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Beauty

Roter Lippenstift steht dir nicht? Lüge!

Roter Lippenstift ist weit mehr als „nur“ Make-up. Er ist seit Jahrhunderten ein Symbol für Selbstvertrauen, Stärke und zeitlose Eleganz. Ich selbst behauptete mal, dass roter Lippenstift nicht jeder steht – doch das ist Blödsinn. Spätestens als ich die erste Farbe fand, die mir einigermaßen stand, war ich besessen davon. Heute rettet mich roter Lippenstift den Arsch an Tagen, an denen ich mich so gar nicht attraktiv fühle. Mit der richtigen Nuance und Anwendung kann jeder Frau ein roter Lippenstift stehen, unabhängig von ihrem Hautton, Alter, Stil oder Lippenform.

Die Geschichte des roten Lippenstifts

Die Geschichte des Lippenstifts reicht bis ins alte Ägypten zurück, wo er bereits eine bedeutende Rolle in der weiblichen Kultur spielte. Königin Cleopatra war bekannt dafür, ihre Lippen mit einer Mischung aus Karmin und Bienenwachs zu färben. Diese Praxis war nicht nur schön, sondern auch ein Zeichen ihrer königlichen Macht. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Symbolik des roten Lippenstifts weiter und wurde zu einem komplexen Zeichen, das Macht, Rebellion und Schönheit verkörperte. Diese Vielschichtigkeit spiegelte sich in verschiedenen Kulturen und Epochen wider, wobei der Lippenstift immer wieder neue Bedeutungen annahm.

Eine „Renaissance“ des roten Lippenstifts erlebte die Welt im 20. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde er durch Ikonen wie Marilyn Monroe und Audrey Hepburn neu definiert. Diese Frauen machten die rote Farbe ihrer Lippen zum Inbegriff von Glamour und Eleganz. Sie zeigten, dass Lippenstift mehr als nur ein Beauty-Produkt ist: er ist ein mächtiges Symbol, das Weiblichkeit, Selbstbewusstsein und Stil ausdrücken kann. Der rote Lippenstift wurde zu einem unverzichtbaren Accessoire, das bis heute in der Welt der Weiblichkeit seinen festen Platz hat.

Vintage-Illustration, auf der eine junge Frau mit rotem Lippenstift zu sehen ist.

Die Psychologie Hinter Rotem Lippenstift

Roter Lippenstift soll die Wahrnehmung von Selbstvertrauen und Kompetenz erhöhen. Ich kann bestätigen, dass ich mich binnen Sekunden nach dem Auftragen um mindestens 62 Prozent sexier fühle. Mir hebt er die Stimmung und macht mich oftmals auch zu einer Bad Bitch. Das wiederum wirkt sich auf mein Benehmen, meine Ausstrahlung und letzten Endes auf die Art aus, wie mich meine Mitmenschen wahrnehmen. Wenn ich mich unattraktiv fühle, trage ich manchmal auch eine kleine Maske auf. Dabei halte ich mich aber stets an mein Gesichtsmasken-Einmaleins.

Zurück zum Thema: Natürlich wirkt der rote Lippi auf viele Menschen auch sehr sexy und extravagant. Ich finde jedoch, es kommt auf die Trägerin und ihre innere Verfassung an. Manche Ladies finde ich verführerisch und sinnlich, wenn sie ihn tragen – andere kraftvoll und dominant.

Den Richtigen Farbton Finden

Verschiedene Untertöne (kühl, warm, neutral) des Lippenstifts ergänzen verschiedene Hauttöne. Doch mit diesem Scheiß kenne ich mich nicht aus – liegt wahrscheinlich daran, dass ich ein neutraler Hauttyp bin. Mit stehen viele Rottöne, aber der Effekt ist unterschiedlich, sofern ich einen kühleren oder wärmeren Ton benutze. Derzeit bin ich besessen von diesem kranken Lippenstift von Kiko in der Farbe 13 (unbezahlte Werbung). Mein Problem an ihm ist jedoch: Bereits zum zweiten Mal bricht der Stift nach einmaliger Benutzung ab und baumelt dann so bescheuert in dem Gehäuse. Hate it. Die Farbe, die Beschaffenheit und auch die Standfestigkeit des Produktes sind allerdings SO gut, dass ich diesen Schmerz in Kauf nehme – wenn auch nicht gerne.

Mein Tipp für alle, die ausprobieren wollen, ob roter Lippenstift ihnen steht: Probiert alles aus, was geht. Alle Farben und alle Töne, alle Arten: Matt, Liquid Lipstick, Satin-Optik, halbmatt, Hochglanz, roten Gloss – mit und ohne Lipliner. Es wird auf jeden Fall etwas dabei sein, was du an dir selbst geil findest.

Die BESTEN Tipps - Liquid Lipstick PERFEKT und richtig auftragen | Hatice Schmidt

Heißer Tipp für vollere Lippen

Roter Lippenstift ist leider auch dafür bekannt, schmale Lippen zu machen. Nun – meiner Meinung nach stimmt das leider. ABER: Wer vollere Lippen will, kann natürlich auch tricksen. Das geht zum Beispiel durch das Übermalen mit einem roten Lipliner. Bei rot nehme ich IMMER einen wasserfesten – hellere Beige-Töne hingegen sind auch in der normalen Variante akzeptabel.

Auch das Vertuschen des Lippenstiftes an der Kontur ist eine zuverlässige Lösung für alle, die den Kussmund etwas voller erscheinen lassen wollen. So einen Look kann man richtig gut casual tragen. Da er etwas ausgeblendet ist, besteht hier kein Anspruch auf Perfektion und das macht den gesamten Make-up-Look etwas locker, aber dennoch extrem sexy. Am besten gelingt das Ausblenden mit einem kleinen Pinsel. Nach der richtigen Einarbeitung des Produktes, merkst du gleich wie weich und verspielt deine Lippen aussehen.

Der rote Lippenstift ist ein also kraftvolles Werkzeug, das Frauen weltweit ermächtigt und inspiriert. Mit der richtigen Schattierung und Anwendung kann er jeder Frau stehen. Garantiert. Es geht nicht nur darum, den perfekten Farbton zu finden, sondern auch darum, das Selbstvertrauen zu haben, ihn zu tragen. Der rote Lippenstift ist ein Statement und eine Hommage an die unzähligen starken Frauen, die ihn vor uns getragen haben.


Beitragsbild: © IMAGO / Zoonar

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Kunst & Architektur

Gegenwartskunst: Überwältigt von Idowu Oluwaseun

Der nigerianische Künstler Idowu Oluwaseun verwebt in seinen Kunstwerken die kraftvolle Schönheit afrikanischer Frauen. Seine Arbeiten spielen an der Grenze zwischen Malerei und Mode. Er schafft eine kreative Kreuzung, die nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch inhaltlich tiefgründig. Oluwaseun nutzt seine Kunst als eine Bühne, um Frauen eine Stimme zu geben. Dabei will er ihre Weltanschauungen und Erfahrungen in den Vordergrund rücken, um die besondere Rolle der Frau in der afrikanischen Kultur zu beleuchten. Eines seiner Werke sah ich auf der art Karlsruhe – hier geht’s zu weiteren Highlights der diesjährigen Kunstmesse.

Idowu Oluwaseun: Gemälde auf der Kunstmesse art Karlsruhe. Abgebildet sind zwei afrikanische Frauen.
Als ich dieses gigantische Gemälde auf der art Karlsruhe sah, blieb ich wie angewurzelt stehen. Schnell bemerkte der zuständige Galerist mein Interesse – und wahrscheinlich auch meinen auf der Brust baumelnden Pressepass – und kam mit mir ins Gespräch.

Idowu Oluwaseuns Gemälde können in der Düsseldorfer Galerie Voss käuflich erworben werden. (Unbezahlte Werbung)

Idowu Oluwaseun hinterfragt Hierarchien – mit seiner Kunst

Ein prägnantes Beispiel für Oluwaseuns Ansatz ist sein Gemälde „Propped“ aus dem Jahr 2023. In diesem Werk fordert er konventionelle Machtstrukturen heraus. Er stellt eine Frau dar, die mutig auf zwei Hockern steht – ein Symbol, das traditionell mit Männern oder Monarchen assoziiert wird. Diese Darstellung ist ein bewusster Akt, der bestehende Hierarchien in Frage stellt, ohne dabei in direkte Vergleiche zwischen den Geschlechtern abzugleiten. Oluwaseun konzentriert sich vielmehr darauf, die innere Stärke, Widerstandsfähigkeit und das Können der Frauen in den Vordergrund zu stellen – und wenn du mich fragst, gelingt ihm das.

„Propped II“ Copyright: Galerie Voss

Ikonischen Frauen, wie etwa Funmilayo Ransome-Kuti, eine Vorreiterin für Frauenrechte und Schlüsselfigur im Kampf um Nigerias Unabhängigkeit, inspirieren den Künstler. Mit seiner Malerei erweckt Oluwaseun die Errungenschaften und den soziopolitischen Einfluss solch kraftvoller Frauen erneut zum Leben. Seine Werke strahlen eine dominante Aura aus und fangen das Wesen der porträtierten Frauen ein, deren Gesichter oft von Stoffen umhüllt sind. Diese Stoffe kommunizieren durch ihre Form und Farbe die individuelle Motivation der Frauen. Darüber hinaus verweisen sie auf die sozialen, kulturellen oder politischen Kontexte ihrer Regionen.

Eine Kooperation zwischen Künstler und Designerin

Oluwaseuns arbeitet mit der nigerianischen Modedesignerin Ejiro Amos Tafiri zusammen. Sie ist bekannt für ihre innovativen und kulturell verwurzelten Designs. Diese Kooperation verschafft seinen Gemälden eine neue Dimension. Tafiris Beitrag verleiht den Geschichten afrikanischer Frauen eine zusätzliche Tiefe und trägt dazu bei, das nigerianische Kulturerbe lebendig zu halten. Ihre Kleidungsstücke verstärken nicht nur die visuelle Anziehungskraft der Gemälde, sondern sind auch entscheidend für die Schaffung der individuellen Persönlichkeiten.

Indem Oluwaseun und Tafiri Hand in Hand arbeiten, bringen sie die reichen Erzählungen afrikanischer Frauen ins Rampenlicht und fordern den Betrachter dazu auf, ihre Erfahrungen und Beiträge zur Gesellschaft neu zu bewerten.

„Prestine II“ (2023) – Acryl auf Leinwand. Copyright: idowuoluwaseun.com

Idowu Oluwaseun und Ejiro Amos Tafiri: Mode als Ausdruck von Kultur und Tradition

Oluwaseun wurde 1982 in Lagos (Nigeria) geboren und ist derzeit in Houston (Texas) ansässig. Er vereint seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf und seine Leidenschaft für Themen wie Tradition und Identität, um einzigartige Porträts zu schaffen, die das Wesen afrikanischer Menschen einfangen. Tafiri, Absolventin des Yaba College of Technology und Gründerin ihres gleichnamigen Labels, bringt traditionelle afrikanische Kleidungsstile mit modernen Techniken zusammen und präsentiert ihre innovativen Kollektionen auf internationalen Bühnen.

Diese künstlerische Synergie zwischen Oluwaseun und Tafiri unterstreicht die Bedeutung von Mode als Ausdruck von Kultur und Tradition. Diese Verbindung von Mode und Malerei stellt die afrikanische Frau, ihre Geschichte und ihre unerschütterliche Stärke auf ein Pedestal. „Pedestal heißt auch die Bilderreihe von Idowu Oluwaseun – hier gibt es weitere Gemälde von ihm.


Quellen:

  • galerievoss.de: „Idowu Oluwaseun | PEDESTAL 09.12.2023 – 10.02.2024“
  • Gespräch mit Galerist auf der art Karlsruhe
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Kunst & Architektur

Was geht denn bei der art Karlsruhe ab?

Letzter Tag art Karlsruhe. Lustlos, aber gut gelaunt schleppe ich mich zwei Stunden vor Feierabend hin. Ich hoffe gar nicht erst darauf, überrascht zu werden, denn ich meine, alles mögliche bereits gesehen zu haben. Dann betrete ich die Ausstellungshallen.

art Karlsruhe: Chagall in die Fresse

Das erste was ich sehe, ist eine riesige Farblithographie von Chagall, die zum Verkauf steht. Meine Hände zittern, der Atem stockt. 88K soll sie kosten, wie der Herr aus der Galerie Rudolf mir auf Anfrage verrät. Recht bodenständiger Preis, auch wenn ich mit Chagall eine sehr komische Beziehung führe. Unfassbare Werke stellt diese Galerie zum Verkauf aus – unfassbare! Frecherweise hängt gleich daneben auch noch eine Landschaft von Otto Dix. Ich weiß, dass wenn ich jetzt nicht die Fliege mache, ich womöglich ohnmächtig werde.

art Karlsruhe: Marc Chagall
Take My Money: Marc Chagall (1887-1985) „Romeo und Julia“. Farblithographie angeführt von Charles Sorlier auf Vélin d‘ Arche 1964. Auflage 200 Exemplare, signiert.

Ich liebe diese Kunstmesse, wtf?

Was ich auf der art Karlsruhe sehe, gefällt mir nicht nur. Es berührt mich und es inspiriert mich. Die Farben, die Innovationen und die Wege der Expressionen. Ich liebe es, ich kann nichts sagen. Ich bin wirklich überrascht. Das letzte Mal, als ich diese Messe (evtl. 2017?) besuchte, fand ich es nicht so knorke. Ich weiß nicht, warum. Ebendas war auch der Grund, weshalb ich diesmal keine Erwartungen hatte. 

Sogar „welt.de“ schreibt: „Die art Karlsruhe hat sich behutsam erneuert, ohne ihr Erfolgsrezept zu verraten.“ Nachvollziehbar. Im Zentrum steht Klassische Moderne und die Kunst nach 1945. Davon gibt es auch reichlich. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich hinsehen soll. Alles ist so geil, so bunt, so voll von Zeitgeist und Energie. Ich liebe es, aber ich wiederhole mich. 

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Reisen

5 Dinge, die ich an Frankfurt liebe

Vor über einem halben Jahr zog ich nach Frankfurt am Main wegen meines Jobs. Ich brauchte erstmal Anlauf, aber ich habe in dieser Zeit die Stadt zu würdigen und zu lieben gelernt. Woanders will ich an diesem Punkt meines Lebens nicht sein. Die Mainmetropole hat mich aufgenommen und wir viben miteinander wie zwei verliebte Teenager. Diese Dinge liebe ich besonders an der Stadt:

Das macht mich an Frankfurt emotional

An Frankfurt liebe ich am meisten die Skyline. Klingt banal, ich weiß. Aber ich kann mich nicht an die Schönheit der gläsernen Hausfassaden gewöhnen. Immer wenn ich in meiner Redaktion arbeite und nach draußen blicke, überkommt mich ein Gefühl der Euphorie. Denn ich sehe von dort das Bankenviertel mit all seinen Wolkenkratzern und architektonischen Meisterwerken. Bei Nacht ist Frankfurt noch viel intensiver. Es raubt mir den Atem, auf die nächtliche Stadt zu blicken.

Die Kontroversen: Das, was mich anfangs noch so abgeschreckt hat, weiß ich mittlerweile zu schätzen. In Frankfurt siehst du sowohl den Glanz als auch die Schattenseiten des Lebens. Du erlebst täglich das Schöne und auch das Hässliche – das abgejunkte und nach Pisse stinkende und gleichzeitig das sanfte und unschuldige. Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber ich fühle mich gewissermaßen am Leben, wenn mir beide Extreme vor Augen gehalten werden. Sich da mittendrin aufzuhalten fühlt sich manchmal surreal und verrückt an – gleichzeitig aber auch so echt, wie kaum etwas anderes.

Frankfurter Skyline
Guten Morgen, Frankfurt! So wunderschön ist es hier manchmal.

Das macht die Stadt so lebenswert für mich

    Die Menschen: Bevor ich in die Mainmetropole zog, hatte ich Angst vor den Menschenmassen, die dir hier beispielsweise an der Zeil oder Konsti täglich begegnen könnten. Mittlerweile komme ich gut damit zurecht und liebe das Gefühl der Anonymität. Ich liebe es, dass es hier keine Sau bockt, wer ich bin und was ich mache. Ich liebe es aber auch, dass viele Menschen – vor allem junge Menschen – hier so unerwartet süß und zugänglich sind.

    Stadtskandale habe ich schon immer geliebt. Genau genommen, über diese zu schreiben. In Frankfurt geht das natürlich etwas wilder zu, als beispielsweise in einem verkorksten Heidelberg. Stadtskandale aufzudecken, ist natürlich noch viel geiler, als nur von ihnen zu berichten. Das Letzte, was mir so gut gefiel, waren die Händler in der Kleinmarkthalle, die sich vom anstehenden Umbau hintergangen fühlen. Von diesem Termin habe ich lange nicht so viel erhofft, wie ich letztelendes bekommen habe. Besonders spannend waren auch die andauernden Recherchearbeiten und das ewige Warten auf ein Statement der Stadt.

    Die Schwanheimer Düne in Frankfurt-Schwanheim. Ein Naturerlebnis der Extraklasse
    Ja, auch das ist Frankfurt: Die Schwanheimer Düne genau genommen.

    Auch die Natur in und um Mainhattan ist buchstäblich wild: Der Frankfurter Stadtwald ist wunderschön, die Schwanheimer Düne, der Taunuswald – hier gibt es genug zu sehen. Und wenn dir das nicht reicht, dann solltest du unbedingt diese Orte in Frankfurt besuchen.

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    Kunst & Architektur

    Rubens‘ Venus: Die sanfte Schönheit göttlicher Erotik

    Venus, in der römischen Mythologie bekannt als die Göttin der Liebe, entstand aus der Inspiration durch die griechische Göttin Aphrodite. Mit anderen Worten: Die Römer schufen Venus, indem sie Aspekte von Aphrodite übernahmen und an ihre eigene Kultur anpassten. Dieser Vorgang, bei dem Elemente aus verschiedenen Kulturen übernommen und miteinander verschmolzen werden, war besonders in der Zeit des Hellenismus verbreitet. In der Hellenismus-Epoche nahm die griechische Kultur Einfluss auf Gebiete, die weit über die Grenzen Griechenlands reichten.

    Venus wird vor allem als Göttin der Schönheit, Fruchtbarkeit und Liebe verehrt. Typischerweise wird sie mit Symbolen wie der Rose, der Myrte und dem Apfel dargestellt. Diese Attribute symbolisieren jeweils Liebe, Schönheit und Verführung. Darüber hinaus kann sie auch von Tieren begleitet sein, die für sie von Bedeutung sind, einschließlich der Taube, des Sperlings, des Kaninchens, des Delphins und des Schwans (wobei ich beim Schwan aufpassen würde – könnte nämlich oftmals der der Leda sein). Alle beigefügten Tiere repräsentieren verschiedene Aspekte der Liebe und Fruchtbarkeit.

    Hier eine Darstellung der Venus von Lucas Cranach dem Älteren im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg: Man sieht die Göttin mit ihrem Sohn Amor als Honigdieb (1537).

    Venus war nicht immer die Allegorie der Liebe und Schönheit

    In ihren frühesten Anfängen wurde Venus gar nicht mit der romantischen Liebe assoziiert, sondern galt als Schutzpatronin des Garten- und Weinbaus sowie als Symbol für sinnliche Freuden und den Frühling.

    Das lateinische Wort „venus“, aus dem ihr Name stammt, bezieht sich auf Konzepte der Anziehung und Schönheit und ist verwandt mit Worten wie „venustas“ (Anmut), „venerari“ (verehren) und „venos“ (Huld und Liebreiz), die alle aus derselben sprachlichen Wurzel kommen. Ursprünglich bezeichnete „venus“ einen allgemeinen Zauber oder Charme, bevor es zur Personifizierung in der Figur der Göttin Venus kam.

    Zahlreiche Mythen und Legenden, die sich um Venus ranken, bieten Künstlern und Schriftstellern viel Spielraum für Interpretationen. So kann die Darstellung der Venus in der Kunst je nach Zeitperiode und künstlerischem Kontext stark variieren, was ihre Rolle und Bedeutung in der jeweiligen Kultur widerspiegelt.

    Paul Peter Rubens: Venus vor dem Spiegel

    Kommen wir zu Rubens‘ Venus: Haut so zart wie Seide, Haar, das wie Gold im Licht schimmert. Paul Peter Rubens lässt in seinem Gemälde „Venus vor dem Spiegel“ die Göttin der Schönheit in all ihrer Pracht erstrahlen. Dabei erweckt der Künstler den Eindruck, als würde die sinnliche Schönheit direkt den Betrachter anblicken.

    Paul Peter Rubens: Venus
    Peter Paul Rubens, Venus vor dem Spiegel, um 1614–15, Copyright: LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz-Vienna

    In seiner meisterhaften Darstellung von nackter Haut und glänzendem Haar hat Rubens die Venus inszeniert und schafft damit ein Sinnbild der Schönheit schlechthin. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird durch den prominenten Spiegel auf Venus gelenkt, das ihr Antlitz wie ein Porträt rahmt.

    Erfahre hier, wie Hans Baldung die Schönheit der Erotik in einem skandalösen Marienbildnis verbaut.

    Rubens: Betonte Erotik durch schmückende Elemente

    Ein weiterer Blickfang sind die wenigen, aber kostbaren Schmuckstücke, die eher zur Unterstreichung ihrer Nacktheit als zur Beeinträchtigung ihrer natürlichen Blöße dienen. Die subtile Malweise von Rubens ist unverkennbar und trägt maßgeblich zu den sinnlichen Qualitäten des Gemäldes bei. Man beachte dabei das sanft eingearbeitete Wangenrot der Göttin, sowie auch das zart andeutende Gewand, das ihre Hüften umschmeichelt.

    Das Motiv des Spiegels gibt in diesem Gemälde den Ton an. Doch diese Darstellung, in Verbindung mit Venus und Amor, war nicht exklusiv für Rubens reserviert. Auch Tizian und Veronese griffen auf dieses Thema zurück und dienten somit als Inspiration für Rubens.

    Die schöne Venus: Was bedeutet der vorgehaltene Spiegel?

    Ob der von Sohnemann Amor vorgehaltene Spiegel eine tiefgreifende Bedeutung trägt, kann ich nicht so genau einschätzen. Es bietet sich allerdings durchaus an, über die Symbolik des Spiegels nachzudenken. Die Künstlerin Lea Finke hat in ihrem coolen Blog (Quelle unten) den Spiegel als Bedeutungsträger in der Kunst thematisiert. Das könnte laut ihr die Darstellung eines Spiegels bedeuten:

    • Erkenntnis: Der Spiegel als Symbol der Selbsterkenntnis sowie die Suche nach der Wahrheit.
    • Illusion: Die Darstellung eines Spiegels kann auch das genaue Gegenteil Bedeuten, nämlich Illusion und Täuschung.
    • Vergänglichkeit: Oftmals soll ein Spiegel in der Malerei auch daran erinnern, dass die Jugend nicht ewig währt.
    • Schönheit: „Von der Antike bis zur Gegenwart haben Künstler den Spiegel als ein ikonisches Symbol der Weiblichkeit und Schönheit genutzt. Die römische Göttin Venus wird oft mit einem Spiegel dargestellt, der ihre Schönheit und ihr Selbstbewusstsein betont“, schreibt Finke. In der Porträtmalerei diene der Spiegel oftmals als Requisit zur Unterstreichung der Attraktivität des Dargestellten. Klingt doch passend zu unserer Rubens-Venus, oder?

    Hier gibt es sie zu sehen

    Wer die zarte Venus mit dem Spiegel von Paul Peter Rubens aus nächster Nähe bestaunen will, sollte sich die Sonderausstellung „HERKULES DER KÜNSTE Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein und das Wien um 1700“ nicht entgehen lassen. Sie startet am 16. Februar und endet am 1. April 2024 im Gartenpalais Liechtenstein, Fürstengasse 1, 1090 Wien.


    Quellen:

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    Kunst & Architektur

    Giovanni Bellini – Rockstar der Renaissance

    Giovanni Bellini, auch als Giambellino oder Gian Bellin bekannt, war ein venezianischer Maler. Er wurde etwa 1437 in Venedig geboren wurde starb ebenda am 29. November 1516. Er war nicht nur Künstler, sondern auch ein wichtiger Akteur in der Gründung der venezianischen Schule der Frührenaissance. Diese initiierte er gemeinsam mit seinem Bruder Gentile Bellini. Darüber hinaus war er ein raffinierter Geschäftsmann.

    Porträt von Giovanni Bellini
    Tizian: Das Porträt des großen Giovanni Bellini (1511/1512)

    Das Schicksal machte Giovanni Bellini zum Künstler

    Giovanni Bellini kam aus einer Familie von Künstlern. Sein Vater Jacopo Bellini war ebenfalls ein begnadeter Maler. Die Anfänge Giovannis als Maler waren stark geprägt durch den Stil seines Schwagers Andrea Mantegna. Durch ihn kam Giovanni in Berührung mit dem Werk des großen Francesco Squarcione und den Skulpturen von Donatello. Diese beiden Männer waren sehr einflussreiche Akteure der italienischen Renaissance.

    Giovanni Bellini: Der Doge Leonardo Loredan (1438-1521) mit seinen vier Söhnen (1507), Gemäldegalerie Berlin. Leider extrem beschissener Zustand.

    Das Geschäft boomt: Bellini vervielfacht Andachtsbilder

    Kommen wir zu Giovanni’s eigenen Werken: Den größten Teil seines Repertoires bildeten Andachtsbilder, insbesondere Darstellungen von Madonna mit Kind. Für diese Bilder ließ er sich von griechischen und byzantinischen Ikonen inspirieren. Die flachen Gemälde, meist religiösen Inhalts, waren im damaligen Venedig weit verbreitet. Allerdings verwandelte Bellini diese traditionellen Bilder in Werke voll emotionaler Tiefe und manchmal auch gefühlsbetonter Beziehung zwischen Mutter und Kind.

    Der Geschäftsmann in ihm kam zum Vorschein, als er eine Methode entwickelte, die Bilder schnell und effizient zu vervielfältigen. Der Gute benutzte Schablonen und Karton-Vorlagen, um die Grundumrisse der Figuren festzulegen. Manche Arbeitsschritte, wie etwa Grundierung, überließ er wohl seiner Werkstatt. Bei einigen Gemälden malte Bellini nur die Pigmentschicht oder prüfte gar nur die Qualität des fertigen Bildes. Diese werden heute üblicherweise der Bellini-Werkstatt zugeschrieben.

    Giovanni Bellini: „Beweinung Christi“ oder „Der Leichnam Christi von Maria und Johannes gehalten“, 1490 – 1500, Gemäldegalerie Berlin

    Giovanni Bellini: Entwicklung des Portraits

    Neben diesen Andachtsbildern war Giovanni Bellini maßgeblich an der Entwicklung des Portraits in der venezianischen Malerei beteiligt. Hierbei wurde er durch Antonello da Messina beeinflusst, einen sizilianischen Maler. Dieser bevorzugte, ähnlich wie Bellini, das Dreiviertelprofil. Die Idee der Landschaft im Hintergrund übernahm Giovanni Bellini ebenfalls von ihm und hob es auf ein höheres Level. Hie und da erblickt man bei ihm nämlich zusätzlich zur Landschaft auch noch außergewöhnliche Architekturelemente.

    Giovanni Bellini: Gemälde in de Venezia 500 Ausstellung
    Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes d.T. und einer Heiligen (1500–1505), 55 x 77 cm; Venedig, Gallerie dell’Accademia.

    Höhepunkt und Verlust seiner Gemälde

    Im Jahr 1483 erreichte Giovanni Bellinis Karriere einen Höhepunkt: Er wurde zum offiziellen Maler der Republik Venedig ernannt. Gleich darauf bekam er den Auftrag zur Ausmalung des Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast.

    Leider gingen viele seiner Werke bei einem Großbrand im Dogenpalast 1577 verloren. Dann stahlen Unbekannte 1993 eines seiner Bildnisse der Madonna mit Kind (1480) aus der Cappella Valier der Kirche Madonna dell’Orto in Cannaregio. Bis heute konnte niemand das Gemälde auffinden. Trotz dieser Verluste bleibt Bellini eine unvergessliche Figur in der Geschichte der Kunst.

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    Kunst & Architektur

    Mir geht einer ab: Alte Pinakothek München

    Die Alte Pinakothek in München: Der Ort einer der spektakulärsten Gemäldesammlungen Europas. Mit über 700 Kunstwerken aus dem 14. bis zum 18. Jahrhundert, darunter Werke von Meistern wie Dürer, Rubens und sogar Da Vinci, lockt sie Kunstliebhaber aus aller Welt an. So auch mich. Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten.

    Alte Pinakothek: Eine der bedeutendsten Galerien der Welt

    Die bemerkenswerte Sammlung der Alten Pinakothek in München verdankt ihren Reichtum den Fürsten des Hauses Wittelsbach. Sie starteten ihre Kunstsammlung im 16. Jahrhundert und weiteten sie kontinuierlich aus. Als Familienzweige der Wittelsbacher um 1800 ausstarben, wurden die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München verlagert. Dadurch entstand eine beeindruckende Sammlung, die im frühen 19. Jahrhundert durch Säkularisation (die Übertragung kirchlichen Eigentums an den Staat) und den bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern weiter wuchs.

    Die Alte Pinakothek befindet sich im Zentrum des Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Das Museum wurde 1836 eröffnet und zählt heute zu den bedeutendsten Galerien der Welt.

    Alte + Neue Pinakothek = Münchner Kunstareal

    Direkt gegenüber befindet sich die Neue Pinakothek mit Kunstwerken des späten 18., des gesamten 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Diese ist derzeit jedoch nicht zugänglich, da dort Bauarbeiten stattfinden. Zusammen bilden die beiden Pinakotheken das Münchner Kunstareal – ein einzigartiges Ensemble von Museen und Kunstsammlungen.

    Alte Pinakothek in München: Außenfassade

    Die Geschichte des renommierten Kunsthauses in München

    Die Geschichte der Alten Pinakothek begann im 16. Jahrhundert mit Herzog Albrecht V., der eine Kunstkammer errichten ließ – den Vorläufer heutiger Museen. Die Nachkommen des Herzogs erweiterten die Sammlung stetig, was zu ihrer heutigen Größe und Bedeutung führte. Nach ihrer Eröffnung als Museum im Jahre 1836 erlebte die Pinakothek wechselnde Phasen von Ankäufen bedeutender Werke bis hin zu Verlusten in Kriegen oder durch Raubzüge wie jenen von Napoléon Bonaparte.

    Heute wird die Pinakothek neben dem Land Bayern vor allem durch den Pinakotheks-Verein gefördert, dessen Ziel es ist, weitere Kunstwerke für die Münchner Sammlungen anzukaufen. Erfahre hier, wie es am Tag darauf in der Münchner Residenz war.


    * Diese Gemälde sah ich in der Alten Pinakothek während der sich dem Ende neigenden Sonderausstellung „Venezia 500“.

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    Kunst & Architektur Reisen

    Zwei Nächte in München: Das habe ich getrieben

    Meine Zeit in München war im Großen und Ganzen schön. Dort angekommen stürmte ich sofort in die Alte Pinakothek. Auch wenn meine Begleitung versuchte, das renommierte Kunsthaus schlecht zu reden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Pinakothek eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt ist. Sie beherbergt eine umfangreiche Sammlung europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Auch zeichnet sich das Museum durch seine beeindruckende Architektur aus. Die Alte Pinakothek ist nicht nur ein Ort der Kunstgeschichte, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Münchens, das ich niemals NIEMALS verpassen würde.

    Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen (1500-1505). Dieses Gemälde kenne ich seit über 20 Jahren, erstmals gesehen habe ich es in der Sonderausstellung der Alten Pinakothek.

    Sonderausstellung in der Alten Pinakothek München

    In der Alten Pinakothek erwischte ich auch den vorletzten Tag der Sonderausstellung „Venezia 500“. Sie bezog sich insbesondere auf die Malerei während der Renaissance. Dabei wurden 15 Werke aus der Münchner Sammlung sowie etwa 70 Leihgaben aus internationalen Kunsthäusern gezeigt. Es war eine wirklich sagenhafte Ausstellung. Da ich unersättlich und verwöhnt bin, hätte ich mir mehr Bellini gewünscht – ganz egal ob Jacopo, Gentile oder Giovanni Bellini.

    Im Museumsshop der Alten Pinakothek angekommen lauteten meine Worte: „Ich kauf’ hier safe nichts. Gar kein Bock, heute den ganzen Abend lang da so ne scheiß Tüte mitzuschleppen.“ Etwa 25 Sekunden später stand ich da – das Riesenbuch von Hans Baldung mit seiner frivolen Madonna auf dem Titel fest umschlossen.

    Spaß in München: So schön war’s

    Wenig später traf ich mich mit einer Kollegin und einem Kollegen aus der Münchner Redaktion. Ein Vibe die zwei. Habe es sehr genossen, sie wiederzusehen. Beide sind extrem lustig, gut gelaunt und intelligent. Ihre Geschichten und seine dazu passenden Witze sind eine fatale Kombination. In dem Restaurant, in dem wir saßen, lachte ich natürlich am lautesten und hatte wahrscheinlich auch den größten Spaß.

    Viel zu früh ging ich ins Bett und machte mich am nächsten Tag auf den Weg in die Münchner Residenz. Die pompösen Zimmer des Schlosses und das großzügig verteilte Gold darin haben ihren Eindruck hinterlassen. Es gab ziemlich viel zu sehen. Schimmernd und funkelnd wurde es ebenfalls. Erfahre hier, ob sich der beinahe-wuchere Ticketpreis für die Residenz in München lohnt.

    München: Rotes Zimmer in der Residenz
    An Üppigkeit ist die Münchner Residenz wohl kaum zu überbieten. Eine schöne Erfahrung, die mich eine Menge Geld gekostet hat.

    Die Münchener Nächte sind anders wild

    Dann wurde der Abend richtig spicy. Ich traf mich mit der gleichen Kollegin wie am Vorabend und einer weiteren Granate aus der Redaktion in München. Eigentlich wollten wir einfach nur eine Stunde unterwegs sein. Zwei Bars und mehrere Lachanfälle später landeten wir – eine im Dirndl, eine im Engelskostüm, eine im Feenkostüm – bei einer der beiden Granaten daheim. Das nächste, woran ich mich erinnere, ist die Münchner Redaktion am nächsten Morgen. Dann fuhr ich wieder schweren Herzens und Kopfes nach Frankfurt.

    Was mir bei dieser Reise in die bayerische Landeshauptstadt auffiel, waren die Menschen. Sie sind schön, weitaus besser angezogen als in den anderen Städten, in denen ich bisher gelebt habe; sie sind sexy, sie flirten ständig und sie können sich benehmen. Einfach angenehm. Darüber hinaus ist München extrem sauber und ist für mich allumfassend die schönste Stadt Deutschlands. Frankfurt liebe ich aber natürlich auch. Keine Frage.

    Bei einem vormaligen Besuch in München legte ich noch einen großen, nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch der Sommer über die Straßen der Stadt. Ich werde diese Nächte niemals vergessen. 

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    Kunst & Architektur

    Lohnt sich die Münchner Residenz?

    Die Münchner Residenz: Einst war sie der Sitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Haus Wittelsbach – von 1508 bis 1918. Heute ist die Residenz im Münchener Bezirk Altstadt-Lehel ein einzigartiges Baudenkmal. Immerhin ist sie das größte Stadtschloss Deutschlands, das jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt anzieht. So auch mich.

    Das asoziale an der ganzen Sache war der Preis. Als Pressevertreterin zahle ich nicht, wenn ich über städtische oder kulturelle Einrichtungen schreibe. Da aber mein Presseausweis zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu mir war, wurde ich zur Kasse gebeten. Der nicht-so-ganz-charmante Kassier zockte mir 20 Euro ab. 20 verschissene Euro. Nun stellt sich die Frage: Lohnt sich die Münchner Residenz für 20 verschissene Euro? Let’s go.

    Die Münchner Residenz, ein Juwel inmitten der bayerischen Hauptstadt München, zählt zu den größten Stadtpalästen Europas und ist ein unverzichtbares Ziel für Kultur- und Geschichtsinteressierte aus aller Welt. Dieser prachtvolle Palast, der einst die Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige war, öffnet heute seine Pforten für Besucher, die in die faszinierende Welt der bayerischen Geschichte und Kultur eintauchen möchten.
    Wenn ich mich recht entsinne, war das das Arbeitszimmer des Königs. Nagel mich aber nicht darauf fest.

    Münchener Residenz: Auch sie war mal klein

    Über vier Jahrhunderte hinweg haben renommierte Architekten das Erscheinungsbild der Residenz geprägt. Am Werk waren Friedrich Sustris, Joseph Effner, François de Cuvilliés d. Ä. und Leo von Klenze. Der Wandel vom schlichten Wehrbau zur monumentalen Vierflügelanlage spiegelt dabei verschiedenste Baustile wider. Von der Renaissance über Barock und Rokoko bis hin zum Klassizismus ist jeder Stil vertreten.

    Die eindrucksvolle Anlage besteht aus vier Hauptbauten: dem Festsaalbau an der Hofgartenstraße, dem Apothekenbau am Marstallplatz, dem Königsbau am Max-Joseph-Platz und dem Maximiliansbau an der Residenzstraße. Auch das Cuvilliés-Theater, die Allerheiligen-Hofkirche sowie der Hofgarten und der Marstall gehören zum Ensemble.

    40.000 Quardarmeter Grundfläche

    Zu den Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurde die Münchner Residenz stark beschädigt. Doch dank der Arbeit des Architekten Otto Meitinger konnte sie wieder in ihrer ganzen Pracht aufgebaut werden.

    Heute beeindruckt die Münchner Residenz nicht nur durch ihre Größe von mehr als 40.000 Quadratmetern Grundfläche. Sie beherbergt auch eines der bedeutendsten Schlossmuseen Europas mit über 150 Schauräumen. Ihre Besucher können sich auf eine Zeitreise durch verschiedene Epochen begeben und dabei zahlreiche Kunstschätze bewundern.

    Die Residenz München, gelegen im Herzen der Stadt, nahe dem Odeonsplatz, erstreckt sich über ein beeindruckendes Areal und fasziniert mit ihrer architektonischen Vielfalt, die von der Renaissance über den Barock und das Rokoko bis hin zum Klassizismus reicht. Besucher können durch eine Vielzahl von Räumen wandeln, darunter prunkvolle Festsäle, intime Appartements und beeindruckende Hofgärten, die alle ihre eigene Geschichte erzählen und einen Einblick in das Leben der bayerischen Monarchie bieten.
    Schöne Deckenmalereien im Schlafzimmer der Herzogin. Da würde ich auch gerne mal drin… schlafen.

    Die Geschichte der Münchner Residenz

    Die Münchner Residenz ist mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk. Sie ist auch ein historischer Ort, der bereits vor Jahrtausenden von Menschen genutzt wurde. Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2014 stießen die Forscher direkt auf ein fast unversehrtes Grab aus der spätbronzezeitlichen Epoche. Der genaue Fundort war unterhalb des Apothekenhofes.

    Die Residenz begann ihre Geschichte im 14. Jahrhundert als Neuveste (eine gotische Wasserburg). Damals war sie von der Stadt aus nur über eine befestigte Brücke erreichbar. Mit der Zeit verlor die Burg ihren Verteidigungscharakter und wurde zum herzoglichen Wohnsitz. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte und erweiterte sich die Neuveste. Ein Großteil dieser Veränderungen fand im 16. und 17. Jahrhundert statt. Unter Herzog Wilhelm IV. löste die Neuveste den Alten Hof als herzoglichen Wohnsitz ab und wurde zur neuzeitlichen Residenz.

    Ein Leben im Überfluss – wie sich das wohl anfühlt? Man beachte die überaus aufwendigen Parkettarbeiten.

    Münchner Residenz: Mehr als 150 Schauräume

    Im 19. Jahrhundert fanden weitere bedeutende bauliche Veränderungen statt. Insbesondere König Ludwig I. veranlasste größere Ausbauarbeiten. Leo von Klenze errichtete Flügel des Königsbaus und des Festsaalbaus sowie der Allerheiligen-Hofkirche im klassizistischen Stil. Stehen wir vor der Residenz, blickt auf uns ein schöner Stil-Mix herab, der im ersten Moment relativ schwer zuzuordnen ist.

    Heute zeigt das Residenzmuseum mehr als 150 Schauräume, darunter prunkvolle Säle, repräsentative Wohnräume und wertvolle Kunstschätze. Eines der Highlights ist das Antiquarium, der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen, der im Erdgeschoss des Gebäudes platziert ist. In den 20-Euro-Ticketpreis mit einbegriffen sind auch die Porzellansammlungen, Miniaturgemälde, die Schatzkammer und das Cuvilliés-Theater.

    Antiquarium in der Münchener Residenz
    Das Antiquarium in der Münchener Residenz – einfach unvergesslich.

    Die Münchner Residenz bietet also einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit. Von den Anfängen als mittelalterliche Burg bis hin zu ihrer Entwicklung zu einem der größten Stadtpaläste. Mein Gefühl sagt mir, dass sich der Eintritt für 20 Tacken lohnt. Ich konnte bei Weitem nicht alle Teile des Schlosses bestaunen. Erfahre hier, was ich sonst noch in München getrieben habe.

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    Haar-Extensions: Pro und Contra

    Was haben meine Haare mit mir nicht alles schon durchmachen müssen. Jahrelanges Blondieren, Braids, Stylen, Gelen, Färben, Tönen und noch viel weiteren Scheiß. Ich trug Farben wie rot, pink, blau (mein persönlicher Favorit), lila, grün, schwarz, braun, neonorange, naturrot, wasserstoffblond, und andere. Irgendwann versuchte ich meine Naturhaarfarbe (Roggen) nachzufärben und das ganze Mündete in einer Vollkatastrophe. Ich schnitt darauf hin meine Haare ab. Ich schnitt sie so lange, bis auch der letzte Farbfleck verschwand.

    Jetzt hab ich mein roggenfarbenes Haar wieder. Es glänzt, ohne dass ich dafür groß etwas machen muss. Es ist gesund und dick, es ist teils golden teils kupferfarben schimmernd – und das Wichtigste: es steht mir. Aber es ist kurz. Und ich spiele ständig mit dem Gedanken, in die Verlängerung zu gehen (ha-ha). Ich spiele mit dem Gedanken, mir Extensions machen zu lassen. Du auch? Lass uns abwägen, ob was was für uns wäre.

    Blondine mit langen Haaren

    Vorteile von Extensions:

    1. Längeres Haar: Haarextensions ermöglichen es dir, sofort längeres Haar zu haben, ohne auf das natürliche Haarwachstum warten zu müssen.
    2. Volumen und Fülle: Du kannst dünnem oder feinem Haar zusätzliches Volumen und Fülle verleihen, was für voluminöse Frisuren von Vorteil ist.
    3. Verschiedene Stile: Haarextensions bieten die Möglichkeit, verschiedene Frisuren und Looks auszuprobieren, ohne das eigene Haar zu verändern.
    4. Farbliche Veränderungen: Extensions können für farbliche Veränderungen ohne permanente Farbbehandlungen verwendet werden.
    5. Sofortige Transformation: Sie ermöglichen eine schnelle und dramatische Veränderung des Aussehens. Sie sind also ideal für besondere Anlässe oder Events.
    6. Schonung des natürlichen Haares: Wenn richtig angebracht und gepflegt, können Haarextensions das natürliche Haar vor Schäden durch Hitze und Styling schützen.
    7. Selbstbewusstsein: Extensions können das Selbstbewusstsein und das Wohlbefinden steigern, da sie ein positives ästhetisches Erscheinungsbild fördern.

    Meine Erfahrung mit Extensions ist recht gut. Damals habe ich sie mir in Basel bei „Blacklady“ machen lassen. Ich weiß nicht, ob es diesen Salon noch gibt. Eines weiß ich jedoch mit Sicherheit: Die Dame, die mir damals die blonden Extensions eingesetzt hatte, war eine Magierin. Sie schuf aus meinem Haar ein unendlich langes Kunstwerk, das ich nie wieder vergessen werde. Doch eines lehrte mich diese Erfahrung: Extensions haben auch Nachteile.

    Blonde Frau mit extrem langen Haaren. Thema: Extensions

    Nachteile von Haarextensions:

    1. Kosten: Die Anschaffung und Pflege von Haarextensions kann teuer sein, da sie regelmäßige Wartung erfordern.
    2. Schmerzen: Je nach Technik, kann die Haarverlängerung extrem schmerzhaft ausfallen. Nach meiner Session damals saß ich mindestens zwei Tage auf Ibuprofen (heute würde ich das Zeug nicht mehr nehmen) und wartete mit höllischen Kopfschmerzen darauf, bis die Haare etwas nachgewachsen waren.
    3. Zeitaufwand: Die Anbringung und Pflege von Extensions erfordert Zeit und Geduld, insbesondere wenn sie regelmäßig angepasst werden müssen.
    4. Potenzielle Schäden: Wenn Extensions unsachgemäß angebracht oder gepflegt werden, können sie das natürliche Haar schädigen, wie z.B. Haarbruch oder -ausfall.
    5. Beschränkte Haltbarkeit: Haarextensions haben eine begrenzte Haltbarkeit und müssen nach einer gewissen Zeit ersetzt oder nachgezogen werden.
    6. Unbequemlichkeit: Manche Menschen empfinden das Tragen von Extensions als unangenehm oder schwer, insbesondere bei Hitze.
    7. Eingeschränkte Aktivitäten: Bestimmte Aktivitäten wie Schwimmen oder intensives Sporttreiben können mit Haarextensions angeblich problematisch sein. Diese Erfahrung habe ich persönlich nicht gemacht.
    8. Haarpflegeaufwand: Extensions erfordern spezielle Pflegeprodukte und Techniken, um ihr Aussehen und ihre Haltbarkeit zu erhalten.

    Trotz aller Nachteile PLUS der Tatsache, dass man keine Garantie darauf hat, dass es natürlich aussehen wird, spiele ich immer noch mit dem Gedanken, mir eine Haarverlängerung machen zu lassen. Mal sehen, ob ich mich traue. Hattest du schon Erfahrungen mit Extensions? Oder überlegst du auch, dir welche machen zu lassen? Schreib es mir in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu lesen.


    Beitragsbild: © IMAGO / Shotshop

    Die beiden anderen Bilder im Text habe ich mit KI generiert.

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