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Schlagwort:Kunst
Was ist Kunst? Ziemlich alles. Ich liebe die Kunst (und Architektur) mit jeder Faser meines menschlichen Daseins und sie liebt mich. Es ist vor allem die Kunst, die mich an dieses Gefühl erinnert, verliebt zu sein. Sie ergreift mich und sie katapultiert mich in eine Welt, in der meine Lungen mit dem Duft von Farbe und Firnis gefüllt sind, meine Seele frei ist und meine Augen mit ihren Farben leuchten.
Es ist die Kunst, die mich aus den düsteren Ecken meiner Gedanken befreit und in sich selbst ertränkt. Sie flutet meine Sinne, meine Gedanken – meine Empfindungen. Sie ist die Leidenschaft, nach der ich immer suchte und sie ist das Kostbarste, das ich habe.
Diese unendliche Liebe zur Kunst – und dementsprechend auch zur Architektur – will ich mit dir teilen. Wenn du kein Bock hast, darüber zu lesen, dann schau dir einfach die Bilder an. Ich wette, du findest etwas, das dich bewegt und inspiriert. Etwas, das du schon lange vermisst hast, oder einfach etwas, das dir optisch gut gefällt.
In dieser Rubrik findest du ikonologische und ikonographische Beiträge, spannende Ausstellungen, Künstler, Architekten, die besten Museen der Welt, Epochen, Handwerk,… – eben alles, was das kreative Herz begehrt.
Die Schirn Kunsthalle, ein bekanntes Ausstellungshaus in Frankfurt, feiert eine bemerkenswerte Geschichte nach ihrer Eröffnung im Jahr 1986. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie mehr als 200 Ausstellungen präsentiert und genießt sowohl national als auch international hohes Ansehen.
Diese Kunsthalle in Frankfurt ist eine wahre Perle
Das Gebäude der Schirn wurde von dem Architekturbüro BJSS entworfen und gebaut. Die Halle selbst liegt im Herzen der Frankfurter Altstadt und bietet eine Gesamtausstellungsfläche von 2.000 Quadratmetern. Die markante fünfgeschossige Kunsthalle ist mit hellem Sandstein verkleidet und muss schon bald restauriert werden.
Der Name „Schirn“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „scranna“ ab, was einen offenen Verkaufsstand bedeutet. Dies bezieht sich auf die Geschichte des Standortes. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war hier nämlich das Zentrum der Altstadt mit den Verkaufsständen der Frankfurter Metzgerzunft.
Diese Museen haben mit der Frankfurter Schirn kooperiert
Seit ihrer Gründung hat die Schirn beeindruckende Partnerschaften mit weltbekannten Institutionen wie dem Centre Pompidou, der Tate Gallery, dem Guggenheim Museum, der Eremitage in Sankt Petersburg und dem Museum of Modern Art in New York aufgebaut. Sie organisiert thematisch ausgewählte Ausstellungen und Projekte zu einzelnen Künstlern, obwohl sie keine eigene Sammlung besitzt. Erfahre hier, welche Ausstellung mich bis jetzt am meisten fasziniert hat.
In jüngerer Zeit hatte das Rennomierte Kunstmuseum einige herausragende Direktoren. Christoph Vitali leitete die Schirn von 1985 bis 1993 und etablierte sie als bedeutenden Ausstellungsort. Max Hollein übernahm im Oktober 2001 die Leitung und hat seitdem durch provokative Titel, außergewöhnliche Ausstellungen und verbesserte finanzielle Ausstattung die Besucherzahlen verdreifacht.
Seit 2022 ist Sebastian Baden der neue Direktor des Kunsthauses. Er ist ehemaliger Kurator für zeitgenössische Kunst, Skulptur und Neue Medien an der Kunsthalle Mannheim.
Die Ausstellung „Plastic World“ fand ich so endgeil, dass ich da zwei Mal hinging. Ich weiß nicht, wie die Schirn Kunsthalle das macht, aber jedes Mal, wenn ich da bin, sehe ich nur Banger. Auch die aktuelle Ausstellung „The Culture“ ist fucking wild. Ich wünschte, ich könnte das vom Städel behaupten. Nicht falsch verstehen. Ich liebe das Städel über alles. Aber die Schirn überrascht jedes Mal aufs Neue mit einem klaren Konzept, einem Roten Faden, der sich durch die gesamte Kunstausstellung zieht und vor allem macht die Schirn in Frankfurt mir die moderne Kunst immer schmackhafter.
Scheiße, keine Ahnung, was das ist…César, Expansion (1991): PolyurethanschaumRichard Artschwager, Exclamation Point (2008): Plastikbürsten auf einem mit Latex überzogenen MahagonikernMonira Al Qadiri, Orbital 1 (2022): 3D-gedruckter Kunststoff mit Autolack lackiert
Das war das Konzept der Ausstellung „Plastic World“
Die Ausstellung befasste sich mit der Rolle von Kunststoffen in der bildenden Kunst. Sie bot einen umfassenden Überblick über die vielfältige Verwendung und Wahrnehmung von Plastikmaterialien im künstlerischen Kontext.
Plastik ist Fantastik
Plastik ist allgegenwärtig in unserem Leben. Es ist billig, nahezu überall erhältlich und spielt eine zentrale Rolle im heutigen Materialgebrauch. In den 1950er-Jahren symbolisierten synthetische Materialien den Geist des Massenkonsums und leiteten das sogenannte „Plastic Age“ ein. Einst als Symbol für Fortschritt und Modernität gepriesen, wird Plastik heute aufgrund seiner Umweltauswirkungen zunehmend kritisch gesehen.
Junge, Otto Pienes‘ Anemones (An Air Aquarium) [1976] blies sich auf und fiel gleich in sich zusammen – in Endlosschleife.
Plastic World in der Schirn: Zwischen Hyperrealismus und Fantasie
„Plastic World“ zeigte die Entwicklung dieser Materialkultur mit über 100 Werken von rund 50 internationalen Künstlern. Die ausgestellten Objekte, Assemblagen (dreidimensionale künstlerische Kompositionen), Installationen und Filme spiegeln jeweils den gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehungszeit wider. Es war wirklich geil.
Die Auswahl der Werke spiegelt die Vielseitigkeit dieser Materialien wider – sie reichen von verblüffend realistischen Nachahmungen der Natur bis hin zu völlig freien Formschöpfungen.
John de Andrea, Woman Leaning Against Wall (1978): Polyester-Polyvinyl, bemalt in Ölgrisaille. So hyperrealistisch, dass ich kurz zögerte, ihr auf die Brüste zu starren.Mein absoluter Liebling: Garmion von Berta Fischer (2020?).
„Plastic World“ bot mir viel ästhetisches Vergnügen. Die Farben, Formen und Materialien und auch die vielfältige und kreative räumliche Zusammenstellung der Exponate empfand ich als sehr gelungen und staunte wie ein Kind. Zwei Mal. Erfahre hier, wo ich mich endgültig in die Gegenwartskunst verliebte.
Jan. 1, 2011 - JEAN MICHEL BASQUIAT. c. late 1980 s ROSE HARTMAN/ UPDIKE0603 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAg49_
Jan 1 2011 Jean Michel Basquiat C Late 1980 S Rose Hartman PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY ZUMAg49_
Jean-Michel Basquiat, geboren am 22. Dezember 1960 in New York City, wo er auch am 12. August 1988 verstarb, etablierte sich als eine prägende Figur der Kunstszene als Maler und Zeichner. Er zeichnete sich dadurch aus, dass er als einer der ersten afroamerikanischen Künstler in der überwiegend weißen Kunstgemeinschaft Anerkennung fand. Obwohl häufig als Graffitikünstler klassifiziert, verneinte Basquiat diese Zuschreibung entschieden und betonte seine Unabhängigkeit von dieser Kunstform. Bis in die Gegenwart sorgt Basquiat mit seinem künstlerischen Erbe für Diskussionen über seine Bedeutung und Position in der Kunstgeschichte.
Dieses Gemälde ist Basquiats Ode an den Saxophonisten Lester Young. Auch im Hip-Hop ist diese Kultur der gegenseitigen Anerkennung weit verbreitet.Der wunderschöne, talentierte Basquiat. Copyright: IMAGO / ZUMA Wire
Jean-Michel Basquiat und Gaffiti
In den pulsierenden Straßen New Yorks der 1970er Jahre waren geprägt von Kriminalität, Korruption und einer neuen Hoffnung, die sich am Horizont abzeichnete. In diesem Umfeld der unbegrenzten Möglichkeiten begann sich eine neue Subkultur zu formen: HipHop. Da Grafitti zu seinen vier charakteristischen Elemente gehörte, begann auch diese Art der Kultur ihre Wurzeln zu schlagen. Anfangs als Vandalismus abgetan, etablierte sich Graffiti bald als eine anerkannte Kunstform, die sich in der ganzen Stadt verbreitete. In dieser blühenden Kultur tauchten auch die ersten bekannten Namen mit ihren charakteristischen Werken auf. Die individuelle Handschrift jedes Künstlers wurde zur Visitenkarte seiner Identität.
Unter diesen Künstlern stach Jean-Michel Basquiat hervor, der unter dem Pseudonym „SAMO“ rätselhafte und philosophische Tags hinterließ. Er fand schon früh seine Leidenschaft für das kreative Ausdrucksmedium. Zusammen mit seiner Mutter, die ihn oft zu Museumsbesuchen mitnahm, entdeckte er seine Liebe zur Kunst. Diese frühen Einflüsse inspirierten Basquiat zu seinen ersten künstlerischen Werken.
Die Eltern trennten sich – die Mutter kam in eine Psychiatrie. Das schwierige Familienverhältnis machte aus Basquiat einen Rebellen. Sein Verhalten führte zu Konflikten und ihn schließlich zur „City-as-School High School“. Dort traf er auf Al Diaz, mit dem er nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch das Konzept von „SAMO“ entwickelte. Ursprünglich war der Name ein Insider-Witz, der sich auf ihre gemeinsamen Aktivitäten bezog. Nämlich kiffen und chillen – „same old shit“. Dann wurde „SAMO“ zu einem Symbol ihrer kritischen Haltung. Ihre Botschaften, mal humorvoll, mal bizarr, wurden bald in ganz New York, besonders in der Graffiti-Szene, bekannt.
Jean-Michels Durchbruch kam unerwartet auf der „Canal Zone Party“, wo er die Anwesenden mit einem „SAMO“-Tag überraschte und damit den Beginn seiner Karriere markierte. Mit 18 Jahren verließ er das Elternhaus, um sich ganz der Kunst zu widmen. Trotz seiner wachsenden Bekanntheit kämpfte Basquiat mit gesellschaftlichen Diskriminierungen. Seine Werke reflektierten zunehmend soziopolitische Themen wie Polizeigewalt, Rassismus und die Kritik an der elitären Kunstszene.
Basquiat, Eyes and Eggs (1983): Ich war schockverliebt, als ich dieses Kunstwerk sah. Deshalb hing es lange Jahre als Kunstdruck in meinem Zimmer.Copyright: IMAGO / Norbert Schmidt
Jean-Michel Basquiat erweiterte seine künstlerische Tätigkeit auf die Musik, indem er 1983 einen Rap-Track produzierte. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber seinem Text, ermöglichte Basquiat den Künstlern Rammellzee und K-Rob, ihre eigene Vision umzusetzen, was zum unkonventionellen Track „Beat Bop“ führte. Dieser Schritt verstärkte seinen Einfluss und seine Bekanntheit in der HipHop-Kultur.
Basquiats Beitrag zur HipHop-Kultur und seine Identifikation mit dieser Bewegung unterstreichen seine Bedeutung als Bindeglied zwischen visueller Kunst und Musik. Sein Streben nach Anerkennung und Authentizität in seiner Kunst machten ihn zu einer Schlüsselfigur, die nicht nur in der Graffiti-Szene, sondern auch in der breiteren kulturellen Landschaft New Yorks und darüber hinaus eine nachhaltige Wirkung hinterließ.
Jean-Michel Basquiat starb im Alter von 27 Jahren in seinem Loft in der Great Jones Street. Im Autopsiebericht des leitenden Untersuchungsarzts des Manhattan Mortuary wird als Todesursache eine „akute Vergiftung durch verschiedene Drogen“ angegeben. Er entwickelte in seinen letzten Lebensjahren eine akute Heroinabhängigkeit. Persönlich verliebte ich mich in Basquiat, als ich vor einigen Jahren in seiner Ausstellung in der Fondation Beyeler war. Seine Kunst geht direkt ins Herz.
Es war voll, es war laut, es war Frankfurt an einem Mittwoch. Die Ausstellung „The Culture“ in der Schirn Kunsthalle eröffnete mit einer wilden Hip-Hop-Party. DJs traten auf, unzählige Leute tanzten zur Musik und ich war mitten drin. Und das Wichtigste: Ich sah jede Menge Kunst von schwarzen Künstlerinnen und Künstlern. Ihre Werke sind nicht nur unfassbar kreativ, sondern drücken ihre Kultur in einer kraftvollen künstlerischen Sprache aus.
So voll habe ich die Schirn noch nie erlebt – auch wenn sie praktisch immer voll ist.
Kultur HipHop: „The Culture“ in der Schirn-Kunsthalle
Die Ausstellung „The Culture“ in der Schirn widmet sich der bedeutenden Rolle des Hip-Hop in der zeitgenössischen Kunst und Kultur. Sie zeigt Exponate wie etwa Kunstwerke und Mode, die die Verbindung von Hip-Hop zur Pop-Kultur und seine soziale Relevanz verdeutlichen. Besuchen kannst du die Ausstellung noch bis zum 26. Mai 2024.
Mein absolutes Lieblingswerk – hierbei handelt es sich um einen Tintenstrahldruck von Deana Lawson: „Nation“ aus dem Jahr 2018. Die mit Bedacht platzierten Metallelemente in der Bildszene deuten auf die Geschichte der Metallverarbeitung in der afrikanischen Diaspora. Ich liebe es einfach.
Die Geburtsstunde des HipHop
Die Hip-Hop-Kultur, inklusive Rappen, DJing, Breakdance und Graffiti, hat weltweit Bekanntheit und Erfolg erlangt. Ursprünglich eine kleine Subkultur aus der Bronx in New York, erobert Hip-Hop im Sturm die Welt.
Im August 1973, inmitten des finanziellen und sozialen Untergangs der Bronx, führte DJ Kool Herc, ein Sohn jamaikanischer Einwanderer, in einer Blockparty eine innovative Technik vor. Er verlängerte Instrumentalabschnitte von Funk- und Soulsongs durch manuelles Loopen und Samplen mit zwei Plattenspielern und einem Mischpult. Um es kurz zu machen: Der HipHop wurde geboren. Schnell entwickelte sich eine kraftvolle Bewegung, die die gesellschaftlichen Strukturen kritisierte und neue Perspektiven zur Darstellung diasporischer Erfahrungen bot.
Die Sonderausstellung in der Schirn präsentiert über 100 Werke international bekannter Künstlerinnen und Künstler der letzten 20 Jahre. Die Kunsthalle wirbt mit Namen wie Lauren Halsey, Julie Mehretu und Virgil Abloh. Ich jedoch kannte von ihnen nur den großartigen Jean-Michel Basquiat.
Die Kuratoren der Schirn sehen HipHop als einen neuen Kanon. Er soll die westliche kunsthistorische Tradition herausfordern und alternative Ideale von künstlerischer Qualität und Exzellenz vertreten. Die Ausstellung setzt sich mit der visuellen Kultur des HipHop auseinander und zeigt dessen Einfluss auf Malerei, Mode, Architektur und Technologie.
Besondersders ergriffen haben mich zwei Gemälde von Monica Ikegwu. Darauf war eine junge Frau in roter Jacke abgebildet. Die Technik und die Umsetzung erinnerte mich an Idowu Oluwaseun, dessen künstlerisches Schaffen ich wenige Tage zuvor auf der art Karlsruhe sah. Zwar würde er thematisch nicht in die Hip-Hop-Ausstellung passen, trägt mit seiner Kunst jedoch ebenfalls zur Repräsentation schwarzer Kultur bei.
Der nigerianische Künstler Idowu Oluwaseun verwebt in seinen Kunstwerken die kraftvolle Schönheit afrikanischer Frauen. Seine Arbeiten spielen an der Grenze zwischen Malerei und Mode. Er schafft eine kreative Kreuzung, die nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch inhaltlich tiefgründig. Oluwaseun nutzt seine Kunst als eine Bühne, um Frauen eine Stimme zu geben. Dabei will er ihre Weltanschauungen und Erfahrungen in den Vordergrund rücken, um die besondere Rolle der Frau in der afrikanischen Kultur zu beleuchten. Eines seiner Werke sah ich auf der art Karlsruhe – hier geht’s zu weiteren Highlights der diesjährigen Kunstmesse.
Als ich dieses gigantische Gemälde auf der art Karlsruhe sah, blieb ich wie angewurzelt stehen. Schnell bemerkte der zuständige Galerist mein Interesse – und wahrscheinlich auch meinen auf der Brust baumelnden Pressepass – und kam mit mir ins Gespräch.
Idowu Oluwaseuns Gemälde können in der Düsseldorfer Galerie Voss käuflich erworben werden. (Unbezahlte Werbung)
Idowu Oluwaseun hinterfragt Hierarchien – mit seiner Kunst
Ein prägnantes Beispiel für Oluwaseuns Ansatz ist sein Gemälde „Propped“ aus dem Jahr 2023. In diesem Werk fordert er konventionelle Machtstrukturen heraus. Er stellt eine Frau dar, die mutig auf zwei Hockern steht – ein Symbol, das traditionell mit Männern oder Monarchen assoziiert wird. Diese Darstellung ist ein bewusster Akt, der bestehende Hierarchien in Frage stellt, ohne dabei in direkte Vergleiche zwischen den Geschlechtern abzugleiten. Oluwaseun konzentriert sich vielmehr darauf, die innere Stärke, Widerstandsfähigkeit und das Können der Frauen in den Vordergrund zu stellen – und wenn du mich fragst, gelingt ihm das.
„Propped II“ Copyright: Galerie Voss
Ikonischen Frauen, wie etwa Funmilayo Ransome-Kuti, eine Vorreiterin für Frauenrechte und Schlüsselfigur im Kampf um Nigerias Unabhängigkeit, inspirieren den Künstler. Mit seiner Malerei erweckt Oluwaseun die Errungenschaften und den soziopolitischen Einfluss solch kraftvoller Frauen erneut zum Leben. Seine Werke strahlen eine dominante Aura aus und fangen das Wesen der porträtierten Frauen ein, deren Gesichter oft von Stoffen umhüllt sind. Diese Stoffe kommunizieren durch ihre Form und Farbe die individuelle Motivation der Frauen. Darüber hinaus verweisen sie auf die sozialen, kulturellen oder politischen Kontexte ihrer Regionen.
Oluwaseuns arbeitet mit der nigerianischen Modedesignerin Ejiro Amos Tafiri zusammen. Sie ist bekannt für ihre innovativen und kulturell verwurzelten Designs. Diese Kooperation verschafft seinen Gemälden eine neue Dimension. Tafiris Beitrag verleiht den Geschichten afrikanischer Frauen eine zusätzliche Tiefe und trägt dazu bei, das nigerianische Kulturerbe lebendig zu halten. Ihre Kleidungsstücke verstärken nicht nur die visuelle Anziehungskraft der Gemälde, sondern sind auch entscheidend für die Schaffung der individuellen Persönlichkeiten.
Indem Oluwaseun und Tafiri Hand in Hand arbeiten, bringen sie die reichen Erzählungen afrikanischer Frauen ins Rampenlicht und fordern den Betrachter dazu auf, ihre Erfahrungen und Beiträge zur Gesellschaft neu zu bewerten.
„Prestine II“ (2023) – Acryl auf Leinwand. Copyright: idowuoluwaseun.com
Idowu Oluwaseun und Ejiro Amos Tafiri: Mode als Ausdruck von Kultur und Tradition
Oluwaseun wurde 1982 in Lagos (Nigeria) geboren und ist derzeit in Houston (Texas) ansässig. Er vereint seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf und seine Leidenschaft für Themen wie Tradition und Identität, um einzigartige Porträts zu schaffen, die das Wesen afrikanischer Menschen einfangen. Tafiri, Absolventin des Yaba College of Technology und Gründerin ihres gleichnamigen Labels, bringt traditionelle afrikanische Kleidungsstile mit modernen Techniken zusammen und präsentiert ihre innovativen Kollektionen auf internationalen Bühnen.
Diese künstlerische Synergie zwischen Oluwaseun und Tafiri unterstreicht die Bedeutung von Mode als Ausdruck von Kultur und Tradition. Diese Verbindung von Mode und Malerei stellt die afrikanische Frau, ihre Geschichte und ihre unerschütterliche Stärke auf ein Pedestal. „Pedestal heißt auch die Bilderreihe von Idowu Oluwaseun – hier gibt es weitere Gemälde von ihm.
Letzter Tag art Karlsruhe. Lustlos, aber gut gelaunt schleppe ich mich zwei Stunden vor Feierabend hin. Ich hoffe gar nicht erst darauf, überrascht zu werden, denn ich meine, alles mögliche bereits gesehen zu haben. Dann betrete ich die Ausstellungshallen.
Luzius ZiermannLucia MattesLucia MattesSala LieberOh Schridde… Hab den Namen des Künstlers / der Künstlerin verschallert, weil der Galerist so attraktiv war.Frank Hauptvogel
art Karlsruhe: Chagall in die Fresse
Das erste was ich sehe, ist eine riesige Farblithographie von Chagall, die zum Verkauf steht. Meine Hände zittern, der Atem stockt. 88K soll sie kosten, wie der Herr aus der Galerie Rudolf mir auf Anfrage verrät. Recht bodenständiger Preis, auch wenn ich mit Chagall eine sehr komische Beziehung führe. Unfassbare Werke stellt diese Galerie zum Verkauf aus – unfassbare! Frecherweise hängt gleich daneben auch noch eine Landschaft von Otto Dix. Ich weiß, dass wenn ich jetzt nicht die Fliege mache, ich womöglich ohnmächtig werde.
Take My Money: Marc Chagall (1887-1985) „Romeo und Julia“. Farblithographie angeführt von Charles Sorlier auf Vélin d‘ Arche 1964. Auflage 200 Exemplare, signiert.
Ich liebe diese Kunstmesse, wtf?
Was ich auf der art Karlsruhe sehe, gefällt mir nicht nur. Es berührt mich und es inspiriert mich. Die Farben, die Innovationen und die Wege der Expressionen. Ich liebe es, ich kann nichts sagen. Ich bin wirklich überrascht. Das letzte Mal, als ich diese Messe (evtl. 2017?) besuchte, fand ich es nicht so knorke. Ich weiß nicht, warum. Ebendas war auch der Grund, weshalb ich diesmal keine Erwartungen hatte.
Idowu Oluwaseun – von ihm wirst du hier schon bald mehr lesen.Jochen Schambeck / Öl (!) auf LeinwandJochen SchambeckJunge, Junge… Hier ging mir so einer ab: David CernyMandira HelmichMandira HelmichBabak Saed: „Sehnsucht“ – so kraftvoll und berührendPeggy WautersFranziska Maderthaner
Sogar „welt.de“ schreibt: „Die art Karlsruhe hat sich behutsam erneuert, ohne ihr Erfolgsrezept zu verraten.“ Nachvollziehbar. Im Zentrum steht Klassische Moderne und die Kunst nach 1945. Davon gibt es auch reichlich. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich hinsehen soll. Alles ist so geil, so bunt, so voll von Zeitgeist und Energie. Ich liebe es, aber ich wiederhole mich.
Peter Paul Rubens, Venus vor dem Spiegel, um 1614–15
Venus, in der römischen Mythologie bekannt als die Göttin der Liebe, entstand aus der Inspiration durch die griechische Göttin Aphrodite. Mit anderen Worten: Die Römer schufen Venus, indem sie Aspekte von Aphrodite übernahmen und an ihre eigene Kultur anpassten. Dieser Vorgang, bei dem Elemente aus verschiedenen Kulturen übernommen und miteinander verschmolzen werden, war besonders in der Zeit des Hellenismus verbreitet. In der Hellenismus-Epoche nahm die griechische Kultur Einfluss auf Gebiete, die weit über die Grenzen Griechenlands reichten.
Venus wird vor allem als Göttin der Schönheit, Fruchtbarkeit und Liebe verehrt. Typischerweise wird sie mit Symbolen wie der Rose, der Myrte und dem Apfel dargestellt. Diese Attribute symbolisieren jeweils Liebe, Schönheit und Verführung. Darüber hinaus kann sie auch von Tieren begleitet sein, die für sie von Bedeutung sind, einschließlich der Taube, des Sperlings, des Kaninchens, des Delphins und des Schwans (wobei ich beim Schwan aufpassen würde – könnte nämlich oftmals der der Leda sein). Alle beigefügten Tiere repräsentieren verschiedene Aspekte der Liebe und Fruchtbarkeit.
Hier eine Darstellung der Venus von Lucas Cranach dem Älteren im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg: Man sieht die Göttin mit ihrem Sohn Amor als Honigdieb (1537).
Venus war nicht immer die Allegorie der Liebe und Schönheit
In ihren frühesten Anfängen wurde Venus gar nicht mit der romantischen Liebe assoziiert, sondern galt als Schutzpatronin des Garten- und Weinbaus sowie als Symbol für sinnliche Freuden und den Frühling.
Das lateinische Wort „venus“, aus dem ihr Name stammt, bezieht sich auf Konzepte der Anziehung und Schönheit und ist verwandt mit Worten wie „venustas“ (Anmut), „venerari“ (verehren) und „venos“ (Huld und Liebreiz), die alle aus derselben sprachlichen Wurzel kommen. Ursprünglich bezeichnete „venus“ einen allgemeinen Zauber oder Charme, bevor es zur Personifizierung in der Figur der Göttin Venus kam.
Zahlreiche Mythen und Legenden, die sich um Venus ranken, bieten Künstlern und Schriftstellern viel Spielraum für Interpretationen. So kann die Darstellung der Venus in der Kunst je nach Zeitperiode und künstlerischem Kontext stark variieren, was ihre Rolle und Bedeutung in der jeweiligen Kultur widerspiegelt.
Paul Peter Rubens: Venus vor dem Spiegel
Kommen wir zu Rubens‘ Venus: Haut so zart wie Seide, Haar, das wie Gold im Licht schimmert. Paul Peter Rubens lässt in seinem Gemälde „Venus vor dem Spiegel“ die Göttin der Schönheit in all ihrer Pracht erstrahlen. Dabei erweckt der Künstler den Eindruck, als würde die sinnliche Schönheit direkt den Betrachter anblicken.
Peter Paul Rubens, Venus vor dem Spiegel, um 1614–15, Copyright: LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz-Vienna
In seiner meisterhaften Darstellung von nackter Haut und glänzendem Haar hat Rubens die Venus inszeniert und schafft damit ein Sinnbild der Schönheit schlechthin. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird durch den prominenten Spiegel auf Venus gelenkt, das ihr Antlitz wie ein Porträt rahmt.
Ein weiterer Blickfang sind die wenigen, aber kostbaren Schmuckstücke, die eher zur Unterstreichung ihrer Nacktheit als zur Beeinträchtigung ihrer natürlichen Blöße dienen. Die subtile Malweise von Rubens ist unverkennbar und trägt maßgeblich zu den sinnlichen Qualitäten des Gemäldes bei. Man beachte dabei das sanft eingearbeitete Wangenrot der Göttin, sowie auch das zart andeutende Gewand, das ihre Hüften umschmeichelt.
Das Motiv des Spiegels gibt in diesem Gemälde den Ton an. Doch diese Darstellung, in Verbindung mit Venus und Amor, war nicht exklusiv für Rubens reserviert. Auch Tizian und Veronese griffen auf dieses Thema zurück und dienten somit als Inspiration für Rubens.
Die schöne Venus: Was bedeutet der vorgehaltene Spiegel?
Ob der von Sohnemann Amor vorgehaltene Spiegel eine tiefgreifende Bedeutung trägt, kann ich nicht so genau einschätzen. Es bietet sich allerdings durchaus an, über die Symbolik des Spiegels nachzudenken. Die Künstlerin Lea Finke hat in ihrem coolen Blog (Quelle unten) den Spiegel als Bedeutungsträger in der Kunst thematisiert. Das könnte laut ihr die Darstellung eines Spiegels bedeuten:
Erkenntnis: Der Spiegel als Symbol der Selbsterkenntnis sowie die Suche nach der Wahrheit.
Illusion: Die Darstellung eines Spiegels kann auch das genaue Gegenteil Bedeuten, nämlich Illusion und Täuschung.
Vergänglichkeit: Oftmals soll ein Spiegel in der Malerei auch daran erinnern, dass die Jugend nicht ewig währt.
Schönheit: „Von der Antike bis zur Gegenwart haben Künstler den Spiegel als ein ikonisches Symbol der Weiblichkeit und Schönheit genutzt. Die römische Göttin Venus wird oft mit einem Spiegel dargestellt, der ihre Schönheit und ihr Selbstbewusstsein betont“, schreibt Finke. In der Porträtmalerei diene der Spiegel oftmals als Requisit zur Unterstreichung der Attraktivität des Dargestellten. Klingt doch passend zu unserer Rubens-Venus, oder?
Hier gibt es sie zu sehen
Wer die zarte Venus mit dem Spiegel von Paul Peter Rubens aus nächster Nähe bestaunen will, sollte sich die Sonderausstellung „HERKULES DER KÜNSTE Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein und das Wien um 1700“ nicht entgehen lassen. Sie startet am 16. Februar und endet am 1. April 2024 im Gartenpalais Liechtenstein, Fürstengasse 1, 1090 Wien.
Quellen:
Der weibliche Akt im Kontext am Beispiel der Venus: Eine Wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Masters der Geisteswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz – vorgelegt von Patrick Hämmerle, BA.
presseportal.de: Sonderausstellung HERKULES DER KÜNSTE (16. Februar bis 1. April) im Gartenpalais Liechtenstein
Giovanni Bellini, auch als Giambellino oder Gian Bellin bekannt, war ein venezianischer Maler. Er wurde etwa 1437 in Venedig geboren wurde starb ebenda am 29. November 1516. Er war nicht nur Künstler, sondern auch ein wichtiger Akteur in der Gründung der venezianischen Schule der Frührenaissance. Diese initiierte er gemeinsam mit seinem Bruder Gentile Bellini. Darüber hinaus war er ein raffinierter Geschäftsmann.
Tizian: Das Porträt des großen Giovanni Bellini (1511/1512)
Das Schicksal machte Giovanni Bellini zum Künstler
Giovanni Bellini kam aus einer Familie von Künstlern. Sein Vater Jacopo Bellini war ebenfalls ein begnadeter Maler. Die Anfänge Giovannis als Maler waren stark geprägt durch den Stil seines Schwagers Andrea Mantegna. Durch ihn kam Giovanni in Berührung mit dem Werk des großen Francesco Squarcione und den Skulpturen von Donatello. Diese beiden Männer waren sehr einflussreiche Akteure der italienischen Renaissance.
Giovanni Bellini: Der Doge Leonardo Loredan (1438-1521) mit seinen vier Söhnen (1507), Gemäldegalerie Berlin. Leider extrem beschissener Zustand.
Das Geschäft boomt: Bellini vervielfacht Andachtsbilder
Kommen wir zu Giovanni’s eigenen Werken: Den größten Teil seines Repertoires bildeten Andachtsbilder, insbesondere Darstellungen von Madonna mit Kind. Für diese Bilder ließ er sich von griechischen und byzantinischen Ikonen inspirieren. Die flachen Gemälde, meist religiösen Inhalts, waren im damaligen Venedig weit verbreitet. Allerdings verwandelte Bellini diese traditionellen Bilder in Werke voll emotionaler Tiefe und manchmal auch gefühlsbetonter Beziehung zwischen Mutter und Kind.
Der Geschäftsmann in ihm kam zum Vorschein, als er eine Methode entwickelte, die Bilder schnell und effizient zu vervielfältigen. Der Gute benutzte Schablonen und Karton-Vorlagen, um die Grundumrisse der Figuren festzulegen. Manche Arbeitsschritte, wie etwa Grundierung, überließ er wohl seiner Werkstatt. Bei einigen Gemälden malte Bellini nur die Pigmentschicht oder prüfte gar nur die Qualität des fertigen Bildes. Diese werden heute üblicherweise der Bellini-Werkstatt zugeschrieben.
Giovanni Bellini: „Beweinung Christi“ oder „Der Leichnam Christi von Maria und Johannes gehalten“, 1490 – 1500, Gemäldegalerie Berlin
Giovanni Bellini: Entwicklung des Portraits
Neben diesen Andachtsbildern war Giovanni Bellini maßgeblich an der Entwicklung des Portraits in der venezianischen Malerei beteiligt. Hierbei wurde er durch Antonello da Messina beeinflusst, einen sizilianischen Maler. Dieser bevorzugte, ähnlich wie Bellini, das Dreiviertelprofil. Die Idee der Landschaft im Hintergrund übernahm Giovanni Bellini ebenfalls von ihm und hob es auf ein höheres Level. Hie und da erblickt man bei ihm nämlich zusätzlich zur Landschaft auch noch außergewöhnliche Architekturelemente.
Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes d.T. und einer Heiligen (1500–1505), 55 x 77 cm; Venedig, Gallerie dell’Accademia.
Höhepunkt und Verlust seiner Gemälde
Im Jahr 1483 erreichte Giovanni Bellinis Karriere einen Höhepunkt: Er wurde zum offiziellen Maler der Republik Venedig ernannt. Gleich darauf bekam er den Auftrag zur Ausmalung des Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast.
Leider gingen viele seiner Werke bei einem Großbrand im Dogenpalast 1577 verloren. Dann stahlen Unbekannte 1993 eines seiner Bildnisse der Madonna mit Kind (1480) aus der Cappella Valier der Kirche Madonna dell’Orto in Cannaregio. Bis heute konnte niemand das Gemälde auffinden. Trotz dieser Verluste bleibt Bellini eine unvergessliche Figur in der Geschichte der Kunst.
Die Alte Pinakothek in München: Der Ort einer der spektakulärsten Gemäldesammlungen Europas. Mit über 700 Kunstwerken aus dem 14. bis zum 18. Jahrhundert, darunter Werke von Meistern wie Dürer, Rubens und sogar Da Vinci, lockt sie Kunstliebhaber aus aller Welt an. So auch mich. Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten.
Alte Pinakothek: Eine der bedeutendsten Galerien der Welt
Die bemerkenswerte Sammlung der Alten Pinakothek in München verdankt ihren Reichtum den Fürsten des Hauses Wittelsbach. Sie starteten ihre Kunstsammlung im 16. Jahrhundert und weiteten sie kontinuierlich aus. Als Familienzweige der Wittelsbacher um 1800 ausstarben, wurden die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München verlagert. Dadurch entstand eine beeindruckende Sammlung, die im frühen 19. Jahrhundert durch Säkularisation (die Übertragung kirchlichen Eigentums an den Staat) und den bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern weiter wuchs.
Die Alte Pinakothek befindet sich im Zentrum des Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Das Museum wurde 1836 eröffnet und zählt heute zu den bedeutendsten Galerien der Welt.
Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes d.T. und einer Heiligen*Tizian: Bildnis der Isabella von Portugal*Palma il Vecchio: Maria mit Kind und ein paar Heiligen *Lorenzo Lotto: Die mystische Vermählung der hl. Katharina*
Alte + Neue Pinakothek = Münchner Kunstareal
Direkt gegenüber befindet sich die Neue Pinakothek mit Kunstwerken des späten 18., des gesamten 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Diese ist derzeit jedoch nicht zugänglich, da dort Bauarbeiten stattfinden. Zusammen bilden die beiden Pinakotheken das Münchner Kunstareal – ein einzigartiges Ensemble von Museen und Kunstsammlungen.
Die Geschichte des renommierten Kunsthauses in München
Die Geschichte der Alten Pinakothek begann im 16. Jahrhundert mit Herzog Albrecht V., der eine Kunstkammer errichten ließ – den Vorläufer heutiger Museen. Die Nachkommen des Herzogs erweiterten die Sammlung stetig, was zu ihrer heutigen Größe und Bedeutung führte. Nach ihrer Eröffnung als Museum im Jahre 1836 erlebte die Pinakothek wechselnde Phasen von Ankäufen bedeutender Werke bis hin zu Verlusten in Kriegen oder durch Raubzüge wie jenen von Napoléon Bonaparte.
Heute wird die Pinakothek neben dem Land Bayern vor allem durch den Pinakotheks-Verein gefördert, dessen Ziel es ist, weitere Kunstwerke für die Münchner Sammlungen anzukaufen. Erfahre hier, wie es am Tag darauf in der Münchner Residenz war.
* Diese Gemälde sah ich in der Alten Pinakothek während der sich dem Ende neigenden Sonderausstellung „Venezia 500“.
Meine Zeit in München war im Großen und Ganzen schön. Dort angekommen stürmte ich sofort in die Alte Pinakothek. Auch wenn meine Begleitung versuchte, das renommierte Kunsthaus schlecht zu reden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Pinakothek eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt ist. Sie beherbergt eine umfangreiche Sammlung europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Auch zeichnet sich das Museum durch seine beeindruckende Architektur aus. Die Alte Pinakothek ist nicht nur ein Ort der Kunstgeschichte, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Münchens, das ich niemals NIEMALS verpassen würde.
Giovanni Bellini: Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen (1500-1505). Dieses Gemälde kenne ich seit über 20 Jahren, erstmals gesehen habe ich es in der Sonderausstellung der Alten Pinakothek.
Sonderausstellung in der Alten Pinakothek München
In der Alten Pinakothek erwischte ich auch den vorletzten Tag der Sonderausstellung „Venezia 500“. Sie bezog sich insbesondere auf die Malerei während der Renaissance. Dabei wurden 15 Werke aus der Münchner Sammlung sowie etwa 70 Leihgaben aus internationalen Kunsthäusern gezeigt. Es war eine wirklich sagenhafte Ausstellung. Da ich unersättlich und verwöhnt bin, hätte ich mir mehr Bellini gewünscht – ganz egal ob Jacopo, Gentile oder Giovanni Bellini.
Im Museumsshop der Alten Pinakothek angekommen lauteten meine Worte: „Ich kauf’ hier safe nichts. Gar kein Bock, heute den ganzen Abend lang da so ne scheiß Tüte mitzuschleppen.“ Etwa 25 Sekunden später stand ich da – das Riesenbuch von Hans Baldung mit seiner frivolen Madonna auf dem Titel fest umschlossen.
Spaß in München: So schön war’s
Wenig später traf ich mich mit einer Kollegin und einem Kollegen aus der Münchner Redaktion. Ein Vibe die zwei. Habe es sehr genossen, sie wiederzusehen. Beide sind extrem lustig, gut gelaunt und intelligent. Ihre Geschichten und seine dazu passenden Witze sind eine fatale Kombination. In dem Restaurant, in dem wir saßen, lachte ich natürlich am lautesten und hatte wahrscheinlich auch den größten Spaß.
Viel zu früh ging ich ins Bett und machte mich am nächsten Tag auf den Weg in die Münchner Residenz. Die pompösen Zimmer des Schlosses und das großzügig verteilte Gold darin haben ihren Eindruck hinterlassen. Es gab ziemlich viel zu sehen. Schimmernd und funkelnd wurde es ebenfalls. Erfahre hier, ob sich der beinahe-wuchere Ticketpreis für die Residenz in München lohnt.
An Üppigkeit ist die Münchner Residenz wohl kaum zu überbieten. Eine schöne Erfahrung, die mich eine Menge Geld gekostet hat.
Die Münchener Nächte sind anders wild
Dann wurde der Abend richtig spicy. Ich traf mich mit der gleichen Kollegin wie am Vorabend und einer weiteren Granate aus der Redaktion in München. Eigentlich wollten wir einfach nur eine Stunde unterwegs sein. Zwei Bars und mehrere Lachanfälle später landeten wir – eine im Dirndl, eine im Engelskostüm, eine im Feenkostüm – bei einer der beiden Granaten daheim. Das nächste, woran ich mich erinnere, ist die Münchner Redaktion am nächsten Morgen. Dann fuhr ich wieder schweren Herzens und Kopfes nach Frankfurt.
Was mir bei dieser Reise in die bayerische Landeshauptstadt auffiel, waren die Menschen. Sie sind schön, weitaus besser angezogen als in den anderen Städten, in denen ich bisher gelebt habe; sie sind sexy, sie flirten ständig und sie können sich benehmen. Einfach angenehm. Darüber hinaus ist München extrem sauber und ist für mich allumfassend die schönste Stadt Deutschlands. Frankfurt liebe ich aber natürlich auch. Keine Frage.
Vor jedem Ornament wäre ich in München am liebsten stehen geblieben.Die bayerische Staatsoper… omgDas Münchner Rathaus in seiner zügellosen Pracht.Das erste architektonische Highlight, das ich sag, als ich die Innenstadt betrat.
Bei einem vormaligen Besuch in München legte ich noch einen großen, nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch der Sommer über die Straßen der Stadt. Ich werde diese Nächte niemals vergessen.