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Reisen ohne Internet: So war’s auf Teneriffa

Was erwartest du, hier zu lesen? Es war normal. Es war gut. Erstaunlicherweise braucht man das Handy nicht, wenn man so planlos unterwegs ist, wie ich. Ich merke mir einfach den Weg den ich gegangen / gefahren bin und gehe oder fahre ebenden auch wieder zurück. Und wenn ich lustig bin, mit Umwegen. Das Handy brauchte ich ausschließlich zum Bilder machen. Und natürlich Videos machen. Ich hab jetzt nämlich endlich wieder Tiktok. Dort kannst du alle meine Abenteuer im Videoformat erleben.

Aber, wie sonst auch immer, war meine Anreise nicht ohne Abenteuer. Genau weil ich kein Internet hatte, konnte ich mein Hotel nicht finden. Aber die netten Bewohner von Puerto de la Cruz haben mir geholfen. Zwischendurch bin ich aber, zugegeben, fast verzweifelt. Das aber habe ich als Teil meines Experiments verstanden.

Zufall oder Schicksal? Unverhofft finde ich einen Naturpfad

Am schönsten fand ich meinen Geburtstag. Den 30sten wollte ich unbedingt alleine feiern. Ich holte mir morgens eine kleine Torte, pustete die Kerzen aus und setzte mich in einen Bus, von dem ich nicht wusste, wohin er fahren würde. Der Plan war es, da auszusteigen, wo es mir am meisten gefiele. Das war dann die Endstation. Planlos schlenderte ich durch die Gässchen, erlebte die Natur der Kanarischen Insel ganz nah, lernte wie immer Katzen kennen und ging, wohin der Wind mich trug.

Durch mein Treibenlassen entdeckte ich einen Wildpfad. Den hätte ich wahrscheinlich niemals , hätte ich mich bei Google Maps bedient. Dort war es so schön, dass ich an einer Stelle das Gefühl hatte, das Leben neu verstanden zu haben. Es war das beste Geburtstagsgeschenk, das mit Mutter Natur, das Universum, Gott und wer auch immer daran beteiligt gewesen war, hätte machen können.

Internet gab’s nur im Hotel

Es war total befreiend, für keinen verfügbar zu sein, während ich meine Abenteuer gelebt habe. Zu Hause in Deutschland hatte man sogar etwas Verständnis für meine Entscheidung. Im Hotel hab ich dann wieder Internet genutzt, vor allem um meine Mitteilungsbedürftigkeit auf Insta zu befriedigen. Diesmal war diese recht ausgeprägt.

Während meiner Zeit in Portugal, oder meinem Trip in die Türkei, oder sonstigen Auslandsaufenthaltne kam nicht ein kleiner Post von mir. Hängt wohl mit meinem Gemütszustand zusammen. Oder womit auch immer. Wie ist denn das eigentlich bei euch?

Teneriffa: Kurze Kein-Internet-Krise in Güimar

Da fällt mir gerade ein Moment ein, in dem ich wünschte, doch etwas Internet gehabt zu haben. An meinem Tag in Güimar, als ich beschlossen hatte, südlichere Teile Teneriffas zu sehen, hat mich meine Landkarte aus Papier so hart verirrt, dass ich mir einfach nur noch dachte: Yo. Fick doch alles. Fick das Handy, fick das nicht vorhandene Internet – ich will gar nichts mehr. Ich will eine rauchen.

Fazit: Lohnt sich das Reisen ohne Internet?

Abschließend lässt sich sagen (Gott, mit diesem Einstieg in den Schlussteil komme ich mir vor wie ChatGPT – if you know, you know): Ich kann den Flugmodus während deiner nächsten Abenteuerreise sehr empfehlen. Es ist ein anderes feeling. Du merkst schnell, wie all deine Sinne geschärft sind und du dich noch mehr auf deinen inneren Kompass, die Instinkte und das Gedächtnis verlassen musst. Und du gehst zudem auch noch verantwortungsvoll damit um.

Außerdem gab es mir, zugegeben, auch ein bisschen den Kick. So nach dem Motto „komme ich an, oder übernachte ich heute mal am Strand?“

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Van Huong: Ein Spaziergang durch Vietnams Geisterstadt

Auf der Halbinsel Van Hương angekommen, merkte ich gleich die Stille, die dort herrschte. Mein Plan war es eigentlich im Meer zu baden und faul am Strand zu liegen, aber ich entschied mich dazu, die Halbinsel, die größer war als vermutet, zu Fuß zu erkunden.

Dort begegnete ich nur sehr wenigen Menschen. Es war der wahrscheinlich friedlichste Ort, an dem ich seit Langem war. Doch ich verstand nicht ganz, was auf Van Huong abging. Einerseits hatte ich den Eindruck, dass die Insel mitten in der Bebauungsphase sei, damit dort eines Tages ein touristisches Zentrum entsteht. Andererseits sahen viele Häuser und einige Baustellen verlassen aus, ohne jemals belebt gewesen zu sein. Das eine oder andere Luxushotel war zwar in Betrieb – außer als ein paar Bauarbeitern und Snackverkäufern bin ich jedoch nicht begegnet.

Fischerboote im stillen Wasser.
So ruhig hier… Sogar des Meeres Wellen scheinen zu schlummern.

Diese Menschenleere führte dazu, dass ich den wenigen Anwesenden noch mehr auffiel, als in den sonstigen nicht-touristischen Gegenden Haiphongs. Ich kann nicht sagen, dass mir das Gefühl besonders gefiel. Aber die Vietnamesen begegneten mir zu jedem Zeitpunkt meiner Reise mit vollem Respekt, Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit. Viets, wenn ihr mich lest: ich liebe euch und eure Kultur.

Ein Blick auf die Karte. Fest stand, dass ganz in meiner Nähe wohl eine künstliche Insel in der Form einer Blume entstand. „Nichts wie hin“, dachte ich mir und betrat den trockenen, staubigen Weg, der mich dort hin führen sollte. Keine Menschenseele weit und Breit. Nur Sonne, Palmen, die staubige Straße und ich. Die Entfernung habe ich wie so oft unterschätzt und ging lang und stur zu meinem Ziel. Bald würde ich es erreichen, oder?

Vietnam: Allein (?) auf der Halbinsel Van Huong

Felder und künstliche Seen, ein paar quakende Enten, in der Ferne ein vielgeschossiges Hotel mit eigenem Strand. Ich ging weiter, genoss dabei die Sonne auf meiner Haut. Ein Lkw mit Schotter kam mir entgegen. Schnurgerade blickte ich daran vorbei und tat so, als wäre ich gar nicht da. Plötzlich hupt der Fahrer. In mir zieht sich alles zusammen. Er zeigt mir Handgesten, dass es da nicht weitergeht. Erzwingen wollte ich es nicht und ging brav zurück in Richtung Ghost-town.

Nachdem ich meine große Runde gedreht, mich in einem verlassenen Hotel umgesehen habe und bis zur vordersten Spitze der Halbinsel gegangen war, hatte ich Hunger und wollte wieder unter Menschen sein. Ein Taxifahrer fuhr mich zurück in die Innenstadt von Haiphong.

Auch spannend: Mitten in der Ha Long Bay kommen mir die Tränen.


Was ist los auf der Halbinsel Van Huong?

Die Halbinsel Van Huong liegt im Stadtbezirk Do Son, etwa 20 Kilometer südlich des Zentrums von Haiphong, der drittgrößten Stadt Vietnams, die ich vollumfassend erkunden konnte. Einst galt Do Son als beliebter Erholungsort für französische Kolonialbeamte, später als Treffpunkt der vietnamesischen Elite. Heute jedoch scheint vieles auf der Halbinsel im Dornröschenschlaf zu liegen.

Einfach unfassbar, diese Architektur.

Van Huong: Großprojekte mit ungewisser Zukunft

Eines der größten Vorhaben ist die künstliche Insel Hoa Phuong Island. Das Projekt wurde erstmals 2003 angekündigt. Geplant war ein luxuriöses Tourismuszentrum mit Villensiedlungen, 5‑Sterne-Hotels, Yachthafen, Einkaufszentren und künstlichen Seen – teilweise in Form einer Blume (Hoa Phuong bedeutet Flamboyant, die Stadtblume von Haiphong).

Der Bauträger war das Unternehmen Glexhomes, das zur Gleximco Group gehört, einem mächtigen vietnamesischen Mischkonzern unter Leitung von Vũ Văn Tiền, einem der reichsten Männer des Landes. Die Bauarbeiten begannen Anfang der 2000er, kamen jedoch nie über erste Aufschüttungen und einige Rohbauten hinaus. Immer wieder wurden neue Etappen angekündigt – zuletzt 2021. Dennoch bleibt das Gelände bis heute weitgehend leer.

Die Geisterstadt von Do Son

Wer sich auf der Halbinsel umsieht, entdeckt halbfertige Gebäude, verlassene Zufahrtsstraßen und leerstehende Baucontainer. Teilweise scheint das Projekt komplett eingestellt – offizielle Stellungnahmen dazu gibt es kaum. Auch das benachbarte Projekt Hon Dầu Resort, das ursprünglich botanische Gärten, Themenparks und Konferenzzentren vorsah, entwickelt sich nur schleppend. Einzelne Bereiche – wie ein künstlicher Strand oder kleinere Resorts – sind bereits in Betrieb. Der Rest wirkt wie aus der Zeit gefallen.

Auf der Halbinsel Van Huong: Luxushotel in Betrieb
Dieses Resort schien mir in Betrieb zu sein.

Eine Halbinsel im Schwebezustand

Laut Plänen der Stadt Haiphong soll Do Son als Küstenstadt mittelfristig wieder touristisch belebt werden. Dazu gehören:

  • ein Fokus auf Vier-Jahreszeiten-Tourismus (Konferenzen, Wellness, Sport),
  • der Ausbau des internationalen Fährhafens in Lạch Huyen,
  • und langfristig der Anschluss an die großen Investitionen im nördlichen Wirtschaftsraum.

Doch die fehlende Investitionssicherheit und veränderte geopolitische Prioritäten scheinen diese Entwicklungen zu bremsen. Einige Flächen sind zudem ökologisch sensibel – der Sandaufschüttung für künstliche Inseln steht oft Widerstand von Umweltorganisationen entgegen.

Van Huong ist also ein Ort voller Widersprüche. Die Visionen von Luxustourismus und wirtschaftlichem Aufschwung stehen leerstehenden Hotelruinen und verlassenen Bauprojekten gegenüber. Während Haiphong rasant wächst, bleibt die Halbinsel in einer Art Warteschleife. Doch genau das macht sie in meinen Augen zu einem verwunschenen Ort, den man unbedingt gesehen haben sollte, wenn man im schillernden Haiphong unterwegs ist. Diese Atmosphäre, der (nicht ganz fertiggestellte) Prunk und die verdächtige Ruhe machen das Erlebnis unvergesslich.


Der Fakten-Teil dieses Beitrags wurde mithilfe von ChatGPT übersetzt und recherchiert. Auf diese Quellen wurde dabei Bezug genommen:

  1. Vietnam Investment Review, „Glexhomes launches Hoa Phuong Island tourism complex“
  2. Vietnam Tonkin Travel, „Hon Dau – A new significant attraction in Haiphong City“
  3. Haiphong.gov.vn (EN) Haiphong develops four-season tourism
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Reisen

Vietnams schwebende Dörfer: Ha Long Bay

Dass ich hier heute lande, hätte ich nicht gedacht: ich sitze gerade auf einem schwimmenden Dorf in der Ha Long Bay und trinke das beste warme Bier meines Lebens. Mich begleitet ein französisches Paar. Beide sind – danke Gott dafür – sehr reserviert, aber freundlich und aufgeschlossen. Wir sehen unserem Captain gerade zu, wie er versucht mittels einer einzelnen Nylonschnur Fische aus dem Meer zu fangen. Die Sonne scheint auf uns herab und wir werden von hunderten, wenn nicht tausenden steinernen Inseln umgeben.

Ohne Eile trinken wir aus. Der Franzose lädt mich freundlicherweise sogar ein. Unser Schiff wartet schon auf uns, nun holt der Captain seine Zigaretten raus und raucht. Eben zeigte uns der Betreiber des Cafés auf einem der schwimmenden Grundstücke, wie er fischt. Riesige Karpfen fing der Mann heute bereits, die er uns stolz präsentierte.

Weiter geht’s. Während unserer Fahrt durch die Inseln weinte ich. Ich fragte mich andauernd, wie man nur so gesegneter und glücklicher Mensch sei kann, wie ich. Dass ich diese Schönheit der Natur mit meinen eigenen Augen sehen darf, das berührt mich bis in die Mitochondrien.

Ha Long Bay: Zwischen schwimmenden Dörfern und Kalkstein

Kaum ein Ort in Südostasien vereint so viel landschaftliche Poesie mit kultureller Tiefe wie die Ha Long Bay im Norden Vietnams. Mit über 1.600 Kalksteininseln, die wie Skulpturen aus dem smaragdgrünen Wasser ragen, ist sie nicht nur eines der meistfotografierten Naturwunder Asiens, sondern auch ein UNESCO-Weltnaturerbe – und das bereits seit 1994.

Schiffchen fährt durch die Ha Long Bay

„Ha Long“ bedeutet übersetzt „Bucht des herabsteigenden Drachen“. (Witzig, dass ich das jetzt gerade selbst erfahre, mir aber auf der Insel Cat Ba, zu der die Ha Long Bay gehört, einen Drachen habe tätowieren lassen.) Der Legende nach sandten die Götter eine Drachenmutter mit ihren Jungen auf die Erde, um das vietnamesische Volk vor Invasoren1 zu schützen. Die Drachen spuckten Juwelen und Jade2, die sich in Inseln verwandelten und eine natürliche Barriere gegen Feinde bildeten. Als der Frieden gewahrt war, blieben Mutter und Kinder – und legten sich zur Ruhe in den Gewässern der heutigen Bucht.

Geologische Meisterleistung

Die Ha Long Bay ist das Ergebnis von über 500 Millionen Jahren tektonischer und klimatischer Prozesse. Die bizarren Kalkfelsen und Karstformationen entstanden durch Erosion, Verwitterung und den Einfluss des tropischen Meeresklimas. Dort findet man auch Höhlen. Die Hang Sửng Sốt (Surprise Cave) oder die Đầu Gỗ Cave zählen zu den eindrucksvollsten Naturphänomenen der Region – voller Tropfsteine, die wie eingefrorene Wasserfälle wirken. Die sehe ich mir dann beim nächsten Mal an.

In der Bucht finden wir mehrere schwimmende Dörfer, darunter Cửa Vạn oder Vung Viêng. Die Menschen hier leben traditionell vom Fischfang und der Austernzucht, viele Familien bewohnen seit Generationen Hausboote. Der Zugang zu Bildung, Strom und Trinkwasser war lange Zeit prekär. Inzwischen werden jedoch mobile Schulen, Solaranlagen und staatliche Programme zur nachhaltigen Entwicklung eingesetzt. Dennoch droht vielen Dörfern die Umsiedlung, teils aus Umwelt-, teils aus Tourismusgründen.

Tourismus: Chance und Herausforderung

Ha Long Bay zieht jährlich rund 14 Millionen Besucher an – davon etwa die Hälfte internationale Reisende wie meine Wenigkeit. Während luxuriöse Kreuzfahrten mit Kajakausflügen, Seafood-Dinnern und Sonnenuntergang an Deck die romantische Vorstellung vom Leben auf See bedienen, kämpfen die Behörden gleichzeitig mit den Folgen des Massentourismus: Müll im Wasser, Lärm, Korallensterben. Um dem entgegenzuwirken, hat die Provinz Quảng Ninh strenge Regulierungen eingeführt. Nur lizensierte Boote dürfen in bestimmten Zonen verkehren, Einwegplastik ist auf vielen Schiffen verboten, und der Zugang zu besonders sensiblen Höhlen wird stark kontrolliert.

Gleichzeitig mehren sich die Initiativen für sanfteren Tourismus. Einige Anbieter setzen auf Zero-Waste-Konzepte, Bildungsangebote zu Ökosystemen oder die Integration lokaler Fischer in geführte Programme. Auch Ha Longs Status als UNESCO-Erbe zwingt zum Handeln: 2019 drohte die Aberkennung des Titels, sollte die Bucht nicht besser geschützt werden. Seither ist die Umweltpolitik deutlich sichtbarer geworden.

Ha Long Bay ist überwältigend schön. Einfach Gänsehaut. Aber sie ist weit mehr als ein Postkartenmotiv. Sie ist ein lebendiges Naturwunder, kulturelles Symbol und ökologisches Mahnmal zugleich. Wer sie bereist, sollte wissen, dass er Teil eines fragilen Systems wird – und entsprechend respektvoll handeln. Denn die Zukunft dieses ruhenden Drachen liegt nicht in alten Mythen, sondern in heutigen Entscheidungen.


  1. Invasoren sind Eindringlinge, meist in einem militärischen oder feindlichen Zusammenhang. Der Begriff bezeichnet Gruppen oder Staaten, die gewaltsam in ein fremdes Gebiet eindringen, um es zu besetzen oder zu erobern. ↩︎
  2. Jade ist ein Sammelbegriff für zwei verschiedene, aber ähnlich aussehende Mineralien: Nephrit und Jadeit. Beide gelten als wertvolle Schmuck- und Heilsteine.
    Jadeit ist seltener und härter, oft intensiv grün, aber auch in Lavendel, Weiß, Gelb oder Rosa zu finden. Nephrit ist meist grünlich oder weißlich und etwas weicher.
    Jade wird seit Jahrtausenden besonders in China, Mittelamerika und Neuseeland als kulturell bedeutsamer Stein verwendet – für Schmuck, Werkzeuge, Statuetten oder Rituale. Sie steht symbolisch oft für Reinheit, Weisheit und Harmonie. ↩︎

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So sicher ist Ägypten für alleinreisende Frauen

Ägypten fasziniert mich immer wieder aufs Neue mit seinen antiken Schätzen, lebendigen Städten und atemberaubenden Landschaften. Dieses Jahr könnte ich dort wieder landen, um eine liebe Freundin zu treffen. Doch es stellt sich die Frage nach der Sicherheit.

Für alleinreisende Frauen bietet das Land natürlich einzigartige Erlebnisse, erfordert jedoch kulturelles Feingefühl und sorgfältige Planung. Mit den richtigen Strategien lässt sich Ägypten sicher und unvergesslich entdecken.

Kulturelle Sensibilität und angemessene Kleidung

In Ägypten ist konservative Kleidung ein Zeichen des Respekts gegenüber der lokalen Kultur. Empfehlenswert sind locker sitzende, nicht durchsichtige Kleidungsstücke, die Schultern, Oberarme, Brust und Beine bedecken. Diese Outfits schützen nicht nur vor der intensiven Sonne, sondern minimieren auch unerwünschte Aufmerksamkeit.

Besonders in Moscheen sollte zusätzlich ein Kopftuch getragen werden. Auch außerhalb religiöser Stätten wird es von vielen Einheimischen als respektvolle Geste empfunden – insbesondere in ländlicheren Regionen. Ein leichtes Tuch im Gepäck ist daher in jedem Fall sinnvoll. Es muss nicht gleich ein Hijab sein. Dieser würde, falls du eine Frau mit europäischem Erscheinungsbild bist, nur noch mehr unnötiges Interesse erregen.

Foto von Phillip Wang auf Unsplash

Sichere Unterkünfte und Transportmittel in Ägypten

Die Wahl einer sicheren Unterkunft ist entscheidend. Hotels mit positiven Bewertungen, insbesondere von alleinreisenden Frauen, bieten oft ein höheres Maß an Sicherheit. In Städten wie Kairo und Alexandria sind App-basierte Fahrdienste wie Uber und Careem eine zuverlässige Alternative zu herkömmlichen Taxis. Zudem haben viele öffentliche Verkehrsmittel spezielle Bereiche für Frauen, die zusätzlichen Schutz bieten.

Verhalten im öffentlichen Raum

Selbstbewusstes Auftreten, ohne provozierend zu wirken, hilft, unangenehme Situationen zu vermeiden. Direkter Blickkontakt mit Männern kann missverstanden werden und sollte vermieden werden. Ja, ich fasse es selbst nicht, dass ich das jetzt gerade, im Jahr 2025 niederschreibe.

In überfüllten Verkehrsmitteln oder auf Märkten ist es ratsam, Abstand zu halten und bei Bedarf deutlich „Nein“ zu sagen. Auf arabisch: لا، شكراً – laa, shukran. Ein Ehering kann zudem signalisieren, dass man nicht an Flirts interessiert ist.

Am Abend empfiehlt es sich, auf belebte und gut beleuchtete Gegenden zu achten oder das Hotel frühzeitig wieder aufzusuchen. In touristischen Zonen ist es meist unproblematisch, später unterwegs zu sein, doch nicht ohne Vorsicht. Wer abends ausgehen möchte, sollte idealerweise mit vertrauenswürdigen Begleitpersonen unterwegs sein.

Foto von Tom Podmore auf Unsplash

Reiseplanung und Notfallvorsorge

Vor der Reise sollten wichtige Dokumente wie Reisepass, Visum und Versicherungspolicen digital und in Papierform gesichert werden. Eine lokale SIM-Karte ermöglicht ständige Erreichbarkeit. Es ist hilfreich, sich grundlegende arabische Phrasen anzueignen und stets die Kontaktdaten der Unterkunft sowie der Botschaft griffbereit zu haben.

Auch interessant: Historisches Zentrum Kaleiçi in Antalya

Empfehlenswerte Reiseziele für alleinreisende Frauen

Städte wie Kairo, Luxor, Assuan, Hurghada und Sharm El Sheikh gelten als besonders sicher für Frauen. Diese Orte bieten nicht nur beeindruckende Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine Infrastruktur, die auf die Bedürfnisse von Touristinnen zugeschnitten ist.


Quellen:

  • Urlaubspiraten
    Ein Erfahrungsbericht über die Sicherheit und das Verhalten als alleinreisende Frau in Ägypten.

Titelbild von Tom Podmore auf Unsplash

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Dein ultimativer Guide für den Teneriffa-Urlaub

Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln, begeistert auch 2025 mit ihrer Vielfalt: von atemberaubenden Vulkanlandschaften über malerische Strände bis hin zu charmanten Dörfern. Damit dein Aufenthalt unvergesslich wird, findest du hier die wichtigsten Informationen und Tipps.

Do’s – was du auf Teneriffa unbedingt tun solltest

  • Natur erkunden: Besuche den Teide-Nationalpark, wandere durch den Anaga-Wald und genieße die Vielfalt der Insel.
  • Lokale Küche probieren: Lass dir Gerichte wie Papas Arrugadas mit Mojo-Sauce oder frischen Fisch in Küstenrestaurants schmecken.
  • Auto mieten: Ein Mietwagen bietet dir die Flexibilität, abgelegene Strände und Dörfer zu entdecken. Mit dem Bus klappt’s aber auch prima – ich habe das Auto zu keinem Zeitpunkt vermisst.
  • Sonnenschutz nicht vergessen: Die kanarische Sonne ist intensiv. Sonnencreme und Kopfbedeckung sind ein Muss. Das merkst du spätestens, wenn du all die Touris an ihrem feuerroten Sonnenbrand erkennst, der einige Tage anhält.
Tipp: Auf Teneriffa Sonnenschutz nicht vergessen! Die Sonne kann recht aggressiv sein
Foto von Sarah Sheedy auf Unsplash

Dont’s – was du vermeiden solltest

  • Nur eine Region besuchen: Teneriffa bietet sowohl im Norden als auch im Süden einzigartige Erlebnisse – nutze die Vielfalt!
  • Umweltbelastung ignorieren: Vermeide überfüllte Strände und respektiere Naturschutzgebiete, um die Umwelt zu schonen.

Die Reise nach Teneriffa: Aktuelle Preise 2025

  • Unterkünfte: Günstige Hotels ab ca. 70 €, 3-Sterne-Hotels ab 85 €, Luxusressorts ab 150 € pro Nacht. Ich buche am häufigsten über Check24.
  • Essen & Trinken: Ein einfaches Gericht kostet etwa 10–15 €, ein Menü in einem gehobenen Restaurant ca. 25–40 €. In den Supermärkten sind die Preise mindestens so hoch, wie bei uns in Deutschland. Vor allem für Produkte, die vom Festland importiert wurden – so zumindest mein Eindruck. Einheimisches Obst und Gemüse kam mir günstiger vor.
  • Mietwagen: Tagespreise liegen zwischen 25–50 €, abhängig von Saison und Fahrzeugtyp.
  • Flüge: Hin- und Rückflug ab Deutschland ab ca. 200 €, je nach Buchungszeitpunkt und Airline.
Foto von Bastian Pudill auf Unsplash

Wichtige Hinweise & aktuelle Entwicklungen

Teneriffa ist ein attraktives Reiseziel mit vielfältigen Möglichkeiten – vor allem Naturliebhaber gehen hier auf. Mit der richtigen Vorbereitung und einem bewussten Verhalten kannst du die Schönheit der Insel gleich noch viel mehr genießen.


Titelbild von Hert Niks auf Unsplash

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Mama killt mich: Ich lasse mich in Vietnam tätowieren

Meine Mama killt mich. Ich hab mich in Vietnam tättoowieren lassen. Genau genommen in jener Nacht, als ich auf der Insel Cát Bà war. Mama, ich habe das gemacht, nachdem ich den Tättoowierer und seine Familie kennengelernt habe; nachdem ich mir sein Studio, seine Arbeiten und Materialien angesehen habe; nachdem ich gelesen habe, dass sich die vietnamesischen Tattoostudios an strenge Hygieneregeln halten, was Tättoowierungen angeht. Mir kamen sie viel strenger als in Deutschland vor.

Ich wollte mir eigentlich auf dem Oberarm etwas auf vietnamesisch stechen lassen. Was genau, konnte ich mir jedoch nicht auf die Schnelle ausdenken. Also wurde es ein Drache über dem Knöchel. Das Ding ist weniger als 24 Stunden alt und verheilt schon gut. (Ich schrieb das im November 2024, weniger als 24 Stunden nachdem ich mir das Ding habe machen lassen, logischerweise.)

Wtf, Tattoo-artists?

Mir gefällt es – der Künstler hat es genau auf den Stil meiner Meerjungfrau abgestimmt. Nur weiß ich nicht, was die Tätowierer immer mit ihren scheiß Schattierungen haben. Meine geliebten Tätowierer, schreibt mir mal bitte, was ihr immer mit euren scheiß Schattierungen habt. Gott sei Dank ist der Drache nach seiner vollständigen Abheilung viel heller geworden. Ich habe zwischendurch wirklich Panik geschoben.

Anthony sprach so gut wie gar nicht während des gesamten Prozesses. 100-prozentige Konzentration. „When I tattoo, I forget everything“, erzählte er mir, nachdem wir fertig waren. Selbstverständlich zeigte ich ihm ein paar meiner Comics. Er nannte mich Picasso und meinte, dass ich auch locker Tätöwiererin werden könnte. Ja, auch ich dachte bereits darüber nach. Hätte ich doch nur nicht Mischas Tattoomaschine in den Müll geschmettert, nachdem ich herausfand, dass er mich ersetzt hatte.

Fazit zu meinem Tattoo, das mich für immer an Vietnam erinnern wird

Um nun das ganze abzuschließen: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Tattoo. Es war nicht billig. Es war ganz und gar nicht billig. Aber Anthony hat es in einer halben Stunde runtergestochen – absolut makellos und professionell. Würde ich wieder machen und sogar empfehlen. Wer also plemplem genug ist, um sich spontan auf Cát Bà tätowieren zu lassen, kontaktiert am besten Tattoo-Artist Anthony direkt über Facebook.

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Insel-Schätze: Kunst und Handwerk auf Madeira

Madeira, bekannt für seine atemberaubenden Landschaften und das milde Klima, bietet weit mehr als nur natürliche Schönheit. Die portugiesische Insel beeindruckt mit einer facettenreichen Kunst- und Handwerkstradition, die tief in ihrer Geschichte verwurzelt ist. Zugleich lässt die Tradition Raum für moderne Kreativität. Filigrane Stickereien, bemalte Türen oder zeitgenössische Kunst in Museen – Madeiras kreative Szene spiegelt die Vielseitigkeit der Insel wider.

Madeira-Stickerei als traditionelles Handwerk

Die Madeira-Stickerei steht als Symbol für Tradition und Kunstfertigkeit. Ihre Wurzeln reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück– in die Zeit der ersten Besiedlung Madeiras. Schon damals wurden Haushaltsgegenstände, Kleidung und Kirchen mit den detailreichen, von der Inselnatur inspirierten Motiven verziert. Diese Handwerkskunst wurde zunächst wohl von adeligen Damen ausgeführt. Über die Jahrhunderte entwickelte sie sich dann zu einem „Markenzeichen“ des Atlantikarchipels.

Im 19. Jahrhundert erlangte die Madeira-Stickerei durch den Export nach Großbritannien internationale Anerkennung. Die Stickerei erfordert außerordentliche Präzision und Geschick. Verarbeitet werden Materialien wie Leinen und Seide. Wobei Techniken wie der Richelieu- und Knopflochstich für höchste Qualität sorgen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Von Tischdecken und Bettwäsche über Kleidung bis hin zu exklusiven Designerstücken. Mit rund 1.000 Stickerinnen bleibt dieses Kunsthandwerk ein lebendiger Ausdruck madeirensischer Identität.

Korbflechterei auf Madeira

Auch die Korbflechterei hat ihren festen Platz in der madeirensischen Kultur. Sie hat ihren Ursprung in der Gemeinde Camacha, wo die wasserreichen Böden ideale Bedingungen für den Anbau von Weidenbäumen bieten. Seit 1850 werden Körbe, Möbel und die berühmten Korbschlitten von Monte aus den biegsamen Ästen gefertigt. Während der Export heute kaum noch eine Rolle spielt, bewahren einige Handwerker diese traditionsreiche Technik und halten ein Stück Kulturerbe am Leben.

Korbflechterei © Miguel Moniz

Kunst zwischen Geschichte und Moderne 

Madeira vereint auch in der Kunst Tradition und Innovation. Im Museum für sakrale Kunst in Funchal erzählen flämische Gemälde, vergoldete Skulpturen und liturgische Gewänder von der kulturellen Blütezeit der Insel und ihrer historischen Verbindung zu Flandern. Die Quinta das Cruzes, einst Wohnsitz des Madeira-Entdeckers João Gonçalves Zarco, zeigt Möbel, exotische Holzarbeiten und luso-orientalische Kunstwerke. Ein Höhepunkt sind die detailreichen Krippenfiguren aus dem 18. Jahrhundert.

Museum für sakrale Kunst in Funchal © VisitMadeira

Moderne Kunst hat ebenfalls ihren festen Platz auf der Insel. Das MAMMA – Museum für Moderne Kunst Madeira – und die Casa das Mudas in Calheta präsentieren zeitgenössische Werke, die sich mit Themen wie Natur und Identität auseinandersetzen. Besonders die spektakulär über der Steilküste gelegene Casa das Mudas beeindruckt mit ihrer Architektur und einzigartigen Atmosphäre.

Kunst begegnet einem auf Madeira jedoch nicht nur in Museen. Die bemalten Türen in Funchals Altstadt, gestaltet im Rahmen des Projekts „Portas Pintadas“, haben die Stadt in eine lebendige Open-Air-Galerie verwandelt. Die farbenfrohen Werke verschönern das Stadtbild und verbinden architektonische Tradition mit moderner Kunst.

Ein paar Worte über die Insel des ewigen Frühlings

Die autonome Region Madeira gehört zu Portugal und ist knapp vier Flugstunden von Deutschland entfernt. Sie liegt vor der Westküste Afrikas im Atlantischen Ozean. Beeindruckende Flora und Fauna, ganzjährig milde Temperaturen, malerische Fischerdörfer, Wandermöglichkeiten auf bis zu 1.800 Höhenmeter sowie außergewöhnliche Ausblicke auf Steilküsten, Felsformationen und Wasserfälle machen die Blumeninsel zum idealen ganzjährigen Outdoor-Ziel.

Aber auch Kulturhungrige oder Strandurlauber kommen etwa in der historischen Hauptstadt Funchal oder an den inseltypischen schwarzen Sandstränden auf ihre Kosten. Weitere Informationen zu Madeira: visitmadeira.com


Quelle: Pressemitteilung der Global Communication Experts GmbH

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Abseits des Mainstreams: Madeiras versteckte Schätze

Madeira hat weit mehr zu bieten als die bekannten Sehenswürdigkeiten und Wanderwege. Wer sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt, entdeckt eine Insel voller Überraschungen. Von versteckten Buchten und vulkanischen Höhlen bis hin zu traditionellen Dörfern und kulinarischen Schätzen ist alles dabei. Bei tüll & trüffel findest du die besten Geheimtipps für die atemberaubende Insel Madeira.


Textquelle: Global Communication Experts GmbH
Bildquelle: Praia da Laje © Henrique Seruca

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Reisen

Vietnams Hauptstadt: Mein erster Eindruck von Hanoi

Ich hatte das Gefühl, im gesamten Hanoi die einzige Person mit runden Augen zu sein. (Wartet ab, ich treffe später noch auf einen ganzen Haufen Europäer.) Viele Einheimische grüßten mich mit einem lauten „Hellloooooo“ auf der Straße. Viele winkten mir zu, oder versuchten anderweitig zu kommunizieren. Ich hab’s geliebt. Zudem fühlte ich mich zu jeder Sekunde meines Aufenthalts in Vietnam willkommen und zu 100 Prozent sicher.

Die Vietnamesen – die, die ich bisher kennengelernt hatte – hatten alle so einen klaren, kindlichen Blick. Es gibt, meiner Wahrnehmung nach, Länder, da weißt du direkt, dass du mit Vorsicht genossen wirst, wenn man dir ansieht, dass du woanders herkommst. Oder es wird versucht, dir etwas für einen höheren Preis zu verkaufen, weil du anders aussiehst, als die Einheimischen. Vietnamesen sind sehr weit weg von so etwas. Sie sind irgendwie echt und unverfälscht – so mein erster Eindruck. Sie freuen sich aufrichtig über Touris und zeigen es ihnen auch. Ich liebe es hier einfach.

Mama macht wieder Ärger

Natürlich hörte ich auf meine Mutter, nachdem sie zuvor mächtig Theater gemacht hatte, und kehrte zurück in Richtung Hotel, sofern sie mit ihrem Einlauf fertig war. Ich bin btw 29 Jahre alt. Trotzdem gehorche ich üblicherweise, nachdem ich lauthals protestiere. Mama ist meine Königin. Danke, Mama, dass du so cool bist.

Hanoi und seine Bewohner kann ich nicht in Worte fassen

Was die Stadt Hanoi ausmacht, kann ich nicht in Worte fassen. In Bildern kann ich es auch nicht zusammenfassen, das muss man gesehen, gehört, gefühlt und gerochen haben. All zu viele Bilder habe ich an meinem ersten Tag nicht gemacht. Ich wollte irgendwie mehr beobachten, als die Kamera zwischen mich und das Geschehen zu stellen. Hanoi soll die Stadt in Vietnam sein, die das traditionelle Leben des Landes am besten widerspiegelt. Das war auch spürbar. Ich durfte die Menschen hautnah in ihrem Alltag beobachten. Ich sah wie sie leben, wie sie arbeiten, wie sie fahren, wie sie mit ihren Familien umgehen.

Vietnamesen sind wirklich schöne Menschen. Viele Gesichter laden dazu ein, sich in ihnen zu verlieren. Richtige Gesichtszüge, schöner Teint, schöne Augen, Augenbrauen, dichtes Haar und natürlich hohe Wangenknochen. Mit so vielen hübschen Menschen habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Den Kleidungsstil fand ich auch sehr cool – vor allem den der Frauen. Während die Mädels unter 30 tendenziell sehr modisch, süß und entweder feminin oder baggy gekleidet waren, waren die Mädels über 30 eher elegant, figurbetont und oft mit Pumps oder Ballerinas unterwegs. Wirklich auffällig schön mit einem guten Gespür für Farbe und Qualität. Habe oft gestaunt. Die Frauen nahm ich wie geheimnisvolle Schwäne wahr, die mit ihrer Grazie unantastbar und doch sehr zart wirkten.

Die vietnamesische Gemütlichkeit und Küche

Mir gefiel die Lebenshaltung der Vietnamesen. Ich hatte den Eindruck, als würden sie viel achtsamer miteinander umgehen, als wir. Als wären sie auch um Längen entspannter, trotz all der Hektik um sie herum. Viele setzten sich einfach mit ihren Töpfen und Gasbrennern an den Straßenrand und kochten, aßen, plauderten und lachten. Oder saßen, ebenfalls am Straßenrand, in ihren kleinen Cafés mit einem Glas Eistee auf den winzigen Plastikhockern und Scrollten in ihren Handys. Das eine oder andere Mittagsschläfchen durfte ich auch aus nächster Nähe begutachten. Für ihre Gemütlichkeit bewundere ich diese Menschen. Davon brauche ich auch ein bisschen.

Die Essenskultur ist natürlich, wie ihr sicher alle selbst wisst, überwältigend. Wahnsinnig vielfältig, gemüselastig, frisch zubereitet, harmonisch im Geschmack. Mir fiel schnell auf, dass es in Hanoi (und Haiphong) überwiegend vietnamesische Küche gibt, was mich sehr glücklich machte. An so gut wie jeder Ecke kann man gut und authentisch speisen. Ich aß an meinem ersten Tag Nudelchen mit, ich nehme an, Rind. Überraschung. Ich habe Fleisch gegessen, weil man Fotoübersetzern nicht trauen kann. Dazu gab es Eistee und eine kleine klare Suppe.

Als ich nachts durch die Straßen schlenderte, zog ich an unfassbar vielen Streetfoodständen vorbei. Alles sah köstlich aus, aber ich hatte keinen Hunger mehr. Da es so heiß und schwül war, hatte mir mein Mittagessen gereicht. Dank Fotoübersetzer habe ich ein paar Tage später neben Rind sogar auch Schwein probiert. War schon wild. Ne, Wild habe ich nicht gegessen. Noch nicht.

Ich verlasse Hanoi und fahre nach Haiphong

Am nächsten Tag ging es nach Haiphong. Ich wollte unbedingt Zug fahren. Natürlich sind die Züge hier pünktlich. *Räusper-räusper*

Ich konnte ein paar schöne Eindrücke von dieser leuchtend grünen Umgebung mit den kleinen Häusern sammeln. Von den schönen und gepflegten Friedhöfen, den üppigen Landschaften mit Palmen und Bananenbäumen, die strenggenommen auch Palmen sind, den vielen kleinen und großen Gewässern sowie auch von den außergewöhnlichen Brücken, über die wir fuhren. Im Zug kaufte ich mir Essen, das ich zwar nicht zuordnen konnte, welches mir jedoch schmeckte. Vietnamesischen Kaffee gab es auch. Soweit so traumhaft.

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So bereite ich mich auf Vietnam vor

Scheiße, gar nicht. Ich sollte aber, ich weiß. Aber auf meinem Schreibtisch liegen noch 3 Interviews, die ich bestenfalls noch vor meiner Abreise abgearbeitet haben sollte. Und wisst ihr was? Die Reise nach Haiphong habe ich mehr oder weniger spontan während einer schlaflosen Nacht in Antalya gebucht. So konnte ich mich bereits in der Türkei auf den nächsten Trip freuen. Zwar wusste ich schon lange, dass ich nach Vietnam will, das aber war’s auch schon. Nun wurde es auch mal konkreter.

Das einzige, was ich euch über Vietnam verraten kann, ist, dass ich etwa 16 Stunden dort hin brauchen werde. Etwa 14 davon werde ich über den Wolken verbringen. Ich will da flugangstmäßig gar nicht drüber nachdenken. Zudem weiß ich, dass dort schöne 18 bis 26 Grad herrschen. Ich erwarte eine recht hohe Luftfeuchtigkeit.

Ein bisschen wenig Info, dafür dass das die längste Reise meines Lebens, die auf einem anderen Kontinent stattfindet, werden soll. Hoffentlich liest Mama das nicht. Sie akzeptiert diese Art zwar an mir, ist aber in diesem Sinne aus etwas anderem Holz geschnitzt. Sie plant alles bis ins kleinste Detail – sagt sie jedenfalls. Ich jedoch lasse alles auf mich zukommen. Ich brauche weder Plan noch sonst was – das wissen wir ja bereits von meiner Portugalreise. Ich brauche nur mein Geld, eine Kamera und die Schlüsselkarte vom Hotelzimmer. Alles andere fügt sich.

Für all unseren Seelenfrieden: Eckdaten zu Haiphong

Also gut. Es ist ja schon fast peinlich, in ein Land einzureisen, ohne groß mit seiner Kultur Bekanntschaft gemacht zu haben. Zwar arbeitete ich mehrere Jahre in einem vietnamesischen Team und durfte auch von ihrer authentischen Küche kosten und dem Klang ihrer Sprache lauschen, groß verständigt haben wir uns jedoch nicht – Sprachbarriere.

Nun zu Haiphong: Hải Phòng ist die drittgrößte Stadt Vietnams und hat Provinzstatus. Die Stadt liegt etwa 100 Kilometer südöstlich von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, im Delta des Roten Flusses. Mit rund zwei Millionen Einwohnern, davon etwa 841.000 im eigentlichen Stadtgebiet, ist Haiphong ein bedeutendes Wirtschaftszentrum Nordvietnams.

Das bedeutet der Name der Stadt

Der Name Haiphong bedeutet „Verteidigung am Meer“. Eine geläufige Bezeichnung ist auch „Stadt der Roten Blumen“ aufgrund der zahlreichen Flammenbäume in der Innenstadt. Diese Bäume sind auch Namensgeber des jährlichen Red Flamboyant Festivals im Mai. Ich werde die Blütezeit diesmal wohl nicht miterleben, da ich Mitte bis Ende November reise.

Die geografische Lage am nördlichen Mündungsarm des Roten Flusses und die Küstenlinie von etwa 95 Kilometern machen Haiphong zu einem strategisch wichtigen Standort. Der Hafen von Haiphong ist der zweitgrößte Vietnams und spielt eine zentrale Rolle für den Überseehandel des Nordens.

Die Geschichte der vietnamesischen Stadt Haiphong

Historisch gesehen hat Haiphong eine bewegte Vergangenheit. Der Ort wurde der Legende nach von Lê Chân gegründet, einer Freiheitskämpferin, die im Jahr 39 n. Chr. gegen die chinesischen Besatzer kämpfte. Mehrere militärische Auseinandersetzungen prägten die Geschichte der Stadt, darunter Siege gegen chinesische und mongolische Flotten in den Jahren 938 und 1287/88.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich aus einem kleinen Militärposten ein bedeutender Handelshafen. Während der französischen Kolonialherrschaft ab 1874 erlebte Haiphong einen entscheidenden Ausbau zu einem Überseehafen, unterstützt durch den Bau von Infrastruktur wie Eisenbahnen.

Jahre des Vietnamkriegs

Während des Vietnamkrieges wurde Haiphong schwer bombardiert, und der Hafen wurde auf Befehl von US-Präsident Richard Nixon vermint. Nach dem Krieg halfen die Sowjetunion und China beim Wiederaufbau der Hafenanlagen.

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist Haiphong auch ein kulturelles Zentrum mit historischen Sehenswürdigkeiten wie dem städtischen Ausstellungshaus und einer Statue zu Ehren General Lê Châns vor dem Vườn Hoa-Stadtpark. Seit 1960 ist Haiphong römisch-katholischer Bischofssitz und gehört zum Erzbistum Hanoi.


Artikelbildquelle: IMAGO / xWolfgangxKaehlerx xAvalonx 0554390097

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