MUNCH: THE SCREAM, 1893. The Scream. Tempera and pastel on board by Edvard Munch, 1893. PUBLICATIONxNOTxINxUSAxCANxUKxFRAxESPxJPN Copyright: xGRANGERx/xGRANGERx 0033509
Während der Olympischen Winterspiele 1994 hatte er in einem spektakulären Raubzug das weltberühmte Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch gestohlen. Nun ist Pal Enger im Alter von 57 Jahren gestorben. Dies berichteten norwegische Medien am Sonntag, 30. Juni 2024. Der Diebstahl in Oslo erfolgte damals am Tag der Olympia-Eröffnung in Lillehammer am 12. Februar 1994 und hatte weltweit für großes Aufsehen gesorgt.
Pal Enger und ein Kumpan hatten am frühen Morgen mit Hilfe einer Leiter die Fassade der Nationalgalerie in Oslo erklettert, ein Fenster eingeschlagen und das Gemälde herausgeholt. Der frühere Fußballspieler begründete seine Tat später damit, dass er von Munchs Gemälde „Der Schrei“ fasziniert sei. Nach dem Diebstahl versteckte er es unter einem Couchtisch. Drei Monate später kamen ihm die Ermittler auf die Spur und konnten das Kunstwerk sicherstellen.
Edvard Munch, „Der Schrei“ (1893). Tempera und Pastell auf Karton.
Munchs „Der Schrei“: Sechs Jahre Knast für den Dieb
Enger wurde im August 1997 wegen der Tat zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Später beging er weitere Kunstdiebstähle und wurde dafür ebenfalls verurteilt.
„Der Schrei“ ist weltbekannt, das 1893 entstandene Gemälde steht symbolisch für die existentielle Angst und Verzweiflung des Menschen in der Moderne. Munch schuf mehrere Versionen, das von Enger gestohlene Bild gilt unter Experten als die beste. (mad/afp)
Die Gegenwartskünstlerin Lu Yang hat auf der diesjährigen Art Basel ihr neuestes Werk vorgestellt: einen Gestaltwandler-Avatar namens DOKU. Yang ist bekannt für ihre fesselnden Animationen, die das Menschsein im 21. Jahrhundert erforschen. Seit 2018 arbeitet sie mit einem Team aus Wissenschaftlern, 3D-Animatoren und Digitaltechnikern zusammen, die sich auf dem Gebiet der Motion-Capture-Technologie (kurz MoCap) spezialisiert haben. Diese Technologie erfasst die Bewegung von Menschen oder Objekten digital und reproduziert diese in einem virtuellen Umfeld. Das Ergebnis fand ich überwältigend.
Bereits in meinem ersten Artikel über die Art Basel 2024 beschrieb ich meine Begeisterung gegenüber Lu Yang und ihrem gigantischen Kunstwerk. Es war beinahe unmöglich, sich von dem Bildschirm zu entfernen, auf dem das Abenteuer von Avatar DOKU gezeigt wurde. Nicht nur die verrückte, hyperrealistische Animation war das Fesselnde an diesem Werk. Auch die wortlose Geschichte, war spürbar packend und wirkte beinahe hypnotisch auf die vielen Zuschauer, die sich davor versammelten. DOKU entdeckte sozusagen die von Menschenleben verlassene Welt mit den Augen eines Individuums, das diese Welt erstmals betrat. Ich kann gar nicht mehr adäquat schildern, was DOKU in der Animation alles getrieben hat. Ich erinnere mich lediglich daran, all das mit weit aufgerissenen Augen inhaliert zu haben und zwischendurch fassungslos „wie?“ gefragt zu haben.
Copyright: Art Basel Unlimited (Katalog)
„Digitale Reinkarnation“: Wer ist Avatar DOKU?
DOKU ist mehr als ein virtueller Character. Er oder sie repräsentiert einen Menschen in einer digitalen Hülle. Seinen oder ihren Namen trägt DOKU aus der Phrase „Dokusho Dokushi“. Das bedeutet etwa: „Wir werden allein geboren und sterben allein“. Dieser Aspekt des Alleinseins wird in Lu Yangs vorliegender Animation, dem Erzählfilm „DOKU The Flow“, intensiv untersucht. Das Filmprojekt bezeichnet die Künstlerin liebevoll als „digitale Reinkarnation“. Derzeit umfasst es zwei Filme, wovon „DOKU The Flow“ der zweite ist, wenn ich mich nicht komplett irre.
„DOKU The Flow“ stützt sich stark auf die buddhistische Philosophie von Mādhyamika, die besagt, dass alle Phänomene frei von einer inhärenten „Natur“, „Substanz“ und „Essenz“ sind. Über eine Reihe von nichtlinearen Sequenzen präsentiert der Film komplexe 3D-Animationen und zeigt DOKU in verschiedenen digitalen Skins. Die narrative Struktur zielt darauf ab, die traditionelle Realität zu überwinden und einen tiefergehenden Einblick in die ultimative Wahrheit der Leere und Verbundenheit zu erlangen.
Lu Yang – eine Gegenwartskünstlerin mit Message
Lu Yang wurde im Jahr 1984 in Shanghai geboren. Sie nutzt verschiedene Strategien aus Religion, Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaften, um grundlegende Fragen zu den Zusammenhängen zwischen Körper und Bewusstsein sowie Spiritualität und Wissenschaft zu erforschen. Sie hinterfragt zudem die Grenzen des Menschseins in unserer zunehmend technologischen Welt. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Shanghai und Tokio.
Besuche Lu Yangs Website, wenn du mehr zu ihren Animationen und ihrem Schaffen erfahren willst und wenn du dir einen Eindruck zu DOKUs Bewegungsablauf und seinen oder ihren Formwandlungen verschaffen willst.
Aus der Baden-Badener Innenstadt ist es nur ein Katzensprung zum Battert mit dem Alten Schloß (auch Schlossruine Hohenbaden genannt). Das erste Residenzschloss der badischen Markgrafenlag seit Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als 200 Jahre im Dornröschenschlaf. Es wurde durch die Bemühungen von Friedrich Weinbrenner und seinem Neffen Johann Ludwig Weinbrenner wieder zum Leben erweckt. Das Architekten-Duo entdeckte die Ruine neu und machte sie durch den Bau neuer Wege und die Sicherung der Bausubstanz für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Alte Schloss, das Ende des 16. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört wurde, bekam durch die Weinbrenners auch eine brandneue (höhö verstehste?) Stabilität. Sie stützten es ab, verfugten es neu und versahen es mit Treppen, Brücken, Aussichtsplattformen und Schlossgaststätten. Seitdem ist das Schloss zugänglich und zieht Romantiker, Künstler, Spaziergänger und Wanderer aus aller Welt an.
Mittelalter in Baden-Baden: Aus Burg wird Schlossanlage
Vermutlich strebte Hermann II (gest. 1130), der erste badische Markgraf, den Bau einer verteidigungsfähigen Burg an. Zuverlässige Quellen, die das belegen können, gibt es jedoch nicht. Nach ihm und den Markgrafen Hermann III. bis Hermann VI. ist auch der nördliche Teil mit dem viereckigen Bergfried (1) in der ersten Bauphase im 12. Jahrhundert als Hermannsbau (3) bezeichnet. Er bildet den höchstgelegenen Teil der Schlossanlage und wird auch Oberburg genannt. Im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert wurde die Oberburg durch Markgraf Rudolf I. und seine Nachfolger ausgebaut und verstärkt.
Volià der Grundriss. Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Rudolf I. hat im Jahre 1257 erstmals eine Urkunde mit „in castro Baden“ signiert. In dieser Bauphase bekam die Burg einen Festungscharakter durch vorgeschobene Zwinger im Süden und Osten. Wenn ich mich nicht komplett irre, ist das genau der Teil des Alten Schlosses, der die letzten Jahre über restauriert wurde und somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. Bei meinem letzten Besuch jedoch konnte ich endlich einen Blick in den Kerker werfen. Es war dunkel und gruselig. Ich machte schnell Bilder, dann wurde es Zeit, um mein Leben zu rennen.
Grusel-Wusel im Verließ……uuuund nichts wie raus
Bauphasen des Alten Schlosses im 14. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert brachte Markgraf Bernhard I., neben Gebietserweiterungen für Baden, auch Verbesserungen für das Alte Schloss mit sich: Der sogenannte Bernhardsbau (5), ein mächtiger Palast mit einem Rittersaal, entstand um das Jahr 1400.
Bernhards Sohn Jakob I., führte die Tradition fort und erweiterte die Burg von 1437 bis 1453 um den Jakobsbau (6). Damit beendete er auch dises Tradition, denn dieser vierstöckige Wohnbau war die letzte Erweiterung des Alten Schlosses. Dies Objekt wurde als Überbauung der Kapelle im Ostbereich zwischen Oberburg und Bernhardsbau platziert. Parallel zur letzten Ausbautätigkeit am Schloss Hohenbaden beginnt Jakob I. 1430 mit dem Bau des Neuen Schlosses. 1479 wird dieses von Markgraf Christoph I. bezogen. Zum Neuen Schloss gibt es hier bald auch einen Beitrag. Nur Geduld.
Tore des Schlosses: Romanische und gotische Spuren
An keiner Stelle des Alten Schlosses lassen sich die romanischen und gotischen Bauphasen so gut nachvollziehen wie an den Haupttoren: Wenn ich das richtig verstehe, datiert der Autor des vorliegenden Buches einen Torbogen auf um 1300 und einen Spitzbogen auf 1400. Dort seien frühgotische Abschlüsse der Erweiterungsbauten zu erkennen, während die beiden am Burgweg (9) folgenden romanischen Tore (12./13. Jahrhundert) mit ihren Rundbögen auf die ersten Bauphasen des Schlosses hinweisen. Kapiert? Ich auch nicht. Zu viele Tore und zu viele Himmelsrichtungen.
Grüße aus dem Schloss Hohenbaden
Eines aber kann ich über das Alte Schloss sagen: Es ist eine geile Nummer und immer einen Besuch wert. Ich liebe es, jedes Mal aufs Neue durch den Wald zum Schloss zu laufen und kurz vor dem Ziel noch mal Halt in der kleinen Kapelle zu machen. Das bereitet mir einfach Glücksmomente. Und dir bestimmt auch.
Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Mit der Art Basel verbinden mich besondere Emotionen und Erinnerungen. Bereits im Kindesalter liebte ich es, die Schweizer Kunstmesse zu besuchen und mir dort die Füße wund zu laufen. Da die Art Basel seit 2002 auch in Miami Beach stattfindet und seit 2013 auch noch in Hongkong, will ich an dieser Stelle verdeutlichen, dass ich auf der Art Basel in Basel war. Auf diesen Moment wartete ich schon lange. Nur kam ich in den letzten Jahren nie dazu, diese gigantische Ausstellung zu besuchen. Nun war es aber soweit: Ich hatte 3,5 Stunden zeit und 100 Prozent Bock.
Gemälde, Drucke und Co. – ich habe den leisen Verdacht, dass ich Farbe mag:
André DerainAndré Derain: Paisage de neige à Chatou (1904-05)Paula Rego: Girl with Sunglasses and Vegetables (1985)Pablo Picasso: Femme dans un fauteuil Li Songsong: I’m smiling (2021)Jörg Immendorff: beben/heben (1983)beben/heben (Fragment)Ein Künstler, dessen Namen ich nicht lesen kann, weil meine Handykamera scheiße ist (Fragment)Srijon Chowdhury: Birth (2024)Christine Tien Wang: Capitalism Cat (2024)Robert Colescott: Lydia, Life, Death and Transfiguration (1967)Liza Lou: Rising Action (2024). Alles Glasperlen, liebe Freunde.Thomás Saraceno: Cirrus unicus parvus nacreous (2024)Peter Schoolwerth: FlashForward: The Best Day of Your Life (2023) keine Ahnung, was das ist, aber ich lieb’sHannah Quinlan & Rosie Hastings: Hier Ist’s Richtig! (2024)
Mein erster Eindruck: Gut, aber nicht ergreifend
Ich habe bei Weitem nicht alles gesehen. Doch die Ausgestellten Exponate der Galeristen (im Erdgeschoss des Hauptgebäudes) habe ich mir als erstes reinziehen können. Zu meinen persönlichen Favoriten gehörten (natürlich) Werke von Alexej Jawlensky und Wassily Kandinsky. Da bekam ich kurz Herzklopfen. Die Werke standen zum Verkauf. Ähnliche sah ich bei der unvergesslichen „Blauer Reiter“ Ausstellung im Lenbachhaus München. Des Weiteren gab es mehrere Skulpturen zeitgenössischer Künstler, die mich nachhaltig beeindruckt haben.
Kandinsky: Murnau mit Kirche II (1910)Jawlensky: Abstrakter Kopf: Inneres Schauen (1927)
Dann gab es noch die andere Seite. Sehr Vieles, was ich im Erdgeschoss sah, fand ich recht ausgelutscht. Mir hat es etwas an Kreativität und Experiment mit Material und Farbe gefehlt. Für Verhältnisse der Art Basel, und wie ich sie immer in Erinnerung hatte, war es für mich persönlich nicht ergreifend genug – zumindest dieses Jahr und dieses Fragment, das ich mir angesehen hatte. Wir erinnern uns an die Art Karlsruhe, die mich ja völlig aus den Socken gescheppert hat. Noch mal: In Basel hatte ich nicht die Zeit, um mir alles anzusehen. Aber ich erinnere mich, wie die Art Basel vor vielen Jahren meine Welt erschüttert hatte. Und das nicht ein Mal. Doch dann…
Mein zweiter Eindruck von der Basel Art 2024
…dann betrat ich das Obere Geschoss des Hauptgebäudes. Und bekam das, wonach ich mich die Stunden zuvor so gesehnt hatte. Im Schnelldurchlauf raste ich durch die Hallen und konsumierte diese wunderbare Kunst mit einer Gier, die sich bereits angestaut hatte. Bei Kunstmessen, finde ich zumindest, ist es immer eine Art (höhö) Konsum der Kunst, weniger ein Genuss. Naja Genuss natürlich auch, aber ihr wisst bestimmt, was ich meine. Es ist die Masse an Exponaten, die ein Individuum überwältigt und am Ende ist man nur noch dabei, die ausgestellte Kunst zu „bingen“. Tatsache: Die obere Etage des Hauptgebäudes war absolut fantastisch und ich hätte mich gleich nach oben begeben sollen. Aber hätte, hätte, Fahrradkette.
Kommen wir mal zu den Skulpturen und Plastiken (EG und OG gemischt):
Grayson Perry: Rumpleforeskin (2005)John ChamberlainDiese Lady ist, ich nehme stark an, 3D-gedruckt.Richtig gesehen: Im Hintergrund hängt ein Gerhard Richter.Elmgreen & Dragset: Did I grow? (2024), Marmor, Leute!Thomas Schütte: Old Friend Revisited (2021)Keine BeschriftungAuch hier keine BeschriftungDie haben mir richtig gut gefallen. Keine Angaben zum Künstler.Jean-Michel Othoniel (kp, wie die Werke heißen). Entstanden zwischen 2023 und 2024.Ich, wenn ich meinen Husten dramatisiere. Spaß. Keine Beschriftung vor Ort.
Oh Gott, da gab es noch diese riesige, angeschimmelte Wassermelone aus Halbedelsteinen. Liebe auf den ersten Blick und definitiv mein absoluter Favorit auf der Messe. Trotz Beschaffenheit, den imitierten Schimmelflecken und der Größe dieses Kunstwerks habe ich immer noch das Bedrängnis dazu, da reinzubeißen. Es war ein beeindruckendes Spiel mit Format, Material und Thematik. Ich meine, wer will schon aus Schimmel Kunst machen? Sowohl extrem anziehend als auch abstoßend – ich war zutiefst begeistert. Die verwendeten Materialien in diesem Werk: Kirschquarz, Rosenquarz, Achat, rosa Opal, Amazonit, Türkis, Aventurin, Aquamarin, Magnesit, Karneol, Rhodochrosit, Rhyolith, Rhodonit, Quarz, Druzy-Achat, Calcit Citrin, Prehnit, Labradorit, Jaspis, Serpentin, Tigerauge, Acryl, Glas, Gusseisenfliegen, Messingfliegen, Stahlstifte auf beschichtetem Polystyrol, Fiat 850 Sport Spider-Verdeck.
Kathleen Ryan: Bad Melon (2024) – Maße: 120,65 x 128,27 x 95,25 cmRückseite
Highlights von der Art Basel Unlimited
Auch die Unlimited-Halle habe ich besucht. Hier wurden hauptsächlich großformatige Installationen gezeigt. Sehr lange stand ich vor einem Bildschirm, der ein Fantasieszenario aus der Zukunft über die Entstehung (oder den Untergang) des Lebens auf der Erde zeigte. Dieses Stück visueller Kunst faszinierte mich. Die Animation war unglaublich, das Thema war deep, der Film war extrem lang und extrem fantasievoll. Ein Genuss. Davor waren viele begeisterte Besucher versammelt – nicht nur wir. Lu Yangs „DOKU, The Flow“ war definitiv eines der Highlights von der Art Basel.
Lu Yang: DOKU, The Flow 2024.Bitte das Mensch-Kunstwerk-Größenverhältnis beachten.
Ein weiteres herausragenderes Werk war der Käfig aus Glasperlen. Das Ding verdrehte mir den Verstand. Auch dieses fand ich in der Unlimited-Halle und bestaunte es mit offenem Munde. Es hat nämlich sehr schön gefunkelt und allein dieser Kontrast zwischen den glitzernden Glasperlen und dem Stacheldraht mit Drahtgitter zog mich sehr an.
Meine Mutter vor: Security Fence von Liza Lou (2005)DetailaufnahmeGeiles Teil.
Trotz meines ersten Eindrucks mit den „ausgelutschten“, aber nicht üblen Kunstwerken im Erdgeschoss, muss ich sagen, dass die Art Basel im Terminkalender aller Kunstliebhaber niemals fehlen darf. NIEMALS.
Das sind weitere Highlights von der Kunstmesse, die mich fasziniert haben:
David Claerbout: Birdcage (2023), Videoprojektion mit Zoom inMire Lee: The Liars (2021)So Ketten und Latexzeug faszinieren mich immer. Könnte das stundenlang betrachten.Nick Cave: Tondo (2023), hier handelt es sich um bunte Stahldrähte.Peter Zimmermann ticket to (2023), Kunstharz auf Leinwand.Jim Lambie: Sun NecklaceSun Necklace: Fragment
Ein paar kurze Fakten zur Art Basel
Kommen wir zu ein paar spannenden Fakten über die Art Basel: Die weltbekannte Kunstmesse setzt sich als führende Plattform für Galerien durch, um ihre Werke Kunstkennern, Museumsdirektoren und Kuratoren vorzustellen und zu verkaufen. Die Messe wurde 1968 von den Galeristen und Kunsthändlern Trudl Bruckner, Balz Hilt und Ernst Beyeler ins Leben gerufen und hat seitdem stetig an Bedeutung gewonnen.
In der ersten Ausgabe der Messe im Juni 1970 in Basel präsentierten 90 Galerien und 30 Verleger aus zehn verschiedenen Ländern ihre Werke. Dieses Debüt lockte 16.300 Besucher an. 2024 stellten 285 Galerien aus 40 Ländern ihre Arbeiten aus, darunter Werke von über 4.000 Künstlern aus fünf Kontinenten. Laut Angaben der Basler Zeitung besuchten dieses Jahr 91.000 Menschen die Art Basel.
Gruß……und Kuss von der Art Basel
Zum Artikelbild: Sehet, staunet, beneidet – ja, das ist meine Mutter, die auf der diesjährigen Art Basel eine eher merkwürdige Installation begutachtet. Um das ausgestellte Holzhäuschen herum war ein Feuer aus Neonlampen und innen saß die lebensgroße Puppe eines Opas am Tisch. Mit einem Messer in der Hand. Wirklich sehr suspekt. Hierbei handelte es sich um das Kunstwerk „Hell Hole“ von Alex Da Corte.
Erst neulich habe ich euch von den besten Museen der Bundesrepublik erzählt. Nun. Dieses könnte auch bald auf dieser Liste stehen. Es handelt sich um das höchst umstrittene und von der Presse verhasste Fabergé Museum in Baden-Baden. Hinter einer Paywall verstecken zahlreiche Boulevard-Magazine ihre vernichtenden Kritiken gegen das Kunsthaus. Auch die BNN schießen ordentlich dagegen. Ich kann die Vorwürfe, die gefühlt in alle erdenklichen Richtungen gehen, jedoch nicht einschätzen. Also besuchte ich das Museum unvoreingenommen als Studentin der Kunstgeschichte und sah mir die Exponate aus der Nähe an. Eines davon will ich euch heute vorstellen: Das Kaiserliche Osterei aus karelischer Birke.
Memoare eines Meisterjuweliers: Qualität der Fabergé-Eier
Franz-Josef Bierbaum, einer der namhaftesten Meisterjuweliere, die für den berühmten Juwelier Peter Carl Fabergé gearbeitet haben, hat in seinen 1919 aufgezeichneten und erst 1992 veröffentlichten Memoaren*, Details zur Herstellung der sogenannten „Kaiser-Eier“ enthüllt.
Bierbaum hebt hervor, dass die Qualität dieser kunstvollen Ostereier während des Ersten Weltkrieges nachgelassen hatte. Anstatt der üblichen luxuriösen Materialien wie Diamanten und Gold wurden die Eier entweder nur in bescheidener Qualität, oder gar nicht hergestellt. Drei relativ einfache Eier sind aus dieser Zeit bekannt: Das „Rote Kreuz Ei“ von 1915 sowie das „Georgische Ei“ und das „Stahlei“, beide aus dem Jahr 1916. Zwei weitere wurden unvollendet: Eins aus Stein und das andere aus Holz.
Fabergé: Das Kaiserliche Osterei aus karelischer Birke.
Peter Carl Fabergé: Das Kaiserliche Osterei aus karelischer Birke (1917). Zu sehen ist auch das diamantbesetzte Schlüsselchen sowie auch das passende Etui im Hintergrund.
Die Kaiserin Maria Fjodorowna liebte Kunsthandwerk aus karelischer Birke, einer kostbaren Holzsorte aus Karelien, Nordrussland. Also nehme ich mal an, dass das vorliegende Exemplar nach ihrem Geschmack gefertigt wurde. Ein besonderes Detail dieses Eis werde ich euch gar nicht zeigen können – und wahrscheinlich auch selbst nicht sehen: Den in dem Inneren des Kaiser-Eis versteckten Elefanten, der als Glücksbringer dienen sollte.
Ein Brief soll das schlichte Fabergé-Ei historisch einordnen
Das Kaiserliche Osterei wird im Fabergé Museum zusammen mit einem Schlüssel, dem Etui und zwei Begleitpapieren ausgestellt. Eins dieser Papiere ist die Originalrechnung Fabergés an den Kaiser vom 25. April 1917 und das zweite ist ein Brief vom 23.03.1917, geschrieben von Carl Fabergé an den Vorsitzenden der Übergangsregierung, den Justizminister Alexander Kerenskiy. Denn „wie bekannt, war der Russische Kaiser Nikolai der II. zu diesem Zeitpunkt bereits zurückgetreten und wurde nicht ohne Gewalt in seiner Sommerresidenz unter Hausarrest gehalten“, merkt das Baden-Badener Museum an.
Diplomatisch begann Karl Fabergé seinen Brief an Kerenskiy mit der Beschreibung der schwierigen Situation, in der sich seine Mitarbeiter befanden, leitete über zu der Notwendigkeit, die Militärbestellungen zu erfüllen und erwähnt auch die anstehenden Lohnauszahlungen. Schließlich bittet er den Minister um einen kleinen Gefallen: „Bitte erlauben Sie mir, dem ehemaligen Kaiser und seiner Familie ein paar kleine Gegenstände (Erinnerungstücke, Andenken) zu übergeben, unter anderem zwei kleine Tierfigürchen und ein einfaches Osterei, ohne Luxus und fast unverziert, innen ein kleiner Elefant als „Glücksbringer“.
Geheimnisvolles Verschwinden: War dieses Fabergé-Ei wirklich so schlicht?
Tatsächlich war der Elefant, wie man der Rechnung entnehmen kann, aus Gold und mit 611 Diamantrosen besetzt. Mit einem ebenfalls diamantbesetzten Schlüsselchen (siehe Bild) konnte man den Elefanten im Ei aufziehen und „zum Laufen bringen“, heißt es in den Informationen des Museums.
Es sei durchaus möglich, dass die Übergabe der Tierfiguren genehmigt wurde. Laut dem Protokoll nach der Hinrichtung der Zarenfamilie sollen nämlich etliche solcher Figuren konfisziert und an Moskauer Museen weitergegeben worden sein. Anders sieht es mit unserem „einfachen Osterei“ aus.
Das Fabergé-Ei aus karelischer Birke mit dünner Goldfassung wird in Carl Fabergés Brief an seinen oben bereits erwähnten Meisterjuwelier Franz-Josef Bierbaum angemerkt. Darin schreibt Fabergé, dieses dem Kaiser zu Ostern 1917 gemacht zu haben. Er geht davon aus, dass der Kaiser das Osterei nie bekommen hat. Kerenskiy habe das wohl nicht zugelassen. Wohin es verschwunden ist, wisse Fabergé nicht. „Jedenfalls war ich nach den Durchsuchungen und der ganzen Zerstörung durch die Bolschewiken im Firmengebäude und habe keine Spur von den Sachen gesehen“, heißt es in dem ausgestellten Brief.
Fabergé Museum in Baden-Baden beteuert Echtheit
Das Museum fügt an: „Eine erste Publikation des Birkeneies mit einer Abbildung erfolgte 1997 im Buch ,Kaiserliche Ostereier der Firma Fabergé‘ von Tatjana Fabergé, Valentin Skurlov und L. Proller. Die historische Abbildung wies absolute ldentität mit unserem Ei auf.“ Die Expertise der Punzierung** erfolgte durch den Werkstattmeister H. Wingström. Dieser soll die Markierung Fabergés sowie auch ein Fabergé-Label eindeutig bestätigt haben.
Auch kunsttechnisch gemmatologische und juweliertechnische Expertisen des Abdrucks eines Fabergé-Labels auf der Innenseite des Etuis sollen eindeutige Resultate ergeben haben. Sie ließen keine Zweifel an der Echtheit des Stückes, heißt es im Bericht des Fabergé Museums.
**Eine Punzierung ist eine Technik, die darin besteht, Muster und Formen von Hand in Metall oder Leder zu prägen. Das Besondere daran ist, dass das Motiv in das Material versenkt und somit als Negativ zu sehen ist. Für diese Art der Gestaltung werden spezielle Werkzeuge namens Punzen oder Punziereisen verwendet. Diese sind eigentlich Metallstifte, deren Ende durch eine einfache geometrische Form gekennzeichnet ist. Für kleine Ornamente nutzen Handwerker oft vorgefertigte Muster auf ihren Punziereisen, da diese stets gleich aussehen – ein Trick, der Zeit und Mühe spart. Die Fähigkeit, Metall oder Leder so exakt zu bearbeiten, verlangt handwerkliches Geschick und Präzision. Gepunzte Kunstwerke strahlen daher einen unverwechselbaren Charme aus und tragen die Handschrift ihres Schöpfers.
Umgezogen bin ich oft. Ich liebe es einfach, neue Städte im Detail zu erkunden, um sie dann wieder zu verlassen – wissentlich, was sie bewegt. Das Gefühl, dann eines Morgens in einer neuen Stadt aufzuwachen, rauszugehen und die ersten Vibes aufzufangen, die sie mir bereithält, ist für mich unbezahlbar. Manche fragen mich, wovor ich wegrenne – aber die haben das Leben nicht verstanden.
Das sind die Städte, in denen ich gelebt habe – chronologisch geordnet und sogar von 1 (lame) bis 10 (premium) bewertet:
Sochi (10 von 10) – die Stadt am Meer
Sochi ist das Paradies auf Erden. Von hier komme ich. Unten das Schwarze Meer und oben die verschneiten Berge – ein verrückteres Naturerlebnis habe ich sonst nirgends gesehen. Die Stadt hat 343.334 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010) und gehört zu den beliebtesten Kurorten Russlands. Ich komme gerne hierher zurück, zumal einige meiner nächsten Verwandten hier leben. Am meisten gefällt mir ihre Hektik, Pracht, das Klima (Subtropen) und das Essen.
Der Hafen von Sochi: Angeblich soll mein Uropa väterlicherseits daran mitgebaut haben. Copyright: IMAGO / Pond5 Images
Lörrach, ew… (3 von 10)
Kulturschock, nachdem Mama uns 2002 von Russland nach Lörrach brachte. Hier lebte ich bis zu meinem 20. Lebensjahr. Diese Zeit verdränge ich ganz gerne. Das einzige, was mich davor bewahrt hat, in dieser hässlichen Kleinstadt mit 48.158 Einwohnern ( Stand 2008) einzugehen, war wohl die Nähe zu Basel. Dort schien das Leben immer so farbenfroh und lebenswert. Basel besuche ich heute noch gerne – zumindest plane ich seit geraumer Zeit schon einen kleinen Besuch dort.
Man gönnt sich ja sonst nichts: Baden-Baden (9 von 10)
Vornehme Schönheit trifft auf gediegenen Rentnerflair. Genau das Richtige, was ich in dieser Zeit gebraucht hatte. Heute komme ich regelmäßig nach Baden-Baden und wundere mich immer wieder aufs Neue, wie hier so Vieles unverändert stillstehen kann. Seinen eigenen Charme hat das schon, aber wenn alles um dich herum stillsteht, drohst auch du irgendwann stillzustehen. Glaube ich. Doch manchmal tut das der Seele auch ganz wohl. Der um Baden-Baden liegende Schwarzwald ist absolut atemberaubend. Eine seltene Naturkulisse in Deutschland, die ich erst zu schätzen lernte, nachdem ich aus Baden-Baden bereits die Fliege gemacht hatte. Die baden-württembergische Kurstadt hat 55.123 Einwohner (Stand 2019) und ist die Partnerstadt von Sochi. Zufall? Ich glaube kaum. Lese hier über die Geroldsauer Wasserfälle – eins meiner Lieblings-Ausflugsziele.
Hier oben stehe ich immer wieder gerne und blicke auf das Friedrichsbad, die Baden-Badener Stiftskirche und den Rest der Stadt hernieder.
Wilde Zeit in Rastatt (8 von 10)
Rastatt als Stadt ist nicht gerade besonders. Aber ich hatte hier eine gute, wilde Zeit gelebt. Ich arbeitete extrem hart und ließ es auch ordentlich krachen. Dabei hatte ich einen sehr merkwürdigen Freundeskreis. Hier entschied ich mich dazu, Journalistin zu werden und habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut. Naja, paar Mal vielleicht. Höchstens vier Mal im Jahr. Rastatt hat 47.523 Einwohner (Stand 2008) und beherbergt ganz schön viele verrückte Gestalten – durchaus liebenswert.
Das Rastatter Barockschloss. Copyright: IMAGO / Pond5 Images
Hier floss das bayerische Weißbier: Lindau (6 von 10)
Die bayerische Inselstadt ist eine 10 von 10 ABER karrieretechnisch ging hier kaum etwas. Ich habe mich in Lindau vor Langeweile fast todgesoffen, kein Spaß. Ich fühlte mich extrem einsam, doch eben deshalb habe ich ein Stück weit zu mir selbst gefunden. Am meisten liebte ich die Natur: Den Bodensee, die Wanderrouten, die Sonnenuntergänge – es war ein absoluter Traum. Außerdem waren die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Lindau einfach premium. Werde nie die Birnen, Kräuter oder Äpfel vergessen. Einfach anders wild. Lindau zählt 24.673 Einwohner (Stand 2008).
Jap, das ist die Insel Lindau, Ausblick auf den Hafen am Bodensee. Copyright: IMAGO / Alexander Rochau
Karlsruhe (4 von 10) – eine Stadt für sich
Karlsruhe ist eklig, alter. Meine Karlsruher-Phase dauerte glücklicherweise nicht all zu lange und war geprägt von lauter Scheiß: Einem Lockdown nach dem anderen, meinem unerträglichen Studium der Technischen Redaktion mit Fokus auf Kommunikation- und Medienmanagement, meinem psychisch labilen Mitbewohner und Ekelwetter. Hass Karlsruhe, ehrlich. Ist wie Lörrach, nur in groß, mit 313.092 Einwohnern (Stand 2019).
Was maßen sich eigentlich die Heidelberger an? (7 von 10)
Heidelberg ist super schön. Die Natur, die Altstadt, die Sauberkeit, das Mitbestimmungsrecht der Bürger, der sorgsame Umgang der Bürger mit der Stadt und natürlich die wunderbare Uni. Weniger gefallen hat mir die Überheblichkeit der Heidelberger. Ich bin weitaus nicht die einzige, die der Meinung ist, dass die etwas zu viel von ihrer Stadt halten. Heidelberger fühlen sich so geil, dass sie die Stadt allen ernstes als europäische Kulturhauptstadt beworben haben. Alle, die nicht aus Heidelberg kommen, fragen mich „womit denn?“, wenn ich diese Tatsache droppe, die Heidelberger hingegen rallen gar nicht, warum das so abstrus ist und sagen oftmals sowas wie „Hä? Warum denn nicht? Wir haben doch ein Schloss“. Lol. Dennoch liebenswert und lustig. Einwohnerzahl: 160.355 (Stand 2019). Erfahre hier, was es sich in Heidelberg unbedingt zu sehen lohnt.
Jahaa, ihr habt ein nettes Schloss, liebe Heidelberger. Aber chillt mal, es gibt in Deutschland auch noch geilere Städte.
Mannheim – eine Stadt, die im Herzen bleibt (7 von 10)
Eine gemäßigt wilde Zeit verbrachte ich im weitaus weniger überheblichen Mannheim. Hier erlebte ich viele Abenteuer und war dankbar für jeden einzelnen Tag. Gearbeitet habe ich weiterhin in Heidelberg und pendelte im Sommer von Stadt zu Stadt mit dem Fahrrad. Lese hier, was ich eines Nachts Lustiges auf dem Weg nach Hause erlebt habe. Mannheim ist echter, einfacher und vielfältiger als Heidelberg. Mit 309.370 Einwohnern (Stand 2019) auch knapp doppelt so groß. Ich hatte wirklich Spaß dabei, die Stadt zu erkunden, wenn sie auch richtig hässliche und eklige Ecken hat. Aber auch schöne. Wirklich.
Mannheim von oben aus der Seilbahn der Bundesgartenschau 2023Auch das ist Mannheim – direkt am Wasserturm.Meine geliebten Brutaisten. Stehen schon seit Jahren zum Abriss bereit. Leider.Die Friedrich-List-Schule – eins meiner Lieblingsgebäude in MA. Architekt: Richard Perrey
Frankfurt am Main: Big crush? (7 von 10)
Nun lebe ich seit etwa einem Jahr in Frankfurt. Anfangs war es schwierig, mich mit der Stadt anzufreunden. Gründe dafür sind: Kriminalität, Dreck, Drogen, der Gestank von Kerosin und die riesigen Menschenmassen in der Innenstadt. Dann konnte ich mich jedoch einfinden und liebte eine Zeit lang mein Leben in der Mainmetropole. Die Stadt kann schon vielseitig, geil, laut, aufgeschlossen, kulturell, historisch, wild und kontrovers sein. Immerhin zählt sie 753.056 (Stand 2019) Einwohner.
Die leuchtende Frankfurter Skyline bei Nacht – ich liebe dich, FFM.Manchmal jedenfalls.
Nun muss ich sagen: ne. Nicht ganz mein Fall. Entweder, ich fand es vorübergehend so geil, weil ich das Leben in den wirklich schönen Städten bereits verdrängt hatte, oder ich atmete zu viel Crack am Bahnhof ein. (Spaß.) Frankfurt lässt mich wieder relativ kalt. Vielleicht treffe ich die falschen Menschen. Vielleicht wächst mir das Widerwärtige dieser Stadt langsam über den Kopf. Ich weiß es nicht. Diese 5 Dinge liebe ich aber an Frankfurt.
Eingenistet am westlichen Rand des Schwarzwaldes liegt die Stadt Baden-Baden. Sie ist ein Zentrum der Entspannung und Kultur. Mit einer Einwohnerzahl von etwa 57.000 Menschen bietet der kleinste Stadtkreis Baden-Württembergs eine außergewöhnliche Mischung aus historischem Charme und modernem Luxus.
Die Geschichte der Kurstadt reicht weit zurück. Schon die Römer kannten und schätzten die heißen Thermalquellen der Region. Diese natürlichen Ressourcen nutzten sie zur Errichtung eines Militärkurbads, das zum zentralen Treffpunkt für Erholungssuchende wurde. Die Thermalquellen sind bis heute ein Herzstück der Stadt und ziehen jährlich zahlreiche Besucher an.
Die Kuppel des Friedrichbads in der Innenstadt.
Riesiger Stadtbrand im Mittelalter
Im Mittelalter war die Bäderstadt eine bedeutende Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und diente als Namensgeberin für das spätere Großherzogtum Baden. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1689 verlor sie diesen Status jedoch an Rastatt, auch eine der Städte in der ich schon lebte, blieb aber weiterhin von regionaler Bedeutung.
Das 19. Jahrhundert markierte eine neue Ära für Baden-Baden, als die Stadt zu einem Treffpunkt für Adlige und vermögende Bürger aus ganz Europa avancierte. Angezogen durch das Casino und die exklusiven Kurmöglichkeiten entwickelte sich der Ort zur „Sommerhauptstadt Europas“. Prachtvolle Gebäude wie das Kurhaus und das Friedrichsbad zeugen noch heute von dieser glanzvollen Zeit.
Hello, hello! Das ist meine Lieblings-Fotokulisse: Die Aussichtsterrasse am Neuen Schloss.
Stadtteile und markante Lagen
Im Laufe ihrer Geschichte hat sich die städtische Gliederung der Kurstadt immer wieder gewandelt. Heute besteht sie aus elf Stadtteilen, darunter Balg, Ebersteinburg und Lichtental, sowie mehreren kleineren Wohnplätzen wie Gaisbach oder Gallenbach. Wie in jeder anderen Stadt, haben diese Stadtteile ganze eigene Charaktere mit ihren Besonderheiten und Mentalitäten. Diese Vielfalt in der Gemeindestruktur trägt zur charmanten Atmosphäre bei, die sowohl Einheimische als auch Besucher schätzen.
Die geografische Lage im Tal der Oos bietet nicht nur malerische Aussichten sondern auch ideale Bedingungen für den Weinbau in der Vorbergzone. Der höchste Punkt des Stadtgebietes befindet sich auf der Badener Höhe mit 1.002 Metern – perfekt für Naturfreunde und Wanderer.
Das Neue SchlossBlick auf die StiftskircheEngelsstatueNeues SchlossStiftskirche vom Alten Dampfbad gesehenGeroldsauer Wasserfall
Kulturstandort mitten im Schwarzwald
Baden-Baden dient auch als wichtiger Kultur- und Medienstandort mit wichtigen Veranstaltungen wie etwa den halbjährlichen Festspielen, internationalen Galopprennen, dem Oldtimertreff, SWR3 New Pop Festival und natürlich etlichen weiteren Veranstaltungen. Man denke nur an die philharmonischen Nächte und Konzerte. Die Stadt ist darüber hinaus auch Sitz mehrerer bedeutender Medienhäuser, wie etwa, man ahnt es, SWR3, BNN, arte und einiger anderer.
Zu den bemerkenswertesten Ereignissen zählt sicherlich die Aufnahme in die Liste der elf bedeutenden europäischen Kurstädten des UNESCO-Weltkulturerbes im Juli 2021. Dies unterstreicht einmal mehr den international anerkannten Wert dieser außergewöhnlichen Bäderstadt.
Komm nach Baden-Baden, es wird dir gefallen!
Badischer Hof, Villa Solms sowie zahlreiche Kirchen und Kurgebäude gehören zu den geschützten Denkmalobjekten innerhalb des Welterbebereichs, dessen Schutz durch nationale sowie internationale Richtlinien gewährleistet wird.
Ob du nun entspannte Tage in den historischen Thermen verbringen willst, den Schwarzwald entdecken willst, oder kulturelle und sportliche Aktivitäten suchst – Baden-Baden bietet eine nahezu unerschöpfliche Vielfalt an Möglichkeiten, um Körper und Geist zu beleben.
Daten zur Geschichte: Beginnen wir mit „Aquae“
Um 80 n.Chr. Die Römer errichten feste Bauten im heutigen Stadtbezirk von Baden-Baden. Um 200 Erste Blüte der Stadtgemeinde „Aquae“, später Hauptort des Verwaltungsbezirks „Civitas Aurelia Aquensis“. 259/260 Alemannen beenden die römische Herrschaft.
Von der Spätantike zur ersten markgräflichen Residenz
Um 500 Fränkische Eroberungen Um 700 Anlage einer Königspfalz in der Stadt 987 Erste Stadtkirche beurkundet 1046 Bis zur Kirchenreform im 19. Jahrhundert bildet der Oosbach die Grenze der Diözesen Speyer und Straßburg. 1112 Hermann II., der Erbauer von Schloss Hohenbaden (Altes Schloss), begründet als „marchio de Baduon“ die Zähringerherrschaft und damit die Markgrafschaft Baden. 1245 Markgräfin Irmengard stiftet das Kloster Lichtenthal. Um 1250 Markgraf Rudolf I. baut das Schloss Hohenbaden aus.
Das fantastische Alte Schloss (auch bekannt als Schloss Hohenbaden)
Baden-Baden: Kuren, Kriege, Klöster
1349 Die Thermalquellen werden zur Abwehr der Pest geöffnet. 1393-1431 Markgraf Bernhard I. von Baden baut das Schloss Hohenbaden noch weiter aus. Um 1420 Gründung des Klosters Fremersberg Um 1431 Ausbau von Schloss Hohenbaden und des Neuen Schlosses durch Markgraf Jakob I. 1453 Die Pfarrkirche wird in eine Stiftskirche (Kollegiatstift) umgewandelt und zur Grablege der Markgrafen. 1473 Kaiser Friedrich III. kommt zur Badekur und zum Fürstentag nach Baden; Anzeichen für eine zweite Blüte der Stadt. 1479 Markgraf Christoph I. verlegt seine Residenz ins Neue Schloss
Seit Jahren verwahrlost leider das Neue Schloss vor sich hin. Es ist nun im Privatbesitz.
1535 Teilung Badens in die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach Ab 1556 Reformation in der Kurpfalz und der Markgrafschaft 1574 Ausbau des Neuen Schlosses durch Baumeister Caspar Weinhart und den Maler Tobias Stimmer 1580 Im Zuge der Gegenreformation kommen Jesuiten und andere Orden an den Oberrhein; es folgen Klosterneugründungen: Kapuzinerkloster (1631) und Frauenkloster vom Heiligen Grab (1687) 1689 Im Orléansschen Krieg wird Baden-Baden fast vollständig niedergebrannt und zerstört.
Aufstieg Baden-Badens zwischen den Fronten
1706 Markgraf Ludwig Wilhelm verlegt die Residenz nach Rastatt; Baden-Baden ist nach dem Stadtbrand nahezu bedeutungslos; Rastatt und Karlsruhe werden Residenzstädte. 1748 Erste Urkunde über konzessioniertes Glücksspiel 1797-99 Der Kongress zu Rastatt „entdeckt“ die Stadt als Kurort; Beginn einer dritten Blütezeit 1806 Baden wird Großherzogtum 1807 Johann Friedrich Cotta lässt durch Friedrich Weinbrenner das ehemalige Kapuzinerkloster zum ersten Luxushotel in Europa umbauen: „Hotel Badischer Hof“ (derweil auf unbestimmte Zeit geschlossen – vor der Schließung war illegales Baden im Außenpool unter Umständen möglich).
Roulette und Romantik: Ein Weltbad entsteht
1815 Die Stadttore werden niedergelegt: zuerst das Ooser Tor; 1821/22 folgen Gernsbacher- und Beuerner Tor; 1834 das Obertor. 1818 Badische Verfassung 1824 Weinbrenner prägt mit seinem klassizistischen Baustil das Stadtbild von Baden-Baden: Neues Konversationshaus (Kurhaus) 1831/32 Durch die Auffüllung des Stadtgrabens entsteht die Grundlage für die heutige Sophienstraße. 1838 Der Bau einer Staatseisenbahn Mannheim-Basel wird beschlossen; Jean Jacques Bénazet ist Pächter der Spielbank; Höhepunkt der dritten Blütezeit 1846 Beim Bau des neuen Dampfbads werden die römischen Kaiser- und Soldatenbäder freigelegt. 10.5.1849 Einmarsch der Bundestruppen unter Prinz Wilhelm von Preußen in Baden-Baden 27.7.1849 Kapitulation der Republikaner in der Garnison Rastatt 1854 Gründung des Kurorchesters
1858 Erste Internationale Rennen in Iffezheim 1862 Liberale Reformen; Judenemanzipation; Eröffnung des Neuen Theaters 1863 Gründung eines Kunstvereins auf Anregung Großherzog Friedrichs I.; Dostojewskij weilt zum ersten Mal in der Kurstadt; die Künstlerinnen Pauline Viardot-Garcia und Clara Schumann lassen sich hier nieder 1864 Johannes Brahms‘ erster Aufenthalt in der Stadt 1865 Besuch von Victor Hugo und Richard Wagner 1867 Der Norddeutsche Bund ordnet die Schließung aller Spielbanken im Bundesgebiet ab 1870 an; Baden-Baden erhält eine Fristverlängerung bis 1872. 1869 Baubeginn des Friedrichsbads 1871 Nach Ende des Deutsch-Französischen Kriegs kommt es in Versailles zur Kaiserproklamation durch Großherzog Friedrich I. 1872 Aufhebung der Spielbank
Ihr kennt ja diese Schilder entlang der Lichtentaler Allee, die den Flair der damaligen Zeit widergeben. Diese Darstellung ist aus dem Jahr 1885.
1875 Nietzsche hält sich hier zur Kur auf 1880 Tonkünstlerfest; Bau der Russischen Kirche 1881 Gründung des ersten Tennisclubs Deutschlands in Baden-Baden 1887 Letzter Kuraufenthalt Kaiser Wilhelms I. in Baden-Baden 1898 Die Israelitische Gemeinde baut eine Synagoge. 1909 Max Laeuger entwirft und gestaltet die Gönneranlage. 1913 Eröffnung der Merkurbahn
Die Stadt während der zwei Weltkriege
3.10.1918 Prinz Max von Baden wird deutscher Reichskanzler 10.11.1918 Großherzog Friedrich II. dankt ab 1931 Der Stadtname „Baden-Baden“ löst erst jetzt offiziell den Namen „Baden“ ab. 1933 Machtergreifung der Nationalsozialisten; Wiedereinführung der Spielbank. 30.1.1934 Auflösung des Landtags 9./10.11.1938 Reichskristallnacht: die Synagoge wird niedergebrannt 22./23.10.1940 Deportation der jüdischen Bürger nach Gurs 1943 Schließung der Spielbank
Nachkriegszeit in der Kurstadt
1945 Nach Kriegsende wird die Stadt zum Sitz der französischen Militärverwaltung in Deutschland 1946 Gründung des Südwestfunks in Baden-Baden 1950 Wiedereröffnung der Spielbank und erste Nachkriegssaison des Kurorts 9.12.1951 In einer Volksabstimmung wird über die Zusammenfassung von Baden und Württemberg zum Südweststaat Baden-Württemberg abgestimmt
1962 Das Augustabad wird abgebrochen und dafür das neue Kurmittelhaus (später Caracalla-Therme) errichtet; Neuordnung des Bäderviertels 1989 Eröffnung des Michaelstunnels 1994 Öffentlich finanzierte Bäder- und Kurverwaltung wird privatisiert; „Baden-Baden Marketing GmbH“ koordiniert die neuen Einzelgesellschaften 1995 Das Inventar des Neuen Schlosses wird versteigert, der Verkauf des Schlosses ist vorgesehen.
Quelle: Helmuth Bischoff – Baden-Baden, die romantische Bäderstadt im Tal der Oos; Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster (1996)
Heute will ich meine Erfahrungen mit der Laser-Behandlungsmethode Clear + Brilliant teilen, die ich vor geraumer Zeit bei WismAesthetic(unbezahlte Werbung) kennengelernt habe. Bevor ich ins Detail gehe, will ich zunächst sagen, dass ich in die Ergebnisse sowie auch die Behandlung selbst sehr verliebt bin. Und ich verliebe mich immer und immer wieder aufs Neue in sie.
Kurz zu den Fakten über die Clear + Brilliant
Clear + Brilliant ist eine nicht-invasive Laserbehandlung, die auf einer sanften Methode basiert. Sie wurde dafür entwickelt, erste sichtbare Zeichen der Hautalterung zu bekämpfen. Darüber hinaus verpasst diese Beautybehandlung der Haut einen unfassbaren Glow. Clear + Brilliant wurde in den USA von Solta Medical entwickelt und hat die Beauty-Industrie seitdem revolutioniert.
Wenn du dich für eine Beautybehandlung bei WismAesthetic entscheidest, beraten dich die behandelnden Schönheitsexperten unverbindlich und informieren dich ausführlich über den Ablauf, die Vorteile und Besonderheiten von Clear + Brilliant. Dadurch weißt du genau, was auf dich zukommt und worauf du nach der Laserbehandlung achten solltest.
So sieht das Handstück aus, mit dem du behandelt wirst.
So fühlt sich die Laserbehandlung an
Die Behandlung mit Clear + Brilliant ist, zugegeben, nicht gerade schmerzfrei, aber durchaus angenehm. Der Laser arbeitet verhältnismäßig sanft und hinterlässt ein prickelndes Gefühl auf der Haut. Bevor die Behandlung losgeht, wird eine betäubende Salbe auf die zu behandelnde Hautfläche aufgetragen, damit die Prozedur so angenehm wie möglich verläuft. Kurz nach der Behandlung ist das Gesicht – zumindest bei mir – oftmals etwas errötet. Am Tag darauf ist die Hautqualität und -Farbe dann genau richtig. Einen weiteren Tag später fängt die Haut an, sich zu schälen. Das wird zwar niemand sehen, du selbst wirst es aber deutlich mit den Fingern spüren.
Schon nach meiner ersten Sitzung konnte ich deutliche Verbesserungen feststellen. Meine Haut sah feiner, leuchtender und glatter aus – irgendwie auch jünger. Es beeindruckt mich immer wieder, zu sehen, wie effektiv Clear + Brilliant ist. Ich wusste, dass dieser Laser kollagenfördernd wirkt und somit das Hautbild verbessert – aber das Ergebnis zu sehen ist natürlich anders wild.
Ohne Clear + Brilliant kann ich nicht mehr leben
Nach mehreren Sitzungen stellte sich heraus: Clear + Brilliant ist nicht nur eine gesunde Alternative zu invasiven Prozeduren, Botox und chemischen Peelings, sondern kann auch die gleichen Effekte hervorrufen. Meine Haut ist auch noch Monate nach der Behandlung glatt und hat einen gleichmäßigeren Teint. Zwischen den Prozeduren halte ich mich natürlich auch an mein berühmtes Gesichtsmasken-Einmaleins.
Ich würde diese Laserbehandlung zu 100 Prozent meinen Freundinnen empfehlen. Wenn ich dir diese Behandlung noch nicht empfohlen habe, dann liest du es jetzt hier von mir. Des weiteren würde ich Clear + Brilliant allen empfehlen, die unter Hautproblemen, Akne, Breakouts, ersten Fältchen, leichten Pigmentflecken, Hautverfärbungen und Co. leiden.
Natürlich eignet sich diese Behandlungsmethode auch für alle, die eine makellose Haut haben und sich einfach mehr Glow wünschen oder einfach ein bisschen Prävention machen wollen. Mehr dazu erfährst du hier.
Es regnete unaufhörlich. Also war es genau die richtige Zeit, um den Geroldsauer Wasserfall aus der Nähe zu betrachten. Ich erwartete ein gewaltiges Naturerlebnis und wurde nicht enttäuscht. Valentina begleitete mich auf dem schmalen, nassen Pfad. Der Hund sollte nämlich auch einen Eindruck von diesem Ort gewinnen. Bereits in dem kleinen Urwäldchen angekommen, füllten sich meine Lungen mit der reinlichen Luft. Es roch nach Regen und nassen Bäumen. Das Wasser überrauschte meine Gedanken. Glücklicherweise.
Das sind wir: Nasse Pfoten, aber glücklich ohne Ende.
Als ich das letzte Mal hier war, im August, rauschte der Grobbach noch leise und sanft in Richtung Innenstadt. Auch damals war es schön. Der Wasserstand war niedrig – der Geräuschpegel entsprechend auch. Eines Nachts ging ich sogar auf eine kleine Wanderung mit dem Ziel, nackt im Wasserfall zu baden. Mein fehlender Mut ließ mich aber nicht viel weiter kommen, als 100 Meter Strom aufwärts. Es war dunkel und gruselig. Ich badete dennoch schnell im Grobbach und machte mich sofort aus dem Staub. Die Idee, nachts im Wasserfall zu baden, lässt mich aber nach wie vor nicht los und ich bin offen für eine kleine Tour, sofern mich mindestens eine Person begleitet. Ich nehme diesmal auch einen Bikini mit, versprochen.
Geroldsauer Wasserfall nach ewigem Regen
Doch das diesmalige Erlebnis nach den ewigen Regenfällen war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher am Geroldsauer Wasserfall erlebt habe. Bereits auf dem Weg dorthin, sahen wir etliche Katarakte und Bächlein, die von allen Seiten in den Grobbach herunterstürzten. Einen größeren Wassersturz passierten wir auch. Das machte den Bach mächtig – wenn nicht sogar unheimlich. Fast keine Sau war dort, was natürlich wegen des Wetters verständlich ist, andererseits ein grober Verlust an alle, die sich von den Wetterbedingungen haben abhalten lassen.
Und das Beste: Dort blühte Rhododendron. Als hätte er nur auf uns gewartet, bevor er zu seinem alljährlichen Verblühen überging. Meine Handykamera kann diese Farbpallette nicht ansatzweise übermitteln, aber ich garantiere dir: es war unvergesslich schön. Die Rhododendron-Büsche wachsen hier dank Walter Rieger – Baden-Badens Gartenbaudirektor aus den 50er und 60er Jahren. Er soll sie damals dort angebaut haben und so das Naturgebiet nachhaltig geprägt haben. Neben Rhododendron wächst hier auch eine Vielfalt an Bäumen, Gräsern und zu bestimmten Zeiten auch Pilzen. Doch das wohl wertvollste Gewächs ist ein seltener Farn: Der Entferntfiedrige Dornfarn (Dryopteris remota). Er wurde erstmals im Jahr 1834 entdeckt.
Geroldsauer WasserfallKleiner Katarakt umgeben von Entferntfiedrigem DornfarnRhododendron vor Ort
Baden-Baden: Naturdenkmal in Geroldsau
Am Wasserfall angekommen, sahen wir das, wonach ich mich gesehnt hatte: Eine gewaltige Wassermenge, die beinahe eskalierend aus ihrer Anhöhe stürzte. Der Hund und ich starrten wie gebannt in das herabfallende Wasser hinein und spürten die mikroskopischen Wasserspritzer in Gesicht und Schnauze. Ohne den Blick vom Wasserfall zu lösen, setzte ich mich auf einen nassen Stein und genoss die Natur um mich herum. Seltene Glücksgefühle überkamen mich und ich vergaß jeden beschissenen Tag, den ich in den letzten Monaten habe über mich ergehen lassen.
Aussicht vom Holzsteg über dem WasserfallAuf dem PfadValentina im BlütenmeerUnfassbar, diese Wassermengen. Üblicherweise sind sie etwa drei Mal weniger. Schätze ich mal.
Der Geroldsauer Wasserfall befindet sich im Nordschwarzwald. Seine Fallhöhe beträgt sechs Meter. Zu finden ist er, wie der Name bereits verrät, in Geroldsau, einem Stadtteil von Baden-Baden. Jedoch wurde mir mal erklärt, dass sich die Geroldsauer ganz und gar nicht Baden-Baden zugehörig fühlen.
Dank seines einzigartigen geologischen Werts hat der Geroldsauer Wasserfall den Status eines Naturdenkmals erreicht und ist damit ein absolutes Muss für alle Besucher der Stadt. Die Behörden für Naturschutz ordnen ihn aufgrund seiner Seltenheit als äußerst schutzwürdig ein.
Das Caricatura Museum in Frankfurt – ein Haus der Künste, das ich immer und immer wieder besuchen könnte. Am 12. Mai endete dort die mehrfach verlängerte Ausstellung „Ach was. Loriot zum Hundertsten“, die ich mir gerne reingezogen hatte – zwei Mal. Und wir wissen ja, was es heißt, wenn ich zwei Mal in dieselbe Sonderausstellung gehe. Das Caricatura zeigte Loriots Zeichnungen, Cartoons, Trickfilme und Fotografien sowie Drehbuchseiten, Bühnenbildentwürfe und Ausschnitte aus Fernseh- und Kinofilmen. Mir hat es sehr gut gefallen.
Spielkarten, 1973Raketen für Jedermann 2, 1960Umgang mit Bären 4, 1962
Durch diese Ausstellung ehrte das Caricatura den bemerkenswerten Humoristen Loriot, auch bekannt als Bernhard-Viktor „Vicco“ Christoph-Carl von Bülow, anlässlich seines 100. Geburtstags. Mit seinem einzigartigen Blick auf die Absurditäten und Grotesken des bürgerlichen Lebens, seinem beispiellosen Umgang mit der deutschen Sprache und seinen berühmten „Knollennasenmännchen“ beeinflusste Loriot jahrzehntelang als Humorspezialist das Medienbild.
Der Künstler Loriot wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren und verstarb am 22. August 2011 am Starnberger See. Mit seiner humorvollen Kunst hat er das deutsche Kulturleben nachhaltig geprägt.
Das ist der gute Mann: Vicco von Bülow alias Loriot. Copyright: IMAGO / M&K
Insgesamt präsentierte die umfangreiche Loriot-Ausstellung 705 Objekte. Neben bekannten Werken wie den legendären Herren im Bad zeigt die chronologische Ausstellung auch Raritäten. So waren unter anderem Porträtzeichnungen des damals 20-jährigen Soldaten aus dem Krieg sowie frühe Werbegrafiken zu sehen.
Sequenzen aus „Herren im Bad“Kann ich derzeit nicht zuordnen und bin offen für Hinweise in den Kommentaren.
Kleiner Ausschnitt aus „Herren im Bad“
Das Caricatura Museum in Frankfurt am Main
Das Museum für Komische Kunst ist bekannt für seine Ausstellungen satirischer und humorvoller Kunst. Mit beeindruckenden Ausstellung von Texten, Zeichnungen und Plastiken sowie zahlreichen zeitgenössischen Werken hat es sich das Caricatura Museum als ein Eckpfeiler der komischen Kunstszene etabliert.
Achim Frenz, Mitbegründer der Caricatura Galerie Kassel, war der treibende Motor hinter der Gründung des Museums in Frankfurt. Er konnte Hans-Bernhard Nordhoff, den damaligen Kulturdezernenten von FFM, von seiner Idee überzeugen.
Das Caricatura Museum öffnete am 1. Oktober 2008 erstmals seine Pforten im restaurierten Leinwandhaus in der Frankfurter Altstadt. Das Wahrzeichen des Museums ist eine bronzene Elchskulptur mit Trenchcoat und Hut vor dem Gebäude – gestaltet von Hans Traxler.