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Single am Valentinstag? Das ist dein Notfall-Plan

Single am Valentinstag und etwas verzweifelt? Ich auch. Wir wissen beide: Der Valentinstag wird oft mit romantischen Gesten und verliebten Paaren in Verbindung gebracht. Doch dieser Tag bietet auch Singles wie dir und mir die perfekte Gelegenheit, unser Single-Dasein noch mehr wertzuschätzen. Das sind meine Vorschläge für dieses Jahr:

Single am Valentinstag? Bleib daheim

Schritt Nummer eins (unumgänglich): Kauf dir einen üppigen Strauß Blumen. Verbringe dann einen semi-langweiligen Wellness-Tag zu Hause: Verwandle dein Zuhause in deine persönliche Spa-Oase. Gönn dir eine ausgiebige Pflegeroutine, wirf einen Blick auf mein Masken-Einmaleins und nimm ein entspannendes Bad – vorausgesetzt, du hast eine Wanne. Selbstfürsorge ist an solchen Tagen das A und O, um dich von dir selbst verwöhnt zu fühlen.

Bei tüll & trüffel gibt es weitere Beauty-Inspirationen für dich!

Wage ein kulinarisches Experiment: Nutze den Valentinstag, um ein neues Rezept auszuprobieren, das du schon immer mal kochen oder backen wolltest. Ob es sich um ein komplexes Gericht handelt oder um etwas einfaches, ist egal. Hauptsache es ist neu und erfordert etwas Konzentration. Denn Spaß am Kochen kann sich oftmals richtig gut anfühlen – und vor allem ablenkend sein. Mach einen Rotwein auf, wenn du drauf stehst. Aber sauf dir bloß nicht die Hucke voll – das macht alles nur noch schlimmer. Wenn du gerade, wie ich, Alkohol-Detox machst, dann kauf dir einen hochwertigen alkoholfreien Prosecco. Stößchen!

Kochen am Valentinstag: die perfekte Ablenkung
Foto von Jason Jarrach auf Unsplash

Valentins-Abfuck? Sofort das Haus verlassen

Stürze dich in ein Outdoor-Abenteuer (hier findest du Anregungen und Reiseziele): Nutze die Gelegenheit, die Natur zu erkunden. Eine Wanderung, ein Spaziergang im Park oder ein Tag am Wasser können Wunder für deine Stimmung und dein allgemeines Wohlbefinden bewirken. Auch bei schlechtem Wetter, wohlgemerkt. Die frische Luft und die Schönheit der Natur bieten eine perfekte Kulisse, um den Valentinstag als Single zu genießen.

Zieh dir Kunst und Kultur rein: Besuche ein Museum, eine Kunstgalerie oder ein Theater in deiner Nähe. Kulturelle Aktivitäten können bereichernd sein und bieten eine wunderbare Möglichkeit, den Tag alleine zu verbringen, während du dich von der Kunst inspirieren lässt und schöne optische Eindrücke sammelst.

Geh in ein kostspieliges Restaurant: Wer frühzeitig einen Tisch reserviert, ist klar im Vorteil. Wenn du Schwierigkeiten hast, alleine zu gehen, nimm deine Mutter, deine Freundin oder eine Single-Kollegin mit.

Zugegeben: Diese Szenerie nachzuspielen, wird schwer, wenn du dich gerade in Deutschland befindest. Aber du weißt bestimmt, worauf ich hinaus will. Foto von Holger Woizick auf Unsplash

Mach was für Körper und Geist

Starte einen Lese-Marathon: Hast du Bücher, die du schon lange lesen wolltest, aber nie die Zeit dafür gefunden hast? Der Valentinstag könnte der perfekte Tag sein, um dich mit einem guten Buch zurückzuziehen und in andere Welten einzutauchen. Oder lese dich einfach durch avecmadlen.com.

Geh ins Gym: Setz dir eine sportliche Herausforderung für den Tag. Ob es ein neues Workout ist, ein Yoga-Kurs, eine Runde Joggen oder nein neuer TikTok-Tanz ist – die Bewegung wird Endorphine freisetzen und dir ein positives Gefühl geben.

Tipp: Auch für Zuhause gibt es auf YouTube jede menge Workouts. Such dir einfach das spannendste aus und leg los! Foto von Dane Wetton auf Unsplash.

Single-Freunde und kreative Hobbies

Kruschel dein kreatives Hobby aus der Kiste: Nutze den Tag, um deinen liebsten Hobbys nachzugehen, oder um ein neues auszuprobieren. Ob Malen, Schreiben, Musik oder Handwerk – kreative Aktivitäten können therapeutisch wirken und große Freude bereiten.

Rufe einen anderen Single an und beklage dich über deine Einsamkeit. Manchmal hilft auch das. Wenn du keine Lust hast, dich zu beklagen, dann ruf deine Freunde auch einfach mal so an – sie freuen sich sicherlich. Oder schreib mir auf Instagram, ich freu mich auch immer, wenn ich nützlich sein kann.

Der Valentinstag muss nicht ausschließlich Paaren vorbehalten sein. Als Single hast du die Freiheit, den Tag auf eine Weise zu gestalten, die allein dir Freude bereitet und dein Wohlbefinden fördert. Denke daran, dass Selbstliebe die wichtigste Form der Liebe ist, die es zu feiern gilt. Wichtiger Hinweis: Ohne Kerzen und Rosenblüten, die überall in deinem Zuhause verteilt sind, brauchst du gar nicht erst feiern. Besorge sie dir im Vorfeld.

Hier geht’s zu Ideen an Weihnachten – für alle, die alleine feiern.

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Kunst & Architektur

Auf der Jagd nach Cranachs blutrünstigen Frauen

„Ich bin besessen nach Cranach“, sagte ich zu der Dame an der Kasse im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, ohne das so richtig gewollt zu haben. Meine Fetische behalte ich nämlich meistens für mich, aber das Phänomen Lucas Cranach teile ich gerne auch mit dir.

In diesen Städten hängt Lucas Cranach

Wegen Lucas Cranach d.Ä. fuhr ich schon nach Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe und nach Frankfurt sowieso. Was mich dabei Fasziniert, ist schwer zu greifen. Wahrscheinlich diese einzigartige Plastik, mit denen Cranach seine bildschönen Kinderfrauen malt. Ich liebe die klaren und Ausdrucksstarken Mimiken, die reichen Farben und die üppigen Gewänder. Ich liebe seine Technik und den ganz eigenen Stil und ich freue mich einfach jedes Mal aus meiner vollsten Seele, wenn ich eines seiner Werke schon von Weitem sehe. Heute will ich aber über seine düsteren Werke sprechen.

Fangen wir an mit meinem neuesten Eindruck aus Nürnberg: Dort sah ich Salome – jedoch diese eine Salome, bei der der abgetrennte Kopf des Johannes abgetrennt wurde. Also buchstäblich: Das blutige Haupt des Täufers sollte ursprünglich in der Schüssel liegen, die Salome hielt. Dem Auftraggeber gefiel dieses schauderhafte Bildnis laut Museum allerdings nicht und er ließ Kunstwerk halbieren.

Lucas Cranach Salome im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Das Gemälde ist ab der Hälfte abgetrennt
Lucas Cranach der Ältere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg: Damenbildnis, früher Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers um 1530 – Malerei auf Lindenholz.

Ein abgetrennter Kopf in seiner vollen Pracht lässt sich in einem der Cranach-Gemälde im Frankfurter Städel bestaunen:

Städel Museum Frankfurt: Gastmahl des Herodes von Lucas Cranach dem Älteren
Lucas Cranach der Ältere im Städel, Frankfurt: Gastmahl des Herodes, 1533 – Mischtechnik auf Lindenholz

Auf dem Frankfurter Gastmahl des Herodes finde ich die Gesichter der dargestellten Figuren einfach köstlich. Während Salomes Vater das blutige Präsent dankend ablehnt, scheint Mutti Heroidas, die Frau zu seiner Linken, in diesem Moment sagen zu wollen: „Ach, Herodes… Jetzt probier doch wenigstens ein Stückchen.“

Lucas Cranach: Eine weitere Darstellung des abgetrennten Kopfes

Judith mit Schwert und abgetrenntem Kopf des Holofernes in der Stuttgarter Staatsgalerie
Lucas Cranach der Ältere in der Stuttgarter Staatsgalerie: Judith mit dem Haupt des Holofernes – Mischtechnik auf Lindenholz

Ist das nicht spannend, dass Cranachs Täufer und sein Holofernes glatt eineiige Zwillinge sein könnten? Es scheint ja fast, als hätte er den gleichen abgetrennten Kopf wieder und wieder gemalt. Doch die ikonographischen Geschichten hinter diesen zwei Gemälden mit den geköpften Männern und den Bildschönen Frauen können unterschiedlicher nicht sein.

Die Geschichte von Salome und dem Kopf des Täufers

Salome war die Tochter von Herodias, der Frau des Tetrarchen Herodes Antipas. Johannes der Täufer war ein Prophet und Prediger, der im Neuen Testament als Vorläufer von Jesus Christus bekannt ist. Die Geschichte spielt sich während einer Feier im Palast des Herodes ab. Herodias war unglücklich in ihrer Ehe mit Herodes und wollte Rache an Johannes, der die Ehe als sündig verurteilte. Während der Feier tanzte Salome vor Herodes und seinen Gästen. In künstlerischen Tanz-Darstellungen ist Salome als Verführerin dargestellt und ist als solche auch zu verstehen. Sie erfreute Herodes so sehr mit ihrem Tanz, dass er ihr einen Wunsch gewährte.

Auf Anstiften ihrer Mutter Herodias bat Salome um den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Tablett. Obwohl Herodes Johannes respektierte und ihn für einen heiligen Mann hielt, fand er sich in einer schwierigen Situation und konnte seinem Versprechen nicht entkommen. Schweren Herzens ließ er Johannes hinrichten, und sein Kopf wurde auf einem Tablett präsentiert und Salome übergeben.

Die Geschichte von Judith und Holofernes…

…ist eine biblische Erzählung aus dem Buch Judith im Alten Testament. Judith, eine jüdische Witwe, begibt sich in das Lager des assyrischen Generals Holofernes, gewinnt sein Vertrauen und tötet ihn, als er betrunken ist. Dadurch rettet sie ihre Stadt Betulia vor einer Belagerung und wird als Heldin gefeiert. Judiths Tapferkeit und Glauben werden in der Geschichte betont, und sie bleibt ein symbolisches Beispiel für Standhaftigkeit in schwierigen Zeiten.

Die beiden biblische Szenen kann man auseinanderhalten, in dem man insbesondere auf die Attribute achtet. So hat Judith oft ein Schwert in der Hand, kann Holofernes‘ Kopf aber auch bei den Haaren halten oder gerade dabei sein, ihn zusammen mit einer weiblichen Hilfsfigur in einen Sack zu stecken. Judith hingegen trägt diesen Kopf auf einem Tablett oder in einer Schüssel vor sich oder befindet sich gerade mitten in ihrem verführerischen Tanz. Erfahre hier, welche weitere verführerische Frauenfigur aus der Bibel im Germanischen Nationalmuseum hängt.

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Kunst & Architektur

Hier findest du russische Ikonen in Frankfurt

Russische Ikonen sind religiöse Gemälde, die in der orthodoxen christlichen Tradition eine wichtige Rolle spielen. Sie dienen als spirituelle Symbole und werden in orthodoxen Kirchen sowie in Privathäusern als Schutz- und Andachtsbilder aufgehängt. Jede Ikone repräsentiert einen Heiligen, eine biblische Figur oder ein religiöses Ereignis. Die Kunst der Ikonenmalerei hat in Russland eine lange Tradition und ist eng mit der orthodoxen Kirche verbunden.

Um so mehr erstaunte es mich, diesen spirituellen Teil meiner Kultur auf der Museumsinsel in Frankfurt zu finden. Im Ikonenmuseum (hier geht’s zum Webauftritt des Museums). Der größte Teil der Dauerausstellung besteht aus russischen Ikonen. Besucher finden dort auch Ikonen aus Griechenland, dem historischen Byzanz, Rumänien, dem Balkanraum und Ägypten.

Russische Ikone mit drei Heiligen im Ikonenmuseum in Frankfurt am Main
Die Heiligen Georg, Klemens und Menas | Russland, Nowgorod, 15. Jahrhundert: Malstil und Farbwahl kennzeichnen diese Ikone als ein herausragendes Beispiel der Malschule von Novgorod. Dort hatte sich seit dem 12. Jahrhundert eine eigenständige Maltradition entwickelt, die bis zum 14. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. Für die Ikonen der späteren Novgoroder Maltraditiom ist der plastische Stil der Figuren typisch, der die spätbyzantinische Malerei imitiert.

Diese Techniken werden bei der Ikonenmalerei angewandt

Die Ausstellung war sagenhaft. Die Inszenierung war sehr geschmackvoll und passend. Ich muss sagen, dass das das beste war, was ich in Frankfurt seit Langem gesehen habe. Während ich die einzelnen Heiligenbildnisse aus der Nähe betrachtete, musste ich wieder einmal feststellen, wie sehr sich Ikonenmalerei von anderer sakralen Kunst unterscheidet.

Sehr lesenswert:  Interview mit dem zeitgenössischen Ikonenmaler Igor Kaplun

Gemalt wird nämlich auf ganz bestimmte Weise. Die traditionelle Reihenfolge der Tätigkeiten ist entscheidend für den Aufbau von Ikonen, die aus verschiedenen Materialien und Schichten bestehen:

  • Brett auswählen und bearbeiten
  • Vorbereitung des Bretts für das Grundieren, einschließlich Abschleifen
  • Herstellung des Malgrundes
  • Grundierung und Behandlung des Malgrundes
  • Zeichnen, Übertragen, Vergrößern oder Verkleinern der Zeichnung sowie Pauszeichnung
  • Vergoldung der Bildfläche
  • Vorbereitung der Farben und Mischung der Ikonenfarben
  • Ausführung der Detailarbeiten
  • Feine Modellierung der Details
  • Anwendung von verschiedenen Schichten, wie Sankir, erstes, zweites und drittes Ockern, und Ausführung des Inkarnats
  • Nachbearbeitung der Zeichnung und Malerei, einschließlich Einfärben der Flächen der Einfassung, des Randes, der Heiligenscheine und der Beschriftung
  • Schutz der Ikone durch Firnis und Lackierung

Gemalt wird mit Eitempera. Sie besteht aus wasserverdünntem Eigelb als Bindemittel und einem Pigment. Solch strikte regeln sind nur der Ikonenmalerei vorbehalten, soweit ich weiß.

Kalender-Ikone hängt im Ikonenmuseum in Frankfurt am Main
Kalenderikone für das ganze Jahr mit Passionsbild und Gottesmutterdarstellungen | Russland, 2. Hälfte 19. Jahrhundert – ein sakrales Kunstwerk, das mich besonders erstaunt hatte, da es sich hierbei um Kleinstarbeit handelt: Die Jahresikone beginnt oben links mit dem liturgischen Jahresbeginn, dem 1. September. Das orthodoxe Kirchenjahr endet unten rechts mit dem Monat August. Im Zentrum der Ikone ist das Osterbild dargestellt, um das sich der Passionszyklus Christi gruppiert.

Der Passionszyklus wird wiederum von den 12 Monaten des Jahres umgeben, die durch verschiedene Heilige oder Feste repräsentiert werden. Der äußere Zyklus zeigt schließlich zahlreiche Gottesmutterdarstellungen. Die Kombination all dieser Inhalte macht diese Ikone zu einem typischen Beispiel einer Sammelikone.

Russische Ikonen: Tradition und feste Vorgaben

Natürlich musste ich auch in dieser Ausstellung an Giovanni Bellini denken, wohingegen er die Darstellung der Heiligenbildnisse revolutionierte, als er die Sacra Conversazione ins Leben rief. Ich denke, dass es so etwas in der Russisch-Orthodoxen Kirche nicht geben könnte. Die Russen lieben ihre Ikonen und wissen das Bewahren ihrer Tradition, zumindest was sakrale Kunst angeht, sehr zu schätzen.

Drei russische Ikonen hängen im Ikonenmuseum in FFM
Vlnr: 1.) Gottesmutter von Kasan (Kasanskaja), Russland nach 1800 – Eitempera auf Holz, Oklad vergoldet
2.) Feuerflammende Gottesmutter (Ognevidnaja), Russland, 2. Hälfte 19. Jahrhundert – Eitempera auf Holz; Oklad: Metall, Samt, Flussperlen, Glassteine und Strass
3.) Gottesmutter als Lebensspendende Quelle, Russland, 19. Jahrhundert – Eitempera auf Holz

Es ist ja nicht nur die technische Ausführung, die seit Jahrhunderten in der russischen Ikonenmalerei unverändert bleibt. Auch die Darstellung der einzelnen Figuren, die Verwendung bestimmter Farben und die Voraussetzungen, die ein Mensch erfüllen muss, der sie letztlich zeichnet, ist fest vorgegeben.

Übrigens: Eine lange Tradition in der Fertigung dieser sakralen Kunstwerke haben Griechenland (seit dem 6. / 7. Jahrhundert), Russland (vermutlich seit dem 10. Jahrhundert) und Äthiopien (seit dem 15. Jahrhundert).

Russische Ikonen: Weitaus mehr als Kunstwerke

Im Teaserbild dieses Artikels siehst du einen Propheten- und Deesisrang aus einer Ikonostase. Nordrussland, Ende 17. Jahrhundert / Anfang 18. Jahrhundert – Eitempera auf Holz.

Russische Ikonen sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch Fenster in die spirituelle Geschichte Russlands. Ihre Bedeutung, Geschichte und die Faszination, die sie auf Gläubige und Sammler ausüben, machen sie zu einem einzigartigen und wertvollen Teil des kulturellen Erbes der Welt. Egal, ob aus spirituellen oder künstlerischen Gründen – die Wertschätzung für Ikonen bleibt ungebrochen.

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Reisen

Abseits des Mainstreams: Madeiras versteckte Schätze

Madeira hat weit mehr zu bieten als die bekannten Sehenswürdigkeiten und Wanderwege. Wer sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt, entdeckt eine Insel voller Überraschungen. Von versteckten Buchten und vulkanischen Höhlen bis hin zu traditionellen Dörfern und kulinarischen Schätzen ist alles dabei. Bei tüll & trüffel findest du die besten Geheimtipps für die atemberaubende Insel Madeira.


Textquelle: Global Communication Experts GmbH
Bildquelle: Praia da Laje © Henrique Seruca

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Diese Liebe macht mich wahnsinnig

Mein Herz ist schwer, mein Kopf ist leer. Heute denke ich den ganzen Tag über eine Liebe nach, die mein Leben nachhaltig verändert und einen viel zu großen Teil meiner Gedanken- und Gefühlswelt einnimmt. Es geht um meine schmerzhafte Liebe zur Ästhetik. Wie ich hier bereits einige Male gestanden habe, liebe ich mit den Augen. Diese Liebe bewegte mich zu Dingen, die ich bereue, zu Elementen, ohne die ich nicht Leben kann und letztlich auch zu meinen ganz eigenen Untergängen, aus denen ich immer wieder wie neu geboren hervorgehe, als wäre nichts gewesen.

Heute Morgen sprach ich noch mit einem Freund, den ich darin verdächtige, mich in dieser Hinsicht gut zu verstehen. Er hat den Sinn für das Wunderbare, obschon wir beide feststellten, dass er, anders als ich, das Schöne besitzen will. Ich hingegen gebe mich offenbar damit zufrieden, es aus der Ferne zu betrachten, ohne zwingend den Anspruch zu haben, darüber zu herrschen. Ohne dieser distanzierten Annäherung kann ich aber nicht leben. Leide ich manchmal, weil ich das, was ich liebe, nicht beherrsche? Ja. Finde ich diesen Schmerz geil? Womöglich schon ein kleines bisschen.

Sie entdeckt ihre Liebe zum Schönen: Rote Tulpen

Die Liebe zum Schönen hat jeder von uns. Es weilen jedoch einige unter uns, die danach besessen sind. Ich zum Beispiel. Ich bin besessen – und ich weiß, von wem ich es vererbt habe. Mama jedoch hat es nicht vererbt. Also fragte ich sie heute, wie ihre Obsession zustande kam. Sie erzählte mir von der grauen und traurigen Oblast Donezk. Sozialismus, Kohlekraftwerke, Plattenbauten. Grauer Staub, graue Gesichter, matschiger Himmel. „Und dann sah ich sie“, erzählte sie mir, „rote Tulpen – inmitten all der grauen Massen (bitte mit russischem Akzent lesen, sonst kommt das nicht authentisch rüber)“. Sie sei damals erst 3 oder 4 Jahre alt gewesen und die roten Tulpen seien so riesig, dass ihre Blüten auf der Ebene ihrer Augen blühten.

„Ich war wie gelähmt von ihrer Schönheit, von ihrem Duft. Ich stand hypnotisiert da und taumelte“, sagte sie mir. Die roten Tulpen wuchsen in dem kleinen Garten meiner Uroma. Bis heute liebt Mama Tulpen mehr als alles andere. Für sie sind sie wahrscheinlich das Ebenbild der Perfektion, die sie damals so ergriffen hatte. Die Faszination für „das Perfekte“ fand sie auch in den Blüten und Früchten der Stachelbeeren in Uromas Garten. Später auch in einem schwarz-weißen Fotobuch der Sankt Petersburger Ermitage, das sie „löchrig blätterte“. Dann in den Architektur-Kursbüchern meiner Tante und dann ist das ganze komplett ausgeartet und wurde auf ein Level gehoben, das mich zu meiner Zeit hart traumatisiert hat.

IMAGO / Depositphotos: Die Liebe zum Schönen und zut Ästhetik: Meine Mutter verliebte sich damals in rote Tulpen
Tulips. a bulbous spring-flowering plant of the lily family, with boldly colored cup-shaped flowers.

Sie zieht es eiskalt durch…

Meine Mutter ist scheinbar wie der Freund, den ich heute Morgen gesprochen hatte – sie will sich ausschließlich mit dem Schönen umgeben. Und sie zieht es eiskalt durch. Ich jedoch, brauche das Hässliche, Stinkende für den Kontrast, um das Schöne deutlicher spüren zu können. Vielleicht einer der Gründe, warum ich Frankfurt liebe? Idk.

Frankfurter Skyline vom Aussichtspunkt auf dem Dach der Skyline Plaza. Man sieht den Messeturm, das Hochhaus "One" uns andere bei gutem Wetter.
Hier ein random Foto von der Frankfurter Skyline – ganz einfach weil ich sie über alles liebe und mein Sinn für Ästhetik sich in ihren Glasfassaden widerspiegelt.

Dann sagte Mama: „Ich fragte mich schon immer wieder, wie sich meine Museumsbesuche während der Schwangerschaft auf dich auswirken würden.“ Tjaaaa. Meine Liebe zur Kunst ging irgendwann mit mir durch, als ich noch gar nicht in vollständigen Sätzen formulieren konnte. Kunst, Architektur, Couture, Autos, Diamanten, die Gesichter schöner Menschen – um ein paar meiner Fetische zu nennen. Ich würde am liebsten alles ablecken, was mir derart gefällt.

Habe ich meine Liebe verloren?

Neulich war ich in der Gemäldegalerie. Und weißte was? Als ich zwischen den ganzen Rubensen stand, dachte ich für einen Moment, ich hätte es verloren: Dieses Hochgefühl, dass immer dann aufkocht, wenn ich etwas sehe, das ich liebe und mein Herz beginnt anders zu schlagen und ich ein bisschen benebelt und lüstern werde. Es war einfach weg. Wahrscheinlich, weil ich die Rubense zuvor schon so lange angestarrt hatte, dass sie mich locker in meinen Träumen hätten heimsuchen können. Dennoch fühlte ich kaum etwas, als ich sie sah. „Ist es vorbei?“, dachte ich. Es fühlte sich ziemlich vorbei an.

Bei diesem Gemälde von Paul Peter Rubens würde ich immer etwas fühlen.

Dann betrat ich den nächsten Raum. Ich dachte, ich komme. Wirklich. Cranach d.Ä. en masse – Cranachs, die ich bislang noch nicht gesehen hatte, weil das letzte Mal, als ich in der Gemäldegalerie war, in diesen Räumen Umbauarbeiten stattfanden. Was auch immer die darin umgebaut haben. Ich war beruhigt – ich hatte meine größte Liebe nicht verloren. Sie war nur etwas betäubt. Doch was wäre, wenn ich sie eines Tages verlieren würde? Dieser Gedanke plagt mich seither und lässt mich nachts kaum Schlafen.

Kleiner Cranach-Reminder aus der Gemäldegalerie:

Ich will zum Punkt kommen. Besessenheit von den schönen Dingen dieser Welt – sie treibt mich voran, sie hält mich zurück, sie reißt mich zu Grunde, sie lässt mich Raum und Zeit vergessen. Sie macht mich geil, sie deprimiert mich, sie inspiriert mich, sie nimmt mir alles, was ich habe. Aber eins macht sie immer: sie nötigt mich regelrecht dazu, mich am Leben zu fühlen.


Titelbild Copyright: IMAGO / Depositphotos

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Kunst & Architektur

Das Gösser Ornat: Kommunikation mit der Außenwelt

Geistliche Frauen versuchten im Mittelalter mit der Außenwelt zu kommunizieren. Sie taten dies mithilfe von Kunst, da sie in der Klosterkirche nicht anwesend sein durften. Diese Kommunikation war hauptsächlich an Verwandte und an Laien gerichtet, die sich in der Klosterkirche als Pfarrgemeinde versammelten. Die künstlerischen Botschaften sollen den Frauen dazu verholfen haben, in der äußeren Kirche Präsenz zu erlangen, von der sie räumlich getrennt waren.

Das Gösser Ornat ist nicht nur ein liturgisches Gewand, sondern auch ein „Kommunikationsmittel“ der geistlichen Frauen. Es besteht aus Seidenstickereien auf Leinen und zeigt die Marienvita, also das Leben der Jungfrau Maria. Die „Urheberin“ des Bildprogramms, das wir auf dem Gösser Ornat sehen, ist ebenfalls mehrfach dargestellt. Dies ist in der Paramentenkunst des 13. Jahrhunderts absolut einmalig ist.

Das Antependium des Gösser Ornats: Hier ist seine "Urheberin", Äbtissin Kunegunde II, im Gebetsgestus zu sehen. Die Bedeutung der Tiere, die sie umgeben, bleibt bis heute umstritten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Das Antependium des Gösser Ornats (Ein Bildausschnitt von links unten): Hier sehen wir seine „Urheberin“, Äbtissin Kunegunde II, im Gebetsgestus. Die Bedeutung der Tiere, die sie umgeben, bleibt bis heute umstritten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Was ist ein Ornat?

Das (oder der) Ornat ist die festliche Amtstracht eines Geistlichen, Herrschers oder hohen Beamten, die bei feierlichen, weihevollen und repräsentativen Anlässen getragen wird, wie z. B. bei der Krönung das Krönungsornat. Die Bezeichnung Ornat wird auch als Zusammenfassung der für den Gottesdienst verwendeten Paramente benutzt.

Grafik: Hier sind verschiedene Ornate mit ihren Attributen dargestellt. Zu sehen sind Adel und Klerus in üppig geschmückten Gewändern. Unterhalb der fünf prachtvoll gekleideten Personen sind weitere sechs Personen mit Kronen zu sehen.
Hier sind verschiedene Ornate mit ihren Attributen dargestellt.

Paramente sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendete Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind. In der katholischen Kirche versteht man unter einem Ornat die für ein Hochamt gebräuchlichen Paramente gleicher Farbe und gleichen Musters mit unterschiedlichem Zubehör.

Das Gösser Ornat beinhaltet mehrere kirchliche Gewänder, die eine liturgische Einheit bilden. Das Ornat wurde im ausgehenden Hochmittelalter im Stift Göß in der Steiermark in Österreich hergestellt.

Rihanna bei der Met Gala 2018: Hier trägt der Megastar ein Gewand, das stark an ein Ornat erinnert.
2018 trägt auch Rihanna bei der Met Gala etwas, das stark an ein Ornat erinnert. Das Thema der damaligen Gala: „Fashion and the Catholic Imagination“. Copyright: IMAGO

Aus welchen Teilen besteht das Gösser Ornat?

Das Gösser Ornat besteht aus den Teilen Antependium, Pluviale, Kasel, Dalmatika und Tunika. Alle Teile haben diverse Funktionen, da sie auch zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden konnten.

Hier ist die Tunika des Gösser Ornats zu sehen. Die bestickte Seide aus dem 13. Jahrhundert ist hierbei sichtlich seht gut erhalten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Das ist die Tunika des Gösser Ornats. Man beachte den wunderbaren Zustand der bestickten Seide aus dem 13. Jahrhundert. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Franz Bock erwähnt darüber hinaus zwei Stolen, die dem Gösser Ornat angehören sollen. Seine Theorie wird später von Gudrun Sporbeck widerlegt. Der Verbleib der bei Bock erwähnten Stolen bleibt somit bis heute ungeklärt. Weitere Kleinteile des Ornats befinden sich im Victoria & Albert Museum in London.

Diese Funktionen hatte das Ornat

Das textile Bildmedium des Gösser Ornats kommunizierte den Laien die Botschaften der Schenkung, der Heiligen Drei Könige, der Fundatorin Adala sowie die der jungfräulichen Bräute des Frauenkonvents. Betrachtet man die Abbildungen, so lässt sich entnehmen, dass die Äbtissin Kunegunde II den Armen, die während des Festes gespeist wurden, wie eine Maria lactans entgegentrat, also diejenige, die die Bedürftigen nährte. Heilgeschichtlich wird das Bildprogramm auf Christus bezogen. Aber auch die einzelnen Themenbereiche stehen in enger Verbindung zueinander. 

Die Gösser Stiftskirche war Maria geweiht. Daher scheint die Ikonographie des Ornats in erster Linie auf die Verehrung der Patronin ausgerichtet zu sein. Der Nutzungskontext der Paramente offenbart einen weiteren Marienbezug. Das Gösser Ornat war für die Gedächtnisfeier anlässlich des Todestages der pfalzgräflichen Stiftsgründerin Adala bestimmt.

Ist dieses Datum ein mysteriöser Zufall?

Der Todestag der Stiftsgründerin fällt auf den 7. September, den Tag vor der Geburt Mariens. Zu deren Gedenken wurde ein Gottesdienst gefeiert. Nur an diesem einzigen Tag im Jahr wurde das Gösser Ornat angelegt. Dadurch lässt sich seine relativ gute Erhaltung erklären.

Das liturgische Zentrum des Gedächtnisgottesdienstes war der Katharinenaltar, der mit einem bestimmten Teil des Gösser Ornats geschmückt wurde, nämlich dem Antependium. Für die Gösser Bevölkerung war dieser Gedächtnisgottesdienst ein bedeutsames Fest. Um es zu ehren, waren sie im pfarrkirchlich genutzten Teil der Stiftskirche zugegen.

Sie fertigten das Gösser Ornat – aber nicht für sich selbst

Bei den Festivitäten waren Äbtissin und die Kanonissen nicht wirklich anwesend. Kunegunde II fertigte folglich gemeinsam mit ihren Stiftsdamen die Paramente an, die sie selbst nie angelegt haben. Die Eucharistie fand an einem Altar statt, an dem die Frauen selbst nicht als sichtbar Agierende teilnehmen konnten. Sie waren räumlich davon abgesondert.

Zu sehen ist das Pluviale des Gösser Ornats. Im oberen Teil kann man gut erkennen, wie es vor geraumer Zeit geändert und wieder falsch zusammengenäht wurde. Die abgebildeten Teile passen gar nicht auf das restliche Muster und gehören eigentlich auf die Kasel, die im Titelbild dieses Beitrages hinterlegt ist. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Zu guter Letzt: Das ist das wunderbare Pluviale. Im oberen Teil kann man gut sehen, wie es vor geraumer Zeit geändert und wieder falsch zusammengenäht wurde. Die abgebildeten Teile passen gar nicht auf das restliche Muster und gehören eigentlich auf die Kasel (siehe Titelbild). Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Die räumliche Absonderung wurde durch die Paramente des Gösser Ornats gemildert. Die Inschriften und Porträts von Kunegunde II und ihren Stiftsdamen erlangten in der Gedächtnisfeier und am Altar Präsenz. Die Donatrixporträts und Inschriften befinden sich jeweils auf der Rückseite der Gewänder, also auf der Schauseite der Stiftsdamen. So sollen sie sich an der Feier beteiligt gefühlt haben.


Folgende Quellen habe ich für diesen Beitrag verwendet:

Darüber hinaus trat ich mit dem Museum für Angewandte Kunst Wien in Kontakt und befragte die Mitarbeitenden zum Gösser Ornat. Freundlicherweise gaben sie mir auf alle meine Fragen Antworten. Sie gaben mir sogar Quellen, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Einfach fabelhaft!

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Beauty Blog

Mein persönliches Gesichtsmasken-Einmaleins

Gesichtsmasken sind eine hervorragende Möglichkeit, deiner Haut etwas Gutes zu tun. Eine Gesichtsmaske kann nicht nur feuchtigkeitsspendend wirken, sondern auch ein angenehmes Wohlbefinden vermitteln. Das richtige Entfernen der Maske und mit ihm das spürbare Gefühl eines erfrischten Gesichts sind unbezahlbar. Dennoch ist es wichtig, mit Masken nicht zu übertreiben.

Gesichtsmasken: Diese Arten gibt es

Es gibt verschiedene Arten von Gesichtsmasken. Um die passende Maske für deine individuellen Bedürfnisse zu finden, ist es wichtig zu verstehen, welche Typen von Gesichtsmasken es gibt und wie sie sich in ihrer Wirkung unterscheiden. Ich habe in diesem Artikel mehrere Firmennamen erwähnt. Hierbei handelt es sich um unbezahlte Werbung – die Produkte überzeugen mich also als Privatperson.

Tonmaske

Tonmasken werden aus unterschiedlichen Arten von Ton hergestellt, wobei verschiedene Tonarten gezielt ausgewählt werden, um das Hautbild zu verbessern. Unter den Tonmasken gibt es jedoch verschiedene Varianten; wie etwa die reinigende Maske oder solche, die dein Gesicht mit wichtigen Nährstoffen versorgen und ihm einen gesunden Glanz verleihen. Neben Tonmasken gibt es auch verschiedene Arten von Heilerde. Mein persönlicher Favorit ist die „Hydro“ von Luvos. Es gibt sie bei weitem nicht in jedem Shop, aber online ist sie meistens zu haben.

Pflegemaske

Ich liebe Pflegemasken und baller sie mir ins Gesicht, sobald ich 20 freie Minuten habe. Am liebsten habe ich derzeit die Retinol-Maske von Balea. Sie ist simpel, aber todes-geil. Die dicke Formulierung ist wohltuend und lässt meine Haut strahlen. Hierbei handelt es sich um ein Anti-Aging-Produkt. 

Tuchmaske

Mit Tuchmasken kann sich angeblich das Eincremen ersparen. Diese Masken bestehen aus einem Stück Gewebe, das mit einem speziell formulierten Serum getränkt ist. Sie sind ideal für unterwegs, da sie einfach aufgelegt werden können, wenn Bedarf besteht. Mich überzeugen die Produkte aus der Drogerie ganz und gar nicht. Die einzige Tuchmaske, die mir je gefallen hat, war die vom koreanischen Shop „K-Beauty House“ in der Skylineplaza in Frankfurt. Das Material des Gewebes und auch der Formulierung waren sehr zart und angenehm. Sie roch betörend nach wilder Rose. Online gibt es diese Masken fast nie – vor Ort im Shop gibt es eine ganze Tuchmasken-Wand.

Foto von Laura Jaeger auf Unsplash

Nachtmaske

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden Nachtmasken über Nacht getragen. In der Regel handelt es sich um Cremes, die du nach dem Entfernen deines Make-ups und deiner üblichen Hautpflege einfach auf dein Gesicht aufträgst. Sie sind nicht nur leicht anzuwenden, sondern müssen auch nicht abgespült werden, da sie über Nacht einziehen. 

Probiert habe ich auch Säurepeelings, die man als Masken über Nacht einwirken lässt. Mein bester Ansprechpartner für solche Angelegenheiten ist die fantastische, unverwechselbare Firma Natura Siberica aus Russland. Natura Siberica hat wilde, absolut eigene, natürliche Düfte, die von der Natur Sibiriens inspiriert sind. Shampoos, Masken, Cremes, Effektkosmetik – die haben alles. Und all das, was ich probiert habe, ist wunderbar und duftet nach Gott. Fährt meine Mutter nach Russland, hat sie für mich immer Natura Siberica im Gepäck. Mittlerweile kann man die Pflegeprodukte aber auch Global erwerben – bei weitem nicht alles, was es in Russland gibt, aber immerhin eine beachtliche Menge.

Andere Arten von Masken

Manchmal schmier ich mir einfach Honig ins Gesicht und lass ihn circa 30 Minuten einwirken – wild, Digga. Das Ergebnis ist einfach wild.

Oh Honey! Verwendungen von Honig » Blondierung, Haarkur, Hautpflege
Hier erklärt Joanna weitere Beauty-Anwendungen mit Honig

Es gibt natürlich auch diesen abziehbaren Schwachsinn namens Peel-Off-Maske, aber wenn ich alte Hautzellen loswerden will, mach ich einfach ein Peeling. Es sei denn die Peel-Off-Maske hat Glitzer drin. Dann bin ich natürlich am Start. Auch Augen-Patches sehe ich eher kritisch. Meine Mutter schwört jedoch auf ihre koreanischen Hyaluron-Patches – dazu kann ich aber wirklich nicht viel sagen.

So findest du die richtige Gesichtsmaske

Hast du trockene Haut, solltest du zur Tonmaske greifen. Wenn es schnell und bequem sein soll, sind Tuchmasken die ideale Wahl. Du musst morgen geil aussehen? – Nachtmaske. Du brauchst nichts davon und willst dir einfach nur etwas Gutes tun und etwas Glow abbekommen? Nimm die Pflegemaske.

Wie lange solltest du Masken einwirken lassen?

Ein gängiger Richtwert, der natürlich nicht für Nachtmasken gilt, beträgt etwa 20 Minuten. Ich habe nur wenige Gesichtsmasken gesehen, die die geeignete Anwendungszeit nicht auf der Verpackung deklarieren. Richte sich am besten immer nach dem, was auf der Verpackung steht. Die Retinol-Maske von Balea lass ich gerne auch mal länger als die empfohlenen 15 Minuten drauf. Sie zieht sehr gut ein und nach einiger Zeit zeigen sich die Stellen im Gesicht, die besonders „durstig“ sind. Dann massiere ich sie noch einmal ein und warte erneut. Ob das richtig ist, weiß ich nicht – bei mir wirkt’s jedenfalls Wunder. 

Du solltest beim Benutzen, vor allem wenn du eine bestimmte Gesichtsmaske zum ersten Mal aufträgst, nie die maximale Anwendungszeit überschreiten. Achte darauf, was deine Haut dir vermeldet. Spürst du auch nur ansatzweise ein leichtes Kribbeln im Gesicht – sofort runter damit. Das gilt für alle Gesichtsmasken, Make-Up, Tagespflege und anderes Zeug aus der Beauty-Industrie. 

Foto von Anuruddha Lokuhapuarachchi auf Unsplash

Wie oft solltest du Masken verwenden?

Gesichtsmasken sind dafür gedacht, deine Haut von Unreinheiten zu befreien und Feuchtigkeit zu spenden. Es ist jedoch nicht ratsam, sie täglich anzuwenden, da das deiner Haut zu viel Feuchtigkeit entziehen kann. Im Allgemeinen wird empfohlen, sie ein- bis zweimal pro Woche zu verwenden, je nach Bedarf.

Auch hier ist es sinnvoll, die Anweisungen auf der jeweiligen Maske zu beachten, da die Häufigkeit der Anwendung je nach Art der Maske variieren kann. Über zwei Mal pro Woche würde ich Gesichtsmasken nicht auftragen.

Das solltest du tun, bevor du die Pflegemaske aufträgst

Reinige deine Haut

Bevor Du eine Gesichtsmaske verwendest, ist es wichtig, deine Haut gründlich zu reinigen. Vermeide es, die Maske über Make-up aufzutragen. Wasche dir die Hände mit Seife und dein Gesicht mit einem geeigneten Reinigungsmittel und warmem Wasser.

Anwendung von Ton- und Pflegemasken

Bei Ton- und Pflegemasken ist es am besten, die Gesichtsmaske mit den Fingerspitzen aufzutragen. Verteile die Pampe gleichmäßig auf deinem Gesicht, einschließlich der Nasenpartie. Hals nicht vergessen. Vorsicht im Bereich der Lippen und Augen – die Haut ist dort empfindlicher.

Anwendung von Tuchmasken

Die Tuchmaske legen Sie einfach auf Ihr Gesicht. Passe die Maske sanft an die Konturen deines Gesichts an, lasse sie anschließend auf dem Gesicht liegen und entspann dich. Die Maske sollte dein gesamtes Gesicht bis zum Haaransatz abdecken.

Anwendung von Nachtmasken

Nachtmasken sind im Allgemeinen einfach aufzutragen, da sie wie eine Feuchtigkeitscreme sanft auf dem Gesicht verteilt werden kann.

Foto von kevin laminto auf Unsplash

So entferne ich meine Gesichtsmasken

Achte darauf, dass die Anwendung von Maske zu Maske variieren kann. Mit der richtigen Reinigung und Anwendung kannst du sicherstellen, dass deine Gesichtsmaske ihre volle Wirkung entfaltet und deine Haut bestmöglich pflegt. Manche muss man nämlich abwaschen, andere jedoch abtupfen, damit noch ein Rest Pflege auf der Gesichtshaut bleibt. Ich LIEBE es, mir die Gesichtsmasken mit einem warmen Waschlappen vom Gesicht zu nehmen. Es ist erstens ein geiles Gefühl und zweitens ein schöner Peeling-Effekt. Schreibe in die Kommentare, welche Masken du am liebsten hast – ich freue mich auf deine Antwort. 

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Kunst & Architektur

Wer ist Selma Selman?

Die Künstlerin Selma Selman stammt aus Bosnien und Herzegowina und lebt und arbeitet in New York, Amsterdam sowie Bihać. Nach ihrem Bachelor of Fine Arts an der Fakultät für Malerei der Universität Banja Luka 2014 machte Selman weiter. Sie schloss ihr Studium an der Syracuse University 2018 ab. Und das mit einem Master of Fine Arts in Transmedia, Visual and Performing Arts.

Von 2021 bis 2023 war sie Stipendiatin an der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre Werke wurden international gezeigt. Ausgestellt wurde sie unter anderem im Gropius Bau, Hamburger Bahnhof, documenta fifteen, Manifesta 14 in Pristina, Kunstraum Innsbruck, MO Museum Vilnius, Kasseler Kunstverein Museum Fridericianum, National Gallery of Bosnia and Herzegovina, acb Gallery in Budapest und FutuRoma Pavillon auf der Biennale di Venezia 2019.

Seit 2017 richtet Selma Selman in ihrer Heimatstad Bihać das Filmfestival „The Open Screen at Selma’s“ aus. Dieses soll den Austausch der ansässigen Rom*nja mit interessiertem Publikum fördern. Mit „Get the Heck to School” (seit 2017) gründete sie zudem ein Projekt, das insbesondere jungen Romnja-Mädchen eine Schulbildung ermöglichen soll.

Selma Selman in der Schirn Kunsthalle Frankfurt
Selma Selman in der Schirn von ihren eigenen Werken. © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Esra Klein

Selma Selman in der Frankfurter Schirn Kunsthalle

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmete der Künstlerin vom 20. Juni bis zum 15. September 2024 eine Soloausstellung. Erst vor wenigen Jahren ist sie in die internationale Kunstwelt vorgedrungen und bezeichnet sich selbst als „gefährlichste Frau der Welt“. Zusammen mit ihrer Familie schlachtet Selman vor Publikum einstige Statussymbole aus. Dabei schlachtet knöpft sie sich etwa Mercedes Benzer vor, um an die wenigen noch verwendbaren Edelmetalle zu gelangen.

Besonders laut sind in der Regel auch die sprachlichen Performances der Künstlerin mit Rom*nja-Hintergrund. In ihnen kommen Wut und der Drang nach einer Umkehrung der Machtverhältnisse zum Ausdruck.

Selma Selman thematisiert Diskriminierung, Gewalt und Sexismus

Selmans Kunst behandelt in unterschiedlichen Medien die Erfahrungen mit Diskriminierung, Gewalt, Sexismus und dem Patriarchat. Ihr Werk umfasst Performances, Skulpturen, Malereien auf Autoteilen und Altmetall, Zeichnungen und Video.

In der Schirn präsentiert die Künstlerin Grafiken, kleine skulpturale Arbeiten aus Edelmetallen und zwei Performances. Die Installation Flowers of Life (2024) aus Mehrschalengreifern verweist auf die Lebensgrundlage ihrer Familie. Die soll auf dem Sammeln und dem Weiterverkauf von Metallschrott fußen.

Die Videoarbeit Crossing the Blue Bridge (2024) basiert auf den Erinnerungen ihrer Mutter an Erlebnisse in ihrer Heimatstadt Bihać während des Bosnienkrieges (1992–1995). Selman nimmt diese familiären Erfahrungen als Ausgangspunkt, um sich selbst als feministisch-aktivistische Künstlerin zu verorten. Heute setzt sich die Künstlerin international für ihre Community einsetzt.

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Kunst & Architektur

Ikonenmalerei: Exklusives Interview mit Igor Kaplun

Ich freue mich, euch mitteilen zu dürfen, dass der Ikonenmaler Igor Kaplun sich auf ein exklusives Interview mit mit eingelassen hat. Entdecke seine faszinierende Welt der Ikonenmalerei! In unserem spannenden Gespräch erzählt der zeitgenössische Künstler über seinen Werdegang, seinen einzigartigen Stil und die Balance zwischen Tradition und Innovation. Erfahre auf tuellundtrueffel.com mehr über Kapluns Techniken, Inspirationen und wie er es schafft, klassische Ikonenmalerei in die moderne Kunstszene zu integrieren.

Du interessierst dich für Ikonenmalerei? Dann solltest du das Ikonenmuseum in Frankfurt unbedingt kennenlernen.

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Reisen

Lazy Days in Portugal: Das tat ich bei Regen

Ich stand vor dem Spiegel und trug mehr Make-Up auf, als die Tage zuvor. Meine Mutter hatte mich nämlich angerufen und mein äußeres Erscheinungsbild kritisiert. Ich würde mich wie ein Tomboy kleiden, meinte sie in ihren eigenen Worten und war ganz und gar nicht glücklich, dass ich mir einen Regen-Poncho geholt habe, der mich in ein undefinierbares Etwas verwandelte. Recht hatte sie irgend wie und wir wissen ja (fast) alle, was so ein bisschen Make-Up mit unserer „inneren Göttin“ machen kann.

Das Dumme ist, dass über A Ver-o-Mar – und anderen Teilen Portugals – den ganzen Tag das fieseste Pisswetter herrschte. Beinahe hätte meine Faulheit gesiegt und ich wäre im Hotel geblieben. Doch es kam anders. Mein erster Versuch aus dem Haus zu gehen, endete erfolgreich am Strand. Ich beobachtete einen Surfer, der auf seinem Brett Dinge machte, die ich mich niemals trauen würde. Die Wellen schienen ihn zu verschlucken und wieder auszuspucken. Später hatte ich das unerwartete Glück, ihn Oberkörperfrei zu sehen, was mich einerseits faszinierte, andererseits aber schnell in die Flucht trieb, weil mich solche Situationen einfach viel zu nervös machen.

Regen in Portugal: Auf dem Strand von A Ver-o-Mar haben sich Möwen und andere Vögel versammelt.
Der Atlantische Ozean in Portugal: Zu sehen ist der Surfer zwar nicht, dafür aber jede Menge Möwen und Enten (?).

Planlos durch den Regen in Portugal

Beim zweiten Versuch, das Hotel zu verlassen, schnappte ich das Fahrrad, mit dem ich wenige Tage zuvor nach Porto gefahren bin, und fuhr planlos durch den Regen. Natürlich zog ich dafür meinen geilen Regenponcho an und schickte meiner Mutter ein Foto davon. Als ich es machte, bekam ich einen heftigen Lachanfall. Ich fühle mich jedes Mal witzig, wenn ich auch nur im Geringsten gegen das Weltbild meiner Mutter rebellierte. Bis heute ist das so und ich kann nichts dagegen tun, auch wenn ich genau weiß, dass ich für diese Art von Gefühlen viel zu alt bin.

Regen in Portugal: Madlen Trefzer lacht in die Kamera mit ihrem Regenponcho über den Kopf gezogen.
Mein Regenponcho und ich – ein einmaliges Team. Muttern ist da fehl am Platz.

Lachend fuhr ich weiter durch den Regen. Mein Ziel war ein Objekt in Póvoa de Varzim, das ich am Tag zuvor aus der Ferne gesehen hatte. Ich konnte mir ausmalen, was es war, doch ich wollte es genau wissen. Als ich an jenem Ort ankam, bewahrheiteten sich meine Vermutungen. Es war eine Aussichtsplattform auf einem Felsen. Doch da der Ozean stürmisch war, war auch der Zutritt zu der Plattform überschwemmt. Angst davor, nass zu werden, hatte ich nicht – der Regen hatte bereits dafür gesorgt.

Die Atlantik zog mich wieder in ihren Bann

So stand ich also starr im Regen und am Strand, das Augenmerk auf die hölzerne Plattform auf dem Felsen gerichtet, die von stürmischen Salzwasser-Explosionen umringt war. Es war wie der beste Film, den ich seit Langem gesehen hatte. Die Macht der Wellen ist vor allem während der Winterzeit in Portugal so ausschlaggebend. Davon hatte man mit schon einige Male erzählt, aber das mit eigenen Augen zu sehen, ist mit nichts zu vergleichen. 

Regen in Portugal: Auf einem Felsen steht eine hölzerne Aussichtsplattform. Der Himmel sieht bedrohlich grau aus, gleichzeitig sind aber Sonnenstrahlen zu sehen. Eine riesige Welle explodiert förmlich in unmittelbarer Nähe der Plattform. Das Foto wurde am Strand aufgenommen von Póvoa de Varzim.
Jetzt schau sich einer diese Macht der Wellen an. Ich werde ihren Duft, ihren Klang und ihre Kraft niemals vergessen.

Der Atlantische Ozean zog mich also in seinen Bann und ließ gar nicht mehr los. Besessen von dem Gedanken, auf die kleine Plattform zu klettern, um den meterhohen Wellen noch näher zu sein, stand ich da und sah, dass dieses Vorhaben auch durchaus gefährlich werden könnte.

Portugal: Das Unvorhersehbare des Ozeans

Es war die Macht der Wellen, die genau vor der Treppe zum Felsen aufeinander schlug, die mir Sorgen bereitete. Dies geschah offenbar regelmäßig, denn die ersten drei steinernen Treppen waren von der Kraft des Salzwassers bereits gänzlich abgetragen. Lange wartete ich auf einen Moment, in dem die stürmischen Wellen abklangen, doch er kam nicht. Viel eher wurden sie größer, je später es wurde. 

Als ich mich dennoch näherte passierte es plötzlich: Die Wellen deckten mich kniehoch in ihr kaltes nass ein. Angenehm. War aber nicht das erste Mal, dass ich das Unvorhersehbare des Ozeans in Portugal unterschätzte. Ich gestehe, ich traute mich letztlich nicht auf den Felsen. Stattdessen fuhr ich weiter durch den Regen und landete an diesem tollen Ort in Póvoa de Varzim.


Transparenzhinweis: Diese Geschichte fand Ende November/ Anfang Dezember 2023 statt und wurde auch da verfasst.

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