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Malaysias gut gehütetes Geheimnis: Taiping

Taiping döste vor sich hin. Eigentlich genau das, was ich nach meinem Unfall brauchte. Die Stadt, gebettet in eine grüne Berglandschaft, hat eine sehr überschaubare Hotelauswahl, das älteste Museum Malaysias, das älteste Gefängnis des Landes (direkt gegenüber), einen gigantischen Park samt Zoo sowie eine beachtliche Tier- und Pflanzenvielfalt.

Wer Taiping wirklich hautnah erleben möchte, sollte sich auf seinen langsamen Rhythmus einstellen. Es gibt hier keine Touristen weit und breit. Demnach sprechen auch bei Weitem nicht alle Einheimischen Englisch. Die Stadt ist auf ihre Einwohner ausgerichtet. Die Strukturen sind für uns Reisende recht unübersichtlich, was den Ort in meinen Augen allerdings besonders reizvoll macht. Ein kleiner Hinweis an alleinreisende Frauen: ihr werdet hier noch mehr auffallen, als an anderen Orten Malaysias.

Streetfood-Meile und Erdbeervodka

Besonders gefallen hat es mir, auf der Food Avenue zu essen. Sie ist wie eine riesige Streetfood-Halle. Die chinesische Küche dominiert hier zwar deutlich im Angebot, aber es finden sich Leckereien aus allen drei Hauptkulturen des Landes. Sogar thailändische Gerichte sowie auch portugiesische Törtchen kann man hier genießen.

Direkt nebendran gibt es Bars und Bistros. In einer davon probierte ich Soju, eine Art Vodka aus Korea mit Erdbeergeschmack (aber auch zig anderen Geschmacksrichtungen), von dem man angeblich todesbesoffen werden soll. Der Kellner warnte mich mit besorgtem Blick. Er meinte, sinngemäß, ich würde danach nicht mehr auf mein Leben klar kommen – allerdings erst eine Stunde nach der Einnahme. Auch meine (Stief-)Schwester riet mir zur Vorsicht, nachdem sie meine Enge-Freunde-Story gesehen hatte. Ihre Worte lauteten in etwa: „Wenn etwas nach Saft schmeckt und ,Vodka‘ im Namen trägt, kann es dich auch mal auf den Mond katapultieren.“ Ich vertraue der Frau. Sie weiß, wovon sie spricht.

Ich bestellte ein Fläschchen, war aber auf der Hut. Vor allem nachdem der Kellner so schockiert darauf reagierte, dass ich mir eine ganze Flasche reinpfeifen würde. Deshalb ein kleines Schlückchen nach dem anderen und zwischendurch auf die Reaktion des Körpers achten. Eine Basis hatte ich mir zuvor angefuttert. Aber nach einer Flasche war ich immer noch so nüchtern wie vorher. Gott sei Dank, dachte ich mir, ging zurück ins Hotel und schlief. Bereits zum zweiten Mal an diesem Tag.

Taiping: Das unternahm ich am Vormittag

Denn nach dem Besuch des Lake Gardens Parks (Eintritt frei) und anschließend des Perak Museums (Eintritt: 5 Ringgit) war ich so platt, dass ich erst einmal ein mehrstündiges Mittagsschläfchen einlegte. Im Zoo war ich nicht. Ich wollte mehr Malaysia und weniger Attraktionen. Ich wette, der Zoo dort ist so krass, wie die Einheimischen erzählen. Aber bei Zoos bin ich mittlerweile vorsichtig. Ich bin mir derzeit nicht sicher, was ich grundsätzlich von ihnen halten soll. Und bis ich diese Frage für mich beantwortet habe, gehe ich nicht hin.

Richtig schön an Malaysia finde ich die vielen Begegnungen mit wilden Tieren, die hier in freier Natur leben. So auch im Lake Gardens Park. Ich sah schneeweiße Kraniche oder Reier – die laufen übrigens auch überall in der Stadt umher –, Störche, Fische, Schildkröten, rote Libellen, leuchtend blaue Vögel, Nashornvögel, riesige Warane – gleich zwei Stück –, jede Menge freche Affen, Schmetterlinge und intensiv nach Honig duftende Blütenbäume.

Es war wunderschön, aber die Folgen meines Rollerunfalls hielten meine Mobilität und somit auch meine Möglichkeiten in Grenzen. Das Perak Museum lag übrigens nur etwa 15 Minuten Fußweg von den Waranen im Park entfernt. Kein ungefährlicher Weg. Dort traf ich einen Holländer, der YouTube-Videos drehte. Mich filmte er ebenfalls. In der Sequenz, die jetzt die YouTube-Runde macht, mansplaint er lediglich das, was er mir zwei Minuten zuvor bereits off camera mansplaint hatte. Er fragte weder nach meinem Namen noch nach sonst etwas. Hatte wohl einfach Ausdrucks- und Redebedarf. Er geleitete mich bis zur Museumskasse und lud mich auf ein späteres Getränk ein. Ich lehnte dankend ab und machte mich aus dem Staub.

Kultur und Historie: Das Museum von Taiping

Ab ins Museum. Dieses gibt einen schönen, tiefen Einblick in die Kulturgeschichte der Region. Es zeigt die indigenen Völker der malaysischen Halbinsel, die Orang Asli – wörtlich übersetzt „ursprüngliche Menschen“. Gezeigt werden ihre hochentwickelten Jagdtechnologien und Musikinstrumente. Am meisten beeindruckten mich eine Eichhörnchenfalle und eine Flöte, die man mit der Nase spielt.

Darüber hinaus gab es Einblicke in traditionelle Trachten und Gesellschaftsspiele. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Malaien ein sehr verspieltes Volk sind. Ihnen steht viel Unterhaltung zur Verfügung. Sie können relativ kostengünstig ihr eigenes Land bereisen, dabei unzählige Attraktionen nutzen und offenbar auch ohne Alkohol und Drogen richtig gut Spaß haben. Nicht so wie eure Vodka-Prinzessin Madlen 🙂

Spaß. Ich detoxe mehr, als ich es jemals zugeben würde.

Taiping: Eigentlich wollte ich auf den Berg Bukit Larut

Der nächste Tag brach an. Der Tag meiner Weiterreise. Ich erfuhr von der Möglichkeit, mit einem staatlichen Jeep auf den Berg Bukit Larut zu fahren. Von dort aus soll die Aussicht absolut wild sein. An meinem letzten Tag in Taiping hatte ich vor, mir das genauer anzusehen. Die Jeeps fuhren allerdings nicht mehr. Ich kam wohl zu spät. Um 11 Uhr vormittags. Obwohl die laut Stundenplan bis 17 Uhr fahren. Die dort arbeitenden Personen machten Mittagspause und schlugen mir den darauffolgenden Tag vor. Ich aber war auf dem Sprung und wollte weiter in die Cameron Highlands. Daher verzichtete ich auf den Bukit Larut, auch wenn es weh tat.

Der Taxifahrer, der mich zum Busbahnhof brachte, gab mir (oder besser gesagt nun euch) einen Tipp: vorab online buchen. Das ist angeblich möglich, meine Recherchen führten allerdings ins nichts. Vielleicht werdet ihr ja fündig. Solltet ihr mal dort sein, würde ich den Trip auf den Berggipfel so früh wie möglich buchen. Am besten ein paar Tage im Voraus und zwar direkt da an der Kasse. Sicher ist sicher. Ansonsten besteht die Möglichkeit, hochzuwandern. Das soll allerdings ziemlich anstrengend sein. Ich wäre die Erste, die das gerne gemacht hätte, aber mit meinen bereits erwähnten Verletzungen ging das schlicht und einfach nicht.

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Kunst

Die geilsten Kunstausstellungen im Juni 2026

Heute landete etwas schönes in meinem Google-Discover-Feed. Die Frankfurter Allgemeine publizierte eine Gesamtübersicht über die Kunstausstellungen im Juni. Davon habe ich mir ein paar rausgepickt, die ich selbst sehen wollen würde. Das Auswahlkriterium: in der Region um Baden-Württemberg, oder mit einer zumutbaren Wegdauer.

Juni 2026: Kunstausstellungen in Frankfurt

  • Caricatura Museum: Stricheln und Sticheln. Satire in der Krise der Demokratie; Das kann nur Perscheid (bis 7. 6. LETZTE CHANCE!) hab’s tatsächlich schon gesehen. Sehr sehr geil wie immer. Du gehst rein zum Schmunzeln und gehst ganz geladen raus. Perscheid ist extrem kreativ. Nach dieser Ausstellung würde ich seinen Humor garantiert wiedererkennen.
  • Des Weiteren würde ich mir das Ikonenmuseum ansehen: Die Ausstellung heißt „Ikonen auf dem Weg“. Schätze aus dem Bode-Museum Berlin (bis 30. 8.)
  • Fotografie Forum: Gen Z. Shaping a new gaze (bis 30. 8.)
  • Städel Museum: Bruegel. Printed (18. 6. bis 20. 9.); Elmgreeen & Dragset. Stillleben mit Gemüse (bis 17. 1. 27); Monets Küste. Wobei mich Monets Küste gar nicht bockt. Ich weiß nicht, ob ich es euch hier schon mal gestanden habe, aber ich bin ein richtiger Hater, was Landschaftsmalerei angeht. Macht mich einfach aggressiv. Würd ich mir nicht reinziehen, auch wenn ich Monet mag. Naja. Vielleicht ja doch und vielleicht werde ich meine Meinung ändern.
  • Weltkulturen Museum: Sheroes. Comic Art from Africa (bis 30. 8.)
Caricatura Museum in Frankfurt am Main. Eines meiner Lieblingsmuseen
Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main. Neben dem Städel eine meiner Lieblingsadressen in FFM. Copyright: Caricatura Museum Frankfurt

Ich vermisse Frankfurt für die üppige Kunstvielfalt. Aber auch in Baden-Baden geht im Juni die Post ab.

Ausstellungen in Baden-Baden

Let’s go nach Freiburg, Ludwigshafen und Mannheim

Freiburg: Augustinermuseum: Zukunfts(t)räume. Museum im Wandel (bis 21. 2. 27)

Ludwigshafen: Wilhelm-Hack-Museum: Politik am Küchentisch. Ernährung in der Gegenwartskunst (bis 4. 10.), einfach weil ich finde, dass das Hack-Museum, vor allem für eine Stadt wie LU, ein wirklich tolles Museum ist.

Mannheim: Kunsthalle: Alexander Tillegreen (bis 10. 1. 27); Fokus Sammlung: Neue Sachlichkeit (bis 31. 12.); La vie moderne (bis 5. 7.). Da interessiert mich persönlich vor allem die Neue Sachlichkeit. Technomuseum: Crime. Die Technik des Verbrechens (25. 6. 26 bis 27. 6. 27)

Kunstexplosion im wunderschönen München

München, Alte Pinakothek: Stolzer Strauß und wütender Tiger. Tierbronzen des 19. Jahrhunderts (bis 11. 10); Wie Bilder erzählen: Storytelling von Albrecht Altdorfer bis Peter Paul Rubens (bis 5. 7.). Da hab ichs natürlich auf den Altdorfer abgesehen. Ja, München ist bisserl weit weg, aber eine Reise dort hin lohnt sich immer. Vor allem kann man das ja mit einem anschließenden Besuch im Lenbachhaus kombinieren, was für mich ein absolutes Must-see ist, jedes Mal, wenn ich in München bin.

Ansonsten habe ich vor, in Straßburg das Museum der schönen Künste zu besuchen. Das ist mein Plan für die nächsten Tage.


Quelle: faz.net

Titelbild: Ausstellungsansicht „Wettstreit mit der Wirklichkeit“ im Museum Frieder Burda, Foto: Jigal Fichtner

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Kunst

Alles, was du über meine Kunst nicht wissen wolltest

Vermutlich ist das Erste, was man in meinen Bildern wahrnimmt, die Farbe. Dann die Kommunikation darin. Sie besteht zwischen den einzelnen Farben, zwischen den Charakteren. Wenn ich etwas Abstraktes mache, besteht sie auch zwischen den gegenstandslosen Elementen. Zumindest mache ich so lange an ihnen rum, bis es sich für mich danach anfühlt.

Dieses regelmäßige Malen (und Kleben) kam schrittweise in mein Leben. Jetzt ist es die Luft, die ich zum atmen brauche. Das Ventil, durch das ist jede erdenkliche Scheisse verarbeite: Journalismus zum Beispiel ahaha oder Depressionen, oder anderweitigen Schmerz, den mir die Welt manchmal zufügt. Alles, was nach außen will.

Das Material, mit dem ich arbeite

Ich arbeite mir verschiedenen Papiersorten. Gerne fester. Rau, glatt, aquarellig, mit etwas gröberer Struktur. Bei den Bildträgern experimentiere ich gerne mit Sperrholz oder Leinwand. Sperrholz ist verhältnismäßig leicht und lässt sich ganz wunderbar bekleben, besprühen oder bemalen. Leinwand ist ein Klassiker. Am geilsten finde ich es, wenn Papier auf Holz klebt.

Eine bestimmte Sperrholzart, die ich immer und immer wieder verwende kenne ich aus dem Aufenthaltsraum meiner alten Schule. Die Wände wurden eines Tages komplett damit beschlagen. Jedes Mal, wenn ich den Duft frischer Bretter rieche, fühle ich mich wieder in diesen Raum hineinversetzt. Dort herrschte immer eine freie und friedliche Stimmung. Je länger der Raum mit den Brettern beschlagen war, desto mehr Kritzeleien, Sprüche und Penisse fanden sich auf den Wänden wieder. Es war fabelhaft. Da wurde viel mit Kugelschreibern gearbeitet, Edding, Aufklebern… Jeder, wie er wollte. Irgendetwas löst das in mir aus.

Ein bisschen zum Entstehungsprozess meiner Kunst

Meine Bilder entstehen oft impulsiv, seltener geplant – kommt aber auch vor. Wenn ich eine Idee habe, muss sie raus, bevor ich sie verliere. Manchmal setze ich mich auch aus Langeweile hin. Manchmal, weil ich mich ein bisschen zu meinem Glück zwinge.

Ich arbeite recht schnell. Als ich Comic- und Karikaturzeichnen gelernt habe, lernte ich die Spontaneität und Leichtigkeit der Bewegungen mit. Das schätze ich bis heute, weshalb meine Charaktere auch viel comichaftes haben. Nicht nur, weil sie nur aus wenigen Strichen bestehen und flach gehalten sind, sondern auch wegen des charakteristischen, meist schwarzen, Outline.

Bei den Portraits, die in etwa zu 95 Prozent aus Fantasiegestalten bestehen, lasse ich meistens den Pinsel oder den Bleistift führen. Bin selbst immer gespannt, wer dabei rauskommt. Die restlichen 5 Prozent (früher war es genau andersrum) male ich heimlich aus dem echten Leben, zum Beispiel, wenn ich Zug fahre.

Kunstgeschichte nimmt Einfluss auf meine Experimente

Dank des kunsthistorischen Studiums am KIT erfahre ich immer wieder von neuen Methoden und probiere sie aus. So habe ich es etwa mit dem Visualisieren und dann malen probiert. Das war überragend. So gewinnt nicht mehr der Stift die Überhand, sondern dein Geist. Bei den abstrakten Dingern gehe ich nach Kandinsky. Zwar in den aller meisten Fällen ohne Musik, aber der Mann hat so viele gute Gedankengänge mit der Welt geteilt, dass auch ich die Möglichkeit habe, nach ihnen die Farben, Formen und dessen Einwirkung aufeinander – und vor allem auf mich selbst – zu spüren. Und das ist ein sehr schöner und spaßiger Prozess.

Arbeitsweise und beschissene Körperhaltung

Ob ich kontrolliert male oder losgelöst? Je nach dem, was meine Seele verlangt. Wenn ich jedenfalls schlecht gemalt habe, wird das Ding zerschnitten. Die Zuschnitte werden für andere Zwecke verwendet.

Meine Arbeitsweise: Ich sitze auf dem Boden meines Wohnzimmers, der regelmäßig mit Aceton gereinigt werden muss, wegen der ganzen Farbflecken. Um mich herum ein Meer aus verschiedenfarbigen Papieren, die ihren Trocknungsprozess antreten. Hier bereite ich die Hintergründe vor. Im Wohnzimmer passiert quasi alles, was mit Acrylfarbe zu tun hat. Auch einige Portraits.

Da trocknet was…

Im Arbeitszimmer hingegen zeichne ich die comichaften Marker-Zeichnungen. Erst mit Bleistift vorzeichnen, dann Edding. Shoutout an Edding (unbezahlte Werbung). Ich feier die permanenten Marker jeder Form und Größe und neuerdings habe ich auch mal eine Sprühdose ausprobiert. Sie war überragend. Hab sie an einem Vormittag vollständig versprüht. Im Arbeitszimmer mache ich zudem noch die Papierzuschnitte. Im Bett loche ich manchmal die Mini-Blöcke.

Während des Malprozesses höre ich wahnsinnig selten Musik. Ich denk da einfach nie dran. Dabei habe ich eine ganz furchtbare Körperhaltung. Manchmal, wenn ich zu lange auf dem Boden rumsitze, wird mir richtig schlecht. Ist das normal?

Meinungen aus der Außenwelt

Am meisten und am liebsten male ich Gesichter. Und mir ist scheiß fick egal, ob alle die Schnauze voll davon haben. Oder ob es irgendjemanden stört, dass die meisten Charaktere ernst gucken. Seit meinem Interview mit Elena Politowa, weiß ich, was das Richtige für mich ist. Ich liebe Gesichter, ich verliebe mich erst ins Gesicht und dann den Charakter dahinter. Ich hab Bock sie zu malen, ich fühls einfach. Sie sind ernst, weil: Habt ihr bei uns in Deutschland schon mal Leute gesehen, die nicht auf Crack sind und lachend durch die Straßen laufen? Ich auch nicht.

Wenn die Ernsthaftigkeit in meinen Bildern euch stören sollte: Ich nehme auch Aufträge an. Da könnt ihr bestimmen, was ich male. Haut mich einfach an. Momentan bin ich relativ schwer zu kontaktieren, da ich Social-Media-mäßig ein wenig detoxen will. Aber wer sucht, der findet. Dafür hab ich plötzlich viel mehr Zeit für avecMadlen. Demnächst kommt hier ein Onlineshop, in dem ihr fertige Arbeiten kaufen werden könnt.

Signatur und Markenzeichen

Immer häufiger kommt Meine Schrift in den Bildern vor. Neongelb halte ich auch für eines meiner Wiedererkennungswerte, obwohl die Welt der Gegenwartskunst recht voll davon ist. Nicht voll genug, wenn ihr mich fragt. Diese Farbe macht mich mit ihrer Leuchtkraft ganz wuschig. Kandinsky hätte Neongelb gefeiert. Safe.

Meine Bilder sind mit Seriennummern versehen und ich stempel sie auf der Rückseite mit Madlen Romanowna. Also mit meinem echten Namen. Ich bin zwar in der Welt der Medien als Madlen Trefzer bekannt, aber ich hasse diesen Namen, deshalb verwende ich Romanowna, wo ich kann. Es ist der Vatersname, den wir Russen (und andere) von den Vornamen unserer Vätern übernehmen. Mein Vater heißt Roman. Mein voller Name, so wie er im Ausweis steht, lautet Madlen Romanowna Trefzer. Geboren wurde ich mit einem anderen Nachnamen, den ich vielleicht wieder annehme.

Es gibt ein bild, das ich nicht verkaufen würde. Es ist sehr simpel. Ein Kopf, besser gesagt die Silhouette eines Kopfes. Ohne Gesicht. In zartem Neongelb auf Lila Leinwand. Ich liebe es. Ich will es auf z wei ganz bestimmte Arten von Postkarten sehen. Die Farben sind perfekt füreinander. Der Kopf ist leicht geknickt, das ganze wirkt so zart und poetisch. Geb ich nicht her. Es gibt aber Einige, die ich nicht hergebe.

Wie dem auch sei. Freut euch auf den schon sehr bald kommenden Online-Shop. Wenn das Behördliche durch ist, geht es los.

Ich küsse euch,

eure Madlen

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Reisen

Haiphong bei Nacht: Von Lebensart und dunklen Gassen

Vietnam nachts zu erkunden ist wirklich traumhaft. Es war irgendwann zwischen 22 und 23 Uhr. Wie immer hatte ich kein Ziel, keinen Plan und keine Route. Einfach loslaufen und gucken, was passiert. Die Nacht war warm und ein wenig schwül. Mitten im Dezember fühlte sich Vietnam an wie Hochsommer. Dabei hing hier und da Weihnachtsdeko: Palmen, die mit Lichterketten geschmückt waren, Santa Claus und Weihnachtssterne vor tropischer Kulisse.

Ich lief durch die Straßen von Haiphong und war tiefenentspannt, glücklich, neugierig. Vor allem aber fühlte ich mich sicher. Während ich durch die Nacht schlenderte, roch es nach Benzin, heißem Gummi auf Asphalt und immer wieder nach vietnamesischer Küche. Nach Brühen, Kräutern und Gewürzen, die ich bis heute vermisse. Aus den Häusern und Restaurants drangen Stimmen. Vietnamesisch klingt für meine Ohren oft beinahe singend. Die Menschen plauderten, lachten, aßen gemeinsam oder saßen einfach beisammen.

Kinder, tanzende Senioren und meine geliebte Kaviarpizza

Kinder spielten draußen, obwohl es schon spät war. Einige waren vielleicht sieben, andere zehn Jahre alt. Als sie mich entdeckten, jubelten sie sofort los. Eine Mädchengruppe lief hinter mir her, umkreiste mich. Die Kleinen riefen „beautiful!“ und grinsten mich mit einer Herzlichkeit an, die mich ergriff. Zwischendurch hielten immer wieder Einheimische auf ihren Mopeds an und boten mir an, mich ein Stück mitzunehmen. Auf den Spiel- und Sportplätzen lief V-Pop. Senioren machten dazu ihre Gymnastikübungen. Kinder lachten. Motoren brummten. Die Stadt lebte.

Das Viertel, in dem ich wohnte, wirkte vergleichsweise westlich. Dort gab es schicke Cafés, Cupcake-Läden und Restaurants, in denen millionenschwere Influencerinnen tagsüber ihren Content produzierten. Pizza mit Kaviar wurde serviert – die fehlt mir bis heute.

Haiphong bei Nacht: Ab in die dunklen Gassen

Es zog mich auf die andere Seite der dicht befahrenen Straße. Dorthin wo es dunkler war und das andere Leben stattfand. Kaum überquerte man die breite Hauptstraße, die die zwei Stadtteile voneinander trennte, veränderte sich die Atmosphäre. Plötzlich saß das halbe Viertel in riesigen offenen Cafés zusammen. Menschen aßen Streetfood, tranken Tee und unterhielten sich. Überall standen die kleinen bunten Plastikhocker, auf denen man so tief sitzt, dass man fast in der asiatischen Hocke landet. Irgendetwas daran fand ich unglaublich anziehend.

Trotzdem brauchte ich eine Weile, bis ich mich traute, mich dazuzusetzen. Denn ja, auch ich habe nicht die größten Eier der Welt, obwohl ich grundsätzlich im yolo-Modus bin. Manchmal kickt eben die Social Anxiety rein. Irgendwie hatte ich hier das Gefühl, in eine große Familienfeier hineinzulaufen, zu der ich nicht eingeladen war. Ich fiel ohnehin auf. Nicht nur, weil ich Osteuropäerin bin, sondern auch, weil ich alleine unterwegs war. Die Menschen dort kamen gemeinsam. Familien, Freunde, Nachbarn. Ich hingegen lief alleine durch ihre Welt. Also blieb ich zunächst Beobachterin.

Glaskasten-Wohnzimmer: So leben die Vietnamesen

Und dabei fiel mir etwas auf, das mich bis heute fasziniert: Die Häuser. In Hanoi hatte ich dieses Phänomen bereits bemerkt, doch in Haiphong begegnete es mir überall. Viele Familien leben in schmalen, oft dreistöckigen Häusern. Unten befindet sich ein Geschäft, ein Café oder ein kleiner Laden. Darüber liegen die Wohnräume.

Manchmal allerdings befindet sich direkt im Erdgeschoss das Wohnzimmer. Mit einer kompletten Glasfront. Wer vorbeigeht, kann sehen, wie die Familie zu Abend isst, auf dem Sofa sitzt, Fernsehen schaut oder einfach entspannt. Anfangs hat mich das komplett geflasht. Ich erinnere mich an einen Abend auf einem Nachtmarkt in Hanoi. Menschenmassen schoben sich durch die Straßen. Und einen Meter weiter saß eine Familie in ihrem verglasten Wohnzimmer und verbrachte einen ganz gewöhnlichen Abend. Als würden zwei Welten unmittelbar nebeneinander existieren.

Auch in Haiphong sah ich diese Szenen ständig. Familien auf weichen Sofas. Menschen, die auf ihren Teppichen lagen. Jugendliche, die am Handy scrollten. Manche dösten einfach vor sich hin. Sie chillten. Und ich stellte fest, wie sehr ich es liebte, Menschen beim Chillen zuzusehen. Genau dort wurde mir etwas bewusst.

Vietnam upgradet meinen eigenen Lebensstil

In meiner eigenen Kindheit wurde Nichtstun konsequent bestraft. Einfach herumliegen, Löcher in die Decke starren; auf dem Sofa sitzen und nichts Produktives tun. Dafür schämte ich mich wahnsinnig lange. In Vietnam schien niemand ein Problem damit zu haben. Die Menschen ruhten sich aus. Ganz selbstverständlich. Sichtbar für alle. Hinter Glasfassaden, mitten in der Stadt, mitten in ihrem Ladengeschäft, auf dem Moped, am Straßenrand, in Cafés.

Niemand versteckte es. Niemand entschuldigte sich dafür. Diese Beobachtung hat nachhaltig etwas in mir verändert. Seit meiner Vietnam-Reise chille ich bewusst. Ich bin sogar schon soweit, dass wenn ich auf meinem Balkon sitze und die Nachbarn mich beim Chillen beobachten, ich mich nicht einmal mehr fürs Nichtstun schäme. Ich sitze einfach da und chille unverschämt weiter. Ohne schlechtes Gewissen. Das hat meine Lebensqualität enorm gesteigert. Außerdem kann ich mich viel besser erholen.

Neugierde gewinnt die Überhand: Ich fühle mich als ein kleiner Eindringling

Während meiner Spaziergänge blieb ich oft nur wenige Meter von diesen Wohnzimmern entfernt stehen. Ich fühlte mich manchmal wie ein kleiner Eindringling. Neugierig war ich trotzdem. Also wandte ich schnell wieder den Blick ab, aus Respekt. Gleichzeitig wollte ich jede Nuance dieser Atmosphäre aufsaugen. Dabei schienen sich die Viets überhaupt nicht an meiner Anwesenheit zu stören. Diese Offenheit hat mich begeistert.

Ich schwöre, ich liebe Vietnamesen. Ihre reiche Kultur und die mir bis dahin völlig unbekannte Lebensweise hat mich als Mensch einfach wachsen und blühen lassen. Ich bin unendlich dankbar dafür. Jede Reise bringt mir grundsätzlich so viel bei. Ich bin froh, dass die nächste bereits gebucht ist.

Gemeinschaft und Sauberkeit in Vietnam

Vielleicht interpretiere ich zu viel hinein, aber ich habe den Eindruck, dass die Architektur solcher Häuser die Menschen als Gesellschaft näher zusammenrücken lässt. In Vietnam erzählen viele, dass Freunde auch mal unangekündigt vorbeikommen. Dass sie mithelfen, wenn gekocht wird, oder die Wäsche gemacht wird. Dass Alltag etwas Gemeinsames ist. Ich weiß nicht, ob das überall so stimmt. Aber ich weiß, dass ein Teil von mir sich nach dieser Form von Gemeinschaft sehnt.

Noch etwas fiel mir auf: Die Sauberkeit. Abends sah ich häufig Frauen in der Hocke sitzen und Geschirr spülen. Anschließend wurden die Gehwege gefegt, gewischt und vom letzten Staubkorn befreit. Der Müll wurde ordentlich in kleine Tüten verpackt und für die Abholung am nächsten Morgen bereitgestellt. Diese Akribie beeindruckte mich. Dabei waren die großen Straßen oft tiefschwarz von den Abgasen der Mopeds. Die Wohnviertel hingegen wirkten liebevoll gepflegt.

Die Menschen selbst erschienen mir außergewöhnlich sauber. Kein Parfüm, keine Körpergerüche. Einfach Seife und Reinheit. Ja, ich gestehe, ich hab tatsächlich an ein paar Menschen geschnuppert.

Wie dem auch sei. Nach diesem nächtlichen Ausflug, mit all seinen Eindrücken,erlaubte ich mir, am nächsten Tag einfach mal nichts zu tun. Ich lag faul am Pool herum, guckte Tatort, ließ mich massieren und war einfach im Moment. Ich musste wohl Kräfte sammeln für meine abenteuerliche Reise zum Elefantenberg.


Kennst du schon meinen Tiktok-Account? Nein? Für wen poste ich dann 5 Videos am Tag??

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Reisen

Alqueva-See – Portugals stille Wasserlandschaft im Alentejo

Der Alentejo im Süden Portugals gilt mit seiner Weite und ruhigen Atmosphäre vielerorts noch als Geheimtipp. Mitten in dieser Landschaft liegt der Alqueva-See. Er gilt als eine der größten künstlichen Wasserlandschaften Europas und ist zugleich ein Ort, an dem sich Naturerlebnis und achtsames Reisen miteinander verbinden. Hier bestimmen jahrhundertealte Traditionen, nachhaltige Lebensweisen und eine enge Verbindung zur Natur bis heute den Alltag. Die verzweigten Ufer, ruhigen Buchten und offenen Horizonte schaffen einen Raum, der sich vom klassischen Reisetakt abhebt.

Blick über den Alqueva-See im Alentejo, Portugal, mit ruhigem Wasser, sanften Hügeln und typischer Landschaft der größten künstlichen Seenlandschaft Europas – beliebtes Reiseziel für Natur, Wassersport und Sternenbeobachtung.

Panorama des Alqueva-Sees im Alentejo in Portugal mit weitem Wasserblick und mediterraner Natur. Der Stausee zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und zieht Urlauber, Naturliebhaber und Wassersportler an.
©fredericducoutphotography

Der Alqueva-See: Zwischen Wasser und Weite

Die verzweigte Wasserfläche des Alqueva-Sees fügt sich harmonisch in die offene Landschaft des Alentejo ein. Wer hier unterwegs ist, erlebt den See in ganz unterschiedlichen Facetten: im Kajak durch stille Buchten, unter Segeln oder vielleicht sogar vom Deck eines Hausboots – dort, wo sich die Landschaft langsam vorbeibewegt. Der Alqueva-See wirkt dabei fast wie ein Binnenmeer – ruhig, weit und von ungewöhnlicher Stille geprägt.

Entlang der Ufer wechseln sich kleine Anlegestellen, naturbelassene Abschnitte und historische Orte ab. Besonders Monsaraz, auf einem Hügel oberhalb des Sees gelegen, prägt das Bild der Region. Zwischen engen Gassen, weiß getünchten Häusern und weiten Ausblicken wird klar, wie Natur, Kultur und Alltag rund um den Alqueva-See miteinander verbunden sind. Im Juli verwandelt sich das Dörfchen in ein Open-Air Museum, wo man die Sitten und Bräuche des Alentejos kennenlernen kann. Doch auch die weniger bekannten, und dadurch auch ruhigeren Dörfer, sind einen Besuch wert.

©Visit Alentejo

Gleichzeitig steht der Alqueva-See für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Portugals: Er sichert die Wasserversorgung einer trockenen Region, ermöglicht landwirtschaftliche Nutzung und trägt zur Energiegewinnung bei. Die Entwicklung rund um den See zeigt, wie sich nachhaltige Ressourcennutzung, regionale Wertschöpfung und touristisches Erleben miteinander verbinden lassen.

Die Wunder Portugals: Slow Travel am Wasser

Die enge Verbindung von Landschaft, Alltag und regionaler Kultur prägt auch die Art des Reisens rund um den Alqueva-See. „Slow Tourism“ ist hier weniger Konzept als gelebter Alltag. Statt voller Tagesprogramme bestimmen kleine Dörfer, regionale Küche und eine offene Landschaft den Rhythmus des Aufenthalts. Die Atmosphäre lädt dazu ein, lokale Weine und traditionelle Produkte kennenzulernen. Viele Unterkünfte sind familiär geführt und mit der Umgebung verbunden – oft geprägt von regionaler Architektur, lokaler Handwerkskunst und einem bewussten Umgang mit Ressourcen. Wochenmärkte, lange Abende unter freiem Himmel und Wege durch die offene Landschaft gehören ebenso zum Erlebnis wie die Nähe zur Natur.

Wenn die Dunkelheit leuchtet: Dark Sky Alqueva

Mit dem Einbruch der Dunkelheit eröffnet sich rund um den Alqueva-See eine ganz besondere Sicht auf den Sternenhimmel. Dark Sky Alqueva gilt als ein Ort, an dem die Nacht zum Erlebnis wird. Es ist die weltweit erste Region, die als „Starlight Tourism Destination“ zertifiziert wurde. Hier eröffnet sich ein Nachthimmel, wie ihn viele Menschen in Europa kaum noch kennen: klar, tief und schier unendlich. Die Milchstraße ist sichtbar und die Sternbilder wirken greifbar nah. Ob bei geführten Beobachtungen oder in stiller Eigenregie – der Blick nach oben wird hier zu einem der eindrucksvollsten Reiseerlebnisse überhaupt.

©Miguel Claro

Zwischen Weltkulturerbe und gelebter Tradition

Rund um den Alqueva-See verbindet sich Naturerlebnis mit kulturellen Ausflügen: So liegt die Stadt Évora mit ihrem römischen Tempel, einer gotischen Kathedrale, verwinkelten Gassen und lebendigen Plätzen nur etwa eine Autostunde entfernt. Die Stadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird 2027 den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt tragen.

Neben Évora ergänzt auch Elvas mit historischen Festungen das kulturelle Umfeld rund um den Alqueva-See. Die UNESCO-Welterbestadt zählt zu den am besten erhaltenen Festungsstädten Europas. Ihre sternförmigen Wälle, Bastionen und Aquädukte repräsentieren die strategische Rolle des Alentejo als Grenzregion.

Évora ©Visit Alentejo

Lieder über das Leben, die Arbeit und Geschichte: Die Stimmen des Alentejo

Rund um den Alqueva ist der Cante Alentejano bis heute fester Bestandteil der regionalen Kultur. Dabei handelt es sich um einen traditionellen mehrstimmigen Chorgesang, der meist ohne Instrumentalbegleitung vorgetragen wird. In Tavernen, auf Dorfplätzen und bei lokalen Festen singen die Menschen gemeinsam Lieder über das Leben, die Arbeit und die Geschichte des Alentejo. Seit 2014 gehört der Cante Alentejano zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Die meist männlichen Chöre singen in langsamen, mehrstimmigen Harmonien von Arbeit, Sehnsucht und dem Leben auf dem Land. Der Cante entsteht ohne große Inszenierung und gehört bis heute ebenso zu festlichen Anlässen wie zu lokalen Zusammenkünften.

Über den Alentejo

Zwischen Lissabon und der Algarve, bis hin zur spanischen Grenze, erstreckt sich im Süden Portugals der Alentejo – eine Region mit weiten Horizonten, weiß getünchten Dörfern und spürbarer Authentizität. Im Zentrum liegt der große See von Alqueva, ein beeindruckendes Binnengewässer am Fluss Guadiana, das sich zum Herzen der Region entwickelt hat. Hier vereinen sich Sternenbeobachtung unter einem der dunkelsten Himmel Europas, entspannte Wassererlebnisse, Weinberge und Olivenhaine sowie ikonische Hügeldörfer wie Monsaraz zu einer Kulisse, die wie geschaffen ist für entschleunigtes Reisen und intensive Begegnungen mit der lokalen Kultur.

©fredericducoutphotography

Von Korkverarbeitung, Keramik, gewebten Textilien und Korbflechterei bis hin zu Stickerei und regionaler Gastronomie: in der gesamten Region begegnen Besucher lebendigen Traditionen und handwerklicher Kunstfertigkeit. Diese werden von den lokalen Gemeinschaften bewahrt und zugleich mit zeitgenössischer Kreativität neu interpretiert.

Die internationale Vermarktung des Alentejo, umgesetzt durch die ARPTA, wird durch die Europäische Union im Rahmen der Programme Alentejo 2030 und Portugal 2030 unterstützt. Diese Förderung dient der Finanzierung der Positionierung der Region als internationales Reiseziel und steht im Einklang mit den Zielen der Kohäsionspolitik der Europäischen Union in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Kultur und Tourismus.


Quelle: Pressemitteilung der Global Communication Experts GmbH
Doris Palito | Frederike Fahr
Hanauer Landstr. 184
60314 Frankfurt
www.visitalentejo.pt, www.gce-agency.com

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Geheime Formel für Kreativität: ein bisschen Unordnung

Die Schreibtischkante ist kaum noch zu sehen. Bücher stapeln sich neben dem Haufen Stiften und Pinseln, irgendwo dazwischen liegen ungelesene, wenn nicht gar ungeöffnete Briefe, und in der Ecke ruht eine angefangene Flasche armenischen Cognacs. Für manche ist das der blanke Horror. Für andere ist es ein fruchtbarer Nährboden. Kreatives Chaos wirkt aufgeräumten Seelen wie ein Angriff auf die Effizienz – dabei ist es für viele Gemüter das Gegenteil: ein funktionierendes System aus Impulsen, Ideen und Intuition.

Ordnung suggeriert Kontrolle. Sie vermittelt, dass alles seinen Platz hat und nichts aus der Reihe tanzt. Das klingt nach Ruhe und Klarheit. Aber nicht jede Idee gedeiht im Reinen. Wer schreibt, malt, komponiert oder entwirft, kennt das Gefühl: Die besten Gedanken kommen nicht, wenn alles perfekt sortiert ist. Sie entstehen oft mitten im Durcheinander – dort, wo man nichts erzwingen kann.

kreatives Chaos Leuchtreklame
Foto von Nick Page auf Unsplash

Die Wissenschaft hinter dem kreativen Durcheinander

Eine Untersuchung der University of Minnesota soll gezeigt haben, dass Menschen in unaufgeräumten Räumen zu unkonventionelleren Lösungen greifen. Eher als ihre ordnungsliebenden Kollegen. Chaos regt offenbar das Denken abseits gewohnter Bahnen an.

„Wenn ein voller Schreibtisch ein Zeichen für einen vollen Geist ist – was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den aus?“ Dieses Zitat wird häufig Albert Einstein zugeschrieben. Auch Steve Jobs oder Frida Kahlo waren nicht gerade für ihre minimalistische Umgebung bekannt. Sie schufen zwischen Farbtuben, Notizen, Technikschrott oder zerknüllten Papieren. Was wie Nachlässigkeit wirkt, ist oft Ausdruck einer inneren Dynamik, die Raum braucht.

Kreatives Chaos: Zwischen Impuls und Instinkt

Kreativität ist kein linearer Prozess. Sie lebt von Störungen, vom Wechsel, von der Symbiose scheinbar widersprüchlicher Dinge. Nicht zuletzt lebt sie sogar von Depression. In einem aufgeräumten Raum bleiben die Gedanken oft dort, wo sie auch gestern waren. Ein wild durchmischter Haufen alter Zeitschriften hingegen kann plötzlich zur Inspirationsquelle werden. Ein vergessenes Foto, das beim Aufräumen auftaucht, kann eine neue Geschichte erzählen.

Dabei geht es mir nicht darum, Unordnung zu romantisieren. Dauerhaftes Chaos kann belasten, blockieren oder sogar krank machen. Aber ein gewisses Maß an Unstrukturiertheit kann helfen, aus eingefahrenen Routinen auszubrechen. Wer jeden Tag am selben Schreibtisch sitzt, dieselbe Tasse benutzt und dieselbe To-do-Liste abarbeitet, produziert oft nur noch Vorhersehbares. Kreative Prozesse brauchen Luft, Reibung und Überraschung. Sie lieben Ortswechsel, Planänderungen, Fehlentscheidungen.

Foto von Wayee Tan auf Unsplash

Das persönliche System erkennen

Nicht jede Form von Chaos ist kreativ. Der Unterschied liegt in der Haltung. Wer bewusst ein bisschen Unordnung zulässt, um Verbindungen zu erkennen, Ideen zu entwickeln oder sich treiben zu lassen, schafft eine produktive Umgebung. Das kann sogar ein simples Moodboard sein, das hin und wieder neu bestückt wird. Oder ein Regal, in dem Bücher nicht nach Alphabet, sondern nach Gefühl sortiert sind. Auch digitale Unordnung – unzählige offene Tabs oder ein wild beschrifteter Desktop – kann ein solches System bilden. Na, erkennst du dich wieder?

Was für andere wie Kontrollverlust aussieht, ist oft ein funktionierendes Netzwerk aus Inspiration, Recherche und Emotion. Entscheidend ist, ob man sich darin zurechtfindet – oder aber die Fassung vollständig verliert.

Doch Vorsicht: Unordnung kann zwar kreative Prozesse anregen – doch sie ist kein Allheilmittel. Rainer Holm-Hadulla, Psychotherapeut und Kreativitätsforscher an der Universität Heidelberg, warnt: „Man darf nicht nur Chaos in sich haben, sondern braucht auch Struktur und Gewohnheit, um sich auf Chaos einlassen zu können.“ Das kreative Potenzial entfaltet sich also nicht im völligen Durcheinander, sondern in einem kontrollierten Spannungsfeld zwischen Ordnung und Freiheit. Balance ist nun mal der Schlüssel zu allem Guten – wie in vielen anderen Lebensbereichen auch.


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Fibertraum Kuala Lumpur: Diesen Tag vergesse ich nie

Mein erster Tag in Malaysia war aufregend. Ich spürte die Vision der Architekten und Stadtplaner. Diese futuristischen Gebäude könnten unterschiedlicher kaum sein. Gleichzeitig harmonieren sie auf einem ganz anderen Level miteinander.

Die Stadt ist sauber, es gibt eine Hochbahn (Monorail), viele Restaurants, Geschäfte und Moped-Werkstätten. Die Einheimischen empfingen mich freundlich. Die Malaien und die meisten Chinesen waren mir gegenüber korrekt, empathisch und ich habe mich in deren Gesellschaft sicher und willkommen gefühlt. Als Frau ist es nicht immer ohne, alleine durch die Welt zu reisen. Aber es macht viel zu viel Spaß, als dass ich jemals darauf verzichten könnte.

Bis auf ein paar merkwürdige Situationen, die sich im weiteren Verlauf meiner Reise durch Malaysia massiv häufen würden, fand ich alles ziemlich cool. Naja, fast.

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Das erste Horrorhotel in Malaysia

Mein Hotel sah nicht wie auf den Bildern aus. In so einer Absteige habe ich noch nie genächtigt. Zumindest nicht bis zu diesem Tag. Was ich nicht wusste (aber ihr wisst es jetzt): hier in Malaysia gibt es in den aller meisten Städten eine Touristen-Taxe. Plus: es ist üblich, dass die Hotelbetreiber einen Geldbetrag als Pfand verlangen. Vor der Abreise kriegt man den wieder.

Diese Prozesse zogen sich in die Länge, was mir missfiel. Ich war dehydriert, rote Fresse, hatte mich eben erst mit dem Grab-Fahrer gezankt – komplett gejetlagt. Das Zimmer war nicht bezugsfertig. Man ließ mich dennoch rein. Noch während ich meinen aufs Ambiente bezogenen Schock verarbeitete, klopfte es natürlich an der Tür. Ein Mann trat ein und zeigte mir, dass meine Dusche nicht funktionierte. Er fing an, darin rumzustochern. Ich fragte zwischendrin, ob ich Bettwäsche kriegen würde. Würde ich nicht. Während er die Dusche reparierte, spritzte das Wasser quer durch das gesamte Zimmer. Daraufhin musste die Situation dringlichst verlassen.

Kuala Lumpur: Mal ehrlich, ohne Chaos wäre es doch langweilig

Während ich da so stand und die Stadtsilhouette vom Hotelflur beobachtete, musste ich schmunzeln. Eine chaotische Anreise gehört einfach zu meinen unverzichtbaren Ritualen. Ihr erinnert euch: In Vietnam landete ich einfach mal in der falschen Stadt, auf Teneriffa fand ich mein Hotel gar nicht und hatte auch kein Internet, um danach zu suchen und auf den Philippinen ging mir sowieso der Allerwerteste auf Grundeis.

Love ya

Die Zeit rannte. Irgendwann zog ich den Mann aus meinem Zimmer und den Zimmerschlüssel aus seiner Hand, um mich umzuziehen und anschließend Malaysias Hauptstadt mit ihren über zwei Millionen Einwohnern näher kennenzulernen.

In einer Obsthalle

Ich ging planlos durch die heißen, von der Mittagssonne gezeichneten Straßen Kuala Lumpurs. Wie auch schon in den anderen Teilen Südostasiens, fiel ich hier auf. Ich sah eine Markthalle und ging hinein. Asiatische Märkte sind ein Vibe. Die Farben, Düfte, Spezialitäten… Jedes Mal ein unvergleichliches Erlebnis.

Rambutan

Die Händler waren freundlich und setzten mir, anders als auf den Philippinen, keine Touristenpreise auf. Sie ließen mich Marian Plum („Mini-Mango“) probieren – köstlich. Wie Mango, nur um einiges geschmacksintensiver und aromatischer. Die sauren Noten waren pointierter, die Süße war üppiger. Die Schale rundete das Ganze mit einer leichten Herbe ab. Ich kaufte. Dann nahm ich noch Rambutan, das ich bereits aus Vietnam kannte, und Salak (Schlangefrucht) mit. Salak war geschmacklich bahnbrechend. Ich hab selten etwas gegessen, das eine so harmonische und gleichzeitig breite Geschmackspalette in sich trug. Dabei war die Textur auch sehr, für mich zumindest, extraordinär. Die Frucht erinnerte mich an Jackfruit, aber gehaltener und tiefer. Weniger glibschig und faserig, dafür glatt von angenehmer Festigkeit. Wobei ich glibschig auch total abfeier.

Was ich in Malaysia nicht probiert hatte ist Durian. Bereue ich es? Ein wenig. Hierbei handelt es sich um diese Frucht, die so sehr stinkt, dass man sie weder in Hotels noch in Taxis mitnehmen darf. Und das hat mich ehrlich gesagt ein wenig abgeschreckt. Ich probierte es mit einem Durian-Wassereis, aber auch das konnte ich nicht essen. Wegen des Geruchs, versteht sich.

… und dann diese Begegnung

Ich zog von dannen. Ein älterer Mann in der Nähe des Marktes versuchte mir irgendetwas anzudrehen. Ich lehnte dankend ab und ging weiter, ohne mich umzudrehen. My bad. Er ging mir hinterher. Plötzlich zerrte er an meinen Haaren. Das war unerwartet, creepy und auch ziemlich schmerzhaft. Meine Reaktion war überraschend kontrolliert. Mein Unterbewusstsein beschloss wohl kein all zu großes Fass aufzumachen, da es nicht einschätzen konnte, wozu der Mann sonst noch fähig war.

Ich brauchte ein paar Minuten, um auf die Situation klarzukommen. Ich wolle es nicht dramatisieren, aber ich empfand es durchaus als gewaltsamen Angriff auf meine Intimsphäre. Das sind genau die Momente, die nicht passieren würden, wenn ich mit einem Mann unterwegs gewesen wäre. Irgend etwas musste ich aber daraus lernen. Mir wurde etwa klarer, wie sehr ich den Umgang deutscher Männer mit mir liebe und schätze. Ich fühle mich gesehen, respektiert und ernstgenommen. Mehr als Mensch, weniger als Frau, allerdings. Damit kann ich aber arbeiten. Also buchstäblich arbeiten haha.

Die Stadt pulsierte. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Die höchst ästhetische Zusammensetzung der Architekturwerke verschiedener Bauphasen hier halte ich für ein Phänomen. Wie noch nie zuvor hatte ich das Gefühl, dass die einzelnen Gebäude in einem Dialog zueinander stehen. Sie vervollständigen sich gegenseitig und ihre Einwirkung aufeinander verändert sich mit jedem einzelnen, die perspektivische Sicht verändernden Schritt durch die heißen Straßen. In solchen Momenten wünsche ich mir so sehr, mich wenigstens ein kleines bisschen mit Architektur auszukennen. Aber den Wunsch erfülle ich mir: ab nächstes Semester gönn ich mir Architektur im Nebenfach.

Die nackte Frau auf der Straße

Als ich weiter ging sah ich eine Frau am Boden liegen. Ich hab mir nichts dabei gedacht, denn ich hatte am frühen Nachmittag viele Leute auf dem Boden liegen sehen. Jedes Mal unsicher, ob sie sich von der drückenden Hitze erholen, oder ob sie Obdachlos sind. Viele von ihnen waren nämlich gut und sauber gekleidet. Als ich aber nähertrat, erkannte ich zunächst die langen braunen Beine und kurz darauf den entblößten Schritt. Es war schauderhaft. Für Kuala Lumpur ist das wohl ganz und gar nicht die Norm. Aber wie in jeder anderen Großstadt gibt es auch hier einen Gesellschaftsrand.

Die Frau bewegte sich. Vorüber gingen neugierige Männer. Einer davon blieb stehen, überlegte, ging weiter, blieb wieder stehen, schaute sich um, näherte sich wieder. Ich hatte einfach wahnsinnige Angst, dass sie, sobald es dämmert, sexueller Gewalt ausgesetzt sein würde. Ich ging in einen nahegelegenen Laden und kaufte ihr eine Hose und eine Flasche Wasser. Als ich wieder bei ihr war, reagierte sie nicht. Aber sie bewegte sich. Ihr Kopf war, anders als der Körper, zugedeckt. Unter der Decke murmelte sie etwas. Ihr Bauch sah aus, als sei sie mehrfache Mutter. Sonst war ihre goldbraune Haut glatt und nicht älter als meine.

Ich legte die kleine Tüte vorsichtig neben sie und entfernte mich. Dann wählte ich den Notruf 999. Merkt euch diese Zahl, wenn ihr in Malaysia seid. Dort verwies man mich an die Rufnummer 103. 103 war nicht oder nicht mehr erreichbar. Fuck. Ich suchte einen verantwortungsvoll aussehenden Erwachsenen. Und fand ihn bei Domino’s Pizza. Ich entschied mich gezielt für einen Konzernmitarbeiter, weil etwa ein Ladenbesitzer, so meine Erfahrung, seinen Laden eher nicht für eine Frau in Not schließen würde. Ich führte den freundlichen jungen Mann den ganzen Weg zurück. Dort hin, wo die Frau lag. Als er in etwa drei Metern Nähe war, blieb er stehen und winkte ab. Ich sah, dass er sie wohl kannte. „She’s crazy“, sagte er. Einen ID hätte sie auch nicht. Man kenne sie in diesem Teil der Stadt. Er ging zurück auf seine Arbeit. Ich blieb stehen und überlegte.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich davon ablassen durfte. Die Situation bekam nicht unter Kontrolle, auch wenn ich es so sehr wollte. Der Anblick der nackten Frau am Boden schneidet mir eine Wunde ins Herz. Ihr Anblick trifft mich in etwa so schwer, wie die Erfahrung mit den Straßenkindern in Manila.

Kuala Lumpur: Ein verrückter Tag neigt sich dem Ende zu

Ich brauchte langsam eine Pause von meinem Tag voller Kontraste und ging zurück zum Hotel. Unten im Gebäude befindet sich ein Kashmir Restaurant, das ich bereits Vormittags ins Visier genommen hatte. Hausgemachte Küche mit scharfem Wumms, sehr schmackhaft. Habe es genossen. Während ich da saß, fiel der erste Regen seit meiner Ankunft in Malaysia. Während unter seiner Gewalt alles abkühlte, wuchs in mir der Wusch empor, die Stadt im nassen Zustand kennenzulernen. Also spazierte ich planlos durch die Straßen, bis es dunkel wurde. Bevor ich schlafen ging, wollte ich nochmal nach der Frau sehen. Sie lag dort nicht mehr. Und die kleine Tüte war auch weg. Am nächsten Morgen reiste ich weiter nach Ipoh.

Kuala Lumpur bei Nacht :) #reiseblog #kualalumpur #reiseabenteuer #bigcityvibes #asia #malaysia

Was kann ich abschließend sagen? Ich liebe Kuala Lumpur. Es war gut, es war verrückt, es war ein bisschen gefährlich. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt. Aber vor allem war es ein Tag, an dem ich deutlich das durch meine Adern fließende Leben gespürt habe. Deshalb werde ich ihn niemals vergessen.

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Kunst

Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus

Mit der Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ widmet sich das Museum Frieder Burda einer der konsequentesten Bewegungen der gegenständlichen Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Stilrichtung, die sich ab
Mitte der 1960er-Jahre in den USA herausbildete, steht für eine Kunst, die den fotografischen Blick auf die Welt zum Ausgangspunkt nimmt und diesen mit malerischen Mitteln auf illusionistische Weise reproduziert.

Über 90 bildgewaltige Werke von über 30 Künstlerinnen und Künstlern aus sechs Jahrzehnten zeigen, wie der Anspruch auf Wirklichkeitsnähe mit handwerklicher Präzision neu definiert wurde. Von frühen Positionen wie Robert Bechtle, Richard Estes, Ralph Goings und Audrey Flack bis zu internationalen Entwicklungen der Gegenwart. Ausgangspunkt der Schau ist die Sammlung Frieder Burda. Ergänzt wird sie durch hochkarätige Leihgaben aus rund 20 internationalen Sammlungen, darunter dem Whitney Museum of American Art in New York und dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid.

Ralph Goings, Richmond Diner, 1983, Öl auf Leinwand, 101,6 x 147,3 cm, Waddington Custot, London, Paris, Dubai. Foto: Waddington Custot © Ralph Goings, Goings Family Estate, 2026

Eine Kunst, die täuschend echt wirkt


Seit der Antike gilt die möglichst detailgetreue Wiedergabe der Wirklichkeit als eines der zentralen Anliegen der Malerei. Schon früh wurden große Maler dafür bewundert, täuschend echte Bildwelten zu schaffen. Immer wieder erzählen antike Autoren von Werken, die so illusionistisch waren, dass Betrachter sie zunächst für Realität hielten. In dieser langen Tradition steht auch der Fotorealismus als eine Malerei, die das Ringen um Wirklichkeitsnähe im 20. Jahrhundert unter den Bedingungen der Fotografie neu in den Mittelpunkt rückte.

Als Gegenreaktion auf den Abstrakten Expressionismus wandten sich Künstler erneut der gegenständlichen Malerei zu. Ausgangspunkt ihrer Werke waren neben Fotografien auch Werbebroschüren und andere Bildvorlagen. Mithilfe von Projektionen oder Rasterstrukturen übertrugen sie die detailgenau auf die Leinwand. Motive fanden sie vor allem in der amerikanischen Konsum- und Alltagskultur. Die Motive: Sonnenbeschienenene Straßenzüge, polierte Oberflächen von Autos und Motorrädern, glänzende Diner-Interieurs oder farbintensiven Leuchtreklamen.

Fotorealismus: Bis ins kleinste Detail durchdacht


Der Fotorealismus bildet immer auch eine Wirklichkeit ab, die bereits durch den kühl objektiven Blick der Kamera vorgefiltert ist. Während das menschliche Sehen immer zwischen Schärfe und Unschärfe wechselt, zielen fotorealistische Gemälde auf eine
Genauigkeit, die bis ins kleinste Detail reicht. Charakteristisch sind es oft glatte Oberflächen, die an Fotoabzüge erinnern, sowie eine malerische Präzision, die selbst feinste Strukturen sichtbar macht. Teilweise kommen auch Sprühpistolen zum Einsatz, um die Spuren der Hand noch stärker zurückzunehmen. Einige Künstler setzen ihre Motive zudem aus mehreren fotografischen Quellen zusammen. Besonders bei Stadtansichten entstehen dabei komplexe Bildwelten, die zugleich vertraut wirken und in ihrer Perfektion leicht irritieren.

War der frühe Fotorealismus zunächst ein US-amerikanisches Phänomen, so fand die Bewegung in der zweiten und dritten Generation internationale Ausbreitung. Aauch heute noch ist sie im globalen Kontext präsent. Neue Entwicklungen in der Fototechnik und die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung geben der Auseinandersetzung mit Wirklichkeitsnähe
immer wieder neue Impulse. In Europa wurde der Fotorealismus bereits in den 1970er Jahren intensiv rezipiert. Auf der documenta 5 in Kassel, die 1972 unter dem Titel „Befragung der Realität – Bildwelten heute“ stattfand, wurde die Bewegung institutionell anerkannt. Es folgten große Ausstellungen in London, Kopenhagen und Paris. Durch die etablierte sich die neue Kunstströmung auch außerhalb der USA.

Johannes Müller-Franken, Ferchensee, 2010, Öl auf Leinwand, 95 x 100 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Johannes Müller-Franken

Museum Frieder Burda: Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus


Mit „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ zeigt das Museum Frieder Burda eine der größten Ausstellungen zum Fotorealismus in Deutschland. Dabei wird die technische Meisterschaft und die thematische Vielfalt dieser Malerei sichtbar. Anhand von über 30 Positionen gibt die Schau einen facettenreichen Überblick von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Im Erdgeschoss liegt der Fokus auf den Gründerfiguren der Bewegung und ihrem Interesse an der amerikanischen Lebenskultur. Darunter befinden sich Arbeiten von John Baeder, Robert Bechtle, Charles Bell, Chuck Close, Don Eddy, Richard Estes, Ron Kleemann und Richard McLean. Das Kabinett im Mezzanin ist als monografisches Kapitel dem Werk Karin Kneffels gewidmet. Im Obergeschoss versammelt die Schau jüngere Entwicklungen des internationalen Fotorealismus, mit Werken von unter anderem Pedro Campos, Andrés Castellanos, François Chartier, Ben Johnson, Bertrand Meniel, Johannes Müller-Franken, Rod Penner und Craig Wylie. Im Untergeschoss des Museums erweitern Fotografien von Lars Eidinger als zeitgenössischer Kommentar den Blick auf das Verhältnis von Bild und Realität.

Ausstellungsansicht „Wettstreit mit der Wirklichkeit“, Foto: Jigal Fichtner

Fakten zur Ausstellung


    Kurator: Dr. Daniel Zamani. Er ist Künstlerischer Direktor im Museum Frieder Burda, Baden-Baden.
    Assistenzkuratorin: Judith Irrgang, Leiterin der Sammlung Frieder Burda und wissenschaftliche Mitarbeiterin.

    Künstlerinnen und Künstler (*Anzahl der gezeigten Werke): Alexandra Averbach (2), John Baeder (2), Robert Bechtle (3), Charles Bell (4), Roberto Bernardi (9), Tom Blackwell (1), Pedro Campos (3), Andrés Castellanos (1), Franҫois Chartier (2), Chuck Close (1), Davis Cone (1), Robert Cottingham (5), Lars Eidinger (3), Don Eddy (3), Richard Estes (3), Audrey Flack (1), Ralph Goings (7), Don Jacot (4), Ben Johnson (5), Ron Kleemann (2), Alexandra Klimas (2), Karin Kneffel (8), Richard McLean (2), Bertrand Meniel (2), Malcolm Morley (2), Johannes Müller-Franken (3), Yigal Ozeri (1), David Parrish (1), Rod Penner (1), Gerhard Richter (2), John Salt (2), Raphaella Spence (6), Craig Wylie (4).

    Leihgeber: Acht Werke aus der Sammlung Frieder Burda von Richard Estes (1), Karin Kneffel (3),
    Malcolm Morley (2) und Gerhard Richter (2) treten in einen Dialog mit 87 Werken aus 18 internationalen Sammlungen. Die Leihgeber sind Roberto Bernardi, Holtzbrinck in Stuttgart, das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, die Olbricht Collection, die Plus One Gallery in London, Raphaella Spence, Waddington Custot in London, Paris, Dubai, das Whitney Museum of Modern Art in New York, sowie zahlreiche nationale und internationale Privatsammlungen, die namentlich nicht genannt werden möchten.

    Passend zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog

    Der reich bebilderte Katalog zur Ausstellung mit 200 Seiten ist im Hirmer Verlag in deutscher und englischer Sprache erschienen. Sonderpreis exklusiv im Concept Store des Museums: 39 Euro. Der Katalog enthält Beiträge von Lars Eidinger, Judith Irrgang, Jeremy Lewison, David M. Lubin, Christiane Righetti, Daniela Sistermanns und Daniel Zamani.

    Öffnungszeiten des Museums Frieder Burda: Dienstag bis Sonntag, 10.00 – 18.00 Uhr, an allen Feiertagen geöffnet. Hier geht’s zu meinen persönlichen Eindrücken von dieser Ausstellung.


    Quelle: Pressemitteilung des Museums Frieder Burda

    Titelbild: Alexandra Averbach, Aurora, 2025, Öl auf Leinwand, 122 x 97 cm, Plus One Gallery, London © Alexandra Averbach, courtesy Plus One Gallery, London, 2026, Foto: Plus One Gallery, London

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    Kunst

    Fotorealismus im Frieder Burda – lohnt sich der Besuch?

    Als ich die Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“ im Museum Frieder Burda betrat, war ich aufs Angenehmste überrascht. Bereits nach wenigen Sekunden merkte ich, dass hier diesmal etwas gezeigt wird, das man nicht alle Tage sieht.

    Pedro Campos, A Hot Day II (2008)

    Fotorealismus im Frieder Burda: Was Eindruck hinterließ

    Mit Fotorealismus hatte ich mich vorher noch nie beschäftigt. Auf der Art Basel kam ich immer mal wieder in Berührung damit, aber ohne jemals wirklich die Hintergründe zu kennen. Selbst in meinem Epochenlexikon fand ich dazu nichts. Wer sich also ernsthaft mit dieser Kunstrichtung befassen will, muss tiefer graben. In unserer Region ist die beste Anlaufstelle für dieses Vorhaben die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe. Hier gibt’s einen kleinen Vorgeschmack auf den Fotorealismus.

    Umso spannender war es, völlig unvoreingenommen durch die Ausstellung zu gehen. Was mich am meisten beeindruckte, war die technische Präzision. Immer wieder stand ich vor Gemälden und fragte mich, wie es überhaupt möglich sei, so etwas mit Farbe zu erschaffen. Wie ich mithörte, konnten einige Besucher es kaum glauben, dass es sich bei den Werken nicht um Fotografien handelt. Verständlich. Bei einem winterlichen Architekturbild von New York musste auch ich genauer hinsehen. Unbeschreiblich, wie viel handwerkliches Können in diesen Werken steckt.

    Wettstreit mit der Wirklichkeit: 50 Jahre Fotorealismus im Museum Frieder Burda in Baden-Baden

    Meine Lieblingsbilder

    Besonders in Erinnerung geblieben sind mir: ein gecrashtes grünes Auto, verschiedene Diner-Szenen und die asiatische Frau in städtischer Kulisse. Vor diesem Bild blieb ich am längsten stehen. Es war eines dieser wenigen Werke, das nicht nur durch Dramaturgie, hohe Ästhetik und surreales Lichtspiel fesselt, sondern auch durch die hyperrealistische Ausführung. Fast schon übermenschlich. Wirklich. Ich war elektrisiert. Und ich hoffe, dass keiner meiner Profs oder Kommilitonen dieses schmalzig-schnulzige Gesülze liest, weil ich es selbst gerade ein bisschen peinlich finde, wie sehr meine Emotionen außer Kontrolle geraten.

    Generell war die Ausstellung für mich vor allem technisch beeindruckend. Vielleicht habe ich die amerikanischen Künstler unterschätzt. Viele der gezeigten Werke stammen aus den USA, und gerade bei den Stadtansichten, Fahrzeugen und Alltagsszenen wird deutlich, wie konsequent diese Künstler ihre Technik perfektioniert haben.

    Wettstreit mit der Wirklichkeit: Ausstellungsprogramm und Präsentation

    Ich ziehe meinen Hut vor dem Kurator Dr. Daniel Zamani. Das ist der charismatische junge Kunsthistoriker und Künstlerische Direktor, der uns häufig auf dem Tiktok-Kanal des Frieder Burda begegnet. Den Kanal kann ich übrigens schwer empfehlen. Von allen Museen, die ich abonniert habe, hat das Frieder Burda den mit Abstand elegantesten und spannendsten Content.

    Eine solche Auswahl nach Baden-Baden zu holen dürfte einerseits nicht einfach gewesen sein. Andererseits schuf Zamani ein einzigartiges Ensemble an Werken, die die USA der letzten 60 Jahre spiegelt. Als Besucherin fühlte ich mich magisch in diesen Vibe versetzt. Das Ganze wurde natürlich durch üppige Formate und sowieso auch den Realismus intensiviert.

    Don Jacot, The Palace Theatre, 1953 (2014)

    Besonders schön fand ich diesmal wieder die Wandfarben. Da ist das Frieder Burda grundsätzlich sehr kreativ. Aufregende Schriftwahl bei den Werkbeschriftungen. Doch wie so oft habe ich die Materialangaben vermisst. Ich weiß, ich weiß. Das machen Kuratoren, damit man das Werk als Werk erlebt und nicht gleich anfängt technisch zu analysieren, aber meine Seele verlangt danach – und dagegen bin ich machtlos.

    Einige Leihgaben stammen aus renommierten internationalen Sammlungen. Die Qualität der Werke ist außergewöhnlich hoch. Wer Autos liebt, wird auf seine Kosten kommen. Für mich war die Schau eine der besten Ausstellungen, die ich bisher im Museum Frieder Burda gesehen habe. Die russischen Impressionisten von vor einigen Jahren toppt allerdings kaum etwas. Das schreibe ich immer und immer wieder und werde es auch immer und immer wieder hervorholen.

    Zugänglich, technisch stark und schier unvergesslich

    Das Schöne an der Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“ ist zudem ihre Zugänglichkeit. Man muss Kunstgeschichte überhaupt nicht beherrschen. Man muss keine Konzepte (oder Pseudo-Konzepte) entschlüsseln. Man kann einfach staunen. Man sieht, dass hier Menschen am Werk waren, die eine nahezu unglaubliche Technik entwickelt haben und damit Bilder erschaffen, die selbst aus nächster Nähe faszinieren.

    Deshalb würde ich die Ausstellung eigentlich jedem empfehlen, der sich gerne überraschen lässt. Kunstliebhabern sowieso. Aber auch Menschen, die mit zeitgenössischer Kunst sonst wenig bis überhaupt nichts anfangen können. Denn hier steht handwerkliche Meisterschaft im Vordergrund. Und das auf höchstem Niveau. Das sieht man als Profi ebenso gut wie als Laie.

    Wie immer sah ich mir die Ausstellung alleine an. Könnte mir gut vorstellen, ein zweites Mal hinzugehen, wenn jemand Lust hat mitzukommen. Sie läuft noch bis zum 2. August 2026. Um nun abschließend auf die Frage in der Überschrift zu antworten: Ja, die Ausstellung lohnt sich absolut. Hier geht’s zu den Tickets.


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    Reisen

    Reisen mit Hund: Daran solltest du denken

    Wir lieben sie, wir verwöhnen sie – wir tragen vor allem aber auch die Verantwortung für sie. Hunde sind längst nicht nur Haustiere. Sie sind ein fester Bestandteil der Familie und damit oftmals auch treue Begleiter im Urlaub. Ob innerhalb Deutschlands oder auf Reisen ins Ausland: Das gemeinsame Abenteuer will gut vorbereitet sein. Mit der richtigen Planung kann Mensch wie Tier die Urlaubszeit entspannt und sicher genießen.

    Reisedokumente und Kennzeichnung

    Für Reisen innerhalb der EU ist ein gültiger EU-Heimtierausweis Pflicht. Dieser dokumentiert unter anderem den aktuellen Impfstatus. Ebenso vorgeschrieben ist die eindeutige Kennzeichnung des Hundes mittels Mikrochip. Ohne diese Voraussetzungen kann es bei Grenzübertritten zu Problemen kommen. Nicht verpflichtend vorgeschrieben, aber unbedingt zu empfehlen ist der Eintrag von Chip- und Halterdaten in den einschlägigen Tierregistern.

    Vor der Reise: Impfschutz rechtzeitig prüfen

    Ein vollständiger Impfschutz gegen Tollwut ist Voraussetzung für die Einreise in viele Länder. Die vorgegebenen zeitlichen Fristen sind unbedingt zu beachten. Für einige Länder muss der Tollwutimpfschutz auch serologisch nachgewiesen werden. Das bedeutet so viel wie: der Nachweis erfolgt über eine Blutuntersuchung. „Serologisch“ bezieht sich auf das Blutserum, also den flüssigen Bestandteil des Blutes. In diesem Fall wird im Labor geprüft, ob im Blut genügend Antikörper gegen Tollwut vorhanden sind. Diese Antikörper zeigen, dass der Körper nach der Impfung ausreichend Schutz aufgebaut hat.

    Kurz gesagt: Nicht die Impfung selbst wird bestätigt, sondern ihre Wirkung im Blut messbar nachgewiesen. Ein guter Impfschutz gegen die wichtigsten auch hier bedeutenden Krankheiten ist daher unbedingt empfehlenswert. Ggf. empfiehlt sich bei Reisen in südliche Länder auch die Impfung gegen die Infektionserkrankung Leishmaniose. Da es einige Zeit dauert bis nach einer Impfung der vollständige Impfschutz ausgebildet ist, sollte der Impfstatus frühzeitig durch den Tierarzt überprüft werden. Für einige Länder wie UK, Irland, Malta, Finnland oder Norwegen ist auch eine vom Tierarzt dokumentierte Behandlung gegen den Fuchsbandwurm Vorschrift.

    Ein Hund mit Koffer
    Bildrechte: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.; Fotograf: Andrea Klostermann / BfT

    Parasitenprophylaxe nicht vergessen

    Je nach Reiseziel besteht ein erhöhtes Risiko für Ektoparasiten wie Zecken, Flöhe oder durch Mücken. Diese können verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter beispielsweise Leishmanien oder Babesien. Seid auc vor Würmern und Herzwürmern gewarnt. Vor allem in südlichen Regionen. Um den Hund bestmöglich zu schützen, sollte eine geeignete Parasitenprophylaxe vor der Reise gemeinsam mit dem Tierarzt abgestimmt werden.

    Transport und Versorgung unterwegs

    Während der Reise muss der Hund sicher untergebracht sein, beispielsweise in einer Transportbox oder durch andere geeignete Sicherungssysteme im Fahrzeug. Regelmäßige Pausen, ausreichend Wasser und Schutz vor Hitze sind essenziell. Besonders im Sommer kann es schnell zu lebensbedrohlicher Überhitzung kommen. Daher darf der Hund selbst bei kurzen Pausen niemals im Auto zurückgelassen werden.

    Chihuaha-Besitzer müssen sich womöglich noch intensiver um ihre zierlichen, aber nicht minder dramatischen Tiere kümmern. Das Flugzeug ist zu laut, lange Autofahrten zu anstrengend und Züge sowieso eine Instand-Panikattacke für die Minis. Wir haben unsere Valentina mal mit nach Zypern genommen (siehe Titelbild). Sie durfte im Salon mitfliegen. Nur erste Klasse gestattet. Fragt nicht mich, fragt Lufthansa, was das sollte. Der Hund kam nicht auf sein Leben klar. Aber im zypriotischen Klima ist sie derart aufgegangen – das war schon sehr schön mit anzusehen.

    Dafür fährt sie regelmäßig in die Schweiz oder nach Italien, wo sie komplett chillt und regelmäßige Pinkelpausen bekommt. Diese Fahrten verträgt sie gut.

    Andere Länder – andere Sitten

    Einige Länder haben spezifische Einreisebestimmungen oder Einschränkungen für bestimmte Hunderassen. Auch regionale Gesundheitsrisiken und tierärztliche Versorgungsmöglichkeiten vor Ort sollten vorab recherchiert werden. Es empfiehlt sich, bereits vor der Abreise eine Tierarztpraxis am Urlaubsort zu identifizieren. Zudem sollten auch die Rückreisebestimmungen aus Drittländern beachtet werden, um Probleme bei der Wiedereinreise zu vermeiden.

    Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann im Notfall hilfreich sein. Dazu gehören z.B. Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, Verbandsmaterial für kleinere Verletzungen sowie Augenpflegeprodukte, beispielsweise bei Reizungen durch Sand oder Staub. Bei bekannten Allergien und chronischen Erkrankungen legt der Bundesverband für Tiergesundheit ans Herz, entsprechende Medikamente unbedingt mitzuführen. Informiert sich der Tierhalter frühzeitig und holt sich den Rat seiner Tierarztpraxis ein, steht einem entspannten Urlaub mit Hund nicht mehr viel im Weg.

    Weitere Informationen: Reisen mit Hund: Gut vorbereitet ins Ausland – 10 Tipps für eine gute Reise


    Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands für Tiergesundheit e.V., www.bft-online.de

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