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Malaysia: Der Night Market in den Cameron Highlands

Es war bereits dunkel, als mich eine Frau zum Night Market fuhr. Die einzige Grab-Fahrerin in den Cameron Highlands (in Malay: Tanah Tinggi Cameron). Voller Bewunderung sagte ich ihr, wie schön es sei, eine Frau am Steuer zu sehen. Wir kamen ins Gespräch, während die Straße sich durch die schwüle Dunkelheit zog, durch die Hügel, die sich nur noch als Schatten abzeichneten.

Night Market in den Cameron Highlands: Wir sind da!

Mitten auf dem Markt ließ sie mich raus. Genau dort, wo die Stände mit den Klamotten aufhörten. Hochwertige Fälschungen; qualitativ teils besser, als das, was man in Europa in den Einkaufszentren bekommt. Und dann stand ich plötzlich da in dieser Verdichtung aus künstlichem Licht, Geräuschkulisse und Bewegung. Hunderte Stimmen, laute Musik. In der Ferne donnerte und blitzte es.

Ich floss in die dichte Menschenmenge hinein und nahm ihr langsames Tempo an. Es passte mir sogar gut, da ich nach dem Unfall sowieso nicht so gut laufen konnte. Die Menge trug sich selbst, und ich ließ mich mitziehen, ohne etwas dagegen einzuwenden. Körper an Körper. Glücklicherweise nur wenig Körperkontakt. Meistens entschuldigten sich die Leute dafür, wenn es doch passierte. Seit Frankfurt reagiere ich relativ empfindlich auf solch dichte Menschenmengen. Normalerweise gehe ich in mich hinein, wenn mir etwas zu viel ist, und nehme das Außen eher als Animation wahr. Aber auf dem Night Market war es anders. Dort gab es viel zu viel Spannendes zu sehen. Meine Augen waren überall.

Farben, Düfte und Geschmäcker: Die schönste Art von Reizüberflutung

Es dampfte und duftete. Das Farbenspektrum flutete mich. Frischer Duft sonnengereifter Erdbeeren und Erdbeersmoothies stieg mir in die Nase. Dann wieder Rauchiges und Gegrilltes. Gedämpfte Süßkartoffeln in Lila, Orange und Weiß. Gleich daneben gedämpfte Maiskolben, geschmorte Fleischbällchen. Pizza, Burger, BBQ, Nudeln, die vor deinen Augen zubereitet werden. Schlüsselanhänger, die ein junger Malay von Hand gravierte. Auf seinem Stang gab es auch Ringe. Ich kaufte einen in schwarz, den ich seit dem Abend nicht ein Mal abgelegt hatte.

Sehenswürdigkeit: Night Market in den Cameron Highlands, Malaysia

Dann kaufte ich mir eine Tüte kleiner weißer Wurzeln, die ich bereits aus Sochi kannte, dort allerdings nur fermentiert gegessen hatte. Diesmal waren sie roh und knackig. Die Verkäuferin riet mir davon ab, viel davon zu essen. Ich dachte mir: Yolo. Am nächsten Tag die wohl verdienten Bauchschmerzen.

Maiskolben und Süßkartoffeln konnte ich mir ebenso wenig entgehen lassen, wie auch weiße Erdbeeren. Der krönende Abschluss: Takoyaki, diese japanischen Octopus-Kugeln, die bei Social Media hin und wieder viral gingen; vermutlich weil dessen Zubereitung so meditativ anzusehen ist. Köstlich. So eine zarte Textur. Würd ich absolut wieder essen, obwohl ich alles Tentakelige grundsätzlich ablehne. Zumindest wenn es in meinem Essen ist.

Ich blieb stehen und sah zu, wie die junge Frau die Takoyaki-Kugeln in den Mulden drehte, wie sie den Teig eingoss, wie alles in gleichmäßigen Bewegungen entstand. Das war echt super. Ich kann jetzt nachvollziehen, warum sowas überhaupt erst viral geht. Ein paar Meter weiter sah ich einer Frau am großen Wok zu. Ihre routinierten Handbewegungen, fast wie im Schlaf. Das was sie machte, sah ebenfalls köstlich aus.

Begegnungen mit Einheimischen und Europäern

Viele Blicke streiften mich. Einige blieben verwundert bei mir hängen oder wanderten nach unten auf mein Knie. Ein bisschen nackt fühlte ich mich schon in Malaysia. Doch die Atmosphäre war, trotz der späten Uhrzeit, sehr freundlich und familiär. Frauen in Grüppchen, Kinder, Familien. Das, was mir in Deutschland immer mehr fehlt.

Die malaysischen Frauen waren es, die mir diese Freundlichkeit während meines gesamten Aufenthaltes schenkten. Besonders auf dem Night Market fiel mir das auf. Gerne denke ich an ihr aller Lächeln zurück, wie sie miteinander quatschten, lachten, mir zunickten. Durch die Frauen gewann Malaysia auch eine entspannte Atmosphäre. Hier in den Cameron Highlands schien sie mir besonders locker, da fast alle im Urlaub waren und daher zufrieden, sorglos und entspannt ihr Geld ausgaben und mit ihren Freundinnen und Schwestern bummelten.

Und mittendrin ich: eine der wenigen weiblichen Gestalten ohne Kopftuch. Zudem eine der wenigsten, die allein unterwegs war. Osteuropäisch aussehend. Und auch noch mit sichtbaren Verletzungen am gesamten Körper. Ich hoffte, dass ich mit meinem jämmerlichen Anblick niemandem die Laune vermieste. Das war teilweise wirklich meine größte Sorge.

Ein paar Europäer traf ich dort auch. Unzufrieden durch die Menge gehend, schlechte Energy verbreitend, wie wir Europäer halt sind höhö. Aber vielleicht hatten die auch einfach nur Bauchschmerzen, weil sie zu viele undefinierbare rohe Wurzeln gefressen hatten. Sonst traf ich kaum Europäer. Die, die ich etwa im Bus traf, waren pärchenweise unterwegs und wirkten viel entspannter als ich. Man fragt sich, warum. Ich hatte da so eine gewisse Ahnung. Neben ihnen fühlte ich mich wie eine Stromkabelkugel von 25.000 Volt. Das missfiel mir. Aber das war irgendwie auch mein eigenes Problem, wisst ihr?

…Und noch einmal, weil’s so schön war 🙂

Steht man in der Mitte des Marktes, ist keines der beiden Enden in Sicht. Erstaunlich groß. Das Licht der Stände beleuchtete die Auslagen beinahe magisch. So, dass ich überall reinbeißen wollte.

Eigentlich wollte ich kein zweites Mal hin. Doch am nächsten Tag hatte ich irgendwie plötzlich doch Bock. Die beiden neu gewonnenen Freundinnen, Jacky und Katharina, steckten mich an. Und ich ließ mich von dem Gefühl und dem Zufall treiben.

Wenn ich allein bin, fühle ich mich ein bisschen wie ein Eindringling, der Alltagssituationen fotografiert und die Privatsphäre der Menschen stört. Was ich vermutlich tatsächlich tue. Aber ich will das einfangen. Damit ich das niemals vergesse. Es sind Momente, die mein Leben bereichern. Menschen, dessen Präsenz meinen Weg erhellen. Wenn ich ihre Privatsphäre für diesen kleinen Augenblick nicht störe, verliere ich sie in wenigen Jahren aus meinem Gedächtnis. So ist der Lauf der Dinge. Aber ich will sie mitnehmen, aus egoistischen Gründen. Sie euch zeigen. Nicht wegen der Reichweite, die kriege ich auch so. Sondern, um euch und meinem späteren ich zu zeigen, was es da für Menschen gibt. Wie sie aussehen, arbeiten, lachen. Es ist doch Magie, wenn wir das einfangen können.

Ich stellte Jacky und Katharina meine Vorgehensweise vor: Erst eine Runde drehen und entscheiden, was ich probiere, dann bei der zweiten Runde in die Tat umsetzen.

Zu Dritt ist es irgendwie am Schönsten

In der Menge war es nicht möglich zu sprechen. Als wir dann irgendwann am Rand mit unseren Vespern saßen, unterhielten wir uns über politische Einstellungen und dergleichen. Schnell wurde klar, wer eher rechts und wer links war. Und wer von den ganzen Himmelsrichtungen nichts hielt, beide Seiten verstand, wenn auch nicht bis ins letzte Detail, am liebsten beobachtete und in seiner ganz eigenen Welt verweilte, während die anderen sich gegenseitig vom eigenen Standpunkt zu überzeugen versuchten.

Es war ein guter Abend. Die stillen, schwarzen Berge in der Ferne umrahmten die Kulisse. Wir waren zu dritt. Alle Drei junge, alleinreisende Frauen, vereint durch dieselbe Sprache und eine ähnliche Mentalität. Diese Dynamik war irgendwie auch meine Insel der Sicherheit. Mit ihnen fühlte ich mich etwa viel weniger von den einheimischen Männern belästigt. Da es zudem eine Dreierdynamik war, konnte man, anders als bei einer Zweierdynamik, hin und wieder einfach mal gedanklich abdriften und reflektieren. Oder im Gegenteil: sich ein wenig aufspielen und die vorübergehend die unterhaltende Rolle einnehmen. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich zwei so ergreifende Bekanntschaften geschlossen hatte. Und mein Fazit lautet: Dreierkonstellationen for life 🙂

Wenn ich erneut hinginge würde ich unbeding wieder den jungen Mais, die Takoyaki und den traditionellen malaysischen Tee mit Kondensmilch probieren. Ich würde wieder diese Wechselwirkung zwischen Düften, Geschmäckern und Farben auf mich wirken lassen. Ich würde beobachten, wie die Menschen das Ganze mit ihrer Energie füllen. Ja, es zieht mich wieder dahin, auch wenn ich mir versprochen habe, Malaysia nicht mehr alleine zu besuchen, sondern nur in Begleitung eines Mannes. Ob ich das einhalten kann, weiß ich noch nicht. Was jedoch feststeht, ist, dass der Night Market eines meiner größten Highlights war, das ich während meiner Reise durch Malaysia erlebt habe.

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Der wilde Taxifahrer von Cameron Highlands

Nachdem ich Jackie auf der Teeplantage in den Cameron Highlands, Malaysia, kennengelernt hatte, beschlossen wir, gemeinsam ein Stück Kuchen essen zu gehen. Ich kannte da ein Café. Ich bestellte ein Grab-Taxi. Das Auto, das uns abholen kam, war, nett gesagt, in die Tage gekommen. Der Fahrer hingegen ein scheinbar blutjunger Malay. Hübscher Junge. Ich hätte ihn auf 18 geschätzt.

Madlen Trefzer auf einer Teeplantage in den Cameron Highlands, Malaysia
Ich meine, das ist das zweite Bild von mir auf Reisen, das kein Selfie ist 🙂 schön! Danke, Jacky. Das auf dem Knie und Arm sind die Folgen meines Unfalls.
Ausblick aus dem Teeshop, in den wir uns kurz vor unserer Abfahrt begeben hatten.

Unser Taxifahrer fuhr wie ein Wahnsinniger

Er fuhr wie ein Wahnsinniger. Kurven, bergauf, bergab. Er fuhr seinem Vordermann derart nah auf, dass zwischen uns und ihm nur wenige Zentimeter verblieben. Ich meine, auch für Jacky zu sprechen, wenn ich sage: wir sahen unser Leben am geistigen Auge vorüberziehen. Dabei hing Mohammed, so hieß der Junge, fortwährend auf Twitter. X mein ich.

Ich bat ihn darum, das Handy zur Seite zu legen. Ich erzählte von meinem Unfall und meinte halb scherzhaft, dass ich hier keinen zweiten erleben wolle. Er legte es weg. Doch sofern er dies tat, wurde sein Fahrstil noch agressiver.

Cameron Highlands: Jacky und ich treffen eine dritte Frau

Jacky und ich blickten uns vieldeutig an, als wir ausstiegen. Bevor wir Kuchen essen gingen, besuchten wir eine nahegelegene Erdbeerfarm (Big Red Strowberry Farm). Viel war da nicht vom Erdbeeranbau zu sehen. Vielleicht war gerade ja keine Saison. Doch es gab dort schöne Blumen. Und wir trafen auf noch mehr deutschsprachige Reisende: Katharina aus Österreich und ihre französische Gang aus dem Elsass.

Wir entführten Katharina ins Café mit dem göttlichen Erdbeerkuchen und Erdbeertee. Ich meine, euch bereits davon erzählt zu haben. Drei junge Frauen. Alle drei allein in Malaysia. Wir sprachen über Politik und Gesellschaft. Über technologische Entwicklungen und Fehlbildungen, über unsere sorgen am künftigen Arbeitsmarkt überlebensfähig zu sein. Ich liebe Frauengespräche.

Wir fahren zusammen auf den Nachtmarkt

Schließlich beschlossen wir, zum Nachtmarkt zu fahren. Katharina bestellte ein Grab-Taxi. Ich sah mir das Bild des Fahrers an. Es war wieder Mohammed. Fuck. Er würde uns ins Verderben fahren. Wir überlegten kurz, ob wir die Fahrt canceln. Aber wir entschieden uns dagegen. In den Cameron Highlands ist es ohnehin sehr schwierig, einen Fahrer zu bekommen, da die wohl Mangelware sind. Stattdessen ließen wir unseren Charme spielen. Fragten ihn aus. Nach seiner Herkunft, Familie, Leben. Und tatsächlich fuhr er anständig, sofern er unser Interesse gespürt hatte. Was eine kleine Nettigkeit nicht alles bewirken kann…

Er machte „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel an. Wir sangen ganz laut mit, freuten uns über den Moment im alten Taxi. Es hatte etwas Magisches. Er erzählte uns, er sei Anwalt für Strafrecht und habe erst vor Kurzem den Job als Taxifahrer angenommen, weil er seinen 9 to 5 Job aufgab. Er komme aus Kuala Lumpur, lebe aber bereits seit einigen Jahren in den Cameron Highlands. Sein Bruder sei dort Polizist. Ich konnte nicht anders, als zu scherzen: „Na das erklärt, warum du es dir immer erlauben kannst, wie ein Verrückter zu fahren.“ Wir lachten. Er auch. Nachdem wir am Markt ausstiegen, sagten mir die Mädels (sie saßen nämlich beide hinten und ich mit meinem unbiegsamen Bein vorne), dass sie beobachtet hätten, wie er mehrmals zu seinem Twitter griff, und dies dann doch unterdrückte. Wie goldig.

Jacky und Katharina mitten in der Menge.

Nicht zu fassen: Eine dritte Begegnung mit dem Taxifahrer?

Als es Zeit wurde, nach Hause zu gehen, bestellten wir uns erneut Fahrer. Die Mädels in ihre Richtung und ich in meine. Ich schaue auf den Bildschirm es war zum dritten Mal Mohammed. Was geht hier eigentlich vor?

Er meinte, das sei gar nicht SOOO ein krasser Zufall, da das Gebiet Cameron Highland wohl etwa nur 20 Fahrer beschäftigt. Er entpuppte sich als sehr spannender Gesprächspartner. Wir unterhielten uns über die Regierungsstrukturen Malaysias. Auch vom philippinischen System hatte der, wohlbemerkt 28-Jährige viel Ahnung. Zynisch war er jedenfalls wie ein richtiger Anwalt. Ich freute mich sehr, dass mein erster Eindruck von ihm nicht ansatzweise stimmte.


Titelbild (Symbolfoto) von Piang Pyy auf Unsplash

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Reisen

Fünf unvergessliche Aktivitäten auf Madeira

Madeira ist wie gemacht für Reisende, die Natur, Bewegung und eine entspannte Zeit verbinden möchten. Zwischen wilden Küsten, geheimnisvollen Lorbeerwäldern und vulkanischen Landschaften entsteht eine Kulisse, die inspiriert und entschleunigt. Dies fünf Aktivitäten zeigen, wie abwechslungsreich die portugiesische Insel Madeira ist.

Wale und Delfine hautnah erleben

Leinen los für eines der beeindruckendsten Naturerlebnisse Madeiras: eine Bootstour zu den Walen und Delfinen. In den Gewässern rund um die Insel leben verschiedene Arten, wie etwa Fleckendelfine, Tümmler, Pilot- und Pottwale. Hier hat man beste Voraussetzungen für Sichtungen. Die Tiere kann man in freier Wildbahn erleben und mit etwas Glück auch Meeresschildkröten oder die geschützten Mönchsrobben der Desertas-Inseln entdecken. Dank ganzjährig angenehmer Temperaturen ist dieses Abenteuer zu jeder Jahreszeit möglich.

Abenteuer an der Küste: Kajak und Schnorcheln

Ein Ausflug mit der Fähre nach Porto Santo ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Nach der Überfahrt eröffnet sich ein fast neun Kilometer langer goldener Sandstrand. Dessen feiner Sand und das kristallklare Wasser laden zu einem perfekten Strandtag ein. Wer es lieber aktiv mag, kann die Küste beim Kajakfahren erkunden; dabei versteckte Buchten entdecken und die beeindruckende Küstenlandschaft vom Meer aus genießen.

Auch auf Madeira selbst ist das Inselgefühl stets präsent. Beim Schnorcheln tauchen Reisende in eine faszinierende Unterwasserwelt ein. In den klaren, angenehm milden Gewässern begegnet man farbenfrohen Fischschwärmen und beeindruckenden Felsformationen, oft in geschützten Naturreservaten. Kajaktouren entlang der Küste eröffnen zudem immer wieder neue, spektakuläre Ausblicke.

Wanderungen auf Madeira

Madeiras Wanderwege bieten viele einfache Touren für Amateure, oder Leute, die gerade noch eine Knieverletzung beklagen. Ein Klassiker ist der PR11 „Vereda dos Balcões“ bei Ribeiro Frio – kurz, unkompliziert und mit großem Panorama-Finale. Entlang einer Levada führt der Weg durch den üppigen Lorbeerwald bis zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf Täler und Berge. Etwas länger, aber ebenfalls gut machbar, ist der PR 6.2 Levada do Alecrim im Gebiet von Rabaçal. Auf rund 3,5 Kilometern geht es durch abwechslungsreiche Natur auf etwa 1.300 Metern Höhe – inklusive eines kleinen Wasserfalls und eines natürlichen Beckens, das unterwegs für eine erfrischende Pause sorgt.

PR 11_Vereda dos Balcões ©Francisco Correia

Traditionelle Korbschlittenfahrt

Einsteigen, festhalten und los geht’s: Die berühmten Korbschlitten von Madeira bescheren Reisenden ein ebenso nostalgisches wie überraschend rasantes Erlebnis.

Carreiros do Monte ©miguelmoniz

Seit dem 19. Jahrhundert gleiten die handgefertigten Wagen die steilen Straßen hinab, gelenkt von den traditionell gekleideten „Carreiros“, die mit viel Geschick und ihren Gummisohlen bremsen und steuern. Auf der rund zwei Kilometer langen Strecke erlebt man eine Mischung aus Nervenkitzel, Tradition und spektakulären Ausblicken über Funchal und den Atlantik.

Natürliche Lavapools in Porto Moniz

Die Naturschwimmbecken von Porto Moniz zählen zu den bekanntesten Ausflugzielen der Insel. Über Jahrtausende in vulkanischem Gestein entstanden und kontinuierlich vom Atlantik gespeist, verbinden sie ursprüngliche Landschaft mit Infrastruktur. Neben dem Naturerlebnis gibt es auch den nahegelegenen Strand von Seixal: Ein schwarzer Sandstrand, eingerahmt von steilen Klippen und üppiger Vegetation, der mit seiner geschützten Lage und seiner außergewöhnlichen Kulisse zu den schönsten der Insel zählt.

Piscinas naturais do Cachalote ©JoanaCarvalho

Über die portugiesische Insel Madeira

Die autonome Region Madeira, die zu Portugal gehört und knapp vier Flugstunden von Deutschland entfernt ist, liegt vor der Westküste Afrikas im Atlantischen Ozean. Beeindruckende Flora und Fauna, ganzjährig milde Temperaturen, malerische Fischerdörfer, Wandermöglichkeiten auf bis zu 1.800 Höhenmeter sowie außergewöhnliche Ausblicke auf Steilküsten, Felsformationen und Wasserfälle machen die Blumeninsel Madeira zum idealen ganzjährigen Outdoor-Ziel. Aber auch Kulturhungrige oder Strandurlauber kommen zum Beispiel in der historischen Hauptstadt Funchal oder an den inseltypischen schwarzen Sandstränden auf ihre Kosten.


Weitere Informationen zu Madeira: www.visitmadeira.com/de/
Quelle: presseportal.de

Titelbild: Piscinas naturais do Cachalote ©JoanaCarvalho


Pressekontakt:
Global Communication Experts GmbH
Doris Palito | Teresa Berberich | Elena Kohler
Hanauer Landstr. 184
60314 Frankfurt
Tel.: +49 69 17 53 71-046 | -050 | -042
E-Mail: madeira@gce-agency.com
Internet: www.gce-agency.com

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Kunst

Coming Soon: Blumen-Ausstellung in Baden-Baden

Mit Bloom up! Die Sprache der Blumen laden die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und das Badische Landesmuseum Karlsruhe zu einem floralen Erlebnis der besonderen Art ein. Die Ausstellung entführt auf einen sinnlich-intellektuellen Rundgang durch 2.500 Jahre Kulturgeschichte der Blume. 

Blumen begleiten unser Leben – im Alltag ebenso wie in besonderen Momenten. Sie prägen Rituale, markieren Übergänge und bergen Erinnerungen. In der Kunst werden sie zu Trägerinnen von Widerstand, Liebe, Hoffnung und Protest. In Krisenzeiten können sie Trost spenden und der Sehnsucht nach Schönheit Ausdruck verleihen. Zart und kraftvoll, persönlich und politisch, versöhnlich und widerständig – ihre Bedeutung wandelt sich stets, je nach Zeit, Ort und Kontext.

Ketuta Alexi-Meskhishvili, Tulip Season for Henri, 2024, Analog C-print, 32 × 41.4 cm, AP II/II of an edition of 2 + II AP © Courtesy of the artist and LC Queisser Tbilisi, Cologne, Foto: George Kolbaia

Bloom up! – Die Ausstellung in Baden-Baden

Bloom up! ist die erste gemeinsame Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und des Badischen Landesmuseums Karlsruhe. Sie untersucht Blumen in der Kunst als Mittel der Kommunikation. Zudem macht sie die Anwendung floraler Motive von der Antike bis zur Gegenwart sichtbar.

Dialoge zwischen zeitgenössischen künstlerischen Positionen und kunst- und kulturgeschichtlichen Objekten zeigen, wie florale Motive ihre Bedeutung über Jahrhunderte tragen, verschieben oder neu aufladen. Blumen erscheinen hier als Trägerinnen von Geschichte, Emotionen sowie gesellschaftlichen und politischen Debatten. Sie eröffnen Raum für Projektion, Erinnerung und Reflexion.

Ausstellungsbeginn: Samstag, 13. Juni

Hier geht’s zu der Liste der besonders sehenswerten Ausstellungen im Juni 2026.


Quelle: kunsthalle-baden-baden.de

Titelbild: Ketuta Alexi-Meskhishvili, Tulip Season for Henri, 2024. Analog C-print, 32 × 41.4 cm, AP II/II of an edition of 2 + II AP © Courtesy of the artist and LC Queisser Tbilisi, Cologne, Foto: George Kolbaia

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Kultur

Nicht verpassen: Kulturabend in Karlsruhe

Orte, Menschen, Zeitreisen: In diesem Format begeben sich am Freitag, 12. Juni, fünf Literatinnen, zwei Schauspielerinnen und zwei Musikerinnen auf eine künstlerische Spurensuche durch die Literaturgeschichte der Region Karlsruhe und Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt stehen prägende historische Persönlichkeiten wie Anna Ettlinger, Bertha Pappenheim und Clara Schumann, die in einen Dialog mit heutigen Stimmen der regionalen Literaturszene sowie mit Zukunftsentwürfen treten.

Die szenische Lesung verbindet Literatur, Musik, Theater, Performance und Videokunst zu einem vielschichtigen Abend. Dabei werden die künstlerischen und historischen Verflechtungen sichtbar gemacht, in denen sich Mut, Solidarität und Transformation als wiederkehrende Kräfte zeigen. Ergänzend werden aktuelle Ideen und Initiativen vorgestellt, die als mögliche Ausgangspunkte für literarisches Arbeiten der Zukunft verstanden werden können.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Karlsruhe und der Baden-Württemberg Stiftung.

Diese Veranstaltung will ich euch gerne ans Herz legen, sie wird von einer meiner Lieblingskommilitoninnen veranstaltet. Und ich sag euch eins: die Gedanken dieser Frau sind Gold wert. Wenn sie etwas sagt, dann geht das unter die Haut. Ich bin sehr neugierig auf den Abend, weiß aber derzeit noch nicht, ob ich anwesend sein kann.

Mit Mut und Zuversicht – literarische Visionen für morgen

Mitwirkende: Martina Bilke, Ondine Dietz, Silke Karl, Martine Lombard, Hedi Schulitz, Sabine Stern, Ursula Zetzmann sowie im Film Elisabeth Stephan-Geißler (Sopran) und Anna Wegmer (Klavier).

Eine Veranstaltung des Literatursommers 2026 der Baden-Württemberg Stiftung (literatursommer.de) und der GEDOK Karlsruhe in Kooperation mit dem Roten Haus.

Eintritt frei, Spenden willkommen.


Quelle: karlsruhe-erleben.com

Weitere Infos: gedok-karlsruhe.de

Titelbild: Foto von nadi borodina auf Unsplash

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Alles auf den letzten Drücker – aber warum?


In den letzten 5 Tagen habe ich 8 Bücher runtergelernt und 8 entsprechende Klausuren rausgeschallert. Alles auf den letzten Drücker, aber ich habe es geschafft! Sogar 40 Minuten vor der Deadline. Na, wer macht das auch gerne? Seid ehrlich.

Sehen wir doch mal genauer hin, was dahinter steckt. Das Aufschieben von Aufgaben heißt Prokrastination im Fachjargon. Rund 20 Prozent der Erwachsenen sollen laut Studien chronisch prokrastinieren. Bei Studierenden sind es sogar bis zu 70 Prozent. Doch was genau bringt uns dazu, wichtige Aufgaben immer wieder hinauszuzögern – manchmal bis zur letzten Minute? Und was sagt dieses Verhalten über unsere Psyche aus?

Psychologische Erklärungen: Warum wir Dinge aufschieben

Prokrastination ist weniger ein Zeitproblem, sondern eine emotionale „Besonderheit“. Wir schieben Aufgaben oft dann auf, wenn sie mit negativen Gefühlen wie Angst, Überforderung, Langeweile oder Perfektionismus verbunden sind. In dem Moment, in dem wir etwas auf später verschieben, fühlen wir uns zwar ganz wohlig, blenden dabei aber aus, dass dieses Verhalten später negative Konsequenzen mit sich bringen kann.

Auch wer hohe Ansprüche an sich selbst stellt, aber innerlich zweifelt, nutzt das Aufschieben unbewusst als Schutzmechanismus. Misslingt das gewünschte Ergebnis nämlich, kann man es auf den Zeitdruck schieben – nicht auf die eigene Unfähigkeit. Diese Art kognitive Dissonanz schützt das fragile Selbstwertgefühl.

Foto von Aarón Blanco Tejedor auf Unsplash

Außerdem: Dopamin und Reizüberflutung

Neurologisch betrachtet aktiviert das Aufschieben kurzfristig das mesolimbische Belohnungssystem1 – der Verzicht auf unangenehme Aufgaben wird mit Dopamin belohnt. Gleichzeitig bleibt das präfrontale Cortex2, zuständig für Planung und Impulskontrolle, oft unteraktiviert; insbesondere bei Menschen mit ADHS oder impulsiver Persönlichkeitsstruktur.

Wer von euch hat eigentlich ADHS? Schreibt mal.

In einer Welt mit unzähligen Optionen (vor allem im digitalen Alltag) fällt es vielen schwer, Prioritäten zu setzen. Wer sich nicht entscheiden kann, entscheidet sich oft gar nicht – und wartet auf den „letzten Drücker“, wo externe Zwänge den Entscheidungsspielraum reduzieren.

Was sagt Prokrastination über den Charakter oder die Psyche aus?

  • Impulsivität und geringe Selbstkontrolle: Besonders bei Menschen mit ausgeprägter Impulsivität tritt Prokrastination häufiger auf.
  • Perfektionismus: Paradoxerweise schieben Perfektionisten oft auf – aus Angst, etwas nicht perfekt zu machen.
  • Neurotizismus: Menschen mit hoher emotionaler Labilität neigen dazu, unangenehme Emotionen durch Vermeidung zu regulieren.
  • Geringe Selbstwirksamkeit: Wer nicht daran glaubt, Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können, prokrastiniert häufiger.
  • Vermeidungsmotivation: Aufgaben werden nicht aktiv angegangen, sondern eher „abgewehrt“ – ein passives Coping-Muster.

Es ist jedoch wichtig zu betonen: Prokrastination ist kein Zeichen von Faulheit, sondern oft ein Hinweis auf tieferliegende psychische oder emotionale Herausforderungen.

Prokrastination – Warum schieben wir so viel auf? | Quarks Dimension Ralph

Vorteile des „letzten Drückers“ – ja, die gibt es auch

  • Kreativität durch Zeitdruck: Zeitnot kann kreative Lösungsfindung fördern.
  • Fokus und Effizienz: Kurz vor der Deadline konzentriert sich der Geist auf das Wesentliche, Ablenkungen werden ausgeblendet. Bei mir selbst habe ich beobachtet, wie ich wirklich nur 20% der Inhalte meiner Lehrbücher Konsumiert habe, aber dennoch einen maximalen Effekt zu erzeugen versucht habe. Letztlich auch mit Erfolg.
  • Dopamin-Kick: Für manche ist die Deadline ein Ansporn – das Gefühl, es „doch noch geschafft zu haben“, erzeugt Hochgefühle. Beim Einsenden meiner letzten Klausur habe ich dieses Gefühl noch ein paar Minuten ausgezögert. Ich saß vor dem Bildschirm und klickte absichtlich nicht auf Absenden, um den Zustand dieser besonderen Freude, alles rechtzeitig und zu meiner Zufriedenheit erledigt zu haben, auszukosten. Ich sag’s euch: das war pure Magie, ein sehr besonderes Gefühl. Alles kribbelte, ich spürte Freude, Stolz, Erleichterung und Aufgeregtheit in einem. Mich würde es nicht wundern, wenn meine Pupillen in jenem Moment geweitet wären.
  • Optimierung durch Adrenalin: Manche Menschen arbeiten tatsächlich besser unter Druck – ihr Körper nutzt Stress als Motor.

Nachteile und Risiken von Prokrastination

  • Chronischer Stress: Dauerhafte Prokrastination führt zu erhöhtem Cortisolspiegel, Schlafproblemen und psychischer Belastung.
  • Selbstzweifel: Der wiederkehrende Kreislauf aus Aufschieben und schlechtem Gewissen untergräbt das Selbstwertgefühl.
  • Qualitätsverluste: Spontan zusammengezimmerte Ergebnisse sind oft schlechter durchdacht.
  • Karriere- und Beziehungsprobleme: Wer Deadlines verpasst oder unzuverlässig wirkt, gerät beruflich und sozial unter Druck.
  • Teufelskreis: Prokrastination kann Teil von depressiven oder angstbasierten Mustern sein – und diese wiederum verstärken.

Die Lösung könnte einfacher sein, als man denkt

„Alles auf den letzten Drücker“ zu machen, ist also mehr als nur undurchdachtes Aufschieben. Es ist oft ein Versuch, innere Spannungen zu regulieren – manchmal erfolgreich, oft aber auf Kosten der eigenen Zufriedenheit und weitestgehend auch der Gesundheit. Was machen wir also dagegen?

Zeitmanagement ist an der Stelle nicht das Problem, wie viele rationale Menschen denen könnten. Die Lösung liegt in der Auseinandersetzung mit den dahinterliegenden Emotionen, Überzeugungen und inneren Mustern. Nur wer diese versteht, kann nachhaltige Strategien entwickeln. Daher ist es in diesem und in vielen anderen Bereichen wichtig innezuhalten und sich zu fragen: „Was passiert gerade mit mir?“, „Wird mein Verhalten vielleicht durch X, Y, Z hervorgerufen?“ und „Wie fühle ich mich dabei?“

Passt auf euch auf, fordert nicht zu viel von euch selbst und fühlt euch geherzt. Eure Madlen.


  1. Das mesolimbische Belohnungssystem ist ein Teil unseres Gehirns, der auf unmittelbare Belohnung ausgerichtet ist. Es spielt eine zentrale Rolle bei Motivation, Lustempfinden und impulsivem Verhalten – und bevorzugt das schnelle Glück (z. B. Scrollen oder Naschen) gegenüber langfristigem Nutzen (z. B. Lernen oder Aufräumen). ↩︎
  2. Der präfrontale Cortex ist der Teil des Gehirns, der für Planung, Selbstkontrolle und langfristiges Denken zuständig ist. Er hilft uns, Impulse zu zügeln – zum Beispiel nicht sofort TikTok zu öffnen, sondern erst den Text zu beenden. Leider ist er oft schwächer als unser Belohnungssystem. ↩︎

Titelbild von Tim Gouw auf Unsplash

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Nahtoderfahrung: Mach bitte niemals meinen Fehler

Tausendfach habe ich als Journalistin über Unfälle berichtet. Dann erlebte ich selbst einen. Heute erfahrt ihr von meiner ganz persönlichen Erfahrung auf „dem Roller des Todes“. Ich übertreibe nicht, es war tatsächlich eine Nahtoderfahrung auf der wunderschönen Insel Pulau Pangkor in Malaysia. Wie es zu meinem Unfall kam und warum der Roller, auf dem es passierte, von Anfang an verflucht schien.

Ankunft auf Pulau Pangkor: Ich miete mir einen Roller

Von Ipoh reiste ich mit dem Bus nach Lumut. Von dort nahm ich die Fähre auf die Insel Pulau Pangkor. Dort angekommen wusste ich ziemlich genau, dass ich mir jetzt einen Roller suchen werde. Ich freute mich seit Wochen drauf. Sobald ich einen Fuß auf die Erde gesetzt hatte, wurde ich schon von einem Rollervermieter angesprochen. Ich schwöre bei Gott, ich hatte kein gutes Gefühl bei ihm. Aber ich ignorierte es, weil ich dachte, dass es die Vorurteile sind, die ich ihm gegenüber womöglich habe.

Er pokerte hoch. „Diesen Preis bezahle ich nicht“, sagte ich und setzte zum Gehen an. Dann machte er mir einen Vorschlag: Er würde mir das Motorrad statt dem Roller geben, was mich die Hälfte kosten würde. Ich so, sinngemäß, „nö, du willst doch nicht, dass ich hier alles übern Haufen fahre“, und drehte mich erneut zum Gehen um. „Wait“, sagte er. Wenn ich kurz warten würde, würde er mir ein Moped besorgen. Ich stimmte zu unter einer Bedingung: 60 Ringgit, nicht mehr. Er holte das Ding. Ein gelbes Moped, top Zustand. Erst nachdem ich bezahlt hatte und bereits kilometerweit weggefahren war, merkte ich, dass der Tank auf null ist.

E wie: ey scheiss doch die Wand an.

Gedanken jeden Aggressionsgrades schossen mir durch den Kopf. Dieser Hund. Ich war müde, hatte eine lange Fahrt hinter mir und wollte nur eins: den Sonnenuntergang sehen. Eine alleinreisende Ausländerin zu verarschen können wirklich nur ganz bestimmte Menschen. Ich wusste nicht, ob mir der Tank zur nächsten Tanke reichen würde, ich wusste auch nicht wo sie war.

Die malaysischen Benzinpreise sind sehr angenehm

Sie befand sich natürlich in entgegengesetzter Richtung. Er hätte es mir doch einfach sagen können. Ich war so wütend. Und ich ließ es ihn spüren. Was ich an diesem Abend lernte: Auf der Insel sind jegliche Adressen und Ortsangaben auf Google Maps ungenau. Ich hatte also kein Plan, wohin ich fahre, ich hatte mein Gepäck dabei, es wurde dunkel, der Tank war leer. Und das Schlimmste: ich hatte hunger.

Als es schon stockfinster war, fand ich eine Tankstelle und tankte voll für 13 Ringgit (!!!). Umgerechnet sind das 2,79 Euro.

Chinesisches Restaurant auf der Insel Pulau Pangkor

Dann ging ich essen. Ich ließ es mir auf den Stress ganz gut gehen. Bestelle mit eine Krabbe, Muscheln und Babykohl. Eine trächtige Hündin bekam auch was ab. Bedient hatte mich der Besitzer.

Erst unterhielten wir uns nett, dann wollte ich, dass er aufhört, mich vollzulabern und mir mein Leben zu mansplainen. Klassiker halt. Als ich bezahlte, ließ er nicht locker. Er begleitete mich zu meinem gelben Roller und versuchte sich zu nähern. Ich weiß nicht, was er vorhatte. Naja. Ich weiß schon, was er vorhatte. Was er sich erlaubte, fragte ich mich aber. Es war schon fast interessant, wie weit er es treiben würde. Er versuchte mir meinen Helm aufzusetzen. Das ließ ich nicht zu, schmetterte seine Hand von mir und verpisste mich asap mit lautem Brumm-Brumm.

Kaum hab ich mich bei der ersten Abbiege verfahren, schon kam der Nächste. Ein älterer Mann mit weißen Bart, der mir nachfuhr und wissen wollte, in welchem Hotel ich untergebracht bin. „I forgot the name“ ist meine Standardantwort seit ich alleine durch die Welt reise. Als wäre das nicht Signal genug, dass ich gerade und grundsätzlich kein Interesse an seinem alten Arsch habe, ließ auch er nicht locker. Wann ließen die jemals locker? Er faselte irgendwas davon, dass ihm die ganze Insel gehörte. Ich richtete meine gespreizte Hand gen sein Gesicht und sagte: „Sorry, sir, i don’t want to talk right now, ok? I’m tired and I just want you to leave me in peace.“ Er fuhr davon. Erstaunlich.

Das Abenteuer geht weiter

Nicht ohne Weiteres fand ich schließlich mein Hotel. Es war sehr schön, der Garten sogar paradiesisch. Die Schilder zeigten eine Makaka mit Banane. „Warnung: Geben Sie Acht auf Ihre Wertsachen!“ Erst dachte ich, das sei ein Witz oder eine Art Meme. Bis ich am nächsten Tag in einem Restaurant eines Besseren belehrt wurde.

Auf ernst aber

Es war noch relativ früh in der Nacht und ich habe, meiner Ansicht nach, noch nicht genug Abenteuer erlebt. Schließlich wollte ich ja auch die kurze Zeit auf der Insel, die ich hatte, nutzen. Also fuhr ich los. Außer mir war sonst kaum jemand unterwegs. Ich wollte wissen, ob ich um die Uhrzeit noch Bier in Malaysia kaufen konnte. Konnte ich. Im 7-eleven in der Nähe des Polizeireviers (falls ihr mal auf Pulau Pangkor seid und auch Bock auf Bier habt). Dann fuhr ich einfach so umher. Es war stockdunkel, Laternen gab es nur selten auf der Strecke.

Da ist er wieder: der bärtige Alte

Lange ließ der Bärtige von vorhin nicht auf sich warten. Er fuhr mir nach, laberte mir während der Fahrt voll, ich verstand nicht, was er von mir wollte. Egal, ob ich langsamer fuhr und zurückblieb oder überholte und auf die Tube drückte. Er verpisste sich einfach nicht. Ich bereute relativ schnell, mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben. Aber ich wollte es offenbar nicht anders.

Er: ein einheimischer Mann, der die letzten 500 Jahre Zeit hatte, um diese Insel in und auswendig zu lernen. Ich: eine Touristin ohne Orientierung. Auf einer fremden Insel in einem fremden Land. Ich malte mir aus, was ich tun würde, wenn es darauf ankäme. Der Alte eskortierte mich durch ganz Pulau Pangkor. Kein Witz. Er war sich nicht zu schade dafür. Was er damit erreichen wollte, weiß ich nicht. Falsche Überfürsorge, weil die Straßen auf der Insel recht hügelig sind und er einer weißen Frau nicht zutraute, zurechnungsfähig auf ihnen fahren zu können? Vielleicht war das ja gar nicht so realitätsfern.

Top. Ich verirre mich nachts im Wald

Zwischendurch, wenn ich abgebremst habe, wartete er hinter der nächsten Kurve auf mich. Als ich vorüberfuhr, versuchte er mich anzuhalten. So um die drei bis vier Mal. Wann würde diese Strecke endlich enden? Ein weiterer Versuch zurückzubleiben. Dummerweise hör ich nicht genau raus, was mein Navi sagt – und biege falsch ab. Jetzt bin ich allein im tropischen Wald. Fick mein Leben.

Nach langem Hin und Her fand ich den Weg hinaus. Wieder war der bärtige Alte dicht hinter mir. In der ersten Menschenmenge verlor ich mich dann nachhaltig. Dummerweise war das ganz in der Nähe meines Hotels. Er würde mich safe finden, wenn er wollen würde. Das gelbe Moped erkennt man nämlich von Weitem. Auch im Dunkeln. Dass der Typ nicht meine größte Sorge werden würde, hätte ich an dem Abend wahrscheinlich nicht mehr vermuten können.

Der perfekte Tag: Strand, Affen, Ananassaft

Der Start in den nächsten Tag war perfekt. Ich machte einen langen Spaziergang am Strand, war baden und aß zu Mittag. Bestellte mir frisch gepressten Ananassaft. Während ich ihn genoss und meine Enge-Freunde-Stories postete (diesmal bin ich irgendwie paranoid, dass Leute meinen Aufenthaltsort erfahren, die es nicht erfahren sollten), tauchte er aus dem Nichts auf: Der Affe, der meinen Saft quer über den Tisch schmetterte und ihn auf dem ganzen Tisch verteilte. Ich schrie auf, denn der Affe kam unerwartet. Als er auf meinem Tisch saß, schöpfte er den Saft in seine kleinen Pfoten und trank ein, zwei Schlucke. Ehe ich mir einfiel, ihn zu filmen, war er auch schon längt über alle Berge.

Da es wieder hell war, und ich plötzlich Dinge sehen konnte, die ich nachts nicht in der Lage war zu sehen, stellte ich fest, dass mir der Rollervermieter auch noch einen defekten Helm gab. Der war in der Mitte komplett gespalten. Komplett. Gespalten. Ich forderte ihn dazu auf, mir einen normalen zu geben. Er tat dies sogleich und entschuldigte sich für alles, was er mir angetan hat. Unterkühlt bedankte ich mich.

Ich war wohl nicht die Erste, die es auf der Insel Pulau Pangkor hingefetzt hat…

Es passiert…

Es ging weiter zu den Wasserfällen. Auf dem Weg dahin passierte der Unfall. Ich weiß immer noch nicht, wie. Ich verlor die Kontrolle über das Moped und wusste ziemlich schnell, dass ich in den Arsch gekniffen bin. Denn ich trug eine kurze Hose und ein Top und landete mit einem lauten Knall – und wahrscheinlich auch Schrei – auf der Schnauze. Der Roller lag auf mir. Ein Mann, mit dem ich kurze Zeit davor im Gespräch war, rannte mir zu Hilfe. Keine Ahnung wie er dort hin kam.

Was kurz nach dem Unfall mit mir passiert

Ich liege auf der Erde, es rauscht und dröhnt in meinen Ohren. Mein Puls ist hörbar. Ich spüre überall am Körper ein ganz merkwürdiges Kribbeln, wie wenn ein Bein gerade einschläft. Nur dermaßen intensiv, dass es schon weh tut. Am Boden liegend frage ich den Mann: „Is my face ok?“ Dann schau mein Bein an. Es sieht böse aus, die erste Blutwelle bahnt sich aus den Poren an. Keine Knochen zu sehen. Schon mal gut. Schmerzen spüre ich nicht. Nur die Gewissheit, dass sie bald kommen.

Ich kann ein paar Sekunden lang nicht atmen. Mich nicht artikulieren, nicht aufstehen, bis mich drei Männer aufheben und auf eine Anhöhe setzen. Ich schau mir meinen Arm an. Das sieht richtig böse aus. Ich habe wohl den ganzen Weg, den ich geschleudert wurde, mit meinem Ellbogen abgebremst. Was mir fehlt, weiß ich nicht. Ich spüre Hitze, Kälte und fange vor Schmerz an zu heulen wie ein wilder Wolf.

Ich baue einen Unfall auf meiner Reise durch Pulau Pangkor – und lande im malaysischen Krankenhaus
Sorry für den abgefuckten Sound (hab ihn isoliert, weil im Hintergrund die Waschmaschine lief).

Der Mann, den ich bereits kannte (von ihm erzähle ich euch ausführlicher in dem eingebetteten YouTube-Video), und ich entscheiden, was wir jetzt mit mir machen. Er ruft seine Freunde an. Die kommen binnen 5 Minuten angefahren. Ein Mädchen versorgt meine Wunde. Ich schreie und weine wieder wie ein Tier vor Schmerzen. Was passiert jetzt mit mir? Ist was gebrochen? Keiner kann es mir sagen. Die vier Freunde sind nämlich Rettungsschwimmer und keine Sanitäter oder Ärzte. Wir entscheiden uns, den Krankenwagen zu rufen, weil es mir irgendwie immer beschissener geht. In der Zwischenzeit halte mich selbst und die anderen bei Laune mit sauschlechten Witzen. Es hilft mir. Zwischendurch muss ich vor Schmerzen schreien.

!!!Trigger-Warnung: eklige Bilder von offenen Wunden.

Mit Tatütata durch Pulau Pangkor

Die Fahrt zum Krankenhaus ist spaßig. Der Doc stellt mir mit ruhiger, sanfter Stimme Fragen fürs Protokoll. Wir unterhalten uns auch über Privates. „Wenn Sie mit einer anderen Person reisen würden, würden Sie sich jetzt nicht so schlecht und allein fühlen“, sagt er vorsichtig. Ich weine unkontrolliert wie ein kleines Mädchen. Schlechter Zeitpunkt, Doc.

Im Krankenhaus werden meine Wunden gereinigt und die Steinchen / Sandkörner mit einer Pinzette aus dem Fleisch gezogen. Ohne Narkose, versteht sich. Die jüngere Krankenschwester sagt irgendwas und verpasst mir eine Spritze. Ich verstehe sie nicht. Also frage ich den Arzt, ob das ein Schmerzmittel sei. Er sagt nein. Es sei eine Impfung gegen Tetanus. Ich sage: Ich habe bereits zwei. Er schweigt.

Wie lange das her ist, will er wissen. Schon so ein paar Jahre, sage ich. Er ist sichtlich erleichtert. Man habe mir eine Dosis verabreicht, die man wohl ein Mal jährlich verabreicht bekommen kann. Irgendwie so. Ich vertraue ihm, ich habe keine andere Wahl. Ich glaube an alles, was er entscheidet. Weil ich meinen Körper und Geist auf eine schnelle Genesung einstellen will. Wenn er die Leute so heilt, dann wird das richtig sein. Ich spüre, dass ich diesem Mann voll und ganz vertrauen kann.

So wunderschön endete der Abend dann: ich am Leben, mit Blick auf meinen lang ersehnten Sonnenuntergang

Wie viel Glück kann man eigentlich haben?

Wenn ich jetzt, knapp zwei Monate später, darüber nachdenke, dann sehe ich mehrere Fehler: ich habe meine Erlebnisse in Malaysia zu schnell konsumiert. Durch den Unfall wurde mein Leben derart ausgebremst – das wirkt bis heute nach. Des Weiteren habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und hatte wahrscheinlich auch nicht genug Respekt vor dem Fahrzeug.

Glück gehabt hingegen habe ich damit, dass ich den defekten Helm etwa 10 Minuten bevor es knallte, ausgetauscht bekommen habe. Ich würde sonst nicht leben. Meine Sonnenbrille zersprang auch so schon in mehrere Teile und ich habe bis heute eine Narbe auf der Augenbraue. Ich habe mir nichts gebrochen oder gerissen. Das ist sowas von crazy. Da ich derzeit wieder moppelig bin, denke ich, dass mein Fettgewebe mich hat richtig weich landen lassen. Naja, den Umständen entsprechend. Jedenfalls kann ich seit wenigen Tagen wieder normal gehen; und das mit sehr geringem Schmerzpegel. Ich weiß nicht, warum Gott mich so sehr liebt.

Das Moped hatte nicht einen Kratzer. Der Rollervermieter bekam vom Unfall mit und schrieb mir, als ich noch im Krankenhaus war. Er wollte das Ding abholen, weil er schon die nächste Mieterin gefunden hatte. Ich hatte kaum Zeit, im Hotel meine blutverschmierte Kleidung abzulegen – schon stand er vor meiner Tür und hetzte.

Ich denke, ich mach hier mal einen Punkt. Alle weiteren Details hab ich euch im Video erzählt. Teilt doch gerne in den Kommentaren hier oder auf Insta, Tiktok, Facebook, Whatsapp oder whatever, eure Erfahrungen, falls ihr ähnliche hattet, was ihr von dem Ganzen haltet und ob ihr irgendwie anders gehandelt hättet als ich. Passt auf euch, hört auf euer Bauchgefühl, fahrt vorsichtig.

Kuss, Madlen.

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Reisen

Malaysias gut gehütetes Geheimnis: Taiping

Taiping döste vor sich hin. Eigentlich genau das, was ich nach meinem Unfall brauchte. Die Stadt, gebettet in eine grüne Berglandschaft, hat eine sehr überschaubare Hotelauswahl, das älteste Museum Malaysias, das älteste Gefängnis des Landes (direkt gegenüber), einen gigantischen Park samt Zoo sowie eine beachtliche Tier- und Pflanzenvielfalt.

Wer Taiping wirklich hautnah erleben möchte, sollte sich auf seinen langsamen Rhythmus einstellen. Es gibt hier keine Touristen weit und breit. Demnach sprechen auch bei Weitem nicht alle Einheimischen Englisch. Die Stadt ist auf ihre Einwohner ausgerichtet. Die Strukturen sind für uns Reisende recht unübersichtlich, was den Ort in meinen Augen allerdings besonders reizvoll macht. Ein kleiner Hinweis an alleinreisende Frauen: ihr werdet hier noch mehr auffallen, als an anderen Orten Malaysias.

Streetfood-Meile und Erdbeervodka

Besonders gefallen hat es mir, auf der Food Avenue zu essen. Sie ist wie eine riesige Streetfood-Halle. Die chinesische Küche dominiert hier zwar deutlich im Angebot, aber es finden sich Leckereien aus allen drei Hauptkulturen des Landes. Sogar thailändische Gerichte sowie auch portugiesische Törtchen kann man hier genießen.

Direkt nebendran gibt es Bars und Bistros. In einer davon probierte ich Soju, eine Art Vodka aus Korea mit Erdbeergeschmack (aber auch zig anderen Geschmacksrichtungen), von dem man angeblich todesbesoffen werden soll. Der Kellner warnte mich mit besorgtem Blick. Er meinte, sinngemäß, ich würde danach nicht mehr auf mein Leben klar kommen – allerdings erst eine Stunde nach der Einnahme. Auch meine (Stief-)Schwester riet mir zur Vorsicht, nachdem sie meine Enge-Freunde-Story gesehen hatte. Ihre Worte lauteten in etwa: „Wenn etwas nach Saft schmeckt und ,Vodka‘ im Namen trägt, kann es dich auch mal auf den Mond katapultieren.“ Ich vertraue der Frau. Sie weiß, wovon sie spricht.

Ich bestellte ein Fläschchen, war aber auf der Hut. Vor allem nachdem der Kellner so schockiert darauf reagierte, dass ich mir eine ganze Flasche reinpfeifen würde. Deshalb ein kleines Schlückchen nach dem anderen und zwischendurch auf die Reaktion des Körpers achten. Eine Basis hatte ich mir zuvor angefuttert. Aber nach einer Flasche war ich immer noch so nüchtern wie vorher. Gott sei Dank, dachte ich mir, ging zurück ins Hotel und schlief. Bereits zum zweiten Mal an diesem Tag.

Taiping: Das unternahm ich am Vormittag

Denn nach dem Besuch des Lake Gardens Parks (Eintritt frei) und anschließend des Perak Museums (Eintritt: 5 Ringgit) war ich so platt, dass ich erst einmal ein mehrstündiges Mittagsschläfchen einlegte. Im Zoo war ich nicht. Ich wollte mehr Malaysia und weniger Attraktionen. Ich wette, der Zoo dort ist so krass, wie die Einheimischen erzählen. Aber bei Zoos bin ich mittlerweile vorsichtig. Ich bin mir derzeit nicht sicher, was ich grundsätzlich von ihnen halten soll. Und bis ich diese Frage für mich beantwortet habe, gehe ich nicht hin.

Richtig schön an Malaysia finde ich die vielen Begegnungen mit wilden Tieren, die hier in freier Natur leben. So auch im Lake Gardens Park. Ich sah schneeweiße Kraniche oder Reier – die laufen übrigens auch überall in der Stadt umher –, Störche, Fische, Schildkröten, rote Libellen, leuchtend blaue Vögel, Nashornvögel, riesige Warane – gleich zwei Stück –, jede Menge freche Affen, Schmetterlinge und intensiv nach Honig duftende Blütenbäume.

Es war wunderschön, aber die Folgen meines Rollerunfalls hielten meine Mobilität und somit auch meine Möglichkeiten in Grenzen. Das Perak Museum lag übrigens nur etwa 15 Minuten Fußweg von den Waranen im Park entfernt. Kein ungefährlicher Weg. Dort traf ich einen Holländer, der YouTube-Videos drehte. Mich filmte er ebenfalls. In der Sequenz, die jetzt die YouTube-Runde macht, mansplaint er lediglich das, was er mir zwei Minuten zuvor bereits off camera mansplaint hatte. Er fragte weder nach meinem Namen noch nach Erlaubnis, mich zu filmen, noch sonst etwas. Hatte wohl Ausdrucks- und Redebedarf. Er geleitete mich bis zur Museumskasse und lud mich auf ein späteres Getränk ein. Ich lehnte dankend ab und machte mich aus dem Staub.

Kultur und Historie: Das Museum von Taiping

Ab ins Museum. Dieses gibt einen schönen, tiefen Einblick in die Kulturgeschichte der Region. Es zeigt die indigenen Völker der malaysischen Halbinsel, die Orang Asli – wörtlich übersetzt „ursprüngliche Menschen“. Gezeigt werden ihre hochentwickelten Jagdtechnologien und Musikinstrumente. Am meisten beeindruckten mich eine Eichhörnchenfalle und eine Flöte, die man mit der Nase spielt.

Darüber hinaus gab es Einblicke in traditionelle Trachten und Gesellschaftsspiele. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Malaien ein sehr verspieltes Volk sind. Ihnen steht viel Unterhaltung zur Verfügung. Sie können relativ kostengünstig ihr eigenes Land bereisen, dabei unzählige Attraktionen nutzen und offenbar auch ohne Alkohol und Drogen richtig gut Spaß haben. Nicht so wie eure Vodka-Prinzessin Madlen 🙂

Spaß. Ich detoxe mehr, als ich es jemals zugeben würde.

Taiping: Eigentlich wollte ich auf den Berg Bukit Larut

Der nächste Tag brach an. Der Tag meiner Weiterreise. Ich erfuhr von der Möglichkeit, mit einem staatlichen Jeep auf den Berg Bukit Larut zu fahren. Von dort aus soll die Aussicht absolut wild sein. An meinem letzten Tag in Taiping hatte ich vor, mir das genauer anzusehen. Die Jeeps fuhren allerdings nicht mehr. Ich kam wohl zu spät. Um 11 Uhr vormittags. Obwohl die laut Stundenplan bis 17 Uhr fahren. Die dort arbeitenden Personen machten Mittagspause und schlugen mir den darauffolgenden Tag vor. Ich aber war auf dem Sprung und wollte weiter in die Cameron Highlands. Daher verzichtete ich auf den Bukit Larut, auch wenn es weh tat.

Der Taxifahrer, der mich zum Busbahnhof brachte, gab mir (oder besser gesagt nun euch) einen Tipp: vorab online buchen. Das ist angeblich möglich, meine Recherchen führten allerdings ins nichts. Vielleicht werdet ihr ja fündig. Solltet ihr mal dort sein, würde ich den Trip auf den Berggipfel so früh wie möglich buchen. Am besten ein paar Tage im Voraus und zwar direkt da an der Kasse. Sicher ist sicher. Ansonsten besteht die Möglichkeit, hochzuwandern. Das soll allerdings ziemlich anstrengend sein. Ich wäre die Erste, die das gerne gemacht hätte, aber mit meinen bereits erwähnten Verletzungen ging das schlicht und einfach nicht.

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Die geilsten Kunstausstellungen im Juni 2026

Heute landete etwas schönes in meinem Google-Discover-Feed. Die Frankfurter Allgemeine publizierte eine Gesamtübersicht über die Kunstausstellungen im Juni. Davon habe ich mir ein paar rausgepickt, die ich selbst sehen wollen würde. Das Auswahlkriterium: in der Region um Baden-Württemberg, oder mit einer zumutbaren Wegdauer.

Juni 2026: Kunstausstellungen in Frankfurt

  • Caricatura Museum: Stricheln und Sticheln. Satire in der Krise der Demokratie; Das kann nur Perscheid (bis 7. 6. LETZTE CHANCE!) hab’s tatsächlich schon gesehen. Sehr sehr geil wie immer. Du gehst rein zum Schmunzeln und gehst ganz geladen raus. Perscheid ist extrem kreativ. Nach dieser Ausstellung würde ich seinen Humor garantiert wiedererkennen.
  • Des Weiteren würde ich mir das Ikonenmuseum ansehen: Die Ausstellung heißt „Ikonen auf dem Weg“. Schätze aus dem Bode-Museum Berlin (bis 30. 8.)
  • Fotografie Forum: Gen Z. Shaping a new gaze (bis 30. 8.)
  • Städel Museum: Bruegel. Printed (18. 6. bis 20. 9.); Elmgreeen & Dragset. Stillleben mit Gemüse (bis 17. 1. 27); Monets Küste. Wobei mich Monets Küste gar nicht bockt. Ich weiß nicht, ob ich es euch hier schon mal gestanden habe, aber ich bin ein richtiger Hater, was Landschaftsmalerei angeht. Macht mich einfach aggressiv. Würd ich mir nicht reinziehen, auch wenn ich Monet mag. Naja. Vielleicht ja doch und vielleicht werde ich meine Meinung ändern.
  • Weltkulturen Museum: Sheroes. Comic Art from Africa (bis 30. 8.)
Caricatura Museum in Frankfurt am Main. Eines meiner Lieblingsmuseen
Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main. Neben dem Städel eine meiner Lieblingsadressen in FFM. Copyright: Caricatura Museum Frankfurt

Ich vermisse Frankfurt für die üppige Kunstvielfalt. Aber auch in Baden-Baden geht im Juni die Post ab.

Ausstellungen in Baden-Baden

Let’s go nach Freiburg, Ludwigshafen und Mannheim

Freiburg: Augustinermuseum: Zukunfts(t)räume. Museum im Wandel (bis 21. 2. 27)

Ludwigshafen: Wilhelm-Hack-Museum: Politik am Küchentisch. Ernährung in der Gegenwartskunst (bis 4. 10.), einfach weil ich finde, dass das Hack-Museum, vor allem für eine Stadt wie LU, ein wirklich tolles Museum ist.

Mannheim: Kunsthalle: Alexander Tillegreen (bis 10. 1. 27); Fokus Sammlung: Neue Sachlichkeit (bis 31. 12.); La vie moderne (bis 5. 7.). Da interessiert mich persönlich vor allem die Neue Sachlichkeit. Technomuseum: Crime. Die Technik des Verbrechens (25. 6. 26 bis 27. 6. 27)

Kunstexplosion im wunderschönen München

München, Alte Pinakothek: Stolzer Strauß und wütender Tiger. Tierbronzen des 19. Jahrhunderts (bis 11. 10); Wie Bilder erzählen: Storytelling von Albrecht Altdorfer bis Peter Paul Rubens (bis 5. 7.). Da hab ichs natürlich auf den Altdorfer abgesehen. Ja, München ist bisserl weit weg, aber eine Reise dort hin lohnt sich immer. Vor allem kann man das ja mit einem anschließenden Besuch im Lenbachhaus kombinieren, was für mich ein absolutes Must-see ist, jedes Mal, wenn ich in München bin.

Ansonsten habe ich vor, in Straßburg das Museum der schönen Künste zu besuchen. Das ist mein Plan für die nächsten Tage.


Quelle: faz.net

Titelbild: Ausstellungsansicht „Wettstreit mit der Wirklichkeit“ im Museum Frieder Burda, Foto: Jigal Fichtner

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Kunst

Alles, was du über meine Kunst nicht wissen wolltest

Vermutlich ist das Erste, was man in meinen Bildern wahrnimmt, die Farbe. Dann die Kommunikation darin. Sie besteht zwischen den einzelnen Farben, zwischen den Charakteren. Wenn ich etwas Abstraktes mache, besteht sie auch zwischen den gegenstandslosen Elementen. Zumindest mache ich so lange an ihnen rum, bis es sich für mich danach anfühlt.

Dieses regelmäßige Malen (und Kleben) kam schrittweise in mein Leben. Jetzt ist es die Luft, die ich zum atmen brauche. Das Ventil, durch das ist jede erdenkliche Scheisse verarbeite: Journalismus zum Beispiel ahaha oder Depressionen, oder anderweitigen Schmerz, den mir die Welt manchmal zufügt. Alles, was nach außen will.

Das Material, mit dem ich arbeite

Ich arbeite mir verschiedenen Papiersorten. Gerne fester. Rau, glatt, aquarellig, mit etwas gröberer Struktur. Bei den Bildträgern experimentiere ich gerne mit Sperrholz oder Leinwand. Sperrholz ist verhältnismäßig leicht und lässt sich ganz wunderbar bekleben, besprühen oder bemalen. Leinwand ist ein Klassiker. Am geilsten finde ich es, wenn Papier auf Holz klebt.

Eine bestimmte Sperrholzart, die ich immer und immer wieder verwende kenne ich aus dem Aufenthaltsraum meiner alten Schule. Die Wände wurden eines Tages komplett damit beschlagen. Jedes Mal, wenn ich den Duft frischer Bretter rieche, fühle ich mich wieder in diesen Raum hineinversetzt. Dort herrschte immer eine freie und friedliche Stimmung. Je länger der Raum mit den Brettern beschlagen war, desto mehr Kritzeleien, Sprüche und Penisse fanden sich auf den Wänden wieder. Es war fabelhaft. Da wurde viel mit Kugelschreibern gearbeitet, Edding, Aufklebern… Jeder, wie er wollte. Irgendetwas löst das in mir aus.

Ein bisschen zum Entstehungsprozess meiner Kunst

Meine Bilder entstehen oft impulsiv, seltener geplant – kommt aber auch vor. Wenn ich eine Idee habe, muss sie raus, bevor ich sie verliere. Manchmal setze ich mich auch aus Langeweile hin. Manchmal, weil ich mich ein bisschen zu meinem Glück zwinge.

Ich arbeite recht schnell. Als ich Comic- und Karikaturzeichnen gelernt habe, lernte ich die Spontaneität und Leichtigkeit der Bewegungen mit. Das schätze ich bis heute, weshalb meine Charaktere auch viel comichaftes haben. Nicht nur, weil sie nur aus wenigen Strichen bestehen und flach gehalten sind, sondern auch wegen des charakteristischen, meist schwarzen, Outline.

Bei den Portraits, die in etwa zu 95 Prozent aus Fantasiegestalten bestehen, lasse ich meistens den Pinsel oder den Bleistift führen. Bin selbst immer gespannt, wer dabei rauskommt. Die restlichen 5 Prozent (früher war es genau andersrum) male ich heimlich aus dem echten Leben, zum Beispiel, wenn ich Zug fahre.

Kunstgeschichte nimmt Einfluss auf meine Experimente

Dank des kunsthistorischen Studiums am KIT erfahre ich immer wieder von neuen Methoden und probiere sie aus. So habe ich es etwa mit dem Visualisieren und dann malen probiert. Das war überragend. So gewinnt nicht mehr der Stift die Überhand, sondern dein Geist. Bei den abstrakten Dingern gehe ich nach Kandinsky. Zwar in den aller meisten Fällen ohne Musik, aber der Mann hat so viele gute Gedankengänge mit der Welt geteilt, dass auch ich die Möglichkeit habe, nach ihnen die Farben, Formen und dessen Einwirkung aufeinander – und vor allem auf mich selbst – zu spüren. Und das ist ein sehr schöner und spaßiger Prozess.

Arbeitsweise und beschissene Körperhaltung

Ob ich kontrolliert male oder losgelöst? Je nach dem, was meine Seele verlangt. Wenn ich jedenfalls schlecht gemalt habe, wird das Ding zerschnitten. Die Zuschnitte werden für andere Zwecke verwendet.

Meine Arbeitsweise: Ich sitze auf dem Boden meines Wohnzimmers, der regelmäßig mit Aceton gereinigt werden muss, wegen der ganzen Farbflecken. Um mich herum ein Meer aus verschiedenfarbigen Papieren, die ihren Trocknungsprozess antreten. Hier bereite ich die Hintergründe vor. Im Wohnzimmer passiert quasi alles, was mit Acrylfarbe zu tun hat. Auch einige Portraits.

Da trocknet was…

Im Arbeitszimmer hingegen zeichne ich die comichaften Marker-Zeichnungen. Erst mit Bleistift vorzeichnen, dann Edding. Shoutout an Edding (unbezahlte Werbung). Ich feier die permanenten Marker jeder Form und Größe und neuerdings habe ich auch mal eine Sprühdose ausprobiert. Sie war überragend. Hab sie an einem Vormittag vollständig versprüht. Im Arbeitszimmer mache ich zudem noch die Papierzuschnitte. Im Bett loche ich manchmal die Mini-Blöcke.

Während des Malprozesses höre ich wahnsinnig selten Musik. Ich denk da einfach nie dran. Dabei habe ich eine ganz furchtbare Körperhaltung. Manchmal, wenn ich zu lange auf dem Boden rumsitze, wird mir richtig schlecht. Ist das normal?

Meinungen aus der Außenwelt

Am meisten und am liebsten male ich Gesichter. Und mir ist scheiß fick egal, ob alle die Schnauze voll davon haben. Oder ob es irgendjemanden stört, dass die meisten Charaktere ernst gucken. Seit meinem Interview mit Elena Politowa, weiß ich, was das Richtige für mich ist. Ich liebe Gesichter, ich verliebe mich erst ins Gesicht und dann den Charakter dahinter. Ich hab Bock sie zu malen, ich fühls einfach. Sie sind ernst, weil: Habt ihr bei uns in Deutschland schon mal Leute gesehen, die nicht auf Crack sind und lachend durch die Straßen laufen? Ich auch nicht.

Wenn die Ernsthaftigkeit in meinen Bildern euch stören sollte: Ich nehme auch Aufträge an. Da könnt ihr bestimmen, was ich male. Haut mich einfach an. Momentan bin ich relativ schwer zu kontaktieren, da ich Social-Media-mäßig ein wenig detoxen will. Aber wer sucht, der findet. Dafür hab ich plötzlich viel mehr Zeit für avecMadlen. Demnächst kommt hier ein Onlineshop, in dem ihr fertige Arbeiten kaufen werden könnt.

Signatur und Markenzeichen

Immer häufiger kommt Meine Schrift in den Bildern vor. Neongelb halte ich auch für eines meiner Wiedererkennungswerte, obwohl die Welt der Gegenwartskunst recht voll davon ist. Nicht voll genug, wenn ihr mich fragt. Diese Farbe macht mich mit ihrer Leuchtkraft ganz wuschig. Kandinsky hätte Neongelb gefeiert. Safe.

Meine Bilder sind mit Seriennummern versehen und ich stempel sie auf der Rückseite mit Madlen Romanowna. Also mit meinem echten Namen. Ich bin zwar in der Welt der Medien als Madlen Trefzer bekannt, aber ich hasse diesen Namen, deshalb verwende ich Romanowna, wo ich kann. Es ist der Vatersname, den wir Russen (und andere) von den Vornamen unserer Vätern übernehmen. Mein Vater heißt Roman. Mein voller Name, so wie er im Ausweis steht, lautet Madlen Romanowna Trefzer. Geboren wurde ich mit einem anderen Nachnamen, den ich vielleicht wieder annehme.

Es gibt ein bild, das ich nicht verkaufen würde. Es ist sehr simpel. Ein Kopf, besser gesagt die Silhouette eines Kopfes. Ohne Gesicht. In zartem Neongelb auf Lila Leinwand. Ich liebe es. Ich will es auf z wei ganz bestimmte Arten von Postkarten sehen. Die Farben sind perfekt füreinander. Der Kopf ist leicht geknickt, das ganze wirkt so zart und poetisch. Geb ich nicht her. Es gibt aber Einige, die ich nicht hergebe.

Wie dem auch sei. Freut euch auf den schon sehr bald kommenden Online-Shop. Wenn das Behördliche durch ist, geht es los.

Ich küsse euch,

eure Madlen

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