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Diese Liebe macht mich wahnsinnig

Mein Herz ist schwer, mein Kopf ist leer. Heute denke ich den ganzen Tag über eine Liebe nach, die mein Leben nachhaltig verändert und einen viel zu großen Teil meiner Gedanken- und Gefühlswelt einnimmt. Es geht um meine schmerzhafte Liebe zur Ästhetik. Wie ich hier bereits einige Male gestanden habe, liebe ich mit den Augen. Diese Liebe bewegte mich zu Dingen, die ich bereue, zu Elementen, ohne die ich nicht Leben kann und letztlich auch zu meinen ganz eigenen Untergängen, aus denen ich immer wieder wie neu geboren hervorgehe, als wäre nichts gewesen.

Heute Morgen sprach ich noch mit einem Freund, den ich darin verdächtige, mich in dieser Hinsicht gut zu verstehen. Er hat den Sinn für das Wunderbare, obschon wir beide feststellten, dass er, anders als ich, das Schöne besitzen will. Ich hingegen gebe mich offenbar damit zufrieden, es aus der Ferne zu betrachten, ohne zwingend den Anspruch zu haben, darüber zu herrschen. Ohne dieser distanzierten Annäherung kann ich aber nicht leben. Leide ich manchmal, weil ich das, was ich liebe, nicht beherrsche? Ja. Finde ich diesen Schmerz geil? Womöglich schon ein kleines bisschen.

Sie entdeckt ihre Liebe zum Schönen: Rote Tulpen

Die Liebe zum Schönen hat jeder von uns. Es weilen jedoch einige unter uns, die danach besessen sind. Ich zum Beispiel. Ich bin besessen – und ich weiß, von wem ich es vererbt habe. Mama jedoch hat es nicht vererbt. Also fragte ich sie heute, wie ihre Obsession zustande kam. Sie erzählte mir von der grauen und traurigen Oblast Donezk. Sozialismus, Kohlekraftwerke, Plattenbauten. Grauer Staub, graue Gesichter, matschiger Himmel. „Und dann sah ich sie“, erzählte sie mir, „rote Tulpen – inmitten all der grauen Massen (bitte mit russischem Akzent lesen, sonst kommt das nicht authentisch rüber)“. Sie sei damals erst 3 oder 4 Jahre alt gewesen und die roten Tulpen seien so riesig, dass ihre Blüten auf der Ebene ihrer Augen blühten.

„Ich war wie gelähmt von ihrer Schönheit, von ihrem Duft. Ich stand hypnotisiert da und taumelte“, sagte sie mir. Die roten Tulpen wuchsen in dem kleinen Garten meiner Uroma. Bis heute liebt Mama Tulpen mehr als alles andere. Für sie sind sie wahrscheinlich das Ebenbild der Perfektion, die sie damals so ergriffen hatte. Die Faszination für „das Perfekte“ fand sie auch in den Blüten und Früchten der Stachelbeeren in Uromas Garten. Später auch in einem schwarz-weißen Fotobuch der Sankt Petersburger Ermitage, das sie „löchrig blätterte“. Dann in den Architektur-Kursbüchern meiner Tante und dann ist das ganze komplett ausgeartet und wurde auf ein Level gehoben, das mich zu meiner Zeit hart traumatisiert hat.

IMAGO / Depositphotos: Die Liebe zum Schönen und zut Ästhetik: Meine Mutter verliebte sich damals in rote Tulpen
Tulips. a bulbous spring-flowering plant of the lily family, with boldly colored cup-shaped flowers.

Sie zieht es eiskalt durch…

Meine Mutter ist scheinbar wie der Freund, den ich heute Morgen gesprochen hatte – sie will sich ausschließlich mit dem Schönen umgeben. Und sie zieht es eiskalt durch. Ich jedoch, brauche das Hässliche, Stinkende für den Kontrast, um das Schöne deutlicher spüren zu können. Vielleicht einer der Gründe, warum ich Frankfurt liebe? Idk.

Frankfurter Skyline vom Aussichtspunkt auf dem Dach der Skyline Plaza. Man sieht den Messeturm, das Hochhaus "One" uns andere bei gutem Wetter.
Hier ein random Foto von der Frankfurter Skyline – ganz einfach weil ich sie über alles liebe und mein Sinn für Ästhetik sich in ihren Glasfassaden widerspiegelt.

Dann sagte Mama: „Ich fragte mich schon immer wieder, wie sich meine Museumsbesuche während der Schwangerschaft auf dich auswirken würden.“ Tjaaaa. Meine Liebe zur Kunst ging irgendwann mit mir durch, als ich noch gar nicht in vollständigen Sätzen formulieren konnte. Kunst, Architektur, Couture, Autos, Diamanten, die Gesichter schöner Menschen – um ein paar meiner Fetische zu nennen. Ich würde am liebsten alles ablecken, was mir derart gefällt.

Habe ich meine Liebe verloren?

Neulich war ich in der Gemäldegalerie. Und weißte was? Als ich zwischen den ganzen Rubensen stand, dachte ich für einen Moment, ich hätte es verloren: Dieses Hochgefühl, dass immer dann aufkocht, wenn ich etwas sehe, das ich liebe und mein Herz beginnt anders zu schlagen und ich ein bisschen benebelt und lüstern werde. Es war einfach weg. Wahrscheinlich, weil ich die Rubense zuvor schon so lange angestarrt hatte, dass sie mich locker in meinen Träumen hätten heimsuchen können. Dennoch fühlte ich kaum etwas, als ich sie sah. „Ist es vorbei?“, dachte ich. Es fühlte sich ziemlich vorbei an.

Bei diesem Gemälde von Paul Peter Rubens würde ich immer etwas fühlen.

Dann betrat ich den nächsten Raum. Ich dachte, ich komme. Wirklich. Cranach d.Ä. en masse – Cranachs, die ich bislang noch nicht gesehen hatte, weil das letzte Mal, als ich in der Gemäldegalerie war, in diesen Räumen Umbauarbeiten stattfanden. Was auch immer die darin umgebaut haben. Ich war beruhigt – ich hatte meine größte Liebe nicht verloren. Sie war nur etwas betäubt. Doch was wäre, wenn ich sie eines Tages verlieren würde? Dieser Gedanke plagt mich seither und lässt mich nachts kaum Schlafen.

Kleiner Cranach-Reminder aus der Gemäldegalerie:

Ich will zum Punkt kommen. Besessenheit von den schönen Dingen dieser Welt – sie treibt mich voran, sie hält mich zurück, sie reißt mich zu Grunde, sie lässt mich Raum und Zeit vergessen. Sie macht mich geil, sie deprimiert mich, sie inspiriert mich, sie nimmt mir alles, was ich habe. Aber eins macht sie immer: sie nötigt mich regelrecht dazu, mich am Leben zu fühlen.


Titelbild Copyright: IMAGO / Depositphotos

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Kunst & Architektur

Das Gösser Ornat: Kommunikation mit der Außenwelt

Geistliche Frauen versuchten im Mittelalter mit der Außenwelt zu kommunizieren. Sie taten dies mithilfe von Kunst, da sie in der Klosterkirche nicht anwesend sein durften. Diese Kommunikation war hauptsächlich an Verwandte und an Laien gerichtet, die sich in der Klosterkirche als Pfarrgemeinde versammelten. Die künstlerischen Botschaften sollen den Frauen dazu verholfen haben, in der äußeren Kirche Präsenz zu erlangen, von der sie räumlich getrennt waren.

Das Gösser Ornat ist nicht nur ein liturgisches Gewand, sondern auch ein „Kommunikationsmittel“ der geistlichen Frauen. Es besteht aus Seidenstickereien auf Leinen und zeigt die Marienvita, also das Leben der Jungfrau Maria. Die „Urheberin“ des Bildprogramms, das wir auf dem Gösser Ornat sehen, ist ebenfalls mehrfach dargestellt. Dies ist in der Paramentenkunst des 13. Jahrhunderts absolut einmalig ist.

Das Antependium des Gösser Ornats: Hier ist seine "Urheberin", Äbtissin Kunegunde II, im Gebetsgestus zu sehen. Die Bedeutung der Tiere, die sie umgeben, bleibt bis heute umstritten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Das Antependium des Gösser Ornats (Ein Bildausschnitt von links unten): Hier sehen wir seine „Urheberin“, Äbtissin Kunegunde II, im Gebetsgestus. Die Bedeutung der Tiere, die sie umgeben, bleibt bis heute umstritten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Was ist ein Ornat?

Das (oder der) Ornat ist die festliche Amtstracht eines Geistlichen, Herrschers oder hohen Beamten, die bei feierlichen, weihevollen und repräsentativen Anlässen getragen wird, wie z. B. bei der Krönung das Krönungsornat. Die Bezeichnung Ornat wird auch als Zusammenfassung der für den Gottesdienst verwendeten Paramente benutzt.

Grafik: Hier sind verschiedene Ornate mit ihren Attributen dargestellt. Zu sehen sind Adel und Klerus in üppig geschmückten Gewändern. Unterhalb der fünf prachtvoll gekleideten Personen sind weitere sechs Personen mit Kronen zu sehen.
Hier sind verschiedene Ornate mit ihren Attributen dargestellt.

Paramente sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendete Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind. In der katholischen Kirche versteht man unter einem Ornat die für ein Hochamt gebräuchlichen Paramente gleicher Farbe und gleichen Musters mit unterschiedlichem Zubehör.

Das Gösser Ornat beinhaltet mehrere kirchliche Gewänder, die eine liturgische Einheit bilden. Das Ornat wurde im ausgehenden Hochmittelalter im Stift Göß in der Steiermark in Österreich hergestellt.

Rihanna bei der Met Gala 2018: Hier trägt der Megastar ein Gewand, das stark an ein Ornat erinnert.
2018 trägt auch Rihanna bei der Met Gala etwas, das stark an ein Ornat erinnert. Das Thema der damaligen Gala: „Fashion and the Catholic Imagination“. Copyright: IMAGO

Aus welchen Teilen besteht das Gösser Ornat?

Das Gösser Ornat besteht aus den Teilen Antependium, Pluviale, Kasel, Dalmatika und Tunika. Alle Teile haben diverse Funktionen, da sie auch zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden konnten.

Hier ist die Tunika des Gösser Ornats zu sehen. Die bestickte Seide aus dem 13. Jahrhundert ist hierbei sichtlich seht gut erhalten. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Das ist die Tunika des Gösser Ornats. Man beachte den wunderbaren Zustand der bestickten Seide aus dem 13. Jahrhundert. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Franz Bock erwähnt darüber hinaus zwei Stolen, die dem Gösser Ornat angehören sollen. Seine Theorie wird später von Gudrun Sporbeck widerlegt. Der Verbleib der bei Bock erwähnten Stolen bleibt somit bis heute ungeklärt. Weitere Kleinteile des Ornats befinden sich im Victoria & Albert Museum in London.

Diese Funktionen hatte das Ornat

Das textile Bildmedium des Gösser Ornats kommunizierte den Laien die Botschaften der Schenkung, der Heiligen Drei Könige, der Fundatorin Adala sowie die der jungfräulichen Bräute des Frauenkonvents. Betrachtet man die Abbildungen, so lässt sich entnehmen, dass die Äbtissin Kunegunde II den Armen, die während des Festes gespeist wurden, wie eine Maria lactans entgegentrat, also diejenige, die die Bedürftigen nährte. Heilgeschichtlich wird das Bildprogramm auf Christus bezogen. Aber auch die einzelnen Themenbereiche stehen in enger Verbindung zueinander. 

Die Gösser Stiftskirche war Maria geweiht. Daher scheint die Ikonographie des Ornats in erster Linie auf die Verehrung der Patronin ausgerichtet zu sein. Der Nutzungskontext der Paramente offenbart einen weiteren Marienbezug. Das Gösser Ornat war für die Gedächtnisfeier anlässlich des Todestages der pfalzgräflichen Stiftsgründerin Adala bestimmt.

Ist dieses Datum ein mysteriöser Zufall?

Der Todestag der Stiftsgründerin fällt auf den 7. September, den Tag vor der Geburt Mariens. Zu deren Gedenken wurde ein Gottesdienst gefeiert. Nur an diesem einzigen Tag im Jahr wurde das Gösser Ornat angelegt. Dadurch lässt sich seine relativ gute Erhaltung erklären.

Das liturgische Zentrum des Gedächtnisgottesdienstes war der Katharinenaltar, der mit einem bestimmten Teil des Gösser Ornats geschmückt wurde, nämlich dem Antependium. Für die Gösser Bevölkerung war dieser Gedächtnisgottesdienst ein bedeutsames Fest. Um es zu ehren, waren sie im pfarrkirchlich genutzten Teil der Stiftskirche zugegen.

Sie fertigten das Gösser Ornat – aber nicht für sich selbst

Bei den Festivitäten waren Äbtissin und die Kanonissen nicht wirklich anwesend. Kunegunde II fertigte folglich gemeinsam mit ihren Stiftsdamen die Paramente an, die sie selbst nie angelegt haben. Die Eucharistie fand an einem Altar statt, an dem die Frauen selbst nicht als sichtbar Agierende teilnehmen konnten. Sie waren räumlich davon abgesondert.

Zu sehen ist das Pluviale des Gösser Ornats. Im oberen Teil kann man gut erkennen, wie es vor geraumer Zeit geändert und wieder falsch zusammengenäht wurde. Die abgebildeten Teile passen gar nicht auf das restliche Muster und gehören eigentlich auf die Kasel, die im Titelbild dieses Beitrages hinterlegt ist. Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien
Zu guter Letzt: Das ist das wunderbare Pluviale. Im oberen Teil kann man gut sehen, wie es vor geraumer Zeit geändert und wieder falsch zusammengenäht wurde. Die abgebildeten Teile passen gar nicht auf das restliche Muster und gehören eigentlich auf die Kasel (siehe Titelbild). Copyright: Museum für Angewandte Kunst Wien

Die räumliche Absonderung wurde durch die Paramente des Gösser Ornats gemildert. Die Inschriften und Porträts von Kunegunde II und ihren Stiftsdamen erlangten in der Gedächtnisfeier und am Altar Präsenz. Die Donatrixporträts und Inschriften befinden sich jeweils auf der Rückseite der Gewänder, also auf der Schauseite der Stiftsdamen. So sollen sie sich an der Feier beteiligt gefühlt haben.


Folgende Quellen habe ich für diesen Beitrag verwendet:

Darüber hinaus trat ich mit dem Museum für Angewandte Kunst Wien in Kontakt und befragte die Mitarbeitenden zum Gösser Ornat. Freundlicherweise gaben sie mir auf alle meine Fragen Antworten. Sie gaben mir sogar Quellen, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Einfach fabelhaft!

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Beauty Blog

Mein persönliches Gesichtsmasken-Einmaleins

Gesichtsmasken sind eine hervorragende Möglichkeit, deiner Haut etwas Gutes zu tun. Eine Gesichtsmaske kann nicht nur feuchtigkeitsspendend wirken, sondern auch ein angenehmes Wohlbefinden vermitteln. Das richtige Entfernen der Maske und mit ihm das spürbare Gefühl eines erfrischten Gesichts sind unbezahlbar. Dennoch ist es wichtig, mit Masken nicht zu übertreiben.

Gesichtsmasken: Diese Arten gibt es

Es gibt verschiedene Arten von Gesichtsmasken. Um die passende Maske für deine individuellen Bedürfnisse zu finden, ist es wichtig zu verstehen, welche Typen von Gesichtsmasken es gibt und wie sie sich in ihrer Wirkung unterscheiden. Ich habe in diesem Artikel mehrere Firmennamen erwähnt. Hierbei handelt es sich um unbezahlte Werbung – die Produkte überzeugen mich also als Privatperson.

Tonmaske

Tonmasken werden aus unterschiedlichen Arten von Ton hergestellt, wobei verschiedene Tonarten gezielt ausgewählt werden, um das Hautbild zu verbessern. Unter den Tonmasken gibt es jedoch verschiedene Varianten; wie etwa die reinigende Maske oder solche, die dein Gesicht mit wichtigen Nährstoffen versorgen und ihm einen gesunden Glanz verleihen. Neben Tonmasken gibt es auch verschiedene Arten von Heilerde. Mein persönlicher Favorit ist die „Hydro“ von Luvos. Es gibt sie bei weitem nicht in jedem Shop, aber online ist sie meistens zu haben.

Pflegemaske

Ich liebe Pflegemasken und baller sie mir ins Gesicht, sobald ich 20 freie Minuten habe. Am liebsten habe ich derzeit die Retinol-Maske von Balea. Sie ist simpel, aber todes-geil. Die dicke Formulierung ist wohltuend und lässt meine Haut strahlen. Hierbei handelt es sich um ein Anti-Aging-Produkt. 

Tuchmaske

Mit Tuchmasken kann sich angeblich das Eincremen ersparen. Diese Masken bestehen aus einem Stück Gewebe, das mit einem speziell formulierten Serum getränkt ist. Sie sind ideal für unterwegs, da sie einfach aufgelegt werden können, wenn Bedarf besteht. Mich überzeugen die Produkte aus der Drogerie ganz und gar nicht. Die einzige Tuchmaske, die mir je gefallen hat, war die vom koreanischen Shop „K-Beauty House“ in der Skylineplaza in Frankfurt. Das Material des Gewebes und auch der Formulierung waren sehr zart und angenehm. Sie roch betörend nach wilder Rose. Online gibt es diese Masken fast nie – vor Ort im Shop gibt es eine ganze Tuchmasken-Wand.

Foto von Laura Jaeger auf Unsplash

Nachtmaske

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden Nachtmasken über Nacht getragen. In der Regel handelt es sich um Cremes, die du nach dem Entfernen deines Make-ups und deiner üblichen Hautpflege einfach auf dein Gesicht aufträgst. Sie sind nicht nur leicht anzuwenden, sondern müssen auch nicht abgespült werden, da sie über Nacht einziehen. 

Probiert habe ich auch Säurepeelings, die man als Masken über Nacht einwirken lässt. Mein bester Ansprechpartner für solche Angelegenheiten ist die fantastische, unverwechselbare Firma Natura Siberica aus Russland. Natura Siberica hat wilde, absolut eigene, natürliche Düfte, die von der Natur Sibiriens inspiriert sind. Shampoos, Masken, Cremes, Effektkosmetik – die haben alles. Und all das, was ich probiert habe, ist wunderbar und duftet nach Gott. Fährt meine Mutter nach Russland, hat sie für mich immer Natura Siberica im Gepäck. Mittlerweile kann man die Pflegeprodukte aber auch Global erwerben – bei weitem nicht alles, was es in Russland gibt, aber immerhin eine beachtliche Menge.

Andere Arten von Masken

Manchmal schmier ich mir einfach Honig ins Gesicht und lass ihn circa 30 Minuten einwirken – wild, Digga. Das Ergebnis ist einfach wild.

Oh Honey! Verwendungen von Honig » Blondierung, Haarkur, Hautpflege
Hier erklärt Joanna weitere Beauty-Anwendungen mit Honig

Es gibt natürlich auch diesen abziehbaren Schwachsinn namens Peel-Off-Maske, aber wenn ich alte Hautzellen loswerden will, mach ich einfach ein Peeling. Es sei denn die Peel-Off-Maske hat Glitzer drin. Dann bin ich natürlich am Start. Auch Augen-Patches sehe ich eher kritisch. Meine Mutter schwört jedoch auf ihre koreanischen Hyaluron-Patches – dazu kann ich aber wirklich nicht viel sagen.

So findest du die richtige Gesichtsmaske

Hast du trockene Haut, solltest du zur Tonmaske greifen. Wenn es schnell und bequem sein soll, sind Tuchmasken die ideale Wahl. Du musst morgen geil aussehen? – Nachtmaske. Du brauchst nichts davon und willst dir einfach nur etwas Gutes tun und etwas Glow abbekommen? Nimm die Pflegemaske.

Wie lange solltest du Masken einwirken lassen?

Ein gängiger Richtwert, der natürlich nicht für Nachtmasken gilt, beträgt etwa 20 Minuten. Ich habe nur wenige Gesichtsmasken gesehen, die die geeignete Anwendungszeit nicht auf der Verpackung deklarieren. Richte sich am besten immer nach dem, was auf der Verpackung steht. Die Retinol-Maske von Balea lass ich gerne auch mal länger als die empfohlenen 15 Minuten drauf. Sie zieht sehr gut ein und nach einiger Zeit zeigen sich die Stellen im Gesicht, die besonders „durstig“ sind. Dann massiere ich sie noch einmal ein und warte erneut. Ob das richtig ist, weiß ich nicht – bei mir wirkt’s jedenfalls Wunder. 

Du solltest beim Benutzen, vor allem wenn du eine bestimmte Gesichtsmaske zum ersten Mal aufträgst, nie die maximale Anwendungszeit überschreiten. Achte darauf, was deine Haut dir vermeldet. Spürst du auch nur ansatzweise ein leichtes Kribbeln im Gesicht – sofort runter damit. Das gilt für alle Gesichtsmasken, Make-Up, Tagespflege und anderes Zeug aus der Beauty-Industrie. 

Foto von Anuruddha Lokuhapuarachchi auf Unsplash

Wie oft solltest du Masken verwenden?

Gesichtsmasken sind dafür gedacht, deine Haut von Unreinheiten zu befreien und Feuchtigkeit zu spenden. Es ist jedoch nicht ratsam, sie täglich anzuwenden, da das deiner Haut zu viel Feuchtigkeit entziehen kann. Im Allgemeinen wird empfohlen, sie ein- bis zweimal pro Woche zu verwenden, je nach Bedarf.

Auch hier ist es sinnvoll, die Anweisungen auf der jeweiligen Maske zu beachten, da die Häufigkeit der Anwendung je nach Art der Maske variieren kann. Über zwei Mal pro Woche würde ich Gesichtsmasken nicht auftragen.

Das solltest du tun, bevor du die Pflegemaske aufträgst

Reinige deine Haut

Bevor Du eine Gesichtsmaske verwendest, ist es wichtig, deine Haut gründlich zu reinigen. Vermeide es, die Maske über Make-up aufzutragen. Wasche dir die Hände mit Seife und dein Gesicht mit einem geeigneten Reinigungsmittel und warmem Wasser.

Anwendung von Ton- und Pflegemasken

Bei Ton- und Pflegemasken ist es am besten, die Gesichtsmaske mit den Fingerspitzen aufzutragen. Verteile die Pampe gleichmäßig auf deinem Gesicht, einschließlich der Nasenpartie. Hals nicht vergessen. Vorsicht im Bereich der Lippen und Augen – die Haut ist dort empfindlicher.

Anwendung von Tuchmasken

Die Tuchmaske legen Sie einfach auf Ihr Gesicht. Passe die Maske sanft an die Konturen deines Gesichts an, lasse sie anschließend auf dem Gesicht liegen und entspann dich. Die Maske sollte dein gesamtes Gesicht bis zum Haaransatz abdecken.

Anwendung von Nachtmasken

Nachtmasken sind im Allgemeinen einfach aufzutragen, da sie wie eine Feuchtigkeitscreme sanft auf dem Gesicht verteilt werden kann.

Foto von kevin laminto auf Unsplash

So entferne ich meine Gesichtsmasken

Achte darauf, dass die Anwendung von Maske zu Maske variieren kann. Mit der richtigen Reinigung und Anwendung kannst du sicherstellen, dass deine Gesichtsmaske ihre volle Wirkung entfaltet und deine Haut bestmöglich pflegt. Manche muss man nämlich abwaschen, andere jedoch abtupfen, damit noch ein Rest Pflege auf der Gesichtshaut bleibt. Ich LIEBE es, mir die Gesichtsmasken mit einem warmen Waschlappen vom Gesicht zu nehmen. Es ist erstens ein geiles Gefühl und zweitens ein schöner Peeling-Effekt. Schreibe in die Kommentare, welche Masken du am liebsten hast – ich freue mich auf deine Antwort. 

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Reisen

Vietnams Hauptstadt: Mein erster Eindruck von Hanoi

Ich hatte das Gefühl, im gesamten Hanoi die einzige Person mit runden Augen zu sein. (Wartet ab, ich treffe später noch auf einen ganzen Haufen Europäer.) Viele Einheimische grüßten mich mit einem lauten „Hellloooooo“ auf der Straße. Viele winkten mir zu, oder versuchten anderweitig zu kommunizieren. Ich hab’s geliebt. Zudem fühlte ich mich zu jeder Sekunde meines Aufenthalts in Vietnam willkommen und zu 100 Prozent sicher.

Die Vietnamesen – die, die ich bisher kennengelernt hatte – hatten alle so einen klaren, kindlichen Blick. Es gibt, meiner Wahrnehmung nach, Länder, da weißt du direkt, dass du mit Vorsicht genossen wirst, wenn man dir ansieht, dass du woanders herkommst. Oder es wird versucht, dir etwas für einen höheren Preis zu verkaufen, weil du anders aussiehst, als die Einheimischen. Vietnamesen sind sehr weit weg von so etwas. Sie sind irgendwie echt und unverfälscht – so mein erster Eindruck. Sie freuen sich aufrichtig über Touris und zeigen es ihnen auch. Ich liebe es hier einfach.

Mama macht wieder Ärger

Natürlich hörte ich auf meine Mutter, nachdem sie zuvor mächtig Theater gemacht hatte, und kehrte zurück in Richtung Hotel, sofern sie mit ihrem Einlauf fertig war. Ich bin btw 29 Jahre alt. Trotzdem gehorche ich üblicherweise, nachdem ich lauthals protestiere. Mama ist meine Königin. Danke, Mama, dass du so cool bist.

Hanoi und seine Bewohner kann ich nicht in Worte fassen

Was die Stadt Hanoi ausmacht, kann ich nicht in Worte fassen. In Bildern kann ich es auch nicht zusammenfassen, das muss man gesehen, gehört, gefühlt und gerochen haben. All zu viele Bilder habe ich an meinem ersten Tag nicht gemacht. Ich wollte irgendwie mehr beobachten, als die Kamera zwischen mich und das Geschehen zu stellen. Hanoi soll die Stadt in Vietnam sein, die das traditionelle Leben des Landes am besten widerspiegelt. Das war auch spürbar. Ich durfte die Menschen hautnah in ihrem Alltag beobachten. Ich sah wie sie leben, wie sie arbeiten, wie sie fahren, wie sie mit ihren Familien umgehen.

Vietnamesen sind wirklich schöne Menschen. Viele Gesichter laden dazu ein, sich in ihnen zu verlieren. Richtige Gesichtszüge, schöner Teint, schöne Augen, Augenbrauen, dichtes Haar und natürlich hohe Wangenknochen. Mit so vielen hübschen Menschen habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Den Kleidungsstil fand ich auch sehr cool – vor allem den der Frauen. Während die Mädels unter 30 tendenziell sehr modisch, süß und entweder feminin oder baggy gekleidet waren, waren die Mädels über 30 eher elegant, figurbetont und oft mit Pumps oder Ballerinas unterwegs. Wirklich auffällig schön mit einem guten Gespür für Farbe und Qualität. Habe oft gestaunt. Die Frauen nahm ich wie geheimnisvolle Schwäne wahr, die mit ihrer Grazie unantastbar und doch sehr zart wirkten.

Die vietnamesische Gemütlichkeit und Küche

Mir gefiel die Lebenshaltung der Vietnamesen. Ich hatte den Eindruck, als würden sie viel achtsamer miteinander umgehen, als wir. Als wären sie auch um Längen entspannter, trotz all der Hektik um sie herum. Viele setzten sich einfach mit ihren Töpfen und Gasbrennern an den Straßenrand und kochten, aßen, plauderten und lachten. Oder saßen, ebenfalls am Straßenrand, in ihren kleinen Cafés mit einem Glas Eistee auf den winzigen Plastikhockern und Scrollten in ihren Handys. Das eine oder andere Mittagsschläfchen durfte ich auch aus nächster Nähe begutachten. Für ihre Gemütlichkeit bewundere ich diese Menschen. Davon brauche ich auch ein bisschen.

Die Essenskultur ist natürlich, wie ihr sicher alle selbst wisst, überwältigend. Wahnsinnig vielfältig, gemüselastig, frisch zubereitet, harmonisch im Geschmack. Mir fiel schnell auf, dass es in Hanoi (und Haiphong) überwiegend vietnamesische Küche gibt, was mich sehr glücklich machte. An so gut wie jeder Ecke kann man gut und authentisch speisen. Ich aß an meinem ersten Tag Nudelchen mit, ich nehme an, Rind. Überraschung. Ich habe Fleisch gegessen, weil man Fotoübersetzern nicht trauen kann. Dazu gab es Eistee und eine kleine klare Suppe.

Als ich nachts durch die Straßen schlenderte, zog ich an unfassbar vielen Streetfoodständen vorbei. Alles sah köstlich aus, aber ich hatte keinen Hunger mehr. Da es so heiß und schwül war, hatte mir mein Mittagessen gereicht. Dank Fotoübersetzer habe ich ein paar Tage später neben Rind sogar auch Schwein probiert. War schon wild. Ne, Wild habe ich nicht gegessen. Noch nicht.

Ich verlasse Hanoi und fahre nach Haiphong

Am nächsten Tag ging es nach Haiphong. Ich wollte unbedingt Zug fahren. Natürlich sind die Züge hier pünktlich. *Räusper-räusper*

Ich konnte ein paar schöne Eindrücke von dieser leuchtend grünen Umgebung mit den kleinen Häusern sammeln. Von den schönen und gepflegten Friedhöfen, den üppigen Landschaften mit Palmen und Bananenbäumen, die strenggenommen auch Palmen sind, den vielen kleinen und großen Gewässern sowie auch von den außergewöhnlichen Brücken, über die wir fuhren. Im Zug kaufte ich mir Essen, das ich zwar nicht zuordnen konnte, welches mir jedoch schmeckte. Vietnamesischen Kaffee gab es auch. Soweit so traumhaft.

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Kunst & Architektur

Wer ist Selma Selman?

Die Künstlerin Selma Selman stammt aus Bosnien und Herzegowina und lebt und arbeitet in New York, Amsterdam sowie Bihać. Nach ihrem Bachelor of Fine Arts an der Fakultät für Malerei der Universität Banja Luka 2014 machte Selman weiter. Sie schloss ihr Studium an der Syracuse University 2018 ab. Und das mit einem Master of Fine Arts in Transmedia, Visual and Performing Arts.

Von 2021 bis 2023 war sie Stipendiatin an der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre Werke wurden international gezeigt. Ausgestellt wurde sie unter anderem im Gropius Bau, Hamburger Bahnhof, documenta fifteen, Manifesta 14 in Pristina, Kunstraum Innsbruck, MO Museum Vilnius, Kasseler Kunstverein Museum Fridericianum, National Gallery of Bosnia and Herzegovina, acb Gallery in Budapest und FutuRoma Pavillon auf der Biennale di Venezia 2019.

Seit 2017 richtet Selma Selman in ihrer Heimatstad Bihać das Filmfestival „The Open Screen at Selma’s“ aus. Dieses soll den Austausch der ansässigen Rom*nja mit interessiertem Publikum fördern. Mit „Get the Heck to School” (seit 2017) gründete sie zudem ein Projekt, das insbesondere jungen Romnja-Mädchen eine Schulbildung ermöglichen soll.

Selma Selman in der Schirn Kunsthalle Frankfurt
Selma Selman in der Schirn von ihren eigenen Werken. © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2024, Foto: Esra Klein

Selma Selman in der Frankfurter Schirn Kunsthalle

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmete der Künstlerin vom 20. Juni bis zum 15. September 2024 eine Soloausstellung. Erst vor wenigen Jahren ist sie in die internationale Kunstwelt vorgedrungen und bezeichnet sich selbst als „gefährlichste Frau der Welt“. Zusammen mit ihrer Familie schlachtet Selman vor Publikum einstige Statussymbole aus. Dabei schlachtet knöpft sie sich etwa Mercedes Benzer vor, um an die wenigen noch verwendbaren Edelmetalle zu gelangen.

Besonders laut sind in der Regel auch die sprachlichen Performances der Künstlerin mit Rom*nja-Hintergrund. In ihnen kommen Wut und der Drang nach einer Umkehrung der Machtverhältnisse zum Ausdruck.

Selma Selman thematisiert Diskriminierung, Gewalt und Sexismus

Selmans Kunst behandelt in unterschiedlichen Medien die Erfahrungen mit Diskriminierung, Gewalt, Sexismus und dem Patriarchat. Ihr Werk umfasst Performances, Skulpturen, Malereien auf Autoteilen und Altmetall, Zeichnungen und Video.

In der Schirn präsentiert die Künstlerin Grafiken, kleine skulpturale Arbeiten aus Edelmetallen und zwei Performances. Die Installation Flowers of Life (2024) aus Mehrschalengreifern verweist auf die Lebensgrundlage ihrer Familie. Die soll auf dem Sammeln und dem Weiterverkauf von Metallschrott fußen.

Die Videoarbeit Crossing the Blue Bridge (2024) basiert auf den Erinnerungen ihrer Mutter an Erlebnisse in ihrer Heimatstadt Bihać während des Bosnienkrieges (1992–1995). Selman nimmt diese familiären Erfahrungen als Ausgangspunkt, um sich selbst als feministisch-aktivistische Künstlerin zu verorten. Heute setzt sich die Künstlerin international für ihre Community einsetzt.

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Reisen

So bereite ich mich auf Vietnam vor

Scheiße, gar nicht. Ich sollte aber, ich weiß. Aber auf meinem Schreibtisch liegen noch 3 Interviews, die ich bestenfalls noch vor meiner Abreise abgearbeitet haben sollte. Und wisst ihr was? Die Reise nach Haiphong habe ich mehr oder weniger spontan während einer schlaflosen Nacht in Antalya gebucht. So konnte ich mich bereits in der Türkei auf den nächsten Trip freuen. Zwar wusste ich schon lange, dass ich nach Vietnam will, das aber war’s auch schon. Nun wurde es auch mal konkreter.

Das einzige, was ich euch über Vietnam verraten kann, ist, dass ich etwa 16 Stunden dort hin brauchen werde. Etwa 14 davon werde ich über den Wolken verbringen. Ich will da flugangstmäßig gar nicht drüber nachdenken. Zudem weiß ich, dass dort schöne 18 bis 26 Grad herrschen. Ich erwarte eine recht hohe Luftfeuchtigkeit.

Ein bisschen wenig Info, dafür dass das die längste Reise meines Lebens, die auf einem anderen Kontinent stattfindet, werden soll. Hoffentlich liest Mama das nicht. Sie akzeptiert diese Art zwar an mir, ist aber in diesem Sinne aus etwas anderem Holz geschnitzt. Sie plant alles bis ins kleinste Detail – sagt sie jedenfalls. Ich jedoch lasse alles auf mich zukommen. Ich brauche weder Plan noch sonst was – das wissen wir ja bereits von meiner Portugalreise. Ich brauche nur mein Geld, eine Kamera und die Schlüsselkarte vom Hotelzimmer. Alles andere fügt sich.

Für all unseren Seelenfrieden: Eckdaten zu Haiphong

Also gut. Es ist ja schon fast peinlich, in ein Land einzureisen, ohne groß mit seiner Kultur Bekanntschaft gemacht zu haben. Zwar arbeitete ich mehrere Jahre in einem vietnamesischen Team und durfte auch von ihrer authentischen Küche kosten und dem Klang ihrer Sprache lauschen, groß verständigt haben wir uns jedoch nicht – Sprachbarriere.

Nun zu Haiphong: Hải Phòng ist die drittgrößte Stadt Vietnams und hat Provinzstatus. Die Stadt liegt etwa 100 Kilometer südöstlich von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, im Delta des Roten Flusses. Mit rund zwei Millionen Einwohnern, davon etwa 841.000 im eigentlichen Stadtgebiet, ist Haiphong ein bedeutendes Wirtschaftszentrum Nordvietnams.

Das bedeutet der Name der Stadt

Der Name Haiphong bedeutet „Verteidigung am Meer“. Eine geläufige Bezeichnung ist auch „Stadt der Roten Blumen“ aufgrund der zahlreichen Flammenbäume in der Innenstadt. Diese Bäume sind auch Namensgeber des jährlichen Red Flamboyant Festivals im Mai. Ich werde die Blütezeit diesmal wohl nicht miterleben, da ich Mitte bis Ende November reise.

Die geografische Lage am nördlichen Mündungsarm des Roten Flusses und die Küstenlinie von etwa 95 Kilometern machen Haiphong zu einem strategisch wichtigen Standort. Der Hafen von Haiphong ist der zweitgrößte Vietnams und spielt eine zentrale Rolle für den Überseehandel des Nordens.

Die Geschichte der vietnamesischen Stadt Haiphong

Historisch gesehen hat Haiphong eine bewegte Vergangenheit. Der Ort wurde der Legende nach von Lê Chân gegründet, einer Freiheitskämpferin, die im Jahr 39 n. Chr. gegen die chinesischen Besatzer kämpfte. Mehrere militärische Auseinandersetzungen prägten die Geschichte der Stadt, darunter Siege gegen chinesische und mongolische Flotten in den Jahren 938 und 1287/88.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich aus einem kleinen Militärposten ein bedeutender Handelshafen. Während der französischen Kolonialherrschaft ab 1874 erlebte Haiphong einen entscheidenden Ausbau zu einem Überseehafen, unterstützt durch den Bau von Infrastruktur wie Eisenbahnen.

Jahre des Vietnamkriegs

Während des Vietnamkrieges wurde Haiphong schwer bombardiert, und der Hafen wurde auf Befehl von US-Präsident Richard Nixon vermint. Nach dem Krieg halfen die Sowjetunion und China beim Wiederaufbau der Hafenanlagen.

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist Haiphong auch ein kulturelles Zentrum mit historischen Sehenswürdigkeiten wie dem städtischen Ausstellungshaus und einer Statue zu Ehren General Lê Châns vor dem Vườn Hoa-Stadtpark. Seit 1960 ist Haiphong römisch-katholischer Bischofssitz und gehört zum Erzbistum Hanoi.


Artikelbildquelle: IMAGO / xWolfgangxKaehlerx xAvalonx 0554390097

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Blog Reisen

Mein Herz bricht am Flughafen von Antalya

Das ist eine Geschichte, die eher was für Russen ist. Wer also an Russophobie leidet, sollte vielleicht eher diese Geschichte über Antalya lesen.

„Antalya ist in den letzen zwei Jahren zu einem Ort der warmen Begegnungen geworden“, sagte Ilyas, der mich am Bazaar von Kaleiçi kurz zuvor um 500 Lira ärmer gemacht hatte – für einen mutmaßlich traditionellen Tee, den ich niemals trinken würde und der mich darüber hinaus vielleicht auch ein bisschen high gemacht hat. Ich fand Ilyas einfach cool – er hatte einen warmherzigen Vibe. Er lebte seit 15 Jahren in Antalya und kam ursprünglich aus Kasachstan. Auch im Moskau lebte er einige Zeit, wie er mir erzählte.

Ilyas gewann mein Vertrauen mit seinen ehrlichen, lieben Augen und seiner sanften, freundlichen Stimme. Geschichten wie meine hörte er oft. Seit es Russen verboten wurde, in etliche europäische Länder einzureisen – und es in Migration lebenden Russen mit, beispielsweise, deutschen Pässen, extrem erschwert wurde, nach Russland einzureisen, wurden sämtliche Familien auseinandergerissen. Antalya – und die Türkei im Allgemeinen – wurde dadurch zu einem regelrechten Zufluchtsort für Russen. Hier vereinten sich Familien und konnten sich nach den schmerzvollen Jahren ohneeinander wieder in den Armen liegen, weinen, die Hände halten, bis zu den Tränen lachen und miteinander melancholisch sein, so wie ihre zarten, wenn auch unzerstörbaren Gemüter es verlangen.

Omas Augen brechen mir das Herz

Noch heute Morgen sah ich meine Mutter die Rolltreppe hochrollen, die sie zu der Passkontrolle führen würde. „Wir sehen uns in … Deutschland“, sagte ich. Meine Mutter verstand, worauf ich hinaus will. Ich blieb noch ein Paar Tage in Antalya. Ich als Helicopterenkelin würde es nämlich nicht zulassen, dass meine geliebte Oma auch nur eine Stunde allein durch den fremden Airport umherirrt. Ich wollte sie bis zum Gate begleiten – sie jedoch ließen mich nicht. Also tat ich alles in meiner Macht stehende und nicht stehende, um ihren Flug zurück nach Russland so angenehm und stressfrei wie nur möglich zu gestalten – natürlich erfolgreich.

Als meine Mutter diese Treppe also hinauffuhr, sagte Oma zu mir: „Lass sie uns begleiten – mit den Augen.“ Wir sahen hinauf zu ihr. Dann sah ich rüber zu meiner Babushka. Ihre hellgrauen Augen blickten noch immer meiner Mutter nach. Sie hatten einen Ausdruck, als werde ihr gerade ihr geliebtes Kind gewaltsam entrissen. Und dennoch bargen sie neben all dem Schmerz auch eine tiefe Akzeptanz. Einen Frieden, der die Seele in Starre versetzt. Ich fragte sie, ob sie in Ordnung sei, wie ich dies in den letzten drei Tagen tausendfach tat. Sie antwortete kurz und in einer etwas höheren Tonlage als gewohnt, während sie zur Seite nickte: „Ja.“ Wir gingen, als Maman außer Sichtweite war.

Ich weine im Hotel, während draußen die Sonne lacht

Während wir uns auf den Weg zum anderen Terminal machten, gab ich mir alle Mühe, dass Babushka mein vor Schmerz verzerrtes, nasses Gesicht nicht sah. Dafür sahen es alle anderen Passagiere. Sie verstanden mich aber. Auch während ich diese Zeilen in mein Tablet reinschmettere, verläuft mein Maskara über Wangen, Mund und Nase. Es schüttelt mich regelrecht.

Während ich hier auf dem Bett des Hotels „Frankfurt“ sitze, brennt draußen die Sonne und die wenigen November-Touristen schlendern tiefenentspannt durch die historischen Straßen der Stadt. Auch ich tat dies bereits. Ich trank xxx Tassen türkischen Çay, rauchte Shisha und schlenderte durch Kaleiçi. Ich musste dringend zurück ins Hotel, um mein Handy zu laden.


Eine ganz kurze Erklärung zum Artikelbild: Logischer wäre es natürlich, ein Bild vom Flughafen zu nehmen. Ästhetischer und bedeutsamer finde ich es jedoch, einen Sonnenuntergang zu nehmen, den wir uns gemeinsam als Familie angesehen hatten.

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Kunst & Architektur

Ikonenmalerei: Exklusives Interview mit Igor Kaplun

Ich freue mich, euch mitteilen zu dürfen, dass der Ikonenmaler Igor Kaplun sich auf ein exklusives Interview mit mit eingelassen hat. Entdecke seine faszinierende Welt der Ikonenmalerei! In unserem spannenden Gespräch erzählt der zeitgenössische Künstler über seinen Werdegang, seinen einzigartigen Stil und die Balance zwischen Tradition und Innovation. Erfahre auf tuellundtrueffel.com mehr über Kapluns Techniken, Inspirationen und wie er es schafft, klassische Ikonenmalerei in die moderne Kunstszene zu integrieren.

Du interessierst dich für Ikonenmalerei? Dann solltest du das Ikonenmuseum in Frankfurt unbedingt kennenlernen.

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Reisen

Kaleiçi in Antalya: Das türkische Juwel, das entdeckt werden will

Kaleiçi, das historische Stadtzentrum von Antalya in der Türkei, bietet eine beeindruckende Reise durch verschiedene Epochen. Bis in die Neuzeit war fast die gesamte Stadt von den Stadtmauern umschlossen. Besucher können hier Bauwerke aus der römischen, byzantinischen, seldschukischen, osmanischen und modernen türkischen Republik entdecken. Der Großteil der Gebäude stammt jedoch aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert.

Während einige traditionelle türkische Häuser noch von Einheimischen bewohnt werden, wurden viele in Boutique-Hotels, Restaurants und Geschäfte umgewandelt. Diese Geschäfte bieten Kunsthandwerk und andere Volkskunst zum Verkauf an. Auch wird hier alles angeboten, was das touristische Herz begehrt.

Handgenähte Lederschuhe, die ich in einem kleinen Laden in Kaleiçi gefunden habe.

Das Viertel Kaleiçi wurde von der Gemeinde Antalya umfassend restauriert. Das ist auch deutlich spürbar: Sämtliche Hausfassaden sind frisch gestrichen, die ältesten Bauwerke sind gut gepflegt und die Straßen sind sauber und neu belegt. Es ist ein Genuss, den historischen Stadtteil Antalyas zu Fuß zu entdecken. Auch mit der Retro-Straßenbahn kann man sich hier gut fortbewegen.

Die Perle von Antalya: Hier liegt Kaleiçi

Das Stadtteil Kaleiçi liegt im zentralöstlichen Teil der Stadt an der Mittelmeerküste und ist bekannt für seinen Yachthafen aus der Römerzeit. Der Name „Kaleiçi“ bedeutet „Im Kale“ oder „Inneres Kale“, wobei „Kale“ selbst Burg oder Festung bedeutet.

Kaleiçi ist ein lebendiges Beispiel für die reiche Geschichte und Kultur Antalyas und zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an. Ein Besuch dieses verwunschenen Stadtteils lohnt sich allemal. Seine kleinen Gässchen, die hellen, steinernen Bauwerke, die vielen Blumen und Katzen sowie auch die zahlreichen Aussichtsplattformen locken begeisterte Augen aus aller Welt an. Es gibt viel zu entdecken: Strände, einen großen Bazaar, ein Archäologisches Museum und vieles mehr.

An jeder Ecke gibt es etwas zu Essen oder einen Çay, Abenteuerausflüge, Souvenirs und viel anderes zu entdecken. Man kann es natürlich wie ich machen und einfach nur planlos durch die Gassen von Kaleiçi schlendern, bis man etwas sieht, was einem gefällt.

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Reisen

Dieses Hotel in Antalya kann ich empfehlen

In Antalya lebte ich im Hotel Frankfurt (unbezahlte Werbung). Es liegt mitten in der Altstadt Kaleiçi und ist nur 5 Minuten Fußweg vom Meer entfernt. Hier war ich mitten im Geschehen. Der Hauswirt war ein Türke, der in jungen Jahren Deutsch studiert hatte. Er sprach sehr gut. Natürlich steckte ich ihm sofort, dass ich in Frankfurt lebe und es total witzig fand, in einem Hotel namens „Frankfurt“ unterzukommen. Er nahm mich sehr warm auf.

Das Hotel in Antalya war von einer fantastischen Sauberkeit. Der Mann hielt sich bedeckt, doch war immer genau dann da, wenn ich ihn brauchte. Er kannte dieses Hotel wie seine rechte Jackentasche und pflegte es mit einer Leidenschaft, die ich nur bei ehemaligen Brenners-Mitarbeitern beobachtet hatte. Erfahre bei tuellundtrueffel.com alle weiteren Details zu diesem Hotel.

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