Es gibt wohl tausende Aussichtspunkte in Porto. Doch von diesen erlebst Du die Stadt in ihrer vollen Pracht. Jeder einzelne Aussichtspunkt (bis auf den letzten) hat mich berührt und hat sich in meinem Herzen ganz tief verankert.
Porto bei Nacht: Brücke und Kloster
Mosteiro da Serra do Pilar: Steht man auf dem Gelände des historischen Nonnenklosters der Nossa Senhora da Serra do Pilar, so hat man die wahrscheinlich schönste Aussicht auf ganz Porto. Und das, auch wenn man sich hier genau genommen gar nicht mehr in Porto befindet, sondern auf der anderen Flussseite – in Vila Nova de Gaia. Als ich dort oben stand, war es schon dunkel und ich durfte die tausend Lichter der Stadt erblicken. Von dort hörte ich sogar die Sängerin, die ihre eigenen Songs am Flussufer von Porto sang.
Auf diesem Bild sind beide Aussichtspunkte vereint: Hier stehe ich auch der Ponte Dom Luís I und fotografiere den Mosteiro da Serra do Pilar. Der Ausblick auf die Stadt ist im Teaserbild zu sehen.
Ponte Dom Luís I: Da diese Brücke sich ganz in der Nähe des Klosters Mosteiro da Serra do Pilar befindet, kann man das historische Bauwerk auch von hier aus wunderbar begutachten. Darüber hinaus scheint man regelrecht über dem Fluss Douro zu schweben, während man auf der „zweiten Etage“ der Ponte Dom Luís I steht. Von hier aus hatte ich den Panoramablick über Porto und auch Vila Nova de Gaia. Die Brücke selbst ist natürlich ebenfalls ein wahrer Hingucker. Geplant wurde sie nämlich von Théophile Seyrig – Gustave Eiffels Geschäftspartner.
Aussichtspunkte in Porto, die ich nie vergessen werde
Igreja e Torre dos Clérigos: In dieser Kirche kann man ein kleines Kirchenmuseum und nachts die „Spiritus“-Lichtershow besuchen. Beides habe ich gemacht – am besten gefiel mir jedoch der Ausblick aus dem Kirchturm. Nach dort oben führen ein paar Treppen und ist man erstmal im Turm angekommen, kann man über die gesamte Stadt blicken. Ein fantastischer Aussichtspunkt – und das mitten in der City.
Porto badete im Nebel… Das Reisen außerhalb der Saison hat aber auch etwas Gutes: Es sind viel weniger Menschen unterwegs und man lernt viele Einheimische kennen.
Vom Boot: Wird in einer Stadt, durch die ich gerade reise, eine Bootsfahrt angeboten, dann bin ich am Start. Auch während meiner Kunstreisehabe ich mehrere Bootsfahrten gemacht, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind. Die jeweiligen Ausblicke sind anders wild – so insbesondere der Ausblick auf Porto und dessen Promenade. Mit dem Boot machte ich eine große Runde auf dem Douro und durfte währenddessen sogar ein paar Fakten zu den Brücken erfahren. Die Stadtgeschichte kam bei dieser Rundfahrt ebenfalls nicht zu kurz.
Die kleinen Häusergruppen waren das Süßeste, das ich je gesehen hatte. Ich hatte in dieser Stadt einfach durchgehend Glücksgefühle.
Ausblick auf die gesamte Stadt
Kleine Aussichtsplattform neben der Igreja da Misericórdia: Diesen Aussichtspunkt entdeckte ich völlig unverhofft. Doch er berührte mich um so mehr, da es mein erster Tag in Portowar. Als Orientierungspunkt habe ich mir die Kirche aus dem 16. JH gemerkt – die Igreja da Misericórdia. Es war ein schönes Erlebnis – und vor allem auch ein unvergesslicher Ausblick über all die roten Dächer Portos. Obwohl es regnete hatte ich hier ein breites, wenn auch nasses, Grinsen im Gesicht.
Ist das nicht traumhaft? Auf dieser kleinen Aussichtsplattform spürte ich erstmals den Spirit von Portugal.
Seilbahn neben dem Mosteiro da Serra do Pilar: Da wären wir wieder – bei dem historischen Nonnenkloster in Vila Nova de Gaia. Unterhalb des gigantischen Bauwerks befindet sich eine Seilbahn. Ich wette ein Tütchen Gras darauf, dass man von hier aus einen ganz berauschenden Ausblick auf Porto und den Douro hat. Ich selbst bin die Seilbahn nicht gefahren, denn ich kam buchstäblich eine Minute nach Feierabend. Aber wäre ich nicht zu spät gekommen, hätte ich nie diese Bekanntschaft gemacht.
Dieses Gemälde von Giovanni Bellini wurde während einer Phase in seiner Karriere geschaffen, in der er noch stark von dem Stil seines Schwagers Andrea Mantegna beeinflusst war. Dennoch zeigt Bellini in seinem Kunstwerk seine eigenen kreativen Lösungen.
Gemälde wird Bellini’s Werkstatt zugeschrieben
Dass die Landschaft in dem Berliner Gemälde, bei dem das intensive Licht zurückhaltender ist, deutet möglicherweise auf das Werk eines seiner Studenten. Eine andere Version dieses Gemäldes, die sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam befindet, lässt erkennen, dass der Künstler bereits an der Reproduktion seiner eigenen Werke arbeitete. Immerhin ist Giovanni Bellini bekannt dafür, seine Andachtsbilder – vor allem die Madonnen – in mehreren Versionen hervorgebracht zu haben, um die Effizienz seiner Bildproduktion zu erhöhen.
Andachtsbilder sind meistens gemalte oder geschnitzte Bilder von religiösen Geschichten und Ereignissen aus dem Christentum. Sie sollen den Gläubigen helfen, in ihrem Glauben zu meditieren und zu beten. Oft zeigen diese Bilder Szenen aus dem Leben und Leiden von Jesus Christus, Maria und den Heiligen.
Giovanni Bellini (um 1435 bis 1516) und Werkstatt in der Berliner Gemäldegalerie: Maria mit dem Kind, das auf einer Brüstung steht – um 1460
Giovanni Bellini: Maria mit dem Kind, das auf einer Brüstung steht
Typisch Bellini ist für mich persönlich in diesem Bild die Brüstung, die zwischen dem Betrachter und der heiligen Madonna eine Distanz schafft. Jesus wiederum steht symbolisch auf der mutmaßlichen Balustrade, um die Verkörperung des sowohl menschlichen als auch himmlischen zu verdeutlichen. Darüber hinaus ist die Landschaft hinter den beiden Figuren sehr ausdrucksstark und erinnert mich an andere Werke Bellinis. Was natürlich nicht zu bedeuten hat, dass er dieses Werk alleine gemalt hat.
Als ich dieses Bild in der Gemäldegalerie – die für mich Grund genug ist, Berlin zur geilsten Stadt der Bundesrepublik zu ernennen – sah, wurde ich ganz starr. Das Gemälde der venezianischen Meisterwerkstatt kannte ich bisher nur aus den Büchern. Direkt davor zu stehen, und jeden kleinen Pinselstrich von Bellini und seiner Werkstatt zu begutachten, ist natürlich anders wild.
Als ich im Germanischen Nationalmuseum in München war, fiel mir das Gemälde „Die Sintflut“ von Joachim Wtewael (1566-1638) sofort auf. Ich habe viel in meinem Leben gesehen, doch etwas faszinierte mich an diesem Kunstwerk. War es die Dramatik? Waren es die unverschämt gut geformten Körper der dargestellten Figuren?
Das ist auf dem Bild „Die Sintflut“ von Joachim Wtewael zu sehen
In einer schönen Landschaft, die an einen fjordartigen* Ort erinnert, sieht man Menschen in großer Not. Die auf dem Gemälde abgebildeten Männer und Frauen sind nackt und zeigen ihre übermäßige Angst mit pathetischen Gesten. Das Wasser scheint schnell anzusteigen – die Figuren suchen verzweifelt Schutz auf den Felsen und in den Bäumen.
Auf der linken Seite im Vordergrund sehen wir einen Baum, den ein Mann versucht zu erklimmen, um sich vor dem Wasser zu retten. Ganz unten links sitzt eine Mutter mit ihrem Kind. Sie versucht vergebens unter ihrem Tuch Schutz zu finden.
In der Mitte vorne ist eine Gruppe von vier Menschen, die hektisch gestikulieren und nach Hilfe suchen. Und auf der rechten Seite sieht man zwei Eichenbäume, auf die Männer klettern, um sich vor dem steigenden Wasser zu retten. Die Szene ist sehr dramatisch und voller Spannung.
Wtewael, Joachim Anthonisz. (1566-1638) im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Dauerausstellung Renaissance, Barock, Aufklärung. Öl auf Leinwand – um 1590/1600
Ikonographische Beschreibung des Gemäldes
Joachim Wtewaels Gemälde beschreibt nicht die biblische, sondern die mythologische Sintflut nach Ovids Metamorphosen: Rechts auf der Anhöhe bringen die Göttin Iris und der bärtige Aeolus Wasser und Wind. Die sündigen Menschen versuchen, sich vor den Fluten zu retten.
Durch die unnatürliche Farbpalette soll, laut Germanischem Nationalmuseum, das Gekünstelte im Bild betont werden. Diese im niederländischen Manierismus beliebte Darstellung diente Wtewael zur Erprobung extremer Posen. In Robustheit und Volumen zeigen die Aktdarstellungen den Einfluss Michelangelos.
Als ich das Werk von Joachim Wtewael sah
Als ich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg vor diesem Gemälde stand, fiel mir – neben all den Wahnsinns-Körpern – sofort ins Auge, wie individuell der Künstler die Komposition gestaltete. Ebendiese gepaart mit dem Schattenspiel, das sich bei Wtewael in der Muskulatur der Dargestellten widerspiegelt, sorgt meines Achtens für die nötige Portion Dramatik in dem Gemälde.
*Fjord: Ein Fjord ist wie eine lange Bucht im Land. Er entsteht, wenn ein Gletscher vom Meer ins Land hineinwandert und ein tiefes Tal hinterlässt. In Norwegen und anderen Orten nennt man solche Meeresarme Fjorde.
Unterwegs mit dem Fahrrad: Hier musste ich on Portugal innehalten
Portugal badet in Regenschauern – und ich bin mitten drin. Meine Mutter macht sich Sorgen, aber ich beruhige sie mit den Worten „Eine Reise lässt sich planen – ein Abenteuer nicht“. Nach 28 Jahren hinterfragt sie gar nichts mehr von dem, was ich von mir gebe. Ich entschied mich dazu, mit dem Rad von A Ver-o-Mar nach Porto zu fahren. Zunächst legte ich aber einen Fußmarsch von anderthalb Stunden zurück, um zum nächsten Fahrradverleih zu kommen. Dort angekommen ging die Reise los.
Das Navi zeigte circa 2 Stunden Fahrradfahrt an – die gesamte Kurzreise sollte sich entlang des Strandes erstrecken. Also vertraute ich auf meine Intuition und ließ Google Maps ausgeschaltet, um Akku zu sparen. Vier Stunden später war ich noch immer unterwegs. Ich dachte, dass mein Hintern sich bald von mir verabschiedet und verkündet, dass wir nun getrennte Wege gehen sollten.
Der Blick zurück: Im Hintergrund siehst du den monströsen Wellenbrecher von Póvoa de Varzim unter grauem Himmel.
Der Weg nach Porto: Ein Naturerlebnis mit Ozeanblick
Doch was ich während der verhältnismäßig langen Fahrt erlebt habe, kann ich nur schwer in Worte fassen. An der Küste Portugals finden Fußgänger zahlreiche Holzstege, die mitten durch die Natur führen. Von den meisten Stegen kann man den Atlantischen Ozean in all seiner Kraft und Pracht sehen. Nicht auf allen Wegen sind Fahrräder erlaubt, aber es gibt immer Möglichkeiten, sie zu umfahren.
Also fuhr ich durch die kleinen Dörfer, durch die Dünen und durch all die Landschaften, die mein Auge noch nie erblickt hatte, während ich die Zeit, die Arbeit und all das andere, was mich davon abhält, wild zu sein, vergaß. Hier in Portugal ist es wirklich schwer, nicht stehen zu bleiben und inne zu halten. Mir begegneten viele Menschen, die auf einer Anhöhe standen und mit dem freien Blick in den Ozean in seine gigantischen Wellen hinein meditierten.
Hier fuhr ich durch eines der portugiesischen Dörfer. Da ich dort zur Zeit der Siesta entlang fuhr, nahm ich die wunderbarsten Düfte der regionalen Küche wahr.
Ein Moment in Portugal: Die Macht des Ozeans
Als ich ihrem Beispiel folgte und meine Gedanken im Ozean versenkte, spürte ich diese aufkommende innere Freude. Sie entflammte allerdings aus dem Abgründen meiner Seele. Während ich die meterhohen Wellen nämlich bestaunte, war ich mir dessen völlig bewusst, dass jede davon mich mit Leichtigkeit verschlucken könnte. Dieser Gedanke ließ mich so bedeutungslos wie nur selten fühlen und die Erkenntnis dessen machte mich frei von all dem, was noch nie eine Rolle gespielt hatte.
Wie lange dieses Gefühl anhalten würde, war unklar. Deutlich spürte ich aber dieses Leuchten in meinen Augen, das ich auch bei meinem Vater beobachtete, während er durch die stürmischen Wellen des Schwarzen Meeres segelte. Es ist jedes Mal das Wasser und dessen Macht über den Menschen, das sich in den Augen widerspiegelt.
Die Schönheit dieser Natur ließ mich erstarren. Ich verliebte mich sofort in das Zusammenspiel der Gesteine, der scheinbar unberührten Natur und natürlich des Ozeans.
So lange brauchte ich mit dem Fahrrad nach Porto
Diese lockende, gar beängstigende Schönheit des Ozeans ist hypnotisierend und offenbar auch der beste Grund dafür, weshalb ich von A Ver-o-Mar nach Porto knapp fünf Stunden gebraucht hatte. Könnte natürlich aber auch teilweise daran gelegen haben, dass in einem Abschnitt der Holzsteg komplett mit Sand überschüttet war und ich das Fahrrad ein paar Kilometer lang schieben musste. Vielleicht war der – teilweise heftige – Wind für diesen sandigen Zwischenfall verantwortlich – vielleicht war es aber auch so gedacht. Ich werde es wohl nie erfahren.
Auch war ein Wegabschnitt des Holzsteges mit Treppen versehen, was mich dazu brachte, das Fahrrad zu packen und damit über das am Rande liegende Gestein zu klettern. Nichts für schwache Schultern – oder Nerven.
Aber ich genoss auch das Fahrrad-Schieben durch den scheinbar ewigen Sand. So konnte ich die Agaven, Kakteen und Silbergräser besser bestaunen und lernte auf meinem Weg auch einen hilfsbereiten Einheimischen kennen. Mir fiel schnell auf, dass die Portugiesen, die mir begegneten, sehr freundlich, interessiert und aufmerksam waren. In ihrem Land fühlte ich mich zu jeder Zeit willkommen und war von ihrer offenen, entspannten und lebendigen Art sehr angetan.
Hier sah ich die untergehende Sonne in Porto und plötzlich wurde es ganz still um mich. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich noch gar nicht ahnen können, dass das erst der Beginn eines Abenteuers war.
Nachdem ich mich halbwegs traute, in den Wellen des Ozeans baden zu gehen, erreichte ich zum Sonnenuntergang Porto und buchte mir dort auf die Schnelle eine Übernachtung in einem Hostel. Am nächsten Morgen regnete es den ganzen Tag, doch dieses Abenteuer sollte dort auf mich warten.
Für drei Tage und zwei Nächte hatte ich das Vergnügen, im schönen Nürnberg zu sein. Ich sah mir die Operette „Die Fledermaus“ im Staatstheater an, besuchte natürlich das bedeutsame Germanische Nationalmuseum und sah mir die St. Lorenz Kirche genauer an. Viel Zeit hatte ich nicht, aber ich konnte folgende Eindrücke sammeln:
Die St. Lorenz Kirche in Nürnberg ist eine gotische Kirche. Sie ist dem Heiligen Lorenz gewidmet.
Das Rosettenfenster, das du nur auf dem Bild der Außenfassade siehst, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert. Dies konnte erfolgen, weil Originalteile des Fensters im Depot des Germanischen Nationalmuseums gefunden wurden. In diesem Museum habe ich übrigens einige Lucas Cranachs gesichtet.
Bau der St. Lorenz Kirche in Nürnberg braucht über 200 Jahre
Der Bau der dreischiffigen Basilika begann um 1250. Der spätgotische Hallenchor wurde 1477 vollendet. Als ich vor diesem gigantischen Bauwerk stand, wurde mir klar, wie unbedeutend und klein ich bin.
Seit der Reformation ist die Lorenzkirche neben der Sebalduskirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs, die beide zum Dekanat Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehören.
Kirchenfenster in der St. Lorenz Kirche zu Nürnberg
Im Chor und im Langhaus der Kirche gibt es wichtige spätgotische Bleiglasfenster. Die Fenster im Hallenchor wurden im Jahr 1476/77 von Michael Wolgemut gestaltet. Teilweise basieren sie auf den Entwürfen von Hans Pleydenwurff, der im Jahr 1472 verstorben war. Wolgemut hatte zu dieser Zeit die Werkstatt von Pleydenwurff übernommen. Einer der Lehrlinge, die dort später von 1486 bis 1490 arbeiteten, war – halt dich fest – Albrecht Dürer:
Schmidtmayer-Fenster (von Albrecht Dürer und Hans Süß von Kulmbach)Wenn jemand eine Ahnung davon hat, wessen Fenster das ist, gerne in die Kommentare schreiben.
Als ich durch diese wunderbare Kirche ging, hatte ich eine heftige Reizüberflutung. Mein Auge musste sich erstmal an die leuchtenden Farben der Kirchenfenster gewöhnen. Gleichzeitig sind die Gedanken von der Höhe der Kirchendecke überwältigt. Ich musste meinen Kopf ganz weit nach hinten fallen lassen, um die Schönheit der Gewölbe zu erblicken. Dabei versuchte ich natürlich meinen Mund zuzuhalten, denn ich kam aus dem Staunen gar nicht raus.
Hier sieht man den Annenaltar (1510, von Hans Süß von Kulmbach). Dahinter befinden sich die Haller-Fenster (links) und die Knorr-Fenster (links).
Einzigartige Feinarbeit: Ein 20 Meter hohes Tabernakel
Das Sakramentshaus St. Lorenz, entstanden zwischen 1493 und 1496, ist ein rund 20 Meter hohes und zirka 3,40 Meter breites Tabernakel. Hier werden die geweihten Hostien aufbewahrt. Oberhalb des eigentlichen Sakramentsschränkchens sind verschiedene Szenen des Leidens Christi dargestellt.Im Zweiten Weltkrieg wurden Dach und Gewölbe stark beschädigt. Der Bau wurde jedoch wiederhergestellt. Die sehr bedeutende spätgotische Ausstattung blieb durch Auslagerung weitgehend erhalten.
Im Beruf einer Journalistin kommt es oftmals vor, dass plötzlich Promis vor der Kamera stehen. Die ersten Male waren ganz aufregend, dann wurde das irgendwann zur Gewohnheit. Mein größter Traum ist es, Anna Netrebko vor der Kamera zu haben. Mal sehen, wann er in Erfüllung geht. Bis dahin hatte ich mit folgenden Promis und Bekanntheiten das Vergnügen:
Christian Sievers: Kein anderer, als ZDF-Moderator Christian Sievers inspirierte mich dazu, Journalistin zu werden. Nachdem ich sein Buch „Grauzonen“ las, wusste ich, dass ich diesen Beruf geil finde und machen will. Ich verfolgte meinen Traum und muss rückblickend sagen, dass das ein ganz guter Weg war. Während des Radio-Regenbogen-Awards 2023 war es endlich soweit: Christian Sievers betrat den Roten Teppich und ich wurde in Starre versetzt. Der Held meiner Jugend stand vor mir und ich machte Bilder von ihm, die ich später als Screensaver benutzen würde. Angesprochen habe ich ihn natürlich nicht – viel zu nervös.
Christian Sievers alter… Zwar schoss auch ich ein paar Bilder von ihm, aber die meiste Zeit bewunderte ich ihn einfach nur von der Reporter-Tribüne.
Alice Weidel: Die AfD-Politikerin ist sehr, sehr, SEHR selbstbewusst. Während der Pressekonferenz bei der Hessenwahl 2023 pöbelte sie einen Journalisten an. Dann sah sie ihn von oben nach unten an und fragte: „Na, mach‘ ich Sie nervös?“ Daraufhin lachte sie provokant und spielte im nächsten Moment mit einer anderen Kamera, die auf sie gerichtet war. Bei meinen Fragen mache sich Alice Weidel nicht mal die Mühe, zuzuhören – geschweige denn zu antworten. Dennoch fand ich ihren Auftritt interessant zu beobachten. Sie verhielt sich wie ein Superstar und fühlte sich sehr wohl während des gigantischen Medienrummels um ihre Person.
Es war ein sehr eigenartiges Gefühl, Alice Weidel vor der Kamera zu haben. Ich sah sie sehr lange an und verstand einerseits den Hype um sie – andererseits verstand ich auch, dass sie ein Mensch ist genau wie ich. Mit ihren Fehlern, mit ihren Träumen, mit ihren Schwächen und ihren Ideologien und Vorstellungen.
Männer, die uns aus dem TV geläufig sind
Steinmeier und Kretschmann: Diese beiden alten Säcke sah ich während der Eröffnung der Bundesgartenschau in Mannheim. Hier geht es zu der Fotostory, die ich an diesem Tag erstellt habe. Das BKA-Aufgebot war absolut übertrieben. Mehr Beamte als Journalisten. Die regulären BUGA23-Gäste verhielten sich allerdings auch völlig geisteskrank, diesen beiden Politikern gegenüber. Zitternde Münder, überwältigte Worte, wie etwa „Herr Kretschmann, ich bin ihr größter Fan“ und laufende Handykameras, soweit das Auge reicht. Warum, verstehe ich bis heute nicht ganz.
Frank-Walter Steinmeier ist nicht nur ein steinalter Sack, sondern auch Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. War ich aufgeregt, ihn zu sehen? I guess… Politik hautnah: Kretschmann und ich bei der BUGA23
Harald Glööckler: Ich durfte den exzentrischen Modedesigner bei seiner Geburtstagsfeier in Berlin, der geilsten Stadt der Bundesrepublik, fotografieren. Später würde er mir exklusive Details zu seiner Ehe mit Dieter liefern. Ich mag Herrn Glööckler – er ist sehr aufgeschlossen, bodenständig und respektvoll. Etwas, was ich von keinem einzigen Polit-Promi behaupten kann, den ich bislang kennengelernt habe.
Bei Gott: Es ist nicht das beste Foto von mir… Aber ist das nicht iconic, dass wir zu seinem Geburtstag einfach im Partnerlook gekommen sind?
Diese Musiker standen schon mal vor meiner Kamera…
Leony und Zoe Wees: Zu dem Zeitpunkt, als ich sie fotografierte, wusste ich gar nicht, wer die beiden sind. Später würde ich feststellen, dass ich die Songs dieser jungen, erfolgreichen Frauen kenne und sogar auch sehr mag.
Die Söhne Mannheims: Leider ohne Xavier Naidoo – mit ist völlig egal, was Xavier von sich gibt. Er hat die Stimme eines Engels und ist für mich der beste Vokalist dieses Landes. An diesem Abend habe ich ihn sehr vermisst. Dennoch habe ich das Konzert der Söhne in Mannheim sehr genossen. Sie traten als Jazz Department auf. Wie hart mir bei dem Konzert einer abging, erfährst du in diesem Artikel.
Diese Comedians habe ich schon fotografiert
Bülent Ceylan: Den Komiker hatte ich mehrere Male vor der Kamera. Jedes Mal war er sehr charmant, freundlich und voller Energie. Von Nahem sieht er super gepflegt aus und irgendwann will ich, dass er seine Skincare-Routine mit mir teilt. Auch wenn er seine Witze angeblich gar nicht selbst schreiben soll – die Tatsache, dass er der geborene Entertainer ist, kann ihm keiner nehmen.
Christine Preyon: Bekannt als „Birte Schneider“ aus der heute Show. Ich war damals Fan und durfte den Weltfrauentag damit verbringen, Christine Preyon aus dem Publikum anzuhimmeln. Ich traute mich sogar später auf die Bühne zu kommen, um sie nach einem Autogramm zu fragen. Wir kamen ins Gespräch und sie merkte ganz offensichtlich, wie hart ich am Fangirlen war. Absolute Screensaver-Kandidatin.
Dieses Urgestein stand auch schon mal vor meiner Kamera
Olaf Thon: Der Schalke04-Legende begegnete ich relativ am Anfang meiner journalistischen Karriere. Damals spielte er im Zeichen der Freundschaft als Gastspieler in einem kleinen Sportverein. Das fand in irgendeinem winzigen Kaff in der Nähe von Rastatt statt.
Wie konnte ich ihn nur vergessen…
Das Beste kommt zum Schluss: Auch der superschöne Elyas M’Barek stand mal vor meiner Kamera. Es war mein erster Tag bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Ich war bei der Einarbeitung in der Berliner Zentralredaktion. Hin und wieder kommen Promis dort rein und erzählen ein bisschen von sich. Als ich M’Barek zum ersten Mal sah, war ich schockverliebt. Ich habe zwar immer noch so gut wie keine Filme mit ihm gesehen, aber von diesem Mann konnte ich meine Augen kaum abwenden. Er hat so einen sexy Glow und ein Charisma, das einfach mitreißt. Ich nahm es mir zum Ziel, den Schönling anzulabern und fragte irgendwas über seine neue Hafermilch, die er uns präsentierte, was er jedoch abrupt verneinte. Völlig egal, ich hatte einen Wortwechsel mit dem wahrscheinlich schönsten Promi, den ich je vor meiner Kamera hatte. Zumindest bis jetzt.
Staatstheater Nürnberg von innen: Langsam füllt sich der Saal und der Rote Samtvorhang ist zugezogen. Gleich startet der erste Akt der Opetette "Die Fledermaus"
In Nürnberg war das Leben einfach. Innerhalb der wenigen Tage, die ich dort verbrachte, genoss ich das Kulturprogramm der Stadt so gut ich konnte. Ich begutachtete im Germanischen Nationalmuseum erotische Kunst des 16. Jahrhunderts, schaute mir die Altstadt an und ging in die Oper.
Operette in Nürnberg: „Die Fledermaus“
In der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss dreht sich alles um Gabriel von Eisenstein, der eine Gefängnisstrafe antreten muss, weil er eine Amtsperson beleidigt hat. Doch sein Freund Dr. Falke hat bereits einen Plan, um ihm eine letzte Nacht voller Vergnügen zu bescheren. Er überredet Eisenstein, sich auf einer Party beim Prinzen Orlofsky zu amüsieren. Was Eisenstein jedoch nicht weiß, ist, dass Dr. Falke Rache an ihm nehmen will, weil er ihn einst blamiert hat. Ursprünglich sollte die Operette nämlich „Die Rache einer Fledermaus“ heißen – der Titel wurde später gekürzt.
Rosalinde von Eisenstein ist nicht all zu traurig über den Abschied ihres Mannes ins Gefängnis. Gleichzeitig erlaubt sie ihrem Kammermädchen Adele, ihre angeblich kranke Tante zu besuchen. Als alle weg sind, taucht ihr Liebhaber Alfred auf, um sich mit Rosalinde zu vergnügen. Doch ihre prickelnde Zweisamkeit wird gestört, als der Gefängnisdirektor Frank auftaucht, um Eisenstein abzuholen. Um Rosalinde zu schützen, spielt Alfred mit und gibt sich als ihr Mann aus.
Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert verzehnfachte die Bevölkerung in Nürnberg. Die Notwendigkeit eines neuen Theaters wurde schon 1887 erkannt – bis diese Pläne jedoch umgesetzt wurden, vergingen mehr als zehn Jahre. Ja, den Steppenwolf hätte man auch sehen können, aber ich wollte „Die Fledermaus“.
„Die Fledermaus“ in Nürnberg – Operette mit Witz
Die Handlung nimmt Fahrt auf, als alle zur Party beim Prinzen Orlofsky kommen. Eisenstein tritt unter dem Namen „Marquis Renard“ auf, Adele – die sich ebenfalls auf der Party vergnügt, anstatt bei ihrer angeblich kranken Tante zu sein – als die junge Schauspielerin „Olga“ und Frank als „Chevalier Chagrin“. Selbst Rosalinde taucht als ungarische Gräfin verkleidet auf. Sie stiehlt Eisenstein seine Taschenuhr, um später seine Untreue zu beweisen.
Dank Champagner erzählt Eisenstein vor allen Gästen von seinem früheren Streich gegen Dr. Falke. Er sich vergnügt daran, wie er ihn in seinem Fledermauskostüm (sie waren auf einem Maskenball) dem Spott der Marktfrauen und Gassenbuben aussetzte. Doch die Party endet, als Gefängnisdirektor Frank seinen Dienst antritt. Von ihm erfährt Eisenstein, dass er ihn bereits am Vortag abgeholt hätte, was jedoch offenbar nicht stimmt. Es war ja schließlich sein Doppelgänger Alfred. Als Gattin Rosalinde auftaucht und ihm die gestohlene Uhr vorzeigt, ist Eisenstein sprachlos.
Schließlich kommt die ganze Festgesellschaft mit Prinz Orlofsky und Dr. Falke an. Es wird klar, dass die gesamte Inszenierung Falkes Rache an Eisenstein war. Köstlich amüsiert von den Geschehnissen verspricht Prinz Orlofsky Adele, sie bei ihrer schauspielerischen Karriere zu unterstützen. Happy End!
Ganz vorne sind Prinz(-essin) Orlofsky auf der sich dem Ende neigenden Party. Die Operette wurde übrigens 1874 in Wien uraufgeführt und gilt als Höhepunkt der sogenannten „Goldenen Operettenära“.
Mein Feedback zu „Die Fledermaus“ in Nürnberg
Die Inszenierung in der Nürnberger Oper fand ich gut. Die Schauspieler haben sauber gespielt, obwohl es einige Krankheitsfälle gab. Es mussten weniger erfahrene Schauspieler kurzfristig einspringen – laut Sprecher habe man nur ein einziges Mal zusammen proben können. Dafür hat die Besatzung das wirklich toll gemeistert. Die Kostüme waren schön aufeinander abgestimmt. Die Souffleuse war auf der Bühne sehr kreativ mit eingebunden und wirkte in dem einen oder anderen lustigen Moment mit. Von dem Ausdruck und der Leidenschaft aller Schauspielerinnen und Schauspieler war ich sehr gefesselt.
Die Eheleute Eisenstein haben fantastisch gesungen. Vor allem Rosalinde war überragend – ihr gehörte die Bühne und jedes einzelne Ohr im Saal. Sie sang wie eine Sirene – etwa wie die Chorengel in der polnischen Kirche, in der ich mich blamiert habe. Beim Bühnenbild hätte ich mir etwas mehr gewünscht, obwohl ich die Idee ziemlich aufregend fand, dass Orlofskys Party wohl auf einem Schiff stattfand.