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Ballett-Gala Baden-Baden: Die Sprache der Seele

Die schwere Struktur des roten Samtvorhangs wird von den Scheinwerfern erleuchtet. Acht kleine Spalten zwischen seinem Ende und dem Boden der Bühne gewähren einen Einblick in das Blaue, noch Undefinierbare, das sich dahinter verbirgt. Wenn ich mich im Saal des Theaters in Baden-Baden umsehe, zähle ich viele Fächer und hin und her wedelnde Programmblätter und spüre die heiße Sommerluft. Jeden Moment geht es los.

Vorhang auf im Theater Baden-Baden

Dann fällt der Vorhang. Nach und nach füllt sich die Bühne mit sechs, dann zwölf, dann 18 Grazien, die das Publikum mit ihrem synchronen Tanz in den Bann ziehen. Das Bühnenbild bleibt fast vollständig leer. Nichts lenkt ab. Die Leere scheint mir gewollt. Sie gibt den Tänzerinnen und Tänzern den Raum, jede Bewegung, jede Geste und jede Emotion in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit den ersten Takten beginnt eine Reise ohne Worte. Zartheit, Freude, Liebe, Schmerz, Sehnsucht. Sie liegen sowohl in den Choreografien, als auch in den Gesichtern der Tänzerinnen. Selbst die kleinsten Ballerinas erzählen mit ihrer Mimik Geschichten. Sie wirken konzentriert, stolz, einfach entzückend. Es ist, als würden sie das Publikum an die Hand nehmen und in ihre Welt führen. Vor allem der putzige Dalmatiner wird kaum einem Zuschauer aus dem Sinn gehen.

Emotionale Momente während der Ballett-Gala in Baden-Baden

Als die beiden Mädchen, die ich wenige Tage zuvor im Interview kennengelernt hatte, die Bühne betreten, trifft mich die Aufführung mit voller Wucht. Ich wartete bereits auf Mashas und Victorias Auftritte. Nach meinem Gespräch mit Masha Pavlova war ich so überwältigt davon, wie reflektiert und weltoffen sie mit ihren 14 Jahren auf mich wirkte. Wie elegant sie sich artikulieren konnte. Als ich sie während der Ballett-Gala auf der Bühne sehe, erscheint sie mir in einem ganz neuen Charakter: So schwebend und mit dieser glänzenden Hoffnung in den Augen, während sie, wie sie selbst sagte, eins mit der Musik wird.

Und dann das erste Highlight: Die beiden Mädchen tanzen zusammen auf der Theaterbühne.

Masha Pavlova und Victoria Thomas auf der Theaterbühne bei der Ballett-Gala in Baden-Baden.

Immer wieder entstehen Momente, in denen der Saal den Atem anzuhalten scheint. Einer davon ist die „Sehnsucht nach Vergangenheit“. Es geht dabei um eine erwachsene Ballerina, die ihrer Jugend gedenkt. Die Blicke zwischen den beiden Tänzerinnen wirkten so intensiv, dass sie fast greifbar werden. Die Choreographie ist ruhig, mit Bedacht. Kein Wort fällt. Es braucht keines. Jede Bewegung erzählt, wo Sprache gar nicht greifen kann.

Gänsehaut-Momente mit Victoria Thomas als der „sterbende Schwan“

Der „sterbende Schwan“ hinterlässt besonders tiefe Spuren. Ein einzelner Lichtkegel zeichnet Victoria auf der dunklen Bühne. Jeder Flügelschlag ihrer Arme wirkt zerbrechlich, jeder Schritt wie ein letzter Versuch, sich gegen das Unvermeidliche aufzubäumen. Sie ist im Moment; und das Publikum hält den Atem an. 

Neben mir beginnt eine Frau zu weinen. Erst laufen mir die Tränen über das Gesicht, wenig später ihr. Irgendwann sitzen wir einfach gemeinsam in diesem Moment. Zwei Fremde, verbunden durch das, was auf der Bühne geschieht. Als die Musik verklingt, folgt der wahrscheinlich lauteste Applaus des Abends. Wie hat Victoria all das in weniger als drei Jahren gelernt? Das muss mir mal jemand genauer erklären.

Ich habe schon lange nicht mehr geweint. Weder bei klassischen Konzerten, noch in Ausstellungen und schon gar nicht im Theater. Sorry, Theater. Manchmal werde ich emotional, wenn ich vor einem Gemälde stehe, das ich seit meiner Kindheit kenne und es erstmals in Natura sehe. Das kann passieren. Aber Ballett? Das ergriff mich in einem unerwarteten Ausmaß.

Ballett-Gala: Ein Ensemble aus Lebensfreude und Tragödie

Immer wieder wechseln die Stimmungen. Das Programm ist dramaturgisch sehr gekonnt aufgebaut. So können etwa besonders empfindliche Menschen, sich von der Tragik erholen, während kleine Blümchen in bunten Tutus mit ihren fröhlichen Bewegungen wieder für ein kleines Schmunzelchen sorgen.

Kurz darauf sitzen geheimnisvolle Nymphen in einem dunklen Kreis. Eine nach der anderen tritt in die Mitte, tanzt, verschwindet wieder in der Gemeinschaft. Dann wieder füllt Lebensfreude die Bühne, Leichtigkeit löst Schmerz ab.

Wieder beeindruckt mich Victoria. Diesmal mit ihrem Stimmungskontrast. Einmal scheint jede Bewegung von Leid geprägt, im Stück „Giselle Variation“ strahlt sie jedoch wieder eine Leichtigkeit und Glückseligkeit aus, die den gesamten Raum verändert. Die Musik trägt all das.

Mehrere Stücke werden live von der Sopranistin Rebecca Mahfoudhi und der Pianistin Anna Stanimak begleitet. Auch zwischen ihnen und den Tänzerinnen entstehen wortlose Dialoge. Ein kurzer Blick, ein gemeinsamer Atemzug, ein Einsatz im genau richtigen Moment. Musik und Tanz verschmelzen zu einer einzigen Erzählung.

Die Menschen sind begeistert

Im Publikum sitzen viele Kinder. Manche warten voller Aufregung auf den Auftritt ihrer Schwester, Cousine oder Freundin. Andere verfolgen jede Bewegung auf der Bühne mit großen Augen. Während der Schlussapplaus immer lauter wird, springen die ersten Besucher auf. Standing Ovations.

Der Applaus will kaum enden. Menschen jubeln, rufen, klatschen minutenlang. Einen derart langen und lauten Schlussapplaus habe ich im Theater Baden-Baden bislang noch nicht erlebt. Ich war aber auch nicht bei jeder Aufführung. Es dauert, bis sich der Saal sich langsam leert. Viele verlassen ihre Plätze nur zögerlich. Manche lächeln. Andere wirken nachdenklich. Einige trocknen sich unauffällig die Augen. Die Hingabe, mit der alle Beteiligten diese Kunst auf die Bühne brachten, zeigt ihre Wirkung. 

Stefan Hammel, Sie sind ein Genie!

Wer Stefan Hammel schon ein Mal erlebt hat, spürt schnell, wie viel seiner Seele in dieser Arbeit steckt. Seine Leidenschaft endet nicht bei ihm. Sie lebt weiter in den Kindern, Jugendlichen und Tänzerinnen. Seine Impulse werden größer, weil sie von so vielen Menschen weitergetragen werden und diese Kunst am Leben halten.

Vielleicht war es auch dieses Gefühl, das mich so tief berührt hat: dass an diesem Abend etwas sichtbar wurde, das in Baden-Baden längst nicht mehr selbstverständlich ist eine große Balletttradition, getragen von Menschen, die sie mit Leidenschaft und Hingabe lebendig halten.

Der Vorhang schließt, die Gala neigt sich dem Ende

Als sich der Vorhang endgültig schließt, bleibt davon mehr zurück als die Erinnerung an einen gelungenen Galaabend. Es bleibt das Gefühl, dass manche Geschichten keine Worte brauchen.

Für mich ist es erstaunlich, was Stefan Hammel aus den Mädchen (es sind überwiegend Mädchen, aber nicht ausschließlich) rausholt. Im Tanz zeigen sie sich frei, diszipliniert, majestätisch. Die Choreographien, das Kostüm und das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen waren für mich ein Hinweis darauf, dass Hammel Frauen als die göttlichsten aller Geschöpfe sieht. Ich fand es richtig schön, wie stolz er bei unserem Interview erzählt hatte, dass bei ihm alle Bodytypes mittanzen. Diese Vielfalt an Körperformen, Charakteren, Temperamenten, Nationalitäten durch den Ballett vereint zu sehen, war ergreifend.

Besonders nach dieser Gala sehe ich ihn als „Человек с большой буквы“. Ich meine, durch den Tanz erkannt zu haben, wie er in den jungen Menschen, die in seine Ballettschule kommen, Anmut, Eleganz und Ausdruck ausbaut. Wie er Kinder zu Künstlern macht. Wie er den Theatersaal füllt, Standing Ovations und Zurufe der Begeisterung auslöst. Er lebt für die Kunst. Egal, wie sehr das manchmal wehtun kann (ich projiziere da an dieser Stelle einfach mal meine eigene Erfahrung und die vieler anderer, die für die Kunst leben, hinein.) Ich warte sehnsüchtig auf das nächste Konzert und bin schon ganz gespannt darauf, ob wir auch den Maestro mal persönlich auf der Bühne sehen.

In ewigem Applaus,

Madlen.

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Kunst

Hans Baldung in der Kunsthalle Baden-Baden

In der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden läuft derzeit die Sonderausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“. Wie der Name bereits verrät, steht dort alles im Sinne der Blumen. Ich habe sie mir genauer angesehen. Lohnt sich der Besuch? Ich finde: ja.

Hans Baldung Grien in Baden-Baden

Dort gibt es mehrere Highlights: etwa eine Duftschau im gleichen Raum, in dem Hans Baldung ausgestellt wird. Hans Baldung, Leute. In Baden-Baden. Ein Traum wird für mich wahr! Ausgestellt wird kein einfaches Werk, sondern eine Glasmalerei.

Das sogenannte Dorothea-Fenster entstand 1513 für den Kreuzgang des neu erbauten Kartäuserklosters am Johannisberg in Freiburg. Es gehört zu einer Serie monumentaler Glasmalereien, die für ihre Entstehungszeit ungewöhnlich großformatig waren und nahezu lebensgroße Figuren zeigen. Entworfen wurde das Fenster von Hans Baldung Grien (1484/1485–1545), der dabei mit dem Glasmaler Hans Gitschmann zusammenarbeitete und möglicherweise auch selbst an der Ausführung beteiligt war. Dargestellt ist neben der Heiligen Dorothea auch der Stifter Franz Wolfgang Graf von Zollern mit seinem Wappen.

Die Legende der heiligen Dorothea

Die Darstellung greift eine christliche Heiligenlegende auf. Während der Christenverfolgung im Römischen Reich weigerte sich Dorothea, einen heidnischen Mann zu heiraten, da sie ihr Leben bereits Christus geweiht hatte. Sie wurde deshalb zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung verspottete sie ihr Ankläger und forderte sie auf, ihm Früchte aus dem Garten ihres himmlischen Bräutigams zu schicken. Der Legende nach erschien daraufhin durch göttliches Eingreifen ein Knabe mit einem Blumenkranz und einem Korb voller Blüten, aus denen ein himmlischer Duft strömte. Das Wunder bewegte den Ankläger zur Bekehrung zum Christentum, worauf auch er hingerichtet wurde.

Diese Erzählung bildet den Ausgangspunkt für die Geruchsinstallation der norwegischen Künstlerin Sissel Tolaas. Sie gilt als Spezialistin für Gerüche, sammelt Duftmoleküle und verfügt über ein Archiv von rund 10.000 Gerüchen, die sie synthetisch reproduziert und zu neuen Kompositionen verbindet. Für die Ausstellung setzte sie sich mit der Dorothea-Legende sowie mit der Geschichte und den Herkunftsorten der historischen Glasfenster auseinander. Inspiriert vom wundersamen Blumenduft der Legende entwickelte sie eine Duftinstallation, die die jahrhundertealte Erzählung auf sinnliche Weise erfahrbar macht.

Aus diesen Boxen kamen die Duftmoleküle raus, wahrscheinlich mithilfe einer Zeitschaltuhr. Sehr spezifisch und cool, bin aber sowieso der größte Fan von Duftausstellungen.

Kunsthalle Baden-Baden: Ein Film über Blumen

Zudem gibt es noch einen Raum mit Videokunst von Jonas Mekas. Requiem heißt der Film und ist aus dem Jahr 2019. Eine 84 Minuten lange Videoaufnahme, die stellenweise etwas amateurhaft wirkt. Der Künstler nimmt Blumen auf während die Kameraführung teils verwackelt, teils dynamisch ist. Wie ich unschwer heraushören konnte, HASSTEN es zwei ältere Menschen, die neben mir im Raum saßen. Ich fands geil. Es erinnerte mich sofort an meine eigenen Blumenvideos auf TikTok und YouTube.

Das steht auf dem Ausstellungsschildchen zum Film: Über mehr als 30 Jahre hinweg filmte Jonas Mekas immer wieder Blumen und blühende Bäume in Städten und auf Wiesen mit seiner Sony-Videokamera oder einer Nikon-Kompaktkamera. Pflanzen und Blüten tauchen in seinen tagebuchartig erzählenden Filmen bestehend aus Alltagsszenen mit Freunden und Familie wiederholt auf. Im Film Requiem, seiner letzten Arbeit, überwiegen die Bilder der Blumen. Giuseppe Verdis Requiem ist eine Vertonung der Totenmesse, komponiert anlässlich des Todes des italienischen Dichters Alessandro Manzoni. An einigen Stellen lässt Mekas Verdis Musik mit Umgebungsgeräuschen seiner Filmaufnahmen überlagern.

So wirkte Jonas Mekas‘ Werk auf mich

Was mir sonst noch auffiel: Der Künstler baute im weiteren Verlauf des Videos Sequenzen von leidenden Menschen ein. Elend, Armut, Hunger und Krieg zeigten die Bilder. Das Ganze dramatisch von dieser Opernmusik begleitet, die eine sehr absichtsvolle Wechselwirkung mit der Kameraführung hat, wie ich finde. Mir zeigte der Film, wie die Schönheit der Blumen mit den hässlichen Taten des Menschen koexistiert. Auf ein und demselben Planeten. Und wie unabhängig vom Weltgeschehen Blumen gedeihen. Sein Video zeig ich euch an dieser Stelle nicht, dass müsst ihr euch schon selbst anschauen.

Ich war ganz aufgewühlt danach. Zudem erkannte ich, dass meine Blumenvideos erstens ausgebaut werden können und zweitens, dass die Zusammenstellung solcher Videos gewissermaßen ebenfalls einen künstlerischen Prozess durchläuft. Dadurch, dass ich sowas in der Art selbst mache, konnte ich die Vision des Künstlers deutlich spüren. Und ich habe mich natürlich auch gleich zu einem neuen Video inspiriert gefühlt:

#flowers #blumen #nature #positivevibes #summer #bloom

Und das ist etwas, was mir immer wieder begegnet: Wenn man Kunst macht, egal, ob man es gut kann oder nicht – völlig egal –, kann man viele Prozesse viel besser verstehen und sieht auch in der Kunst großer Schaffender mehr, als viele andere. Man versteht sie aus einer ganz neuen Perspektive oder entwickelt neue Gedanken.

Im gleichen Raum wie der Film hing eine florentinische Pietra Dura mit Verkündigungsbildern. Dadurch empfand ich die Ausstellung als sehr breit aufgestellt, quer durch die Epochen und Disziplinen der Kunst. Und alles hat mit Blumen zu tun. Obwohl die Ausstellungsräume der Kunsthalle doch sehr klein sind und eigentlich binnen fünf Minuten durchgesehen werden können.

Giovanni Battista Foggini, Einlegearbeit aus verschiedenen Halbedelsteinen in einem vergoldeten Holzrahmen, Florenz, 1720.

Fazit zur Ausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“

Die Schau hat mich sehr beschäftigt und mir auch ästhetisch zugesprochen. Ich bin glücklich darüber, dass dank des Umbaus im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe auch mehr Bewegung in die Baden-Badener Kunstszene kommt. Würde auch ein zweites Mal hingehen.

Die Ausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden läuft bis zum 10. Januar 2027.


Quelle: Historische Fakten den Ausstellungsschildern entnommen.

Hier gehts zu den Ticketpreisen der Kunsthalle Baden-Baden

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Kunst

Bianca Censori in Vanessa Beecrofts Highend-Peepshow

Ein Werk auf der Basel Art 2026, das mich auch Tage nach Messeschluss nicht loslässt. Die Installation trägt gleichzeitig keinen Titel und dennoch einen. Auf dem Ausstellungsschild stand: Untitled (Izanami). Das Werk stammt von der italienisch-amerikanischen Performancekünstlerin Vanessa Beecroft. Im Zentrum steht ein Film, in dem Bianca Censori die japanische Unterweltgöttin Izanami verkörpert. Die Arbeit wurde im Bereich der Unlimited-Halle präsentiert. Um sie zu sehen, stand ich etwa 25 Minuten Schlange. Hat es sich gelohnt? Ich nehme es vorweg: ja.

Werkbeschreibung Untitled (Izanami) von Vanessa Beecroft

Ich kam mitten im Film in den dunklen Raum. Das erste, was ich sah, war Bianca Censori auf dem Boden liegend. Ihr Po streckte sich dem Betrachter entgegen und war in hellblaues, wie Nylon wirkendes Material gehüllt. Im Hintergrund gingen Frauen, aneinandergereiht, von links nach rechts in kleinen Schritten. Die Gesichter waren nicht zu sehen, da in weißen Leintüchern gehüllt. Man sah nur die weißen Absatzschuhe und die zierlichen Beine. Die Szenen wechselten.

Die Architektur wirkte im gesamten Film wie ein verlassenes Hotel, vielleicht im Artdeco-Stil. Mal rekelte sich Bianca Censori auf einem der Hotelbetten, mal kroch sie langsam und auf allen Vieren durch die Gänge. Die Frauen mit asiatischem Aussehen begleiteten sie fast wie Schatten. Es gab Szenen auf dem Krankenhausbett, in denen die Protagonistin apathisch in die Leere Blickte. Dann weinte sie in die Kamera, was auf mich am stärksten wirkte, weil Bianca Censori die Emotion der Trauer meiner subjektiven Meinung nach am besten verkörperte. Ich fing irgendwann auch an zu weinen, weil es mich so durchdrang.

Künstlerin Vanessa Beecroft nimmt Bianca Censori in die Hauptrolle

Erotik zieht sich durch den gesamten Film

In den meisten Szenen war sie sehr erotisch aufgeladen. Ihre Bewegungen, ihre Kleidung, oder die vollkommene Abwesenheit dieser waren sehr wirkungsvoll. Nicht nur für den männlichen Betrachter, obwohl es vor allem die Männer im Zuschauerraum waren, die während der Nacktszenen sofort die Handykameras zückten. Das ließ die einzelnen Herren ein wenig erbärmlich wirken und ich habe Grund zur Annahme, dass dies von der Künstlerin gezielt inszeniert war.

Der gesamte Film war mit schöner japanischer Musik unterlegt, die von Szene zu Szene changierte. Meistens waren alle Frauen recht emotionslos. Dadurch wirkte die Sequenz, in der Bianca in die Kamera weint besonders markant. Ich meine, es war die einzige direkte Emotion, wie während des Films zu Stande kam. Die Wirkung entfaltete sich besonders, da der Blick direkt nach außen zum Betrachter kommunizierte.

Es wurde viel mit weißen Perücken (und mindestens einer roten) gearbeitet. Mal probierte sie die Protagonistin sie am Boden sitzend an, mal trugen alle Figuren die gleichen Haarteile. Ich starrte selbst lange apathisch in die Leere, als ich den Raum mit der Installation verließ. Mein erster Eindruck: Ein Wechselspiel zwischen Psychose und Highend-Peepshow, um es maximal plakativ auszudrücken. Zudem wirkte es auf mich recht Kanye-Coded. Doch dahinter steckt mehr.

Bianca Censori wird zum Kunstobjekt auf der Art Basel 2026. Mehr dazu auf avecMadlen.com #art #basel

Werkbeschreibung auf der Art Basel 2026

Der Google Lens KI-Modus hat sie hier für euch mal übersetzt:

Vanessa Beecroft Untitled (Izanami) 2025
Installation bestehend aus einem im Januar 2025 gedrehten Film, Ton, fünf Gipsplastiken, Krankenhausbett, Stuhl und Lampe; Filmdauer 32’32“.

„Untitled (Izanami)“ ist ein Film von Vanessa Beecroft mit Bianca Censori als Izanami und wird als Installation präsentiert, bei der ein Set aus dem Film Teil des Werks wird. Die Installation erweitert den Film in den physischen Raum mit fünf weißen Gipsplastiken – Liegender Körper, Taillenfragment, Beinfragment, Liegendes Torsofragment und Stehendes Torsofragment – neben einem Krankenhausbett, einem Stuhl und einer Lampe.

Der Film ist inspiriert von Persephones Abstieg in den Hades und neu angesiedelt in einem großen, halb verlassenen Hotel in der Nähe von Tokio. Angesiedelt in Japan und doch den griechischen Mythos aufgreifend, entfaltet sich der Film durch Ritual, Gefangenschaft und Transformation und deutet eine letzte Passage und Identifikation durch Dunkelheit an.

Vanessa Beecroft (geboren 1969 in Genua) ist eine Künstlerin, die in den Bereichen Performance, Skulptur, Fotografie, Film und Installation arbeitet, immer eingebettet in soziopolitische Kritik. Seit den 1990er Jahren stellt sie Frauen in inszenierten Tableaux Vivants und verschiedenen Medien dar. Beecroft lebt und arbeitet in Los Angeles.

Der Text ist wohl von Lia Rumma. Diese wird ebenfalls auf dem Ausstellungsschild erwähnt. So auch ihre Seite liarumma.com

Wir sehen: im Titel steht die japanische Mythologie im Vordergrund. Im weiteren Verlauf des Textes taucht aber auch die griechische auf. Eine solche Kombination ist mir persönlich noch nie untergekommen, was das Ganze durchaus komplex und spannend macht.

Izanami in der japanischen Mythologie

Izanami und Izanagi gelten als die zentralen Schöpfergottheiten der japanischen Mythologie. Der Überlieferung zufolge erschienen sie, nachdem sich Himmel und Erde aus einem ursprünglichen Chaos heraus gebildet hatten. Als göttliches Geschwisterpaar erhielten sie die Aufgabe, die noch formlose Welt zu gestalten. Von einer schwebenden Himmelsbrücke aus tauchten sie einen mit Juwelen geschmückten Speer in den Ur-Ozean. Die herabfallenden Tropfen verdichteten sich zur ersten Landmasse und markierten den Beginn der Schöpfung.

Je nach Quelle wird es unterschiedlich dargelegt, jedoch gebärt Izanami wohl missgebildete Kinder. Später bringt sie den Feuergott Kagutsuchi no Kami (oder Homusubi) zur Welt und erleidet bei der Geburt tödliche Verbrennungen. Sie kommt nach Yomi, das Land der Dunkelheit. Dort verfault ihr Körper und wird mit Maden besetzt. Als ihr Bruder sie so vorfindet, versperrt er die Welt zur Unterwelt mit einem Felsen.

Japanische Mythologie: Das Wesentliche -  Amaterasu, Susanoo, Tsukuyomi, Izanagi und Izanami
Kein Witz, das ist mit abstand das seriöseste, was ich auf YouTube zu dem Thema gefunden habe.

Persephone in der griechischen Mythologie

Persephone ist eine Göttin der Toten, der Unterwelt und der Fruchtbarkeit. Sie ist Tochter von Zeus und seiner Schwester Demeter und trägt zu Beginn ihres Lebens den Namen Kore oder Kora. Ihr eigener Vater verliebte sich in sie. In der Gestalt einer Schlange kroch er in sie und befruchtete sie. Sie gebar Zagreus, der Zeus‘ Nachfolger werden sollte.

Hades, Gott der Unterwelt und Bruder von Zeus, verliebte sich ebenfalls in Kore. Er bat Zeus um sie als Frau, doch erhielt keine Antwort. Also entführte er seine Nichte in die Unterwelt, wo sie den Namen Persephone annahm.

Demeter suchte verzweifelt nach ihrer Tochter. In ihrem Frust hinderte sie alle Pflanzen am Wachstum. Die ganze Welt drohte, am Hunger zugrunde zu gehen. Schließlich einigten sich die Götter darauf, dass Persephone nur einen Teil des Jahres in der Unterwelt weilen sollte. Wenn Kore als Persephone in der Unterwelt regiert, kommt es daher zum Winter. Und zum Sommer, wenn Kore bei ihrer Mutter lebt. Somit ist es eine allegorische Darstellung des Zyklus der Jahreszeiten.

Persephone - Liebe und Leben im Totenreich - griechische Mythen und Legenden | Animation
Same here.

Ok, was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Je mehr ich recherchiere, desto weniger verstehe ich. Was ich erkenne, sind die Parallelen zwischen den beiden Mythologien: Schöpfungsmythos, Gottheiten, Inzest, Frauen in der Unterwelt. Den Vibe der Gefangenschaft in der Unterwelt und der weiblichen Gottheiten erkenne ich in Vanessa Beecroft „Untitled (Izanami)“ klar wieder. Vielleicht ist auch Biancas Mantel in einer der Sequenzen ein Hinweis darauf, dass sie gerade von der Unterwelt (Winter) in die richtige Welt emporsteigt. Zumal sie dabei auch die Treppe nimmt (siehe Clip, der hoffentlich wegen der Nacktdarstellungen nicht gleich blockiert wird).

Was ich noch sehe, ist die Verführungsmacht der Frauen. Die mit ihrer Schönheit sogar Zeus zu inzestuösen Handlungen verleiten könnten.

Die Künstlerin sich hat sich von den Mythologien inspirieren lassen. Und sie nicht exakt wiedergegeben. Weshalb wir nach einer Konkretheit wahrscheinlich lange suchen können.

Bianca Censori und das Schönheitsideal

Anfangs dachte ich, Bianca erzählt auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte. Ihren Schmerz vielleicht. Die Art, wie sie sich zum hoch ästhetischen Erotikobjekt formen lässt und den Prozess dabei selbst mitgestaltet.

Natürlich geht es dabei auch um das gegenwärtige Körperideal der Frau, das Bianca Censori erfüllt und wahrscheinlich auch prägt. Und alle, die sich gerade fragen, was ein Promi in der Welt der Kunst zu suchen hat ich denke, es war nie anders. Sich in der Kunst zu verewigen war das Privileg der Reichen und Schönen und ist es noch heute.

Wir erinnern uns wohl alle an diese Performance bei den Grammy Awards in Los Angeles. Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire

Die Künstlerin Vanessa Beecroft

Es kommt aber noch eine wichtige Komponente hinzu: Die Künstlerin selbst. Sie schafft neben der Fusion aus japanischer und griechischer Mythologie auch Motive von Identitätsverlust, Vervielfältigung und medialer Inszenierung.

Ein zentraler Punkt ihres Werks ist, dass sie die gesellschaftliche Reaktion auf den weiblichen Körper sichtbar machen will. Dabei soll sie sich weniger für die Nacktheit selbst als die Verlegenheit, Scham und Projektionen, die Nacktheit beim Publikum auslöst, interessieren. Dadurch macht sie die Reaktion des Publikums angeblich zum eigentlichen Material ihrer Kunst. Also auch das, was ich hier gerade mache ist lediglich eine Erweiterung ihres Werks, die sie wahrscheinlich vorhergesehen hat. Die nackten Frauen sind damit zwar Motiv, aber auch der Auslöser, der gesellschaftliche Mechanismen offenlegt.

Einerseits reproduzieren Beecrofts Arbeiten die Tradition des weiblichen Aktes. Andererseits legen sie wohl den voyeuristischen Blick des Publikums offen. Die Besucher werden gezwungen, sich zu fragen, warum sie hinschauen und was sie dabei empfinden. Meine Antwort darauf: Weil Bianca Censori so schön und irgendwie auch, durch gewisse Schlagzeilen wiederum, so polarisierend ist, dass ich persönlich total neugierig auf sie bin. Schon während ich in der Schlange zu Beecrofts Installation stand, war ich voyaristisch aufgeladen, zumal ich nicht mal den Kontext erahnen konnte, in dem mir Bianca gleich begegnen würde. Was ich dabei empfunden habe, als ich den Kontext dann vorgeführt bekam? Wahrscheinlich Begeisterung, aber auch Verwirrung, da ich sofort versuchte zu analysieren, es aber nicht verstand. Die Frauenkörper genoss ich visuell jedoch sehr. Die Outfits ebenfalls. Das alles entsprach meinen ästhetischen Vorstellungen und wahrscheinlich auch den ästhetischen Vorstellungen der Gesellschaft, in der wir heute leben.

Nach dieser Recherche kann ich sagen, dass der Film vielleicht gar nicht Kanye-coded ist, sondern Kanyes Kunst hin und wieder Beecroft-Coded sein könnte, da die Künstlerin wohl auch ihren Einfluss auf ihn übt. Würde ich mir „Untitled (Izanami)“ wieder reinziehen wollen? Jederzeit wieder. Habe ich den konzeptionellen Teil dieser Installation verstanden? Wohl kaum. Bitte teilt mir mir eure Eindrücke.

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Reisen

Herrschaft des Ozeans

Welle für Welle für Welle zieht er dich in seinen schier endlosen Bann. Der Atlantische Ozean hat eine fatale Magie an sich, die dich zu manchem Zeitpunkt dazu einladen könnte, mit ihr in der Tiefe zu verschmelzen. Die zerstörerisch anmutigen Wellen zerschlagen sich auf Gesteinen zu weißem Schaum. Manchmal wünsche ich mir, ich wäre eins mit ihnen. Mein Auge will sich nicht von ihnen lösen. Wie sie sich auftürmen und beim Überschlag ihre Farbe ändern. Manchmal will ich in jenem Moment in einer Welle sein. Es reizt mich daher, mindestens ein Mal das Surfen auszuprobieren. Segeln ist bereits eines meiner Suchtmittel, aber ich mutmaße mal, dass das Surfen noch weiter ins Innere des Ozeans hineingeht.

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wohl in der Tiefe wäre. Manchmal stelle ich mir vor, während eines Sturms in einem kleinen Boot zu sitzen und der Naturgewalt allein ausgesetzt zu sein.

Diese Anziehung erlebte ich bereits in Portugal. Auch früher schon. Jahrzehnte zuvor, zu Hause am Schwarzen Meer. Da sind die Wellen aber nicht so hoch zumindest dann nicht, wenn es nicht stürmt. Ihre zerstörerische Macht ist wahrscheinlich das, was ich so fesselnd finde. Mein Blick versinkt ja regelrecht darin. Wellen sind eine dieser Erscheinungen, denen ich ewig zusehen, ewig zuhören könnte.

Die Gewalt des Meeres, oder des Ozeans, fordert mich dazu auf, sie voller Demut zu betrachten. Zu jedem Zeitpunkt muss uns klar sein, dass das Wasser dem Menschen weit überlegen ist. Und man geht besser mit der Natur, als gegen sie. So bleibt man vielleicht eher vor dem frohen Tode bewahrt. Warum sind Segelboote oder -schiffe das sicherste Transportmittel auf hoher See? Weil sie mit dem Wind und den Wellen gehen der Sonne entgegen.


Die beiden Bilder und der Text entstanden auf der Kanarischen Insel Teneriffa.

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Feine Gesellschaft & Kultur: Events am Wochenende

Jedes Wochenende frage ich mich aufs Neue: Was geht in Baden-Baden und Karlsruhe? Daher kommt hier für euch (und auch ein bisschen für mich) dieses neue Format, in dem ich euch die besten Veranstaltungen heraussuche, auf denen ihr euch intellektuell bereichern lassen, interessante Menschen kennenlernen und euch einfach mal inspirieren lassen könnt. Vielleicht sehen wir uns ja auf einer dieser Veranstaltungen am Wochenende vom 26. bis 28. Juni:

Freitag, den 26. Juni 2026

Ein echter Geheimtipp: Die Neue Fledermaus in Karlsruhe. Eine Lesung aus dem Kriminalroman „Das Geheimnis der hohen Eich“ von Rahsan Dogan. Musikalische Begleitung von Dunja Hofheinz. Start um 19 Uhr. Adresse: Am Künstlerhaus 20, 76131 Karlsruhe.

Die Neue Fledermaus Karlsruhe, Veranstaltung. Lesung, Kulturveranstaltung am Wochenende

Veranstaltungen am Samstag, den 27. Juni 2026

Theater Baden-Baden: Die Ballettschule unter der Leitung von Stefan Hammel lädt zu einer festlichen Gala ein: Tänzerinnen und Tänzer aller Altersstufen zeigen ihre Eleganz und Leidenschaft auf der Theaterbühne. 17 bis 19.20 Uhr. Tickets: 39€, ermäßigt 19,50€. Adresse: Goetheplatz 1, 76530 Baden-Baden

und

Galerie Supper in Baden-Baden: Vernissage mit Joerg Eyfferth: „Auf der Suche nach der Wirklichkeit“. 30 Jahre Malerei. 18 bis 20.30 Uhr. Adresse: Kreuzstraße 3, 76530 Baden-Baden.

Joerg Eyfferth in der Galerie Supper. Copyright liegt bei der Galerie Supper Baden-Baden.

oder

Festspielhaus Baden-Baden: Kammermusik mit „Yannick & Friends“. Der prominente der Met-Chefdirigent und Kurator der Sommerfestspiele Yannick Nézet-Séguin präsentiert an diesem Abend Kammermusik in wechselnden Besetzungen. Start um 18 Uhr. Tickets ab 45€. Adresse: Beim Alten Bahnhof 2 76530 Baden-Baden.

Mahler - Symphonie Nr. 1 | Yannick Nézet-Séguin | BRSO
Da die Pressemappe des Festspielhauses zum Heulen unübersichtlich ist und ich kein aktuelles Bild von Yannick Nézet-Séguin bekomme, hier ein Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks von vor etwa 7 Jahren. Zwar kein Kammerkonzert, aber sehr schöne Ausführung. Nézet-Séguin am Dirigentenpult.

Event am Sonntag, den 28. Juni 2026

Theater Baden-Baden: Erneut das Gala-Balett der Baden-Badener Ballettschule. 17 bis 19.20 Uhr. Tickets: 39€, ermäßigt 19,50€. Adresse: Goetheplatz 1 · 76530 Baden-Baden.

Durchgehend am Wochenende (vom 26. – 28. Juni)

Außerdem bietet es sich über das gesamte Wochenende an, in Baden-Baden folgende Ausstellungen zu besuchen:

Frieder Burda: Wettstreit mit der Wirklichkeit, 60 Jahre Fotorealismus. Absolut sehenswert. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Tickets kosten 16€ p.P., ermäßigt: 12€. Hier geht’s zu allen weiteren Ticketpreisen / Kombitickets. Adresse: Lichtentaler Allee 8B, 76530 Baden-Baden.

Fotorealismus im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
Alexandra Averbach, Aurora, 2025, Öl auf Leinwand, 122 x 97 cm, Plus One Gallery, London © Alexandra Averbach, courtesy Plus One Gallery, London, 2026, Foto: Plus One Gallery, London

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden: Bloom Up! Die Sprache der Blumen. Eintrittspreis regulär 10€, ermäßigt 7€. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 Uhr bis 18 Uhr. Alle weiteren Infos unter kunsthalle-baden-baden.de. Adresse: Lichtentaler Allee 8A, 76530 Baden-Baden.


Titelbild von Tanya Prodaan auf Unsplash

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Kunst

Daddies & Baddies: So war der letzte Tag auf der Art Basel 2026

Sonntag, letzter Messetag. Schon die ersten Minuten auf der Art Basel 2026 sind die reinste Reizüberflutung und ich liebe alles daran. Kaum betrete ich die Halle 1, hängen dort Kandinsky, Jawlensky, Chagall und Miró. Der Tag ist damit eigentlich schon gewonnen. Das nächste, was mir auffällt: Die Messe wiederholt sich nicht. Wer die Art Basel 2024 besucht hat, sucht vergeblich nach bekannten Mustern. Die diesjährige Ausgabe wirkt völlig anders. Neuer, wilder, intensiver und damit auch sich selbst treu.

Die Farblichkeit wirkt elektrisierend auf mich. Gelb begegnet mir immer wieder auf eine Weise, die ich noch nicht kenne. Viel Rot und Kornblumenblau fallen mir ins Auge. Leuchtende Farben dominieren die Gänge. Abstrakte Arbeiten sind allgegenwärtig. Großformate ziehen die Blicke auf sich, kleinere Werke behaupten sich durch ihre Wirkung. Fotorealismus bleibt dagegen eher eine Randerscheinung. Vermisst habe ich ihn trotzdem ein wenig. Zugegeben, ich achtete nur darauf, weil ich immer noch von der aktuell laufenden Ausstellung im Frieder Burda so geflasht bin.

Art Basel 2026: Gemälde dominieren den Markt

Auf der Basel Art liegt der Schwerpunkt dieses Jahr klar auf dem Gemälde, so wie wir es noch kennen. KI spielt erstaunlich wenig Rolle, wenn ich mich nicht irre. Hab jetzt, zugegeben, nicht jedes Schild gelesen, aber so wirkte es auf mich. Viele Künstler experimentieren mit Texturen und Hängungen. Neue Materialien stehen neben alten, die neu interpretiert werden. Skulpturen sind ebenfalls stark vertreten. Besonders häufig begegnen Bronze und mutmaßlich Aluminium. Also Metall. Die Gemälde lenken die Aufmerksamkeit jedoch immer wieder auf sich, vor allem durch ihre Farblichkeit und Komplexität. Immer wieder taucht der Frauenakt als Motiv auf. Landschaften hingegen sind erfreulich selten vertreten. Zum Glück. Landschaften machen mich krank (frag nicht haha).

Politische Kunst tritt vergleichsweise zurück. Mein Professor sagt zwar, jede Kunst sei politisch. Man kann allerdings auch behaupten, alles habe mit Sex zu tun. Alles habe mit Geld zu tun. Alles habe mit Gott zu tun. Die Basel Art hat mich persönlich mit solchen Grundsatzdebatten nur wenig konfrontiert. Vielmehr konzentriert sie sich auf die Kunst selbst. Viele Werke besitzen Museumsqualität. Das überrascht allerdings kaum. Es ist schließlich die Art Basel.

Baddies & Daddies: Das hotte Publikum auf der Art Basel

Das Publikum bewegt sich zwischen Luxusmesse und Laufsteg. Viele Daddies und Baddies. Viele schöne Menschen, sexy, wohlhabend, elegant gekleidet. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich hinsehen sollte. Leinen ist überall zu sehen, ebenso kunstvoller Schmuck. Manche Outfits wirken gewagt, andere zeitlos. Russisch hört man an jeder Ecke.

Auffällig oft höre ich denselben Satz: „Das ist schön.“ Ich will das keinesfalls bewerten. Es ist reizend, wenn Menschen ihre Begeisterung offen zeigen. Ein bisschen einfallslos finde ich das aber schon und frage mich: ist das euer einziger Anspruch an Kunst? Oder bin ich gerade zu tief in meinem eigenen Film?

Die Basel Art 2026 war unfassbar! #baselart #kunstmesse #biancacensori #kunstblog #modernart

Weirde Scheisse habe ich diesmal vermisst

Die großen WTF-Momente fehlen. Früher war insbesondere die zweite Etage manchmal der „Darkroom“ der Art Basel. Der Ort für das Weirde, Verstörende, Unberechenbare. Diesmal suche ich danach vergeblich. Die Kunst ist experimentell, ideenreich und vielseitig. Doch sie will selten schockieren. Oder ich bin bereits abgestumpft. Zu den wenigen Ausnahmen gehört eine Installation in der Unlimited-Halle mit Bianca Censori in der Hauptrolle. Die Besucher stehen Schlange, um in den entsprechenden Raum zu gelangen. In dem Film begleitet man sie durch eine geheimnisvolle japanische Welt der Erotik.

Vanessa Beecroft, Untitled (Izanami), 2025; Featuring Bianca Censori

Eine Nebenhandlung bleibt mir besonders im Gedächtnis: Eine Mutter besucht die Installation gemeinsam mit ihrem vielleicht drei- oder vierjährigen Sohn. Ich persönlich fand das ein bisschen schwierig, das Kind mit dieser Highend-Peepshow zu konfrontieren. Das ist so das Merkwürdigste, was ich an dem Tag beobachte. Andererseits würde ich an ihrer Stelle auch nicht auf Biancas Performance verzichten wollen, weil ich ein Kind habe, wisst ihr?

Eine der schönsten Beobachtungen mache ich gleich daneben. Vor einem winzigen Mäuschen-Kunstwerk steht eine ganze Brigade von Besuchern. Die Mitarbeiterin, die das Werk beaufsichtigt, erzählt von ihren Erfahrungen. Der Künstler wolle die Menschen dazu auffordern, näher heranzutreten. Die meisten Erwachsenen bleiben jedoch auf Distanz. Kinder hingehen gehen intuitiv näher heran oder knien sich vor das Werk. Wenig später sitzen tatsächlich zwei Kinder auf den Knien vor dem Mäuschen und betrachten es neugierig aus nächster Nähe. Das war wirklich süß zu sehen, wie sie diese Kunst erleben.

Die Kunstmesse neigt sich dem Feierabend

Während die Besucher auch am letzten Tag noch voller Energie durch die Hallen ziehen, zeigt sich bei den Galeristen allmählich Erschöpfung. Manche sitzen ohne Schuhe auf dem Boden und blicken ins Leere. Andere stellen wenige Stunden vor Messeschluss bereits die Dom-Pérignon-Flasche bereit. Wieder andere rätseln darüber, wie sie die Kunstwerke von den Wänden bekommen sollen. An Abbau denkt trotzdem noch niemand ernsthaft. Die Besucher jedenfalls nicht. Gehen kommt auch um 18 Uhr für die meisten noch nicht in Frage.

Als ich die Messe verlasse, bleibt vor allem ein Eindruck zurück: herausragende Farblichkeit, grenzenloser Ideenreichtum, ein Spiegel gelebter Gegenwart. Und vielleicht noch etwas anderes: Dass die Kunstwelt nicht immer provozieren muss.

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Reisen

Die Horrorhotels von Malaysia – gebucht mit CHECK24

Heute geht’s um die Horrorhotels, in denen ich während meiner Reise durch Malaysia geschlafen habe. In den meisten davon war ich wirklich nur zum Schlafen da. Gerade weil sich der Aufenthalt in ihnen schier unerträglich angefühlt hatte. Gebucht habe ich sie alle über das super gute Vergleichsportal CHECK24. Nach den ersten beiden Bleiben merkte ich: irgendetwas ist mit den Bewertungen faul. Sie schienen mir von Portalen übernommen worden zu sein, die nicht von deutschen Reisenden stammen können. Die Kommentare wirkten maschinell erstellt oder zumindest maschinell übersetzt. Arbeiten wir uns mal nicht-chronologisch von den besten Hotels zu den absoluten Horror-Absteigen vor.

Für alle, die hier zum ersten Mal gelandet sind: ich bin eine alleinreisende Frau. Diesmal war mein Budget auch ganz und gar nicht low.

Bestes Hotel, in dem ich war: Nipah Bay Villa auf Pulau Pangkor

Platz 1: Nipah Bay Villa auf der Insel Pulau Pangkor. Es war der Traum. Mit Google Maps sehr schwer zu finden. Solltet ihr mal dort sein, fragt einfach die Einheimischen, die kennen jede Ecke dieser Insel. Der Innengarten dieses Hotels gleicht einem Paradiesgärtlein. Dicht bepflanzt, alles stand in Blüte, freche Affen spazieren durch die Gegend. Die Atmosphäre war familiär, ruhig und sicher. Nachts sitzt ein Wächter neben der Rezeption und passt darauf auf, dass keine ungeladenen Gäste reinkommen. Außer den Affen halt. Die Zimmer sind schön. Als ich dort in meiner ersten Nacht ankam, hab ich geräuschlos geschrien vor Begeisterung. Kurz darauf dachte ich: geil, Madlen das alles aus eigener Kraft. Es sind etwa zwei bis vier Zimmer pro Holzhäuschen. Sehr charmant. Das Meer ist zudem fußläufig innerhalb von drei Minuten erreichbar.

Das Beste an der Nipah Bay Villa war jedoch nicht das schöne Ambiente. Es war die Art, wie die dort arbeitenden Menschen mit mir umgingen. Ich baute meinen Unfall nämlich, während ich dort hauste. Als ich dann nach der Notaufnahme wieder kam, empfing mich das Mädchen hinter der Theke mit einer schon fast familiären Sorge. Das war sehr unerwartet und genau das, was ich in jenem Moment am meisten vermisst hatte. Sie sah mich an und sagte: du kriegst jetzt ein anderes Zimmer. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Das Zimmer, in dem ich zwei Tage zuvor lebte, war über eine Treppe erreichbar. Sie gab mir eins im Erdgeschoss und ich blieb noch weitere drei Tage. Diesmal buchte ich vor Ort. Ich zahlte sehr viel weniger, als über das Buchungsportal, versteht sich.

Platz 2 geht an ein Hotel in Ipoh

Platz 2: D Eastern Hotel in Ipoh. Nach einer Horrornacht in der wohl schlimmsten Absteige meines Lebens (Platz 8 in dieser Liste, Spoiler-Alarm) war dieses Hotel der pure Luxus. Hölzerne Decken und Böden, saubere Bettwäsche, ein bequemes Bett. Dusche nicht so sauber, aber grundsätzlich völlig ok. Klimaanlage, schicke Spiegel und Sessel. Fazit: Käme ich wieder nach Ipoh, würde ich dieses Hotel wahrscheinlich wieder wählen.

3. Paltz: Hochhaushotel in den Cameron Highlands

Platz 3: Hotel Double Stars in Pahang, Cameron Highlands. Netterweise wurde ich an der Rezeption darüber aufgeklärt, dass mein Zimmer keine Fenster hat. Gegen einen Aufpreis von 40 Ringgit pro Nacht (Barbezahlung ohne Beleg) würde ich eins mit Fenstern bekommen. Da griff ich zu, wenn auch mit Augenverdrehen. Das Zimmer war einigermaßen sauber, sah aber nicht wie auf den Bildern aus. Das eine Handtuch roch nach Pipi. Im Zimmer lief durchgehend ein Airconditioner, der sich nicht regulieren ließ. Dies führte dazu, dass es extrem kalt war. Ich musste mir eine Wärmeflasche basteln. In den Cameron Highlands ist es nachts recht kühl, weshalb mir das Öffnen der Fenster nicht viel gebracht hätte. Außer Lärm. WLAN extrem schlecht, fiel fortwährend aus. Malaysisches E-Netz war hier auch schwach. Ich hatte so gut wie kein Internet, dafür aber malaysisches Trash-TV, was qualitativ sehr viel höher ist, als das, was uns in Deutschland geboten wird.

Die Bettdecke war ohne Bezug. Sie roch so, als wäre es schon sehr lange her, dass sie gewaschen wurde. Ich hatte mit Frühstück gebucht. Da dieses von 7.30 – 8.30 Uhr stattfindet, kam ich nicht dazu, es zu probieren. Es soll aber regional sein. Also scharf. Alkoholverbot, sonst drohte Strafe. Ratet mal, wer am Abend nach dem Night Market mit vier Bier angetanzt kam. Der Wasserboiler braucht mindestens 10 Minuten Laufzeit, bis einigermaßen warmes Wasser kommt. Den Preis empfinde ich für nicht gerechtfertigt. So auch die Bewertungen beim super guten Vergleichsportal CHECK24 nicht. Und da frage ich mich wiederum: wofür Bewertungen, wenn sie mutmaßlich nicht echt zu sein scheinen? Fazit: dieses Hotel würde ich nicht mehr buchen. Aber CHECK24 gehört trotzdem zu meinem festen Reiserepertoire, da ich sonst kein Portal kenne, dass derart viel Auswahl in Südostasien hat, flexible Zahlungsmöglichkeiten und eine (meistens jedenfalls) exakte Wegbeschreibung zu den Hotels.

Eins der wenigen Hotels in Taiping

Platz 4: SSL Traders Hotel in Taiping. Es war wohl das teuerste Hotel, in dem ich in Malaysia war. Die Lobby sah vielversprechend aus. Doch natürlich war es wieder ein Zimmer ohne Fenster. Nicht so richtig sauber und sah auch, wie fast alle Häuser in denen ich war, nicht wie auf den Bildern aus. Vorteile: Grab-Taxis waren binnen 3 Minuten da. Im Hotelgebäude gibt es ein arabisches Restaurant und einen Eiscreme-Laden. Beide gut. Zu Fuß erreicht man den Markt, Supermarkt, Kiosk und Co.. Ich hatte euch bereits erzählt, dass Taiping alles andere als touristisch ist.

Es geht auf jeden Fall noch schlimmer: Kuala Lumpur

Platz 5: Smile Hotel Chow Kit PWTC in Kuala Lumpur. Hier gabs nichts zu smilen. Das war das letzte Hotel, in dem ich auf meiner Malaysiareise unterkommen würde. Ich wähle es, wieder, anhand der Bewertungen. Die schienen mir diesmal irgendwie echt zu sein und der Preis war zu dem auch nicht gerade niedrig für Kuala Lumpur. Die „Hotelgäste“ schrieben darüber, wie sauber es sei und wie freundlich und zuvorkommend das Personal sei. Plot twist: Es war nicht sauber. Auf dem Bett waren Flecken und verschiedenste Haare zu sehen. Grau, schwarz, kurz, lang. Wimpern, Brusthaare, Kopfhaare alles war dabei, vielleicht sogar Arschhaare, wer weiß. Das Bad extrem dreckig. Auch hier (natürlich) keine Fenster. Jetzt gerade steht mir noch eine Nacht darin bevor. Morgen früh fliege ich ab.

Später am Abend entdeckte ich noch eine kleine Kakerlake, die schnell unter meinem Bett verschwand, als ich das Licht einschaltete. Wahrscheinlich lief sie zu ihrer großen Kakerlakenfamilie, die unterhalb des Bettes hauste. Erwacht bin ich ungewollt um 8 Uhr Morgens von der dröhnenden Mukke meiner Zimmernachbarn. Die haben sich, dem Geräuschpegel nach zu urteilen, zu acht in dem benachbarten Zimmer versammelt und dort eine wilde Party gefeiert. Schön für sie. Klang ja nach Spaß, aber ich wollte nicht so gerne Teil davon sein. Fazit: Never ever. Diese Hellhörigkeit habe ich übrigens in allen Hotels, außer in dem auf Platz 2 wahrgenommen.

Hippo House Taiping ein Hotel, in dem ich niemals schlief

Platz 6: Bevor ich das teurere Hotel in Taiping buchte, buchte ich das Hippo House. Es sah recht anständig aus, viel Auswahl gab es dort sowieso nicht. Vom Busbahnhof wollte mich kein Grab da hin fahren, da der Weg wohl viel zu kurz war. Ich musste mit meiner frischen Knieverletzung laufen. Dann fing es natürlich zu regnen an. Die bei CHECK24 angegebene Adresse war falsch. Ich kontaktierte die Nummer des Hotels. Die Frau war derart unfreundlich, dass ich schon gar kein Bock hatte, sie auch noch persönlich kennenzulernen. Sie diskutierte mit mir, wurde teilweise sogar ziemlich aggressiv. Dafür hatte sie sich jedoch die falsche Person ausgesucht, wie sie schon bald selbst feststellen musste.

Irgendwann fand ich die Adresse. Die Tür war verschlossen. Ich dachte mir: Fügung. Buchte mir das SSL Traders Hotel (Platz 4) und fuhr davon. Später schrieb mir die unfreundliche Dame, wo ich bleiben würde. Ich informierte sie darüber, dass ich mich umentschieden habe. Sie sagte: „Gut. Das Geld für die zwei Nächte wird aber nicht zurückerstattet.“ Ich weiß ja nicht, ob sie es behalten durfte, ich hatte meins, dank des superguten Vergleichsportals CHECK24, jedenfalls binnen Stunden wieder auf dem Konto. Was ich während des Reklamationsprozesses jedoch feststellte: CHECK24 hat neue Regelungen, die ich nicht so gut finde. Sie können nämlich weder per WhatsApp zurückrufen, noch ausländische Nummern anrufen. Und ich hatte eine malaysische SIM-Karte drin. Als ich auf den Philippinen war und es zu Problemen mit meiner Bleibe kam, über die ich übrigens bis heute nicht schreiben kann, riefen die mich sofort zurück.

Horrorhotel: Der Kuala-Lumpur-Schock

Platz 7: Hotel O Shalimar in Kuala Lumpur. Sozusagen die erste Konfrontation mit echtem Horror, kurz nach meiner Ankunft in Malaysia. Die Bilder entsprachen nicht dem tatsächlichen Zustand des Hotels. Mein Zimmer war einfach heruntergekommen. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich denke, die Bilder werden in diesem Fall für sich sprechen. Was ich dort für wilde Scheisse erlebt habe, hab ich euch bereits in meinem „Fiebertraum Kuala Lumpur“ erzählt.

Was ich noch anfügen kann, ist der wahnsinnige Lautstärkenpegel. Es ist wohl die Gegend in Kuala Lumpur, wo nachts die illegalen Motorradrennen stattfinden. Was an sich eigentlich interessant ist. Aber nicht zwingend das Richtige, wenn man Todes gejetlagt zu schlafen versucht. Direkt vor dem Hotel ist zudem ein Minarett. Das Gebet beginnt, wenn die Motorradrennen aufhören. Dieses Hotel war mit Abstand der lauteste Ort, an dem ich jemals in meinem Leben gewesen bin. Vorteil: Das war eines der wenigen Hotels mit Fenstern.

Das schlimmste Hotel ever

Platz 8: Spot On / O City Hostel in Ipoh. Fick mein Leben… Die Zimmer sind keine richtigen Zimmer, sondern durch Trennwände abgeteilte Schlafkabinen. Zwischen Wand und Decke gab es einen so großen Spalt, dass man dem Nachbarn problemlos ins Zimmer gucken könnte, wenn man sich aufs Bett stellen würde. Schuhe im Schlafbereich verboten, weshalb alle Schuhe vor der Tür geparkt wurden. Leute, ich schwöre bei Gott, dort stand nicht ein einziger Frauenschuh. Das bedeutete: Ich allein und etwa 40 Männer mit null Privatsphäre, Gemeinschaftsduschen und der bestehenden Angst, jemand könnte mich problemlos beim Schlafen oder umziehen beobachten.

Schlafen konnte ich ohnehin nicht, weil ALLE geschnarcht haben. Es war so schlimm… Wenn ich jetzt so zurückdenke, kann ich nicht genau nachvollziehen, weshalb ich diese Nacht da durchgezogen habe. Naja, immerhin hab ich jetzt auch etwas, worüber ich schreiben kann.

Liebe Frauen, bucht dieses Hotel in Gottes Namen NICHT! Als die ganzen Männer gegen Morgen ausgeschnarcht hatten, schlief ich ein. Das war dann meine dritte Nacht ohne Schlaf. Geweckt wurde ich davon, wie jemand versuchte, in meine Kabine zu gelangen. Er klopfte und riss an meiner Tür. Ich denke, er bekam mit, dass ich eine Frau bin, obwohl ich maximal leise war, damit es eben niemand mitbekam; nahm sogar meine Schuhe mit ins Zimmer. Aber ich denke mal, dass, wenn man will, man eine Frau auch am Atem erkennt. Vielleicht hörten die auch, wie ich mir die Haare gekämmt hatte. Jedenfalls war das eine ganz schlimme Erfahrung.

Die Bilder sahen auch hier während des Buchungsprozesses anders aus. Jetzt, wo ich sie mir ansehe, stelle ich schon fest, dass das keine durchgezogenen Wände sind. Da ich das aber davor gar nicht kannte, konnte ich mir auch gar nicht vorstellen, dass es sowas überhaupt gibt. Ich erzähle euch bei Gelegenheit Mal von meinem Zimmernachbarn aus den USA. Ich habe nämlich unschwer Telefonate mithören können, die den Aufenthalt im Spot On O City Hostel Ipoh, sagen wir, abrundeten.

Jedes Hotel hatte überragende Bewertungen „Fabelhaft“, „Hervorragend“, „Außergewöhnlich“. Wer soll das so gut bewertet haben, CHECK24? Wen wollt ihr hier eigentlich verarschen? Schreibt mal. Aber verklagt mich nicht. Alle anderen: Stay safe.

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Kunst

Nicolas Poussin: Ein französischer Künstler erobert Rom

Nicolas Poussin (1594 – 1665) gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter des klassizistischen Barocks. Erste künstlerische Anregungen erhielt der Franzose durch Werke der Schule von Fontainebleau. In Paris lernte er den Dichter Giambattista Marino kennen, der sein Interesse an der griechischen und römischen Mythologie weckte – Themen, die sein späteres Werk prägen sollten.

Gemälde des französischen Künstlers Nicolas Poussin: Raub der Sabinerinnen
Raub der Sabinerinnen, entstanden zwischen 1637 und 1638. Quelle: Wikipedia

Nicolas Poussin sucht das Schönheitsideal in der Antike – und findet es

Wie auch viele andere Künstler seiner Zeit sah Poussin in der Kunst der Antike ein Ideal menschlicher Schönheit und Tugend. Um diese Vorbilder aus nächster Nähe studieren zu können, wollte er nach Rom. Der Weg dorthin war mühsam. Poussin stammte aus einer verarmten Familie aus der ländlichen Normandie und musste lange sparen, bevor er die Reise wagen konnte. Ein erster Versuch scheiterte am Geldmangel, erst 1624, im Alter von 30 Jahren, erreichte er die „Ewige Stadt„.

Der Anfang war schwer. Die großen Aufträge des Papstes und der römischen Adelsfamilien gingen meist an etablierte italienische Künstler wie etwa Guido Reni oder Carracci. Poussin konzentrierte sich daher auf kleinere Gemälde mit religiösen, mythologischen und historischen Themen, die bald das Interesse privater Sammler fanden.

Ohne Kontakte geht in Rom gar nichts

Entscheidend für seine Karriere waren einflussreiche Förderer. Über eine Empfehlung an den Papstneffen Francesco Barberini gelangte er in die Kreise der römischen Elite. Barberini stellte den Kontakt zum Bankier und Kunstsammler Vincenzo Giustiniani her, der Gemälde von Poussin erwarb und ihm Zugang zu seiner bedeutenden Antikensammlung gewährte. Noch wichtiger wurde Cassiano dal Pozzo, ein Gelehrter und hoher Beamter am päpstlichen Hof.

Poussin, der vermutlich eine Jesuitenschule besucht hatte und anders als viele seiner Kollegen Latein beherrschte, konnte bei dal Pozzo seine humanistische Bildung vertiefen. Dessen berühmtes „Papiermuseum“ umfasste Zeichnungen von rund 1.500 antiken Ruinen, Büsten und Medaillen. Für den jungen Künstler war diese Sammlung von unschätzbarem Wert: Durch das Kopieren verdiente er seinen Lebensunterhalt und studierte zugleich auch die Formenwelt der Antike. Zudem soll er in Rom intensiv die Werke Tizians und Raffaels untersucht haben.

Dal Pozzo entwickelte sich zu einem seiner wichtigsten Auftraggeber und erwarb im Laufe der Jahre rund 50 Gemälde.

Nicolas Poussin, der freiheitsliebende Künstler

Poussin galt als unabhängig und freiheitsliebend. Statt im Haushalt seiner wohlhabenden Mäzene zu leben, wohnte er mit Gleichgesinnten in einem Künstlerviertel Roms. Das internationale Milieu war lebhaft, aber nicht konfliktfrei. Der Biograf Giovanni Battista Passeri berichtet etwa von einer Auseinandersetzung mit bewaffneten Soldaten, bei der Poussin sich mit seiner Zeichenmappe verteidigte und nur knapp einer schweren Verletzung der rechten Hand entging. Danach kleidete er sich so, dass er nicht mehr sofort als Franzose erkannt wurde.

Poussins Rückkehr nach Paris

1640 kehrte Poussin auf Drängen König Ludwigs XIII. nach Paris zurück. Frankreich strebte nach einer führenden Rolle in Europa und nun sollte auch die Kunst diesem Status Ausdruck verleihen. Als „Maler des Königs“ war Poussin zwar privilegiert, musste jedoch Aufgaben übernehmen, die seinem Wesen widersprachen. Er entwarf Dekorationen für die Große Galerie des Louvre, plante Ausstattungen für Innenräume und hatte zahlreiche Mitarbeiter.

Lange hielt es der freiheitsliebende Poussin nicht aus. Er floh nach Rom, wo er wieder das Leben, führte, das er bevorzugte: bescheiden, ohne Dienerschaft und fern vom höfischen Glanz. Während Zeitgenossen wie Rembrandt, Velázquez oder Rubens gesellschaftlichen Aufstieg und Repräsentation suchten, orientierte sich Poussin an antiken Idealen wie Bescheidenheit, Disziplin und geistiger Konzentration.

Bis zu seinem Tod blieb er in Rom. Dennoch wurde er zum wichtigsten Maler Frankreichs seiner Zeit. Heute gilt Poussin nicht nur als bedeutender Maler der klassizistischen Linie, sondern auch zu den geistigen Vorläufern des Akademismus, jener Kunstrichtung, die die Orientierung an antiken Vorbildern zum Maßstab künstlerischer Qualität erhob.


Quellen:

Autoren: Hagen, Rose-Marie und Hagen, Rainer
Aufsatz: Nicolas Poussin „Der Raub der Sabinerinnen“ im Chaos steckt die Idee einer höheren Ordnung
Medium: Art – das Kunstmagazin (Ausgabe aus dem Jahr 1979)

Vervollständigt durch den Wikipedia-Beitrag zu Nicolas Poussin (Abrufdatum: 16.6.2026)

Bildquelle, Titelbild: Wikipedia

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Kultur

Save the Date: Theaterstück „Das Gewohnheitstier“

Heute hab ich euch wieder eine Kulturveranstaltung der besonderen Art herausgesucht: „Das Gewohnheitstier“ ein Theaterstück von Jacob Glötzl. Es wird nur zwei Aufführungen geben: am Freitag, 19. Juni und Sonntag, 21. Juni 2026. Ort: P8², Schauenburgstraße 5, 76135 Karlsruhe.

Theaterstück "Das Gewohnheitstier" in Karlsruhe. Alle Infos hier
„Das Gewohnheitstier“ wird in Karlsruhe aufgeführt. Quelle: Jacob Glötzl

Theaterstück „Das Gewohnheitstier“: Handlung

„Meine Gewohnheit flüstert mir ins Ort, wie ein Parasit nistet sie sich ein, wandert in mein Hirn, manipuliert mich und beeinflusst mein Verhalten. Sie wächst, bis ich mich wie eine Marionette fühle und keine Kontrolle mehr habe.“ So lautet der kleine Vorgeschmack auf das, was uns erwartet.

Das Stück beginnt mit dem Einzug der neuen Mitbewohnerin Sam. Ihr Auftreten verändert die bestehenden Strukturen der WG und bringt die eingespielten Routinen aus dem Gleichgewicht. Die Bewohner reagieren darauf mit Verunsicherung und ziehen sich zunehmend in ihre individuellen Verhaltensmuster zurück. Der Umgang miteinander verschiebt sich. Angst vor Veränderung prägt den Alltag. Im Verlauf steigert sich diese Dynamik. Wird es zu einer Eskalation kommen? Finden wir es raus.

Impressionen von den Proben. Quelle: Jacob Glötzl

Hintergründe zum Kulturprojekt

Ein Theaterprojekt, initiiert, inszeniert und organisiert von Jacob Glötzl (19 Jahre) gemeinsam entwickelt mit jungen Erwachsenen zum Thema „Gewohnheiten und Muster“.

Weitere Infos unter: www.werkraum-karlsruhe.org

  • Eintritt: 12.-/8.-
  • Abendkasse: 14.-/10.-
  • Kartenvorverkauf findet im Werkraum Karlsruhe statt

Titelbild: Jacob Glötzl

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Kunst

Polarisierend, roh, schauderaft: Russian Criminal Tattoo

Hast du dich schon mal gefragt, ob Tattoos Kunst sind? Während du dir möglicherweise eine Begründung für deine Antwort überlegst, erzähle ich dir von meinen persönlichen Highlights aus dem enorm polarisierenden Buch Russian Criminal Tattoo Encyclopedia Volume 1.

Eckdaten:

  • Drawings and Foreword: Danzig Baldaev
  • Photography: Sergei Vasiliev
  • Introduction: Alexei Plutser-Sarno
  • Design and edit: Murray & Sorrell FUEL
  • Editor: Honey Luard
  • Translator: Andrew Bromfielt
  • Co-Ordinators: Anna Benn, Julia Goumen

Hab ich von der S. 12 übernommen. Mir liegt die Enzyklopädie in englischer Sprache vor.

Warum bin ich überhaupt in Besitz eines solchen Buches?

Ich habe jahrelang davon geträumt, es zu besitzen. Es gibt mehrere Bände und die sind sündhaft teuer. Zudem auch sehr beliebt. Zum einen reizt mich die russische Knastromantik. Die düstere Unterwelt zog mich schon immer an. Hin und wieder einen Einblick in die Gedanken der Häftlinge zu bekommen, ist mir irgendwie wichtig, weil die Außenwelt sie schnell vergisst. Dabei geht es mir gerade nicht um verurteilte Mörder. Die vergisst man nur schwer. In den Beispielen, die ich euch heute vorstelle, geht es hauptsächlich um Menschen, die für Fehler anderer Natur büßen mussten. Die Gefängnisse und ihre Tattoo-Symbolik sind jedenfalls eine ganz eigene Welt und nicht alle bekommen die Chance auf einen Einblick.

Außerdem liebe ich Tattoos. Zum einen wollte ich wissen, ob die, die ich bereits habe, eine Bedeutung tragen, für die es in bestimmten Kreisen Ärger geben könnte, andererseits bin immer auf der Suche nach Inspiration. Und wer weiß schon, was ich in diesem langen Leben noch alles ausprobieren werde. Kurz gesagt: Die Anschaffung dieses Buchs war für mich essentiell. Ich bekam es für einen Schnäppchenpreis von 24 Euro. Gebraucht, versteht sich.

Russian Criminal Tattoo: Was mich überrascht hat

Jedes dort aufgeführte Tattoo hat natürlich eine eigene Bedeutung und Symbolik. Und die unterscheidet sich erheblich von allem, was ich bisher in der Kunstgeschichte gelernt habe. Das Buch gibt tiefe Einblicke in den Spirit der Menschen, die für unterschiedlichste Vergehen eingebuchtet wurden. Mein Eindruck: An Melancholie, Lyrik, Hierarchie und Kreativität nur schwer zu überbieten.

Die Sammlung im Buch Russian Criminal Tattoo Encyclopedia Volume 1 besteht überwiegend aus sehr seltenen Tattoos. Die Verfasser haben gut recherchiert, wem sie gehörten, wofür sie standen und vor allem: wofür die Kriminellen einsaßen. Die Bilder sind abgemalt. Größtenteils von Dokumenten aus der Gerichtsmedizin.Von 1910 bis 1997 ist alles dabei. Das Buch erschien erstmals im Jahr 2003.

Kommen wir zu den Geschichten, die unter die Haut gehen: Madonna mit Kind

Inschrift um das Madonnen-Tattoo: Meine Mutter wurde wegen „Getreide“ verurteilt, und ich wurde am 25. Oktober 1935 im Gefängnis geboren. Sitze seit 21.XII.54 und werde im Gefängnis sterben, auf Anordnung des Präsidiums des Obersten Rats vom 4.VI.47 – 25-jährige Haftstrafe.

Bildunterschrift vom Autor des Buchs: Besserungskolonie, Ulan-Ude, Burjatische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik. 1960er Jahre. Brust.

Text: Dieser „Talisman“ der Diebe, basierend auf Raphaels „Madonna aus der Sixtinischen Kapelle“, gehörte einem Sträfling, der wegen des gemeinschaftlichen Diebstahls von Lebensmitteln aus einem Militärdepot in der Stadt Irkutsk zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Er war als „Bely“ (Weißer) bekannt. Laut „Bely“ wurde seine Mutter nach einem Erlass des Rates der Volkskommissare vom 7. August 1935 verurteilt, weil sie nach der Ernte Getreideähren aufgesammelt hatte. Auf den kollektiven Bauernfeldern des Bezirks Nischeudinsk in der Region Irkutsk wurde bei ihr ein Segeltuchsack mit etwa drei Kilogramm Getreide beschlagnahmt. Sie hatte es gesammelt, um ihre beiden Töchter im Alter von fünf und sieben Jahren zu ernähren.

Das Urteil lautete fünf Jahre Haft. „Bely“ brachte sie in einem der Taischet-Lager zur Welt. Er kannte seinen Vater nicht, der 1935 ertrank, während er Baumstämme für den Holzbetrieb zusammenband, für den er arbeitete. Während seine Mutter im Gefängnis war, schickte man seine Schwestern in ein Kinderheim, aus dem sie sie nach ihrer Entlassung im Jahr 1940 abholte. Wenig später holte sie ihren Sohn, der damals kaum noch am Leben war, aus einem Heim für Kinder verurteilter weiblicher Krimineller.

Von Generation zu Generation vererbt

Criminal Russian Tattoo
Knasttattoo aus dem Buch Russian Criminal Tattoo Encyclopedia Volume 1, S.186.

Tattoo-Inschrift: 1872 Sakhalin

Text: Arbeitslager Kolyma. 1940er Jahre. Diese Tätowierung zeigt einen Sträfling mit dem Spitznamen „Kopf“, dessen Kopf zur Hälfte rasiert ist. Er hält eine Kerze und steht vor einem Kreuz. Das Tattoo gehörte ursprünglich Kopfs Großvater, der mit seiner Frau nach Sachalin verbannt und 1872 unter polizeilicher Überwachung freigelassen wurde.

Wie schon sein Vater vor ihm ließ sich Kopf das Tattoo von einem Tätowierer im Kolyma-Lager stechen. Kopf war sehr stolz auf seine Tätowierungen und betrachtete sie als sein Erbe. In Kolyma gehörte er in den 1940er Jahren zu den wenigen verbliebenen alten Sträflingen, die sich selbst als erbliche Diebe im Gesetz verstanden.

Anmerkung von mir: Die Geste, ein Tattoo zu „vererben“ ist absolut neu für mich und ich bin über alle Maße verzückt. Würd ich auf jeden Fall auch so machen. Nicht im gleichen Kontext, versteht sich, aber eins meiner Tattoos an die nächste Generation weiterzugeben, reizt mich irgendwie.

Der Bär mit dem Akkodeon

Knasttattoo aus dem Buch Russian Criminal Tattoo Encyclopedia Volume 1, S.183.

Text: Transitgefängnis Wologda. 1950er Jahre. Das humorvolle Tattoo eines Unruhestifters, typisch für Besserungsarbeitslager im Norden und in der Taiga. Der gebräuchlichste Name für dieses Tattoo, das in zahlreichen verschiedenen Varianten existiert, ist „Mischa der Akkordeonspieler“. Der Träger wurde nach Artikel 74 des Strafgesetzbuches der RSFSR von 1926 verurteilt. Darunter fallen ungebührliche Handlungen, öffentliche Ruhestörung, Pöbeleien, Schlägereien, Randale, grobe Verstöße gegen öffentliche Ordnung.

Anmerkung von mir: Würd ich mir 1 zu 1 so stechen lassen.

Fazit

Um auf meine Aufmacher-Frage einzugehen: Tattoos sind für mich Kunst. Künstler stechen sie für Geld auf unsere Körper. Ein klassischer Kunstmarkt, wie mir scheint. Auch wenn die Abbildungen oder Schriftzüge mit uns sterben. Doch die Tattoos, die ich dir gerade gezeigt habe, leben in Papierform (und offenbar auch Blog-Form) weiter und erzählen weiterhin die Geschichten der Menschen, die sie getragen haben, obwohl die schon längst tot sind.

Lohnt sich der Buchkauf? Ja, lohnt sich auf jeden Fall. Du wirst da noch ganz viele andere verstörende Geschichten, Tätowierungen und Fotos finden. Viele viele Penisse, obszöne Illustrationen, Dinge, die du nicht mal auf Pornhub findest. Aber auch Nazi-Tattoos, antisemitische und regierungsfeindliche Sprüche und Abbildungen, die wir unbedingt kritisch betrachten sollten. Teilweise hat mich das Programm wirklich schockiert. Ein verbotenes Portal in eine geheime Unterwelt sozusagen. Wenn mir Vol. 2 vorliegt, bekommst du das hier auf avecMadlen.com mit.

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