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Die perfekte Haarpflege-Routine

Schönes, langes Haar bedarf keiner übertriebenen Pflege. Milde Wäsche und der richtige Umgang mit Haarkur und Spülung genügen vollkommen. Eine gute Bürste und der passende Kamm könnten ebenfalls entscheidend sein. Doch mein Nummer eins Tipp für prachtvolles Haar ist: Finger weg von Farbe und Bleichmittel! Als ich dies verstand, schnitt ich mein Haar radikal ab und ließ es natürlich wachsen. Seitdem bin ich eine andere Frau. Zuvor hatte ich natürlich eine regelrechte Lebenskrise, weil ich mich mit den kurzen Haaren sowie auch mit der Übergangslänge super hässlich gefühlt habe. Aber das ist nun vorbei, weil ich all diese wunderbaren Haarpflege-Tipps befolge – naja fast alle. Sie eignen sich übrigens am besten für glattes und unbehandeltes Naturhaar.

1. Haarwäsche begrenzen

Wasche dein Haar nur zwei- bis dreimal pro Woche, um den natürlichen Schutzfilm zu bewahren. Bei fettigem Haar kann tägliches oder jeden zweiten Tag Waschen notwendig sein, jedoch nur mit mildem Shampoo. Ich versuche mich an zwei Mal wöchentlich zu halten, da ich weiß, dass Kopfhaut und Haare sonst spröde werden können.

Wenn die Haare dann nach zwei Tagen ohne Wäsche langsam anfangen strähnig zu werden, knall ich mir Babypuder in die Haarwurzeln: Einmassieren, ausbürsten, föhnen – fertig. Es hat nicht ansatzweise so viele Chemikalien wie Trockenshampoo und der Effekt ist der gleiche. Natürlich hat man bei dunklerem Haar das Problem, dass man die hellen Puder-Spuren sieht, aber die gehen relativ easy mit Mizellenwasser weg.

2. Vor dem Waschen bürsten

Bürste dein Haar gründlich vor dem Waschen aus. Das ist besonders wichtig, wenn du Stylingprodukte wie etwa Gel oder Haarspray genutzt hast. Somit entfernst du größere Rückstände der Produkte. Zudem erleichtert das Kämmen vor dem Waschen das anschließende Kämmen nach dem Waschen, da sich während der Wäsche keine größeren Knötchen bilden.

3. Passendes Shampoo wählen


Nutze ein Shampoo, das auf deinen Haartyp abgestimmt ist. Mittlerweile gibt es ja für alle erdenklichen Haartypen Spezialprodukte: An feines, fettiges, trockenes, schuppiges, welliges, afrogelocktes, coloriertes, und sogar an dauergewelltes Haar hat die Industrie dabei gedacht. Wäre ich immer noch wasserstoffblond, würde ich nur Kerastase (unbezahlte Werbung) nutzen. Die Haarprodukte von denen sind einfach next Level.

Gesundes Haar benötigt lediglich ein mildes Shampoo mit neutralem pH-Wert (5,5). Vielleicht sollte ich mich in Zukunft daran halten. Ich benutze nämlich zur Zeit das „L’Oreal Paria Elvital Hydra [Hyaluronic] Feuchtigkeitsshampoo“ (unbezahlte Werbung) und bin sehr zufrieden. Ich war auch mit dem „Schwarzkopf Gliss Kur Liquid Silk Glanz-Shampoo(unbezahlte Werbung) durchaus zufrieden. Dieses benutzte ich jahrelang – wegen des Dufts – doch kann es mittlerweile nicht mehr riechen.

4. Sparsam mit Shampoo umgehen

„Ein walnussgroßer Klecks Shampoo reicht aus“, heißt es immer wieder in den Medien und beim Friseur. Halten wir uns aber dran? Ich wage dies zu bezweifeln. Massiere deine walnussgroße Menge Shampoo sanft in die Kopfhaut ein und spüle Sie es gründlich mit lauwarmem Wasser aus. Wiederhole das Ganze. Mein Haar während einer Haarwäsche zweimal zu shampoonieren war ein Gamechanger für mich. Anschließend spüle ich es mit kaltem Wasser aus.

5. Pflege im Sommer und Winter anpassen

Vermeide Sonnen-, Salz- und Chlorwasserbelastungen. Wer die Sache komplett radikal angehen will, kann hierfür beim Schwimmen eine Badekappe tragen. Ich jedoch habe die Erfahrung gemacht, dass auch Badekappen das Haar auf ihre eigene Weise schädigen; wenn sie etwa immer wieder falsch abgezogen werden o. ä.

Hüte gegen Sonnenstrahlen sowie feuchtigkeitsregulierende Produkte sind natürlich eine ganz gute Sache. Wer sein Haar aber vor Chlorschäden schützen will, sollte es vor dem Schwimmen in einem Pool unbedingt mit sauberem Wasser auswaschen. Dadurch sind sie damit bereits vollgesogen und das Chlor aus dem Pool dringt ins nasse Haar dann nicht so heftig ein wie ins trockene.

6. Behutsames Trockentupfen

Drücke das nasse Haar vorsichtig mit einem angewärmten Handtuch aus, um die empfindliche Schuppenschicht nicht zu beschädigen. Joa. Man kennt diesen Hinweis und liest ihn auch überall, aber ich vermute mal, dass viele von uns sich nicht dran halten. Ich etwa. Ich bin absoluter Turban-Fan. Angeblich ist das für die Haare auch nicht so knorke, aber ich kann das nicht lassen.

7. Nasses Haar kämmen statt bürsten


Verwende für deine Perfekte Haarpflegeroutine einen grobzackigen Kamm zum Entwirren des nassen Haars und beginne an den Spitzen. Wenn möglich, vermeide diesen Vorgang komplett. Je nach Haarstruktur ist dies mehr oder weniger möglich, bedenke aber immer, dass dein Haar im nassen Zustand extrem empfindlich ist. Die Schuppenschicht ist nämlich durch das Haarewaschen noch aufgequollen und kann leicht verletzt werden.

8. Verzicht auf heiße Föhnluft


Lasse dein Haar an der Luft trocknen oder föhne es nur kurz mit mäßig warmer Luft aus mindestens 15 Zentimetern Entfernung. Der Trocknungsprozess ist natürlich eine sehr individuelle Sache. Manchmal hat man es eilig, manchem Haar passt Lufttrocknen einfach nicht. Hier muss man das, denke ich, nach Gefühl machen. Wenn es im Sommer warm ist, kriegst du mich niemals unter einen Föhn. Höchstens zum Stylen, wenn etwas „Wichtiges“ ansteht.

Ein Friseur hat mir auch mal gesagt, dass der Föhn grundsätzlich schlecht für die Haare ist. Denn föhnt man zu heiß, gibt’s einen Hitzeschaden. Föhnt man jedoch mit weniger Wärme, dauert der Föhnprozess länger und das Haar wird durch das Gewirbel physikalisch belastet. Nun denn. Nach dem Föhnen einen Pumpstoß Moroccanoil (unbezahlte Werbung) in die Spitzen und ab geht die Post.

9. Haarpflegeroutine mit Haarpeelings


Führe alle zwei bis vier Wochen ein Haarpeeling durch, um Pflege- und Stylingrückstände zu entfernen. Das empfiehlt jedenfalls „Women’s Health“. Ich habe so etwas noch nie gemacht und habe keine Erfahrung damit. Über einen kurzen Erfahrungsbericht freue ich mich jederzeit. Schreibt mir gerne hier in die Kommentare oder auf mein Instagram: @teddybescheuert.

„Women’s Health“ empfiehlt an dieser Stelle ein Produkt von Kerastase. Dieses soll sogar bei Tön- und Farbunfällen Erste Hilfe leisten. Verfärbtes Haar kannst du damit angeblich ein wenig entfärben.

10. Verwendung von Spülungen und Conditionern

Spülungen machen das Haar weich und gut kämmbar, schützen vor Verfilzen und statischer Aufladung. Die Wirkstoffe in Spülungen oder Conditionern legen sich wie ein feiner Schutzfilm ums Haar und versiegeln die Feuchtigkeit im Haarinneren. Eine Minute Einwirkzeit reicht dabei vollkommen aus.

11. Intensive Haarkuren anwenden

Je nach Bedarf sollten alle zwei Wochen Haarkuren verwendet werden, um tiefenwirksame Pflege zu gewährleisten. Vollkommen unbehandeltes Haar benötigt diese intensive Pflege nicht so oft. Wenn sich dein Haar nach der Wäsche nur schwer entwirren lässt, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Haarkur ist.

Bei Haarkuren empfehlen Profis, sie deutlich länger drin zu lassen, als auf der Verpackung angegeben: Mindestens eine Stunde soll man sie einwirken lassen – oder eben über Nacht. Eine kurze Einwirkzeit von 5 Minuten soll nämlich nicht all zu viel bringen.

12. Die richtige Bürste auswählen

Wähle Bürsten mit weichen Borsten oder runden Noppen und ohne scharfe Kanten. Eng stehende Borsten sind gut für kurzes und dünnes Haar. Weit auseinanderstehende Borsten sind wiederum für dickes und langes Haar optimal. Zum Formen sind Rundbürsten und zum Föhnen Skelettbürsten mit weit auseinanderstehenden Borsten ideal. Reinige deine Bürsten und Kämme regelmäßig mit Shampoo. Kaufe regelmäßig neue.  

Durch regelmäßige Pflege können deine Haare nicht schneller wachsen, aber weniger brechen – so bleibt ihr Wachstum gesund und kräftig.

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Kunst & Architektur

So war die Ausstellung „Flowers of Life“ in der Schirn

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der Künstlerin Selma Selman (*1991) nur noch bis
zum 15. September 2024
eine Soloausstellung. Nichts wie hin also, wenn ihr auf sowas steht.

Selma Selman in der Schirn Kunsthalle Frankfurt
Selma Selman, „Flowers of Life“, Porträt der Künstlerin. © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Esra Klein

Das sagt der Direktor der Schirn zur Ausstellung

„Selma Selman ist eine der energischsten Künstlerinnen der jungen Generation“, findet Sebastian Baden, Direktor der Schirn. „In ihrem emanzipatorischen Werk arbeitet sie eng mit ihrer Familie zusammen. Sie überträgt mit ihren Performances die Lebensrealität nichtprivilegierter Minderheiten in den Ausstellungsraum.“, heißt es weiter

Sebastian Baden sagt überdies, Selmans Arbeit fordere eine kulturelle und ökonomische Umdeutung scheinbar festgelegter Normen, Werte und Zuschreibungen. Für die Ausstellung in der Schirn habe die Künstlerin zwei neue, raumgreifende Arbeiten geschaffen. Darin beziehe sie sich auf Traumata ihrer Elterngeneration und verarbeite diese mit poetischen Gesten.

„Flowers of Life“ zeigt nur wenige Exponate

Stellt euch darauf ein, dass es nur wenige Exponate zu bestaunen gibt. Die Video-Arbeiten jedoch sind knapp eine halbe Stunde lang. Diese wiederum habe ich mir nicht reingezogen, weil ich erst im Nachhinein erfahren habe, dass sie von großer Bedeutung sind. Fan bin ich grundsätzlich nicht von sowas, außer es handelt sich natürlich um so eine crazy Action wie Avatar DOKU bei der Art Basel 2024. Doch ich muss sagen, dass die anderen Besucher der Ausstellung ziemlich von Selmans Videos gefesselt zu sein schienen.

Im Zentrum der Ausstellung steht die und titelgebende Arbeit „Flowers of Life“ (2024). Die raumeinnehmende Installation besteht aus vier gebrauchten Mehrschalengreifern, wie sie auf Baustellen oder Schrottplätzen zum Einsatz kommen. Sie erinnern an bestimmte Szenen aus den Matrix-Filmen. Selma Selman aber verwandelt die massiven Maschinen in blumenartige kinetische Skulpturen, deren Blüten sich mithilfe eines Motors langsam öffnen und schließen. Im Inneren der massiven Metallblüten enthüllen sie Miniaturmalereien der Künstlerin, die Augen von Frauen mit eindringlichem Blick zeigen sollen.

„Flowers of Life“: Umkehrung von männlich und weiblich

Mit „Flowers of Life“ knüpft Selman an ihre bekannten Paintings on Metal (seit 2014) an, Arbeiten mit Altmetall, die zwischen Malerei und Skulptur changieren und auf den Schrotthandel ihrer Familie verweisen. Die sinnlich-florale Interpretation von „Flowers of Life“ spielt mit der Umkehrung von männlichen und weiblichen Zuschreibungen und offenbart zugleich die Frauen als zentrale Trägerinnen der Gemeinschaft.

Mit ihrer Formensprache deutet Selman stigmatisierende Stereotype um, die die patriarchale Mehrheitsgesellschaft rund um die Kultur der Romnja und die Rolle der Frauen konstruiert hat. Die Installation wird begleitet von dem Duft „The Most Dangerous Woman in the World“ (2024), den die Künstlerin in Kollaboration mit Expertinnen kreierte. Dies soll einen Geruch von Motoröl im Raum um die Skulpturen verbreiten. Ich wiederum interpretierte dies als Pheromon-Duft und war kurz davor, da mitten in der Schirn mein Top auszuziehen. Nur ein kleiner Spaß am Rande.

Selmans Herkunft und die Einbeziehung ihrer Familie in ihre künstlerische Praxis sind integraler
Bestandteil ihres Werkes. Und das ist eins der vielen Dinge, die ich an ihrer Kunst cool finde. Insbesondere die intensive Zusammenarbeit mit ihrer Mutter dreht sich um autobiografische Erfahrungen, Sichtbarkeit und Emanzipation als Frau und Romni und hat sich bereits in zahlreichen Werken niedergeschlagen.

Selma Selman: „Crossing the Blue Bridge“

Kommen wir nun zu der filmischen Arbeit „Crossing the Blue Bridge“ (2024, 27:15 Min.), die die Schirn in einer Installation auf zwei Leinwänden zeigt. „Crossing the Blue Bridge“ handelt vom Fortwirken historischer Traumata, von Fürsorge, Mut und Widerständigkeit. Selman schlüpft in die Rolle ihrer Mutter und reinszeniert deren Erinnerung. Der Film geht von Erlebnissen ihrer Mutter im Bosnienkrieg aus.

An einem Tag der Waffenruhe im Jahr 1994 ging die Mutter mit Selmans Schwester in die Stadt, um Lebensmittel zu besorgen und musste auf dem Heimweg die mit Leichen und Tierkadavern übersäte Alija-Izetbegović-Brücke in Bihać überqueren. Beim Versuch die Augen des Kindes zu verdecken und zugleich den schweren Korb mit Lebensmittel zu tragen, wehte der starke Wind ihr die Haare ins Gesicht und verdeckte die Sicht. Selman wiederholt dieses Motiv in ihrer Inszenierung.

In einem eindringlich vorgetragenen Text auf Englisch, Bosnisch und Romanes verbindet sie es u.a. mit Figuren der griechischen Mythologie und stilisiert ihre Mutter zu einer Heldin, die mitverantwortlich ist, dass sich ihre Tochter heute unter widrigsten Bedingungen zu behaupten weiß. Die blaue Brücke wird
so auch zu einem Sinnbild für Selmans künstlerischen Aktivismus, mit dem sie neue Wege erschließt. Das alles und vor allem die Thematik der Mutter als Heldin macht mich natürlich wahnsinnig emotional, weshalb ich tendiere, da tatsächlich noch einmal hinzugehen und mir die Video-Arbeiten vollständig reinzuziehen, damit ich da überhaupt mitreden kann.

Das sagt der Kurator der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Matthias Ulrich, Kurator der Ausstellung, über die Künstlerin: „Selma Selman verbindet in ihrem Werk partizipative Kunst, Institutionskritik, Aktivismus und Performance. Im Mittelpunkt steht die Künstlerin selbst. Mit protestierender Stimme und visionärer Präsenz ergreift sie in ihrer Kunst das Wort. Sie führt sich selbst vor und setzt ihren Körper, ihre Stimme und ihre Identität als ein Medium ihrer künstlerischen Praxis sowie der Selbstermächtigung ein. Dabei sind reale soziale Veränderung und gesellschaftlicher Wandel, die Sichtbarmachung und die Stärkung marginalisierten Gruppen und ihrer Community stets das unbedingte Ziel ihrer Kunst.

Fazit

Wie das in der modernen Kunst eben ist, hat auch Selma Selman tiefere Bedeutungsebenen in ihrem künstlerischen Schaffen. Während ich dort war, fand ich die Atmosphäre in dem Raum sehr anziehend. Irgendwie dunkel und gruselig, dann noch diese riesigen Metallblüten mittendrin, die sich langsam bewegen und auch noch der sexy Duft überall im Raum. Ich befand mich jedoch maximal 5 Minuten drin. Ich bin jemand, der sich doch mehr von der Ästhetik angesprochen und angezogen fühlt. Erst, als ich mich später dann in die Bedeutung des Ganzen eingelesen hatte, fand ich die Idee dahinter sehr kraftvoll.

Vor allem finde ich es geil, wie eine junge Frau die Traumata ihrer Mutter nimmt und durch sie ihre Kunst beeinflussen lässt. Das geht wirklich wahnsinnig tief ins Herz. So hat das ganze natürlich einen sehr starken Charakter, sodass man diese Verbindung zwischen Mutter und Tochter als außenstehender Betrachter deutlich spürt. Das finde ich wirklich schön. Außerdem finde ich es anziehend, dass sie sich selbst als Kunstobjekt in Szene setzt. Sehr narzisstisch und dadurch auch sehr sympathisch. Darüber hinaus lässt sie ihre Wurzeln und ihre Herkunft durch ihre Kunst hochleben und für mich ist das immer ein sehr nachvollziehbarer Punkt.

Selfie von Madlen Romanowna Trefzer in der Schirn Kunsthalle
halli hallöööööchen aus der Schirn, meine süßen Lieblingsleser <3

Ihr wisst, wie sehr ich aufgezwungene Bedeutungsebenen in der Kunst hasse. Wir erinnern uns nur mal an meinen Anfall nach der Frieder-Burda-Ausstellung mit Nicolas Party. Was an Selma Selmans schaffen anders ist, ist dass sie ihre persönliche Familiengeschichte zur Bedeutungsebene macht. Und nicht irgendwelche ausgelutschten biblischen Passagen. Dadurch hat ihre Angehensweise nicht diese Banalität, die ich so abgrundtief hasse. Und auch wenn ihre Kunstobjekte nicht gerade alle Sinne meines ästhetischen Empfindens ansprechen, finde ich es geil, was sie macht. Doof hingegen fand ich die runden Zeichnungen. Die sprachen mich weder ästhetisch noch technisch noch sonst wie an. Hingehen lohnt sich aber dennoch.

Ok. Eine Sache noch, dann mach ich hier Feierabend, ernsthaft aber. Ich finde es schön, dass parallel zu „Flowers of Life“ im Städel Museum die Ausstellung „Städelfrauen“ läuft. So hat der diesjährige Sommer in Frankfurt einen eindeutig feministischen Flair angenommen. Angenehm. Tschüss.


Quellen:

  • Pressemitteilung der Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main
  • und natürlich war ich vor Ort, meine Lieben
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Kunst & Architektur Reisen

Lissabon: Europas Street-Art-Hotspot

Lissabon ist nicht nur für seine Azulejos, gelbe Straßenbahnen, architektonischen Wahrzeichen, und spektakulären Aussichten bekannt. Auch die besondere und international bekannte Straßenkunst (oder eben Street Art) Lissabons verleiht der portugiesischen Hauptstadt ihren besonderen Flair. Überall in den Gassen der Tejo-Metropole sind die außergewöhnlichen und facettenreichen Kunstwerke zu finden. Selbst die Lissabonner Metrostationen zieren einmalige Wandmalereien.

Street Art in der Lissabonner Metro

Seit der Einführung der Lissabonner Metro im Jahr 1959 verliehen namhafte Künstler jeder Lissabonner Metro-Station ihre einzigartige Gestaltung. So verwandelten elf internationale Künstler – im Rahmen der Expo 1998 – die eigens für die Weltausstellung errichtete Haltestelle „Oriente“ in eine Kunsthalle.

Die Station „Laranjeiras“ (Orangenbäume) verzierte der portugiesische Künstler Rolando Sá Nogueira gänzlich im Sinne des Stationsnamens. Beim Bahnhof „Jardim Zoológico“ dominiert als Motiv die tropische Flora und Fauna. Jeder U-Bahn-Stopp ist jeweils einem individuellen Thema gewidmet, was dem Lissabonner Untergrund seinen ganz eigenen Charme verleiht.

Street Art in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon
©Turismo de Lisboa

Straßenkünstler Vhils und Pixel Pancho

Namhafte Künstler verewigten sich auch auf diversen Schiffsanlegern, Mauern, Hausfassaden oder Müllcontainern. Dadurch machten sie Lissabon zu einem der wichtigsten Orte der Street Art. Und das europaweit. Insbesondere die Werke Alexandre Fartos aka Vhils und Pixel Panchos erfreuen sich weltweiter Bekanntheit.

Vhils arbeitet mit Hammer und Meißel. Mit diesen Werkzeugen lässt er auf Fassaden überdimensionale Portraits entstehen. Pixel Pancho hingegen reichert sie mit seiner Graffiti-Kunst an. So etwa schmückt das alte Zollamtgebäude im Garten „Jardim do Tabaco“ ein beeindruckendes Bildnis der beiden Künstler.

Interessierte können bei verschiedenen Touren tiefer in die populäre Lissabonner Street-Art eintauchen und dabei natürlich auch jede Menge Hintergrundinformationen zu Kunst und Künstlern erhalten.


Quelle: presseportal.de Pressemitteilung der Global Communication Experts GmbH

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Kunst & Architektur Reisen

Kloster Eberbach: Die Geschichte des Kunstdenkmals

Das Kloster Eberbach ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Eltville am Rhein im hessischen Rheingau. Diese Klosteranlage gilt als eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler Europas. Kein Wunder. Denn das, was ich an diesem fantastischen Bauwerk so beeindruckend finde, ist die Sorgfalt, mit der es all die Jahre gepflegt und restauriert wurde. Ich bin mir ganz sicher, so etwas findet man nur in Deutschland. Wenn man bedenkt, wie alt diese Gemäuer sind und für wie wenig Menschen sie ursprünglich errichtet wurden, verschlägt es einem die Sprache, wenn man sich ihrer Monumentalität bewusst wird. Berühmt ist das Kloster Eberbach seine atemberaubenden romanische und frühgotische Architektur sowie auch seinen Weinbau. Das Kloster Eberbach liegt mitten im Naturpark Rhein-Taunus.

Kloster Eberbach - Klosteranlage in Eltville am Rhein, Hessen
Kloster Eberbach: Das ist die Gesamtansicht, wenn man vom Hügel auf das fantastische Bauwerk herabblickt.

Kloster Eberbach – die Gründung

Die Gründung des Klosters geht auf Bernhard von Clairvaux zurück. Am 13. Februar 1136 gründeten Abt Ruthard und zwölf Mönche aus Clairvaux das Kloster Eberbach. Unter dem Patrozinium der Maria Immaculata und Johannes der Täufer begann die Geschichte dieser bedeutenden Abtei.

Bereits 1142 gründete Eberbach sein erstes Tochterkloster Schönau im Odenwald, gefolgt von Otterberg in der Pfalz (1144/1145) und Hocht bei Lüttich (1155). Eine erste Krise durchlebte das Kloster während der Kirchenspaltung um 1160 bis 1170, als es Papst Alexander III. gegen die Päpste des Kaisers Friedrich Barbarossa unterstützte. Mönche flohen nach Frankreich und kehrten später in ihr aufstrebendes Kloster zurück.

Tochterkloster wird gegründet

1174 folgte die Gründung des Tochterklosters Arnsburg in der Wetterau. Obwohl ein geplantes Tochterkloster im Königreich Sizilien im frühen 13. Jahrhundert nicht gegründet werden konnte, übersiedelten einige Eberbacher Mönche 1217 zum Kloster Sambucina.

Von 1232 bis 1234 besetzte Erzbischof Siegfried III. von Eppstein das Kloster Lorsch mit Mönchen aus Eberbach, um es nach den Regeln der Zisterzienser zu reformieren – jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Eine geplante Klostergründung im Hanauer Wald um 1234 scheiterte an den Grafen von Hanau.

Die Klosteranlage ist mit Sicherheit eines der schönsten und bedeutsamsten Orte in ganz Hessen.

Kloster Eberbach: So viele Mönche lebten hier zur Blütezeit

Eberbach folgte strengen Benediktregeln, wodurch das Klosterleben für Adlige unattraktiv war. Die Mönche stammten daher aus nichtadligen Schichten. Der Konvent bestand zur Blütezeit aus etwa 300 Personen: 100 Mönchen und rund 200 Laienbrüdern (Konversen).

Die Konversen waren überwiegend Bauern und nahmen nur eingeschränkt am spirituellen Leben teil. Bücherlesen war ihnen verboten und sie hatten kein Wahlrecht bei der Abtwahl. Trotz dieser Einschränkungen bot die Stellung eines Konversen bessere Lebensbedingungen als ein Leben als einfacher Bauer oder Lohnarbeiter.

Das Kloster Eberbach ist ein beeindruckendes Zeugnis zisterziensischer Baukunst und religiöser Geschichte – ein unverzichtbares Kulturdenkmal, das nur etwa 40 Minuten Fahrt von Frankfurt liegt. Ich liebe diesen Ort wie wahnsinnig und würde am liebsten jeden Tag hier verbringen.

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Reisen

Entdecke Madeiras faszinierende Naturpools

Madeira ist nicht nur für malerische Landschaften und eine üppige Natur bekannt, sondern auch für die faszinierenden Naturpools. Vor Jahrtausenden floss bei einem Vulkanausbruch auf Madeira Lava ins Meer und erkaltete – heute können Besucher inmitten der dadurch entstandenen Felsformationen im Meerwasser schwimmen.

Baden inmitten von Vulkangestein: Das sind Madeiras Naturpools ©Henrique Seruca

Die portugiesische Insel beherbergt vier solcher natürlichen Salzwasserbecken aus Vulkangestein. Beeindruckende Vulkanfelsen rahmen die Becken ein und trennen sie vom Atlantischen Ozean. Trotz ihrer massiven Erscheinung sind die Felsen durchlässig genug, um den natürlichen Austausch von Meerwasser durch Wellen und Gezeiten zu ermöglichen, und tragen so zur Frische und Reinheit der Naturpools bei. Jeder der vier Naturpools auf Madeira hat seine eigenen Besonderheiten, doch sie alle versprechen ein einmaliges Badeerlebnis mit atemberaubender Aussicht auf den Atlantik und die umliegende Landschaft.

©JoanaCarvalho

Naturpools Porto Moniz und Cachalote auf Madeira

Die Naturpools von Porto Moniz sind am bekanntesten. Der weitläufige Schwimmbereich von 3.800 Quadratmetern und die große Sonnenterrasse bieten den Badegästen hervorragende Voraussetzungen für einen entspannten Badetag. Die hervorragende Infrastruktur, darunter Umkleideräume, eine Bar, ein Erste-Hilfe-Posten, ein Parkplatz und ein barrierefreier Zugang, tragen zum Komfort der Gäste bei. Darüber hinaus verfügt die Anlage über ein Kinderbecken und einen Spielplatz.

Naturpool Poniz aud der portugiesischen Insel Madeira
Naturpool Porto Moniz auf Madeira ©LuciaBarros

Unweit von Porto Moniz liegen die Naturpools Cachalote, die vor allem durch ihre Unberührtheit bestechen. Mit ihrer natürlichen Umgebung laden sie die Badegäste ein, die Schönheit des Atlantiks hautnah zu erfahren und gelten als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region.

Auch interessant: Entdecke die historische Ingeneurskunst der Levadas auf Madeira.

Die einzigartische Schönheit der Natur

Die Naturpools Poças das Lesmas in der Gemeinde Seixal zeichnen sich durch ihre Ruhe und Abgeschiedenheit aus. Die liebevoll restaurierten Becken und ihre Umgebung wurden behutsam gestaltet, um die einzigartige Naturschönheit dieses Ortes zu bewahren. Ein Besuch der Naturpools lässt sich gut mit einer Erkundungstour der vielfältigen und atemberaubenden Region rund um Seixal verbinden.

Naturpool Seixal auf Madeira
Naturpool Seixal auf Madeira ©Carlos Gouvia

Die Naturpools Doca do Cavacas, auch Poças do Gomes genannt, befinden sich auf der Südseite der Insel. Auch in Funchal, der Hauptstadt der Insel, haben sich durch vulkanische Aktivitäten Salzwasserbecken an der Küste gebildet. Von hier aus haben Badegäste nicht nur direkten Zugang zum Meer, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf das höchste Kap Europas, das Cabo Girão, sowie den Strand Praia Formosa. Entdecke hier auch die schönsten Wasserfälle auf der Insel Madeira.


Quelle: Pressemitteilung der Global Communication Experts GmbH

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Kunst & Architektur

J.V. Prehn: Tags Konditor nachts Kunstsammler

Die Informationen über das Leben dieses Kunstsammlers sind eher spärlich. Bekannt ist, dass Johann Valentin Prehn ein Konditor-Meister mit einer ausgeprägten Liebe für Kunst war. sind eher spärlich. Sein Handwerk lernte er von seinem Vater Zacharias Ludwig Prehn. 1776 heiratete er Margaretha Rosina Müller. Sein Geschäft befand sich an Zeil in Frankfurt, wo er aufgrund der hohen Qualität seiner Backwaren einen guten Ruf und lukrative Einnahmen genoss. Damit konnte er sich den luxuriösen Lebensstil leisten, eine umfangreiche Kunstsammlung zu besitzen, die heute zum Teil im Historischen Museum Frankfurt ausgestellt wird.

Johann Valentin Prehn: Konditormeister und Kunstsammler

Johann Valentin Prehn war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch ein talentierter Kunsthandwerker. Er stellte figürliche Tafelaufsätze her und kreierte sogar eine „allegorische Vorstellung“ zur Kaiserkrönung Franz II. in Frankfurt im Jahr 1792.

Die Kunstsammlung des Konditors umfasste alles von Kunstwerken bis hin zu Kuriositäten und einer Bibliothek. Dabei hob sich seine Sammlung durch die Bündelung von über 800 Miniaturgemälden in 32 Holzkästen hervor – eine derartige Kollektion dürfte es in Deutschland kein zweites Mal gegeben haben.

Luxuriöse Kunstsammlung: Cranach, Holbein und sogar Tizian

Die Sammlung enthielt Werke bekannter Künstler aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert wie Cranach, Holbein, Brueghel, Van Goyen, Tizian und andere. Ihr kennt ja meine Vorliebe für Cranach. Ich erblickte die Arbeiten in seinem Stil bereits von Weitem und wusste: hier gefällt es mir doch ganz gut. Einen Holbein sah ich in Frankfurt nicht, schließe aber gar nicht aus, dass ich ihn in meiner wilden Cranach-Ekstase hätte übersehen können. Besonders begeistert zeigte Prehn sich von Landschaftsgemälden, sakralen Historienbildern sowie Portraits und Genrestücken – also von der vollen Palette eigentlich.

Das Leben des Konditors, der auch ein Kunstsammler war, und die Entstehung seiner Kunstsammlung sind bis heute größtenteils unerforscht. Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse von Prehn selbst. Daher stützt sich das Wissen um seine Sammlung hauptsächlich auf einen gedruckten Katalog und ein Aquarell von Carl Morgenstern, die 1829 im Zuge der Versteigerung der Sammlung durch Prehns Sohn Ernst Friedrich Carl erstellt wurden.

Ihr glaubt nicht, welches Bild in der Kunstsammlung fehlt

Trotz der außergewöhnlichen Sammlung scheiterte eine Schenkung an das Städel’sche Kunstinstitut 1838. Die Stadt Frankfurt nahm die Sammlung jedoch im Jahr darauf an und überwies sie an die Stadtbibliothek, wo sie ab 1842 besichtigt werden konnte. Auf der Städel’schen Webseite heißt es wiederum: „Seit 1922 Dauerleihgabe des Historischen Museums Frankfurt am Main.“

Nun denn. Um welches Gemälde könnte es sich hier nur handeln? Ihr werdet es mir nicht glauben: Das Paradiesgärtlein (ca. 1410 – 1420) eines oberrheinischen Meisters. Ihr habt richtig gelesen. Die Beinahe-Hauptattracktion des Städels hing früher im Historischen Museum. Ich bin auch total schockiert über diese Information und werde der Sache noch auf den Grund gehen, wartet nur ab. Statt des Paradiesgärtleins hängt nun an der Stelle im Kunstkabinett nun ein Bild des Gemäldes. Da würde sich der Kunstsammler bestimmt freuen.

Kunstsammler aus Frankfurt: Dieses Bild des Paradiesgärtleins aus dem frühen 15. Jahrhunderts hängt nun nicht mehr beim Rest der Sammlung,
Das Paradiesgärtlein um 1410/20 hängt nun nicht mehr bei der restlichen Sammlung.

Rekonstruktion der Kunstsammlung

Im Jahr 1988 unternahmen die damaligen Kuratoren des Historischen Museums eine Rekonstruktion der Sammlung basierend auf dem Auktionskatalog von 1829 und arrangierten die Gemälde erneut in den originalen 32 Kästen. In dem Raum, in denen all die Miniaturen hängen, befindet sich ein Bildschirm mit Informationen zu allen ausgestellten Gemälden. Und auch noch ein grünes, in Stoff gebundenes Buch, von dem ich all diese Infos geklaut habe, ohne auch nur ansatzweise daran zu denken, den Autor dieses Buchs zu erwähnen. Schande über mich.


Quellen:

  • Naja, zum einen das grüne Buch da
  • und zum anderen: sammlung.staedelmuseum.de / „Das Paradiesgärtlein, ca. 1410 – 1420“
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Kunst & Architektur

Nur noch wenige Tage POLO im Caricatura

Die außergewöhnliche Kunst des 2022 verstorbenen Cartoonisten Andre Poloczek, besserbekannt als POLO, wird im Caricatura Museum in Frankfurt mit einer umfassenden Ausstellung gewürdigt. Die Ausstellung läuft vom 30. Mai bis zum 1. September 2024. Also bewegt lieber mal eure süßen kleinen Hintern, um noch einen Blick auf sie zu erhaschen. Denn diese Aussellung kann ich euch wärmstens empfehlen. Sie ist zum Lachen, sie ist zum Weinen, sie ist zum Nachdenken. Und sie ist eines der Gründe, warum das Caricatura Museum mein Lieblingsmuseum in FFM ist. Sie zeigt neben klassischen Cartoons auf Papier auch digitale Bildwitze, Malereien, Objekte und allerlei Spielereien.

Cartoonist Andre Poloczek alias POLO

Andre Poloczek alias POLO wurde in Wuppertal im Jahr 1959 geboren und zog später nach Haltern am See. Bereits als Schüler veröffentlichte er 1978 seine ersten Comics und Cartoons. Seine frühe Erfahrung beeinflusste seine künftige Karriere deutlich: Poloczek studierte Germanistik und Soziologie in Wuppertal und setzte seinen Fokus auf die absurden, alltäglichen Ereignisse der Gesellschaft.

Seine Karriere nahm Anfang der 1980er Jahre Fahrt auf. Neben seiner Arbeit als Fotograf schrieb er auch regelmäßig für die Westdeutsche Zeitung und die alternative Zeitung Wupper Nachrichten unter dem Pseudonym „Apo“. Dort erschuf er seine erste Cartoonfigur „Anton von de(r) Gathe“, die schnell sehr beliebt wurde.

Dann ging es mit Andre Poloczek Berg auf

Mitte der 1980er Jahre stellte POLO sein Talent bei ersten eigenen Ausstellungen unter Beweis. In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Stil weiter, geprägt durch Comiczeichnenkurse bei namhaften Künstlern wie F.K. Waechter und F.W.Bernstein.

Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: Im Jahr 2002 erhielt Andre Poloczek den Deutschen Karikaturenpreis in Silber. Seine Werke wurden in renommierten Zeitschriften veröffentlicht und erreichten ein breites Publikum. Von 2009 bis 2011 bildete er gemeinsam mit dem Satiriker und Grafiker Andreas Greve das Cartoon-Duo „Jünger und Schlanker“ und gewann hiermit den „Abräumer“-Sonderpreis des Deutschen Karikaturenpreises.

Zum Ende seiner Karriere engagierte sich POLO besonders für den künstlerischen Nachwuchs: Er leitete verschiedene Kurse im Bereich der Komischen Kunst und unterrichtete an der Junior Uni Wuppertal.

POLO im Caricatura Museum in Frankfurt

POLOs vielfältiges Werk, das von Cartoons über Malereien bis hin zu Illustrationen reicht, wird nun im Caricatura Museum in Frankfurt gewürdigt. Die Ausstellung zeigt nicht nur seine öffentlichen Arbeiten, sondern auch unveröffentlichte Skizzen, Montagen und Kinderbuch-Entwürfe. Persönliche Postkarten sowie extra für die Ausstellung angefertigte Zeichnungen runden die Schau ab.

Parallel zur Ausstellung erscheint ein Buch, das POLOs Schaffen als bedeutenden Vertreter der Komischen Kunst würdigt. Das Buch beinhaltet Texte von MC Graeff, Katharina Greve und Peter P. Neuhaus und ist im Lappan Verlag erhältlich. ISBN: 978-3-8303-3700-3. Wer es also in den wenigen Wochen nicht mehr schafft, das Caricatura zu besuchen, sollte sich unbedingt dieses Buch zulegen. Es ist auch im Museumsshop erhältlich.

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Kunst & Architektur

Fachwerk: Von historischer Baukunst zur Moderne

Die Fachwerk-Bauweise, eine traditionelle Methode im Holzbau, erstreckt sich durch Jahrhunderte der europäischen Architekturgeschichte. Ursprünglich in der frühgeschichtlichen Pfostenbauweise verwurzelt, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer etablierten Bauform entwickelt, die vor allem in Deutschland, Teilen Frankreichs, Englands und Skandinaviens verbreitet war.

Das Fachwerkhaus zeichnet sich durch seine Skelettbauweise aus Holz aus, wobei die Zwischenräume typischerweise mit Lehm verputzt oder mit Mauerwerk ausgefüllt sind. Die Konstruktion stützte sich ursprünglich auf handbehauene Hölzer und verzichtete weitgehend auf metallische Verbindungsmittel.

Marktplatz Marburg
Marktplatz Marburg Copyright: Global Communication Experts GmbH

Einzigartige Gestaltung der Fachwerke

Von den Anfängen im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert dominierte diese Bauweise die Hochbauarchitektur nördlich der Alpen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sie sich vom einfachen Pfostenbau zu komplexeren Formen wie dem Stockwerkbau.

Die künstlerische Ausgestaltung des Fachwerks variiert je nach Region und Epoche erheblich. Insbesondere Schmuckformen wie geschnitzte Reliefs und farbige Gestaltungen machen jede Struktur einzigartig.

Gässchen in Bad Homburg
Winter in Bad Homburg: Auch hier entdeckte ich ein paar süße Fachwerkhäuser beim Rumlungern.

Industrialisierung und Fachwerk: Wandel in der Bauweise

Mit Beginn der Industrialisierung trat allmählich ein Wandel ein: Neuere Baustoffe wie Backstein und Beton führten zu einer Abkehr von der traditionellen Holzbauweise in Europa. Dennoch erlebte das Fachwerk im Historismus ein Comeback als dekoratives Element an sonst massiven Gebäuden.

Heute sind trotz Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg noch etwa 2,4 Millionen Fachwerkhäuser in Deutschland erhalten. Orte wie Quedlinburg zeigen die lange Geschichte dieser Baukunst, die nun unter Denkmalschutz steht und oft umfangreiche Restaurierungen erfährt. In diesen deutschen Städten findest du die ältesten Fachwerke.

Deutsche Fachwerkstraße

Die Deutsche Fachwerkstraße verbindet über 100 Städte und bietet Einheimischen wie Touristen die Möglichkeit, diese architektonische Tradition zu erkunden. In moderner Zeit sehen wir auch eine Rückbesinnung auf ökologische Baustoffe und Techniken, was dem Fachwerk neue Relevanz verleiht, insbesondere im Rahmen nachhaltigen Bauens.

Obwohl heute anders genutzt und vielfach modernisiert, bleibt das Fachwerkhaus ein lebendiges Symbol handwerklicher Kunstfertigkeit und regionaler Identität. Mehr zu der Deutschen Fachwerkstraße in Hessen findest du hier.

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Ein Blick in die Sterne

Ich will etwas Neues fühlen. Deshalb gehe ich in Richtung Wald. Es ist schon Dunkel und Frankfurt ist Frankfurt. Also bleibe ich kurz vor dem Waldrand abrupt stehen. Meine Füße wollen da nicht weiter rein. Ursprünglich wollte ich den Meteorstrom von der Schwanheimer Wiese aus beobachten und ggf. weiter zur Schwanheimer Düne gehen. Dort hat man, laut mir, freie Sicht auf den Himmel und die Lichter der Stadt stören nicht beim Blick in die Sterne. Aber ich trau mich nicht in den Wald, verdammt noch mal. Das macht mich bockig.

Wenige Minuten später liege ich auf meiner Veranda, weil ich keinen Balkon habe, und starre in den nächtlichen Himmel. Meinen Lesern versprach ich heute ab 23 Uhr Sternschnuppen en masse. Auf diese warte ich auch. Ich warte, doch sie lassen sich nicht blicken. Leise spielt meine Jazz-Playlist im Hintergrund und je länger ich nach oben blicke, desto bedeutungsloser komme ich mir vor. Desto kleiner scheint mir all das, was mich bedrückt und beschäftigt. Desto spannender erscheint mir das Funkeln der Sterne.

Ich starre sie so lange an, bis ich selbst Sternschnuppen sehe. Da eine, und dort noch eine. Bilde ich sie mir ein? Keine Ahnung. Wahrscheinlich wird das das Geheimnis bleiben, das das Universum vor mir hat. Ich lausche der Nacht. Es sind zu viele Flugzeuge am Himmel. Zu viele Gedanken in meinem Kopf, die ich längst hätte loslassen sollen und zu wenig Wörter, um sie jemals jemandem erklären zu können.

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Hier stehen die ältesten Fachwerke Deutschlands

Im südlichsten Teil von Niedersachsen, rund um die Universitätsstadt Göttingen, befindet sich eine Region zwischen Harz und Weserbergland, die geprägt ist von Fachwerkbauten aus sechs Jahrhunderten. Besonders gut erhalten und idyllisch liegen die fünf historischen Altstädte Duderstadt, Einbeck, Hann, Münden, Northeim und Osterode am Harz eingebettet in eine waldreiche Landschaft. Sie haben sich zum „Fachwerk5Eck“ zusammengeschlossen.

Die ältesten Häuser erlebten bereits die Entdeckung Amerikas. Andere Gebäude entstanden etwa um die Zeit der Reformation und bis zur Französischen Revolution. Diese sind oft durch traditionelle Schnitzkunst verziert und gekennzeichnet. Die Erbauer waren Landwirte, Handwerker und Händler – die Städte Teil der historischen Hanse. Geschichtlich bedeutend ist die ungewöhnlich hohe Zahl der Baudenkmäler, die heute Rundgänge durch mittelalterliche Stadtkulissen erlauben, umgeben von Stadtmauern und Wallanlagen.

Fachwerke in Duderstadt – die Perle des Eichsfelds

Eines der ältesten Fachwerk-Rathäuser Deutschlands steht in Duderstadt. Besucher können es auf sieben Etagen erkunden, vom Turmfenster über die Dächer der Stadt schauen, über eine Webcam die Fledermäuse bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten und bis in die Folterkammer im Gewölbekeller hinabsteigen. Wahrzeichen der Stadt ist der Westerturm mit seiner markant gedrehten Spitze. Dort, am letzten erhaltenen mittelalterlichen Stadttor, gibt es ein kleines, modernes Museum über das Schützenwesen.

In Duderstadt kannst du eins der ältesten Rathäuser entdecken. © Daniel Li Photography

Als Kontrast dazu befindet sich am Stadtrand mit der HGN-Halle eine Ausstellung moderner Kunst. Duderstadt ist eingebettet in die Naturlandschaft des Eichsfelds mit zahlreichen Wander- und Fahrradwegen, die durch Wiesen, Felder und kleine Wälder führen. Darunter der ehemalige deutsch-deutsche Grenzstreifen, der als artenreicher Lebensraum, dem „Grünen Band“, erhalten geblieben ist. Über die Geschichte der Teilung informiert das Grenzlandmuseum Eichsfeld am ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Duderstadt-Worbis.

Bier- und Oldtimerstadt Einbeck

Die Wiege des Bockbieres steht in Einbeck. Hier wird bereits seit 1378 gebraut. Die Stadt ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Fachwerke mit ganz eigenem Charakter. Zudem ist man in Einbeck am Ort der größten Oldtimersammlung Europas, dem Technikmuseum PS.Speicher. Hiergibt es auf 22.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche historische Motorräder, Autos, Busse und Nutzfahrzeuge zu entdecken. Die Stadt Einbeck ist außerdem bekannt für die traditionelle Herstellung von Stoffen im Blaudruckverfahren.

Auch in der Einbecker Senfmühle kann man nach Voranmeldung bei der Produktion über die Schultern blicken. Für Ausflüge in die Umgebung per Rad oder zu Fuß bieten sich das Leinetal und die Ruine Heldenburg an. Das große Vogelschutzgebiet Leinepolder können Besucher auf eigene Faust durch Hörstationen oder bei Führungen mit Naturscouts erkunden.

Dreiflüssestadt Hannoversch Münden

Wo Fulda und Werra zusammenfließen und die Weser ihren Ursprung hat, liegt seit dem 12. Jahrhundert die Stadt Hannoversch Münden (auch bekannt als Hann. Münden). Damals erbauten reiche Händler die Stadt der vielen Fachwerkshäuser. Die Flussnähe prägte ihre Entwicklung, sodass sie heute ein fast mediterranes Flair hat. Es lohnt ein Bummel entlang der Ufer, den sogenannten Schlagden, vorbei am Welfenschloss, dem Renaissance-Rathaus mit Glockenspiel und den Brücken bis zum bekannten Weserstein.

Für einen weiten Blick über die Stadt kann man die Tillyschanze zu Fuß von der Innenstadt aus erwandern. Wer die Wassernähe nutzen will, kann dies bei einer Flussschifffahrt oder Kanutour tun. Zahlreiche Wander- und Radwege, wie der bekannte Weserradweg, führen entlang der Flüsse. Auch Camping ist auf der Insel Tanzwerder umgeben von Wasser möglich.

Ausflugstipp: Fachwerke in Hann. Münden
Mediterranes Flair in der Dreiflüssestadt Hann. Münden © Hann. Münden Marketing GmbH

Fachwerke, Figuren und Seenplatte in Northeim

Neben all den Fachwerken ist wohl das erstaunlichste Gebäude von Northeim das Theater der Nacht – ein Figurentheater im ehemaligen Feuerwehrhaus. Die Fassade zieren Nasen, das Dach erinnert an den Rücken eines Drachen, oder den Hut einer Hexe. Im Inneren ist das Treppengeländer einem Drachengerippe nachempfunden. Angeboten werden Figurentheater-Stücke für alle Altersgruppen. Nach einem Spaziergang durch die Stadt, vorbei an einer alten Klosteranlage, einer ehemaligen Militärwache und durch die Gassen ist ein Ausflug zur Northeimer Seenplatte reizvoll. Auf dem Großen Freizeitsee können Tretboote und Stand-Up Paddling Boards geliehen werden.

Fachwerke und Co.: Osterode, das Tor zum Harz

Schon im Mittelalter war Osterode ein wichtiger Zugang zum Harz. Mit Eseln versorgten die Bewohner die Bergbaustädte mit Getreide. Daran erinnern das Harzkornmagazin, der Kornmarkt und das Eseltreiberdenkmal in Osterode.

Beim Stadtspaziergang fallen außerdem architektonisch die Ratswaage, das Alte Rathaus, das Ritterhaus und die Schachtruppvilla auf. Für Ausflüge in den Harz ist Osterode auch heute noch ein guter Startpunkt. Überregionale Wanderwege, wie der Karstwanderweg, der Baudensteig und der Hexenstieg können hier gestartet werden. Radwege gibt es sogar speziell für Mountainbiker und Rennradfahrer. Der Harz ist bekannt für seine Stauseen. Am Nordufer der Sösetalsperre liegt ein Steinbruch mit zehn Kletter-Touren. Am Südufer liegt neben einem Campingplatz eine Waldvogelstation mit heimischen Wasser-, Sing- und Greifvögeln.

Fachwerke in Osterode am Harz
Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen in Osterode am Harz © Daniel Li Photography

Region mitten in Deutschland

Die Region mitten in Deutschland bietet durch ihre historischen Altstädte, die abwechslungsreichen Naturräume und die Nähe zu Göttingen ein breites Spektrum an Aktivitäten auf engstem Raum. Über die Attraktionen informiert die Website fachwerk5eck.de.

Auch interessant: Entdecke hier das Alte Schloss von Baden-Baden.


Quelle: Pressemitteilung der Geschäftsstelle Fachwerk5Eck

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