kunsthäusern gezeigt. Es war eine wirklich sagenhafte Ausstellung. Da ich unersättlich und verwöhnt bin, hätte ich mir mehr Bellini gewünscht – ganz egal ob Jacopo, Gentile oder Giovanni Bellini.
Im Museumsshop der Alten Pinakothek angekommen lauteten meine Worte: „Ich kauf’ hier safe nichts. Gar kein Bock, heute den ganzen Abend lang da so ne scheiß Tüte mitzuschleppen.“ Etwa 25 Sekunden später stand ich da – das Riesenbuch von Hans Baldung mit seiner frivolen Madonna auf dem Titel fest umschlossen.
Spaß in München: So schön war’s
Wenig später traf ich mich mit einer Kollegin und einem Kollegen aus der Münchner Redaktion. Ein Vibe die zwei. Habe es sehr genossen, sie wiederzusehen. Beide sind extrem lustig, gut gelaunt und intelligent. Ihre Geschichten und seine dazu passenden Witze sind eine fatale Kombination. In dem Restaurant, in dem wir saßen, lachte ich natürlich am lautesten und hatte wahrscheinlich auch den größten Spaß.
Viel zu früh ging ich ins Bett und machte mich am nächsten Tag auf den Weg in die Münchner Residenz. Die pompösen Zimmer des Schlosses und das großzügig verteilte Gold darin haben ihren Eindruck hinterlassen. Es gab ziemlich viel zu sehen. Schimmernd und funkelnd wurde es ebenfalls. Erfahre hier, ob sich der beinahe-wuchere Ticketpreis für die Residenz in München lohnt.
An Üppigkeit ist die Münchner Residenz wohl kaum zu überbieten. Eine schöne Erfahrung, die mich eine Menge Geld gekostet hat.
Die Münchener Nächte sind anders wild
Dann wurde der Abend richtig spicy. Ich traf mich mit der gleichen Kollegin wie am Vorabend und einer weiteren Granate aus der Redaktion in München. Eigentlich wollten wir einfach nur eine Stunde unterwegs sein. Zwei Bars und mehrere Lachanfälle später landeten wir – eine im Dirndl, eine im Engelskostüm, eine im Feenkostüm – bei einer der beiden Granaten daheim. Das nächste, woran ich mich erinnere, ist die Münchner Redaktion am nächsten Morgen. Dann fuhr ich wieder schweren Herzens und Kopfes nach Frankfurt.
Was mir bei dieser Reise in die bayerische Landeshauptstadt auffiel, waren die Menschen. Sie sind schön, weitaus besser angezogen als in den anderen Städten, in denen ich bisher gelebt habe; sie sind sexy, sie flirten ständig und sie können sich benehmen. Einfach angenehm. Darüber hinaus ist München extrem sauber und ist für mich allumfassend die schönste Stadt Deutschlands. Frankfurt liebe ich aber natürlich auch. Keine Frage.
Vor jedem Ornament wäre ich in München am liebsten stehen geblieben.Die bayerische Staatsoper… omgDas Münchner Rathaus in seiner zügellosen Pracht.Das erste architektonische Highlight, das ich sag, als ich die Innenstadt betrat.
Bei einem vormaligen Besuch in München legte ich noch einen großen, nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch der Sommer über die Straßen der Stadt. Ich werde diese Nächte niemals vergessen.
Dieses Gebilde war mit Muscheln und kleinen Steinen verziert – sagenhaft.
Die Münchner Residenz: Einst war sie der Sitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Haus Wittelsbach – von 1508 bis 1918. Heute ist die Residenz im Münchener Bezirk Altstadt-Lehel ein einzigartiges Baudenkmal. Immerhin ist sie das größte Stadtschloss Deutschlands, das jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt anzieht. So auch mich.
Das asoziale an der ganzen Sache war der Preis. Als Pressevertreterin zahle ich nicht, wenn ich über städtische oder kulturelle Einrichtungen schreibe. Da aber mein Presseausweis zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu mir war, wurde ich zur Kasse gebeten. Der nicht-so-ganz-charmante Kassier zockte mir 20 Euro ab. 20 verschissene Euro. Nun stellt sich die Frage: Lohnt sich die Münchner Residenz für 20 verschissene Euro? Let’s go.
Wenn ich mich recht entsinne, war das das Arbeitszimmer des Königs. Nagel mich aber nicht darauf fest.
Münchener Residenz: Auch sie war mal klein
Über vier Jahrhunderte hinweg haben renommierte Architekten das Erscheinungsbild der Residenz geprägt. Am Werk waren Friedrich Sustris, Joseph Effner, François de Cuvilliés d. Ä. und Leo von Klenze. Der Wandel vom schlichten Wehrbau zur monumentalen Vierflügelanlage spiegelt dabei verschiedenste Baustile wider. Von der Renaissance über Barock und Rokoko bis hin zum Klassizismus ist jeder Stil vertreten.
Die eindrucksvolle Anlage besteht aus vier Hauptbauten: dem Festsaalbau an der Hofgartenstraße, dem Apothekenbau am Marstallplatz, dem Königsbau am Max-Joseph-Platz und dem Maximiliansbau an der Residenzstraße. Auch das Cuvilliés-Theater, die Allerheiligen-Hofkirche sowie der Hofgarten und der Marstall gehören zum Ensemble.
Die recht schlichte Allerheiligen-HofkircheAuf jeden Fall reichlich Gold-in-die-FresseEin Raum, der mich mit seinem Vibe an Russland erinnert
40.000 Quardarmeter Grundfläche
Zu den Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurde die Münchner Residenz stark beschädigt. Doch dank der Arbeit des Architekten Otto Meitinger konnte sie wieder in ihrer ganzen Pracht aufgebaut werden.
Heute beeindruckt die Münchner Residenz nicht nur durch ihre Größe von mehr als 40.000 Quadratmetern Grundfläche. Sie beherbergt auch eines der bedeutendsten Schlossmuseen Europas mit über 150 Schauräumen. Ihre Besucher können sich auf eine Zeitreise durch verschiedene Epochen begeben und dabei zahlreiche Kunstschätze bewundern.
Schöne Deckenmalereien im Schlafzimmer der Herzogin. Da würde ich auch gerne mal drin… schlafen.
Die Geschichte der Münchner Residenz
Die Münchner Residenz ist mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk. Sie ist auch ein historischer Ort, der bereits vor Jahrtausenden von Menschen genutzt wurde. Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2014 stießen die Forscher direkt auf ein fast unversehrtes Grab aus der spätbronzezeitlichen Epoche. Der genaue Fundort war unterhalb des Apothekenhofes.
Die Residenz begann ihre Geschichte im 14. Jahrhundert als Neuveste (eine gotische Wasserburg). Damals war sie von der Stadt aus nur über eine befestigte Brücke erreichbar. Mit der Zeit verlor die Burg ihren Verteidigungscharakter und wurde zum herzoglichen Wohnsitz. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte und erweiterte sich die Neuveste. Ein Großteil dieser Veränderungen fand im 16. und 17. Jahrhundert statt. Unter Herzog Wilhelm IV. löste die Neuveste den Alten Hof als herzoglichen Wohnsitz ab und wurde zur neuzeitlichen Residenz.
Ein Leben im Überfluss – wie sich das wohl anfühlt? Man beachte die überaus aufwendigen Parkettarbeiten.
Münchner Residenz: Mehr als 150 Schauräume
Im 19. Jahrhundert fanden weitere bedeutende bauliche Veränderungen statt. Insbesondere König Ludwig I. veranlasste größere Ausbauarbeiten. Leo von Klenze errichtete Flügel des Königsbaus und des Festsaalbaus sowie der Allerheiligen-Hofkirche im klassizistischen Stil. Stehen wir vor der Residenz, blickt auf uns ein schöner Stil-Mix herab, der im ersten Moment relativ schwer zuzuordnen ist.
Feinste Goldarbeiten an den Wänden und der DeckeGearbeitet wurde in verschiedensten Stilen – Hauptsache üppigDieses Gebilde war mit Muscheln und kleinen Steinen verziert – sagenhaft.
Heute zeigt das Residenzmuseum mehr als 150 Schauräume, darunter prunkvolle Säle, repräsentative Wohnräume und wertvolle Kunstschätze. Eines der Highlights ist das Antiquarium, der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen, der im Erdgeschoss des Gebäudes platziert ist. In den 20-Euro-Ticketpreis mit einbegriffen sind auch die Porzellansammlungen, Miniaturgemälde, die Schatzkammer und das Cuvilliés-Theater.
Das Antiquarium in der Münchener Residenz – einfach unvergesslich.
Die Münchner Residenz bietet also einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit. Von den Anfängen als mittelalterliche Burg bis hin zu ihrer Entwicklung zu einem der größten Stadtpaläste. Mein Gefühl sagt mir, dass sich der Eintritt für 20 Tacken lohnt. Ich konnte bei Weitem nicht alle Teile des Schlosses bestaunen. Erfahre hier, was ich sonst noch in München getrieben habe.
Die Erlöserkirche in Bad Homburg vor der Höhe – als ich sie betrat, blieb mein Herz stehen. Mein Plan war es nicht, in der hessischen Kurstadt dermaßen überwältigt zu werden. Ich wollte in Bad Homburg doch nur etwas herumlungern. Aber die Erlöserkirche ergriff mich und ließ mich staunen wie ein Kind. Farbwahl, Mosaikarbeiten, Decken- und Glasmalereien. All das hat mich zutiefst berührt.
Das ist die Außenansicht der Erlöserkirche. So weit, so klar. Wart‘ ab, was innen auf dich wartet.
Evangelische Erlöserkirche in Bad Homburg
Die Bad Homburger Erlöserkirche stellt ein beeindruckendes Musterbeispiel der wilhelminischen Neuromanik dar, geprägt durch Jugendstilelemente. In ihrer Architektur verbindet sie die Vision eines christlichen Kaiserreichs. Wobei sie im Innenraum Elemente der sizilianischen Romanik und außen Merkmale der deutschen Hochromanik aufweist. So heißt es zumindest bei Wikipedia. Als ich die vier Türme von weitem Sah, dachte ich: Frühgotik. Dann kam ich näher und verstand, dass da etwas nicht stimmen kann. Die Kirche ist nämlich anders als andere frühgotische Bauwerke, die ich kenne.
„Franz Schwechten hat die Kirchen 1903-1908 nach Plänen von Max Spitta erbaut.“ Als ich dieses Schild an der Außenfassade las, wurde mir klar, dass dieses üppige Stück „moderner“ Architektur etwas besonderes ist. (Alles was nach dem 18. JH gebaut wurde, ist für mich „modern“.) Der erste Blick nach innen enttäuschte nicht. Mich umgab sogleich eine mystische Atmosphäre, die durch die Innenarchitektur gestützt wurde.
Gold in die Fresse: Mein Lieblingseffekt in Gotteshäusern. Alles güldene, was du hier siehst, besteht aus kleinen Mosaiksteinchen.
Außenarchitektur: Das macht die Kirche so besonders
Die Erlöserkirche präsentiert sich als eine Basilika mit vier Türmen und kreuzförmigem Grundriss, ausgestattet mit Emporen. Ihre Blendarkadenfriese und Lisenen sowie der hohe, doppeltürige Portalbogen mit Tympanon zeugen von ihrem repräsentativen Charakter. What? Ok, noch mal auf deutsch: „Blendarkadenfriese“ bezieht sich auf eine Reihe von Blendbögen, die als dekoratives Element in der Fassade eingebaut sind, aber keine strukturelle Funktion haben.
„Lisenen“ sind vertikale Streifen oder leistenförmige Vorlagen an der Wand, die der Struktur ein gerahmtes, strukturiertes Aussehen verleihen. Der „hohe, doppeltürige Portalbogen mit Tympanon“ ist ein weiteres markantes Element: Es handelt sich um einen großen, bogenförmigen Eingang, der aus zwei Türen besteht. Dieser wird von einem Tympanon überdacht; einem dekorativen Flächenstück, oft mit Skulpturen oder Reliefs verziert. Diese Elemente zusammen demonstrieren den prachtvollen und eindrucksvollen Charakter des Bauwerks.
Ich war schon hier starr vor Freude. Dieser Detailreichtum ist einfach anders wild.
Innenarchitektur der Evangelischen Erlöserkirche
Das äußere Erscheinungsbild des sakralen Bauwerks ähnelt den Kathedralen im Rheinland, besonders dem Dom in Speyer, einem bedeutenden Beispiel mittelalterlicher Architektur. Im Innenraum jedoch zeigt sich durch die Gestaltung und die reichhaltigen Goldgrundmosaiken ein starker Einfluss der Kirchenarchitektur Siziliens. „Goldgrundmosaike“ sind Kunstwerke aus kleinen, oft golden schimmernden Steinchen, die zusammen komplexe Bilder oder Muster bilden. Diese Mosaike sind typisch für byzantinische Kirchen und prägen den Innenraum mit ihrer Pracht.
Die Ikonografie, also die bildliche Darstellung in der Kirche, führt die Tradition der sogenannten Kaiserdome des Heiligen Römischen Reiches fort. Diese Dombauten waren Ausdruck der Macht und des Glaubens des Kaiserreichs.
Innenarchitektur: Jesus, Mosaike und Co.
Die Struktur des Gebäudes als Zentralbau spiegelt die neuesten Trends und Diskussionen im evangelischen Kirchenbau des späten 19. Jahrhunderts wider. Die Innenausstattung kombiniert Elemente der byzantinischen Baukunst. Diese sind durch durch opulente Mosaike und großflächige Dekorationen gekennzeichnet. Auch gibt es Elemente des Jugendstils.
Diese Kirchenfenster sind einfach unfassbar und unbegreiflich detailreich.Die Apsis mit Mosaik-Jesus als Herr und Erlöser.Detailaufnahme des Pfeilers und der Mosailarbeiten.Es sind so wahnsinnig viele Details und dennoch wirkt diese Kirche absolut harmonisch und einheitlich.Wenn ich nicht genau wüsste, wo ich bin, hätte ich wahrscheinlich nicht auf Deutschland getippt.Oberhalb des Fensters sehen wir die sagenhaften Deckenmalereien.
Das Bildprogramm der Kirche dreht sich zentral um die Figur Christi. Diese Front in Pantokrator-Mosaik der Apsiswölbung. Das Erlöserthema wird natürlich auch durch den Nachdem der Kirche zum Ausdruck gebracht. Ein „Pantokrator-Mosaik“ ist ein typisches Bildmotiv in christlichen Kirchen, das Christus als allmächtigen Herrscher darstellt. Oft findet man solche Darstellungen in einer Kuppel oder Apsis. Dieses zentrale Thema wird auch im Motiv des Lebensrades aufgegriffen, das in der Kuppel der Kirche zu finden ist und den zyklischen Charakter des Lebens und der Erlösung symbolisiert.