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Kategorie:Reisen
Reisen bedeutet Freiheit, Abenteuer und das Entdecken neuer Welten. Ob du auf der Suche nach exklusiven Tipps, neuen Orten oder einfach nur nach Inspiration für deine nächste Reise bist – bei avecMadlen findest du alles, was du für deinen Traumurlaub brauchst. Am liebsten teile ich hier meine persönlichen Reiseerlebnisse. Von heißen Insidern aus meiner geliebten Stadt Baden-Baden bis hin zu verrückten Entdeckungen am anderen Ende der Welt findest du alles, was dein Herz begehrt.
Egal, ob du mehr über Reiseziele erfahren willst oder Anstöße und Ideen für deinen nächsten Trip oder Ausflug holen willst: Lehn dich entspannt zurück und stöbere durch die bunte Welt von avecMadlen. Ich zeige dir, wie du aus jeder kleinen und großen Reise das Beste herausholst.
In Frankfurt lebe ich seit einigen Monaten und muss sagen, dass mich diese Stadt mit ihrer Vielseitigkeit überrascht hat. Dennoch habe ich klare Favoriten, die mir jedes Mal aufs neue den Atem rauben, auch wenn sie ziemlich banal sind. So kann ich mich beispielsweise nicht an die Skyline gewöhnen – schon gar nicht bei Nacht und sage immer wieder gerne: „Das schönste an Frankfurt ist Frankfurt bei Nacht“.
Ein Tag in Frankfurt: Skyline und Altstadt sind ein MUSS
1.) Schau dir die Skyline an. Tu es einfach. Von nah und weit, von unten und oben. Es ist ein Erlebnis, das dich prägt – und das sage ich als jemand, der zuvor kein Fabel für moderne Architektur hatte. Nun – spätestens, seit ich in Frankfurt lebe, lasse ich mich immer wieder von der gläsernen Schönheit faszinieren und kann mein Auge kaum von ihr abwenden. Hier habe ich mal die 9 besten Aussichtspunkte auf die Frankfurter Skyline zusammengestellt.
2.) Die Frankfurter Altstadt ist einfach wunderbar und wird niemals alt, egal wie oft ich hingehe. Hühnermarkt, Römerberg – egal. Einfach mal hingehen und bei Gelegenheit auch im Kaiserdom St. Bartholomäus vorbei schneien. Es ist ein tolles Erlebnis mit vielen traditionellen und auch antiken Geschäften und Buchläden. Wenn du mit dem Besuch der Altstadt in Frankfurt soweit durch bist, kannst du weiter zum…
Ich will ja nicht angeben (doch), aber das ist der wunderbare Ausblick aus meinem Büro in Frankfurt.
Kunst erleben in Frankfurt am Main
3.) …Städel auf dem Museumsufer. Auch wenn die Sonderausstellungen manchmal nach der verschachtelten Konzepten zusammengestellt sind – hierbei spreche ich ausdrücklich nicht von der Guido Reni Ausstellung, diese war nämlich das Highlight schlechthin – lohnt es sich immer die Dauerausstellung im Städel Museum zu besichtigen. Einfach mal hingehen und staunen.
4.) Und wenn du schon dabei bist, das Museumsufer in Frankfurt zu erkunden, dann statte dem Ikonenmuseum einen Besuch ab. Du brauchst maximal eine Stunde für die Ausstellung; der Eindruck bleibt jedoch für immer. Der Eintritt kostet 6 Euro. Erfahre hier, welche Ausstellung das Frankfurter Ikonenmuseum derzeit zeigt.
Diese russische Ikone hängt im Frankfurter Ikonenmuseum.
Frankfurter Naturphänomen Düne – und mehr
5.) Zu guter Letzt: Die Schwanheimer Düne, die ein Naturerlebnis mit Faszinationsfaktor darstellt. Dieses Phänomen der Natur lockt mich immer wieder an und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Das Besondere an der Düne ist ihre Flora und Fauna. Sie hat sich über Jahrhunderte zu dem entwickelt, was sie heute ist und steht unter Naturschutz. Hier findest du alle Infos, die ich zur Schwanheimer Düne gefunden habe.
Das ist die Schwanheimer Düne im Spätsommer. An diesem fantastischen Tag habe ich sie entdeckt und sie sofort ins Herz geschlossen.
Natürlich gibt es in Frankfurt 1.000 weitere Dinge, die man besuchen könnte und sollte. Eine davon sind die Eiermann-Türme in Frankfurt-Niederrad (wenn du schon in Richtung Schwanheim fährst, dann geh dort unbedingt vorbei). Wenn ich einen einzigen Tag in Frankfurt hätte, würde ich genau diese Orte erleben wollen.
Meine Bekanntschaft in Porto – Als ich lange nach der Dämmerung noch in Porto unterwegs war, wollte ich mir die Stadt von oben ansehen. Es war ein traumhafter Anblick, als ich am Mosteiro da Serra do Pilarstand und rüber auf das andere Ufer sah. Deutlich spürte ich das Leben, das unten tobte und war in dem Moment so glücklich, dass ich wiederum etwas traurig wurde, dass ich all das mit niemandem teilen konnte.
Als ich mich dazu entschied, eine Runde mit der Seilbahn über Porto zu schweben, war ich genau eine Minute zu spät, um mir Tickets an der Kasse holen zu können. Also beschloss ich die Stadt weiterhin aus der Höhe zu betrachten und begab mich auf die Brücke in unmittelbarer Nähe. Dabei handelte es sich um die Ponte Dom Luís I, einer Fachwerk-Bogenbrücke über den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia. Erbaut wurde sie von François Gustave Théophile Seyrig (* 19. Februar 1843 in Berlin; † 5. Juli 1923). 1869 gründete er zusammen mit Gustave Eiffel das Unternehmen „Eiffel et Cie.“. 10 Jahre später trennten sich beide wieder.
Das ist die Schönheit – erbaut wurde sie 1881-1886. Die Gesamtlänge beträgt 385,25 Meter und die Höhe etwa 60 Meter.
Eine Bekanntschaft in Porto: Wir begegneten uns auf der Brücke
Als ich auf diesem monströsen Bauwerk aus Metall stand, hörte ich – wie so selten in vergangener Zeit – russische Sprache. Zwei Touristen waren dabei, Fotos vor dem erhöhten Kloster Mosteiro da Serra do Pilar zu machen. Die Frau sagte zum Mann, der, wie sich kurze Zeit später herausstellte, ihr Sohn war, dass sie gerne ein Foto mit ihm zusammen hätte. Ich drehte mich zu den beiden um und bot meine Dienste an. Und so machte ich eine Bekanntschaft in Porto.
„Woher kommst du?“ Fragte mich Irina. In vergangener Zeit versetzt mich diese Frage in Schockstarre. Ich antwortete vorsichtig: „Aus Sochi.“ Es stellte sich heraus, dass die beiden aus St. Petersburg stammen. Eine Stadt, die ich liebe und ehre. Vor circa 18 Jahren seien die beiden ausgewandert und haben ihr leben in Finnland aufgebaut. Der Sohn, Alexej, lebt derzeit auf den Ålandinseln – einer Inselgruppe, die aus über 6700 Inseln und Schären besteht und zwischen Finnland und Schweden liegt.
Natürlich revanchierte sich meine neue Bekanntschaft bei mit mit einem Foto von mir. Obwohl ich mich bis zuletzt dagegen gewehrt hatte; gegen Irinas Überredungskünste hatte ich keinerlei Chancen.
Meine Bekanntschaft und ich: Wir trafen uns am nächsten Tag
Eins führte zum anderen und meine neue Bekanntschaft und ich zogen zusammen durch die nächtliche Stadt. Wir erzählten einander von unserem Leben und teilten unsere Begeisterung für Porto. Ein Tag zuvor seien Irina und Alexej in Lissabon gewesen. Eine Stadt, die ich in den nächsten 2-3 Jahren auch unbedingt erleben will. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen. Es hatte aufgehört zu regnen und wir schlenderten durch die Gässchen, während ich von meiner langen Fahrradtour von A Ver-o-Mar nach Portoerzählt hatte, die ich ein paar Tage zuvor gemacht habe.
Am nächsten Tag überredete ich meine neue Bekanntschaft dazu, mit mir zusammen den Ozean anzusehen. Wir trafen uns in Póvoa de Varzim – und ich schleppte sie den ganzen Weg zu Fuß nach A Ver-o-Mar, bis ich um ein Haar meinen Flug zurück nach Frankfurt verpasst hatte.
Diese fantastische Aussicht auf den Atlantischen Ozean durfte ich mit Irina und Alexej teilen. Hier waren wir ungefähr auf halbem Wege von Póvoa de Varzim nach A Ver-o-Mar.
Das Teaserbild, das du oben siehst, ist übrigens auch auf unserem „kleinen“ Spaziergang an der Küste entstanden. Hier sieht man einen der vielen kleinen Holzstege, die oftmals entlang des Strandes führen.
Alexej und ich schreiben hin und wieder mal. Ich hatte den beiden versprochen, dass wenn sie jemals nach Deutschland kommen sollten, ich ihnen eine Städte- und Museumstour der Extraklasse organisiere. Vielleicht werden wir uns aber auch in Finnland wiedersehen. Wer weiß, welche Lieder das Leben noch spielt.
Ich weiß, ich weiß – schwieriges Thema. Mit meiner Argumentation habe ich allerdings sogar mal einen Hamburger davon überzeugt, dass Berlin der geilste Scheiß der Bundesrepublik ist.
Wenn eine Person für die Kunst lebt, dann wird sie in Berlin vor lauter Emotionen und Eindrücken ertrinken. Die Stadt zählt insgesamt 175 Museen, in denen man mit Kunst, Geschichte, Kultur und Wissen in Kontakt kommt. Eine Perle der alten Meister ragt dabei besonders heraus: Die Gemäldegalerie (bitte mit Engelsgesang im Hintergrund lesen).
Sandro Botticelli in der Gemäldegalerie: Madonna mit dem Kind und singenden Engeln, oder auch Madonna mit Lilien und acht Engeln – um 1477.
Gemäldegalerie: Unfassbare Mengen Kunst in Berlin
Die Gemäldegalerie hat mich für andere Kunstsammlungen verdorben. Wenn ich auch gestehen muss, dass die Alte Pinakothek in München oder auch die Stuttgarter Staatsgalerie überaus konkurrenzfähig sind.
Neben der fantastischen, überragenden und Aufsehen erregenden Gemäldegalerie – die das Zuhause von etlichen Rembrandts und einigen eindrücklichen Bellinis, Caravaggios Amor, Cranachs Jungbrunnen, Tizians Venus und weiteren 1.000 Werken ist – hat Berlin etliche renommierte Kunsthäuser, die nur darauf warten, dass du dich in ihnen verlierst:
Pergamonmuseum (Ich schaffte es, in den letzten Tagen vor der Schließung noch reinzukommen)
Das sind ein paar der Museen, die ich bereits ausfindig gemacht habe und sagen muss: Ich liebe diese Stadt mit jeder Faser meiner Seele. Es hat mich immer wieder erstaunt, wie casual und unscheinbar diese Millionengemälde da vor sich her hängen, als wäre dies keine Besonderheit – da einen halben Meter weiter ein weiterer Künstler von Welt hängt. Und wo die Kunst in den Museen aufhört, fängt die Kunst im Alltag an.
Das ist der Berliner Goldhot aus der Bronzezeit. Ein Artefakt, aus dünnem Goldblech, das zu einer Gruppe dreier weiterer Goldhüte gehört, die jedoch bei weitem nicht so gut erhalten sind, wie das vorliegende Exemplar.
Berliner Straßen: Glas, Gold, gigantische Säulen
Berlin ist unverschämt… Hunderttausende eilen täglich an atemberaubenden Wandmalereien und Fresken in abgeranzten Treppenhäusern vorbei, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Diese Art von Kontrasten habe ich bisher nur in Russland erlebt. Und wo die Kunst im Alltag aufhört, fängt die Architektur im Alltag an. Unendlich hohe Decken, gigantische Säulen, Skulpturen, Gold, Glas, Marmor, Brutalismus – während zwei Meter weiter prachtvolle Bauten aus dem 16. Jahrhundert stehen. Solange du in Berlin bist, kommst du aus dem Staunen nicht mehr raus.
Ich wette, du findest 1.000 andere Gründe, warum Berlin die geilste Stadt in Deutschland ist – und ebensoviele, warum sie es nicht ist. Schreib mir gerne deine Sicht der Dinge, ich freue mich auf deine Mitteilung.
Die deutsche Schauspielerin / German actress Ruth Maria Kubitschek in einem Antiquitätenladen / in an antique shop, Anfang 1970er Jahre / beginning 1970s. Copyright: Roba/SiegfriedxPilz UnitedArchives03133
the German Actress German actress Ruth Mary Kubitschek in a Antiques shop in to Antique Shop Beginning 1970 Years BEGINNING 1970s Copyright roba UnitedArchives03133
Baden-Baden beherbergt eine wahre Schatzkammer für Vintage-Liebhaber und Antiquitäten-Enthusiasten. Wenn du aus der Kurstadt kommst, weißt du genau, was jetzt folgt.
Während ich in Baden-Baden, der Stadt, die für ihre Eleganz und ihren kulturellen Reichtum bekannt ist, lebte, musste ich so manch einen Scheißjob machen – und das natürlich für extrem wenig Geld. Meine Liebe zum Schönen und Wunderbaren war dabei keineswegs geringer, als sie es heute ist. Der großartige Laden, den ich dir nun vorstellen will, ist ein Juwel und ein unverzichtbarer Anlaufpunkt für alle, die auf der Suche nach einzigartigen Schätzen sind, sich aber finanziell nicht all zu weit aus dem Fenster lehnen können. Oder wollen.
Second-Hand Möbel und Antiquitäten in Baden-Baden
Den Laden namens „Heinzelmännchen-Service & Licht und Hoffnung e.V.“ kennt wohl jeder Baden-Badener. Er bietet eine beeindruckende Auswahl an Second-Hand Möbeln, die von Rustikal bis Modern reicht. Von Barock über Biedermeier bis hin zu Art Déco findest Du hier Stücke, die Geschichten erzählen und deinen Wohnraum mit ihrem zeitlosen Charme bereichern. Vintage-Sofas, Retro-Schränke, liebevoll restaurierten Esstische oder antike Kommoden – hier gibt es für jeden Geschmack und Stil das Richtige. Dabei geht der Erlös an einen guten Zweck.
Art déco (Symbolbild): Die Zeichnung eines kleinen Pariser Büros um 1925. Flächige und symmetriebetonte Motive sind typisch für Art déco. Die „Einfachheit“ der – damals neuen – Formen lässt sie bis heute modern erscheinen. Copyright: IMAGO
Sofern ich mich richtig erinnere, steht der Verein „Licht und Hoffnung“ für drogenkranke Menschen ein. Dort bekommen sie die Chance, sich handwerklich zu betätigen, indem sie kleinere und größere Reparaturarbeiten an Möbeln vornehmen. Im Gegenzug bekommen Unterstützung vom Verein. Die Arbeit dieser Menschen ermöglicht den Erwerb qualitativ hochwertiger Möbel – und das obwohl sie teilweise schon einige Jahrzehnte alt sind.
Kunst und Bücher kaufen in Baden-Baden
Damals holte ich mir dort alles Mögliche an Vintage-Möbeln und Antiquitäten. In Erinnerung geblieben ist mir eine Stehlampe aus den 1940er Jahren, diverse Kunstdrucke, CDs, Uhren, Vasen und natürlich meine heilige Goethe-Sammlung im Inselverlag. Schneeweißer, fester Einband – unbezahlbarer Inhalt.
Ja, Bücherwürmer und Kunstliebhaber werden in diesem Geschäft ihr Paradies finden. Die umfangreiche Sammlung seltener Bücher und Gemälde ist Highlight-verdächtig. Hier kannst du in vergangenen Zeiten und vergessenen Welten schwelgen. Ein ehemaliger Nachbar meiner Mutter, Kunstsammler, erzählte mal, wie er dort angeblich ein Millionenkunstwerk für unter zehn Euro erworben hatte. Ich vergaß inzwischen, um welchen Künstler es sich dabei handelte, wage aber zu vermuten, dass es ein französischer Impressionist war.
Mit etwas Glück, nimmt die eine oder andere Verkäuferin dein Interesse für antike Bücher wahr und öffnet dir die „geheime Schranktür“, hinter der sich Erstausgaben, Unikate und andere Schätze befinden.
Porzellan und Co.: Antiquitäten-Alarm bei „Heinzelmännchen“
Das „Heinzelmännchen“ bietet eine erlesene Auswahl an Geschirr und Tischkultur. Von klassischem Porzellan über Vintage-Vasen in den verrücktesten Formen und Farben bis hin zu einmaligen Besteck-Sets aus vergangenen Epochen ist hier jedes kleine Detail dabei, mit dem Du dein Zuhause dekorieren und verschönern kannst.
Ich holte mit damals Porzellantöpfe, -tassen und anderen Krimskrams. Das zweckentfremdete ich dann als Blumentöpfe. Waren mir die Behältnisse wiederum „zu weiß“, malte ich mit Acrylfarben auf ihnen. So erinnere ich mich an meine Version der Sternennacht von Van Gogh und eine AK-47 in Regenbogenfarben.
Zu finden ist der einzigartige Laden mit den Antiquitäten in der Ooser Hauptstraße 17a, 76532 Baden-Baden. Eine eigene Website gibt es nicht – oder aber ich habe sie nicht gefunden.
Germany, Baden-Wurttemberg, Heidelberg, Statue of Virgin Mary on Kornmarkt square with Heidelberg Castle in background, Heidelberg Deutschland Stuttgart-Mitte WDF07108
Ich erinnere mich gerne an meine Zeit in Heidelberg zurück. Es ist auch gar nicht so lange her, dass ich dort gelebt und gearbeitet habe. Heidelberg ist eine weltoffene kleine Stadt mit einer sagenhaften Universität und einer süßen Altstadt. Der Besuch lohnt sich allemal – die Hotelpreise, ganz anders als die Mietpreise, sind angemessen und der Aufenthalt wird garantiert unvergesslich.
Ich erinnere mich gerne an die Menschen dort zurück: Sie sind gastfreundlich und zurückhaltend – von den anderen Eigenschaften der Heidelberger sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.
Heidelberg: Spazieren durch Natur und Altstadt
Besonders liebte ich es immer, nachts am Neckar entlang zu spazieren, oder eine Runde durch den herbstlichen Wald oberhalb von Schlierbach zu drehen. Das Naturspektakel ist dort unbeschreiblich schön und eignet sich gut für eine wilde Fahrt mit dem Mountainbike. Apropos Fahrrad: Lese hier meine „Beinahe-Lovestory“, die sich nachts auf dem Weg von Heidelberg nach Mannheim ereignete.
Dass die Heidelberger Altstadt ein kleines Märchen ist, ist an dieser Stelle womöglich eine überflüssige Information, da sie, wenn ich mich nicht irre, so ziemlich die erste Anlaufstelle aller Reisenden ist. Dennoch lohnt sich die Altstadt immer.
Heidelberger Buchläden und Shops der Extraklasse
Besonders aufregend kann es dabei sein, sich auch in die kleineren, verwinkelten Altstadt-Gässchen zu begeben. Dort kann man viel Einzigartiges entdecken. So fand ich eines Tages beim ziellosen Spazieren ein kleines Geschäft der Extraklasse, namens „Letter & Co.“, das Füllfederhalter verkaufte. Es gab sie aus Glas, in verschiedenen Federstärken und Farben – manche wurden in nahegelegenen Manufakturen hergestellt und manche waren einfach unbezahlbar. Tinte, edles Papier, Federn, Siegel und Wachs – dort findet man alles, was das Herz des alten Dichters begehrt.
Wer nicht so auf Handschriftliches abfährt, kann kleine Boutiquen und Second Hands entdecken – Heidelberg hat einige davon. Auch antike Buchläden sind recht gut auffindbar und haben ein reiches Angebot, das alle Gattungen umfasst. Nicht ganz so antik, aber um so aufregender für Philosophen und Kunsthistoriker könnte der Buchladen „Artes Liberales“ am Kronmarkt sein. Der nette, extravagante Herr dort verkauft erlesene Klassik, Fachliteratur, schwere Philo-Bretter und wurde 2015 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis der Staatsministerin für Kultur und Medien ausgezeichnet.
Die kleinen Geschäfte in Heidelberg sind oftmals authentisch. Die Stadt wird mit Sicherheit den Wunsch wecken, ein kleines Stück von ihr mitzunehmen, daher lohnt sich das Stöbern um so mehr.
Den Neckar entdecken
Wer Heidelberg im Sommer besucht, sollte gleich nach seiner Ankunft eine Runde Tretboot auf dem Neckar fahren. Den einen oder anderen Verleih gibt es direkt am Ufer. Nach Feierabend liebte ich es, mit meinen Kolleginnen dort Boot fahren zu gehen. Es macht die Gedanken frei und kann für viele Lacher sorgen.
Das sind meine ehemaligen Kolleginnen und ich, wie wir mit dem kleinen Bötchen über den Neckar fahren. Fotografiert von einer Kollegin, die in dem Boot hinter uns saß. Wir hatten viel Spaß an diesem Tag!
Wer so viel Glück hat, wie wir damals, lacht sich auch mal eine kleine abendliche Rundfahrt mit der Yacht an und entdeckt den Neckar aus ganz neuen Winkeln. Einfach mal frech sein und beim Bootsverleih fragen, ob das unter Umständen möglich wäre.
Kunst und Architektur in Heidelberg
Wenn du kunstinteressiert bist, könnte sich das Kurpfälzische Museum lohnen. Das kann besonders dann der Fall sein, wenn dort gerade eine starke Sonderausstellung ist. In Erinnerung geblieben ist mir die Ausstellung „Frauenkörper“ (24. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022). „Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre“ (5. März bis 11. Juni 2023) fand ich auch nicht übel.
Ein emotionales Erlebnis wird garantiert die Jesuitenkirche sein. Sie hat eine überragende Architektur – so auch die Peterskirche in der Nähe der Unibibliothek. Hierbei spielt dein Glaube, oder gar dein Nicht-Glaube keine große Rolle. Lass diese Pracht einfach auf dich wirken und dreh am besten eine Runde um die Kirchen – du könntest viele versteckte Details finden.
Lohnt sich das Schloss? Natürlich lohnt sich das Schloss! Hier findest du meine Fotostory vom Heidelberger Schloss, aus der Zeit, als ich noch für die Medien in Heidelberg gearbeitet habe. Am besten erreichst du die Schlossruine zu Fuß, denn von der Altstadt läuft man lediglich 10 Minuten. Senioren und Rollstuhlfahrer haben die Möglichkeit, die Bergbahn zu nutzen. Auf der Scheffelterrasse des Schlosses kann man dann romantisch seinen Tee schlürfen und den Sonnenuntergang antreffen.
So essen Heidelberger
Kommen wir zum Essen. Heidelberg achtet auf seine Veganer und Vegetarier – Auswahl gibt es genug. Ich war verhältnismäßig nicht in vielen Restaurants, aber die, in die ich immer wieder gerne ging waren folgende: „Mahmoud’s“ (libanesisch / Falafel & Schawarma) – gibt es einmal in der Altstadt und einmal in Bergheim. Die Filiale in der Altstadt ist meine liebste. Aber Vorsicht vor der Mittagszeit dort – Studenten könnten das kleine Lokal füllen wie Sardinen die Krosse Krabbe in dieser einen Spongebob-Folge.
Des Weiteren gibt es „Sakura“ (japanisch / Sushi), „Soban“ (koreanisch / Ramen) und „Nomad“ (slow food aus aller Welt). Atmosphärisch ist die Roofbar „Schilling“ (Sushi und Cocktails) – hier wirst du die wahrscheinlich beste Aussicht auf Heidelberg haben und die Besonderheit dieser Stadt spüren, aber vor allem sehen. Das Essen und die Cocktails haben mich persönlich dort noch nie so richtig beeindruckt, aber der Ausblick ist Weltklasse und erklärt sowohl die hohen Preise, als auch die Tatsache, dass man sich nach zwei Stunden schon aus dem Staub machen muss, weil die nächste Reservierung im Anmarsch ist.
Fazit: Heidelberg ist geil. Wer auf eine entspannte Stadt-Tour Lust hat, ist hier genau richtig. Und zwar zu jeder Jahreszeit. Hier gibt es genug Natur, viele Sehenswürdigkeiten und auch Unternehmungen für jedes Alter. Zum Studieren ist die Stadt sagenhaft – vorausgesetzt man kriegt genug Geld zusammen, um sich hier über Wasser zu halten. Aber auch das ist möglich, zeigt die Erfahrung.
Die pulsierende Finanzmetropole Frankfurt mag auf den ersten Blick vor allem für ihre Wolkenkratzer und dunkle Ecken bekannt sein. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt ein verstecktes Juwel mitten in der Stadt – den Stadtwald. Dieser grüne Rückzugsort bietet eine Pause von dem hektischen Treiben des Lebens. Auch eine Fülle von natürlicher Schönheit erwartet dich dort.
Hier starteten Valentina und ich unseren morgendlichen Spaziergang durch den Frankfurter Stadtwald. Na, wie schnell hast du den Hund entdeckt?
Mit kommt dieser eine verwunschene Herbsttag in den Sinn, an dem ich mit Valentina durch den Frankfurter Wald spazierte. Wir gingen auf große Entdeckungstour und starteten in Schwanheim. Es war mitten im Oktober, weshalb unser Weg mit bunten Blättern geschmückt war. Alleine wäre ich an diesem Tag mit Sicherheit nicht aus dem Haus gegangen, da aber diese kleine Chihuahua-Lady sportlich und voller Leben ist, ging ich ihren Wünschen nach und zwang mich dazu, weder Wind noch Wetter zu scheuen.
Im Frankfurter Stadtwald mit einem Chihuahua
Im Wald wartete auf uns ein pilziger Herbstduft und das goldene Licht der Sonne. Es sind eben diese Momente, für die ich unendlich dankbar bin, wenigstens hin und wieder mal auf diesen winzigen Hund aufpassen zu dürfen. Mit diesem Gedanken löste ich meinen verliebten Blick von Valentina und richtete ihn auf ein kleines Spektakel, das die Natur für uns vorbereitet hatte. Ich sah, wie der sanfte Wind die gelben Blätter von den Kronen der Laubbäume abholte und sie in einer Reihe durch die Lüfte wirbelte. Während die Sonne auf die Blätter schien, kreisten sie sich um die eigene Achse und sahen aus wie ein funkelnder Lametta-Regen.
Hier blieben wir im Waldvor einem Holzstapel stehen. Ganz offensichtlich teilt der Hund meine Begeisterung für Waldpilze eher wenig bis gar nicht.
Der Wind spielte weiter. Er drehte mit den Blättern eine luftige Schleife und trieb sie weit über die höchsten Äste des Stadtwaldes. Es war wie ein Konzert und ich war wie eine versteinerte Zuschauerin, die auf diesen Auftritt der Natur nicht vorbereitet war. Meine Glücksgefühle überschlugen sich und ich richtete meinen Blick wieder auf Valentina. Offenbar bemerkte auch sie dieses Naturspektakel, doch war davon bei Weitem nicht so beeindruck wie ich. Viel lieber schnüffelte sie in der modrigen Erde, als wolle sie dort ihre niedliche Nase vergraben.
Wir setzen uns auf eine Holzbank und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Wie sich einige Zeit später herausstellte, waren es die letzten in diesem Jahr.
Stadtwald Frankfurt: Die Schönheit der Natur
Der Frankfurter Stadtwald erstreckt sich über 5.000 Hektar und bietet eine Vielzahl von Aktivitäten für Naturliebhaber und beherbergt darüber hinaus auch eine reiche Tierwelt. Mit etwas Glück kannst auch Du Nager, Rehe oder seltene Vogelarten beobachten.
Valentina und ich sahen während diesem und anderen Spaziergängen kleine Mäuse, Schmetterlinge, jede Menge Eichhörnchen. Zwei graziöse Spechte entdeckten wir auch und sahen ihnen fasziniert dabei zu, wie sie – wahrscheinlich – um die Wette flogen.
Stadtwald Frankfurt: Aktivitäten im Walde
Für aktive Besucher gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich im Frankfurter Stadtwald zu betätigen. Ein beliebter Ort ist der Opel-Zoo. Zwar ist er etwas außerhalb der Stadt, aber er beherbergt eine breite Palette von Tieren aus aller Welt – darunter die einzigen Elefanten Hessens. Ein weiteres Highlight, das ich auf meinen Spaziergängen entdeckt habe, ist der Kobelt-Zoo. Dort finden Besucher eine 17.000 Quadratmeter große Anlage, die das zu Hause für etwa 300 Tiere – darunter Affen, Ponys, Eichhörnchen und andere – ist. Und wenn das nicht genug ist, kannst du diese 5 besonderen Orte in Frankfurt besuchen.
Für Wanderer, Jogger und sogar Reiter gibt es im Frankfurter Stadtwald gut markierte Wege, die durch dichte Wälder und malerische Wiesen führen. Der Wald ist natürlich auch ein Paradies für Radfahrer: Seine Waldwege sind breit – und Erdlöcher habe ich bislang noch nicht entdeckt. Fährt man mit dem Fahrrad etwas aus Schwanheim und dem dort liegenden Wald hinaus, so kommt man zu den geilsten Türmen Frankfurts. Der Besuch der Eiermann-Bauwerke lohnt sich allemal!