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Mein persönliches Gesichtsmasken-Einmaleins

Gesichtsmasken sind eine hervorragende Möglichkeit, deiner Haut etwas Gutes zu tun. Eine Gesichtsmaske kann nicht nur feuchtigkeitsspendend wirken, sondern auch ein angenehmes Wohlbefinden vermitteln. Das richtige Entfernen der Maske und mit ihm das spürbare Gefühl eines erfrischten Gesichts sind unbezahlbar. Dennoch ist es wichtig, mit Masken nicht zu übertreiben.

Gesichtsmasken: Diese Arten gibt es

Es gibt verschiedene Arten von Gesichtsmasken. Um die passende Maske für deine individuellen Bedürfnisse zu finden, ist es wichtig zu verstehen, welche Typen von Gesichtsmasken es gibt und wie sie sich in ihrer Wirkung unterscheiden. Ich habe in diesem Artikel mehrere Firmennamen erwähnt. Hierbei handelt es sich um unbezahlte Werbung – die Produkte überzeugen mich also als Privatperson.

Tonmaske

Tonmasken werden aus unterschiedlichen Arten von Ton hergestellt, wobei verschiedene Tonarten gezielt ausgewählt werden, um das Hautbild zu verbessern. Unter den Tonmasken gibt es jedoch verschiedene Varianten; wie etwa die reinigende Maske oder solche, die dein Gesicht mit wichtigen Nährstoffen versorgen und ihm einen gesunden Glanz verleihen. Neben Tonmasken gibt es auch verschiedene Arten von Heilerde. Mein persönlicher Favorit ist die „Hydro“ von Luvos. Es gibt sie bei weitem nicht in jedem Shop, aber online ist sie meistens zu haben.

Pflegemaske

Ich liebe Pflegemasken und baller sie mir ins Gesicht, sobald ich 20 freie Minuten habe. Am liebsten habe ich derzeit die Retinol-Maske von Balea. Sie ist simpel, aber todes-geil. Die dicke Formulierung ist wohltuend und lässt meine Haut strahlen. Hierbei handelt es sich um ein Anti-Aging-Produkt. 

Tuchmaske

Mit Tuchmasken kann sich angeblich das Eincremen ersparen. Diese Masken bestehen aus einem Stück Gewebe, das mit einem speziell formulierten Serum getränkt ist. Sie sind ideal für unterwegs, da sie einfach aufgelegt werden können, wenn Bedarf besteht. Mich überzeugen die Produkte aus der Drogerie ganz und gar nicht. Die einzige Tuchmaske, die mir je gefallen hat, war die vom koreanischen Shop „K-Beauty House“ in der Skylineplaza in Frankfurt. Das Material des Gewebes und auch der Formulierung waren sehr zart und angenehm. Sie roch betörend nach wilder Rose. Online gibt es diese Masken fast nie – vor Ort im Shop gibt es eine ganze Tuchmasken-Wand.

Foto von Laura Jaeger auf Unsplash

Nachtmaske

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden Nachtmasken über Nacht getragen. In der Regel handelt es sich um Cremes, die du nach dem Entfernen deines Make-ups und deiner üblichen Hautpflege einfach auf dein Gesicht aufträgst. Sie sind nicht nur leicht anzuwenden, sondern müssen auch nicht abgespült werden, da sie über Nacht einziehen. 

Probiert habe ich auch Säurepeelings, die man als Masken über Nacht einwirken lässt. Mein bester Ansprechpartner für solche Angelegenheiten ist die fantastische, unverwechselbare Firma Natura Siberica aus Russland. Natura Siberica hat wilde, absolut eigene, natürliche Düfte, die von der Natur Sibiriens inspiriert sind. Shampoos, Masken, Cremes, Effektkosmetik – die haben alles. Und all das, was ich probiert habe, ist wunderbar und duftet nach Gott. Fährt meine Mutter nach Russland, hat sie für mich immer Natura Siberica im Gepäck. Mittlerweile kann man die Pflegeprodukte aber auch Global erwerben – bei weitem nicht alles, was es in Russland gibt, aber immerhin eine beachtliche Menge.

Andere Arten von Masken

Manchmal schmier ich mir einfach Honig ins Gesicht und lass ihn circa 30 Minuten einwirken – wild, Digga. Das Ergebnis ist einfach wild.

Oh Honey! Verwendungen von Honig » Blondierung, Haarkur, Hautpflege
Hier erklärt Joanna weitere Beauty-Anwendungen mit Honig

Es gibt natürlich auch diesen abziehbaren Schwachsinn namens Peel-Off-Maske, aber wenn ich alte Hautzellen loswerden will, mach ich einfach ein Peeling. Es sei denn die Peel-Off-Maske hat Glitzer drin. Dann bin ich natürlich am Start. Auch Augen-Patches sehe ich eher kritisch. Meine Mutter schwört jedoch auf ihre koreanischen Hyaluron-Patches – dazu kann ich aber wirklich nicht viel sagen.

So findest du die richtige Gesichtsmaske

Hast du trockene Haut, solltest du zur Tonmaske greifen. Wenn es schnell und bequem sein soll, sind Tuchmasken die ideale Wahl. Du musst morgen geil aussehen? – Nachtmaske. Du brauchst nichts davon und willst dir einfach nur etwas Gutes tun und etwas Glow abbekommen? Nimm die Pflegemaske.

Wie lange solltest du Masken einwirken lassen?

Ein gängiger Richtwert, der natürlich nicht für Nachtmasken gilt, beträgt etwa 20 Minuten. Ich habe nur wenige Gesichtsmasken gesehen, die die geeignete Anwendungszeit nicht auf der Verpackung deklarieren. Richte sich am besten immer nach dem, was auf der Verpackung steht. Die Retinol-Maske von Balea lass ich gerne auch mal länger als die empfohlenen 15 Minuten drauf. Sie zieht sehr gut ein und nach einiger Zeit zeigen sich die Stellen im Gesicht, die besonders „durstig“ sind. Dann massiere ich sie noch einmal ein und warte erneut. Ob das richtig ist, weiß ich nicht – bei mir wirkt’s jedenfalls Wunder. 

Du solltest beim Benutzen, vor allem wenn du eine bestimmte Gesichtsmaske zum ersten Mal aufträgst, nie die maximale Anwendungszeit überschreiten. Achte darauf, was deine Haut dir vermeldet. Spürst du auch nur ansatzweise ein leichtes Kribbeln im Gesicht – sofort runter damit. Das gilt für alle Gesichtsmasken, Make-Up, Tagespflege und anderes Zeug aus der Beauty-Industrie. 

Foto von Anuruddha Lokuhapuarachchi auf Unsplash

Wie oft solltest du Masken verwenden?

Gesichtsmasken sind dafür gedacht, deine Haut von Unreinheiten zu befreien und Feuchtigkeit zu spenden. Es ist jedoch nicht ratsam, sie täglich anzuwenden, da das deiner Haut zu viel Feuchtigkeit entziehen kann. Im Allgemeinen wird empfohlen, sie ein- bis zweimal pro Woche zu verwenden, je nach Bedarf.

Auch hier ist es sinnvoll, die Anweisungen auf der jeweiligen Maske zu beachten, da die Häufigkeit der Anwendung je nach Art der Maske variieren kann. Über zwei Mal pro Woche würde ich Gesichtsmasken nicht auftragen.

Das solltest du tun, bevor du die Pflegemaske aufträgst

Reinige deine Haut

Bevor Du eine Gesichtsmaske verwendest, ist es wichtig, deine Haut gründlich zu reinigen. Vermeide es, die Maske über Make-up aufzutragen. Wasche dir die Hände mit Seife und dein Gesicht mit einem geeigneten Reinigungsmittel und warmem Wasser.

Anwendung von Ton- und Pflegemasken

Bei Ton- und Pflegemasken ist es am besten, die Gesichtsmaske mit den Fingerspitzen aufzutragen. Verteile die Pampe gleichmäßig auf deinem Gesicht, einschließlich der Nasenpartie. Hals nicht vergessen. Vorsicht im Bereich der Lippen und Augen – die Haut ist dort empfindlicher.

Anwendung von Tuchmasken

Die Tuchmaske legen Sie einfach auf Ihr Gesicht. Passe die Maske sanft an die Konturen deines Gesichts an, lasse sie anschließend auf dem Gesicht liegen und entspann dich. Die Maske sollte dein gesamtes Gesicht bis zum Haaransatz abdecken.

Anwendung von Nachtmasken

Nachtmasken sind im Allgemeinen einfach aufzutragen, da sie wie eine Feuchtigkeitscreme sanft auf dem Gesicht verteilt werden kann.

Foto von kevin laminto auf Unsplash

So entferne ich meine Gesichtsmasken

Achte darauf, dass die Anwendung von Maske zu Maske variieren kann. Mit der richtigen Reinigung und Anwendung kannst du sicherstellen, dass deine Gesichtsmaske ihre volle Wirkung entfaltet und deine Haut bestmöglich pflegt. Manche muss man nämlich abwaschen, andere jedoch abtupfen, damit noch ein Rest Pflege auf der Gesichtshaut bleibt. Ich LIEBE es, mir die Gesichtsmasken mit einem warmen Waschlappen vom Gesicht zu nehmen. Es ist erstens ein geiles Gefühl und zweitens ein schöner Peeling-Effekt. Schreibe in die Kommentare, welche Masken du am liebsten hast – ich freue mich auf deine Antwort. 

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Mein Herz bricht am Flughafen von Antalya

Das ist eine Geschichte, die eher was für Russen ist. Wer also an Russophobie leidet, sollte vielleicht eher diese Geschichte über Antalya lesen.

„Antalya ist in den letzen zwei Jahren zu einem Ort der warmen Begegnungen geworden“, sagte Ilyas, der mich am Bazaar von Kaleiçi kurz zuvor um 500 Lira ärmer gemacht hatte – für einen mutmaßlich traditionellen Tee, den ich niemals trinken würde und der mich darüber hinaus vielleicht auch ein bisschen high gemacht hat. Ich fand Ilyas einfach cool – er hatte einen warmherzigen Vibe. Er lebte seit 15 Jahren in Antalya und kam ursprünglich aus Kasachstan. Auch im Moskau lebte er einige Zeit, wie er mir erzählte.

Ilyas gewann mein Vertrauen mit seinen ehrlichen, lieben Augen und seiner sanften, freundlichen Stimme. Geschichten wie meine hörte er oft. Seit es Russen verboten wurde, in etliche europäische Länder einzureisen – und es in Migration lebenden Russen mit, beispielsweise, deutschen Pässen, extrem erschwert wurde, nach Russland einzureisen, wurden sämtliche Familien auseinandergerissen. Antalya – und die Türkei im Allgemeinen – wurde dadurch zu einem regelrechten Zufluchtsort für Russen. Hier vereinten sich Familien und konnten sich nach den schmerzvollen Jahren ohneeinander wieder in den Armen liegen, weinen, die Hände halten, bis zu den Tränen lachen und miteinander melancholisch sein, so wie ihre zarten, wenn auch unzerstörbaren Gemüter es verlangen.

Omas Augen brechen mir das Herz

Noch heute Morgen sah ich meine Mutter die Rolltreppe hochrollen, die sie zu der Passkontrolle führen würde. „Wir sehen uns in … Deutschland“, sagte ich. Meine Mutter verstand, worauf ich hinaus will. Ich blieb noch ein Paar Tage in Antalya. Ich als Helicopterenkelin würde es nämlich nicht zulassen, dass meine geliebte Oma auch nur eine Stunde allein durch den fremden Airport umherirrt. Ich wollte sie bis zum Gate begleiten – sie jedoch ließen mich nicht. Also tat ich alles in meiner Macht stehende und nicht stehende, um ihren Flug zurück nach Russland so angenehm und stressfrei wie nur möglich zu gestalten – natürlich erfolgreich.

Als meine Mutter diese Treppe also hinauffuhr, sagte Oma zu mir: „Lass sie uns begleiten – mit den Augen.“ Wir sahen hinauf zu ihr. Dann sah ich rüber zu meiner Babushka. Ihre hellgrauen Augen blickten noch immer meiner Mutter nach. Sie hatten einen Ausdruck, als werde ihr gerade ihr geliebtes Kind gewaltsam entrissen. Und dennoch bargen sie neben all dem Schmerz auch eine tiefe Akzeptanz. Einen Frieden, der die Seele in Starre versetzt. Ich fragte sie, ob sie in Ordnung sei, wie ich dies in den letzten drei Tagen tausendfach tat. Sie antwortete kurz und in einer etwas höheren Tonlage als gewohnt, während sie zur Seite nickte: „Ja.“ Wir gingen, als Maman außer Sichtweite war.

Ich weine im Hotel, während draußen die Sonne lacht

Während wir uns auf den Weg zum anderen Terminal machten, gab ich mir alle Mühe, dass Babushka mein vor Schmerz verzerrtes, nasses Gesicht nicht sah. Dafür sahen es alle anderen Passagiere. Sie verstanden mich aber. Auch während ich diese Zeilen in mein Tablet reinschmettere, verläuft mein Maskara über Wangen, Mund und Nase. Es schüttelt mich regelrecht.

Während ich hier auf dem Bett des Hotels „Frankfurt“ sitze, brennt draußen die Sonne und die wenigen November-Touristen schlendern tiefenentspannt durch die historischen Straßen der Stadt. Auch ich tat dies bereits. Ich trank xxx Tassen türkischen Çay, rauchte Shisha und schlenderte durch Kaleiçi. Ich musste dringend zurück ins Hotel, um mein Handy zu laden.


Eine ganz kurze Erklärung zum Artikelbild: Logischer wäre es natürlich, ein Bild vom Flughafen zu nehmen. Ästhetischer und bedeutsamer finde ich es jedoch, einen Sonnenuntergang zu nehmen, den wir uns gemeinsam als Familie angesehen hatten.

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Meine Quellen der Inspiration

Quellen der Inspiration sind so individuell wie wir Menschen selbst. Sie können uns in unerwarteten Momenten und durch unterschiedlichste Auslöser begegnen: Kunstwerke, inspirierende Menschen oder berührende Momente. Doch manchmal sind es auch die scheinbar negativen oder ungewöhnlichen Dinge, die uns zu kreativen Höhenflügen verhelfen können. Heute will ich mit euch ein paar meiner persönlichen Inspirationsquellen teilen, die auf den ersten Blick vielleicht banal erscheinen mögen, aber mich immer wieder aufs Neue antreiben.

Negative Inspiration: Schlechte Ausstellungen und Co.

Schlechte Ausstellungen. Die guten inspirieren mich natürlich auch. Aber eben auf einer ganz anderen Ebene. Während ich über die Guten schreiben will, will ich die Schlechten zu meinem Eigen machen und sie in meiner eigenen Art reproduzieren. Nachdem ich mir schlechte Ausstellungen reinziehe, bin ich meistens wütend und kann an nichts anderes mehr denken, bis ich mir eines der Exponate imitiert habe. Für mich ist das eine „Negativinspiration“, die Spaß macht und dabei eine intime und emotional geladene Erfahrung ist.

Madlen Romanowna: Stillleben 2024
Das war spaßig. Inspiriert wurde das von einem Gemälde von Nicolas Party. Der Künstler gab seinen Werken mehr Bedeutung, als es je angemessen sein würde. Als angehende Kunsthistorikerin (und Fan der Alten Meister) bekam ich zunächst ein nervöses Zucken im Auge und schließlich auch in den Fingern.

Menschen, die mir seelischen Schmerz zufügen. Der Klassiker. Manche Situationen erlebe ich so intensiv, dass ich mich danach tagelang in meiner Wohnung einsperren muss, um überhaupt verarbeiten zu können (ich bin neurotypisch btw). Mit ein bisschen Glück durchlebe ich dabei einen unendlichen Flow. Worte, Themen, Skizzen, Ideen sprudeln nur so aus mir heraus, machen dabei Sinn und werden auch noch zu etwas Größerem, als ursprünglich geplant. Im weitesten Sinne bin ich dankbar – ohne dieser Zwischenfälle wäre ich wahrscheinlich nicht so erfüllt. Immer wieder sage ich, dass es nicht darauf ankommt, wie heftig der emotionale Schmerz ist, der dir zugefügt wurde, oder wie groß das Problem ist, mit dem du klarkommen musst – viel wichtiger ist, wie du damit umgehst. Also versuch das Ganze in Inspiration umzuwandeln. Faustregel, die ich dabei allerdings aufstellen musste: Immer erst dann publizieren, wenn ich wieder abgekühlt bin. Nicht, dass avecMadlen wieder verboten wird.

Auch im Schönen suche ich die Inspiration

Menschen, die meine Energie spiegeln. Am liebsten bin ich zwar immer noch mit mir selbst, habe aber mit den Jahren gelernt, dass nicht alle Mitmenschen mich überfordern. Es gibt auch jene, mit denen ich Zeit verbringe und mich danach gut fühle. Manche Begegnungen gehen dabei so tief unter die Haut, dass sie in meinem Kopf Steine ins Rollen bringen. Je seltener das passiert, desto mehr wachse ich durch diese intensiven Begegnungen und es kommen Stücke wie etwa „Diese Liebe macht mich wahnsinnig“ zustande.

Die Natur – sie ist ein Teil von mir und ich bin ihre treue Dienerin. Geht es mir wegen Punkt 1 oder 2 schlecht, sperre ich mich erst ein bisschen in meiner Wohnung ein, mache mein Ding und traue mich später aus der Tür, um mir einen zweiten Inspirationsschub zu holen. Mein Kopf wird frei, wenn ich in einen Wald hinein starre. Wenn ich Gräser, Büsche, Blätter berühre und an Blumen rieche, komme ich sofort wieder zur Vernunft. Auch dann, wenn ich meine Hände in der Erde vergrabe, Samen säe, Äste schneide, gieße, grabe und Blätter sammle, fühle ich mich glücklich und inspiriert.

Quelle meiner Inspiration: Die Schwanheimer Düne. Hier komme ich her, um mich instand aufladen zu lassen.
Eine der Quellen meiner Inspiration: Die Schwanheimer Düne. Hier kam ich her, um mich instand aufzuladen. Seit ich wieder in Baden-Baden lebe, wurde die Düne von den Geroldsauer Wasserfällen abgelöst.

Herbst, depressive Verstimmungen und Romane

Der Herbst. Er ist eine Inspiration an sich. Das Wetter wird trüb und traurig, die Blätter färben sich gülden und depressive Verstimmungen kommen wie bestellt. Die Kombi aus Herbst und Verstimmung ist eh ein Unschlagbares Duo und daher oft auch inspirierend. Ich tendiere dazu, mich mit dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen und das Größere zu erkennen – auch dann, wenn es gar nicht da ist. Wie die meisten von euch aber wissen, können depressive Verstimmungen leicht in richtige Depressionen übergehen und dann geht bei mir leider gar nichts mehr. Aber ja, der Herbst ist super, um sich Denkanstöße zu holen.

Bücher. Selbsterklärend. Romane, biografische Sachbücher, Monographien zum Thema Kunst und Modezeitschriften am liebsten. Bei literarischen Meisterwerken am liebsten Kafka, Dostojewski und Erich Maria Remarque.

Psychischer Druck als Inspirationsquelle

Unter Druck entstehen Diamanten. Ich liebe den Druck, den meine Psyche an mir selbst übt. Es ist wie ein Sich-Selbst-Auffressen, das mich gleichzeitig beflügelt. Einen positiven Effekt hat Druck aber nur dann, wenn ich ihm gerecht werde und ihn gezielt dazu nutze, um über mich selbst hinaus zu wachsen. Sei es, um meine Emotionen unter Kontrolle zu nehmen und meine Gedanken zu strukturieren, oder um jene Emotionen in Texte oder andere kreative Tätigkeiten umzuwandeln. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Druck ich als Quelle der Inspiration verwende: Zeitdruck, Perfektionsdruck, Gelddruck, zu Hohe Erwartungen an mich selbst, Ungeduld – jede Art des Drucks inspiriert in irgendeiner Weise.

Zwei Extreme, die mich wahrscheinlich am meisten inspirieren

Industriebauwerke. Gott, ich HASSE Industriebauwerke. Sie machen mir Angst, sie widern mich an, sie sind das, was in meinen Augen direkt aus der Hölle kommt. Rohre, Rauch, massige Gebäudeteile, die das Landschaftsbild versauen, ekelhafte Wendetreppen und Leitern aus Metall sowie rot blinkende Warnlichter. Ich hasse es so sehr, dass es mich jedes Mal durchschüttelt, wenn ich davorstehe. Diese eigenartige Erfahrung inspiriert mich aber jedes Mal aufs Neue. Merkwürdig, oder? Ich weiß gar nicht, wo dieser Ekel herkommt, ein paar einschneidende Erfahrungen machte ich jedoch. Wenn ich bereit bin, sie zu teilen, lasse ich es euch wissen.

Meine geliebten Leser. Für mich ist jede Reaktion auf mein „pseudointellektuelles Geschreibsel“, wie einst ein Leser sagte, ein Geschenk. Ich liebe jedes Wort, das ihr mir schreibt, nachdem ihr mich gelesen habt. Ich könnte jedes Mal vor Glück weinen, wenn ihr mir mitteilt, dass ihr das Gleiche durchlebt habt, dass ihr meine Worte nachvollziehen könnt, oder dass ihr meine Geschichten witzig oder geil oder spannend fandet. Für meine Leser ALLES. Egal, von welchen Portalen, Zeitungen, Kanälen ihr mich auch lesen mögt – ihr seid die Besten und Geilsten. Hört niemals auf, mir eure Kommentare und Nachrichten zu schreiben, auch wenn ihr mich einfach nur kritisieren wollt und mir mitteilen wollt, dass ich wieder mal nur Scheiße publiziere. Ich lebe dafür, euch zu unterhalten, zu inspirieren und von euch inspiriert zu werden. Danke, dass es euch gibt.


Zum Beitragsbild: Das ist Nicolas Party’s, wie ich ihn gerne nenne, „Osthaufen“. Dieses Werk existiert nicht mehr, da es wieder von den Wänden des Museums Frieder Burda in Baden-Baden abgetragen wurde. Das Bild an sich gehörte zu den stärksten Arbeiten, die dort zu dem Zeitpunkt ausgestellt wurden. Die leuchtenden Farben mochte ich besonders. Doch die Bedeutungstiefe der Früchte, die als die menschliche Sexualität im Bezug auf Adam, Eva, Kain und Abel zu lesen war, fand ich etwas weit hergeholt. Aber so ist die Kunst der Gegenwart nun mal. Manchmal zumindest.

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Ein Blick in die Sterne

Ich will etwas Neues fühlen. Deshalb gehe ich in Richtung Wald. Es ist schon Dunkel und Frankfurt ist Frankfurt. Also bleibe ich kurz vor dem Waldrand abrupt stehen. Meine Füße wollen da nicht weiter rein. Ursprünglich wollte ich den Meteorstrom von der Schwanheimer Wiese aus beobachten und ggf. weiter zur Schwanheimer Düne gehen. Dort hat man, laut mir, freie Sicht auf den Himmel und die Lichter der Stadt stören nicht beim Blick in die Sterne. Aber ich trau mich nicht in den Wald, verdammt noch mal. Das macht mich bockig.

Wenige Minuten später liege ich auf meiner Veranda, weil ich keinen Balkon habe, und starre in den nächtlichen Himmel. Meinen Lesern versprach ich heute ab 23 Uhr Sternschnuppen en masse. Auf diese warte ich auch. Ich warte, doch sie lassen sich nicht blicken. Leise spielt meine Jazz-Playlist im Hintergrund und je länger ich nach oben blicke, desto bedeutungsloser komme ich mir vor. Desto kleiner scheint mir all das, was mich bedrückt und beschäftigt. Desto spannender erscheint mir das Funkeln der Sterne.

Ich starre sie so lange an, bis ich selbst Sternschnuppen sehe. Da eine, und dort noch eine. Bilde ich sie mir ein? Keine Ahnung. Wahrscheinlich wird das das Geheimnis bleiben, das das Universum vor mir hat. Ich lausche der Nacht. Es sind zu viele Flugzeuge am Himmel. Zu viele Gedanken in meinem Kopf, die ich längst hätte loslassen sollen und zu wenig Wörter, um sie jemals jemandem erklären zu können.

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Die Geburt einer Heldin

Gestern schrieb ich über ein brennendes Auto auf der A5. Heute wachte ich auf und eine vergessene Erinnerung war freigeschaltet: In den späten 90-ern fuhr meine Mutter mich von Sochi nach Novomihailovskyi. Damals lebten wir in einer Wohnung in Sochi, meine Großeltern aber in dem von meinem Opa erbauten Ziegelsteinhaus in Novomihailovskyi. Die Fahrt von einem Ort zum anderen dauerte etwa drei Stunden. Und wir fuhren oft hin und her. Oft. Also könnt ihr euch auch vorstellen, wie viel ich auf dieser Strecke erlebt habe: Glatteis, umgekippte Lkw (weil wilde Kurven), Honig aus eigenem Anbau und Wassermelonenverkauf am Straßenrand.

Doch diese Episode, die sich an jenem Tage zugetragen hatte, prägte mich als Mensch für alle Zeiten. Mama wie immer am Steuer ihres buttercremefarbenen Lada Samara – wir kommen in etwa 40 Minuten an. Sie trägt eine Sonnenbrille und einen selbstdesignten, hautengen Overall in Blumenmuster und offenem Rücken. Tiefer Ausschnitt, kleiner Kragen, toller Stoff – wie immer ein Stück Kleidung nicht von dieser Welt. Wie immer in High Heels.

Ich blickte aus dem Fenster, und plötzlich…

Ich bin etwa 3 oder 4 – Mama führt ein ernstes Gespräch mit mir, die hinten sitzt. Wenn sich nicht alles irrt, ging es um Bienchen und Blümchen, doch heute erinnere sie sich wohl nicht mehr dran. Maximal verwirrt von dem, was ich eben erfahren hatte, blicke ich aus dem Fenster auf der Fahrerseite und sehe auf dem entgegenkommenden Streifen: einen bereits zerschmetterten Pkw, wie er erneut in einen kleineren Transporter knallt. Natürlich wie in Zeitlupe.

Mama bremst. Der Pkw fängt Flammen, ziemlich schnell. Es brennt und die Fahrer anderer Autos halten an. Sie steigen aus ihren Fahrzeugen und eilen zum Unfallgeschehen. Ehe ich realisieren kann, was gerade passiert, springt meine Mutter aus dem Auto und eilt in ihren High Heels über die Straße zu dem brennenden Auto. Zwei Männer versuchen, die Türen mit Gewalt aufzureißen. Vergebens. Sie rufen einander etwas zu. Hektik und Adrenalin.

Die Flammen werden immer größer

Meine Mutter versucht eine der hinteren Türen aufzureißen. Es klappt nicht. Sie hat ein eiskaltes Gesicht – wie immer, wenn etwas passiert, wenn es um Leben und Tod geht. Sie reißt an der Tür, sie hört gar nicht auf und sie will allem Anschein auch gar nicht aufgeben. Die Flammen werden größer. Sie hebt ihr Bein an und drückt mit ihrem Highheel gegen das Auto, während sie weiter an der Tür zerrt. Und sie geht auf.

Meine Mutter zieht einen Mann mit Glatze vom Rücksitz. Er trägt einen grauen Sakko hält sich an ihr fest. Sein Kopf blutet, doch er macht einen recht glücklichen Eindruck – er weiß, er wird weiterleben. Inzwischen wurde auch die junge, blonde Fahrerin aus dem Auto gezogen. Sie war benommen, aber ebenfalls sichtlich dankbar dafür, dass sei eine zweite Chance bekommt. Der Mann vom Beifahrersitz kann ebenfalls gerettet werden.

Elena Wismahr-Gruzinova
Diese kleine, zierliche Frau, Leute. Hier ist übrigens ihr Insta. Fotografiert von Jenna Haag.

Meine Mutter ist eine Heldin

Und so erlebte ich meine Mutter, wie sie furchtlos und ohne nachzudenken handelte. Sie hatte sich heldenhaft verhalten und installierte auch in mir diesen Mechanismus. Jahre später sprach sie darüber, wie sie im Nachhinein die Gefahr realisierte, die ihr drohte. Während ich ihr vom Rücksitz unseres Lada zusah, wie sie zielorientiert um das Leben der Menschen kämpfte, die sie nicht kannte, saugte ich dieses Verhalten auf. Mama wurde für mich zu einem noch größeren Heiligtum.

Ich denke viel zu selten an diese Geschichte. Doch sie ist eines der wichtigsten Bausteine für mich, die mein Frauenbild geprägt hatte. Eine Frau war für mich schon sehr früh eine Heldin. Und dies baute ich immer weiter aus. Frauen können alles – und zwar ganz allein. Und zwar nicht nur Menschen aus brennenden Autos retten. Meine Mutter etwa zog mich ganz allein groß. Später auch in einem völlig fremden Land. Sie gab niemals auf. Durch ihr „richtiges Handeln“ und durch ihre „Fehler“ bin ich heute die furchtlose, wilde, energische Frau, die ich immer sein wollte. Danke Mama, dass du du bist. Danke auch dafür, dass du in mir durch dein Wesen diese verrückte Liebe zum Schönen großgezogen hast.

Was ich abschließend sagen will ist, dass jeden Tag Heldinnen geboren werden. Auch wenn die Welt für die zarte Seele oder das Herz einer Frau kein wirklich richtiger Ort ist. Dass wir dennoch wachsen, handeln und nach all dem auch noch lachen können, macht jede von uns zu einer Heldin. Sorry Boys, nächstes Mal schreib ich auch was über euch.


Foto von V T auf Unsplash

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Warum alte Fotoalben ALLES sind

Fotoalben sind für mich das Größte. Zwei mal schenkten mir Freundinnen Fotoalben und ich garantiere euch: das waren die besten Geschenke, die ich je bekommen habe. Bis heute blättere ich darin rum und bin sofort in eine Zeit zurückversetzt, in der ich glücklich und wild war. Bin ich heute natürlich auch noch, aber bestimmte Momente erneut zu durchleben und die Liebe zu spüren, die die Personen in diese Alben gesteckt haben, ist mit nichts zu vergleichen.

Schwierige Freundschaft endet – was bleibt, sind Fotos

Das erste Album ist von einer ehemaligen Freundin. Nennen wir sie Maria Eduarda. Wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr. Maria Eduarda hatte vermutlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung – eine etwas andere als ich. Sie äußerte sich dadurch, dass sie mich vor anderen Personen ständig versuchte runterzumachen, um sich selbst auf ein Piedestal zu heben. Ich ertrug es irgendwann nicht und verschwand aus ihrem Leben. Zuvor sprach ich sie offen darauf an und erzählte ihr, wie unwohl ich mich dabei fühle. Sie zeigte sich einsichtig, doch es dauerte nicht lange, bis das wieder von vorne losging.

Dennoch verbrachten Maria Eduarda und ich sehr viel Zeit zusammen. Wir trafen uns eine Zeit lang jeden Tag – wir lebten nicht weit voneinander entfernt. Als ich sie das erste Mal sah, begeisterte sie mich mit ihrer Verrücktheit, ihrer Dynamik und ihrer charismatischen Energie. Wir standen uns sehr nahe, aber waren emotional nicht auf dem gleichen Level. Sie war eine dieser Freundinnen, mit der man Spaß haben konnte, ohne dabei deep zu werden. Doch das reichte mir nicht. Und ihre narzisstischen Anfälle konnte und wollte ich nicht mehr ertragen. Also war ich raus.

Das Fotoalbum lässt mich unsere Freundschaft überdenken

Vor nur wenigen Monaten sah ich sie nach langer Zeit wieder, doch sie weiß nichts davon. Ich erkannte sie von hinten an ihrer beachtlichen Größe, dem unfassbaren Haar und der Männermenge, die sie umgab. Außerdem trug sie die Jacke, die ich ihr vor Jahren geschenkt hatte, als ich mich auf eine lange Reise begab. Im Gegenzug gab sie mir ein Fotoalbum mit Erinnerungen an unsere Freundschaft.

Auf vielen Bildern sind wir zu zweit zu sehen, manche zeigen uns beim Kiffen, manche beim Saufen, in der Sauna, auf Raves, im Lift, in der Shishabar – manche zeigen ihre Katzen. Letztens beschloss ich ein paar Bilder auszusortieren, um mir Platz für jene zu schaffen, die ich lieber habe. Ich zog Maria Eduardas Bilder aus ihren Hüllen und entdeckte erstmals die Aufschriften an den Rückseiten: „Lerne, ohne Erwartungen zu leben, so kannst du die Wunder sehen, die jeden Tag geschehen… Mein Wunder ist es, Dich zu kennen“, schrieb sie mit einem grünen Stift auf die Rückseite eines Bildes von einer Party in Karlsruhe. Jetzt, in diesem Moment, tränen meine Augen, wenn ich das lese und wiedergebe. Und auch als ich Wochen später redigiere, muss ich ein bisschen heulen.

Foto von Madlen Romanowna Trefzer und einer unbekannten Freundin.
Hier waren wir auf einem verrückten Rave in Karlsruhe mit anschließender Afterhour bei Maria Eduarda. Man beachte den lila Lippenstift, der an mir etwas dunkler und an ihr SO elektrisierend aussah. Sie mochte es nicht; eine andere Wahl hatte sie aber nicht. Immerhin vergaß sie ihren Roten zu Hause.

Auf jedem Bild steht hinten etwas. Das zeigt, dass sie sich Gedanken machte und ich ihr vermutlich doch mehr bedeutet hatte, als ich immer dachte. Das macht mich emotional. Natürlich habe ich die Bilder nach dieser Entdeckung nicht mehr auswechseln oder vernichten wollen. Diese Erfahrung und das gründliche Studieren der Bildaufschriften haben mich erkennen lassen, dass diese Freundschaft nicht nur toxisch war. Wie das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist. Es gab Gründe, warum wir zueinander fanden und ich denke gerne an diese wilde Zeit zurück. Das Bedürfnis, sie erneut zu durchleben habe ich aber nicht. Dafür reichen mir unsere Fotos.

Fotoalben: Emotion und Erinnerung an die wilden Zeiten

Unvergessliche Momente aus meiner Zeit in Heidelberg

Das zweite Fotoalbum ist gerade Mal ein Jahr alt. Dennoch fühlt es sich an, als sei es aus einem andren Leben. Ich bekam es von einer Arbeitskollegin, mit der ich eine Freundschaft entwickeln konnte, obwohl wir ganz unterschiedliche Dynamiken und Weltanschauungen hatten. Kurz gesagt: Teresa und ich hatten unterschiedliche Paradigmen, aber wir verstanden uns auf bestimmten Ebenen: Beide verträumt und kreativ, beide exzentrisch und seelisch in einer ganz eigenen Welt.

Als ich den Job bei wir-wissen-welchem-Medium aufgab, ging Teresa wenig später auch. Zu meinem Abschied schenkte sie mir ein Fotoalbum. Jedes Mal, wenn ich es sehe, lache und weine ich. Manchmal gleichzeitig. Sie gab sich wahnsinnig viel Mühe dabei, die besten Momente zusammenzustellen und den Vibe dieser verrückten und wilden Zeit, die überwiegend scheiße anstrengend war, wiederzugeben. Sie hat alles mit ihren eigenen Händen gemalt, ausgeschnitten, beklebt, recherchiert, ausgedruckt. Ich liebe dich dafür, Teresa. Ich vermisse die Zeit mit dir, mit euch. Es ist schwer die Energy unserer arbeitsinternen Girl-Gang zu schildern, aber wir hatten Momente zusammen, die ich niemals vergessen werde.

Diesmal war ich die toxische Freundin – ein bisschen jedenfalls

Ich werde niemals auf unsere Boots- und Sauftouren klarkommen. Ich werde nie unsere Interventionen und unsere Nähe zueinander vergessen. Wie sauer auf mich alle waren, als ich abgehauen bin, habe ich deutlich zu spüren bekommen und nehme es hin wie eine Frau. Der kollektive Unmut ist auch nachvollziehbar. Aber ich musste weg, weil ich die Möglichkeit hatte, mich selbst zu verwirklichen. Und diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Boots- und Sauftour im Tretboot am Neckar: ALLE Mädels waren dabei. Bester Tag ever.

Aber ja, ich weiß auch genau, was die Girls mir auf diese Argumentation antworten würden. Es ging nicht um das Gehen, sondern um das wie. Deshalb sehe ich meinen Fehler ein: ich hätte meinen Abgang mit allen persönlich besprechen sollen, statt sie mit einer kurzen Nachricht ins kalte Wasser zu werfen. Ich mache auch Fehler, die ich bereue. Und wie ich letztens zu hören bekam, bin ich auch noch ein schlechter Empath. Ich dachte immer, dem sei nicht so, weshalb ich über diese Information erstmal reflektieren muss. Aber ich schweife ab, wie so oft. Kennen wir ja. Jedenfalls deute ich mein Verhalten den Girls gegenüber als Beleg dafür, dass ich tatsächlich weniger empathisch bin, als ich immer dachte zu sein.

„mad memories“ – ein Fotoalbum wilder als ’ne Horde Giraffen

Dieses Fotoalbum – es heißt übrigens „mad memories“, weil mein Autorenkürzel seit Anbeginn meiner journalistischen Karriere (mad) ist – fasst die besten und verrücktesten Momente zusammen, die wir in dieser viel zu kurzen Zeit miteinander hatten. Mädels, ihr habt alles Beste dieser Welt verdient. Ich hoffe, dass die, die noch dort sind, unsere Traditionen am Leben halten und immer noch zusammen auf „verbotene Reportagen“, Bootstouren, Lesungen und Co. gehen und somit alles aus diesem harten und psychisch belastenden Job mitnehmen. Ich denke an euch alle und ich liebe euch. Daran wird sich niemals etwas ändern.

links: die Gang, rechts: Chefi. Wie er es nur mit uns allen aufgenommen hat… Hätte ich ihn unkenntlich machen sollen? Egaaal, Yolo soll mich mal verklagen – das Bild ist einfach Perfektion auf Fotopapier.
Mannheim: Bundesgartenschau bei Sonnenuntergang
Das war so eine crazy Reportage. Kollegin und Freundin Mona und ich waren unterwegs auf der Eröffnung der Bundesgartenschau in Mannheim. Hier sitzen wir gerade in der Seilbahn, nachdem wir so einen wahnsinnig schönen und energetischen Tag mit fünf Kameras in einer Hand und sechs Mikros in der anderen verbracht haben.

Diese emotionalen Erfahrungen mit Fotoalben haben mich dazu veranlasst, selbst Fotoalben zu erstellen. Mit mir in der Hauptrolle, natürlich. Ich liebe es, immer mal wieder reinzuschauen und festzustellen, was für ein erfülltes und intensives Leben ich führe. Ich will einfach alles von diesem Leben. Meine Fotoalben helfen mir dabei, zu erkennen, dass ich mir auch alles nehme. Und diese Erkenntnis fühlt sich geil an. Habe ich auch ein Fotoalbum, das den Namen „EROS“ trägt? Vielleicht ;). Aber ob das jemals jemand zu Gesicht bekommen wird – das muss ich mir noch gründlich überlegen.

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Wie Paradigmen unsere Wahrnehmung formen

Das Konzept des Paradigmas hat seinen Ursprung in der Wissenschaft, wird aber heute weitläufig genutzt, um Modelle, Theorien oder Annahmen zu beschreiben. Ein Paradigma hilft uns dabei, die Welt um uns herum zu verstehen und zu interpretieren.

Paradigmen: Die Landkarten der Wahrnehmung

Denke an ein Paradigma wie an eine Landkarte. Eine Karte repräsentiert nicht das tatsächliche Land, sondern liefert uns eine Darstellung bestimmter Aspekte eines Gebiets. Genauso ist ein Paradigma eine Theorie oder ein Modell von etwas anderem – etwas Größerem. Nehmen wir an, du willst einen bestimmten Ort im Zentrum Frankfurts erreichen und hast dazu einen Stadtplan zur Hand. Was wäre aber, wenn dieser Stadtplan irrtümlicherweise der von Hannover ist? Dein Bemühen, das Ziel zu erreichen, wäre frustrierend erfolglos.

Du könntest versuchen, dein Verhalten anzupassen: Dich mehr anzustrengen, oder dich schneller durch die einzelnen Straßen arbeiten. Dennoch würde jede zusätzliche Anstrengung dich nur schneller zum falschen Ort führen. Eine positivere Einstellung könnte zwar deine Frustration lindern, aber du wärst immer noch am falschen Ort verloren.

Durch diese Einflüsse formen sich Paradigmen

Das grundlegende Problem hat also nichts mit deinem Verhalten oder deiner Einstellung zu tun. Es hängt damit zusammen, dass du einen falschen Stadtplan hast. Erst dann, wenn du einen richtigen Plan von Frankfurt hast, spielt dein Fleiß überhaupt eine Rolle. Wenn du unterwegs auf frustrierende Hindernisse triffst, dann kann es wesentlich auf deine innere Einstellung ankommen. Aber die erste und wichtigste Bedingung ist die Genauigkeit des Stadtplans. Ähnlich ist es mit den „mentalen Landkarten“ in unseren Köpfen, die unsere Sicht auf Realität und Werte prägen.

Hast du dich jemals gefragt, warum du Dinge so siehst, wie du sie siehst? Die Antworten liegen in unseren Paradigmen – den mentalen Rahmen oder Landkarten, die wir im Laufe unseres Lebens erstellen. Sie formen sich durch vielfältige Einflüsse: Familie, Schule, Arbeitswelt oder Freunde sind nur einige davon.

Kleine Übung: So schnell erkennst du Paradigmen

Eine einfache Übung zeigt, wie schnell diese Paradigmen unsere Wahrnehmung beeinflussen können. Hierzu führt Stephen R. Covey folgendes Bild auf, das uns allen bestimmt ein Begriff sein sollte. Je nach Perspektive sieht man beim Betrachten dieses Bildes eine alte oder eine junge Frau. Sieht man das Bild zum aller ersten Mal, so sieht man meistens nur eine der beiden Frauen. Erst wenn wir genauer hinsehen und die Darstellung auf uns wirken lassen, entdecken wir die zweite Frau.

William Ely Hill: Optische Täuschung, alte oder junge Frau
Diesen weltberühmten Entwurf namens „Meine Frau und meine Schwiegermutter“ fertigte der Engländer William Ely Hill um 1915 an.

Dieser Entwurf wirft zwangsläufig folgende Frage auf: Sehen wir die Welt wirklich so, wie sie ist? Oder interpretieren wir einfach alles durch unsere eigenen mentalen Filter? Eher Letzteres, oder? Wir neigen dazu zu glauben, dass unsere Sichtweise objektiv ist. Aber in Wirklichkeit beschreiben wir mehr uns selbst und unsere Paradigmen als die Welt um uns herum.

Wahrnehmung ist von vielen Faktoren geprägt

Was also tun? Zunächst einmal akzeptieren, dass deine Wahrnehmung von vielen Faktoren geprägt ist. Und wenn du das nächste Mal auf eine Meinungsverschiedenheit stößt, denke daran: Es ist nicht unbedingt etwas mit der anderen Person falsch – es könnte einfach eine andere Paradigmenperspektive sein. Denke daran, dass die Welt nicht nur so ist, wie du sie siehst, sondern auch so, wie du konditioniert bist, sie zu sehen.

Deine persönlichen Erfahrungen hinterlassen ihren Abdruck auf deiner Wahrnehmung der Welt. Es ist, als ob du durch die einzigartige Brille deiner Erfahrung schaust. Doch das bedeutet nicht, dass es keine Tatsachen gibt. Stell dir vor, du und jemand anderes betrachten gemeinsam das Bild mit der jungen und der alten Dame – ihr seht dieselben schwarzen Striche und weißen Flächen. Ihr würdet beide diese Elemente als Tatsachen anerkennen. Aber wie ihr diese Fakten interpretiert, hängt von euren bisherigen Erfahrungen ab.

Anschauliches Beispiel: Geschichte über zwei Kriegsschiffe im Nebel

Zwei dem Ausbildungsgeschwader zugeteilte Kriegsschiffe übten seit Tagen bei schwerem Wetter Manöver. Ich fuhr auf dem Leitschiff und hatte gegen Abend Dienst auf der Bricke. Nebelschwaden erschwerten die Sicht, also blieb auch der Kapitän oben und überwachte alles, Kurz nach Anbruch der Dunkelheit meldete der Ausguck: „Licht steuerbord voraus!“ „Bleibt es stehen oder bewegt es sich achteraus?“, rief der Kapitän. Der Ausguck antwortete: „Es bleibt, Kapitän.“ Was hieß, dass wir uns auf einem gefährlichen Kollisionskurs mit dem anderen Schiff befanden. Da rief der Kapitän dem Signalgast zu: „Schicken Sie dem Schiff ein Signal: Wir sind auf Kollisionskurs, empfehlen 20 Grad Kursänderung.“ Zurück kam das Signal: „Empfehlen Ihnen, den Kurs um 20 Grad zu ändern.“ Der Kapitän sagte: „Melden Sie: Ich bin ein Kapitän. Kurs um 20 Grad ändern.“ „Ich bin ein Seemann 2. Klasse“, lautete die Antwort. „Sie sollten Ihren Kurs besser um 20 Grad ändern.“ Inzwischen war der Kapitän ziemlich wütend. Er schimpfte: „Signalisieren Sie, dass ich ein Kriegsschiff bin. Er soll den Kurs um 20 Grad ändern.“ Prompt wurde eine Antwort zurückgeblinkt: „Ich bin ein Leuchtturm.“ Wir änderten unseren Kurs.

Diese Kurzgeschichte verdeutlicht: Die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, wird stark von unserer begrenzten Wahrnehmung beeinflusst. Es ist wichtig zu verstehen, dass unsere subjektive Darstellung der Realität – unsere Landkarte des Lebens – nicht das tatsächliche Territorium darstellt.

Bestimmte Faktoren können wir nicht außer Kraft setzen

Wer versucht, seinen Weg durch Frankfurt mit dem Stadtplan von Hannover zu finden, wird schnell feststellen, dass seine „Landkarte“ nicht mit der Realität übereinstimmt. Daher ist es entscheidend, sich immer wieder bewusst zu machen: Prinzipien sind wie Leuchttürme, Naturgesetze, die wir nicht außer Kraft setzen können. Nur wenn wir unser Sein und unsere Sichtweise ändern, können wir auch unsere Wahrnehmung der Welt um uns herum verändern.

Wie kannst du also deine eigenen Paradigmen erkennen und sie in Einklang mit der objektiven Realität bringen? Indem du andere Meinungen anhörst und offen für neue Perspektiven bleibst. So kannst du dazu lernen und wachsen – sowohl als Einzelperson als auch in deinen Beziehungen zu anderen Menschen. Du willst Vertrauen gewinnen? Sei vertrauenswürdig. Du möchtest in deinem Talent anerkannt werden? Dann konzentriere dich zuerst auf deinen Charakter. Schaffe aus Gedanken Worte; Aus Worten Taten. Aus Taten Gewohnheiten. Lerne, dir selbst treu zu sein und deine eigenen Versprechen (vor allem die an dich selbst) einzuhalten.

Demnach liegt Schlüssel zum persönlichen Erfolg in der Philosophie „von innen nach außen“. Das bedeutet, persönliche Erfolge kommen vor öffentlichen. Es ist nutzlos, dein Image vor deinen Charakter zu stellen oder Beziehungen verbessern zu wollen, ohne zunächst an dir selbst zu arbeiten.


Quelle: Stephen R. Covey „Die 7 Wege zur Effektivität – Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“

Titelfoto von oxana v auf Unsplash

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Die Frau im Spiegel

Da stand ich nun vor dem Spiegel. Ich trat näher. Ganz nah, bis ich nur noch mein Gesicht erblicken konnte. Suchend nach der Makellosigkeit, die meine Mutter immer wieder darin fand. Ich fragte mich, wo sie diese sah. Dann schaute ich mir tief in die Augen. Sie waren so wie immer, aber nicht wiederzuerkennen. Ich trat erschrocken zurück.

Tänzelnd vor dem Spiegel betrachtete ich das Gesamtbild. Dann wurde die Frau im Spiegel wieder völlig ernst. Sie schaute seriös, dann wieder voller Seelenschmerz, dann machte sie mir Rehaugen und wurde wieder ernst. Ich merkte, dass die Frau im Spiegel innerlich lacht. Ob über mich oder etwas anderes – wohl eher über mich, ja. Ich erschrak und wich erneut zurück.

Ich suchte Schutz vor ihren durchdringenden Blicken hinter dem Türrahmen und bemerkte jetzt erst meinen rasenden Puls. Mit wurde klar, dass ich diese Frau nicht kenne. Aber sie zieht mich magnetisch an und sie ist immer da – ich sehe sie nur nie. Oder eben nur in Spiegeln. Ich musste mich sammeln. Doch ich hatte Angst, wieder aus der Tür hervorzukommen und ihren Blick aufs Neue über mich ergehen zu lassen. Aber ich musste.

Also ging ich an ihr vorbei zum Lichtschalter. Ein flüchtiger Blickkontakt verriet, dass sie meine Angst genauestens roch. Sie schien mir, als würde sie ihre Erkenntnis zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Die Frau im Spiegel schnitt eine satanische Grimasse. Nun erreichte ich auch schon den Lichtschalter. Als nächstes müsste ich auch noch in der Dunkelheit an ihr vorbeischreiten.

Ich weiß, dass sie jetzt auch da ist. Sie lebt. Im Bett liegend sah ich ihren Schatten über die Wand wandern. Sie war nicht ich, denn ich lag regungslos auf einer Stelle. Als sie bemerkte, dass ich sie wieder sehe, ging sie aus dem Zimmer zurück in meine Gedanken und tauchte als einäugiger, grau befellter Vierbeiner auf und schrie in einem klirrenden Ton, den nur ich hören konnte.


Ein kleiner Kommi zu der „Frau im Spiegel“

Die Frau im Spiegel

Was soll ich zu meiner Verteidigung sagen? Ich war bekifft, nehme ich mal an. Ich konnte mich lange Zeit nicht mit der Frau im Spiegel anfreunden, weil ich sie nicht so gut kannte, wie es mir lieb gewesen wäre. Dann änderte sich das langsam. Diese Geschichte entstand im Jahr 2018 – dem Jahr, in dem auch „die Verschmelzung“ entstand. Ich hatte wirklich Spaß daran, mich kreativ auszuprobieren und meinen Dämonen zu erlauben, meinen Körper und meinen Geist zu verlassen. Dann wuchs mir kruzerhand das alles über den Kopf.

Habe ich mir einen abgegruselt, als ich diese Geschichte runtergetippt habe? JA!

Mittlerweile gehe ich mit meinen Dämonen anders um. Naja. Wirklich? Weiß ich nicht genau. Nach wie vor schreibe ich – jedoch bin ich der Realität, was auch immer sie ist, viel näher als damals. Momentan benutze ich das Zeichnen als Dämonen-Ventil. Denn ich zeichne derzeit – Achtung – Dämonen. Macht irgendwie Bock. Bilder zeig ich hier demnächst dann auch.

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Die Verschmelzung

Es brach die frühe Weihnachtszeit an, als J. eines morgens aufwachte und sie weg war. Verschwunden, verschollen, entführt – in Luft aufgelöst. Sein Körper schien gelähmt oder beeinträchtigt, doch wie so oft wusste er nicht, die sich ergebene Situation zu beherrschen.

J. wusste, sie kommt zurück. Wo sollte sie denn ohne in hin? Er dachte, der Fels zu sein, den sie sich immer erträumt hatte. Warum sollte sie fort gehen? Sie würde schon wiederkommen – schließlich waren sie durch den Bund eines Versprechens füreinander bestimmt.

Mit dieser Überzeugung kroch J. aus seinem reizlosen Bette, in dem er bereits seit Tagen alleine schlief, ohne diese bis dahin bemerkt zu haben. Er fragte sich unaufhörlich, was sie geritten haben könnte, dass sie kurzerhand unterblieb. Sie war doch wohl irre.

Um Gras über die Sache wachsen zu lassen, lebte J. die nächste Zeit in dem Wunschtraum, sie durch Zufriedenlassen wieder zur Besinnung zu bringen. Jedoch vergingen Stunden, Tage, ja, sogar Wochen ohne jeder Spur von ihr. Hatte sie sich in einen anderen vernarrt? War sie es vielleicht schon die lange, trostlose Zeit ihrer Zweisamkeit? War sie überhaupt noch bei Sinnen? J. wusste keine Antwort darauf, die plausibel genug wäre, um dieses abwegige Verhalten, das sie ihm bot, darzulegen.

An ihre letzten Worte erinnerte er sich nicht. Und auch nicht an die Worte davor. Hatte er sie nicht gehört? Gehört, aber nicht hingehört? Dies spielte für ihn keine treffliche Rolle. Es war allein ihre Entscheidung, die sie aus heiterem Himmel gefällt hatte.

Was er nicht ahnte, ist dass sie nie weg war. Sie war da – in seiner Nähe, in seinem Bette. Bloß übersah er sie konsequent. Als er aber nichtstuend auf ihre Rückkehr wartete und sich ihrer Schuld an diesem Bruch so klar wie nie zuvor war, wurde sie immer unsichtbarer, bis sie schließlich, eine Schrift hinterlassend, irreversibel verschwand. Diese Schrift lesend verließ J. das Haus, ging über die eisigen, verschneiten Straßen, bis er letzlich eine vergleichbar vereinsamte Laterne fand, die herrenlos in einem dunklen Winkel vor sich hin leuchtete. Ihr Licht erhellte nicht das Geringste ihrer Umgebung.

J. stellte sich unter die Laterne und umfasste sie. Für einen Augenblick dachte er, sie wieder in seinen Armen zu halten und die Stimme zu hören, für die er bislang so taub gewesen ist. Er entkleidete sich sogar, um dieses Gefühl zu intensivieren.

Als der Frühling anflaniert kam, fand ein Arbeiter der Baden-Badener Stadtwerke die kaputte Laterne vor, die in erfrorene Reste menschlichen Fleisches geschmückt war und eine Glückseligkeit überkam sein Herz, wie er sie bislang noch nie verspürt hatte.


Ein Kommentar zu dieser kleinen Geschichte

Nun. Ganz davon abgesehen, dass diese Geschichte – und vielleicht auch mein Scheffelpreis – mir meinen ersten Job im Journalismus sicherten, war es ein Ausbruch meiner emotionalen Angestautheit, die mein erster Verlobter J. nicht verstehen wollte. Einerseits hatte ich Schwierigkeiten damit, adäquat zu artikulieren, was ich auf dem Herzen habe, andererseits wollte er es auch gar nicht wissen oder verstehen. Wiederum muss ich sagen, dass wir beide damals sehr jung waren und dass diese leere Schlucht zwischen zwei Individuen, die versuchen miteinander zu sein, vielen Leuten bekannt vorkommen sollte. Oder könnte.

„Die Verschmelzung“ entstand 2018. Die Trennung hatte mich damals schwer mitgenommen (obviously) und ich verkackte in diesem emotionalen Zustand halber mein ganzes Abitur am Rastatter Abendgymnasium. Aber alles, was in dieser Phase meines Lebens passierte, brachte mich näher mit mir selbst zusammen und zeigte mir den Weg auf, den ich wirklich beschreiten wollte.

Ich hatte wahnsinnig Spaß dran, diese Geschichte zu schreiben. Damals war ich so weit weg davon, mir vorstellen zu können, dass ich sie eines Tages veröffentliche. Oder dass das Schreiben eines Tages ernsthaft zu meinem Beruf wird. Aber so geht es vielen in meiner Branche. Grüße gehen raus an J. – schreib mir bloß nicht, Bruder.

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Diese Promis standen schon vor meiner Kamera

Im Beruf einer Journalistin kommt es oftmals vor, dass plötzlich Promis vor der Kamera stehen. Die ersten Male waren ganz aufregend, dann wurde das irgendwann zur Gewohnheit. Mein größter Traum ist es, Anna Netrebko vor der Kamera zu haben. Mal sehen, wann er in Erfüllung geht. Bis dahin hatte ich mit folgenden Promis und Bekanntheiten das Vergnügen:

Christian Sievers: Kein anderer, als ZDF-Moderator Christian Sievers inspirierte mich dazu, Journalistin zu werden. Nachdem ich sein Buch „Grauzonen“ las, wusste ich, dass ich diesen Beruf geil finde und machen will. Ich verfolgte meinen Traum und muss rückblickend sagen, dass das ein ganz guter Weg war. Während des Radio-Regenbogen-Awards 2023 war es endlich soweit: Christian Sievers betrat den Roten Teppich und ich wurde in Starre versetzt. Der Held meiner Jugend stand vor mir und ich machte Bilder von ihm, die ich später als Screensaver benutzen würde. Angesprochen habe ich ihn natürlich nicht – viel zu nervös.

Christian Sievers steht auf dem Roten Teppich umgeben von anderen Journalisten und Event-Gästen
Christian Sievers alter… Zwar schoss auch ich ein paar Bilder von ihm, aber die meiste Zeit bewunderte ich ihn einfach nur von der Reporter-Tribüne.

Alice Weidel: Die AfD-Politikerin ist sehr, sehr, SEHR selbstbewusst. Während der Pressekonferenz bei der Hessenwahl 2023 pöbelte sie einen Journalisten an. Dann sah sie ihn von oben nach unten an und fragte: „Na, mach‘ ich Sie nervös?“ Daraufhin lachte sie provokant und spielte im nächsten Moment mit einer anderen Kamera, die auf sie gerichtet war. Bei meinen Fragen mache sich Alice Weidel nicht mal die Mühe, zuzuhören – geschweige denn zu antworten. Dennoch fand ich ihren Auftritt interessant zu beobachten. Sie verhielt sich wie ein Superstar und fühlte sich sehr wohl während des gigantischen Medienrummels um ihre Person.

Alice Weidel stand vor meiner Kamera bei der Hessen-Wahl 2023
Es war ein sehr eigenartiges Gefühl, Alice Weidel vor der Kamera zu haben. Ich sah sie sehr lange an und verstand einerseits den Hype um sie – andererseits verstand ich auch, dass sie ein Mensch ist genau wie ich. Mit ihren Fehlern, mit ihren Träumen, mit ihren Schwächen und ihren Ideologien und Vorstellungen.

Männer, die uns aus dem TV geläufig sind

Steinmeier und Kretschmann: Diese beiden alten Säcke sah ich während der Eröffnung der Bundesgartenschau in Mannheim. Hier geht es zu der Fotostory, die ich an diesem Tag erstellt habe. Das BKA-Aufgebot war absolut übertrieben. Mehr Beamte als Journalisten. Die regulären BUGA23-Gäste verhielten sich allerdings auch völlig geisteskrank, diesen beiden Politikern gegenüber. Zitternde Münder, überwältigte Worte, wie etwa „Herr Kretschmann, ich bin ihr größter Fan“ und laufende Handykameras, soweit das Auge reicht. Warum, verstehe ich bis heute nicht ganz.

Steinmeier hatte ich schon Mal vor der Kamera, als ich über die Eröffnung der Bundesgartenschau schrieb.
Frank-Walter Steinmeier ist nicht nur ein steinalter Sack, sondern auch Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. War ich aufgeregt, ihn zu sehen? I guess…
Politik hautnah: Kretschmann und ich bei der BUGA23

Harald Glööckler: Ich durfte den exzentrischen Modedesigner bei seiner Geburtstagsfeier in Berlin, der geilsten Stadt der Bundesrepublik, fotografieren. Später würde er mir exklusive Details zu seiner Ehe mit Dieter liefern. Ich mag Herrn Glööckler – er ist sehr aufgeschlossen, bodenständig und respektvoll. Etwas, was ich von keinem einzigen Polit-Promi behaupten kann, den ich bislang kennengelernt habe.

Harald Glööckler stand schon Mal vor meiner Kamera
Bei Gott: Es ist nicht das beste Foto von mir… Aber ist das nicht iconic, dass wir zu seinem Geburtstag einfach im Partnerlook gekommen sind?

Diese Musiker standen schon mal vor meiner Kamera…

Leony und Zoe Wees: Zu dem Zeitpunkt, als ich sie fotografierte, wusste ich gar nicht, wer die beiden sind. Später würde ich feststellen, dass ich die Songs dieser jungen, erfolgreichen Frauen kenne und sogar auch sehr mag.

Die Söhne Mannheims: Leider ohne Xavier Naidoo – mit ist völlig egal, was Xavier von sich gibt. Er hat die Stimme eines Engels und ist für mich der beste Vokalist dieses Landes. An diesem Abend habe ich ihn sehr vermisst. Dennoch habe ich das Konzert der Söhne in Mannheim sehr genossen. Sie traten als Jazz Department auf. Wie hart mir bei dem Konzert einer abging, erfährst du in diesem Artikel.

Diese Comedians habe ich schon fotografiert

Bülent Ceylan: Den Komiker hatte ich mehrere Male vor der Kamera. Jedes Mal war er sehr charmant, freundlich und voller Energie. Von Nahem sieht er super gepflegt aus und irgendwann will ich, dass er seine Skincare-Routine mit mir teilt. Auch wenn er seine Witze angeblich gar nicht selbst schreiben soll ­­– die Tatsache, dass er der geborene Entertainer ist, kann ihm keiner nehmen.

Christine Preyon: Bekannt als „Birte Schneider“ aus der heute Show. Ich war damals Fan und durfte den Weltfrauentag damit verbringen, Christine Preyon aus dem Publikum anzuhimmeln. Ich traute mich sogar später auf die Bühne zu kommen, um sie nach einem Autogramm zu fragen. Wir kamen ins Gespräch und sie merkte ganz offensichtlich, wie hart ich am Fangirlen war. Absolute Screensaver-Kandidatin.

Dieses Urgestein stand auch schon mal vor meiner Kamera

Claudia Roth: Die Grünen-Ikone sah ich bei der Frankfurter Buchmesse. Viel hat sie nicht gesagt, jedoch äußerte sie etwas, was mir wieder ein wenig Hoffnung in die Menschlichkeit zurückgab: Sie verurteilte den politischen und gesellschaftlichen Boykott der russischen Kultur

Olaf Thon: Der Schalke04-Legende begegnete ich relativ am Anfang meiner journalistischen Karriere. Damals spielte er im Zeichen der Freundschaft als Gastspieler in einem kleinen Sportverein. Das fand in irgendeinem winzigen Kaff in der Nähe von Rastatt statt. 

Wie konnte ich ihn nur vergessen…

Das Beste kommt zum Schluss: Auch der superschöne Elyas M’Barek stand mal vor meiner Kamera. Es war mein erster Tag bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Ich war bei der Einarbeitung in der Berliner Zentralredaktion. Hin und wieder kommen Promis dort rein und erzählen ein bisschen von sich. Als ich M’Barek zum ersten Mal sah, war ich schockverliebt. Ich habe zwar immer noch so gut wie keine Filme mit ihm gesehen, aber von diesem Mann konnte ich meine Augen kaum abwenden. Er hat so einen sexy Glow und ein Charisma, das einfach mitreißt. Ich nahm es mir zum Ziel, den Schönling anzulabern und fragte irgendwas über seine neue Hafermilch, die er uns präsentierte, was er jedoch abrupt verneinte. Völlig egal, ich hatte einen Wortwechsel mit dem wahrscheinlich schönsten Promi, den ich je vor meiner Kamera hatte. Zumindest bis jetzt.

Elyas M’Barek… Du meine Fresse war der Typ sexy.

Das ist der kleine Haufen Promis, der mit auf Anhieb einfällt. Natürlich hatte ich noch ganz viele andere gestalten vor der Kamera – wie etwa Nancy Faeser, Boris Rhein und die ganzen Hessen-Personen. Auf dieser Gala fotografierte ich Sally von „Sally’s Welt“, Nico Schwanz, sowie auch Renata und Valentin Lusin.

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