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Kategorie:Kunst & Architektur
Ich liebe die Kunst (und Architektur) mit jeder Faser meines menschlichen Daseins und sie liebt mich. Es ist vor allem die Kunst, die mich an dieses Gefühl erinnert, verliebt zu sein. Sie ergreift mich und sie katapultiert mich in eine Welt, in der meine Lungen mit dem Duft von Farbe und Firnis gefüllt sind, meine Seele frei ist und meine Augen mit ihren Farben leuchten. Es ist die Kunst, die mich aus den düsteren Ecken meiner Gedanken befreit und in sich selbst ertränkt. Sie flutet meine Sinne, meine Gedanken – meine Empfindungen. Sie ist die Leidenschaft, nach der ich immer suchte und sie ist das Kostbarste, das ich habe.
Diese unendliche Liebe zur Kunst – und dementsprechend auch zur Architektur – will ich mit dir teilen. Wenn du kein Bock hast, darüber zu lesen, dann schau dir einfach die Bilder an. Ich wette, du findest etwas, das dich bewegt und inspiriert. Etwas, das du schon lange vermisst hast, oder einfach etwas, das dir optisch gut gefällt.
In dieser Rubrik findest du ikonologische und ikonographische Beiträge, spannende Ausstellungen, Künstler, Architekten, die besten Museen der Welt, Epochen, Handwerk,… – eben alles, was das kreative Herz begehrt.
Die Informationen über das Leben dieses Kunstsammlers sind eher spärlich. Bekannt ist, dass Johann Valentin Prehn ein Konditor-Meister mit einer ausgeprägten Liebe für Kunst war. sind eher spärlich. Sein Handwerk lernte er von seinem Vater Zacharias Ludwig Prehn. 1776 heiratete er Margaretha Rosina Müller. Sein Geschäft befand sich an Zeil in Frankfurt, wo er aufgrund der hohen Qualität seiner Backwaren einen guten Ruf und lukrative Einnahmen genoss. Damit konnte er sich den luxuriösen Lebensstil leisten, eine umfangreiche Kunstsammlung zu besitzen, die heute zum Teil im Historischen Museum Frankfurt ausgestellt wird.
Johann Valentin Prehn: Konditormeister und Kunstsammler
Johann Valentin Prehn war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch ein talentierter Kunsthandwerker. Er stellte figürliche Tafelaufsätze her und kreierte sogar eine „allegorische Vorstellung“ zur Kaiserkrönung Franz II. in Frankfurt im Jahr 1792.
Die Kunstsammlung des Konditors umfasste alles von Kunstwerken bis hin zu Kuriositäten und einer Bibliothek. Dabei hob sich seine Sammlung durch die Bündelung von über 800 Miniaturgemälden in 32 Holzkästen hervor – eine derartige Kollektion dürfte es in Deutschland kein zweites Mal gegeben haben.
Luxuriöse Kunstsammlung: Cranach, Holbein und sogar Tizian
Die Sammlung enthielt Werke bekannter Künstler aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert wie Cranach, Holbein, Brueghel, Van Goyen, Tizian und andere. Ihr kennt ja meine Vorliebe für Cranach. Ich erblickte die Arbeiten in seinem Stil bereits von Weitem und wusste: hier gefällt es mir doch ganz gut. Einen Holbein sah ich in Frankfurt nicht, schließe aber gar nicht aus, dass ich ihn in meiner wilden Cranach-Ekstase hätte übersehen können. Besonders begeistert zeigte Prehn sich von Landschaftsgemälden, sakralen Historienbildern sowie Portraits und Genrestücken – also von der vollen Palette eigentlich.
Werkstatt CranachWerkstatt / Umkreis von Cranach
Das Leben des Konditors, der auch ein Kunstsammler war, und die Entstehung seiner Kunstsammlung sind bis heute größtenteils unerforscht. Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse von Prehn selbst. Daher stützt sich das Wissen um seine Sammlung hauptsächlich auf einen gedruckten Katalog und ein Aquarell von Carl Morgenstern, die 1829 im Zuge der Versteigerung der Sammlung durch Prehns Sohn Ernst Friedrich Carl erstellt wurden.
Ihr glaubt nicht, welches Bild in der Kunstsammlung fehlt
Trotz der außergewöhnlichen Sammlung scheiterte eine Schenkung an das Städel’sche Kunstinstitut 1838. Die Stadt Frankfurt nahm die Sammlung jedoch im Jahr darauf an und überwies sie an die Stadtbibliothek, wo sie ab 1842 besichtigt werden konnte. Auf der Städel’schen Webseite heißt es wiederum: „Seit 1922 Dauerleihgabe des Historischen Museums Frankfurt am Main.“
Nun denn. Um welches Gemälde könnte es sich hier nur handeln? Ihr werdet es mir nicht glauben: Das Paradiesgärtlein (ca. 1410 – 1420) eines oberrheinischen Meisters. Ihr habt richtig gelesen. Die Beinahe-Hauptattracktion des Städels hing früher im Historischen Museum. Ich bin auch total schockiert über diese Information und werde der Sache noch auf den Grund gehen, wartet nur ab. Statt des Paradiesgärtleins hängt nun an der Stelle im Kunstkabinett nun ein Bild des Gemäldes. Da würde sich der Kunstsammler bestimmt freuen.
Das Paradiesgärtlein um 1410/20 hängt nun nicht mehr bei der restlichen Sammlung.
Rekonstruktion der Kunstsammlung
Im Jahr 1988 unternahmen die damaligen Kuratoren des Historischen Museums eine Rekonstruktion der Sammlung basierend auf dem Auktionskatalog von 1829 und arrangierten die Gemälde erneut in den originalen 32 Kästen. In dem Raum, in denen all die Miniaturen hängen, befindet sich ein Bildschirm mit Informationen zu allen ausgestellten Gemälden. Und auch noch ein grünes, in Stoff gebundenes Buch, von dem ich all diese Infos geklaut habe, ohne auch nur ansatzweise daran zu denken, den Autor dieses Buchs zu erwähnen. Schande über mich.
Quellen:
Naja, zum einen das grüne Buch da
und zum anderen: sammlung.staedelmuseum.de / „Das Paradiesgärtlein, ca. 1410 – 1420“
Die außergewöhnliche Kunst des 2022 verstorbenen Cartoonisten Andre Poloczek, besserbekannt als POLO, wird im Caricatura Museum in Frankfurt mit einer umfassenden Ausstellung gewürdigt. Die Ausstellung läuft vom 30. Mai bis zum 1. September 2024. Also bewegt lieber mal eure süßen kleinen Hintern, um noch einen Blick auf sie zu erhaschen. Denn diese Aussellung kann ich euch wärmstens empfehlen. Sie ist zum Lachen, sie ist zum Weinen, sie ist zum Nachdenken. Und sie ist eines der Gründe, warum das Caricatura Museum mein Lieblingsmuseum in FFM ist. Sie zeigt neben klassischen Cartoons auf Papier auch digitale Bildwitze, Malereien, Objekte und allerlei Spielereien.
Cartoonist Andre Poloczek alias POLO
Andre Poloczek alias POLO wurde in Wuppertal im Jahr 1959 geboren und zog später nach Haltern am See. Bereits als Schüler veröffentlichte er 1978 seine ersten Comics und Cartoons. Seine frühe Erfahrung beeinflusste seine künftige Karriere deutlich: Poloczek studierte Germanistik und Soziologie in Wuppertal und setzte seinen Fokus auf die absurden, alltäglichen Ereignisse der Gesellschaft.
Seine Karriere nahm Anfang der 1980er Jahre Fahrt auf. Neben seiner Arbeit als Fotograf schrieb er auch regelmäßig für die Westdeutsche Zeitung und die alternative Zeitung Wupper Nachrichten unter dem Pseudonym „Apo“. Dort erschuf er seine erste Cartoonfigur „Anton von de(r) Gathe“, die schnell sehr beliebt wurde.
Dann ging es mit Andre Poloczek Berg auf
Mitte der 1980er Jahre stellte POLO sein Talent bei ersten eigenen Ausstellungen unter Beweis. In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Stil weiter, geprägt durch Comiczeichnenkurse bei namhaften Künstlern wie F.K. Waechter und F.W.Bernstein.
Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: Im Jahr 2002 erhielt Andre Poloczek den Deutschen Karikaturenpreis in Silber. Seine Werke wurden in renommierten Zeitschriften veröffentlicht und erreichten ein breites Publikum. Von 2009 bis 2011 bildete er gemeinsam mit dem Satiriker und Grafiker Andreas Greve das Cartoon-Duo „Jünger und Schlanker“ und gewann hiermit den „Abräumer“-Sonderpreis des Deutschen Karikaturenpreises.
Zum Ende seiner Karriere engagierte sich POLO besonders für den künstlerischen Nachwuchs: Er leitete verschiedene Kurse im Bereich der Komischen Kunst und unterrichtete an der Junior Uni Wuppertal.
POLO im Caricatura Museum in Frankfurt
POLOs vielfältiges Werk, das von Cartoons über Malereien bis hin zu Illustrationen reicht, wird nun im Caricatura Museum in Frankfurt gewürdigt. Die Ausstellung zeigt nicht nur seine öffentlichen Arbeiten, sondern auch unveröffentlichte Skizzen, Montagen und Kinderbuch-Entwürfe. Persönliche Postkarten sowie extra für die Ausstellung angefertigte Zeichnungen runden die Schau ab.
Parallel zur Ausstellung erscheint ein Buch, das POLOs Schaffen als bedeutenden Vertreter der Komischen Kunst würdigt. Das Buch beinhaltet Texte von MC Graeff, Katharina Greve und Peter P. Neuhaus und ist im Lappan Verlag erhältlich. ISBN: 978-3-8303-3700-3. Wer es also in den wenigen Wochen nicht mehr schafft, das Caricatura zu besuchen, sollte sich unbedingt dieses Buch zulegen. Es ist auch im Museumsshop erhältlich.
Hanauer Altstadt: In diesem Häuschen war eine kleine, nette Gastronomie. Hier fiel mir auch gleich auf, dass sich diese hübschen Laternen durch die gesamte Altstadt zogen.
Die Fachwerk-Bauweise, eine traditionelle Methode im Holzbau, erstreckt sich durch Jahrhunderte der europäischen Architekturgeschichte. Ursprünglich in der frühgeschichtlichen Pfostenbauweise verwurzelt, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer etablierten Bauform entwickelt, die vor allem in Deutschland, Teilen Frankreichs, Englands und Skandinaviens verbreitet war.
Das Fachwerkhaus zeichnet sich durch seine Skelettbauweise aus Holz aus, wobei die Zwischenräume typischerweise mit Lehm verputzt oder mit Mauerwerk ausgefüllt sind. Die Konstruktion stützte sich ursprünglich auf handbehauene Hölzer und verzichtete weitgehend auf metallische Verbindungsmittel.
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Einzigartige Gestaltung der Fachwerke
Von den Anfängen im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert dominierte diese Bauweise die Hochbauarchitektur nördlich der Alpen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sie sich vom einfachen Pfostenbau zu komplexeren Formen wie dem Stockwerkbau.
Die künstlerische Ausgestaltung des Fachwerks variiert je nach Region und Epoche erheblich. Insbesondere Schmuckformen wie geschnitzte Reliefs und farbige Gestaltungen machen jede Struktur einzigartig.
Winter in Bad Homburg: Auch hier entdeckte ich ein paar süße Fachwerkhäuser beim Rumlungern.
Industrialisierung und Fachwerk: Wandel in der Bauweise
Mit Beginn der Industrialisierung trat allmählich ein Wandel ein: Neuere Baustoffe wie Backstein und Beton führten zu einer Abkehr von der traditionellen Holzbauweise in Europa. Dennoch erlebte das Fachwerk im Historismus ein Comeback als dekoratives Element an sonst massiven Gebäuden.
Heute sind trotz Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg noch etwa 2,4 Millionen Fachwerkhäuser in Deutschland erhalten. Orte wie Quedlinburg zeigen die lange Geschichte dieser Baukunst, die nun unter Denkmalschutz steht und oft umfangreiche Restaurierungen erfährt. In diesen deutschen Städten findest du die ältesten Fachwerke.
Die Deutsche Fachwerkstraße verbindet über 100 Städte und bietet Einheimischen wie Touristen die Möglichkeit, diese architektonische Tradition zu erkunden. In moderner Zeit sehen wir auch eine Rückbesinnung auf ökologische Baustoffe und Techniken, was dem Fachwerk neue Relevanz verleiht, insbesondere im Rahmen nachhaltigen Bauens.
Obwohl heute anders genutzt und vielfach modernisiert, bleibt das Fachwerkhaus ein lebendiges Symbol handwerklicher Kunstfertigkeit und regionaler Identität. Mehr zu der Deutschen Fachwerkstraße in Hessen findest du hier.
Es ist das Museum mit dem mutmaßlich höchsten Komikgehalt in der deutschen Museumslandschaft: das Caricatura Museum Frankfurt. Mit Karikaturen, Bildgeschichten, Cartoons und Comics zeigt das Museum für Komische Kunst die Vielfalt des Genres.
2008 eröffnete das Caricatura in der Mainmetropole. Der Standort soll dabei kein Zufall gewesen sein: Seit den frühen 60er Jahren behauptet sich Frankfurt als Hauptstadt der Satire (und ganz nebenbei auch die der Kriminalität). Die hier gegründeten Satiremagazine Pardon und Titanic lockten zahlreiche Künstler wie F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler (der Urheber des ICH-Denkmals in Frankfurt), F.K. Waechter sowie Autoren wie Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Pit Knorr in die Stadt. Sie schrieben als Künstlergruppe Neue Frankfurter Schule Satiregeschichte und prägen bis heute die deutsche Komiklandschaft.
Das erste Obergeschoss des Caricatura Museums ist der Sammlung des Hauses gewidmet. Hier werden in regelmäßigen Neuhängungen die Werke des Sammlungsbestandes präsentiert. Geplant ist, das erste Obergeschoss um ein Kabinett zu erweitern, in dem kurzfristig aktuelle und vielfältige Themen und Ausflüge in die Nachbardisziplinen präsentiert werden. Zumindest schreibt das das Caricatura selbst. Ich hingegen habe dort während der Loriot-Ausstellung Loriot gesehen. Und während der POLO-Ausstellung das hier:
Habe ich etwas verpasst? Wem gehören diese wunderbaren Zeichnungen? Ich war mir sicher, dass sie von POLO sind. Irre ich mich? Weiß das jemand? Warum suche ich auch nicht vor Ort nach Hinweisen auf einen Urheber? Fragen über Fragen…
Die im Erdgeschoss und in der Galerie angesiedelten Wechselausstellungen präsentieren Werke weiterer namhafter Vertreterinnen und Vertreter der Komischen Kunst. Sammelausstellungen wie Einzelausstellungen. National wie international. Klassiker wie Zeitgenössisches.
Die Ausstellungen des Caricatura Museums werden regelmäßig um verschiedene öffentliche Veranstaltungen in und vor den Räumlichkeiten des Hauses ergänzt. Dazu gehören unter anderem Führungen, Lesungen, Konzerte, Buchvorstellungen und manchmal auch Workshops, die ich bis jetzt noch nicht belegen konnte, weil sie fortwährend ausgebucht sind.
Außerdem gibt es noch das Festival der Komik, das jährlich im Rahmen des Museumsuferfestes stattfindet. Dieses präsentiert drei Tage lang „erlesenste satirische Bühnenkunst“ direkt vor den Türen des Museums, heißt es in einer Mitteilung. Persönlich muss ich sagen, dass das Caricatura mein absolutes Lieblingsmuseum ist in Frankfurt. Sorry Schirn und Städel.
Achim Frenz, Mitbegründer der Caricatura Galerie Kassel, war der treibende Motor hinter der Gründung des Caricatura Museums in Frankfurt. Er konnte Hans-Bernhard Nordhoff, den damaligen Kulturdezernenten von FFM, von seiner Idee überzeugen.
Das Caricatura öffnete am 1. Oktober 2008 erstmals seine Pforten im restaurierten Leinwandhaus in der Frankfurter Altstadt. Das Wahrzeichen des Museums ist eine bronzene Elchskulptur mit Trenchcoat und Hut vor dem Gebäude – gestaltet von Hans Traxler.
Im Haus gibt es außerdem eine kleine Buchhandlung. Wenn ihr mal nicht wisst, was ihr mir oder anderen Personen, die ihr liebt, schenken sollt, geht einfach da hin. Es ist ein regelrechtes Schlaraffenland für alle, die einen zarten Dachschaden haben. Außerdem gibt es Postkarten en masse; all das natürlich mit Satire, Karikaturen, Comics, Tuschezeichnungen, Witzen und Co. Ernsthaft. Geht da hin.
Buchhandlung im CaricaturaMeine LieblingspostkarteEines der drei Postkartenvitrinen
Sexy Friedrich Ebert, auch bekannt als "Der Jüngling" von Richard Scheibe (1926)
Heute besuchte ich erstmals das Historische Museum Frankfurt (HMF). Eigentlich wollte ich ins Caricatura; dieses hatte jedoch zu. Neue Sommer-Öffnungszeiten. Dann fing es wie wilde an zu hageln. Also begab ich mich ins Historische.
Gründung vor rund 150 Jahren
Das HMF wurde 1877/1878 als Initiative der Bürgerschaft gegründet. Das Museum sammelte kulturelle und künstlerische Artefakte, wobei ein besonderer Fokus auf der Stadt Frankfurt am Main und ihrer Umgebung liegt. Ziel des Museums war es, eine Bildungseinrichtung zu sein und die Erinnerung an die Zeit der Freien Stadt Frankfurt am Leben zu halten.
Das Museum befindet sich in der Frankfurter Altstadt südlich des Römerbergs. Es liegt eingebettet zwischen der Alten Nikolaikirche und dem Mainkai.
Schon ziemlich cool eingerichtet
Historisches Museum Frankfurt: Ein Abriss folgt dem anderen
Im Jahr 1972 wurde das noch intakte Haus Freudenberg abgerissen, um Platz für den modernen Bau des Historischen Museums zu schaffen. Viele bedauerten diesen Verlust, da dieses Haus einer der wenigen Überlebenden aus der Altstadt war, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hatten. Doch auch dieser Betonbau von 1972 hatte kein langes Leben. Er wurde 2011 ebenfalls abgerissen und durch einen neuen ersetzt.
Nach einer längeren Schließung aufgrund von Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wurde das sanierte Altbauensemble des Museums am 26. Mai 2012 wiedereröffnet und das neue Gebäude am 7. Oktober 2017 eingeweiht.
Diese schöne Aussicht hat man direkt gegenüber des Eingangs ins Museum.
Das Historische Museum im Zweiten Weltkrieg
Gehen wir mal einen Schritt zurück. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Museum schwere Schäden durch die Luftangriffe auf Frankfurt. Insgesamt warfen britische Flugzeuge während des Krieges 14.017 Tonnen Bomben auf die Stadt. Amerikanische Bomber warfen von Oktober 1943 bis März 1945 weitere 12.197 Tonnen.
Die meisten Ausstellungsstücke im Historischen Museum waren zwar 1942 ausgelagert worden. Dennoch gingen sämtliche Akten, Teile der Bibliothek und alle fest eingebauten Exponate im Krieg verloren. „Verloren“.
Historisches Museum Frankfurt nach dem Krieg
Nach dem Krieg wurde das Museum in seiner ursprünglichen Rolle als Bildungseinrichtung wiedereröffnet. Heute bietet es einen Einblick in die Vergangenheit und sogar Gegenwart Frankfurts.
Zurzeit zeigt das Museum eine Vielzahl von Dauerausstellungen, darunter „MainMetropole: Frankfurter Stadtgeschichte 1866 bis 2001“, „Frankfurt Jetzt!“ und andere. Zudem beherbergt es Ausstellungsstücke wie den Heller-Altar aus der Dominikanerkirche, eine Skulptur von Karl dem Großen und ein Modell der historischen Altstadt.
So fand ich das Historische Museum in FFM
Wie fand ich das Museum? Weiß ich nicht, Digger. Kommen wir erstmal zu den Punkten, die ich gut fand. Dazu gehörte das ganze Aufwendige drum rum. Es ist wirklich interaktiv und macht unter Umständen schon Spaß. Es ist cool gestaltet. Der Mix aus alt und modern, das riesige, bewegliche Karussell in dem Bereich der älteren Stadtgeschichte ist wirklich wild. Man spürt an jeder Ecke, dass da akribisch dran gearbeitet wurde, den Besuchern ein ganzes Erlebnis zu schaffen. In jeder Ecke gibt es irgend eine Action. Das Kabinett mit der Gemäldesammlung ist fucking wild. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Dazu gibt es nochmal ein ausführlicheres Stück.
Sexy Friedrich Ebert, auch bekannt als „Der Jüngling“ von Richard Scheibe (1926)Habe wie immer ausschließlich die Highlights fotografiertStell dir vor: Das ganze Ding dreht sich„Von Jedem Eins“ Katsten Bott (2016)Karikatur Marcel Reich-Reinickis, Greser&Lenz (Reproduktion)Meine Lieblings-Brutalisten in Goldstein: Werke Frank Gehrys.Frankfurt-Modell
Doch: Als ich durch die Räumlichkeiten des HMF ging, verließ mich nicht das Gefühl, das Frankfurt gar nicht in Besitz wirklich wertvoller Artefakte ist. Und an dieser Stelle spreche ich für die Exponate, die ich dort an jenem Tag persönlich gesehen habe. Alles was ich sah, war sehr gepflegt und in top Zustand – aber irgend wie ein bisschen arg schlicht. So etwa die Porzellansammlung. Die Exponate hier waren in gutem Zustand, aber sie waren anspruchslos. Ich musste zwangsweise an das Rijksmuseum Amsterdam denken, das ich bei meiner Art, Drugs and Rock’n’Roll Tour besuchte. Frankfurt kann da einfach nicht mitreden. Ihr erinnert euch, ich hatte sehr ähnliche Punkte am Frankfurter Museum für Angewandte Kunst auszusetzen. Die „Schneekugel“ im HMF fand ich übrigens auch semi. Sie lag nicht in meinem Interessenbereich und ich kann mir vorstellen, dass gewisse Besucher da durchaus mehr Bock drauf haben könnten, als ich.
Die kleine PorzellansammlungDa hab ich gar nicht geschrallt, was abgeht und was das ist…aber ich werde es rausfinden!Mein trauriges Gesicht, weil ich lieber im Caricatura wäre
1-Tagesticket alle Ausstellungen: 12 €/ermäßigt 6 €
Öffentliche Führungen: Eintritt zzgl. 3 €
Öffentlicher Stadtgang: Eintritt zzgl. 3 €
Ausleihe Multimedia-Guide: 3 €
Müsste ich zahlen, würde ich keine 12 Euro blechen, um mir die Ausstellung erneut anzusehen. Was ich jedoch machen würde, wenn ich da jemals wieder Bock drauf bekomme, ist eine öffentliche Führung. Bestimmt kann ich dabei viel über Frankfurt lernen und es anschließend mit euch teilen. Bis dahin würde ich sagen: Wenns draußen hagelt und ihr in der Nähe seid – Yolo. Geht halt hin. Aber in diesen 6 Top-Museen der Bundesrepublik werdet ihr sicherlich mehr Spaß haben. Spoiler-Alarm: Leider ist keins davon in Frankfurt.
Quellen:
Ich war natürlich vor Ort, wie ihr sicher rauslesen konntet
Lissabon ist bekannt für seine Kacheln, die sogenannten Azulejos. Diese kunstvollen Fliesen zieren seit Jahrhunderten die Stadt und verleihen ihr einen unverwechselbaren Charme. Die farbenfrohe Pracht gibt es an Hausfassaden, in Kirchen, auf Plätzen und in vielen öffentlichen und privaten Gebäuden zu bewundern.
Die Azulejos, ein Erbe der maurischen Kultur, haben sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem integralen Bestandteil der portugiesischen Kunst und Architektur entwickelt. Lissabon ist ein wahres Freiluftmuseum dieser Kunstform. In Vierteln wie Alfama, Mouraria und Bairro Alto leuchten die Fassaden der Häuser in kräftigen Farben und komplexen Mustern. Diese handbemalten Kacheln erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten, der portugiesischen Kultur und Traditionen und reflektieren das kulturelle Erbe Lissabons.
Auch viele Kirchen und Klöster sind mit prächtigen Azulejos geschmückt. Darunter das Kloster São Vicente de Fora und die Kirche Igreja de São Roque. Die kunstvollen Fliesen zeigen religiöse Szenen und historische Ereignisse. Selbst ich habe bei mir im Zimmer eine Kachel mit dem hl. Antonius von Padua hängen. Diese brachte ich von meiner Reise durch Porto mit.
Doch zurück nach Lissabon. Sogar die Verkehrsknotenpunkte der Stadt, wie etwa der Bahnhof Rossio und zahlreiche Metrostationen, sind mit Azulejos verziert. Diese Orte verbinden moderne Funktionalität mit traditioneller Kunst und schaffen so eine einzigartige Atmosphäre. Auch Plätze wie der Praça do Comércio und der Rossio-Platz sowie viele Brunnen der Stadt sind mit bunten Kacheln dekoriert.
Ein Museum, das man in Lissabon gesehen haben muss
Ein absolutes Muss für jeden Kunstliebhaber ist das Museu Nacional do Azulejo. Dieses Museum, untergebracht im ehemaligen Kloster Madre de Deus, widmet sich vollständig der Geschichte und Entwicklung der Azulejos. Die Sammlung umfasst Werke vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart und bietet einen Überblick über die Techniken und Stile, die diese Kunstform geprägt haben.
Die Ausstellung des Museums führt die Besucher durch die verschiedenen Epochen. Sie zeigt, wie sich die Designs im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt haben. Ein Highlight ist das Panorama von Lissabon aus Azulejos, das einen einzigartigen Einblick in das Leben und die Architektur der Stadt vor dem großen Erdbeben von 1755 bietet.
Quelle:Pressemitteilung Turismo de Lisboa/Global Communication Experts GmbH
RECORD DATE NOT STATED Wanderer above the Sea of Fog, c. 1817. Creator: Friedrich, Caspar David 1774-1840. Copyright:xxFinexArtxImages/HeritagexImagesx / IMAGO ,2707261 ACHTUNG: AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT PUBLICATIONxNOTxINxUK Copyright:xFinexArtxImages/HeritagexImagesx / IMAGO
Der Run auf Caspar David Friedrich hat der Alten Nationalgalerie in Berlin eine erfolgreiche Ausstellung beschert. Bis zum abschließenden Sonntag, 4. August, kamen nach Angaben des Museums knapp 298.000 Menschen. Die Sonderausstellung „Caspar David Friedrich. Unendliche Landschaften“ lief seit April. Wegen des Andrangs auf die Werke des deutschen Romantikers Friedrich (1774–1840) waren die Öffnungszeiten mehrfach ausgeweitet worden.
Die Ausstellung zog viele Museumskollegen, Wissenschaftler und Caspar-David- Friedrich-Experten aus aller Welt an. Besucher reisten etwa aus den USA, Japan, Norwegen oder Italien an. Auch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler wie Julie Mehretu, Leiko Ikemura, Thomas Demand und Mark Grotjahn seien vorbeigekommen. „Der Publikumserfolg belegt die bleibende Relevanz dieses bedeutenden Künstlers für die Gegenwart“, sagte Gleis.
Besucher vor der Alten Nationalgalerie: Alles will die Ausstellung „Caspar David Friedrich. Unendliche Landschaften“ sehen. Copyright: Jens Kalaene/dpa
„Mönch am Meer“ und „Kreidefelsen auf Rügen“
In Hamburg hatte Friedrich zu Jahresbeginn rund 335.000 Menschen angelockt. Eine weitere Schau gibt es in Dresden. Die Berliner Ausstellung ist Teil einer Reihe thematisch eigenständiger Schauen: Zum Jubiläumsjahr in der Hamburger Kunsthalle, der Alten Nationalgalerie und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die drei Häuser haben die bedeutendsten Bestände an Werken Friedrichs weltweit.
In Hamburg ging es um den Maler in Bezug auf moderne Kunst. Berlin konzentrierte sich auf Arbeit und Wirken Friedrichs. In Dresden haben sich Albertinum und Kupferstich-Kabinett einen Blick auf „Wo alles begann“ vorgenommen.
Neben dem berühmten Bilderpaar „Mönch am Meer“ (1808-1810) und „Abtei im Eichwald“ (1809-1810) waren in Berlin so bekannte Werke wie „Das Eismeer“ (1823/24), „Kreidefelsen auf Rügen“ (1818/1819) oder „Lebensstufen“ (1834) zu sehen. Insgesamt wurden in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin mehr als 60 Gemälde und 50 Zeichnungen aus dem In- und Ausland gezeigt.
Caspar David Friedrich, „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) Copyright: IMAGO / Heritage Images
Deutschen Romantiker dem US-Publikum näherbringen
Im kommenden Jahr leihen die beteiligten Häuser zudem Werke nach New York aus, wo das Metropolitan Museum von Februar bis Mai 2025 den deutschen Romantiker Friedrich dem US-amerikanischen Publikum näherbringen will. (dpa/mad)
Und jetzt mal ohne Witz: Für mich gibt es ein paar Kunsthäuser in Deutschland, die alles rausreißen. Diese Museen sind die besten in der ganzen Bundesrepublik. Für mich zumindest – aber ich habe bei Weitem nicht alle gesehen. Zumindest noch nicht. Hier sind meine absoluten Lieblingsadressen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Reihenfolge spielt übrigens keine treffliche Rolle.
Die Stuttgarter Staatsgalerie: Der Tag, an dem ich ihre Hallen betrat, wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Die Sammlung der Staatsgalerie umfasst insgesamt rund 5.000 Gemälde und Plastiken und geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die Staatsgalerie ist eines der wichtigsten Kunstmuseen in Baden-Württemberg und eine der renommiertesten Kunstsammlungen Deutschlands. Sie gewährt ihren Besuchern einen Einblick in die Vielfältigkeit der Kunstgeschichte. Gegründet wurde sie von König Wilhelm I. von Württemberg als Museum der Bildenden Künste.
Ein Blickfang ist der 1843 eröffnete Gründungsbau von Gottlob Georg Barth, die klassizistische Alte Staatsgalerie. Hier wird Malerei ab dem Hochmittelalter sowie Skulptur ab dem 19. Jahrhundert gezeigt. Der 1984 eröffnete, etwas merkwürdige Erweiterungsbau von James Stirling, setzt ein weiteres Glanzlicht. Hierbei handelt es sie um die postmoderne Neue Staatsgalerie. Sie gilt als Meisterwerk dieses Baustils in Deutschland. Kann man, muss man aber nicht verstehen.
Ich freue mich schon auf die Kunsthalle in Karlsruhe
Sehnsüchtig warte ich auf die Wiedereröffnung der Karlsruher Kunsthalle. Diese soll nach Abschluss der laufenden Bauarbeiten erfolgen. Und ich bin dann sowas von am Start, Leute. Ich weiß sogar schon, was ich anziehe, obwohl das Eröffnunfsdatum noch gar nicht feststeht und auch lange noch nicht feststehen wird. Die Ehre, die Kunsthalle selbst zu besuchen, hatte ich noch nicht, aber seit geraumer Zeit wird ein Teil der Dauerausstellung im ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) gezeigt. Unfassbar schön – Gänsehautmomente. Würde ich jederzeit wieder besuchen. Gerne auch mit Begleitung.
Die Karlsruher Kunsthalle ist ein Museum der Bildenden Kunst. Sie beherbergt überwiegend Gemälde von deutschen, französischen und niederländischen Meistern aus insgesamt acht Jahrhunderten. Sie hat beeindruckende Exponate wie etwa einige Cranachs (ihr kennt ja meine Obsession mit diesem Mann), Dürer, Hans Thoma und andere. Die Gemälde sind top restauriert und außergewöhnlich erlesen. Dort sah ich den krassesten Rodin meines Lebens. Das Motiv war ein Klassiker – die Umsetzung war das, was mich aus der Bahn warf.
Keine Ahnung, was ich da wieder fotografiert hab.Hans ThomaAuguste Rodin – das Haupt des TäufersRembrandtIrgend ein holländischer Künstler (da hab ich wieder Mal gut recherchiert, was?)
Oh mein GOTT: Das ist wahrscheinlich das beste Museum Deutschlands
Die Liebe erfüllt meinen Brustraum, wenn ich an meinen Tag im Lenbachhaus in München zurückdenke. Hierbei spreche ich natürlich ausschließlich von der üppigen Dauerausstellung „Der Blaue Reiter“. Leck mich fett, das war… ich weiß nicht. Mir fehlen bis heute die Worte, um diese Ausstellung angemessen zu beschreiben. Sie war einfach wie ein feuchter Fiebertraum, bei dem du dir nie sicher sein kannst, ob du es wirklich gewagt hast, ihn zu träumen. Fahr einfach hin, ernsthaft. Du wirst es nicht bereuen – egal ob du Kunsthistoriker, Laie oder Kunsthasser bist. „Der Blaue Reiter“ wird dich mit seiner Farbekstase ich würde ja schreiben: „in alle Körperöffnungen bis zum Höhepunkt penetrieren“, unterlasse es aber und schreibe lieber inspirieren.
Im Lenbachhaus wirst du, neben den unheimlich dreisten Kassenmitarbeiterinnen und den unterirdisch schlechten Gegenwartskünstlern, Wassily Kandinsky von einer ganz neuen Seite erleben. Du wirst Werke aller Mitglieder der Künstlergruppe „der Blaue Reiter“ sehen, du wirst Alexej Jawlenskys Stil spüren, mindestens einen Orgasmus vom Gesehenen haben und schließlich das Lenbachhaus wie auf Drogen verlassen und mit einem heiteren Glow im Gesicht nach Hause fahren. Meine Münchner Freunde, die noch immer nicht im Lenbachhaus waren, kann und will ich einfach nicht verstehen. Geht doch einfach hin, verdammt.
Josef Scharl: Drei Korporierte (Larven), 1925Christian Schad: Operation, 1929Kandinsky, 1916: Zubrovsky PlatzGabriele Münter: In der Erdbeerzeit – 19191914: Große Studie zu einem Wandbild für Edwin R. Campbell (Summer)Gabriele Münter: Äpfel und Narzissen, 1909Wassily Kandinsky, 1909: OrientalischesWassily Kandinsky, my loveKandinsky, 1902: Bergige Landschaft mit SeeWassily Kandinsky, Allerheiligen II.
Die besten Museen Deutschlands: Gemäldegalerie
Die gute alte Gemäldegalerie in Berlin: Sie ist eine meiner großen Lieben. Wie viele von euch wissen, vergöttere ich neben Kandinsky und Jawlensky natürlich auch die alten Meister. Und davon gibt es in der Gemäldegalerie en masse. Sandro Botticelli, Lucas Cranach (was sonst), Giovanni Bellini, Caravaggio und andere Titane der Kunstgeschichte warten auf dich in der atemberaubenden Gemäldegalerie. Du wirst in jedem Raum staunen und dir denken, wie frech es von Berlin ist, alles Schöne für sich zu beanspruchen. Die Gemäldegalerie ist eindeutig eines der Gründe, warum Berlin die geilste Stadt Deutschlands ist.
Zugegeben: Ich hatte einen kleinen „Moment“, als ich letztens wieder dort war. In einem der Rubens-Räume spürte ich ein kleines Down und erschrak. Für eine kurze Zeit fühlte es sich an, als sei ich kunstmäßig ausgebrannt. Ich sah mir seine riesigen Gemälde an – ich kannte sie ja bereits – und ich spürte keine Begeisterung, nichts. Fuck. Es ist für immer vorbei, dachte ich mir. Aber der Schreck hielt nicht lange, denn ich betrat den nächsten Raum mit den deutschen Meistern und es wurde wieder sagenhaft wie immer. Will nicht sagen, dass Rubens das Problem sei – es gibt durchaus Bilder von ihm, die mir immer wieder den Atem Rauben, aber der Moment war echt merkwürdig. Das bedeutet für mich: Erst mal kurze Pause von der Gemäldegalerie – aber du solltest unbedingt hin.
Giovanni Bellini – Maria mit dem KindHans Baldung „Grien“ – Maria mit dem Kind und einem Engel (um 1539)Hans Holbein d.J. – Der Kaufmann Georg Gisze (1532)Lucas Cranach d.Ä. – Bildnis der Frau eines Rechtsgelehrten (1503)Sandro Botticelli – Maria mit dem Kind und singenden Engeln (um 1478)Giovanni Bellini – Maria mit dem Kind, das auf einer Brüstung stehtMein Gesicht beim Betreten der Berliner Gemäldegalerie. Hast du es schon mal SO glücklich erlebt? I doubt it.
Antikensammlung im Alten Museum Berlin
Das, was im Alten Museum in Berlin ausgestellt wird, ist leider nicht mein Topic. Zumindest noch nicht. Aber anhand der Qualität, Wucht und Menge der dortigen Exponate verstehe ich genau, dass dieses Kunsthaus mich für alle anderen deutschen Skulpturensammlungen verdorben hat. Das stellte ich zuletzt im Frankfurter Liebighaus fest – obwohl die dort ausgestellte Elfenbeinsammlung beeindruckend ist, wenn auch aus einem ganz anderen Zeitalter.
Denn das Alte Museum stellt seit 1904 antike Kunst aus. Es befindet sich am Lustgarten in Berlin-Mitte und gehört zum Bauensemble der Museumsinsel und damit zum Weltkulturerbe der UNESCO. Von 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs diente dieses bedeutende Bauwerk des deutschen Klassizismus vorübergehend als Möbelspeicher. Nach dem Wiederaufbau des Gebäudes wurden die Exponate der unglaublich geilen Antikensammlung wieder hier untergebracht.
Seit Juli 2010 wird im Obergeschoss die etruskische und römische Sammlung präsentiert. Das Hauptgeschoss beherbergt die griechische Antikensammlung. Darüber hinaus beheimatet das Alte Museum auch eine Kabinettausstellung mit antiken Münzen. Das interessiert mich aber leider nicht die Bohne. Kann man sich aber mit Sicherheit auch mal reinziehen, wenn man diese Vorliebe hat.
Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg
Nürnberg beherbergt ein wahres Juwel der Kulturgeschichte – das Germanische Nationalmuseum (GNM). Als größtes kulturgeschichtliches Museum im deutschsprachigen Raum und eines meiner persönlichen Lieblingsmuseen, zieht es jährlich über 435.000 Besucher an und ist damit eines der meistbesuchten Museen in Deutschland. Seine Sammlung umfasst 1,3 Millionen Objekte, von denen „nur“ 25.000 ausgestellt sind. Dadurch bekommen Besucher einen tiefen Einblick in die germanische Kulturgeschichte.
Maria mit Kind und Edelsteinen (1530)Maria mit Kind und Papageien (1533)Lucas Cranach d.Ä., Die Fabel vom Mund der WahrheitLucas Cranach d.Ä., Judith
Hans Baldung, auch bekannt als Hans Baldung Grien wegen seiner angeblichen Vorliebe für die Farbe Grün, war ein bedeutender deutscher Maler, Zeichner und Kupferstecher der Renaissance. Geboren wurde er 1484 oder 1485 in Schwäbisch Gmünd. Im September 1545 verstarb er in Straßburg. Als einer der herausragenden Künstler seiner Zeit, arbeitete er eng mit Albrecht Dürer zusammen und hinterließ ein beeindruckendes Werk, das von Altarbildern bis zu Porträts reicht.
Hans Baldung Grien: Zwischen Nürnberg und Straßburg
1503 zog es Baldung nach Nürnberg, um bei Albrecht Dürer zu lernen. Dort wurde er schnell zu dessen wichtigstem Mitarbeiter. Während Dürers Abwesenheiten leitete er sogar dessen Werkstatt. Diese frühe Phase seiner Karriere krönte Hans Baldung mit der Schaffung zweier Flügelaltäre für die Maria-Magdalena-Kapelle der Moritzburg in Halle.
1509 kehrte er nach Straßburg zurück, erwarb das Bürgerrecht und gründete eine eigene Werkstatt, nachdem er als Meister von der Zunft „zur Steltz“ aufgenommen wurde. In dieser Zeit heiratete er auch Margarete Herlin, Tochter eines wohlhabenden Bürgers.
Dies sind die wunderbaren Bildnisse Baldungs, die ich bereits aus der Nähe betrachten durfte:
Maria mit dem Kind und einem Engel (um 1539)Madonna mit Kind und Papageien (1533)Maria mit Kind und Edelsteinen (1530)
Das Hauptwerk des Renaissance-Künstlers
Zwischen 1512 und 1518 schuf Hans Baldung in Freiburg im Breisgau sein Hauptwerk: den Hochaltar des Münsters Unserer Lieben Frau. Nach seiner Rückkehr nach Straßburg im Jahr 1518 stieg seine gesellschaftliche Stellung weiter; er diente sogar als Ratsherr und nahm Schöffenamt in seiner Zunft wahr.
Sein künstlerisches Schaffen wandelte sich über die Jahre. Während religiöse Themen zunächst dominierten, widmete sich Baldung später verstärkt privaten Kunstliebhabern. Lese hier über seine erotisch aufgeladene Madonna, die zu ihrer Zeit regelrechte Forore machte. Neue Themen wie Schönheit und Tod sowie Hexen- und Pferdedarstellungen traten nun in den Vordergrund seines Werks. Seine Darstellungen von Hexen zeigen dabei oft eine verführerische Ästhetik, die sich deutlich von den damaligen Hexentraktaten abhebt.
Baldungs Interesse an Pferden fand seinen Ausdruck in detailreichen Studien dieser Tiere, die neben sakralen Motiven auch das Triebhafte im Menschen symbolisierten.
Hier ist der Gute: Hans Baldung Grien, Selbstbildnis, 1507.
Porträts als wichtiger Bestandteil Baldungs Schaffens
Ein weiterer wichtiger Bereich waren Porträts; hier hat Hans Baldung eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit festgehalten. Zu den bekanntesten Porträts zählen Bilder des Markgrafen Christoph I. von Baden oder des Pfalzgrafen Philipp der Kriegerische.
Seine Arbeiten signierte Hans Baldung oft mit dem Monogramm HBG – ab 1510 – was ihm half, seine Werke auf dem Kunstmarkt zu bewerben.
Hans Baldung Grien bleibt durch seine innovativen Techniken und seinen individuellen stilistischen Ausdruck eine Schlüsselfigur der deutschen Renaissancekunst.
Bettina Heinen-Ayech (1937-2020): Selbstbildnis mit Zigarette, 1977 / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/175102 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
Anfang Juni wurde Bettina Heinen-Ayech in den exklusiven Kreis der 50 wichtigsten historischen Frauenpersönlichkeiten in NRW aufgenommen. Der FrauenRat NRW zeichnete mit den „FrauenOrten NRW“ Frauenpersönlichkeiten aus, die die Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen entscheidend mitgeprägt haben. Der FrauenRat ist ein Zusammenschluss von rund 50 Frauenverbänden und Gruppen. Ayech wurde als herausragende Künstlerin, als wichtigste Protagonistin der Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ und für ihr Engagement als Botschafterin der Völkerverständigung zwischen Orient und Okzident ausgewählt.
Selbstbildnis mit Zigarette, 1977.
Die Solinger Aquarellistin und Plein-Air-Malerin erregte internationale Aufmerksamkeit als Künstlerin. Die damals noch unbekannte junge Malerin wurde zu der bedeutenden Gruppenausstellung „Deutsche Kunst der Gegenwart 1955/56“ eingeladen. Dort zeigte sie Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz. Dann tourte sie durch Amerika, Afrika und Asien.
Sie war die Tochter des Journalisten und Lyrikers Hanns Heinen und Erna Heinen-Steinhoff, die in den Häusern der Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ ihren Kunst- und Literatursalon unterhielt. Hier lernte Bettina ihren wichtigsten Lehrer und Mentor kennen, den Maler Erwin Bowien (1899-1972). Sie blieb ihr Leben lang mit ihm verbunden und unternahm mit ihm zahlreiche Kunstreisen durch Europa.
Nach ihrer Ausbildung an den Kunsthochschulen in Köln, München und Kopenhagen führte Bettina Heinen-Ayech ein mehrmonatiger Aufenthalt im ägyptischen Luxor. Dort wurde ihr die Wüste und das Licht des Orients näher gebracht. 1963 zog die Malerin zu ihrem algerischen Ehemann, dem Bauunternehmer Abdelhamid Ayech, in dessen Heimatstadt Guelma.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 2020 wird Algerien im Wechsel mit Solingen ihr Lebensmittelpunkt sein. Das Ausstellungsverzeichnis der Künstlerin umfasst über 90 große Einzelausstellungen in Museen und wichtigen Kulturinstitutionen in Europa und Nordafrika. Zahlreiche Museen besitzen Gemälde von ihr.
Quelle: presseportal.de, Pressemiteilung der Bettina Heinen-Ayech Foundation