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Beauty

So wählst du die perfekte Make-up-Farbe aus

Während meiner Zeit bei Kiko Milano habe ich eine Sache gelernt: Make-up sollte zur Farbe des Halses passen, nicht des Gesichts. Das sorgt einerseits für einen sanften Übergang ohne Make-up-Ränder und gibt dir andererseits einen gesunden Teint. Trust the process. Wenn du also dabei bist, eine neue Foundation zu kaufen, teste sie mit einem Swipe auf deinem Hals. Dann warte circa 15 Minuten und beobachte, wie das Produkt oxidiert. Es könnte durchaus sein, dass es um einen ganzen Ton dunkler oder wärmer wird. Bei perfekter Übereinstimmung zwischen Hautfarbe und Foundation sollte es keinen Farbunterschied geben.

Unter uns werden sich zahlreiche Frauen finden, dessen Hals um einiges heller ist als das Gesicht. Auch bei mir ist das der Fall – nicht extrem, aber sichtbar. Dies hält mich jedoch nicht davon ab, die Farbe meines Make-ups nach dem genannten Prinzip zu wählen. Denn wenn ich das Gefühl habe, durch das aufgetragene Produkt blass(er) auszusehen, ist auf einen Freund immer Verlass: den Bronzer. Mit diesem kannst du nämlich nach Belieben spielen und ihn zur Akzentsetzung leicht bis intensiv auf Stirn, Wangen, Kinn und Nase verteilen. Er gibt deiner Haut den sonnengeküssten Touch, während die drunter liegende Foundation für Ebenmäßigkeit und einen leichten Highlight-Effekt sorgt.

HEFTIGSTE FOUNDATION aus der Apotheke 🤯 | Full Face Using Only Apotheken Makeup | Hatice Schmidt
Hatice Schmidt hat auch eine fantastische Make-Up-Routine. Lasse mich immer wieder gerne von ihr inspirieren.

Wenn deine Make-Up-Routine nur aus einem Schritt besteht

Unter uns werden sich jedoch auch viele finden, die sagen: „Scheiß doch mal auf diese ganzen Schritte. Ich will einfach schnell was drauf klatschen und abhauen.“ Auch das ist verständlich. Viele meiner ehemaligen Kundinnen haben eine Make-up-Routine, die aus nur einem Schritt besteht. Meistens freuten ebendiese Frauen sich über Foundations, die exakt ihrer Gesichtsfarbe entsprachen. Da es bei Make-up kein Richtig und kein Falsch gibt, ist auch diese Strategie völlig legitim. Meistens lohnt es sich jedoch, das Produkt auch in Hals und Dekolleté einzuarbeiten, um Streifen oder Ränder zu vermeiden.

Was ich letztens entdeckt habe, ist folgender Trick: Eine Beauty-Bloggerin probierte überschüssiges Makeup mithilfe eines nassen Schwamms und eines Papiertaschentuchs abzutragen. Fand ich spannend und probierte es aus. Den Schwamm habe ich hierfür angefeuchtet und ausgedrückt und ihn mit einem dünnen Papiertaschentuch umwickelt. Dann habe ich damit das bereits eingearbeitete Make-up im Gesicht abgetupft. Diese Technik optimiert Stellen, an denen wir etwas mehr Produkt aufgetragen haben als an anderen, indem sie das überschüssige Produkt sanft abträgt. Kann man mal probieren. Vor allem wenn man sieht, dass sich während des Schminkens Ränder oder Flecken gebildet haben.

Verschiedene Make-up Produkte: Puder, Foundation, Korrejkturstift und Pinsel. Um den perfekten Look zu schminken, braucht man nicht viel - nur eine gute Taktik
Make-up Produkte gibt es wie Sand am Meer. Welches das beste für dich ist, musst du selbst herausfinden. Copyright: IMAGO / Pond5 Images

Onlinekauf: Das solltest du bei Make-up beachten

Du kaufst dein Make-up online, ohne es zuvor getestet zu haben? Wagemutig. Aber auch für dich gibt es gewisse Orientierungshilfen, an die du dich halten könntest, um deinen Kauf so zufriedenstellend wie möglich zu gestalten. Denn die Kunst, die perfekte Foundation-Farbe zu finden und sie richtig aufzutragen, ist ein Game-Changer für ein natürlich aussehendes Make-up. Kaufst du eine Foundation, ohne sie zuvor live getestet zu haben, solltest du zuerst deinen Hautunterton kennen. Schau dir dazu die Venen an der Innenseite deines Handgelenks an: Erscheinen sie bläulich? Dann hast du einen neutralen Hautton und sowohl kühle als auch warme Foundation-Nuancen können gut zu dir passen. Schimmern deine Venen in violett, so sind kühle Foundation-Farben ideal für dich. Sind deine Venen mehr grünlich, wirst du mit einer warmen Foundation-Nuance strahlen.

Deine ideale Foundation-Farbe hängt natürlich auch von deinem persönlichen Geschmack ab. Willst du zum Beispiel deinen Teint farblich beeinflussen, dann wähle maximal eine Nuance heller oder dunkler aus. Denk dran: Deine Hautfarbe verändert sich im Laufe des Jahres – im Sommer bist du oft etwas dunkler als im Winter. Also solltest du auch deine Foundation-Farbe entsprechend anpassen.

Foundation: Nicht nur die Farbe ist entscheidend

Beim Foundation-Kauf lohnt es sich natürlich nicht nur auf die Farbe zu achten, sondern auch auf die Art des Produkts. Willst du ein mattes, halbmattes oder glänzendes Finish? Kannst du den Geruch des Produkts leiden? Was soll es können? Gut abdecken? Lange halten? Alle Informationen stehen meistens auf der jeweiligen Verpackung. Je nachdem welche Deckkraft und welches Finish du bevorzugst, gibt es unterschiedliche Arten von Foundations zur Auswahl: Creme-Make-up für einen natürlichen Look; Mousse-Make-up für extra viel Deckkraft bei Unreinheiten; Anti-Aging-Make-up mit zusätzlichen Pflegestoffen für reife Haut; Cushion-Foundation für einen schönen Glow und einfache Anwendung sowie Kompakt-Foundation gegen Hautglanz. Darüber hinaus gibt es BB-Creams. Diese eignen sich insbesondere für Anfänger oder Girls, die es sehr eilig haben. Sie haben keine besondere Deckkraft, sind dafür aber pflegend und können schnell einen strahlenden Glanz zaubern.

Und zum Schluss noch drei Tipps von einem Make-up Artist, der auch mich zu Experimenten inspiriert hat, die bis heute fester Bestandteil meiner Make-up-Routine sind: Trage deine Foundation immer von der Gesichtsmitte aus nach außen auf. Ein Primer kann helfen, dass dein Make-up noch länger hält. Und wenn du zu öliger Haut neigst, fixiere dein Make-up nach dem Auftragen der Foundation mit etwas Puder. So gelingt das perfekte Finish.

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Kunst

Renaissance: Lorenzo Lottos eigenwilliger Stil

Der venezianische Maler Lorenzo Lotto, bekannt für seinen unkonventionellen Stil, hat in einem seiner frühen Werke die mystische Vermählung der Heiligen Katharina von Alexandria dargestellt. Dieses Thema war insbesondere für die Andacht junger Frauen beliebt. Dieses eindrückliche Werk sah ich auf der Finissance der Venezia 500 in München. Meinen Blick konnte ich lange nicht davon lösen.

Lorenzo Lotto: Die mystische Vermählung der hl. Katharina, circa 1506 (Fragment)

Lorenzo Lotto: Die Vermählung der Heiligen Katharina

Laut Legende suchte die heilige Katharina einen Ehemann, der ihr an Stand, Vermögen und Intellekt ebenbürtig war. Sie wandte sich an einen Einsiedler um Rat, der ihr ein Bildnis der Madonna zeigte und Christus als idealen Gemahl vorschlug. In einem darauffolgenden Traum überreichte der Christusknabe Katharina symbolisch einen Ring zur Bestätigung ihrer mystischen Hochzeit.

Lotto’s ungewöhnliche Komposition lässt den Blick auf einen intensiven Abendhimmel frei und unterstreicht den visionären Charakter dieser Szene. Seine eigenwillige und fantasievolle Bildsprache zeugt von seiner ständigen Suche nach innovativen ikonographischen Lösungen für seine Kunstwerke.

Lorenzo Lotto: Die mystische Vermählung der heiligen Katharina
Lorenzo Lotto: Die mystische Vermählung der hl. Katharina, circa 1506

Das ist über den venezianischen Künstler bekannt

Lorenzo Lotto, geboren 1480 in Venedig und verstorben vor Juli 1557 in Loreto, zeichnete sich als bedeutender italienischer Maler der Hochrenaissance und des frühen Manierismus aus. Trotz seiner unklaren Jugend- und Ausbildungszeit stieg er wegen seines einzigartigen Stils und seiner eigenständigen Interpretationen zu einem gefragten Künstler auf.

Lotto war stark von den Arbeiten Giovanni Bellinis und Albrecht Dürers beeinflusst, wie seine frühen Werke verraten. Seine erste Erwähnung als Maler datiert auf den 10. Juni 1503, als er in Treviso im Veneto lebte. Zu dieser Zeit hatte Lotto bereits einen hervorragenden Ruf erworben und wurde in Dokumenten aus dem Jahr 1505 sogar als „sehr berühmter Maler“ bezeichnet.

Curator's introduction | Lorenzo Lotto Portraits | National Gallery

Lorenzo Lotto: Diese Lebensjahre sind besonders wichtig

Neben seiner Arbeit in verschiedenen italienischen Städten, darunter Rom und Bergamo, schuf er bedeutende Werke für Kirchen wie die Pala di Santa Cristina bei Treviso oder das große Polyptychon für die Kirche San Domenico in Recanati. Bemerkenswert ist auch seine künstlerische Phase während seines Aufenthalts in Bergamo zwischen 1512 oder 1513 bis Ende 1525. Diese Phase gilt nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ als eine besonders fruchtbare Zeit von Lottos Leben.

Trotz finanzieller Schwierigkeiten und persönlicher Rückschläge blieb Lotto seiner Leidenschaft treu und widmete sein Leben ganz der Kunst. Seine letzten Jahre verbrachte er zurückgezogen im Kloster Santa Casa in Loreto, wo er trotz schwindender Augenkraft weiterhin malte.

Lorenzo Lotto: Bildnis des Giovanni della Volta mit Frau und Kindern (1547)
Spätwerk des Lorenzo Lotto: Bildnis des Giovanni della Volta mit Frau und Kindern (1547)

Sein Werk ist fantasievoll und formal vielfältig – es steht grundsätzlich in der koloristischen Tradition der venezianischen Malerei nach Giovanni Bellini und Vivarini, jedoch mit ganz eigenständigen zügen. Sein Streben nach Natürlichkeit bleibt dabei stets erkennbar. Dies und sein virtuoser Umgang mit Licht und Schatten verleihen vielen seiner Bildkompositionen eine gewisse Unmittelbarkeit sowie etwas Mystisches.


Verwendete Quellen:

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Kunst

Elysium aus Elfenbein: Das Liebighaus in Frankfurt

Zum Staunen geht man im Liebighaus in den Keller. Das ist mitunter eines der Erkenntnisse, die ich im Jahr 2024 gewinnen konnte. Als mich meine Mama in Frankfurt besuchte, gingen wir ins Liebighaus, um uns die dortige Skulpturensammlung anzusehen. Von ihr blieb ich größtenteils unbeeindruckt, weil das Neue und das Alte Musem Berlin mich für andere Museen versaut haben. Doch im Untergeschoss des Frankfurter Kunsthauses fand ich Schätze, die ich in der Form noch nie zuvor gesehen hatte – zumindest nicht in diesem Ausmaße.

Denn dort befindet sich die Elfenbeinsammlung von Reiner Winkler (1925–2020). Der Sammler schuf eine ganze Kollektion an Elfenbeinskulpturen mit dem Schwerpunkt Barock. Winkler baute seine Sammlung seit 1962 kontinuierlich auf. Im Laufe seiner Sammeltätigkeiten entwickelte er einen spezifischen Geschmack und konzentrierte sich schließlich voll und ganz auf Elfenbeinskulpturen des 17. und 18., in geringem Umfang auch des frühen 19. Jahrhunderts.

Wie soll ich danach denn jemals wieder auf mein Leben klarkommen? Das ist die Kreuzabnahme Christi aus Süddeutschland, möglicherweise Augsburg, 17. JH. (Fragment. Gesamtwerk im Titelbild.)

Elfenbeinsammlung im Liebighaus Frankfurt

Winkler war der Liebighaus Skulpturensammlung zu Lebzeiten eng verbunden. Mehrfach stellte er dem Museum Leihgaben für Ausstellungen zur Verfügung. Ebendort hat seine Sammlung nun „ihre neue und endgültige Heimat“ gefunden und bleibt somit „als ,Gesamtkunstwerk‘ erhalten“, wie es sich Reiner Winkler ausdrücklich wünschte. Die Exponate sind merkbar erlesen und an Einzigartigkeit kaum zu überbieten. Aus dem Staunen kam ich also gar nicht heraus.

Seit 2019 waren schon zahlreiche Meisterwerke bekannter Bildschnitzer im Liebighaus unter dem Ausstellungstitel „White Wedding zu sehen. Mit der Folgeausstellung „Splendid White“ (2022) wurde die Elfenbein-Sammlung Reiner Winklers im Liebieghaus vervollständigt und ist nun als Dauerausstellung zu sehen. Der Eintritt kostet regulär 8 Euro.

Süddeutschland, wahrscheinlich Augsburg, aus dem 17. JH: Darstellung der acht Haupttugenden. Sieh dir hier Mal diesen Schmuck an und stell dir vor, dass jede einzelne Figur dabei kaum größer ist, als dein kleiner Finger. Ich liebe es einfach. Die Materialmischung ist so wild und so unnötig prunkvoll.

Wie wurde mit Elfenbein gearbeitet?

Es ist die Frage nach dem wie, die immer wieder aufkam, während wir uns die Elfenbein-Sammlung im Liebighaus ansahen. Wie konnte das „weiße Gold“ so bearbeitet werden, dass die Figuren auf den Reliefplatten derart filigran und winzig waren? Hierfür blicken wir kurz in die Geschichte zurück:

Bereits in der Altsteinzeit schätzten Menschen Elfenbein als besonders kostbares Material, weil es Holz und andere Rohstoffe beachtlich überdauerte. Um Elfenbein zu schnitzen, benutzten unsere Vorfahren Werkzeuge wie Klingen, Bohrer und spitze Stifte aus Feuerstein. Das wissen wir anhand der Spuren auf zahlreichen Artefakten dieses Zeitalters. Irgendwann wechselten die Elfenbeinschnitzer zu Metallwerkzeugen, die deutlich effektiver waren. Trotz dieser Weiterentwicklung bei Werkzeugen blieb die Kunst des Elfenbeinschnitzens über Tausende von Jahren erstaunlich konstant.

Elfenbein: Lag der hohe Grad der Ästhetik am Werkzeug? Nö!

Die handwerklichen Fertigkeiten und das kreative Geschick der Schnitzer prägten diese Kunstform in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte. Selbst die Erfindung von Maschinen veränderte die Grundlagen des Handwerks kaum, eröffnete aber neue Gestaltungsmöglichkeiten. So ermöglichten etwa Drehbänke das Drechseln von Elfenbein und die Herstellung von sogenannten Wunderkugeln. Hierbei handelt es sich um kunstvolle Kugeln mit ineinander verschachtelten Verzierungen, die aus einem einzigen Stück Elfenbein gefertigt wurden.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Elfenbeinschnitzerei in Europa einen künstlerischen Höhepunkt. Im Barock verzichtete man im Gegensatz zum farbenfrohen Mittelalter auf zusätzliche Bemalung, um den natürlichen, warmen Farbton des Elfenbeins wirken zu lassen. Künstler schufen in diesem Jahrhundert vermehrt Skulpturen, Reliefs und prunkvolle Gefäße mit eingearbeiteten Metallelementen.

Die Elfenbeinkunst erlebte mit den prächtigen Werken im Stil der Chryselephantin, einer Kombination aus Gold (oft durch vergoldete Bronze ersetzt) und Elfenbein, während des Jugendstils und Art déco eine letzte Blüte.


Die folgenden Exponate haben nicht das Geringste mit Elfenbein zu tun, außer dass sich mit der Reiner-Winkler-Sammlung zusammen ein Dach teilen. Es sind meine persönlichen Mega-Highlights aus Marmor, Bronze (teilvergoldet) sowie auch Holz:


Quelle: liebighaus.de / Renaissance bis Klassizismus

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Reisen

Verborgenes Paradies in FFM: Schwanheimer Düne

Im Westen von Frankfurt verbirgt sich auf knapp 60 Hektar ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet, das zu den bemerkenswertesten Standorten der Region zählt. Es handelt sich hierbei um die Schwanheimer Düne, eine der seltensten Binnendünen Europas.

Die Düne, die 1984 vom Land Hessen zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ist Heimat für seltene Pflanzen und Tiere. Besucher können hier unmittelbar die faszinierende Natur der Dünen erfahren, ohne sie zu stören. Dies wird durch einen hölzernen Bohlenweg ermöglicht, der mitten durch die einzigartige Landschaft verläuft. Darüber hinaus sind weitere Teile des Gebiets über sandige Wanderwege zugänglich.

Schwanheimer Füne im Frühling: Ein einzigartiges Naturschutzgebiet in Frankfurt am Main
So wie’s aussieht, traf der diesjährige Frühling hier schon ein: Erste Sonnenstrahlen küssen die Dünen.

Die Entstehung der Schwanheimer Düne in Frankfurt

Die Schwanheimer Düne entstand vor etwa 10.000 Jahren. Winde trugen feinen Sand aus dem Flussbett des Mains hierher und formten dieses beeindruckende Landschaft. Doch auch der Mensch spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des seltenen Naturschutzgebiets: Vor Jahrtausenden rodeten Siedler den bewaldeten Bereich und schufen Raum für die heutige Vegetation. Außerdem bauten sie die Streuopstwiesen an.

Die Düne in Schwanheim ist ein Biotop für eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. So wächst dort Silbergras, typisch für Binnendünen, sowie Bauernsenf und Sand-Grasnelken. Die alten Kiefern verleihen der Gegend ihren einzigartigen Duft, der mich an subtropische Küsten erinnert. Jeder Besuch in den Schwanheimer Dünen ist einzigartig. Sowohl im Herbst als auch im Winter und Frühjahr ist die Natur und Atmosphäre hier sichtlich verändert. (Ich freue mich bereits auf dem Sommer, denn zu dieser Jahreszeit habe ich die Düne noch nicht erlebt).

Frankfurter Naturschtzgebiet
Der hölzerne Bolenweg führt durch den beeindruckenden Teil der Schwanheimer Düne, wo die alten Kiefern wachsen.

Diese Tiere leben in der Schwanheimer Düne

Unter den seltenen Tierarten befindet sich der Gelbe Pirol, ein Singvogel aus dem Norden und Westen Eurasiens. Auch Steinkäuze, Neuntöter und Grauspechte kann man während eines Spaziergangs durch dieses Areal beobachten.

Persönlich konnte ich bisher Eichelnäher, Greifvögel und Eidechsen beobachten. Menschen und Hunde sind aber auch hin und wieder zu sehen (höhö).

Die Schwanheimer Düne in Frankfurt-Schwanheim. Ein Naturerlebnis der Extraklasse
Zum Vergleich: So sieht die Schwanheimer Düne im Herbst aus.

Eine kleine Wanderung am Frankfurter Naturschutzgebiet

Das Schutzgebiet erstreckt sich über den hölzernen Bohlen weg hinaus bis hin zu Streuobstwiesen zwischen dem sandigen Bereich und dem Kelsterbacher Weg. Hier grenzen sie an das Territorium alter Eichen. Geht man den hölzernen Bolenweg bis zum Schluss, entdeckt man auch die vollständig eingezäunte Schmitt’sche Grube. Dran bleiben – vielleicht gelingt es mir, eines Tages einen legalen Weg zu finden, mir das Gewässer aus der Nähe anzusehen.

Für Wanderfans bietet die Schwanheimer Düne attraktive Routen durch das Frankfurter Naturschutzgebiet. Eine beliebte Strecke startet an der Bushaltestelle „Alter Friedhof Schwanheim“ und führt über die Streuobstwiesen zu den Dünen bis hin zum Mainufer, von dem man mit der Fähre entweder nach FFM-Höchst tuckern kann, oder einfach am Fluss entlang spazieren kann. Hier findest du 5 weitere Orte in Frankfurt, die du unbedingt erlebt haben solltest.


Transparenzhinweis:

Diesen Artikel habe ich anhand eigener Informationen, die du hier vollständig einlesen kannst, durch die KI gejagt und nochmals nachredigiert. Der Ursprungstext ist natürlich um einiges lebendiger, aber zwei Mal das gleiche mit der gleichen Energy zu schreiben ist, glaube ich, Irrsinn.

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Kunst

Venezianische Kunst erobert Münchner Pinakothek

Letzter Tag „Venezia 500“ – auf nach München, muchachos! Die Alte Pinakothek präsentierte diese beeindruckende Ausstellung, die sich den revolutionären Entwicklungen in der venezianischen Renaissance-Malerei widmete. Mit einem Fokus auf Porträts und Landschaften aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde die Wirkung dieser spezifischen Kunstform auf die europäische Kunstgeschichte deutlich.

Palma il Vecchio: Maria mit Kind und den hl. Ruchus und Lucia | Hier sieht man nicht nur dir schöne Symbiose aus Figuren und Landschaft, sondern auch monumentale Architektur. Diese Kombi gab es damals nur in Venedig.

Blühende Kunst aus Venedig – in München

Die Ausstellung zeigte 15 Meisterwerke aus der Münchner Sammlung und etwa 70 internationale Leihgaben. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den charakteristischen Merkmalen und Errungenschaften der damals in Venedig blühenden Malkunst. Die führenden Meister dieser Zeit zeichneten sich durch ihr tiefes Verständnis für das Wesen von Mensch und Natur aus. Sie verstanden es, beide Aspekte auch in Bezug zueinander darzustellen und erreichten dabei eine bisher unbekannte Intensität.

Die Gemälde wurden in der Ausstellung hinsichtlich ihres Entstehungszusammenhangs sowie ihrer zeitgenössischen Interpretationsweisen beleuchtet. Dabei erfolgte eine thematische Gliederung, aber auch Kontraste durch Gegenüberstellungen mit Zeichnungen und Skulpturen.

Venezianische Kunst: Giovanni Bellini auch dabei

Einige meiner Lieblingswerke waren dabei. So zum Beispiel eine Sacra Conversazione von Giovanni Bellini, die ich bereits im Kindesalter in einem meiner Bücher entdeckt hatte. Mir blieb das Gemälde all die Jahre in Erinnerung, weil die Proportionen des Kindes so absonderlich waren. Der viel zu kleine Kopf rief bei mir bereits bei erstem Betrachten damals Unbehagen hervor. Doch dadurch, dass ich es mir so oft ansah, habe ich zu diesem Bild eine besondere Verbindung. Es war schon später an der Uni emotional, dieses Gemälde auf dem Abbild des Beamers zu begutachten, als ich ein Seminar zu den Bellinis belegte. Das Brettchen live und in Farbe zu sehen, war natürlich anders wild und rief in mir besonders heftige Gefühle hervor.

Giovanni Bellini in der Alten Pinakothek in München, als venezianische Kunst in der "Venezia 500" Ausstellung gezeigt wurde.
Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen, 1500-1505

Hätte ich ich mir von „Venezia 500“ mehr Bellinis erhofft, als tatsächlich da waren? Ja, hätte ich. Aber da spricht aus mir definitiv auch die Bellini-Fanatikerin. Für einen Einblick in die venezianische Kunst der Renaissance war die Ausstellung in der Alten Pinakothek absolut meisterhaft. Es gab von allem etwas und die Einblicke waren sowohl für Laien als auch für diejenigen, die dieser Kunst verfallen sind, tief und lehrreich.

„Venezia 500“ in der Alten Pinakothek: Ausgestellte Künstler

Zu den ausgestellten Künstlern gehören neben Giovanni Bellini auch Giorgione, Palma Vecchio, Lorenzo Lotto sowie Tizian und Tintoretto. Ihre Darstellungen individueller Persönlichkeiten wechseln zwischen realistischem Bildnis, Idealbildnis (ein idealisiertes Porträt), repräsentativem Porträt (das Macht und Status darstellt) und lyrischem Porträt (das eher Gefühle und Stimmungen einfängt).

Ihr Talent für atmosphärische Landschaftsmalerei hat dieses Genre als eigenständiges Bildthema etabliert. Die Ausstellung „Venezia 500“ bot einen faszinierenden Einblick in diese außergewöhnliche Periode des künstlerischen Wandels. Wer sie verpasst hat, könnte in der Alten Pinakothek aber dennoch auf seine Kosten kommen. Immerhin gehören mindestens 15 hauseigene Werke der venezianischen Kunst in der Renaissance an und können in der Dauerausstellung besichtigt werden. Wer sich in München aber regelrecht die Birne wegkatapultieren lassen will, besucht am besten diese geile Ausstellung, die allerdings nicht das Geringste mit Venedig oder Renaissance zu tun hat.

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Kunst

Wassily Kandinsky: Ein russisches Genie

Die Welt der modernen Kunst wäre ohne ihn nicht dieselbe. Wassily Kandinsky, russischer Maler und Grafiker, hinterließ eine bedeutende Spur in der Kunstgeschichte. Außer als in Russland lebte und wirkte dieses Phänomen auch in Deutschland und Frankreich. Sein Schaffen wusste ich nie zu schätzen – bis auf diesen einen Tag, als ich die neu formulierte Ausstellung „Der Blaue Reiter“ im Lenbachhaus sah. Sagen wir: sie hinterließ ihre Spuren; ohne an dieser Stelle wieder sexuell zu werden.

Porträt von Wassiky Kandinsky. Der Künstler sitzt am Tisch und schaut in die Kamera
Wassily Kandinsky in seinem Studierzimmer um 1912. Copyright: IMAGO / Bridgeman Images

Von Moskau bis nach München: Kandinskys frühe Jahre

Kandinsky wurde am 16. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach seinem abgeschlossenen Jurastudium an der renommierten Lomonossow-Universität entschied er sich gegen eine juristische Laufbahn, obwohl ihm hierzu alle Türen offen standen. Stattdessen zog er nach München, um Malerei zu studieren. Als er nämlich ein kleiner Junge war, schleppte ihn seine Mutter in Kunstausstellungen, die ihn für den Rest seines Lebens prägten. Die Magie der Formen und vor allem Farben würde Kandinsky nie wieder loslassen.

Nachdem er sich als Expressionist bewies, war er Vorreiter der abstrakten Kunst. Von sich selbst soll Kandinsky behauptet haben, das erste abstrakte Bild der Welt geschaffen zu haben. Ebendieser Umbruch der Künste gibt auch den Geist der damaligen Zeit gut wieder: Im späten 19. Jahrhundert durchlebte die Welt einen gewissen Wandel. Die Entdeckung der Radioaktivität sowie auch die Atomtheorie katapultierten Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in eine neues Zeitalter. Vergleicht man seine expressionistischen und abskrakten Werke, so spürt man die Auswirkungen dieser Veränderung deutlich. Doch auch wenn der Russe die Gabe hatte, mit seiner Kunst das auszudrücken, was nur schwer in Worte zu fassen war, war es für ihn sehr schwer, in der Münchener Kunstszene Fuß zu fassen.

Wassily Kandinsky trifft auf Franz Marc

Mit seinem Freund Franz Marc gründete er 1911 die Künstlergemeinschaft Der Blaue Reiter, die den Expressionismus maßgeblich prägen sollte. Laut arsmundi.de soll Wassily Kandinsky den Namen der Künstlergruppe folgendermaßen erklärt haben: „Den ‚Blauen Reiter‘ erfanden wir am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf. Beide liebten wir Blau. Franz Marc die Pferde, ich die Reiter. So kam der Name von selbst.“ Andere wiederum ordnen der Namensgebung eine höhere Bedeutung zu. So soll die Farbe Blau den geistigen Charakter der Arbeiten repräsentieren (was auch immer das heißen soll). Der Reiter wiederum soll eine Art Vorwärtsbewegung verkörpern, da diese Künstler Pioniere auf ihrem Gebiet waren.

Der Durchbruch kam mit einer bahnbrechenden Ausstellung in München im Dezember desselben Jahres.

Das Jahr des Durchbruchs, 1911: Allerheiligen II, Öl auf Leinwand

Schöpferische Phase am Bauhaus

1922 wurde der Ausnahmekünstler ans Bauhaus geholt – die deutsche Designschule in (damals) Dessau. Dort durchlebte Kandinsky seine große schöpferische Phase. Laut seiner Frau Nina seien zwischen 1925 und 1933 289 Aquarelle und 259 Bilder entstanden. Jedes Blatt, jedes Bild sei dabei ein vollendetes Werk gewesen.

Am Bauhaus entwickelte er seine Theorien über Farbe und Form. Dabei sah er Farben nicht nur als optische Eindrücke an, sondern auch als Klänge. Deshalb glich er seine Bilder auch der Musik an, während er an eine „synästhetische“ Wahrnehmung glaubte. Für Kandinsky verkörperte jede Farbe also einen bestimmten Klang. Farbe und Form sollen beim Betrachter ähnliche Einwirkungen auf die Psyche haben, wie das Hören musikalischer Werke. Ähnlich wie bei Musikstücken teilte er seine Werke in „Improvisationen“, „Impressionen“ und „Kompositionen“ ein.

Wassily Kandinsky verlässt Deutschland

Nachdem das Bauhaus 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde, emigrierte Kandinsky nach Frankreich. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1944 weiter an seinen revolutionären Ansätzen in der Kunst.

Kandinskys Einfluss reicht weit über sein Lebenswerk hinaus. Als Lehrer hat er Generationen von jungen Künstlern inspiriert und beeinflusst. Seine Theorien zur Farbe und Form haben die Art und Weise verändert, wie wir heute über Kunst denken. Auf die dazwischenliegenden Stationen seines Lebens werde ich an anderer Stelle noch genauer eingehen.


Quellen:

  • arsmundi.de: „Der Blaue Reiter“ – Die Spitze des deutschen Expressionismus
  • bauhaus-entdecken.de: Wassily Kandinsky (1866 – 1944)
  • Hajo Düchting: Wassily Kandinsky, Verlag: Klinkhardt & Biermann
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Kunst

Faszination Berta Fischer: Plastic at its best

Auf die Berliner Künstlerin Berta Fischer stieß ich, als ich in der Schirn-Ausstellung „Plastic World“ war. Ihr schwebendes Exponat, das den Namen Garmion trägt, starrte ich minutenlang und voller Begeisterung an, ohne dass es mir dabei langweilig wurde. Das Spiel mit dem Licht, das sich auf dem Boden der Kunsthalle in Form von kleinen bunten Lichtblicken widerspiegelte war ihr durch den mehrfarbigen, 3-dimensional geformten Kunststoff gelungen. Es war viel mehr, als ein Exponat – es war ein Erlebnis. Die hologrammartige Beschichtung, die Schwerelosigkeit, die scheinbare Geschmeidigkeit des offenbar harten Materials machte etwas mit mir.

Schirn Kunsthalle Frankfurt: Berta Fischers Raumkonstruktion „Garmion“ in der „Plastic World“-Ausstellung.

Wie macht Berta Fischer das?

In ihrer Arbeit verwendet Fischer vorwiegend Acrylglas, ein transparentes Kunststoffmaterial, das für die Schaffung leichter und farbenvielfältiger Skulpturen bekannt ist.

Die Künstlerin ist bekannt für ihre komplexen, großformatigen Raumkonstruktionen. Sie verwendet industriell gefertigte Acrylglas-Platten und formt sie mit Wärme zu skulpturalen Formen. Manchmal kombiniert sie verschiedene Arten des Materials. Einige beschichtet mit farbigem Film, andere lässt sie transparent oder bringt sie mit Hilfe von Bestrahlung selbst zum Leuchten, um ihre charakteristischen Lichteffekte zu erzielen.

Copyright: galeriebarbaraweiss.de

Neben ihrer Arbeit mit Acrylglas fasziniert Fischer auch mit Elementen wie Neonlichtschnüren und Folien. Die Ehre, hierauf ein Auge zu werfen hatte ich bislang jedoch nicht.

Einzigartige Kunst – einzigartige Frau

Viele ihrer Kunstwerke sind unbetitelt, was den Betrachtern mehr Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lässt. Andere Werke tragen Titel wie „Nirix“ oder „Aedrus“. Berta Fischer erfindet diese Begriffe selbst und stellt durch Internetrecherchen sicher, dass ihre Fantasienamen – ebenso wie ihre Kunst – einzigartig sind.

Berta Fischer wurde 1973 in Düsseldorf geboren. Sie hat ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zwischen 1993 und 1998 absolviert und während ihrer Studienzeit im Jahr 1995 ein Praktikum bei Electronic Arts Intermix in New York agelegt. Im Folgejahr erhielt sie das Günther Schroff Stipendium der HFG in Karlsruhe. Nach dem Abschluss ihres Diploms im Jahr 1998 hat Fischer ihre künstlerische Laufbahn erfolgreich weiterverfolgt. Ihre Arbeit wurde durch das Kunstfonds-Stipendium aus Bonn im Jahr 2003 anerkannt. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.


Quellen:

  • gallerytalk.net: „Zwischen Raum und Zeit: Berta Fischer über Kunstkonsum, Atmosphäre und unbetitelte Werke“
  • artnet.de: „Berta Fischer“
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Kunst

Ekstase der Farben: Der Blaue Reiter

„Der Blaue Reiter“ zerfickte meine Vorstellungen von Gut und Böse. Mit anderen Worten: Ich war nicht vorbereitet auf das, was auf mich im Münchner Lenbachhaus warten würde. Noch immer brennt mir der Vibrant der Farben in den Augen und ich sehne mich nach der Ausstellung schon fast, wie nach einem Schuss Heroin. Es war die beste Kunstausstellung meines Lebens. Glaub ich zumindest. Schon als ich den ersten Raum betrat, spürte ich deutlich mein schönes Russland in der Luft. Mich begrüßte Kandinskys frühe Phase – russische Landschaften und das einfache Leben in der heiligen Rus‘.

Frühes Gemälde von Kandiksky bei der Ausstellung "Der Blaue Reiter" im Lenbachhaus
Wassily Kandinsky (1866-1944) Zubrovsky Platz (1916), Öl auf Leinwand auf Karton.

„Der Blaue Reiter“ im Lenbachhaus München

Das Lenbachhaus in München ist, eigenen Angaben nach, Besitzer der weltweit größten Sammlung an Kunstwerken der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“. Als eine der bedeutendsten Gruppen der modernen Kunst, prägte sie eine abstrakte Formensprache. Ihr zugehörig waren fantastische Künstler wie Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin. Ihr gemeinsamer Glaube an die „geistige“ Dimension der Kunst schuf vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Die Theorie mit der Spiritualität im Bild habe ich (noch) nicht aufgreifen können, sie zu spüren bekam ich aber deutlich. Von der Kunst dieser Genies wurde ein Teil meiner Seele berührt, der sich schon lange nicht mehr regte.

Die Ausstellung führt ihre Besucher vom Entstehen erster Ölstudien Kandinskys und Münters über Murnauer Landschaftsbilder bis hin zu farbenprächtigen Gemälden wie „Blaues Pferd I“ und „Der Tiger“ von Franz Marc. Die erste Schau des Blauen Reiter fand im Winter 1911 in der Münchner Galerie Thannhauser statt. Dabei traten auch neue Künstlerfreunde wie August Macke und Heinrich Campendonk ins Rampenlicht. Natürlich durften auch sie nicht bei der Ausstellung im Lenbachhaus fehlen. Macke bescherte mir mit seinen Darstellungen Gänsehaut am ganzen Körper. Vor Kandinsky musste ich weinen – ich hatte nie einen Bezug zu seiner Kunst aber seit dem Tag im Lenbachhaus denke ich an nichts anderes mehr.

Kandinsky in die Fresse: Ich will noch ’ne Runde!

Besondere Höhepunkte waren die separaten Räume für die berühmten Riesengemälde Kandinskys. So viel Kandinsky-in-die-Fresse habe ich noch nie erlebt und hätte auch nie gedacht, dass er so süchtig machen könnte. Ich durchlebte alle Stadien der Emotionalität und musste am Ende feststellen, dass ich nun wahrscheinlich sein allegrößter Fan bin. Die Ausstellung im Lenbachhaus war mit der Ausstellung des „Blauen Reiters“ in Basel damals (oder?) bei Gott nicht zu vergleichen. Sie war mit nichts zu vergleichen. Nicht einmal mit der „Plastic World“, die ich in der Schirn zwei Mal besuchen musste, weil es mir so sehr gefiel. Obwohl die intensität des Farbenspiels dort ein entfernt ähnliches war.

Ein weiteres Kabinett im Lenbachhaus zeigte exklusive Arbeiten von Alexej von Jawlensky aus verschiedenen Schaffensphasen. Darunter befanden sich selten gezeigte Gemälde wie „Der Bucklige“ und „Sitzender Akt“. In weiteren Räumen mischten sich Jugendstilwerke mit Kandinskys Frühwerk sowie Kunstwerken von Gabriele Münter, August Macke, Franz Marc und Heinrich und Ada Campendonk.

„Der Blaue Reiter“: Jeder Raum mit Bedacht gewählt

In einem weiteren Abschnitt sind bekannte Werke wie „Der Tiger“ von Franz Marc oder August Mackes „Hutladen“ und „Türkisches Café“ zu sehen. Der große Oberlichtsaal präsentiert ausgewählte Arbeiten aus dem Nachexpressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Diese zwischen 1918 und den 1940er-Jahren entstandenen Werke deutscher und internationaler Künstler spiegeln eindrucksvoll die außergewöhnliche Vielfalt dieser Epoche wider.

Um es auf den Punkt zu bringen: Jeder Raum in der Lenbachhaus-Ausstellung „Der Blaue Reiter“ eröffnet ein neues Portal in eine Welt des Schönen und Wunderbaren – der außergewöhnlichen Farben und der abstrakten und weniger abstrakten Formen. Ich bin total verrückt nach dieser Künstlergruppe und wette, dass ich mir den „Blauen Reiter – eine neue Sprache“ (so der vollständige Name dieser Fantastik) noch weitere Male reinziehen werde. Ein Ablaufdatum dafür ist nicht auffindbar. Ich gehe davon aus, dass das nun zur Dauerausstellung gehört sicher bin ich mir allerdings nicht.

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Kunst

Schirn: Eine meiner Lieblingsadressen in Frankfurt

Die Schirn Kunsthalle, ein bekanntes Ausstellungshaus in Frankfurt, feiert eine bemerkenswerte Geschichte nach ihrer Eröffnung im Jahr 1986. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie mehr als 200 Ausstellungen präsentiert und genießt sowohl national als auch international hohes Ansehen.

Ausstellungsraum der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt
Ausstellungsansicht „GILBERT & GEORGE. THE GREAT EXHIBITION“, © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2021, Foto: Norbert Miguletz

Diese Kunsthalle in Frankfurt ist eine wahre Perle

Das Gebäude der Schirn wurde von dem Architekturbüro BJSS entworfen und gebaut. Die Halle selbst liegt im Herzen der Frankfurter Altstadt und bietet eine Gesamtausstellungsfläche von 2.000 Quadratmetern. Die markante fünfgeschossige Kunsthalle ist mit hellem Sandstein verkleidet und muss schon bald restauriert werden.

Der Name „Schirn“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „scranna“ ab, was einen offenen Verkaufsstand bedeutet. Dies bezieht sich auf die Geschichte des Standortes. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war hier nämlich das Zentrum der Altstadt mit den Verkaufsständen der Frankfurter Metzgerzunft.

Diese Museen haben mit der Frankfurter Schirn kooperiert

Seit ihrer Gründung hat die Schirn beeindruckende Partnerschaften mit weltbekannten Institutionen wie dem Centre Pompidou, der Tate Gallery, dem Guggenheim Museum, der Eremitage in Sankt Petersburg und dem Museum of Modern Art in New York aufgebaut. Sie organisiert thematisch ausgewählte Ausstellungen und Projekte zu einzelnen Künstlern, obwohl sie keine eigene Sammlung besitzt. Erfahre hier, welche Ausstellung mich bis jetzt am meisten fasziniert hat.

Rotunde der Schirn Kunsthalle Frankfurt, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2016, Foto: Norbert Miguletz

Kuratoren in der Schirn

In jüngerer Zeit hatte das Rennomierte Kunstmuseum einige herausragende Direktoren. Christoph Vitali leitete die Schirn von 1985 bis 1993 und etablierte sie als bedeutenden Ausstellungsort. Max Hollein übernahm im Oktober 2001 die Leitung und hat seitdem durch provokative Titel, außergewöhnliche Ausstellungen und verbesserte finanzielle Ausstattung die Besucherzahlen verdreifacht.

Seit 2022 ist Sebastian Baden der neue Direktor des Kunsthauses. Er ist ehemaliger Kurator für zeitgenössische Kunst, Skulptur und Neue Medien an der Kunsthalle Mannheim.


Titelbild: Außenansicht des Kunsthauses in Frankfurt © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2020, Foto: Norbert Miguletz

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Kunst

Plastic World: Diese Ausstellung werde ich nie vergessen

Die Ausstellung „Plastic World“ fand ich so endgeil, dass ich da zwei Mal hinging. Ich weiß nicht, wie die Schirn Kunsthalle das macht, aber jedes Mal, wenn ich da bin, sehe ich nur Banger. Auch die aktuelle Ausstellung „The Culture“ ist fucking wild. Ich wünschte, ich könnte das vom Städel behaupten. Nicht falsch verstehen. Ich liebe das Städel über alles. Aber die Schirn überrascht jedes Mal aufs Neue mit einem klaren Konzept, einem Roten Faden, der sich durch die gesamte Kunstausstellung zieht und vor allem macht die Schirn in Frankfurt mir die moderne Kunst immer schmackhafter.

Das war das Konzept der Ausstellung „Plastic World“

Die Ausstellung befasste sich mit der Rolle von Kunststoffen in der bildenden Kunst. Sie bot einen umfassenden Überblick über die vielfältige Verwendung und Wahrnehmung von Plastikmaterialien im künstlerischen Kontext.

Plastik ist Fantastik

Plastik ist allgegenwärtig in unserem Leben. Es ist billig, nahezu überall erhältlich und spielt eine zentrale Rolle im heutigen Materialgebrauch. In den 1950er-Jahren symbolisierten synthetische Materialien den Geist des Massenkonsums und leiteten das sogenannte „Plastic Age“ ein. Einst als Symbol für Fortschritt und Modernität gepriesen, wird Plastik heute aufgrund seiner Umweltauswirkungen zunehmend kritisch gesehen.

Plastic World Ausstellung in der Schirn Kunsthalle
Junge, Otto Pienes‘ Anemones (An Air Aquarium) [1976] blies sich auf und fiel gleich in sich zusammen – in Endlosschleife.

Plastic World in der Schirn: Zwischen Hyperrealismus und Fantasie

„Plastic World“ zeigte die Entwicklung dieser Materialkultur mit über 100 Werken von rund 50 internationalen Künstlern. Die ausgestellten Objekte, Assemblagen (dreidimensionale künstlerische Kompositionen), Installationen und Filme spiegeln jeweils den gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehungszeit wider. Es war wirklich geil.

Die Auswahl der Werke spiegelt die Vielseitigkeit dieser Materialien wider – sie reichen von verblüffend realistischen Nachahmungen der Natur bis hin zu völlig freien Formschöpfungen. 

John de Andrea, Woman Leaning Against Wall (1978): Polyester-Polyvinyl, bemalt in Ölgrisaille. So hyperrealistisch, dass ich kurz zögerte, ihr auf die Brüste zu starren.
Mein absoluter Liebling: Garmion von Berta Fischer (2020?).

„Plastic World“ bot mir viel ästhetisches Vergnügen. Die Farben, Formen und Materialien und auch die vielfältige und kreative räumliche Zusammenstellung der Exponate empfand ich als sehr gelungen und staunte wie ein Kind. Zwei Mal. Erfahre hier, wo ich mich endgültig in die Gegenwartskunst verliebte.


Quellen:

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