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Meine Quellen der Inspiration

Quellen der Inspiration sind so individuell wie wir Menschen selbst. Sie können uns in unerwarteten Momenten und durch unterschiedlichste Auslöser begegnen: Kunstwerke, inspirierende Menschen oder berührende Momente. Doch manchmal sind es auch die scheinbar negativen oder ungewöhnlichen Dinge, die uns zu kreativen Höhenflügen verhelfen können. Heute will ich mit euch ein paar meiner persönlichen Inspirationsquellen teilen, die auf den ersten Blick vielleicht banal erscheinen mögen, aber mich immer wieder aufs Neue antreiben.

Negative Inspiration: Schlechte Ausstellungen und Co.

Schlechte Ausstellungen. Die guten inspirieren mich natürlich auch. Aber eben auf einer ganz anderen Ebene. Während ich über die Guten schreiben will, will ich die Schlechten zu meinem Eigen machen und sie in meiner eigenen Art reproduzieren. Nachdem ich mir schlechte Ausstellungen reinziehe, bin ich meistens wütend und kann an nichts anderes mehr denken, bis ich mir eines der Exponate imitiert habe. Für mich ist das eine „Negativinspiration“, die Spaß macht und dabei eine intime und emotional geladene Erfahrung ist.

Madlen Romanowna: Stillleben 2024
Das war spaßig. Inspiriert wurde das von einem Gemälde von Nicolas Party. Der Künstler gab seinen Werken mehr Bedeutung, als es je angemessen sein würde. Als angehende Kunsthistorikerin (und Fan der Alten Meister) bekam ich zunächst ein nervöses Zucken im Auge und schließlich auch in den Fingern.

Menschen, die mir seelischen Schmerz zufügen. Der Klassiker. Manche Situationen erlebe ich so intensiv, dass ich mich danach tagelang in meiner Wohnung einsperren muss, um überhaupt verarbeiten zu können (ich bin neurotypisch btw). Mit ein bisschen Glück durchlebe ich dabei einen unendlichen Flow. Worte, Themen, Skizzen, Ideen sprudeln nur so aus mir heraus, machen dabei Sinn und werden auch noch zu etwas Größerem, als ursprünglich geplant. Im weitesten Sinne bin ich dankbar – ohne dieser Zwischenfälle wäre ich wahrscheinlich nicht so erfüllt. Immer wieder sage ich, dass es nicht darauf ankommt, wie heftig der emotionale Schmerz ist, der dir zugefügt wurde, oder wie groß das Problem ist, mit dem du klarkommen musst – viel wichtiger ist, wie du damit umgehst. Also versuch das Ganze in Inspiration umzuwandeln. Faustregel, die ich dabei allerdings aufstellen musste: Immer erst dann publizieren, wenn ich wieder abgekühlt bin. Nicht, dass avecMadlen wieder verboten wird.

Auch im Schönen suche ich die Inspiration

Menschen, die meine Energie spiegeln. Am liebsten bin ich zwar immer noch mit mir selbst, habe aber mit den Jahren gelernt, dass nicht alle Mitmenschen mich überfordern. Es gibt auch jene, mit denen ich Zeit verbringe und mich danach gut fühle. Manche Begegnungen gehen dabei so tief unter die Haut, dass sie in meinem Kopf Steine ins Rollen bringen. Je seltener das passiert, desto mehr wachse ich durch diese intensiven Begegnungen und es kommen Stücke wie etwa „Diese Liebe macht mich wahnsinnig“ zustande.

Die Natur – sie ist ein Teil von mir und ich bin ihre treue Dienerin. Geht es mir wegen Punkt 1 oder 2 schlecht, sperre ich mich erst ein bisschen in meiner Wohnung ein, mache mein Ding und traue mich später aus der Tür, um mir einen zweiten Inspirationsschub zu holen. Mein Kopf wird frei, wenn ich in einen Wald hinein starre. Wenn ich Gräser, Büsche, Blätter berühre und an Blumen rieche, komme ich sofort wieder zur Vernunft. Auch dann, wenn ich meine Hände in der Erde vergrabe, Samen säe, Äste schneide, gieße, grabe und Blätter sammle, fühle ich mich glücklich und inspiriert.

Quelle meiner Inspiration: Die Schwanheimer Düne. Hier komme ich her, um mich instand aufladen zu lassen.
Eine der Quellen meiner Inspiration: Die Schwanheimer Düne. Hier kam ich her, um mich instand aufzuladen. Seit ich wieder in Baden-Baden lebe, wurde die Düne von den Geroldsauer Wasserfällen abgelöst.

Herbst, depressive Verstimmungen und Romane

Der Herbst. Er ist eine Inspiration an sich. Das Wetter wird trüb und traurig, die Blätter färben sich gülden und depressive Verstimmungen kommen wie bestellt. Die Kombi aus Herbst und Verstimmung ist eh ein Unschlagbares Duo und daher oft auch inspirierend. Ich tendiere dazu, mich mit dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen und das Größere zu erkennen – auch dann, wenn es gar nicht da ist. Wie die meisten von euch aber wissen, können depressive Verstimmungen leicht in richtige Depressionen übergehen und dann geht bei mir leider gar nichts mehr. Aber ja, der Herbst ist super, um sich Denkanstöße zu holen.

Bücher. Selbsterklärend. Romane, biografische Sachbücher, Monographien zum Thema Kunst und Modezeitschriften am liebsten. Bei literarischen Meisterwerken am liebsten Kafka, Dostojewski und Erich Maria Remarque.

Psychischer Druck als Inspirationsquelle

Unter Druck entstehen Diamanten. Ich liebe den Druck, den meine Psyche an mir selbst übt. Es ist wie ein Sich-Selbst-Auffressen, das mich gleichzeitig beflügelt. Einen positiven Effekt hat Druck aber nur dann, wenn ich ihm gerecht werde und ihn gezielt dazu nutze, um über mich selbst hinaus zu wachsen. Sei es, um meine Emotionen unter Kontrolle zu nehmen und meine Gedanken zu strukturieren, oder um jene Emotionen in Texte oder andere kreative Tätigkeiten umzuwandeln. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Druck ich als Quelle der Inspiration verwende: Zeitdruck, Perfektionsdruck, Gelddruck, zu Hohe Erwartungen an mich selbst, Ungeduld – jede Art des Drucks inspiriert in irgendeiner Weise.

Zwei Extreme, die mich wahrscheinlich am meisten inspirieren

Industriebauwerke. Gott, ich HASSE Industriebauwerke. Sie machen mir Angst, sie widern mich an, sie sind das, was in meinen Augen direkt aus der Hölle kommt. Rohre, Rauch, massige Gebäudeteile, die das Landschaftsbild versauen, ekelhafte Wendetreppen und Leitern aus Metall sowie rot blinkende Warnlichter. Ich hasse es so sehr, dass es mich jedes Mal durchschüttelt, wenn ich davorstehe. Diese eigenartige Erfahrung inspiriert mich aber jedes Mal aufs Neue. Merkwürdig, oder? Ich weiß gar nicht, wo dieser Ekel herkommt, ein paar einschneidende Erfahrungen machte ich jedoch. Wenn ich bereit bin, sie zu teilen, lasse ich es euch wissen.

Meine geliebten Leser. Für mich ist jede Reaktion auf mein „pseudointellektuelles Geschreibsel“, wie einst ein Leser sagte, ein Geschenk. Ich liebe jedes Wort, das ihr mir schreibt, nachdem ihr mich gelesen habt. Ich könnte jedes Mal vor Glück weinen, wenn ihr mir mitteilt, dass ihr das Gleiche durchlebt habt, dass ihr meine Worte nachvollziehen könnt, oder dass ihr meine Geschichten witzig oder geil oder spannend fandet. Für meine Leser ALLES. Egal, von welchen Portalen, Zeitungen, Kanälen ihr mich auch lesen mögt – ihr seid die Besten und Geilsten. Hört niemals auf, mir eure Kommentare und Nachrichten zu schreiben, auch wenn ihr mich einfach nur kritisieren wollt und mir mitteilen wollt, dass ich wieder mal nur Scheiße publiziere. Ich lebe dafür, euch zu unterhalten, zu inspirieren und von euch inspiriert zu werden. Danke, dass es euch gibt.


Zum Beitragsbild: Das ist Nicolas Party’s, wie ich ihn gerne nenne, „Osthaufen“. Dieses Werk existiert nicht mehr, da es wieder von den Wänden des Museums Frieder Burda in Baden-Baden abgetragen wurde. Das Bild an sich gehörte zu den stärksten Arbeiten, die dort zu dem Zeitpunkt ausgestellt wurden. Die leuchtenden Farben mochte ich besonders. Doch die Bedeutungstiefe der Früchte, die als die menschliche Sexualität im Bezug auf Adam, Eva, Kain und Abel zu lesen war, fand ich etwas weit hergeholt. Aber so ist die Kunst der Gegenwart nun mal. Manchmal zumindest.

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Kunst & Architektur

Franz Kafka in Frankfurt

Franz Kafka: brillanter Schriftsteller und… Künstler? Ganz genau. Diese bislang wenig bekannte Seite seines Schaffens wurde erst 2021 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, als Prof. Andreas Kilcher von der ETH Zürich Kafkas Zeichnungen edierte.

Die Zeichnungen, die viele Jahre in einem Zürcher Banksafe aufbewahrt wurden, sind nun in einem Band veröffentlicht, der bereits in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurde. Diese Veröffentlichung hat eine neue Dimension von Kafkas künstlerischem Vermächtnis offenbart und bietet neue Perspektiven auf seine literarischen Werke.

Franz Kafka Buch: Die Zeichnungen
Na ratet mal, wer es von seinem Ex zu Weihnachten bekommen hat.

Franz Kafka: Verbindung zwischen Kunst und Literatur

Prof. Kilcher widmet sich in seinem jüngsten Buch „Kafkas Werkstatt. Der Schriftsteller bei der Arbeit“ der Verbindung von Kafkas zeichnerischem und schriftstellerischem Wirken. Er argumentiert, dass Kafkas Schreiben durch visuelle Elemente beeinflusst wurde und dass das Verständnis seiner Zeichnungen auch neues Licht auf sein literarisches Werk wirft.

Am Donnerstag, 12. September, beleuchtet das Jüdische Museum am Bertha-Pappenheim-Platz 1 in Frankfurt diese Thematik. In Kooperation mit dem Buber-Rosenzweig-Institut an der Goethe-Universität Frankfurt findet um 19 Uhr eine Veranstaltung statt. Bei dieser werden Kafkas Zeichnen und sein Schreiben ins Verhältnis gesetzt.

Das Gespräch mit Prof. Kilcher moderiert Julia Encke, Feuilletonchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ich werde vor Ort sein und euch mehr von dieser fantastischen Veranstaltung erzählen.

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Kunst & Architektur

Sinnliche Reise durch das Museum Frieder Burda

Unter dem Titel „I Feel the Earth Whisper“ lädt das Museum Frieder Burda in Baden-Baden Besucher ein, sich auf eine sinnliche Reise durch die Kunst der Natur zu begeben. Die Ausstellung zeigt Werke von Bianca Bondi, Julian Charrière, Sam Falls und Ernesto Neto. Ziel ist es, die Verbundenheit des Menschen mit der Natur zu beleuchten. Ein paar Exponate gefielen mir ziemlich gut, also zeige ich sie euch weiter unten.

Die Schau umfasst Skulpturen, Malereien, Videos und Fotos. Diese Werke sollen den Betrachtern helfen, ihre Rolle als respektvolle Hüter der Erde wiederzuentdecken. „Wir wollen neue, fürsorgliche Beziehungen zwischen Mensch und Erde erzählen – wahre ‚planetare‘ Liebesgeschichten“, so die Kuratoren. Die aktuelle Ausstellung „Heilende Kunst“ im LA8 beschäftigt sich mit einem sehr ähnlichen Thema aus einer anderen Perspektive. Zufall? Ich glaube nicht. Also wenn hingehen, dann wohl in beide Ausstellungen, so wie ich das gemacht habe.

Museum Frieder Burda: „I Feel the Earth Whisper“

Die Künstler haben im Ramen der Frieder-Burda-Ausstellung „I Feel the Earth Whisper“ Installationen geschaffen, die Naturlandschaften ins Museum holen und damit dynamische Räume schaffen. Diese fordern dazu auf, neue Perspektiven einzunehmen und eine Harmonie mit der Erde zu empfinden. So zumindest die Absicht der Künstler und Koratoren. Als ich durch das Werk „The Birth of Contemporous Blue Tree“ im Erdgeschoss lief, spürte ich sogar etwas Derartiges.

Die Installation „The Birth of Contemporous Blue Tree“ ist von Ernesto Neto und symbolisiert die Verbindung zwischen Erde und Himmel. Sie lädt Besucher dazu ein, alle Sinne zu nutzen: riechen, hören oder berühren. Die Interaktion mit dem Betrachter fand ich wirklich faszinierend. Das gesamte Werk ist handgehäkelt und man muss die Schuhe ausziehen, bevor man es betritt. Ich fands cool. Die von der Kuppel des Werks hängenden Steine in den gehäkelten Schaukeln fand ich schon ganz interessant. Woran sie mich erinnerten, kann ich aus dem Stehgreif gar nicht sagen. Im Inneren der Installation stehen rhythmische Musikinstrumente zur freien Verfügung. Dort habe ich mir ordentlich einen abgetrommelt – und hatte Spaß bei.

Bianca Bondiy und Julian Charrière im Frieder Burda

Die Ausstellung ist aufgeteilt in die vier Künstler und ihre Auffassung von der Thematik Erde. Bianca Bondis beschäftigt sich in ihrer Installation „Salt Kisses My Lichens Away“ mit chemischen Prozessen wie Salzwasserreaktionen. Ihr Ziel ist es, Alltagsgegenstände in Kunst zu verwandeln. „Meine Werke sind eine eindringliche Erinnerung an die fragile Schönheit unseres Ökosystems“, sagt die Künstlerin selbst. In diesem Raum hielt ich mich allerdings nur sehr kurz auf.

Julian Charrière präsentiert unter dem Titel „Where Clouds Become Smoke“ Projekte über die Verflechtung von Mensch und Natur. Ein Highlight ist sein partizipatives Projekt „Calls for Action“. Es nutzt eine Live-Videoübertragung zwischen dem Schwarzwald und einem Küstenwald in Ecuador. Diese Idee fand ich sehr interessant und hab in dem abgedunkelten Raum, wo die Videoübertragung stattfindet, sogar ein Pärchen kennengelernt, das in der Nähe des Küstenwaldes in Ecuador lebte und demnach auch eine starke Verbindung zum Dargestellten hatte. Sie erzählten mir von ihren Spaziergängen durch die dortige Natur. Wir haben wirklich nett geplaudert. Die ölige Lavalampen-Action fand ich auch super und starrte sie richtig lange an.

Mein persönliches Highlight

Sam Falls setzt in seiner Ausstellung „Waldeinsamkeit“ auf natürliche Materialien wie etwa Heilsteine und Keramik aus dem Schwarzwald. Er lässt natürliche Prozesse auf seine Werke einwirken, um Vergänglichkeit und Zeitverlauf hervorzuheben. Am aller geilsten fand ich seinen „Vorhang“ aus den Halbedelsteinen. Es war eins meiner persönlichen Highlights in der gesamten Ausstellung. Ich hätte die Dinger am liebsten angeknabbert. Es war toll, es war anders, es war ästhetisch, es war geil und das beste: ich durfte es anfassen.

Die Ausstellung findet anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Museums statt. Gründer Frieder Burda wird mit der Schau für seinen visionären Geist gewürdigt. Sein lichtdurchflutetes Museum bietet eine Symbiose aus Kunst, Architektur und Natur entlang der wunderbaren Lichtentaler Allee in Baden-Baden. „I Feel the Earth Whisper“ ist noch bis zum 3. November 2024 im Museum Frieder Burda zu sehen.

Nach der recht interessanten Ausstellung ging ich ins Untergeschoss und stieß auf meinen geliebten Max Beckmann. Zwei seiner Werke lachten mich dort an.


Quelle: Website museum-frieder-burda.de „I Feel the Earth Whisper“

Bebilderung: Urheberrechte bei avecmadlen.com

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Kunst & Architektur

Heilende Kunst: Kohlrabi-Aposteln und nackte Hippies

Bei meiner letzten Tour durch mein geliebtes Baden-Baden entdeckte ich das Museum LA8 neu. Ich überflog die Ausstellungsbeschreibung und las dort den Namen Rudolf Steiner. Für mich stand sofort fest: ich muss da hin. Die Ausstellung hieß „Heilende Kunst“. Diese läuft auch noch bis zum 12. Januar 2025. Ich wurde im LA8 sehr herzlich empfangen. So etwas hatte ich noch nie erlebt – doch, im Fabergé Museum, ebenfalls in Baden-Baden vielleicht. Es war mal wieder so, als wäre ich nach einer langen Zeit nach Hause zurückgekehrt. Es war schön.

Ich nehme es gleich vorweg: Die Ausstellung war spannend, es waren einige bekannte Künstler dabei, ich konnte zahlreiche Anregungen mitnehmen und die öffentliche Führung, die mir die süße Frau am Eingang ans Herz gelegt hatte, war aufschlussreich, inspirierend und absolut empfehlenswert. Durchgeführt wurde sie von Elisabeth Gurock. Sie erzählte fesselnd, humorvoll, spannend und man spürte in jedem Satz, wie sehr sie für ihre Thematik brennt. Ich genoss jede Sekunde davon und konnte folgendes aus dieser Sonderausstellung mitnehmen (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

„Heilende Kunst“: Der Mensch gegen die Industrialisierung

Das Thema Ernährung hat schon im Zeitalter der Industrialisierung eine große Rolle gespielt. Die Menschen experimentierten mit Vegetarismus, Rohkost und verzichteten auf Genussmittel wie Alkohol und Tabak. Ihnen war klar, dass der Wunsch nach einer Veränderung immer beim Individuum selbst beginnen muss. Dieser Wunsch wurde wiederum durch die Folgen der Industrialisierung hervorgerufen. Wir erinnern uns: Sie startete 1711 in England mit der Dampfmaschine und kam im 19. Jahrhundert auch auf dem restlichen Kontinent an. Hier geht es zum Zeitstrahl der Industrialisierung.

Die Menschen hatten es satt. Sie fingen an, die negativen Auswirkungen der Industrialisierung wahrzunehmen: Schwindende Flächen, Arbeitsstellenverlust, miserable Lebensverhältnisse, Luftverpestung, Verschmutzung der Gewässer und viele andere Nachteile. Gehobene Gesellschaftsschichten, vor allem die mit einem kritischen Geist, wussten, dass sie aufstehen und etwas tun müssen. Geboren war eine ganze Bewegung von Industrialisierungsgegnern, die eine Lebensweise im Einklang mit der Natur angestrebt hatten.

LA8 Museum in Baden-Baden

Künstler und Kohlrabi-Apostel Karl Wilhelm Diefenbach

Einer der wichtigsten Vertreter dieser Bewegung war Karl Wilhelm Diefenbach. Nach einer langen Krankheitsphase hatte er ein Erweckungserlebnis, nach dem er eine Umstellung wollte. Er wurde Vegetarier, verzichtete auf Genussmittel und trug eine Kutte. Seine Kritiker nannten ihn „Kohlrabi-Apostel“. Davon ließ sich Diefenbach jedoch nicht aufhalten und gründete eine Kommune mit seinen Anhängern in der Nähe Münchens, wo er ganz und gar nicht willkommen war.

"Heilende Kunst": Gemälde von Karl Wilhelm Diefenbach im Museum LA8 in Baden-Baden
Diefenbach war als bekennender Pazifist, Nudist und Vegetarier. Barfuß und in eine Kutte gehüllt prangerte er vor dem Münchner Hofbräuhaus den „Tiermord“ an. „Lieber sterben, als meine Ideale verleugnen.“ Von der Nachwelt wurde Diefenbach weitgehend vergessen. Der dem Symbolismus der Jahrhundertwende nahestehende Künstler fand zu einer eigenständigen, überraschend modernen Bildsprache, die ihre Spuren bei Schülern wie František Kupka hinterlassen hat. Das. „Du sollst nicht töten“ (1902) gilt als eines der Hauptwerke des Künstlers.

Das vorliegende Bild gehört dem Städel Museum in Frankfurt und ist eine Leihgabe für die Ausstellung „Heildende Kunst“. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ gilt dabei den Tieren. Das pathetische an diesem Gemälde: Karl Wilhelm Diefenbach malte sein eigenes Gesicht in der Darstellung Gottes.

Heilende Kunst im LA8: Karl Wilhelm Diefenbach
Und das ist der Mann der Stunde: Karl Wilhelm Diefenbach

Nackte Selbstversorger in Ascona

Ein weiterer wichtiger Akteur dieser Bewegung war Henri Oedenkoven. Er war zum einen Sohn eines Industriellen, zum anderen aber Mitbegründer des alternativen Siedlungsprojektes Monte Verità in Ascona. Oedenkoven war angewidert von der kapitalistischen Industriegesellschaft, also nutzte er das Familienvermögen für den Ausbau eines vegetarischen Zentrums, das sich zu einem spirituellen Sanatorium entwickelt hatte.

Die Ausstellung „Heilende Kunst“ präsentiert eine durch und durch interessante Fotogalerie seiner Anhänger, die nackt an der Sonne Gemüse ernteten. Ein Sanatorium, das ich nur zu gerne besuchen würde. Die Menschen, die dort lebten und arbeiteten, brachen wohl aus der von Zivilisation strotzenden Gesellschaft aus und wollten offenbar zurück zu ihrem natürlichen Ursprung. Sie versprachen sich Heilung durch nackte Arbeit, Selbstversorgung und Gemüseanbau. Eigentlich völlig logisch, oder?

Schönheit: Ein Grundbedürfnis des Menschen

1900 kam das Motto „zurück zur Natur“ auch in die Häuser der Reichen und Schönen. Die Arts & Crafts Bewegung wurde geboren. William Morris, Maler, Architekt, Dichter, Kunstgewerbler, Ingenieur und einer der wichtigsten Vertreter dieser Bewegung, erkannte, dass Schönheit ein Grundbedürfnis des Menschen ist. Das, was ich euch schon seit einiger Zeit predige. Er wollte weg von der Massenproduktion, die für ihn (und für alle anderen klar denkenden Menschen) ästhetisch unbefriedigend war.

Seine Idee griff Johann Heinrich Vogeler auf und brachte sie nach Deutschland. Er überdachte die Prinzipien von Morris und bezog die Idee dieser Ästhetik auf Kleidung, Geschirr, Besteck, Handtücher – eben auf alles, was in einem Haus zu finden sein könnte. Er sah das Haus sozusagen als Gesamtkunstwerk an. Schließlich mutierte Vogeler vom Ästhet in einen radikalen Kommunisten und verließ Deutschland.

Modell des Goetheanums im Museum LA8

In der LA8-Ausstellung „Heilende Kunst“ wird auch eins meiner ganz persönlichen Highlights ausgestellt: Das Goetheanum von (bitte jetzt Engelsgesang einsetzten) Rudolf Steiner. Also, nicht das ganze Goetheanum, nein, natürlich nicht. Lediglich die beiden Modelle: Der erste, vollständig aus Holz bestehende Tempel, der durch mutmaßliche Brandstiftung 1920 den Flammen zum Opfer fiel, und das zweite, steinerne (höhö Steiner) Goetheanum, das bis heute in Dornach vor sich hin steht und alle Interessierten zu einem unvergesslichen Besuch einlädt.

2014, glaube ich, war ich vor Ort. Es war wahnsinnig faszinierend. Das Goetheanum hat keinen einzigen rechten Winkel im gesamten Baukomplex. Es hat freie Räume, ein absolut verrücktes Spiel mit dem durch die Fenster eindringendes Licht – die Atmosphäre darin ist maximal sexuell aufgeladen. Ich bin demnächst wieder vor Ort und entdecke es für euch neu. Bleibt also dran. Es lohnt sich. Ich werde dann auch versuchen, mich dem schwierigen Thema Rudolf Steiner anzunehmen.


Quellen:

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Kunst & Architektur Reisen

Tag des offenen Denkmals: Programm in Frakfurt

Endlich ist es soweit. Nachdem ich vor zwei Jahren meinen Spaß am Tag des offenen Denkmals in Heidelberg hatte, lädt dieselbe Veranstaltung auch am Sonntag, 8. September, zu einer Erkundung in Frankfurt ein. Also nicht nur in Frankfurt, sondern bundesweit – ich bin aber in FFM für euch am Start. Das ist die Gelegenheit, die Stadtgeschichte deiner Stadt hautnah zu erleben. An diesem besonderen Tag öffnen zahlreiche historische Stätten und Denkmäler ihre Tore, die sonst verschlossen bleiben.

Hier geht’s zur damaligen Fotostreckenstory in Heidelberg – wie immer mit ganz viel Liebe in jedem Pixel.

Tag des offenen Denkmals in FFM: Programm

Das Programm umfasst eine Vielzahl von Veranstaltungen, Führungen und Aktivitäten. Diese werden von lokalen Experten und Geschichtenerzählern begleitet. In Frankfurt ist das allerdings wie immer so, dass die Führungen auf nur 20 Besucher beschränkt sind – und das mit Voranmeldung. Trauriger Scheiß, aber so ist es leider immer in FFM. Alles, was Spaß macht, ist ausgebucht, bevor überhaupt ein Termin feststeht (ich übertreibe an dieser Stelle etwas, aber ihr kennt’s sicher auch).

Die Organisatoren ermuntern Frankfurter sowie auch Touristen, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu erleben. Insgesamt stehen 19 Bauwerke zur Besichtigung offen:

  • Alte Nikolaikirche (Römerberg 11)
  • Altes Portal des Frankfurter Hauptfriedhofs (Eckenheimer Landstr. 188-190)
  • Dorfkirche Unterliederbach (Heugasse 1)
  • Dreikönigskirche (Dreikönigsstr. 32)
  • Ehemalige Bonifatius-Kapelle (Oberer Kalbacher Weg 7)
  • Ehemalige DB-Zentrale (Stephensonstraße 1)
  • Ehemaliges Verwaltungsgebäude der Frankfurter Versicherungsgesellschaft „Providentia“ (Taunusanlage 20)
  • Evangelische Kreuzkirche (Weinstr. 25)
  • Frauenfriedenskirche (Zeppelinallee)
  • Hellerhofsiedlung und Alte Hellerhofsiedlung (Rebstöcker Str. 95)
  • Justinuskirche Höchst (Justinusplatz 2)
  • Kirche St. Leonhard (Am Leonhardstor 25)- Lohrpark (Auf dem Lohr 9)
  • Römische Raststation Heidenschloß (Oeserstr. 180)
  • Studierendenhaus (Mertonstr. 26-28)
  • Töpferhaus (Erich-Ollenhauer-Ring)
  • Villa 102 (Bockenheimer Landstr. 102)
  • Wasserwerk Griesheim (Oeserstr. 181)
  • Willemerschule (Willemerstr. 8–10)

Eine Stadtkarte auf der Website des Veranstalters hilft bei der Planung des Besuchs.

Tag des offenen Denkmals: Meine persönlichen Highlights

Zu den besonderen Highlights gehört für mich persönlich die Justinuskirche Höchst, die mitten in der Höchster Altstadt liegt und zwischen den Jahren 830 bis 850 erbaut wurde. Der Besuch dieser historischen Kirche lässt sich ideal mit einem Spaziergang durch die nahegelegene Fachwerkstraße verbinden. Am Höchster Schloss findet zudem ein Jazzfestival statt. Eintritt frei. Warum ist diese Kirche für mich so ein besonderer Ort? Naja. Das ist genau die Kirche, in dessen Kräutergarten ich einbrechen wollte, als der Zahnarzt und ich unser erstes Date hatten. Ich habe es NICHT getan, ok? Weil ich ein anständiger Mensch bin.

Ein weiteres bemerkenswertes Bauwerk ist das ehemalige Verwaltungsgebäude der Frankfurter Versicherungsgesellschaft „Providentia“. Da plane ich dieses Jahr auf jeden Fall hinzugehen. Ich erzähle euch im Nachklang, wer mich dahin begleitet. Das Gebäude stammt jedenfalls aus den Jahren zwischen 1898 und 1900 und steht derzeit leer. Es zeichnet sich durch seine klassizistische und barocke Bauweise aus. Besonders heiß bin ich auf die Innenräume – mal sehen, wie weit ich mit meinem Presseausweis komme.

Auf diesen Brutalisten freue ich mich besonders

Auch das Bürogebäude der ehemaligen Hauptverwaltung der Deutsche Bahn AG in Frankfurt-Gallus ist für mich ein absolutes Highlight und ich brenne auf den Besuch dieses Brutalisten. Auch wenn es nicht so hoch ist, wie manche Wolkenkratzer, die die Frankfurter Skyline zieren, ist es dennoch ein Hochhaus. Es wurde in den Jahren zwischen 1991 und 1993 erbaut und anschließend als Kulturdenkmal eingestuft.

Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals in Frankfurt, Heidelberg und all den anderen wunderbaren Städten Deutschlands, findet ihr auf der offiziellen Website der Veranstalter.


Transparenzhinweis: Hierbei handelt es sich um einen Artikel, den ich zunächst für ein anderes Medium geschrieben habe und dann eiskalt durch die KI gejagt und meinen Senf zugefügt habe.

Zum Bild: Das Höchster Schloss kann nicht besucht werden. Wie gesagt findet in dessen Innenhof das Jazzfestival statt. Der Turm jedoch bleibt auch zum Tag des offenen Denkmals für die Öffentlichkeit verschlossen. Leider.

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Beauty

Schöne Lippen: Tipps, Produkte und Hausmittel

Um schöne Lippen zu haben, ist eine regelmäßige Pflege essentiell. Die Ursachen für trockene Lippen sind unterschiedlich. Äußere Einflüsse wie etwa trockene Luft, Hitze oder Kälte sowie ein Mangel an Vitamin E und Feuchtigkeit könnten dabei mögliche Auslöser sein. Auch die falsche Pflege kann zu spröden Stellen führen.

Die Haut unserer Lippen ist bis zu sieben Mal dünner als die restliche Haut und benötigt deshalb spezielle Pflegeprodukte. In vielen herkömmlichen Lippenpflegestiften ist Paraffinöl enthalten. Diese kann die zarte Haut auf Dauer austrocknen. Wenn wir also das nächste Mal einen Lippenbalsam kaufen, schauen wir unbedingt auf die Inhaltsstoffe.

IMAGO / Zoonar : Symbolfoto von Lippen und natürlicher Lippenpflege.
Copyright: IMAGO/ xZoonar.com/SergxZastavkinxSergeyxPristyazhnyukx 11223085

Deine Check-Liste für die perfekte Lippenpflege

Um schöne und weiche Lippen ohne eingerissene Mundwinkel zu haben, ist eine regelmäßige Pflege notwendig. Dazu gehören:

1. Lippenpflegestifte und Balsam: Diese Produkte versorgen eure Kussmünder mit Feuchtigkeit und schützen vor Austrocknung und Rissen. Im Sommer sind Varianten mit Lichtschutzfaktor empfehlenswert. Allein aus ästhetischer Sicht finde ich es, zumindest an mir selbst, besonders sexy, wenn die Lippen hell bleiben und das Gesicht hingegen etwas Farbe abbekommt.

2. Nicht ablecken: Bei Trockenheitsgefühl neigen viele dazu, ihre Lippen abzulecken. Der Speichel verdunstet jedoch schnell und verursacht noch mehr Trockenheit.

3. Lippen-Peeling: Abgestorbene Hautschüppchen sollten bis zu zwei Mal wöchentlich mit einem Peeling entfernt werden. Alternativ kann eine weiche Zahnbürste verwendet werden. Wer aber so tickt wie ich, könnte sich einen Lappen mit sehr warmem Wasser ins Gesicht legen, kurz wirken lassen und dann die alten Hautschüppchen sanft abmassieren. Mehr dazu in meinem Gesichtsmasken-Einmaleins.

4. Lippenmasken: Diese bieten eine schnelle Lösung für Problemlippen und haben je nach Inhaltsstoffen unterschiedliche Wirkungen: sie können Feuchtigkeit spenden oder auch reparieren.

5. Lip Butter: Die mit „Lip Butter“ ausgeschriebenen Produkte enthalten intensivere Nährstoffe und werden mit den Fingern aufgetragen. Logischerweise sollte man vor dieser kleinen Prozedur also unbedingt die Hände waschen. Als Alternative kann Honig verwendet werden, der fünf bis zehn Minuten einwirken sollte. Diesen könnt ihr auch natürlich auch im gesamten Gesicht anwenden.

Effektive Hausmittel für eine natürliche Lippenpflege

Der bereits erwähnte Honig spendet Feuchtigkeit und hinterlässt weiche Lippen. Kombiniert man ihn mit Quark, wirkt die Masse durch die natürlichen Eigenschaften von Honig und Quark intensiv pflegend und kann Lippenmasken aus dem Handel ersetzen.

Danach kann man nach Bedarf auch etwas Olivenöl auftragen. Dieses hat eine natürlich fettende Wirkung und macht die Lippen geschmeidig und glänzend. Auch Kokosöl kann immer wieder für die Lippenpflege zum Einsatz kommen. Dieses Wunderöl Schützt vor Umwelteinflüssen und hilft bei eingerissenen Mundwinkeln.

Bei sonnenbeschädigten Lippen hilft Kakaobutter, die ursprüngliche Feuchtigkeit zurückzugewinnen. Und wer Kälte, Wind und Wetter ausgesetzt ist, sollte es unbedingt mit Sheabutter probieren. Diese wirkt vor allem im Winter wahre Wunder gegen rissige Lippen.


Quelle: elle.de „Lippenpflege: So pflegst du deine Lippen richtig“

Artikelbild: Copyright IMAGO / Zoonar

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Kunst & Architektur

Kandinsky und Münter verfilmt: Eine bodenlose Liebe

Nach mehr als 100 Jahren kehren Gabriele Münter und Wassily Kandinsky in einem neuen Film erneut an den Starnberger See zurück. Marcus O. Rosenmüllers Film „Münter & Kandinsky“ beleuchtet die komplexe Liebesgeschichte des Künstlerpaares und wird vor dem Kinostart im Oktober auf dem Fünfseen-Filmfestival gezeigt. Das Drehbuch, geschrieben von Alice Brauner, basiert auf Dokumenten, Tagebucheinträgen und Briefen, wobei viele Dialoge aus Originalzitaten bestehen.

Der Film zeigt jedoch nur eine vereinfachte Darstellung der Beziehung: Ein erfolgreicher Mann verlässt seine kluge Partnerin für eine jüngere Frau. Die Realität war weitaus vielschichtiger.

Wenn ihr Interesse an Kandinsky und dem Blauen Reiter habt, ist das bundesweit das BESTE, was ihr euch ansehen könnt.

Das war Gabriele Münter für Wassily Kandinsky

Gabriele Münter wurde 1877 in Berlin geboren und wuchs in Koblenz auf. Sie kam 1901 nach München, nachdem sie zuvor zwei Jahre durch die USA gereist war und das Fotografieren für sich entdeckt hatte. In München schrieb sie sich in der Schule des Künstlerinnen-Vereins ein, da Frauen kein Studium an der Kunstakademie erlaubt war. Später wechselte sie zur Phalanx-Kunstschule, wo sie einen Bildhauerkurs bei Wilhelm Hüsgen belegte, der auch Abendaktunterricht bei Wassily Kandinsky einschloss.

Kandinsky stammte aus einer wohlhabenden russischen Teehändlerfamilie und hatte ein Jurastudium in Moskau absolviert, bevor er sich 1896 endgültig für die Malerei entschied. In München studierte er bei Franz von Stuck an der Kunstakademie und gründete 1901 die Künstlervereinigung „Phalanx“, wo er auch als Lehrer tätig wurde.

Lehrer und Schülerin verliebten sich schnell ineinander, obwohl Kandinsky verheiratet war. Er versicherte ihr jedoch seine unglückliche Ehe. Anfangs wies Münter ihn zurück, begleitete ihn dann aber doch zu Malferien nach Kochel.

Porträt von Wassiky Kandinsky. Der Künstler sitzt am Tisch und schaut in die Kamera
Kandinsky in seinem Atelier. Copyright: IMAGO / Bridgeman Images

Münter stellt Kandinsky ein Ultimatum

Als Kandinskys Ehefrau Anja Tschimiakin ihren Besuch ankündigte, bat er Münter abzureisen. Sie ging nach Bonn zu ihren Geschwistern und verlangte eine Entscheidung von ihm.

Kandinsky lebte wie auf der Flucht – immer unterwegs zwischen verschiedenen Orten wie Holland, Tunis oder Italien – oft auch am Starnberger See zum Malen oder Urlaub machen. Er schrieb Briefe voller Sehnsucht an Münter und arrangierte Treffen mit ihr in Starnberg. „Ich hoffe sehr, dass ich beim Aussteigen in Starnberg dich am Perron stehen sehe“, schrieb er ihr in einem Brief.

Münter zeigte große Geduld mit seinen unsteten Gemütszuständen, doch schrieb in einem ihrer Briefe: „Das Leben war zu provisorisch… um befriedigend zu sein.“

Kandinskys Kunst verändert sich

Am 17. Juni 1908 suchten beide erstmals aktiv nach einer festen Bleibe im Land – ihre erste Station war Starnberg. Der mondäne Kurort erschreckte sie jedoch; von der Einsamkeit Südtiroler Berge kommend suchten sie das Weite Richtung Murnau – wo sie schließlich heimisch wurden. Dort fanden sie zur neuartigen Malerei mit intensiven Farben; diese Phase veränderte bald darauf grundlegend die Kunstgeschichte.

Hier erfährst du welches Gemälde Kandinskys ein entscheidender Wendepunkt in seiner Kunst war.

Der Film „Münter & Kandinsky“ läuft erstmals am Mittwoch (4. September) um 17 Uhr in Gauting noch vor dem eigentlichen offizielle Veröffentlichungsdatum im Oktober. Ab dann wird eine Kinoformatierung starten, auf die ich natürlich hot hot hot bin. Vielleicht wird das mein erster Kinobesuch nach 5 Jahren (wenn nicht noch davor etwas derart interessantes rauskommt).


Quelle: sueddeutsche.de, „Stelldichein am See“

Artikelbild-Copyright: IMAGO / Heritage Images

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Kunst & Architektur

Deshalb sollet ihr das LA8 in Baden-Baden besuchen

Ich freue mich, euch das Museum LA8 vorzustellen. Dieses Kunsthaus ist mit Sicherheit eine kleine kulturelle Bereicherung für jeden Besuch in der wunderschönen Kurstadt Baden-Baden.

Das Museum LA8, eingebettet im historischen Zentrum von Baden-Baden, bietet einen tiefen Einblick in die Kunst und Kultur des 19. Jahrhunderts. Es ist Teil der Stiftung Gesellschaft für Geschichte des Welthandels, die sich darauf konzentriert, historische Zusammenhänge aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Zu finden ist das LA8 direkt an der Lichtentaler Allee in der Nähe des Museums Frieder Burda sowie auch der Baden-Badener Kunsthalle.

LA8 Museum in Baden-Baden
Ausstellung „Heilende Kunst“ im LA8

Ich liebe das LA8 in Baden-Baden

Die Ausstellungen im Museum sind sorgfältig kuratiert und thematisieren bedeutende Entwicklungen und Ereignisse des 19. und manchmal auch 20. Jahrhunderts. Besucher können sich auf Werke aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Grafik freuen sowie auf interessante Exponate aus dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte. Durch wechselnde Sonderausstellungen bleibt das Angebot stets spannend und abwechslungsreich. Ich war erst wenige Male hier, doch wurde nie enttäuscht. Die Sonderausstellungen ragten für mich durch ihre Klaren Konzepte und Linien heraus. Dabei konnte ich natürlich auch jedes Mal über spannende Künstlerbewegungen und Kulturen lernen. Das Interessante dabei ist, dass das LA8 stets bekannte Künstler ausstellt. In jeder Thematik findet sich mindestens ein richtiger Banger wieder.

Der Museumsbesuch wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt. Zu den Angeboten zählen Führungen, Vorträge und Workshops, die es ermöglichen, noch tiefer in die behandelten Themen einzutauchen und mehr über die ausgestellten Werke und deren historischen Kontext zu erfahren.

Madlen Trefzer im Museum LA8
Hi allerseits 😛

Öffnungszeiten und Preise

Öffnungszeiten:
– Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr
– Montag: geschlossen

Eintrittspreise:
– Erwachsene: 7 Euro
– Ermäßigt (Schüler, Studenten): 5 Euro
– Kinder unter 6 Jahren: frei
– Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder): 15 Euro

Das Museum LA8 liegt zentral und ist gut zu erreichen:
Lichtentaler Allee 8
76530 Baden-Baden

Weitere Informationen findet ihr auf der Website des Museums.

Kombiniert euren Museumsbesuch mit einer Wanderung

Ich kann das Museum LA8 jedem Besucher von Baden-Baden wärmstens empfehlen. Es bietet eine hervorragende Gelegenheit, spannende historische Einblicke zu gewinnen und beeindruckende Kunstwerke zu bewundern. Macht euren Aufenthalt in Baden-Baden mit einem Besuch dieses außergewöhnlichen Museums unvergesslich! Und geht im Anschluss rauf auf das Schloss Hohenbaden (alias Altes Schloss).

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Kunst & Architektur

Die verborgene Magie der Casablanca Art School

Nur wenige Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 entwickelt sich in Casablanca ein pulsierendes Zentrum kultureller Erneuerung. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert das einflussreiche Wirken der Casablanca Art School in einer ersten großen Ausstellung. Diese läuft noch bis zum 13. Oktober 2024.

Wer waren die Köpfe hinter der Künstlerbewegung?

Die Hauptvertreterinnen dieser innovativen Kunsthochschule, Farid Belkahia (1934–2014), Mohammed Chabâa (1935–2013), Bert Flint (1931–2022), Toni Maraini (1941) und Mohamed Melehi (1936–2020), werden zusammen mit Studierenden, Lehrenden und assoziierten Künstlerinnen schnell zu einem Motor für die Entwicklung einer postkolonialen modernen Kunst in der Region.

Ihr Anliegen ist die Öffnung zu den lokalen künstlerischen Traditionen und zur neuen sozialen Wirklichkeit. Unter anderem im Dialog mit den Ideen des Bauhaus wird das Verhältnis zwischen Kunst, Handwerk, Design und Architektur im lokalen Kontext neu bestimmt, künstlerische Einflüsse aus westlichen Metropolen werden mit Elementen des während der Kolonialzeit unterdrückten lokalen Kulturerbes kombiniert. Die Schirn präsentiert rund 100 Werke von 22 Künstlerinnen. Darunter großformatige abstrakte Gemälde, urbane Wandbilder, Kunsthandwerk, Grafiken, Innenarchitektur und Typografie, sowie auch selten gezeigte Filme, Zeitschriften und Fotografien. Sichtbar wird eine spezifisch marokkanische Kunstszene, die sich transnational verortet.

Das sagt der Schirn-Direktort zu der Ausstellung

Das sagt Sebastian Baden, Direktor der Schirn, über die Ausstellung: „Dies ist die erste institutionelle Ausstellung, die das einflussreiche Vermächtnis der Casablanca Art School umfassend vorstellt. Nach der Unabhängigkeit Marokkos gestalteten die Lehrenden und Studierenden der Kunsthochschule von Casablanca einen besonderen Ort für das Kunstschaffen und Kunststudium. Ihr Ziel war es, die Kunst zu dekolonisieren und zu liberalisieren, ihre Werke platzierten sie mit Zeitschriften, Wandgemälden im öffentlichen Raum und Festivals unmittelbar in den Alltag der Menschen. Es ist an der Zeit für eine umfassende Würdigung dieser international vernetzten, wichtigen künstlerischen Bewegung. Diese Schau erweitert die bisherige westliche Deutung der Entwicklung der modernen abstrakten Malerei um eine neue, internationale Perspektive und trägt damit zur Ausdifferenzierung des kunsthistorischen Kanons bei.“

Die Ausstellung ist chronologisch-thematisch in acht Sektionen gegliedert. Diese stellen Werke und zentrale Aspekte des Wirkens der Künstlerinnen der Kunsthochschule von Casablanca sowie einzelne Positionen aus deren Umfeld vor.

Die Anfänge der Casablanca Art School

Die 1919 während des französischen Protektorats gegründete École Municipale des Beaux-Arts de Casablanca (Kunsthochschule von Casablanca – die mit der von ihr ausgehenden künstlerischen Bewegung international als Casablanca Art School bekannt wurde) folgte zunächst westlichen pädagogischen Ansätzen aus der Zeit ihrer Gründung.

Wenige Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos wurde der Künstler Farid Belkahia zum Direktor ernannt. Er leitete die Kunstschule von 1962 bis 1974. Belkahia wollte die marokkanische bildende Kunst und ihr Studium neu gestalten und öffnete die Schule auch für marokkanische und weibliche Studierende. Die Kunsthochschule von Casablanca konzipierte Kunst und Kunststudium in Marokko völlig neu.

Casablanca Art School: Experimente mit interdisziplinärer Kunst

In der Schirn werden Farid Belkahia, Mohammed Chabâa und Mohamed Melehi mit einer Auswahl eigener Werke vorgestellt. Hierbei hadelt es sich um das künstlerische Kern-Trio der Schule. Beeinflusst durch ihre Studien im Ausland und den interdisziplinären Ansatz des Bauhaus verbanden die als Dozenten tätigen Künstler Ideen aus Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur.

Mohammed Chabâa: Ohne Titel (1977)

Ein Fokus ihrer Kunst war die Erforschung des afrikanischen und amazighischen Erbes. Es wurden Exkursionen unternommen, bei denen die lokale Archäologie, Keramik, Kalligrafie, religiöse Gemälde sowie Techniken der Weberei, Lederverarbeitung, Schmuckherstellung und Tätowierung studiert wurden.

Mohamed Melehi unterrichtete Malerei, Collage und Fotografie, Mohammed Chabâa Grafikdesign und Raumgestaltung, Bert Flint Visuelle Anthropologie. Die italienische Kunsthistorikerin Toni Maraini richtete den ersten Studiengang in Marokko für die Kunstgeschichte der Moderne ein und formulierte die Visionen der Gruppe in programmatischen Texten und Essays. Kurzzeitig lehrte auch André Elbaz an der Schule.

Madlen Romanowna Trefzer in der Schirn Kunsthalle
Liebe Grüße von der Casablanca-Ausstellung <3 das hinter mir ist ein Wandgemälde.
Hier die Panoramaansicht:

So fand ich die Ausstellung

Spätestens nachdem ich meinen geliebten Wassily Kandinsky näher kennengelernt hatte, fühlte ich mich zu der abstrakten Kunst hingezogen. Auch bei der Casablanca-Art-School-Ausstellung konnte ich diese Anziehung zum Gezeigten deutlich spüren, jedoch natürlich nicht in diesem verrückten Ausmaße, wie zum Beispiel in der Blauer Reiter Ausstellung im Lenbahhaus in München. Trotzdem fand ich die Ausstellung in der Schirn schön und inspirierend. Man kann die Exponate gut verarbeiten, die Farben freuen das Auge. Vieles kann man zu Hause nachmachen und sich selbst in einfachen Pinselstrichen kreativ ausleben. Wenn man will.

Besonders bemerkenswert fand ich diesmal die Raumgestaltung in der Schirn. Sie war wie eine ganz eigene Form von Kunst. Außerdem war es schön, Marokko von dieser besonderen Seite zu erleben. Parallel zu der Casablanca Art School läuft in der Schirn Kunsthalle eine Solo-Ausstellung von Selma Selman. Kombiticket kostet regulär 16 Euro. Beide Ausstellungen lohnen sich.


Quellen:

  • Pressemitteilung der Schirn Kunsthalle Frankfurt
  • Ausstellungstexte
  • Natürlich war ich auch vor Ort
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Beauty

Die perfekte Haarpflege-Routine

Schönes, langes Haar bedarf keiner übertriebenen Pflege. Milde Wäsche und der richtige Umgang mit Haarkur und Spülung genügen vollkommen. Eine gute Bürste und der passende Kamm könnten ebenfalls entscheidend sein. Doch mein Nummer eins Tipp für prachtvolles Haar ist: Finger weg von Farbe und Bleichmittel! Als ich dies verstand, schnitt ich mein Haar radikal ab und ließ es natürlich wachsen. Seitdem bin ich eine andere Frau. Zuvor hatte ich natürlich eine regelrechte Lebenskrise, weil ich mich mit den kurzen Haaren sowie auch mit der Übergangslänge super hässlich gefühlt habe. Aber das ist nun vorbei, weil ich all diese wunderbaren Haarpflege-Tipps befolge – naja fast alle. Sie eignen sich übrigens am besten für glattes und unbehandeltes Naturhaar.

1. Haarwäsche begrenzen

Wasche dein Haar nur zwei- bis dreimal pro Woche, um den natürlichen Schutzfilm zu bewahren. Bei fettigem Haar kann tägliches oder jeden zweiten Tag Waschen notwendig sein, jedoch nur mit mildem Shampoo. Ich versuche mich an zwei Mal wöchentlich zu halten, da ich weiß, dass Kopfhaut und Haare sonst spröde werden können.

Wenn die Haare dann nach zwei Tagen ohne Wäsche langsam anfangen strähnig zu werden, knall ich mir Babypuder in die Haarwurzeln: Einmassieren, ausbürsten, föhnen – fertig. Es hat nicht ansatzweise so viele Chemikalien wie Trockenshampoo und der Effekt ist der gleiche. Natürlich hat man bei dunklerem Haar das Problem, dass man die hellen Puder-Spuren sieht, aber die gehen relativ easy mit Mizellenwasser weg.

2. Vor dem Waschen bürsten

Bürste dein Haar gründlich vor dem Waschen aus. Das ist besonders wichtig, wenn du Stylingprodukte wie etwa Gel oder Haarspray genutzt hast. Somit entfernst du größere Rückstände der Produkte. Zudem erleichtert das Kämmen vor dem Waschen das anschließende Kämmen nach dem Waschen, da sich während der Wäsche keine größeren Knötchen bilden.

3. Passendes Shampoo wählen


Nutze ein Shampoo, das auf deinen Haartyp abgestimmt ist. Mittlerweile gibt es ja für alle erdenklichen Haartypen Spezialprodukte: An feines, fettiges, trockenes, schuppiges, welliges, afrogelocktes, coloriertes, und sogar an dauergewelltes Haar hat die Industrie dabei gedacht. Wäre ich immer noch wasserstoffblond, würde ich nur Kerastase (unbezahlte Werbung) nutzen. Die Haarprodukte von denen sind einfach next Level.

Gesundes Haar benötigt lediglich ein mildes Shampoo mit neutralem pH-Wert (5,5). Vielleicht sollte ich mich in Zukunft daran halten. Ich benutze nämlich zur Zeit das „L’Oreal Paria Elvital Hydra [Hyaluronic] Feuchtigkeitsshampoo“ (unbezahlte Werbung) und bin sehr zufrieden. Ich war auch mit dem „Schwarzkopf Gliss Kur Liquid Silk Glanz-Shampoo(unbezahlte Werbung) durchaus zufrieden. Dieses benutzte ich jahrelang – wegen des Dufts – doch kann es mittlerweile nicht mehr riechen.

4. Sparsam mit Shampoo umgehen

„Ein walnussgroßer Klecks Shampoo reicht aus“, heißt es immer wieder in den Medien und beim Friseur. Halten wir uns aber dran? Ich wage dies zu bezweifeln. Massiere deine walnussgroße Menge Shampoo sanft in die Kopfhaut ein und spüle Sie es gründlich mit lauwarmem Wasser aus. Wiederhole das Ganze. Mein Haar während einer Haarwäsche zweimal zu shampoonieren war ein Gamechanger für mich. Anschließend spüle ich es mit kaltem Wasser aus.

5. Pflege im Sommer und Winter anpassen

Vermeide Sonnen-, Salz- und Chlorwasserbelastungen. Wer die Sache komplett radikal angehen will, kann hierfür beim Schwimmen eine Badekappe tragen. Ich jedoch habe die Erfahrung gemacht, dass auch Badekappen das Haar auf ihre eigene Weise schädigen; wenn sie etwa immer wieder falsch abgezogen werden o. ä.

Hüte gegen Sonnenstrahlen sowie feuchtigkeitsregulierende Produkte sind natürlich eine ganz gute Sache. Wer sein Haar aber vor Chlorschäden schützen will, sollte es vor dem Schwimmen in einem Pool unbedingt mit sauberem Wasser auswaschen. Dadurch sind sie damit bereits vollgesogen und das Chlor aus dem Pool dringt ins nasse Haar dann nicht so heftig ein wie ins trockene.

6. Behutsames Trockentupfen

Drücke das nasse Haar vorsichtig mit einem angewärmten Handtuch aus, um die empfindliche Schuppenschicht nicht zu beschädigen. Joa. Man kennt diesen Hinweis und liest ihn auch überall, aber ich vermute mal, dass viele von uns sich nicht dran halten. Ich etwa. Ich bin absoluter Turban-Fan. Angeblich ist das für die Haare auch nicht so knorke, aber ich kann das nicht lassen.

7. Nasses Haar kämmen statt bürsten


Verwende für deine Perfekte Haarpflegeroutine einen grobzackigen Kamm zum Entwirren des nassen Haars und beginne an den Spitzen. Wenn möglich, vermeide diesen Vorgang komplett. Je nach Haarstruktur ist dies mehr oder weniger möglich, bedenke aber immer, dass dein Haar im nassen Zustand extrem empfindlich ist. Die Schuppenschicht ist nämlich durch das Haarewaschen noch aufgequollen und kann leicht verletzt werden.

8. Verzicht auf heiße Föhnluft


Lasse dein Haar an der Luft trocknen oder föhne es nur kurz mit mäßig warmer Luft aus mindestens 15 Zentimetern Entfernung. Der Trocknungsprozess ist natürlich eine sehr individuelle Sache. Manchmal hat man es eilig, manchem Haar passt Lufttrocknen einfach nicht. Hier muss man das, denke ich, nach Gefühl machen. Wenn es im Sommer warm ist, kriegst du mich niemals unter einen Föhn. Höchstens zum Stylen, wenn etwas „Wichtiges“ ansteht.

Ein Friseur hat mir auch mal gesagt, dass der Föhn grundsätzlich schlecht für die Haare ist. Denn föhnt man zu heiß, gibt’s einen Hitzeschaden. Föhnt man jedoch mit weniger Wärme, dauert der Föhnprozess länger und das Haar wird durch das Gewirbel physikalisch belastet. Nun denn. Nach dem Föhnen einen Pumpstoß Moroccanoil (unbezahlte Werbung) in die Spitzen und ab geht die Post.

9. Haarpflegeroutine mit Haarpeelings


Führe alle zwei bis vier Wochen ein Haarpeeling durch, um Pflege- und Stylingrückstände zu entfernen. Das empfiehlt jedenfalls „Women’s Health“. Ich habe so etwas noch nie gemacht und habe keine Erfahrung damit. Über einen kurzen Erfahrungsbericht freue ich mich jederzeit. Schreibt mir gerne hier in die Kommentare oder auf mein Instagram: @teddybescheuert.

„Women’s Health“ empfiehlt an dieser Stelle ein Produkt von Kerastase. Dieses soll sogar bei Tön- und Farbunfällen Erste Hilfe leisten. Verfärbtes Haar kannst du damit angeblich ein wenig entfärben.

10. Verwendung von Spülungen und Conditionern

Spülungen machen das Haar weich und gut kämmbar, schützen vor Verfilzen und statischer Aufladung. Die Wirkstoffe in Spülungen oder Conditionern legen sich wie ein feiner Schutzfilm ums Haar und versiegeln die Feuchtigkeit im Haarinneren. Eine Minute Einwirkzeit reicht dabei vollkommen aus.

11. Intensive Haarkuren anwenden

Je nach Bedarf sollten alle zwei Wochen Haarkuren verwendet werden, um tiefenwirksame Pflege zu gewährleisten. Vollkommen unbehandeltes Haar benötigt diese intensive Pflege nicht so oft. Wenn sich dein Haar nach der Wäsche nur schwer entwirren lässt, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Haarkur ist.

Bei Haarkuren empfehlen Profis, sie deutlich länger drin zu lassen, als auf der Verpackung angegeben: Mindestens eine Stunde soll man sie einwirken lassen – oder eben über Nacht. Eine kurze Einwirkzeit von 5 Minuten soll nämlich nicht all zu viel bringen.

12. Die richtige Bürste auswählen

Wähle Bürsten mit weichen Borsten oder runden Noppen und ohne scharfe Kanten. Eng stehende Borsten sind gut für kurzes und dünnes Haar. Weit auseinanderstehende Borsten sind wiederum für dickes und langes Haar optimal. Zum Formen sind Rundbürsten und zum Föhnen Skelettbürsten mit weit auseinanderstehenden Borsten ideal. Reinige deine Bürsten und Kämme regelmäßig mit Shampoo. Kaufe regelmäßig neue.  

Durch regelmäßige Pflege können deine Haare nicht schneller wachsen, aber weniger brechen – so bleibt ihr Wachstum gesund und kräftig.

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